Sommer, Palmen, Sonnenschein. Deutschland ächzt unter der anhaltenden Hitze. Bevor ich jetzt aber anfange über das merkwürdige Wetter zu schreiben und vom Mittelalterwochenende berichte, das sowas von ins Wasser gefallen ist, wende ich mich lieber meinem Nachrichtenstrom zu. In dem ist übrigens noch Sommer, gähnende Leere auf vielen schwarzen Kanälen. Schauen wir ins tagesaktuelle Weltgeschehen. In London findet die Olympiade statt, die offenbar kaum jemanden interessiert und in Syrien ist Krieg, was auch niemanden interessiert. Dafür bekommen deutsche Kinder soviel Taschengeld wie nie zuvor. Laut einer Studie sind es 27,18€, die Kinder zwischen 6 und 13 Jahren im Monat erhalten. Interessant! Rechnen wir das ganz Pauschal in DM um, so hätte ich damals über 50 Mark im Monat bekommen. Wow! Unsere Familienministerin spricht sich zudem für die steuerliche Gleichstellung von “Homo-Ehen” aus. Die fackeln nicht lange in Berlin. Nach dem Lebenspartnerschaftsgesetz von 2001 könnte man ja fast schon von einer übereilten Reaktion sprechen! Dann lieber doch eine Wochenschau, die zugegebenermaßen etwas regnerisch daherkommt. Aber das könnte am verdammten (eigentlich wollte ich nicht meckern) Wetter liegen. Den ganzen Artikel lesen… »
7 August
Spontis Wochenschau #11/12
20 Oktober
Schwarze Symbolik: Die Fledermaus
Tiere haben in der Gothic-Szene eine lange Tradition, die meisten davon werden als Schmuck in Form von Ringen, Anhängern, Halsketten oder Ohrringen getragen und landen auch nicht selten als Form von Körperkunstwerken auf der Haut. Dabei handelt es sich ausnahmslos um solche, “die im Volksglauben aufgrund ihrer Aufenthaltsorte, ihrer Farbe, ihres Verhaltens oder ihrer nächtlichen Lebensweise mit Negativvorstellungen behaftet sind, also das Schlechte, das Böse, die Sünde oder den Tod versinnbildlichen.” Tiere, die schon seit je her mit Magie, Hexen, Okkultismus oder ganz pauschal dem Bösen in Verbindung gebracht werden sind besonders beliebt, Fledermäuse, Eulen, Schlangen oder auch Spinnen. Die Fledermaus ist mit Abstand das populärste innerhalb und außerhalb der Szene.
In den frühen 80ern öffnete ein legendärer Club in London seine Pforten, der Stil- und Sinnprägend für eine ganze Szene wirkte. Das Batcave verwendet dabei in mehrfacher Hinsicht die Fledermaus als Wappentier, zum einen als Logo, wie auch als Namensgeber – der wohl auch auf die Comicserie Batman zurückzuführen sein dürfte. Aus den Besuchern dieses Club’s wurden später die Batcaver, die dort bevorzugte Musik nannte man Batcave. Daraus resultierte im Laufe der 80er ein weitreichende Verwendung der Fledermaus-Symbolik. Als Symbol ziert es zahlreiche Mailorder-Versender und Modelabel der Szene (XtraX, Bat Attack) und zieht sich so wie ein roter Fader durch die Anfänge der Szene und ist auch heute noch ebenso präsent wie zu Zeiten des Batcave, der das Symbol als erstes mit der Szene in Verbindung brachte. Den ganzen Artikel lesen… »
19 Januar
Cooltour – Zur Jugendszene 1985
Köln, Alter Wartesaal. Die in fades Licht gehüllte Tanzfläche ist dicht von den sogenannten Grufties besiedelt, Frisuren formen ein erstaunliches Bild das der Skyline eine Metropole ähnelt. Glockengeläut und der Klang einer Orgel bildet den Eröffnungs-Choral in der Samstags Disco des Alten Wartesaals in Köln. Der Chor der nun die ehrwürdigen Mauern unter den Gleisen des Hauptbahnhofs zu Köln durchflutet wirft ein bizarres Licht auf die Menschen die sich im Schein der bunten Lampen tummeln. Sollte das etwa eine besonders moderne Form der christlichen Glaubensausübung sein?
Für den Außenstehenden ist die Kombination aus schweren Kreuzen, die man als Schmuck trägt und den größtenteils schwarzen Klamotten schwer zu verdauen. Für die Jugendlichen, die sich an diesem Samstag Abend in der Discothek treffen ist es das ganz eigene Verständnis von Ästhetik und nur Mittel zum Zweck die Aufmerksamkeit seines Umfelds auf sich zu lenken. Madonna hat es schließlich in ihrem 84er Video zu Like a Virgin vorgemacht, Billy Idol bringt mit seinem Video zu White Wedding die Szenetypischen Stil-Elemente auf den Punkt. Ein hämmernder Beat und sprühende Funken zereißen die andächtige Stimmung, die Jugendlichen tanzen wild zum treibenden Rhythmus der Musik…
Folgen die Künstler nun der Strömung der Jugend, oder identifizieren sich die Kids vor der Bühne mit den Künstlern in dem sie ihren Style aufnehmen? Die Frage lässt sich nicht abschließend klären, doch das ist auch nicht das, was Thomas Schmitt mit seinem Film erreichen möchte. Die Einleitung erklärt: “…Kids aus der Samstags-Disco des Alten Wartesaals, die schriller und exotischer gestylt denn je „No Future“ blöd finden und auf eine geregelte Zukunft hoffen. „Etwas richtiges werden“ wollen sie alle – am liebsten Modedesigner. Protest ist passé auch bei den jungen Kulturschaffenden aus der Szenekneipe Wave… “. Fünf Jahre zuvor, also 1980 drehte Schmitt ein Video mit dem Titel Randale & Liebe, das die deutschen Ausläufer der Punk-Bewegung zeigt, die mit ihrem Protest die Fesseln der eigenen Vergangenheit abschütteln wollen und hoffen das kalte und graue System mit Protest zu ihren Gunsten zu lenken. Die Jugend 1985 zeigt da ein anderes Bild und ist offenbar auf ihr Aussehen fixiert und schert sich nicht mehr um politische Inhalte. Den ganzen Artikel lesen… »
29 Juni
Eine Fledermaushöhle – Das Batcave (1982-1985)
Das London der 80er war ein Schmelztiegel für musikalische Stile, Bands und Jugendkulturen. Mit dem Punk hatte man der Jugend die Lust am Dilettantismus mitgegeben, jeder konnte und wollte Musik machen. Im Stadtteil Soho, genauer auf der Dean Street 69 eröffnete im Juli 1982 das Batcave im Gebäude-Komplex des Gargoyle Clubs. Unzählige kuriose Gestalten belagern den Sargförmigen Eingang der in einen mit Spinnweben geschmückten Raum führte, es ist die “Nacht der brennenden Märtyrer” und das Motto Blasphemie, Lüsternheit und Blut. Gründer es Clubs war die Band Specimen, und Mitgestalter Nik Fiend, Sänger der Band Alien Sex Fiend. Den ganzen Artikel lesen… »
2 Dezember
Subkultur! – Batcave
Der Batcaver ist der punkigste aller Grufties. Markenzeichen sind Irokesenfrisur oder hochtoupierte Haare, die oftmals mit pinken oder grünen Farbe versehen sind, am liebsten in Neon. Netzhemden, Handschuhe und Strumpfhosen trägt man grundsätzlich kaputt, eine kleine Industrie versorgt den Batcaver sogar mit vorkonfektionierten Löchern in Strumpfhosen. In der sonst düsteren Umgebung mit traurigen Gesichtern lacht er frecherweise. In Discos wird hemmungslos gehüpft, gerne auch mal gesprungen. Den Namen hat man nicht etwa von Batman, sondern einem im Juli 1982 eröffneten Club in London, damaliger Knotenpunkt der britischen Gothic Szene, der hat seinen Namen aber von Batman. Früher hörte man Alien Sex Fiend, The Specimen und Cinema Strange. Heute auch. Den ganzen Artikel lesen… »


