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	<title>Spontis &#187; Batcave</title>
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	<description>Stell dir vor es ist Krieg und keiner geht hin.</description>
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		<title>Schwarze Symbolik: Die Fledermaus</title>
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		<pubDate>Wed, 20 Oct 2010 17:15:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robert</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Tiere haben in der Gothic-Szene eine lange Tradition, die meisten davon werden als Schmuck in Form von Ringen, Anhängern, Halsketten oder Ohrringen getragen und landen auch nicht selten als Form von Körperkunstwerken auf der Haut. Dabei handelt es sich ausnahmslos um solche, »die im Volksglauben aufgrund ihrer Aufenthaltsorte, ihrer Farbe, ihres Verhaltens oder ihrer nächtlichen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.spontis.de/wp/wp-content/uploads/2010/10/Grosse_Vampirfledermaus-drawing.jpg" rel="shadowbox[sbpost-7889];player=img;" title="Vampir Fledermaus"><img style=' float: left; padding: 4px; margin: 0 7px 2px 0;'  class="alignleft size-medium wp-image-7890" title="Vampir Fledermaus" src="http://www.spontis.de/wp/wp-content/uploads/2010/10/Grosse_Vampirfledermaus-drawing-300x227.jpg" alt="Darstellung einer grossen Vampirfledermaus" width="240" height="182" /></a>Tiere haben in der Gothic-Szene eine lange Tradition, die meisten davon werden als Schmuck in Form von Ringen, Anhängern, Halsketten oder Ohrringen getragen und landen auch nicht selten als Form von Körperkunstwerken auf der Haut. Dabei handelt es sich ausnahmslos um solche, »<em>die im Volksglauben aufgrund ihrer Aufenthaltsorte, ihrer Farbe, ihres Verhaltens oder ihrer nächtlichen Lebensweise mit Negativvorstellungen behaftet sind, also das Schlechte, das Böse, die Sünde oder den Tod versinnbildlichen</em>.« Tiere, die schon seit je her mit Magie, Hexen, Okkultismus oder ganz pauschal dem Bösen in Verbindung gebracht werden sind besonders beliebt, Fledermäuse, Eulen, Schlangen oder auch Spinnen. Die Fledermaus ist mit Abstand das populärste innerhalb und außerhalb der Szene.</p>
<p>In den frühen 80ern öffnete ein legendärer Club in London seine Pforten, der Stil– und Sinnprägend für eine ganze Szene wirkte. Das <a href="http://www.spontis.de/schwarze-szene/subkultur-batcave/">Batcave</a> verwendet dabei in mehrfacher Hinsicht die Fledermaus als Wappentier, zum einen als Logo, wie auch als Namensgeber — der wohl auch auf die Comicserie Batman zurückzuführen sein dürfte. Aus den Besuchern dieses Club’s wurden später die Batcaver, die dort bevorzugte Musik nannte man Batcave. Daraus resultierte im Laufe der 80er ein weitreichende Verwendung der Fledermaus-Symbolik. Als Symbol ziert es zahlreiche Mailorder-Versender und Modelabel der Szene (XtraX, Bat Attack) und zieht sich so wie ein roter Fader durch die Anfänge der Szene und ist auch heute noch ebenso präsent wie zu Zeiten des Batcave, der das Symbol als erstes mit der Szene in Verbindung brachte.<span id="more-7889"></span></p>
<p><a href="http://www.spontis.de/wp/wp-content/uploads/2009/06/batcave.png" rel="shadowbox[sbpost-7889];player=img;" title="Logo des Batcave 1983"><img style=' float: right; padding: 4px; margin: 0 0 2px 7px;'  class="alignright size-thumbnail wp-image-3161" title="Logo des Batcave 1983" src="http://www.spontis.de/wp/wp-content/uploads/2009/06/batcave-150x106.png" alt="" width="150" height="106" /></a>Im fernen Osten ist die Fledermaus beispielsweise ein beliebtes Glückszeichen. Weil sie ihn Höhlen leben, die als die Pforten zum Jenseits gesehen wurden, symbolisieren sie dort Unsterblichkeit und ewiges Leben. Erst in Europa und in Verbindung mit religiösen Ansichten wurde die Fledermaus stigmatisiert, sie zählt in der Bibel und auch im jüdischen Glauben als unreines Tier. »<em>Der Vogel des Teufels, eine Verkörperung des Fürsten der Finsternis. Satan ist mit Fledermausflügeln dargestellt. Als ein Zwitter aus Vogel und Ratte steht es für Doppelzüngigkeit und Heuchelei da sie sich in Ruinen und an einsamen Orten aufhält, bedeutet sie Melancholie.</em>« Bei den Römern war es Brauch, eine tote Fledermaus in den Stall zu nageln um damit zu signalisieren, dass die bösen Mächte hier bereits besiegt wurden. »<em>Wegen ihrer Art, mit dem Kopf nach unten zu schlafen, hieß es, Fledermäuse seien Verächter der natürlichen Ordnung.</em>«</p>
<p>Im Laufe der Geschichte und der frühen Vampirromane und Schauergeschichten des 18. Jahrhunderts machte man aus der Fledermaus auch eine Gestaltform eine Vampirs, das der Gattung der Fledermäuse pauschal den Ruf eines Blutsaugers einbrachte. Dabei sind es lediglich die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Vampirflederm%C3%A4use">Vampirfledermäuse</a>, die sich vom Blut anderer Tiere ernähren und wiederum nach dem aus Legenden und Geschichten bekannten Blutsauger in Menschenform, dem Vampir benannt wurden.</p>
<p>Die Fledermaus ist ein Nachttier, das vielen Menschen nicht mögen. Genauso wie die Gothics, die das Tageslicht ebenfalls scheuen, halten sie sich in alten Gemäuern auf und sind bevorzugt schwarz. Ob das Verhalten eingefleischter Szene-Mitglieder für eine ausgeprägte Fledermaus-Assoziation verantwortlich ist, wird leider nicht überliefert. Doch die Fledermaus symbolisiert für die Szene wichtige Eckpunkte ihrer Existenz: Dunkelheit, Melancholie, die Ästhetik alter Gemäuer und die Ablehnung innerhalb der Gesellschaft eine Fledermaus zum Haustier zu machen.</p>
<p>Als Symbol wirkt es darüber hinaus recht unverfänglich, da es weder politisch noch religiös nennenswert aufgeladen ist und dadurch eine gewisse Neutralität bewahrt. Wer weiß, vielleicht ändert sich das Weltbild dieses Tieres mit der nächsten Sekte, dem nächsten Amokläufer oder einer Diktatur die dieses Symbol für sich vereinnahmt.</p>
<h6>(Bildquelle: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Grosse_Vampirfledermaus-drawing.jpg" rel="shadowbox[sbpost-7889];player=img;">Wikipedia (gemeinfrei)</a>, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Batcave_%28Club%29">Wikipedia</a>)</h6>
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		<title>Cooltour - Zur Jugendszene 1985</title>
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		<pubDate>Tue, 19 Jan 2010 22:01:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robert</dc:creator>
				<category><![CDATA[Dunkle Vergangenheit]]></category>
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		<description><![CDATA[Köln, Alter Wartesaal. Die in fades Licht gehüllte Tanzfläche ist dicht von den sogenannten Grufties besiedelt, Frisuren formen ein erstaunliches Bild das der Skyline eine Metropole ähnelt. Glockengeläut und der Klang einer Orgel bildet den Eröffnungs-Choral in der Samstags Disco des Alten Wartesaals in Köln. Der Chor der nun die ehrwürdigen Mauern unter den Gleisen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.spontis.de/wp/wp-content/uploads/2010/01/Cooltur.jpg" rel="shadowbox[sbpost-5416];player=img;" title="Cooltur"><img style=' float: left; padding: 4px; margin: 0 7px 2px 0;'  class="alignleft size-medium wp-image-5418" title="Cooltur" src="http://www.spontis.de/wp/wp-content/uploads/2010/01/Cooltur-171x300.jpg" alt="Cover des Videos Cooltur" width="171" height="300" /></a>Köln, Alter Wartesaal. Die in fades Licht gehüllte Tanzfläche ist dicht von den sogenannten Grufties besiedelt, Frisuren formen ein erstaunliches Bild das der Skyline eine Metropole ähnelt. Glockengeläut und der Klang einer Orgel bildet den Eröffnungs-Choral in der Samstags Disco des <a href="http://www.wartesaal.de/">Alten Wartesaals</a> in Köln. Der Chor der nun die ehrwürdigen Mauern unter den Gleisen des Hauptbahnhofs zu Köln durchflutet wirft ein bizarres Licht auf die Menschen die sich im Schein der bunten Lampen tummeln. Sollte das etwa eine besonders moderne Form der christlichen Glaubensausübung sein?</p>
<p>Für den Außenstehenden ist die Kombination aus schweren Kreuzen, die man als Schmuck trägt und den größtenteils schwarzen Klamotten schwer zu verdauen. Für die Jugendlichen, die sich an diesem Samstag Abend in der Discothek treffen ist es das ganz eigene Verständnis von Ästhetik und nur Mittel zum Zweck die Aufmerksamkeit seines Umfelds auf sich zu lenken. Madonna hat es schließlich in ihrem 84er Video zu <a href="http://www.dailymotion.com/video/xcxaln_madonna-like-a-virgin-video_music">Like a Virgin</a> vorgemacht, Billy Idol bringt mit seinem Video zu White Wedding die Szenetypischen Stil-Elemente auf den Punkt. Ein hämmernder Beat und sprühende Funken zereißen die andächtige Stimmung, die Jugendlichen tanzen wild zum treibenden Rhythmus der Musik…</p>
<p>Folgen die Künstler nun der Strömung der Jugend, oder identifizieren sich die Kids vor der Bühne mit den Künstlern in dem sie ihren Style aufnehmen? Die Frage lässt sich nicht abschließend klären, doch das ist auch nicht das, was <strong>Thomas Schmitt</strong> mit seinem Film erreichen möchte. Die Einleitung erklärt: »<em>…Kids aus der Samstags-Disco des Alten Wartesaals, die schriller und exotischer gestylt denn je „No Future“ blöd finden und auf eine geregelte Zukunft hoffen. „Etwas richtiges werden“ wollen sie alle – am liebsten Modedesigner. Protest ist passé auch bei den jungen Kulturschaffenden aus der Szenekneipe Wave…</em> ». Fünf Jahre zuvor, also 1980 drehte Schmitt ein Video mit dem Titel Randale &amp; Liebe, das die deutschen Ausläufer der Punk-Bewegung zeigt, die mit ihrem Protest die Fesseln der eigenen Vergangenheit abschütteln wollen und hoffen das kalte und graue System mit Protest zu ihren Gunsten zu lenken. Die Jugend 1985 zeigt da ein anderes Bild und ist offenbar auf ihr Aussehen fixiert und schert sich nicht mehr um politische Inhalte.<span id="more-5416"></span></p>
<div id="attachment_5417" class="wp-caption alignright" style="width: 96px;  border: 1px solid #dddddd; background-color: #f3f3f3; padding-top: 4px; margin: 10px; text-align:center; float: right;"><a href="http://www.spontis.de/wp/wp-content/uploads/2010/01/ThomasSchmitt.jpg" rel="shadowbox[sbpost-5416];player=img;" title="Thomas Schmitt"><img class="size-thumbnail wp-image-5417" title="Thomas Schmitt" src="http://www.spontis.de/wp/wp-content/uploads/2010/01/ThomasSchmitt-96x150.jpg" alt="Bild von Thomas Schmitt" width="96" height="150" /></a><p style=' padding: 0 4px 5px; margin: 0;'  class="wp-caption-text">Thomas Schmitt</p></div>
<p>Schmitt schreibt weiter: »<em>Angesagt sind Selbstverwirklichung und Individualität. Sie machen Musik, Kunst und Mode, angetrieben von dem Wunsch etwas Eigenes zu entwickeln, aber auch unter dem Druck, in einer Zeit zu leben, in der man kaum noch Neues schaffen kann, weil alles schon dagewesen ist. Sie wollen Spaß in ihrem Leben haben und nicht ständig an Raketenbedrohung und Umweltzerstörung denken, denn den Glauben an die Wirksamkeit von politischem Protest und Engagement haben sie schon lange verloren</em>.«</p>
<p>Ein verlinktes Video bei YouTube rundete die Sache für mich ab, meine Neugier war entfacht und so setzte ich mich daran mir den Film zu besorgen. Leider scheint das Werk in Vergessenheit geraten zu sein und so habe ich das Video nur direkt von Thomas Schmitt beziehen können.</p>
<p>Neben dem visuellen Hochgenuss von Klamotten und Styling bietet der Film noch Interviews mit den verschiedensten Vertretern. Neben den klassischen Grufties finden sich hier auch Waver, New Romantics und Batcaver und werden zur ihrer Sicht der Dinge befragt. Obwohl Schmitt die Aussagen der Protagonisten im kurzen Teaser auf Aussehen und Styling reduziert, hat der eigentliche Film mehr zu bieten und wirft ein ziemlich genaues Bild auf die Jugend 85. Ob hier nun Klischees dargestellt werden, lassen wir mal dahingestellt, wer aber erwartet tiefschürfende Selbsterkenntnis in den Köpfen der 16–19 jährigen zu finden wird damals wie heute enttäuscht. Unterschwellig lässt sich auch vermuten, das die Szene selbst für die meisten seiner Klischees selbst verantwortlich ist. »<em>Ich bin auch so ein bisschen Satanisch, ich glaube also nicht an Jesus ich glaube eher an den Teufel…</em>«, vor der falschen Kamera wird aus dieser jugendlichen Selbsteinschätzung schnell ein Vorurteil, das gleiche gekleidete in einen Topf wirft.</p>
<p>Doch andere Dinge werden deutlich: Die meisten entwerfen ihre Outfits selbst, kombinieren geschickt viele möglichen Kleidungsstile und zeigen sich auch äußerst kreativ im Umgang mit Haarspray. Man folgt noch keinen industrialisierte Modediktat sondern nimmt die Bands und Musiker als Vorbild, den eigenen Stil zu entwickeln. Viele der Jugendlichen scheinen aus gut bürgerlichen Verhältnissen zu stammen und haben feste Vorstellungen von der Zukunft. Das fehlen des Protestes ist erst der Beginn der Spaßkultur, die hier gezeigt wird und mündet etwa 5 Jahre später in der Techno-Bewegung. Natürlich kann hier nur die Oberfläche einer Szene gezeigt werden, die 1985 auch in Deutschland in ihrer Blüte stand und die schon viele frische Subkulturen beheimatet. Hier erzählt kein Sprecher eine unreflektierte Geschichte voller Klischees und Vorurteile, hier sprechen die Jugendlichen selbst und zeigen, wie ihre Welt 1985 ausgesehen hat.</p>
<p>Den wahren Kern einzelner Szenen kann und will dieser Film nicht darstellen, denn der entwickelte sich stets außerhalb des Sichtbereichs der Umwelt und war immer schon auf einen kleinen Kreis von Leuten beschränkt, die jeder einzelnen Subkultur ihre Substanz und Richtung gaben. Das Video ist heute, 25 Jahre nach seiner Produktion für den WDR, ein Zeitzeuge der sich mit meinen Erinnerungen deckt obwohl ich erst 4 Jahre später zum ersten mal in eine Discothek durfte. Ich denke, die meisten die diese Zeit erleben durften werden das gezeigte Bild bestätigen können.</p>
<p><a href="http://www.youtube.com/watch?v=J_qVLomus8o">http://www.youtube.com/watch?v=J_qVLomus8o</a></p>
<p><a href="http://www.youtube.com/watch?v=J_qVLomus8o"><img src="http://img.youtube.com/vi/J_qVLomus8o/default.jpg" width="130" height="97" border=0></a></p>
<p><strong>Cooltour — zur Jugendszene 1985</strong></p>
<p>Kamera: Stephan Köster, Manfred Scheer<br />
Ton: Heinz Zimmer<br />
Schnitt: Thomas Schmitt<br />
Technik: Adi Schell<br />
Mitarbeit: Andrea Ahrens, Udo Steinmetz, Susanne Woerle<br />
Produktionsleitung: Monika Siebert<br />
Redaktion: Dagmar Sauerstein<br />
Eine TAG/TRAUM Produktion im Auftrag des WDR / 1985 / 44 Min. (ARD 20:15 Uhr)</p>
<p>Erhältlich als DVD direkt bei <a href="http://www.thomas-schmitt-film.de/">thomas schmitt film</a> in Köln.<br />
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		<title>Eine Fledermaushöhle - Das Batcave (1982-1985)</title>
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		<pubDate>Mon, 29 Jun 2009 11:45:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robert</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schwarze Szene]]></category>
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		<description><![CDATA[Das London der 80er war ein Schmelztiegel für musikalische Stile, Bands und Jugendkulturen. Mit dem Punk hatte man der Jugend die Lust am Dilettantismus mitgegeben, jeder konnte und wollte Musik machen. Im Stadtteil Soho, genauer auf der Dean Street 69 eröffnete im Juli 1982 das Batcave im Gebäude-Komplex des Gargoyle Clubs. Unzählige kuriose Gestalten belagern [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.spontis.de/wp/wp-content/uploads/2009/06/batcave.png" rel="shadowbox[sbpost-3159];player=img;" title="batcave"><img style=' float: left; padding: 4px; margin: 0 7px 2px 0;'  class="alignleft size-thumbnail wp-image-3161" title="batcave" src="http://www.spontis.de/wp/wp-content/uploads/2009/06/batcave-150x106.png" alt="batcave" width="150" height="106" /></a>Das London der 80er war ein Schmelztiegel für musikalische Stile, Bands und Jugendkulturen. Mit dem Punk hatte man der Jugend die Lust am Dilettantismus mitgegeben, jeder konnte und wollte Musik machen. Im Stadtteil Soho, genauer auf der <em>Dean Street 69</em> eröffnete im Juli 1982 das Batcave im Gebäude-Komplex des Gargoyle Clubs. Unzählige kuriose Gestalten belagern den Sargförmigen Eingang der in einen mit Spinnweben geschmückten Raum führte, es ist die »<em>Nacht der brennenden Märtyrer</em>« und das Motto Blasphemie, Lüsternheit und Blut. Gründer es Clubs war die Band <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Specimen_(band)">Specimen</a>, und Mitgestalter Nik Fiend, Sänger der Band <a href="http://www.asf-13thmoon.demon.co.uk/">Alien Sex Fiend</a>.<span id="more-3159"></span></p>
<p>In einer Zeit wo noch niemand von Gothic sprach, entwickelte sich das Batcave sehr schnell zum Treffpunkt aller Kreativen aus dem Post-Punk und Avantgarde-Umfeld. Neben unzähligen Live-Auftritten alle angesagten Post-Punk Bands  fanden dort auch immer wieder Aufführungen von B-Movies und »Gothic Fiction«-Filmklassikern statt, sowie ein regelmäßiger Discothekenbetrieb. Schnell entwickelte sich das Batcave zum Zentrum der Alternativen Szene indem unzähligen Splittergruppen des ursprünglichen Punk eine neue Heimat fanden. New Romantics, Horrorpunks, Waver, Post-Punks und Glamrocker unter einem Dach, das war der britischen Presse zu viel und man nannte alle anwesenden einfach Gothic. Daher ist die Theorie, das Batcave sei die Geburtsstunde des Gothic schlichtweg falsch. Eine <a href="http://www.spontis.de/wp/schwarze-szene/subkultur-batcave/">Subkultur der Batcaver</a> gab es noch nicht, sondern entwickelte sich erst Mitte der 90er aus dem Kultstatus heraus. Die Presse war dabei ein erwünschtes Verbreitungsmedium, denn nach einem Film Bericht der BBC Sendung »<em>Riverside</em>« im Oktober 1982 platze das Batcave aus allen Nähten.</p>
<p>Immer wieder kommt es zu Umzügen in größere Räumlichkeiten, die vorerst in der Cellar Bar in der Nähe des U-Bahnhofs Charing Cross im Londoner Stadtteil Westminster endeten. Bis 1983 hatte sich der Begriff Gothic etabliert wurde vom Publikum so aufgenommen. Die meisten der Bands jedoch lehnte dieses Kategorisierung ab, da die es für einen Stempel der englischen Presse hielten. Demnach formten die Anhänger selbst eine neue und eigenständige Szenen.</p>
<blockquote><p>"<em>Wir gingen hin, weil wir umsonst hineinkamen; außerdem herrschte eine gute Atmosphäre, und die Leute waren sehr nett. Aber die Musik war grässlich! Diese ganze Romantisierung des Todes! Jeder, der einmal selbst mit dem Tod konfrontiert wurde, weiß, dass daran überhaupt nichts Romantisches ist.</em>" (Robert Smith, Sänger und Gitarrist der Band The Cure )</p></blockquote>
<p>In diesem Jahr erschien auch die Club Eigene Compilation »<em>Batcave: Young Limbs and Numb Hymns</em>«, auf der die meisten der durch das Batcave bekannt gewordenen Bands einen Track beisteuerten und die heute Kultstatus erreicht hat. Im Mai 1983 erreichte die Compilation Platz 3 der britischen Independent-Charts. Mit der Erfolg der LP ging das Batcave im Juni 1983 auf England-Tournee, die Bands Specimen und Alien Sex Fiend packten die gesamte Club Einrichtung zusammen und veranstalteten Partys in mehreren Städten des Landes. Damit erreichte die Bewegung ihren Höhepunkt. Der Begriff Gothic hatte die Runde gemacht und wurde von ein neugierigen Presse aufgegriffen. Nahezu alle Bands der ersten Stunde feierten auch zu dieser Zeit ihre Höhepunkte, die deutsche Band <a href="http://www.spontis.de/wp/dunkle-klange/x-mal-deutschland/">Xmal Deutschland</a>, die in ihrer Heimat nahezu in völliger Unbekanntheit vergraben war, gehörten in London zu den Top-Acts.</p>
<blockquote><p>"<em>Es war eine sensationelle Darbietung, wie selbst die ausgebufftesten Veranstalter zugeben mussten, und sie lockte die faszinierendsten Goths, die man je gesehen hatte, aus ihren Grüften. </em>[...]<em> 1983 war Gothic eine wilde Verherrlichung von Fantasie und Magie, von Schönheit und Eleganz, und nur wenige, die mit der Szene in dieser Zeit in Kontakt kamen, blieben von dieser Erfahrung unberührt." </em>(Dave Thompson, britischer Musikjournalist)</p></blockquote>
<p>Die Popularität ist dann auch das innere Gift des Batcave, der Kern stirbt ab. Zwischen 1984 und 1985 wird das Batcave zu einer Touristenattraktion mit dem Ziel möglichst skurrile Leute zu sehen. Die bleiben natürlich eben wegen dieser unerwünschten Popularität aus, das Publikum schrumpft so stark, das man sich Anfang 1985 wieder in die Dean Street 69 zurückzog. Das Batcave ging an seinen Geburtsort um zu sterben. Mitte 1985 schl0ß das Batcave seine Pforten, die Gründer-Band Specimen löste sich kurz darauf auf.</p>
<p>Mit der Schließung des Batcave prophezeiten die Kritiker auch ein schnelles Ende der Gothic Bewegung, denn die meisten Bands aus den Anfangszeiten gab es nicht mehr. Wie so oft irrten die Kritiker, denn die Szene wandelte sich und entwickelte sich weiter. Mit dem Batcave ist jedoch ein Stück lebendige Geschichte gegangen, deren Schließung meiner Meinung nach ein halbes Jahr zu spät gekommen ist. Man soll aufhören wenn es am schönsten ist.<br />
Als kleinen Leckerbissen gibt es die Top 10 des Batcave aus dem Jahr 1983–1984:</p>
<p><a href="http://www.spontis.de/wp/wp-content/uploads/2009/06/batcaveface1.jpg" rel="shadowbox[sbpost-3159];player=img;" title="batcaveface1"><img style=' float: left; padding: 4px; margin: 0 7px 2px 0;'  class="alignleft size-medium wp-image-3163" title="batcaveface1" src="http://www.spontis.de/wp/wp-content/uploads/2009/06/batcaveface1-234x300.jpg" alt="batcaveface1" width="234" height="300" /></a><a href="http://www.spontis.de/wp/wp-content/uploads/2009/06/batcaveface2.jpg" rel="shadowbox[sbpost-3159];player=img;" title="batcaveface2"><img style=' float: left; padding: 4px; margin: 0 7px 2px 0;'  class="alignleft size-medium wp-image-3166" title="batcaveface2" src="http://www.spontis.de/wp/wp-content/uploads/2009/06/batcaveface2-228x300.jpg" alt="batcaveface2" width="228" height="300" /></a></p>
<ul>
<li><a href="http://www.youtube.com/watch?v=qgoJn5SUa_4">Virgin Prunes — <em>Pagan Love Song</em></a></li>
<li><a href="http://www.youtube.com/watch?v=e11uB1AHjYA">Bauhaus — <em>Lagartija Nick</em></a></li>
<li><a href="http://www.dailymotion.com/video/x1oskr_the-cramps-you-got-good-taste-more_music">The Cramps — <em>You Got Good Taste</em></a></li>
<li><a href="http://www.youtube.com/watch?v=iI4KKfXFxnA">The Sisters of Mercy — <em>Temple of Love</em></a></li>
<li><a href="http://www.dailymotion.com/video/xqo6x_siouxsie-the-banshees-dear-prudence_music">Siouxsie &amp; The Banshees — <em>Dear Prudence</em></a></li>
<li><a href="http://www.youtube.com/watch?v=zk_PbrYwn4k">Killing Joke — <em>Tension</em></a></li>
<li><a href="http://www.youtube.com/watch?v=oC3oB6hpoO8">Specimen — <em>Tell Tail</em></a></li>
<li><a href="http://www.youtube.com/watch?v=Dnz7qkeQTf4">Alien Sex Fiend — <em>Ignore the Machine</em></a></li>
<li><a href="http://www.youtube.com/watch?v=rjWcdA1BWLs">Xmal Deutschland — <em>Boomerang</em></a></li>
</ul>
<p>Die Orginal Batcave Documentary der BBC Sendung Riverside anlässlich eines Halloween Specials im Oktober 1982 gehört zum Standardcontent und soll auch hier nicht ungezeigt bleiben. (Erstes Video) Sehr gehaltvoll ist auch eine Dokumentation für das dänische Fernsehen, bei dem auch einige Gäste zu Wort kommen, die sehr eindrucksvoll darstellen, wie man sich seinerzeit für einen Abend im Batcave zurechtmachte. Offenbar waren dabei der Fantasie keine Grenzen gesetzt, eine Eigenschaft, die man heute vermissen mag.</p>
<p><a href="http://www.youtube.com/watch?v=GEadCd6PnhQ">http://www.youtube.com/watch?v=GEadCd6PnhQ</a></p>
<p><a href="http://www.youtube.com/watch?v=GEadCd6PnhQ"><img src="http://img.youtube.com/vi/GEadCd6PnhQ/default.jpg" width="130" height="97" border=0></a></p>
<p><a href="http://www.youtube.com/watch?v=1k1Rhi0MSnI">http://www.youtube.com/watch?v=1k1Rhi0MSnI</a></p>
<p><a href="http://www.youtube.com/watch?v=1k1Rhi0MSnI"><img src="http://img.youtube.com/vi/1k1Rhi0MSnI/default.jpg" width="130" height="97" border=0></a></p>
<h6>(Verweise und Quellen: <a href="http://www.scathe.demon.co.uk/">scatheweb</a>, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Batcave_(Club)">Wikipedia</a>, <a href="http://www.unruhr.de/index.php?option=com_content&amp;task=view&amp;id=547&amp;Itemid=32">Unruhr</a> und <a href="http://www.theblitzkids.com">Blitzkids</a>)</h6>
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</ul>
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		<title>Subkultur! - Batcave</title>
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		<pubDate>Tue, 02 Dec 2008 06:34:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robert</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Batca­ver ist der pun­kigste aller Gruf­ties. Mar­ken­zei­chen sind Iro­ke­sen­fri­sur oder hoch­tou­pierte Haare, die oft­mals mit pin­ken oder grü­nen Farbe ver­se­hen sind, am liebs­ten in Neon. Netz­hem­den, Hand­schuhe und Strumpf­ho­sen trägt man grund­sätz­lich kaputt, eine kleine Indus­trie ver­sorgt den Batca­ver sogar mit vor­kon­fek­tio­nier­ten Löchern in Strumpf­ho­sen. In der sonst düs­te­ren Umge­bung mit trau­ri­gen Gesich­tern lacht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.spontis.de/wp/wp-content/uploads/2009/06/batcave.png" rel="shadowbox[sbpost-1048];player=img;" title="Logo des Batcave 1983"><img style=' float: left; padding: 4px; margin: 0 7px 2px 0;'  class="alignleft size-thumbnail wp-image-3161" title="Logo des Batcave 1983" src="http://www.spontis.de/wp/wp-content/uploads/2009/06/batcave-150x106.png" alt="" width="150" height="106" /></a>Der Batca­ver ist der pun­kigste aller Gruf­ties. Mar­ken­zei­chen sind Iro­ke­sen­fri­sur oder hoch­tou­pierte Haare, die oft­mals mit pin­ken oder grü­nen Farbe ver­se­hen sind, am liebs­ten in Neon. Netz­hem­den, Hand­schuhe und Strumpf­ho­sen trägt man grund­sätz­lich kaputt, eine kleine Indus­trie ver­sorgt den Batca­ver sogar mit vor­kon­fek­tio­nier­ten Löchern in Strumpf­ho­sen. In der sonst düs­te­ren Umge­bung mit trau­ri­gen Gesich­tern lacht er fre­cher­weise. In Dis­cos wird hem­mungs­los gehüpft, gerne auch mal gesprun­gen.  Den Namen hat man nicht etwa von Bat­man, son­dern einem im Juli 1982 eröff­ne­ten Club in Lon­don, dama­li­ger Kno­ten­punkt der bri­ti­schen Gothic Szene, der hat sei­nen Namen aber von Bat­man. Frü­her hörte man <a href="http://www.asf-13thmoon.demon.co.uk/index.html">Alien Sex Fiend</a>, <a href="http://specimenbatcave.net/">The Spe­ci­men</a> und <a href="http://www.cinema-strange.de/">Cinema Strange</a>. Heute auch.<span id="more-1048"></span></p>
<p><a title="2156373986_6891f091c1_b" href="http://www.spontis.de/wp/wp-content/uploads/2008/12/2156373986_6891f091c1_b.jpg" rel="shadowbox[sbpost-1048];player=img;"><img style=' float: left; padding: 4px; margin: 0 7px 2px 0;'  class="alignleft" title="Batcaver in Liebespose" src="http://www.spontis.de/wp/wp-content/uploads/2008/12/2156373986_6891f091c1_b-225x300.jpg" alt="Batcaver" width="225" height="300" /></a>Wenn man es ein­mal aus der Sicht des Punk betrach­tet, dann ist der Batca­ver der legi­timste Nach­fol­ger der dunk­len Szene. Was Ende der 70er mit Düster-Punk bezeich­net wurde ent­wi­ckelte sich dann über das Batcave zum heute bekann­ten Gothic.  In sei­ner kur­zen, drei­jäh­ri­gen Blü­te­zeit von 1982 bis 1985 war der Club einer der Vul­kane der heu­ti­gen Gothic Szene, denn keine der heute als Legende gel­ten­den Bands ist nicht dort auf­ge­tre­ten. <a href="http://www.vamp.org/Siouxsie/">Sioux­sie &amp; The Bans­hees</a>, <a href="http://www.virginprunes.com/">Vir­gin Pru­nes</a>, <a href="http://www.the-cure.de/">The Cure</a>,<a href="http://www.marcalmond.co.uk/"> Marc Almond</a> und <a title="Vince Clarke" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Vince_Clarke">Vince Clarke</a> (Depe­che Mode) um nur ein paar zu nen­nen. Jeder gab sei­nen unver­wech­sel­ba­ren Teil dazu und sorgte dafür, das sich unzäh­lige neue Sze­nen ent­wi­ckel­ten. 1982 machte die eng­li­sche Musik­presse aus den vie­len dort ver­ein­ten Sze­nen <em>Gothic</em>, das machte die Sache ein­fach leichter.<br />
Der Begriff Batca­ver gehört zur aus­ster­ben­den Sorte und wurde durch den Gothic Punk und Gothic Rock ersetzt. Lei­der wird der Begriff gerne durch Mode­la­bels miss­braucht um eine beson­ders pun­kige Kol­lek­tion zu bewer­ben oder beschreibt im schlimms­ten Fall die mit der Form der Fle­der­maus geschnit­tene Klei­dung. Wer noch ein biss­chen mehr über die Enste­hung und den besag­ten Lon­do­ner Club erfah­ren möchte, dem emp­fehle ich <a href="http://www.spontis.de/schwarze-szene/eine-fledermaushohle-das-batcave-1982-1985/">natürlich diesen Artikel</a>, in dem ich mich intensiver mit dem Batcave auseinandergesetzt habe. In den letz­ten Jah­ren sind ver­mehrt Gerüchte im Umlauf, das ein Batcave Club wie­der in Lon­don seine Pfor­ten öffnen soll, einige Batcave Par­tys von Nik Fiend höchst­per­sön­lich spre­chen eine deut­li­che Sprache.</p>
<h6>(Bild­quel­len: <a href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Batcave.png&amp;filetimestamp=20080511130452">Wiki­pe­dia</a>, <a href="http://www.flickr.com/photos/chiropterascope/">Chiropterascope/flickr.com</a> | Quel­len: Dave Thomp­son / Kirs­ten Bor­chardt · <a href="http://www.amazon.de/Schattenwelt-Helden-Legenden-Gothic-Rock/dp/3854452365/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;qid=1228188131&amp;sr=8-1">Schat­ten­welt</a>, A History of Goth von <a href="http://www.scathe.demon.co.uk/batcave.htm">Sca­the Demon</a> (The Face Maga­zine) [<a href="http://www.spontis.de/wp/wp-content/uploads/2008/12/batcaveface1.jpg" rel="shadowbox[sbpost-1048];player=img;">1</a>], [<a href="http://www.spontis.de/wp/wp-content/uploads/2008/12/batcaveface2.jpg" rel="shadowbox[sbpost-1048];player=img;">2</a>], Arti­kel bei <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Batcave_(Club)">Wiki­pe­dia</a>)</h6>
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