9 Januar

Jetzt helfe ich mir selbst: Tätowierte Augäpfel

Wie ich schon 2008 berich­tete schlei­chen sich immer wie­der neue Trends in die Body-Modification-Szene, wie bei­spiels­weise das Aug­ap­feltat­too. Dabei wird eine ent­spre­chende Farbe mit Hilfe einer Nadel in den Aug­ap­fel gebracht, die dann den sonst wei­ßen Aug­ap­fel dau­er­haft färbt. Das die Ärzte davor war­nen, erhöht nur den Reiz für den laten­ten Kör­per­ver­än­de­rer: »Für den ris­kan­ten Ein­griff fin­det Dr. Böhme deut­li­che Worte: »Wer sein kost­bars­tes Sin­nes­or­gan ris­kiert, um anders­ar­tig aus­zu­se­hen, benö­tigt wahr­schein­lich psy­cho­lo­gi­sche Hilfe.« Unrecht haben die Ärzte natür­lich nicht, aber Pier­cings, Tattoo’s oder auch Bran­dings fal­len wohl alle unter diese Kategorie.

Doch jetzt mach” ich es mir selbst, lau­tet die Devise in eini­gen US-Amerikanischen Gefäng­nis­sen. So haben sich die bei­den Prot­ago­nis­ten des Videos selbst hin­ge­setzt und sich die Nadel ins Auge gerammt. Der Drang zu Indi­vi­dua­li­tät kennt offen­bar keine Gren­zen. Wäh­rend man vor 100 Jah­ren mit einer Täto­wie­rung oder einem Ohr­ring schon als Außen­sei­ter galt oder der Punk in den spä­ten 70ern die Klei­der­ord­nung auf den Kopf stellte ist heute viel mehr nötig, um die Leute zu scho­cken und sich von den ande­ren abzu­he­ben, auch wenn es dabei um die Augen geht. Schließ­lich ver­kom­men die so belieb­ten Kon­takt­lin­sen, die sich auch in der schwar­zen Szene gro­ßer Beliebt­heit erfreuen, mit die­sem Trend zum Kindergartenstyling.

Kurios übri­gens, da der Link mit dem das Video dar­ge­stellt wird, auf der Seite einer Tatöwierungsentfernungs-Klink endet. Denn eins ist sicher, eine Laser­be­hand­lung würde hier nicht mehr hel­fen und das Risiko der Erblin­dung nur noch wei­ter stei­gern. Viel­leicht wie­der ein neuer Trend? Ich hatte Augapfel-Tattoss und hab” sie mir ent­fer­nen las­sen! Echt? Krass! Den gan­zen Arti­kel lesen… »


17 September

Pauly Unstoppable: Körperkult oder Körperwahn?

Pauly Unstoppable ist nicht nur ein Künst­ler­name, son­dern auch Syn­onym für die unstill­bare Sucht nach Kör­per­ver­än­de­run­gen (engl. Body­mo­di­fi­ca­ti­ons) Pauly ist ein 23jähriger Mann aus Indiana, der sich zur Auf­gabe gemacht hat, immer einen Schritt wei­ter­zu­ge­hen als die ande­ren. Pauly ist täto­wiert und gepierct, hat sich metal­li­sche Gegen­stände unter die Haut implan­tie­ren las­sen und Bran­dings sind für ihn ein alter Hut. Sich an Flei­scher­ha­ken auf­hän­gen las­sen gibt ihm schon lange nicht mehr den letz­ten Kick. Was machen wir da? Wir las­sen uns natür­lich den Aug­ap­fel Tätowieren!

Irgend­wie komme ich mir schlecht infor­miert vor, wenn selbst die AOK Rhein­land schon davor warnt, aber was nicht ist, kann ja noch wer­den — ich meine jetzt das infor­mie­ren selbst­ver­ständ­lich. Pauly soll angeb­lich der erste gewe­sen sein, der sich den Aug­ap­fel hat ein­fär­ben las­sen, 40 Ein­sti­che sol­len dazu nötig gewe­sen sein. Autsch. Ich bin kein Kost­ver­äch­ter und kann mich mit vie­len Spiel­ar­ten anfreun­den, gepierct bin ich ja sel­ber. Aber sich jetzt Farbe ins Auge ste­chen las­sen? Man regt sich über Tier­ver­su­che auf, bei dem die Tiere gegen ihren Wil­len oder Instinkt Dinge mit sich anstel­len las­sen. Der Mensch hat sei­nen Instinkt schon lange unter Kon­trolle und macht das frei­wil­lig. Para­doxe Welt.

Ich meine, wir haben nur 1 paar Augen, die man nicht mal eben im Bau­markt neu kau­fen kann und son­der­lich schön finde ich es auch nicht, aber das ist ja bekannt­lich Geschmacks­sa­che und über den lässt sich bekannt­lich strei­ten. er das alles nicht glaubt, der kann sich in diver­sen Videos davon überzeugen.

(Bild­quelle: bmezine.com)