Bravo 1987. Wie sich Dinge doch verändern. Der Cowboy-Stiefel beginnt seines Siegeszug in der schwarzen Szene und umgeschlagenen Ärmel im Carpendale-Style sind auch nie chic gewesen, ganz zu schweigen von Exzessen im Xena-Kostüm. Soll mir noch mal einer erzählen, dass alles schlechte erst in den 90ern kam.
24 August
Verliebt auf Teufel komm raus! (3)
Es konnte eigentlich nur eine Frage der Zeit sein, bis die BRAVO das Theme »Gothic« wieder einmal zum Gegenstand einer ihren Fotogeschichten macht. Nach 2002 ersetzte die Zeitschrift jedoch das ursprünglich mehrteilige Format, durch einen abgeschlossenen Foto-Love Roman, dessen Geschichte in ein einzelnes Heft passte, schade eigentlich.
Aus einer bisher unbekannte Ausgabe stammt der folgende Foto-Roman, der unter der Serie »My true Story — BRAVO Leser erzählen ihre bewegendste Story« den Wahrheitsgehalt der Ausführungen suggerieren soll. Hauptdarstellerin ist Dajana D. (16), die durch einen schwarzen Mantel in die Szene gerutscht ist und hat dort Lars kennengelernt hat, in den sie sich verliebt hat. Außerdem spielt der geheimnisvoll »Faro« noch eine Rolle, der als Meister von verbotenen Ritualen den knisternden Geschmack der Spannung streuen soll.
Nachdem sich Dajana im zweiten Teil unter Mitschüler gewagt hat und auf die erwartete Ablehnung stieß, ist sie froh, im Kreise gleichgesinnter endlich neue Freunde kennenzulernen. Der mystische Faro oder auch der süße Lars zaubern den jungen Gothic auf Wolke 13. Noch für einen der nächsten Abende verabredet man sich zu einem spannenden Ritual, doch vorher möchte Lars die Zeichnungen von Dajana bewundern. Hält die Bravo ihre Klischees ein? Schon gleich beim ersten Treffen in die Kiste? Okkultismus und Tieropferungen am späten Abend? Womöglich irre ich mich auch und die Bravo zeigt nur ein paar Bilder aus dem Leben junger Menschen. Erleben wir gemeinsam ein furioses Finale mit überraschendem Ende!
16 August
Verliebt auf Teufel komm raus! (2)
Es konnte eigentlich nur eine Frage der Zeit sein, bis die Bravo das Theme »Gothic« wieder einmal zum Gegenstand einer ihren Fotogeschichten macht. Nach 2002 ersetzte die BRAVO jedoch das ursprünglich mehrteilige Format, durch einen abgeschlossenen Foto-Love Roman, dessen Geschichte in ein einzelnes Heft passte, schade eigentlich.
Aus einer bisher unbekannte Ausgabe stammt der folgende Foto-Roman, der unter der Serie »My true Story — BRAVO Leser erzählen ihre bewegendste Story« den Wahrheitsgehalt der Ausführungen suggerieren soll. Hauptdarstellerin ist Dajana D. (16), die durch einen schwarzen Mantel in die Szene gerutscht ist und hat dort Lars kennengelernt hat, in den sie sich verliebt hat. Außerdem spielt der geheimnisvoll »Faro« noch eine Rolle, der als Meister von verbotenen Ritualen den knisternden Geschmack der Spannung streuen soll.
Im ersten Teil des Bilder-Romans haben wir bereits erfahren, was Dajana dazu bewegte, sich die Haare an den Seiten zu entfernen und sich in einer nie dagewesenen einseitigen Verwandlung in einen waschechten Gothic zu verwandeln. Wir wissen auch, wie Ratte Mexico und Hund Snap über die Sache denken »Nein Danke! Alles hat seine Grenzen!« und bekommen neben ein paar warnenden Worte auch gleich noch ein paar Schminktipps um uns selbst dieser Metamorphose zu unterziehen. Doch was ist mit Lars, der so gerne lacht und auf den sich alle verlassen können, welche Rolle spielt der mysteriöse Faro, der sich als Meister von irgendwelchen komischen Ritualen aufspielt? Den ganzen Artikel lesen… »
10 August
Jugend 92: Endzeit-Romantiker
»Dieser Junge nennt sich »Svartakat«, das ist der schwedischen Ausdruck für »schwarze Katze«. Ein Grufti will er nicht sein, weil Gruftis »out« sind. Dafür gibt’s jetzt die Endzeit-Romantiker, und die sehen alle so aus wie er. Die Farben: Schwarz, Rot Violett, Weiß. Augenpartie, Wangen, Stirn sind mit Phantasiemustern auf weißem Grundton bemalt. Jeden Tag anders, je nach Laune.«
Wer aktiv Szeneforschung betreibt, wird früher oder später zu den Lücken kommen, die jeder etablierte Stil in seiner Vergangenheit aufzeigt. Eine dieser Lücken hinterlassen die Romantic-Goths, die sich mittlerweile in großer Zahl auf viktorianischen Picknicken herumtreiben und durch ihren Stil nicht nur die Augen der Fotografen auf sich ziehen.
Ein Artikel der Zeitschrift BRAVO Girl aus dem Jahr 1992 schlägt eine kleine Brücke zu den Wurzeln der Bewegung und überführt die Grufties und Waver in einen neuen Teilbereich, den man damals als Endzeit-Romantiker beschrieb. »Die Endzeit-Romantiker, die auch unter dem Namen »Gothic« laufen (in Anlehnung an das Gotik-Zeitalter, das voller Mysterien war), legen großen Wert auf ihr Outfit. Nur das Aussehen zählt, die Phantasie im Stylen.« Er vermag nicht, eine Wissenslücke zu füllen Den ganzen Artikel lesen… »
9 Juli
Verliebt auf Teufel komm raus! (1)
Es konnte eigentlich nur eine Frage der Zeit sein, bis die Bravo das Theme »Gothic« wieder einmal zum Gegenstand einer ihren Fotogeschichten macht. Nach 2002 ersetzte die BRAVO jedoch das ursprünglich mehrteilige Format, durch einen abgeschlossenen Foto-Love Roman, dessen Geschichte in ein einzelnes Heft passte, schade eigentlich.
Aus einer bisher unbekannte Ausgabe stammt der folgende Foto-Roman, der unter der Serie »My true Story — BRAVO Leser erzählen ihre bewegendste Story« den Wahrheitsgehalt der Ausführungen suggerieren soll. Hauptdarstellerin ist Dajana D. (16), die durch einen schwarzen Mantel in die Szene gerutscht ist und hat dort Lars kennengelernt hat, in den sie sich verliebt hat. Außerdem spielt der geheimnisvoll »Faro« noch eine Rolle, der als Meister von verbotenen Ritualen den knisternden Geschmack der Spannung streuen soll. »Verliebt auf Teufel komm raus!« bringt dann auch gleich mal wieder den Teufel als Macht der Finsternis auf den Plan. Grund genug, sie auch diese mal damit auseinanderzusetzen.
»Ich weiß nicht, ob es an diesem tollen schwarzen Mantel lag, den ich eines Tages entdeckte und sofort haben musste. Aber als ich ihn zu Hause vorm Spiegel anzog, war mit plötzlich klar: Ich wollte anders werden — jetzt oder nie!« So einen schwarzen Mantel hatte ich auch mal, doch bei dem handelte es sich offensichtlich nicht um einen Zaubermantel, der den Einstieg in die Gothic-Szene ermöglicht. Das erinnert mich unfreiwillig an die Szene aus Harry Potter, in der ein sprechender Hut dem Träger sagt zu welcher Klasse er gehört. Das Gefühl anders zu sein oder anders sein zu wollen, teilen jedoch die meisten der schwarzen Gestalten, das lässt sich nicht abstreiten. Den ganzen Artikel lesen… »
13 April
10.000 Hexen in Deutschland: Hexenhorror und Schwarze Messen (1987)
Der April steht bei Spontis ganz im Zeichen der Hexen, 1775 wurde in Deutschland die letzte Hexe verurteilt, die nur knapp ihrem tödlichen Schicksal entkommen ist. 200 Jahre später ist nicht mehr viel geblieben von dem Mythos der Hexen, spätestens seit den 60ern in der eine Hexe in einer amerikanischen Serie die Hauptrolle spielte, wurde aus ernst zu nehmenden Gefahren für Leib und Leben nur noch hübsche und hilfsbereite Wesen, deren Macht sich lediglich in Zwischenwelten der normalen Existenz abspielen und mit der Realität nicht viel gemeinsam haben. In den 80ern erscheinen einige Filme, die auch die Bravo dazu animieren der »Hexensache« in Deutschland auf den Grund zu gehen.
»Hexen gibt es aber nicht nur auf der Kinoleinwand. Fachleute schätzen, dass sich bei uns in Deutschland rund 10.000 Frauen als Hexen sehen. Vielleicht haben Hexen deshalb eine Hochkonjunktur, weil laut einer Umfrage jeder zehnte Deutschen an Hexen, Gespenster und Übersinnliches glaubt.« Ob bei 10.000 Frauen, die sich als Hexen sehen von einer Hochkonjunktur gesprochen werden kann, wage ich zu bezweifeln, vielleicht liegt es aber auch an der Definition der Hexe: »Was ist eigentlich eine Hexe und wo kommt der Begriff her? Fast nicht zu beantworten, denn selbst der Brockhaus vermerkt: Weder der Name Hexe noch die Herkunft der Hexen-Vorstellung sind mit voller Sicherheit zu deuten. Eine Hexe im Volksglauben war früher eine weibliche Gestalt, die über dämonische, schädigende Kräfte verfügte, meist ein Wesen mit Triefaugen oder stechendem Blick, Muttermal, zusammengewachsenen Augenbrauen oder anderen Zeichen der Häßlichkeit.« Den ganzen Artikel lesen… »
13 Februar
Ratte macht die Fliege - Dagmar beichtet Timmy alles (8)
»Aufklärung in Bilder« — unter diesem Titel führte Deutschlands größte Jugendzeitschrift, die BRAVO, 1972 die Foto-Love-Romane ein. Neben der Unterhaltung sollten die bebilderten Kurzgeschichten »neben viel Spannung auch noch klare Fakten zu Aufklärungsthemen (bringen). Sex, Flirten, Körperfragen, Verhütung und mehr — verpackt in spannende Geschichten!« Kein Thema der Jugend wurde ausgelassen, kein Trend übersprungen und so kam es, das sich die Bravo 1987 auch den Grufties zuwendete, nachdem sie den Trend bereits in anderen Zusammenhängen für sich nutzte. Wieder mit von der Partie ist Carla, die mittlerweile 20 Jahre alt sein dürfte und bereits in Carla, die Schock-Friseuse eine Seite der Bravo füllte.
Diese Carla ist aber auch ein Münchener Wave– und Gothicstrudel und hat gleich reihenweise jungen Menschen in das düstere Verderben gezogen. Nicht nur das viele den Artikel über sie verschlungen haben und ihrem Beispiel folgten, jetzt macht sich auch noch Karriere in einem der renommiertesten Jugend-Foto-Romanen der 80er. Wir wollen in der mehrteiligen Reihe beobachten, was aus Carla und ihren Freundinnen wird und wie die BRAVO die moralische Kurve kratzt.
Dagmar beichtet Timmy alles (Teil 8)
»Vero und Dagmar wollen sich an die Wave-Welle anhängen: Weil ihr »Idol« Ratte, die »Grufti«-Königin von München, nach London gezogen ist, sind sie ihr nachgereist und haben bei Ratte Unterschlupf gesucht. Aber die Begrüßung war sehr kühl; Vero und Dagmar haben schon nach einem Tag London die Segel gestrichen und sind nach München zurückgefahren. Besonders enttäuscht ist Dagmar: Wegen Ratte und dem Wave-Tick hat sie sich mit ihren Freund Timmy verkracht. Das tut ihr inzwischen unheimlich leid — wie überhaupt der mißlungene London-Trip. Ihre Eltern sind stinksauer, und in der Klasse werden Vero und Dagmar von ihren Mitschülern dumm angeredet…« Den ganzen Artikel lesen… »
6 Februar
Ratte macht die Fliege - Ratte schläft im gemieteten Sarg (7)
»Aufklärung in Bilder« — unter diesem Titel führte Deutschlands größte Jugendzeitschrift, die BRAVO, 1972 die Foto-Love-Romane ein. Neben der Unterhaltung sollten die bebilderten Kurzgeschichten »neben viel Spannung auch noch klare Fakten zu Aufklärungsthemen (bringen). Sex, Flirten, Körperfragen, Verhütung und mehr — verpackt in spannende Geschichten!« Kein Thema der Jugend wurde ausgelassen, kein Trend übersprungen und so kam es, das sich die Bravo 1987 auch den Grufties zuwendete, nachdem sie den Trend bereits in anderen Zusammenhängen für sich nutzte. Wieder mit von der Partie ist Carla, die mittlerweile 20 Jahre alt sein dürfte und bereits in Carla, die Schock-Friseuse eine Seite der Bravo füllte.
Diese Carla ist aber auch ein Münchener Wave– und Gothicstrudel und hat gleich reihenweise jungen Menschen in das düstere Verderben gezogen. Nicht nur das viele den Artikel über sie verschlungen haben und ihrem Beispiel folgten, jetzt macht sich auch noch Karriere in einem der renommiertesten Jugend-Foto-Romanen der 80er. Wir wollen in der mehrteiligen Reihe beobachten, was aus Carla und ihren Freundinnen wird und wie die BRAVO die moralische Kurve kratzt.
Ratte schläft im gemieteten Sarg (Teil 7)
»Vera und Dagmar sind ausgerissen nach London. Ihre Freunde in München wissen nicht, wo die beiden stecken. An der Themse lebt ihr Idol »Ratte«, eine total ausgeflippte Waverin, zusammen mit ein paar anderen Deutschen als Hausbesetzer in einem abbruchreifen Gebäude. Ratte hat keine Ahnung, daß sie Besuch bekommt — und springt vor Begeisterung auch nicht gerade an die Decke, als sie die beiden Ausreißerinnen vor ihrer Haustür sieht. Vero und Dagmar, völlig geschafft von der anstrengenden Zugfahrt, sind heilfroh, daß sie Ratte überhaupt hier antreffen.« Den ganzen Artikel lesen… »
17 Januar
Ratte macht die Fliege - Timmy macht sich große Sorgen (6)
»Aufklärung in Bilder« — unter diesem Titel führte Deutschlands größte Jugendzeitschrift, die BRAVO, 1972 die Foto-Love-Romane ein. Neben der Unterhaltung sollten die bebilderten Kurzgeschichten »neben viel Spannung auch noch klare Fakten zu Aufklärungsthemen (bringen). Sex, Flirten, Körperfragen, Verhütung und mehr — verpackt in spannende Geschichten!« Kein Thema der Jugend wurde ausgelassen, kein Trend übersprungen und so kam es, das sich die Bravo 1987 auch den Grufties zuwendete, nachdem sie den Trend bereits in anderen Zusammenhängen für sich nutzte. Wieder mit von der Partie ist Carla, die mittlerweile 20 Jahre alt sein dürfte und bereits in Carla, die Schock-Friseuse eine Seite der Bravo füllte.
Diese Carla ist aber auch ein Münchener Wave– und Gothicstrudel und hat gleich reihenweise jungen Menschen in das düstere Verderben gezogen. Nicht nur das viele den Artikel über sie verschlungen haben und ihrem Beispiel folgten, jetzt macht sich auch noch Karriere in einem der renommiertesten Jugend-Foto-Romanen der 80er. Wir wollen in der mehrteiligen Reihe beobachten, was aus Carla und ihren Freundinnen wird und wie die BRAVO die moralische Kurve kratzt.
Timmy macht sich große Sorgen (Teil 6)
»Ratte, die Waver-Königin von München, ist zu ihrer Freundin Marion in ein Abbruchhaus in London gezogen. Dort ist sie gerade dabei, »ihr« Zimmer einzurichten: schwarze Wände, viele Kerzen, Poster von »Cure« und »Damned« und sogar ein echter Sarg, den sie als Bett benutzt… Ratte hat natürlich keine Ahnung, daß Dagmar und Vero, zwei Fans von ihr, auf dem direkten Weg nach London sind. Sie haben über die Mutter von Ratte ihre Adresse bekommen…« Den ganzen Artikel lesen… »
5 Januar
Ohne Worte: Undergroundfashion 1986
»Superklamotten für Teds, Popper, Punks, Mods…« (Aus der Bravo, März 1986) Ist es Underground wenn die Klamotten in Zeitschriften stehen? Ist es Kommerz wenn man Underground-Fashion bestellen kann? Ist es nicht absurd Dinge abzulehnen weil Menschen sie mögen, die man selbst nicht mag?



