Als ich für den Gothic Friday im Juni nach meinem schönsten Live-Erlebnis in den Erinnerungen suchte, wurde mir schnell klar, dass es sich dabei nicht um ein großes Konzert oder Festival handeln würde. Konzerte in großen Stadien sind mir unsympathisch, zum einen finde ich es teilweise bedrückend zwischen tausenden von Menschen eingeengt zu werden und zum anderen kann man meiner Erfahrung nach nicht wirklich von einem Erlebnis sprechen. Der Sound ist meistens schlecht, die Performance und die Band je nach Kartenpreis kaum zu sehen. Dabei sein ist alles? Nicht mit mir.
Für Clubkonzerte konnte ich mich dagegen immer begeistern, die kleine, ja fast intime Atmosphäre, der gute Klang und der fast schon hautnahe Kontakt zur Band reizten mich besonders. So möchte ich von 2 musikalisch sehr gegensätzlichen Konzerten sprechen, die mir in Erinnerung geblieben sind. Faun und DAF im direkten Vergleich zu sehen ist vielleicht kontrastreich, doch vergleichbar sind sie allemal, denn Leidenschaft und Energie, in zwei unterschiedlichen Formen, haben mich dabei gefangengenommen. Den ganzen Artikel lesen… »
Ratte macht mich fertig. Bei der Recherche zur Serie »Ratte macht die Fliege« ist mir jüngst aufgefallen, das ich von einer völlig falschen Reihenfolge ausgegangen bin und habe erfahren das der Foto-Love-Roman aus wesentlich mehr Teilen besteht als zunächst angenommen. Glücklicherweise konnte ich fehlende Ausgabe auf einschlägigen Plattformen ausmachen und habe dann sogleich mein Interesse daran bekundet. Gleich mit dem Debüt der Serie in der 6. Ausgabe 1987 wurde es knifflig, gleich 2 Exemplare habe ich ergattert, bei denen die erste Seite des Serie herausgerissen war. Aufgeben gehört natürlich nicht zu meinem Wortschatz, deshalb bleibe ich am Ball und gelobe baldige Fortsetzung, auf die schon einige Leser ganz ungeduldig warten. Immerhin gibt es wieder zur Überbrückung ein paar Links, die es mir in der letzten Woche besonders angetan haben und die ich euch nicht vorenthalten will: Den ganzen Artikel lesen… »
Wie ich bereits völlig euphorisch in diesem Artikel berichtet habe, besuchte ich am Donnerstag Abend das Konzert im Duisburger Pulp. Ich war gespannt ob No More als Vorgruppe von DAF das Publikum begeistern konnten, denn obwohl ihre Musik irgendwo miteinander verwandt ist, unterscheidet sie sich jedoch grundlegend voneinander.
Pulp, Donnerstag 18.03.2010 — 19:35: Als Tina Sanudakura und Andy Schwarz die Bühne betreten finden sich einige Leute vor der Bühne ein, wobei sie auch die Fans von DAF sehr offen für die Kieler Band zeigten. Nach einem sehr kühlen und sphärischem Auftakt mit The Kores of Stockholm vom neuen Album Midnight People & Lo-Life Stars ist das Publikum zunächst verwirrt, den entgegen der sehr energetischen Musik von DAF mag dieses Stück nicht so recht in das vorgefertigte Bild eingestandener DAF-Fans passen.
Mit Dim the Lights wenden sie sich einem Klassiker zu, der aber in der elektronischen Instrumentierung und zurückhaltenden Darbietung seine Energie nicht vollständig ausspielen kann. Das Stück Midnight People & Lo-Life Stars hat mir bereits in der Album-Version gut gefallen und animiert das Publikum zu vorsichtigen ersten Reaktionen. Das hypnotische A Rose is a Rose das mit dem Stück Waiting for the Man einen Spannungsbogen mündet im Stück, das die meisten kennen Suicide Commando, das immer noch ein Klassiker ist und in dem leicht modifizierten Originalsound erstaunlich gut klingt. Den ganzen Artikel lesen… »
Anlässlich ihres 30 jährigen Bandjubiläums (2009) mit der Gruppe DAF (Deutsch Amerikanische Freundschaft) und der Veröffentlichung des Albums Das Beste von DAF sind die zwei Pioniere des Elektropunk auf einer Clubtour, die sie am 18. März auch ins Pulp nach Duisburg führt. Zusammen mit der ebenfalls sehr legendären Kieler Formation No More (Suicide Commando), die ihrerseits mit Midnight People & Lo Life Stars eins ganz neues Album präsentieren, wollen die nicht mehr ganz taufrischen Musiker zeigen, was in Ihnen steckt.
Zu feiern haben alle etwas. Die als Vorgruppe agierenden Andy Schwarz und Tina Sanudakura von No More sind auch seit 30 Jahren mit von der Partie, nachdem sie sich in Umfeld des Punk 1979 in Kiel gründeten. Mit dem Stück »Suicide Commando« schufen sie 1981 ihre persönliche Hymne, die auch heute noch auf zahlreichen Playlisten angesagte Dunkel-Partys zu finden sein dürfte. Nachdem sie sich 1986 auflösten (damals noch mit Thorsten Hartung am Bass) widmeten sie sich dem Projekt Nijinsky Style und beschritten musikalisch völlig neue Wege. 20 Jahre später besonnen sie sich wieder auf ihre Wurzeln und präsentierte mit Remake/Remodel ein neues Album das mit einer Mischung aus alten und neuen Tönen überrascht, 2010 dann Midnight People & Lo Life Stars, das sich nur noch auf neues Material konzentriert. Den ganzen Artikel lesen… »
Ein kalter Dezember in Keighley 1982. In der englischen Kleinstadt in West Yorkshire treffen sich Anne-Marie Hurst, Stan Greenwood, Roger Nowell, Ian Taylor und Steve Crane und gründen die Skeletal Family (skelettartige Familie). Die charismatische Frontfrau gibt der Band ihre einzigartige Stimme und der Sound ist so typisch für den Goth der 80er. Miss Big Hair, wie ich Anne-Marie liebevoll wegen ihrer tollen Frisuren nenne wechselte 1986 in ihr neues Projekt Ghost Dance und konnte in den kurzen 3 Jahren ein Zeichen setzen, an das die neu besetzte Band nie heranreichen sollte, die sich nach zahlreichen Umbesetzungen auflöste. 2002 wurde die Skeletal Family neu gegründet und veröffentlichte mit neuer Sängerin 2009 das Album »Love, Hope & Despair«. Das Lied »Promised Land« ist eins meiner unzähligen Lieblingslieder, die mich immer wieder auf’s neue begeistern aber nur einen Ausschnitt einiger großartiger Alben sind. Wer die Familie noch nicht kennt, sollte unbedingt nach den Alben »Futile Combat« (1985) oder »Burning Oil« (1984) Ausschau halte, die meiner Meinung die Besten der Band sind.
DAF - Der Mussolini
Wuppertal 1978. Die Stadt ist bekannt für ihre musikalischen Talente… Nein, eigentlich nicht. Aber zu diesem Zeitpunkt gründete sich hier DAF, die Deutsch-Amerikanische Freundschaft. Rückblickend sind sie die Initiatoren des Elektropunk, der EBM und der ersten deutschen Wave-Welle. Damals hielt man sie nur für zwei weitere Spinner, die höchstens in Punk-Kreisen Anerkennung fanden und aus experimenteller Musik später auch kommerzielle Erfolge zauberten. Ihre Texte waren immer schon provokant diffus. Das Stück Der Mussolini bringt die Kraft und Energie die mit den äußerst konfusen Sprechtexten harmoniert gut auf den Punkt. Heute werden sie als musikalische einflussreiche Band gehandelt die nicht nur den minimalistischen Sound des späten Wave kennzeichneten, sondern auch Vorreiter der neuen Deutschen Welle und des Techno sind, obwohl sie von dessen Inhaltslosigkeit meilenweit entfernt sind. »Das ist ein Stück, bei dem es um die Austauschbarkeit von Ideologien handelt […] Es wäre für uns ganz einfach gewesen zu sagen: »Wir sind gar keine Nazis!« Aber das haben wir eben nicht gesagt. Das wollten wir auch nicht.«. Ein Stückchen deutsche Musikgeschichte gepaart mit Vergangenheitsbewältigung.
Kontrast - Einheitsschritt
Der Independent Klassiker der eigentlich auf jeder guten Party gespielt wird ist schon ein ganz eigenes Stückchen Musik, weil es die schwarze Szene dort packt, wo es weh tut. An der eigenen Eitelkeit. Die offensichtliche Ironie und die gute Portion Schwarzhumor entgeht den meisten Zuhörer, so das es nicht weiter verwunderlich ist, wenn das Stück auf unterschiedlichste Kritiken stößt. »Gerade zu »Einheitsschritt« haben wir die verschiedensten Statements zu hören bekommen — von absoluter Begeisterung bis hin zur größtmöglichen Verachtung und der Frage, was wir uns denn einbilden würden, die Schwarze Szene so zu verunglimpfen. Ich finde nach wie vor, dass Ironie ein sehr passendes Stilmittel ist, um auf Dinge aufmerksam zu machen, über die man sich geärgert hat.« Im Falle einiger schwarzen Splittergruppen mag man vermuten, das es wirklich 3 Schritte vor und 4 Schritte zurück geht, aber das nur am Rande. Die 1992 gegründete Band nannte sich ursprünglich ISECS und änderte 1999 ihren Namen in Kontrast, daher das Stück Einheitsschritt unter dem Namen ISECS entstanden und entzieht sich dem Zuhörer vielleicht aus Mangel an Quellen. (Internetseite der Band)
EBM steht für Electronic Body Music und wird vornehmlich von der als Techno-Grufties benannten Spezies bevorzugt. Entstand 1980 mit Aufkommen der ersten bezahlbaren Synthesizern, wie dem Korg MS-20. Frisurentechnisch recht unspektakulär, tragen Brikettfrisur, auch Flattop genannt. Sehen alle ein bisschen aus wie der junge Dave Gahan bei der Bundeswehr, obwohl der nie gedient hat und deren Musik höchstens Einstiegsdroge ist. Aus anfänglichem Pogo entwickelte sich der marschierende Zweischritttanz der ihn auf der Tanzfläche charakterisiert, wo er ja eigentlich gar nicht gesehen werden will, denn sein Lieblingsmuster ist Camouflage. Vorschlaghammer und Maschinenteile nutzt er als T-Shirt Audruck und lässt keine Rückschlüsse auf seine Berufswahl zu. Obwohl oft mit brauner Soße verwechselt, hat der EBMler damit nichts zu tun. Als Ableger entstand mitte der 90er Jahre Techno. Der EBMler hörte Front 242 und Nitzer Ebb, hört jetzt Spetsnaz und Dupont. Den ganzen Artikel lesen… »
Robert @ 17:13
Spontis Weblog
Spontis berichtet über alle Facetten der schwarzen Szene und ist aktive Gegenkultur zur Meckerbewegung. Leidenschaftlich optimistische Artikel zwischen Melancholie und Lebensfreude mit einem Hang zum Vergangenem.
NorthernNephilim: Sachen wie NCN sind mir ein Begriff, das Dark Spring auch war schon 2 mal dort – dieses Jahr nicht wegen Fields in Budapest am gleichen Wochenende. ODer das Shadowplay...
Marcus: @NorthernNephilim: …ansonsten empfehle ich das europäische Ausland… Auch in Deutschland gibt es ein paar nette, feine Festivals, die einen Besuch wert sind. Absolut...
NorthernNephili: Scheint ja doch ganz gut was zu gehen bei euch. Ja das Problem mit den Konzerten und Festivals da seid ihr nicht alleine. Generell müssen man die Perlen der Konzerte immer mitten...
Death Disco: Der Mann ist ganz schön poppig geworden. Ich erinnere mich schwach an die ersten Alben von Tiamat, besonders an “The Astral Sleep”. Aber das hier ist ja was völlig anderes....
Death Disco: Wenn man die ersten Alben “Dhyani” und “Lam-’bras” mit den Werken der Mitt-/End-90er vergleicht: in meinen Ohren komplett andere Musik. Die ersten Alben...
stotcher: danke für das Lob zum Video @Shan_dark: mal sehen wie es ich ergibt, bei dem richtigen Ausgansmaterial und entsprechender Inspiration wird auch wieder ein Clip entstehen.
Robert: Ich finde es erstaunlich, wie sich die Musik von Pitchfork in eine breitere Masse gekämpft hat. Ich finde nicht, dass man die Musik als “Pop” bezeichnen kann, sie hat nach wie...
Robert: @Rosa: Ein unverzeihlicher Fehler, den ich sofort korrigiert habe ;-) Ich schließe mich auch gerne noch einmal dem Tenor der hier kommentierenden Mehrheit an, spontane Ideen sind immer die...
Karnstein: Oh, und Danke für die Werbung für meine Buttons, das ist mir jetzt erst so richtig aufgefallen :)
Rosa Chalybeia: Attrition sind grandios – Julia Niblocks Stimme macht live nochmal mehr her als auf den Aufnahmen. Wahnsinn. Macht jede g’standene Kalkleiste im Samtfummel frösteln :D...