9 Februar

The Cure – Die Fans kamen wie zu einer Rock-Messe

The Cure - Rock Messe TeaserIn diesem Jahr fliegt der Prediger Robert Smith mit seiner Band “The Cure” nach 17 Jahren wieder nach Südamerika, um das dort heidnischen Publikum erneut zu missionieren. 2012 waren die unfreiwilligen Urgesteine der Gothic-Bewegung auf dem Hurricane-Festival zu Gast um vor 73.000 gleich hinter den Ärzten als Headliner geführt zu werden. Heute, so sagt man, haben sie mit ihren Wurzeln nicht mehr viel zu tun. Die Fans der Band kommen mittlerweile aus allen Bereichen der Gesellschaft und sind schon lange nicht mehr in einer Subkultur verwurzelt, doch das stört die meisten eingefleischten Anhänger nicht. Ganz so, wie es auch bei Depeche Mode der Fall ist. Der musikalischen Jugendliebe bleibt man länger treu, als dem statistischen Ehepartner, mit dem es bereits nach 5-6 Jahren vorbei ist.

Warum man der ein oder anderen Band ein Leben lang treu ist, lässt sich vielleicht mit der Vergangenheit und der eigenen Jugend beantworten. Ein Artikel aus einer Bravo aus dem Jahre 1986 zeigt junge Cure-Anhänger bei einem Münchener Konzert ihrer Lieblingsbands. Sie verehren nicht nur die Band und ihre Musik, sondern vor allem Robert Smith, der ihnen als Sänger die Antworten auf ihre Fragen liefert. Den ganzen Artikel lesen… »


15 Januar

Ungewöhnlich Typen 1982: Zwei, die aus der Reihe tanzen

New WaverDem Klischee nach zu urteilen, tanzen wir alle aus der Reihe. Im November 1982 titelte die Bravo in einem Artikel “Zwei, die aus der Reihe tanzen – Sie sehen aus wie Stars. Aber sie haben nichts mit Profi-Musik zu tun. Ihre Absicht: als New Waver zu schocken“. Vor ziemlich genau 30 Jahren waren von Gothics überhaupt noch nicht die Rede, allenfalls als Musikstil hatten sich stilprägende Bands zu dieser Zeit einen Namen gemacht. Doch Klischee und verklärte Vergangenheit lassen wir dieses mal außer Acht, denn Christina und Ralph zeigen, wie man die subkulturellen Wurzeln des Punks weiterentwicklte. Rückblickend objektiv gesprochen. Denn 1982 war dieses Sichtweise subjektiv und äußerte sich viel mehr in Ablehnung, Abgrenzung und Individualisierung.

Auf den ersten Blick sehen sie aus wie Edel-Punks: die “New Waver”. Aber wehe man hält sie dafür. Dann werden sie stocksauer. Denn außer knallbunten Haaren wollen Christina und Ralph mit den “Sicherheitsnadel-Freaks” nichts gemeinsam haben…” Da haben wir alle Bezeichnungen, die mit Gothic eine Verwandschaft haben. Edel-Punks, weil man zwar anders aussehen wollte, aber mit dem “Look aus der Mülltonne” keine Identifikationsgrundlage sah. Hier gab es keinen Kampf wie bei den Punks (hier auch Sicherheitsnadel-Freaks genannte), der sich gegen das Establishment oder den Staat richtete, sondern offensichtlich nur den Wunsch, sich vom Rest der Gesellschaft abzugrenzen. Den ganzen Artikel lesen… »


26 Dezember

Mode-Tipps 1987: Schwarz ist heiß!

Schwarz ist heissSpätestens Mitte der 80er Jahre hatte sich der Bekleidungsstil der sogenannten “Grufties” als festes Zugehörigkeitsmerkmal etabliert. Die Mischung aus Punks und New Wavern, die zu Beginn des Jahrzehnts eher eine lose Mischung aus Anhänger von Gothic-Rock, Wave und Synthie-Pop bildeten, wurde um den typischen “Gothic” erweitert. Menschen mit blass geschminkten Gesichtern und schwarzer Kleidung, die mit okkulten und religiösen Symbolen in Form von Schmuck und Accessoires bestückt waren, unterschieden sich immer deutlicher von ihren Wurzeln. Die übrige Bevölkerung, die die gewollte Provokation der Punks schon fast gewohnt war, schlussfolgerte lapidar eine weitere Provokation, die sich diesmal gegen ihre Religion, die Kirche und ihre Moralvorstellungen wandte.

So wundert es nicht, dass Medienszenarien, wie “Die Wiederkehr des Teufels” oder “Geht die Jugend zum Teufel?” Mitte der 80er Jahre aufkeimten und schnell für ein Klischee sorgten, das der Szene bis heute anhaftet. Es war also keine bewusste Provokation, sondern eine eher beiläufige. “Dass der Stil den Normalbürger trotzdem schockiert, ist eher als Nebeneffekt anzusehen, denn eine Auseinandersetzung mit Außenstehenden wird in der Regel nicht angestrebt. Tendenziell bevorzugt man die Abgeschiedenheit oder besteht sogar darauf, in Ruhe gelassen zu werden. ” Sowieso kam bis Mitte der 80er niemand auf die Idee, die “Gefahr für die Jugend” als Szene zu begreifen, sondern nur als potentielles Risiko für das Wohl der Kinder. In Deutschland begann die Bravo im März 1986 damit, das Phänomen als Bewegung zu begreifen und titelte “Die Gothics lieben Grüfte“. 1987 ging es dann Schlag auf Schlag. Der Foto-Love-Roman “Ratte macht die Fliege” sorgte unter den Jugendlichen für Aufsehen und ein reges Interesse an der noch jungen Szene. Im November 1987 griff  die Bravo dann die Stilelemente der Gothics und New Waver auf und degradierte sie zur Mode für jedermann.

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14 Dezember

Bravo-Report 1992: Martins schwarze Träume

Martins schwarze TräumeAnfang der 90er herrschen paradiesische Zustände für den geneigten Grufti. In den deutschen Ballungszentren gibt es meist Gleichgesinnte und ein lebendiges Angebot der schwarzer Subkultur. Gothic und Wave liegen im Trend, Mailorder-Händler bieten Szene-Klamotten bereits in einschlägigen Zeitschriften an. Der Fall der Mauer sorgt für eine schwarze Wiedervereinigung und belebt die damals schon totgesagte Szene. 1992 erblickt das Wave-Gothic-Treffen das schummrige Licht der Welt, Gothic war in vieler Munde. Mittlerweile war das Phänomen auch in die entlegensten Winkel der Republik gedrungen, doch wie war das denn damals, als Grufti vom Dorf?

Die Bravo klärt auf und entdeckt den 20-jährigen Kindergärtner Martin: “Ein schwäbisches Dorf: Eine kleine Barockkirche, Bauernhöfe, Geranien auf den Balkonen. Ländlicher Friede. Aber das scheint nur so. Martin, “der Schwarze”, geht die Hauptstraße entlang. Kalkweißes Gesicht, Toupierte Haare, schwarze Kleidung, Schmuck – ein Grufti, ein “Gothic”. Einer, der nun wirklich nicht in diese Dorfidylle passt.” Tagsüber ist Martin Kindergärtner und nachts ein waschechter Grufti? Wie passt das zusammen? Oder erfüllt sich damit wieder ein Klischee, dass Gruftis vornehmlich in sozialen Berufen ihr Unwesen treiben? Was vielleicht auch wieder ein schönes Klischee wäre, schließlich ist das dann doch aktive Verbesserung an einer viel zu kalten Welt. Den ganzen Artikel lesen… »


9 Dezember

Spontis Wochenschau #15/12

von Robert ForstKategorie: Wochenschau13 Kommentare

Spontis WochenschauNeulich erreichte mich eine E-Mail einer sehr lieben Freundin, die sich nachdenklich Sorgen machte, dass ich daran verzweifle etwas erklären zu wollen, was von Pseudo-Goths sowieso nicht verstanden würde. “Erstens, wer es fühlt, dem brauchst du es nicht zu erklären. Zweitens, wer es nicht fühlt, dem kannst du es nicht erklären.” Auch mich hat das nachdenklich gemacht, wofür ich sehr dankbar bin, denn gelegentlich sind es Impulse von Außen, die eine Entwicklung erst möglich machen. Zurück zur E-Mail. Ist mein Optimismus vielleicht zum Scheitern verurteilt? Ist das ständige Wiederholen wertvoller Inhalte “meiner Szene” ein Kampf gegen Windmühlen? In einem Punkt (wie in vielen anderen auch) gebe ich ihr völlig Recht, meine Diplomatie drängt mich Gelegentlich in eine ungewollte Verteidigungshaltung.  Manchmal ärgere ich mich tatsächlich darüber, meine Meinung durch den Filter der Diplomatie zu drücken, aber oftmals kann ich einfach nicht anders. Es geht mir auch nicht um die breite Masse derer, die nicht fühlen, was ich gelegentlich schreibe, sondern um die, die ich anregen konnte darüber nachzudenken, was und wer sie sind . Vielleicht sogar ein Teil einer Umgestaltung oder Bereinigung einer Szene, in der ich so viele interessante Menschen kennengelernt habe, wie beispielsweise die Autorin dieser E-Mail. Deshalb machen wir da weiter, wo ich stehengeblieben bin, bei einer neuen Wochenschau. Den ganzen Artikel lesen… »


16 August

Berlin 1984: Depeche Mode singen über Sex

Bravo no.32 - 2. August 1984Darauf habe ich schon lange gewartet. Endlich mal das Wort Sex verwenden. Obwohl, ich habe schon öfter versucht das Wort in subtiler Art und Weise hier unterzubringen, natürlich nur in einem informativen Zusammenhang und ohne die Absicht die Aufmerksamkeit zu erhöhen.  Dieses mal nutze ich gleich noch eine prominente Band, die die Neugier des Lesers einfach wecken muss. Also wer bei “Depeche Mode”, “Sex” und “1984″ nicht hellhörig, neugierig und aufmerksam wird kann nur veklemmt, überinformiert oder gelangweilt sein. Schätze ich.

Im August 1984 (also so ziemlich genau vor 28 Jahren) titelte die Bravo nach Beobachtungen der Band im Berliner Plattenstudio “Depeche Mode singen über Sex”, darunter ein Bild, in dem sich die Bandmitglieder in lasziver Art und Weise einer Frucht bemächtigen. Andy Fletcher beißt wie immer höchst erotisch in einen Apfel, obwohl sein halb geöffneter Mund es nicht wirklich möglich macht, herzaft zuzubeißen. Doch kein Sex? Immerhin hat er sein linke Hand im Schoß versenkt, also doch Sex. Alan Wilder zu seiner linken hat die Erdbeere zwischen den Zähnen, blickt dabei noch unschuldig naiv in die Kamera und suggeriert: Ich bin Sex pur! Die Erdbeere war ja immer schon eine der erotischsten Früchte, nicht umsonst heißt es in einem berühmten Song “Erdbeermund”, der auf ein laszives Gedicht von Paul Zech zurückgeht.

Dave Gahan nimmt sich ebenfalls einen Apfel (könnte auch eine Nektarine sein) zwischen die Zähne, in gewohnt präsentierender Manier. Seine Augen demonstrieren die Leidenschaft für diese Frucht und stellen unter Beweis, dass er zu Recht der Frontmann der Band ist. Der Sex liegt hier sicherlich im T-Shirt verborgen, waren es doch die New York Dolls, die Overknee-Stiefel, hautenge Leggings und Netzhemden für die Glam-Rock-Welt attraktiv machten. Ein ganz schlimmer Finger dieser Gahan! Den ganzen Artikel lesen… »


14 Juni

Ohne Worte: Die Eskimos – Fans von The Mission

Die Eskimos - Fans von The Mission

Religiöser Geheimbund in England: “Die härteste Mission-Fan-Gemeinde lebt in England, nennt sich Eskimos und macht in jedem Konzert durch ihren lauten Schlachtruf “Eskimo-os” auf sich aufmerksam. Für die Eskimos sind Waynes Aufrufe zu Liebe, Lebenslust und Befreiung von den Ketten der Gesellschaft so was wie eine religiöse Botschaft.” (Bravo, 1986)


20 März

Cure-Fans – Originell oder zum Gruseln?

Bild von CarlaBloß nicht lachen. Keine Mine verziehen und möglichst gruftig in die Kamera gucken. Irgendwie wirkt das schon aufgesetzt mit dem Skelett zu meiner Linken, aber die Fotografin hat gesagt, so wollen sie das Gruselige unterstreichen. Nun ja, was soll es, ist ja für meine Lieblingsband…

Carla ist wieder zurück. Nachdem die Jugendzeitschrift Bravo sie schon für einige andere Artikel zur schwarzen Galeonsfigur auserkoren hat, ist “Ratte” wieder einmal Vorzeigegrufti der Münchener Szene. Vielleicht war es damals genau so, wie ich es mir in den ersten Sätzen ausgedacht habe. Vielleicht erfahren wir ja eines Tages, wie es wirklich war mit Carla der Schockfriseuse. Hübsch anzusehen ist sie ja, das blass geschminkte Gesicht, das Siouxsie Sioux Make-Up um die Augen und dazu die roten Lippen von Robert Smith die unter der verwuschelten schwarzen Mähne wie die Kirsche auf der Sahne wirken.

In dem Artikel über die Cure-Fans widmet sich die Bravo der Frage: “Originell oder zum Gruseln?” und schickt 6 Gruftis bei Tageslicht und in voller Montur durch die Münchener Innenstadt. “‘Ja, jetzt schau dir das an!!!!’ Mit offenem Mund bleiben ältere Passanten auf der Straße stehen, wenn Micky, Elke, Denise, Michael, Tanja und ‘Ratte’ durch München laufen. Und dann fangen sie an, hinter den Cure-Fans herzuschimpfen: ‘Euch müsste man…’

Einsperren, wegschließen, vergasen? Ich kann mir gut vorstellen, dass man den Platzhalter beliebig ergänzen könnte, denn die Provokation war perfekt. Ob sie beabsichtigt war, lassen wir einmal dahingestellt, ganz sicher würden die sechs auch heute noch ähnliches Aufsehen erregen, auch wenn die Reaktionen vielleicht anders ausfallen würden. Gerade in den Metropolen dieses Landes scheint ein gewisser Gewöhnungseffekt eingetreten zu sein, mancherort erntet man sogar Lob und ehrlich gemeinte Neugier für so eine ausgefeiltes Outfit. Ich meine, sie sehen ja auch wirklich großartig aus: Den ganzen Artikel lesen… »


25 September

Ohne Worte: Undergroundfashion 1987

Bravo 1987. Wie sich Dinge doch verändern. Der Cowboy-Stiefel beginnt seines Siegeszug in der schwarzen Szene und umgeschlagenen Ärmel im Carpendale-Style sind auch nie chic gewesen, ganz zu schweigen von Exzessen im Xena-Kostüm. Soll mir noch mal einer erzählen, dass alles schlechte erst in den 90ern kam.


24 August

Verliebt auf Teufel komm raus! (Teil 3/3)

Verliebt auf Teufel komm raus - TeaserEs konnte eigent­lich nur eine Frage der Zeit sein, bis die BRAVO das Theme »Gothic« wie­der ein­mal zum Gegen­stand einer ihren Foto­ge­schich­ten macht. Nach 2002 ersetzte die Zeitschrift jedoch das ursprüng­lich mehr­tei­lige For­mat, durch einen abge­schlos­se­nen Foto-Love Roman, des­sen Geschichte in ein ein­zel­nes Heft passte, schade eigentlich.

Aus einer bis­her unbe­kannte Aus­gabe stammt der fol­gende Foto-Roman, der unter der Serie »My true Story — BRAVO Leser erzäh­len ihre bewegendste Story« den Wahr­heits­ge­halt der Aus­füh­run­gen sug­ge­rie­ren soll. Haupt­dar­stel­le­rin ist Dajana D. (16), die durch einen schwar­zen Man­tel in die Szene gerutscht ist und hat dort Lars ken­nen­ge­lernt hat, in den sie sich ver­liebt hat. Außer­dem spielt der geheim­nis­voll »Faro« noch eine Rolle, der als Meis­ter von ver­bo­te­nen Ritua­len den knis­tern­den Geschmack der Span­nung streuen soll.

Nachdem sich Dajana im zweiten Teil unter Mitschüler gewagt hat und auf die erwartete Ablehnung stieß, ist sie froh, im Kreise gleichgesinnter endlich neue Freunde kennenzulernen. Der mystische Faro oder auch der süße Lars zaubern den jungen Gothic auf Wolke 13. Noch für einen der nächsten Abende verabredet man sich zu einem spannenden Ritual, doch vorher möchte Lars die Zeichnungen von Dajana bewundern. Hält die Bravo ihre Klischees ein? Schon gleich beim ersten Treffen in die Kiste? Okkultismus und Tieropferungen am späten Abend? Womöglich irre ich mich auch und die Bravo zeigt nur ein paar Bilder aus dem Leben junger Menschen. Erleben wir gemeinsam ein furioses Finale mit überraschendem Ende!

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