Das habe ich dir vorher gesagt, warum hörst du nicht auf mich? Nicht das mir die Meinung dieses Menschen nicht wichtig gewesen wäre, aber ich muss es erst immer am eigenen Leib erfahren, mich sozusagen selbst geißeln. Natürlich rein geistig. Ein Angebot bei großen Internetversandhaus für 2€ weckte meine Aufmerksamkeit und so sollte es sein, dass eben jenes Gothic-Lexikon von Volkmar Kuhnle nach einer Woche den Weg in meinen Briefkasten fand.
Auf 337 Seiten schickt sich Herr Kuhnle an, die Welt der Gothic in Worte zu packen, diese zu erklären und alphabetisch aneinanderzureihen. Das erste was ins Auge des Betrachters fällt sind die teils miserablen Bilder der beschriebenen Themen, die oftmals wie schlecht hochgepixelte Kleinstbilder wirken, die aus Zeitschriften ausgeschnitten wurden. Die Kurzbeschreibung auf der Rückseite des Einbandes lautet verheißungsvoll: Gothic ist mehr als nur der Trend einer geheimnisvollen Jugend-Szene. Geschichte und Gegenwart der Gothic-Kultur werden in diesem Lexikon erstmals ausführlich beschrieben. Für Szene-Insider wie für Interessierte. Beginnen wollen wir aber vorne, den in der Regel beginnt man dort ein Buch zu lesen.
Als Ursprung der Gothic Musik wird dort unter anderem Kraftwerk genannt, die vielleicht elektronische Pioniere waren, aber mit Gothic Musik nicht wirklich etwas zu hatten. Auch die angebliche S/M-Musik als Subgenre konnte ich nicht nachvollziehen, auch das wir aus unserer negativen Grundeinstellung zur Romantik finden, halte ich für ein Gerücht. Der Rest des Buches handelt von Begriffen, die für die Szene und die Musik relevant sein sollen, dabei handelt es sich aber nur um eine Zusammenstellung von Beschreibungen über Bands und Künstler, die Wikipedia sicher besser hinbekommt. Dazwischen finden sich dann immer wieder lieblose Einstreuungen unglaublich düsterer Begriffe: Den ganzen Artikel lesen… »