Selten wird mir ein Buch so vollmundig angekündigt wie das Werk Schattenwelt von Dave Thompson. Der englische Autor und Musikjournalist gehört zu einem der fleißigsten Schreiber der alternativen Musikszene und brachte schon in frühen 80ern Fanzines und Bücher heraus, mit diesem Buch möchte er die Entstehung des Gothic Rock anhand seiner Helden und Legenden nachzeichnen. Ich habe mich 424 Seiten durch die sehr gute Übersetzung von Kirsten Borchardt gewühlt und mir ein eigenes Bild von dem Buch gemacht, über das der Zillo schrieb: »Einen definitiveren Überblick über die Geburt der schwarzen Szene wird es wohl nicht mehr geben.«
Das Buch zeichnet den Verlauf der schwarzen Szene sehr genau nach und beginnt etwa 1976 mit den ersten Live-Auftritten von Siouxsie & The Banshees und eröffnet die musikalische Chronik mit Iggy Pop und seinem legendärem Album The Idiot, das sich wie ein roter Faden durch das Buch zieht. Sehr detailliert beschreibt Thompson das Erscheinen sämtlicher Protagonisten auf der Bühne des Gothic Rock und konzentriert sich dabei auf die Hauptdarsteller und ihre musikalischen Projekte. Als sich The Cure, Bauhaus und Joy Division vom fast schon etablierten Punk lösen sucht man förmlich nach einem neuen Oberbegriff, der den Bands der ersten Stunden anheften wird wie eine Tätowierung. Mit The Mission, The Damned und The Sisters of Mercy macht er die Bewegung dann eindeutig zu einem englischen Phänomen, woran vereinzelte Ausflüge mit The Birthday Party, Christian Death oder den Fields of the Nephilim nichts ändern können. Der Wechsel zwischen den vielen parallelen Entwicklungen ist mitunter etwas umständlich und konfus geraten, so das man als Leser immer wieder reflektieren muss, in welchem Teil der Zeit man sich befindet. Den ganzen Artikel lesen… »

