26 März

Die Geschichte einer Freundschaft

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Es kommt sel­ten vor, dass mich ein Buch emo­tio­nal so ergreift, dass die Worte und Gefühle mich durch den gan­zen Tag beglei­ten. Heute bin ich auf so ein Buch gestoßen.

Im Radio lief eine Sen­dung mit dem Titel »Der tan­zende Tod«. Es wur­den unter ande­rem Pas­sa­gen aus dem Buch »Just Kids« von Patti Smith vor­ge­le­sen. In die­sem Buch erzählt sie die Geschichte einer Freund­schaft — der Freund­schaft zwi­schen ihr und dem Foto­gra­fen und Künst­ler Robert Mapp­le­thorpe.

Es kommt ja nun öfter vor, dass Pro­mi­nente Memoi­ren schrei­ben oder Geschich­ten aus ihrem Leben zum Bes­ten geben, um noch ein paar Euros mit­zu­neh­men. Doch die­ser Text, den ich im Radio hörte,  hat mich vom ers­ten Wort an fas­zi­niert. Er besteht aus Gefüh­len und nicht nur aus sach­li­chen Erin­ne­run­gen, wenn ich das mal so blu­mig aus­drü­cken darf.

Viel­leicht kann Patti Smith kurz selbst erzäh­len. Die­ser Fern­seh­bei­trag zum Buch ist sehr gelun­gen. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


30 Januar

Volkmar Kuhnle: Gothic-Lexikon

Kategorie: Wortkunst2 Kommentare

gothic-lexikonDas habe ich dir vor­her gesagt, warum hörst du nicht auf mich? Nicht das mir die Mei­nung die­ses Men­schen nicht wich­tig gewe­sen wäre, aber ich muss es erst immer am eige­nen Leib erfah­ren, mich sozu­sa­gen selbst gei­ßeln. Natür­lich rein geis­tig. Ein Ange­bot bei gro­ßen Inter­net­ver­sand­haus für 2€ weckte meine Auf­merk­sam­keit und so sollte es sein, dass eben jenes Gothic-Lexikon von Volk­mar Kuhnle nach einer Woche den Weg in mei­nen Brief­kas­ten fand.

Auf 337 Sei­ten schickt sich Herr Kuhnle an, die Welt der Gothic in Worte zu packen, diese zu erklä­ren und alpha­be­tisch anein­an­der­zu­rei­hen. Das erste was ins Auge des Betrach­ters fällt sind die teils mise­ra­blen Bil­der der beschrie­be­nen The­men, die oft­mals wie schlecht hoch­ge­pi­xelte Kleinst­bil­der wir­ken, die aus Zeit­schrif­ten aus­ge­schnit­ten wur­den. Die Kurz­be­schrei­bung auf der Rück­seite des Ein­ban­des lau­tet ver­hei­ßungs­voll: Gothic ist mehr als nur der Trend einer geheim­nis­vol­len Jugend-Szene. Geschichte und Gegen­wart der Gothic-Kultur wer­den in die­sem Lexi­kon erst­mals aus­führ­lich beschrie­ben. Für Szene-Insider wie für Inter­es­sierte. Begin­nen wol­len wir aber vorne, den in der Regel beginnt man dort ein Buch zu lesen.

Als Ursprung der Gothic Musik wird dort unter ande­rem Kraft­werk genannt, die viel­leicht elek­tro­ni­sche Pio­niere waren, aber mit Gothic Musik nicht wirk­lich etwas zu hat­ten. Auch die angeb­li­che S/M-Musik als Sub­genre konnte ich nicht nach­voll­zie­hen, auch das wir aus unse­rer nega­ti­ven Grund­ein­stel­lung zur Roman­tik fin­den, halte ich für ein Gerücht.  Der Rest des Buches han­delt von Begrif­fen, die für die Szene und die Musik rele­vant sein sol­len, dabei han­delt es sich aber nur um eine Zusam­men­stel­lung von Beschrei­bun­gen über Bands und Künst­ler, die Wiki­pe­dia sicher bes­ser hin­be­kommt. Dazwi­schen fin­den sich dann immer wie­der lieb­lose Ein­streu­un­gen unglaub­lich düs­te­rer Begriffe: Den gan­zen Arti­kel lesen… »


26 Januar

Le Petit Mort - Sex, Drugs und Mukoviszidose

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le petit mortJörn Ranisch, der seit sei­ner Lehre von allen »Pfeffi« genannt wird wurde 1969 in Greifs­wald gebo­ren und gehört seit den spä­ten 80ern zu der auch in der DDR exis­tie­ren­den Gothic oder Gruftie-Szene an. In sei­ner Auto­bio­gra­phie Le Petit Mort erzählt er von guten und nega­ti­ven Erfah­run­gen mit der Szene und der übri­gen Gesell­schaft, vom trot­zi­gen Auf­be­geh­ren gegen staat­li­che Bevor­mun­dun­gen und seine lebens­be­dro­hende Krank­heit, vom Spaß am Leben in der düster-melancholischen Welt der schwar­zen Subkultur.

Als Pfeffi in der Mitte der 80er durch seine Muko­vis­zi­dose den Anschluss zur rest­li­chen Jugend in der DDR ver­lor und aus­ge­grenzt wurde, inter­es­sierte er sich mehr und mehr für alter­na­tive Jugend­sze­nen, in denen Aus­gren­zung und Anders­sein zum Leben gehört. Im Lehr­lings­in­ter­nat ent­wi­ckelte er zuneh­men­des Inter­esse für die Punk und Gruf­tie Szene und erfuhr so Zuge­hö­rig­keit zu einer Cli­que. Seit nun­mehr 20 Jah­ren lebt er als Gruf­tie unter Punks, Skin­heads und ande­ren unan­ge­pass­ten Jugend­li­chen. Eine Zeit der Frei­heit und der Selbst­ver­wirk­li­chung, abseits kom­mer­z­ori­en­tier­ter Spie­ßer und Doppelmoral.

Bücher, die ver­meint­li­che Innen­an­sich­ten einer Szene ver­mit­teln wol­len, gibt es wie Sand am Meer. Mit lächer­li­chen Ver­su­chen den Reiz der Szene zu erklä­ren, zu erfas­sen oder zu beschrei­ben hält sich Jörn Ranisch gar nicht erst auf und hebt sich damit posi­tiv vom Ein­heits­brei selbst­er­nann­ter Gothic-Bibeln ab. Das Buch ist eine akri­bi­sche Auf­lis­tung sei­nes Lebens mit allen Höhen und Tie­fen die ihm sein Umfeld oder seine Krank­heit beschert hat. Seine unver­blümte und direkte Schreib­weise machen das Buch zu einer ange­neh­men Lek­türe die kein auf­ge­schla­ge­nes Fremd­wör­t­er­le­xi­kon zum ver­ste­hen benö­tigt. Die Paa­rung mit Sar­kas­mus und Wort­krea­ti­vi­tät (»Schicht­kot­zen«) machen  aus die­sem Werk eine der bes­ten Innen­an­sich­ten der deut­schen (und ost­deut­schen)  Gothic Szene. Dar­über hin­aus zeigt es die Wende aus der Sicht eines Jugend­li­chen, Leben mit einer Behin­de­rung aus der Sicht eines Behin­der­ten und Deutsch­land aus der Sicht eines Gruf­ties. Den gan­zen Arti­kel lesen… »