30 März

Molybdän: Katharina Henot - Hexenwahn in Köln

Ein Bild von Raimond Spekking

©Rai­mond Spek­king / CC-BY-SA-3.0

Vor 385 Jah­ren wurde die als Hexe beschul­digte Katha­rina Henot in Köln Mela­ten ver­brannt. Die bekannte und ange­se­hene Post­meis­te­rin aus Köln wurde von einer Nonne der Hexe­rei bezich­tigt. Die Gerüchte um die Patri­zi­er­witwe ver­brei­te­ten sich schnell und trotz zahl­rei­cher Ver­tei­di­gungs­schrif­ten ver­an­lasste der Rat der Stadt Köln ihre Inhaftierung.

Katha­rina Henot wurde ange­klagt und gefol­tert, gestand jedoch nie die Taten, die ihr zur Last gelegt wur­den. Nach der dama­li­gen Rechts­spre­chung hätte sie frei­ge­las­sen wer­den müs­sen, doch Gerech­tig­keit war ein Luxus, der Henot nie zuteil wurde. Katha­rina Henot wurde am 19. Mai 1627 erdros­selt, der durch Fol­ter ver­krüp­pelte Leich­nam anschlie­ßend verbrannt.

Die nach dem gleich­na­mi­gen Metall benannte Band Molyb­dän erin­nert in ihrem Stück »Katha­rina Henot« an die schreck­li­che Tat und ver­wen­det im Text einige Pas­sage aus den his­to­ri­schen Pro­zess­ak­ten. Molyb­dän, das sind Beate Rade­ma­cher (Gesang), Kars­ten Vor­werk (Key­board) und Phil­lip Paru­sel (Schlag­zeug), die ihre von Gothic und Metal beein­flusste Musik sym­pho­nic Rock nen­nen. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


29 Juli

Gothic Friday Juli - Resümee

von Robert ForstKategorie: Gothic Friday12 Kommentare

Pentagramm TKindchenRecher­chiert die Bedeu­tun­gen der Zei­chen, die ihr tragt, fin­det her­aus woher sie kom­men und schreibt, was IHR damit zum Aus­druck brin­gen wollt.

Sym­bole, Zei­chen, Sinn­bil­der – eng ver­bun­den sind sie mit der schwar­zen Szene und so per­sön­lich und indi­vi­du­ell wie jeder Goth selbst. Teil­neh­me­rin Maeh­nen­wolf schreibt dazu sehr tref­fend: „Doch lei­der wis­sen viele nicht, was sie da an der Kette bau­meln haben und ver­brei­ten so teils unbe­wusste Bot­schaf­ten an all jene, die das Sym­bol zu deu­ten wis­sen. Andere wie­derum deu­te­ten bekannte Sym­bole für sich um und las­sen ihnen so eine voll­kom­men neue, per­sön­li­che und indi­vi­du­elle Bedeu­tung zukom­men. Dass das zu Pro­ble­men führt ist offen­sicht­lich aber trotz­dem macht es immer wie­der Spaß Leute auf­zu­klä­ren und ihnen die eigene Bedeu­tung der ver­wen­de­ten Sym­bole zu erklä­ren. Wer weiß, der ein oder andere erfin­det viel­leicht sogar sein ganz per­sön­li­ches Sym­bol.

In den Bei­trä­gen der 16 Teil­neh­mer in die­sem Monat spie­geln sich ste­reo­type Erwar­tun­gen an Goth-Symbole — jedoch mit stark sub­jek­ti­ver Fär­bung, z.B. Pen­ta­gramme oder das Wolfs­kreuz. Aber es fin­den sich auch sel­tene, über­ra­schende Zei­chen wie das Saturn­qua­drat. Alles kann, nichts muss und die Bedeu­tung ist auch nicht jedem Trä­ger klar. Es kris­tal­li­sie­ren sich sozu­sa­gen zwei „Lager“ heraus.

Die einen tra­gen Sym­bole wegen ihrer Bedeu­tung für sich selbst und andere, um damit etwas aus­zu­drü­cken oder bewusst zu pro­vo­zie­ren. Die ande­ren bevor­zu­gen bestimmte Sym­bole auf­grund ihrer Optik, Form und anspre­chen­den Ästhe­tik oder Gestal­tung und haben sich häu­fig erst­ma­lig in ihrem Gothic Friday-Beitrag tie­fer­ge­hende Gedan­ken dazu gemacht.
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6 Juni

Die Flugsalben der Hexen

von StoffelKategorie: Hintergründe9 Kommentare
Hans Baldung (gen. Grien) Gemälde von Hexen 1508

Gemälde von H. Bal­dung, 1508

Wäh­rend der Zeit der Hexen­ver­fol­gun­gen galt ein beson­de­rer Augen­merk den soge­nann­ten Flug­s­al­ben der Hexen. Die­ser Glaube an die Mög­lich­keit nächt­li­cher Luft­fahr­ten ist ein ural­ter Aber­glaube vie­ler Völ­ker: Wodans Heer brauste in den Rauch­näch­ten über die Fel­der;  Diana, Hera oder Hero­dias insze­nier­ten nächt­li­che Aus­fahr­ten durch die Lüfte, usw.

Was beinhalteten/bewirkten denn nun diese Sal­ben, wie wur­den sie ange­wen­det und warum? Ich möchte Euch mit­neh­men in ein trau­ri­ges und gleich­zei­tig span­nen­des (wie ich finde) Kapi­tel unse­rer Geschichte, wobei die­ser Arti­kel nur einen klei­nen Aus­zug dar­stel­len kann … alles hier auf­zu­schrei­ben würde den Rah­men sprengen.

Das »Warum« ist rela­tiv ein­fach zu erklä­ren … die ange­pran­ger­ten Luft­fahr­ten der Hexen waren nichts ande­res als sogen.« Traum­rei­sen« oder »Rau­scher­fah­run­gen« her­vor­ge­ru­fen durch die hal­lu­zi­no­ge­nen Inhalts­stoffe der Sal­ben und ermög­lich­ten den Frauen damals den alles andere als ange­neh­men und ein­fa­chen All­tag zu ent­flie­hen und unaus­ge­lebte Träume sozu­sa­gen zu rea­li­sie­ren. Man könnte sagen die Sal­ben waren das Genuss­mit­tel der armen Leute.

Das »Wie« geschah eben durch Sal­bung bestimm­ter Kör­per­stel­len, z.B. Rek­tal, Vagi­nal, Ach­sel­höh­len, Knie­keh­len, etc. … wobei die Wir­kung durch die Haut die Salbe fei­ner abge­stimmt wer­den konnte als ein ver­gleich­ba­rer Trank, was im Inter­esse der Nut­zer war um durch die Inhalts­stoffe der Sal­ben auch wie­der auf­zu­wa­chen und nicht zu Tode zu kom­men. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


30 April

Subkultur! - Wicca

von Rosa ChalybeiaKategorie: Hintergründe10 Kommentare

Subkultur - WiccaMagi­sche Kreise, Pen­ta­gramme und heid­ni­sche Feste im fah­len Licht des Mon­des? Schrul­lige Hexen die Bar­fuß um den Schein des knis­tern­den Feu­ers tan­zen oder doch etwa eine mur­melnde Gemeinde Bedeu­tungs­schwan­ge­rer Men­schen? Und was zum Teu­fel hat das alles über­haupt mit Gothic zu tun?

Ein­lei­tung: Spon­tis ist nicht gerade der Quell neu­re­li­giö­ser Bewe­gun­gen oder neu ins Leben geru­fe­ner Natur– und Mys­te­ri­en­re­li­gion, da liegt es nahe, sich pro­fes­sio­nelle Hilfe zu holen. Daher habe ich Rosa Cha­ly­beia gebe­ten, einen pas­sen­den Bei­trag für die Reihe Sub­kul­tur! zu ver­fas­sen und war mehr als glück­lich, dass Sie zustimmte. Rosa beschäf­tigt sich schon seit gefühl­ten Ewig­kei­ten mit allem was mys­te­riös, reli­giös oder heid­nisch ist und im Laufe ihrer Kar­riere in der schwar­zen Szene viele Erfah­run­gen dazu gesam­melt. Bis jetzt kenne ich nie­man­den, der auf die­sen Gebie­ten fun­dier­te­res Wis­sen zu bie­ten hätte.

An die­ser Stelle möchte ich ein paar Worte über Wicca ver­lie­ren, auch wenn diese „Bewe­gung“ mit Gothic erst mal nichts zu tun hat, heute ver­schrän­ken sich an die­sem Punkt die Sze­ne­gren­zen oft­mals. Mag es am natür­li­chen Inter­esse des gemei­nen Gothics für okkulte Dinge lie­gen ;) — oder an der Suche nach ande­ren Wegen als die aus­ge­tre­te­nen Pfade eta­blier­ter Reli­gio­nen, wenn es darum geht die Welt auf spi­ri­tu­el­lem Wege zu erfah­ren. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


13 April

10.000 Hexen in Deutschland: Hexenhorror und Schwarze Messen (1987)

Bravo 1987Der April steht bei Spon­tis ganz im Zei­chen der Hexen, 1775 wurde in Deutsch­land die letzte Hexe ver­ur­teilt, die nur knapp ihrem töd­li­chen Schick­sal ent­kom­men ist. 200 Jahre spä­ter ist nicht mehr viel geblie­ben von dem Mythos der Hexen, spä­tes­tens seit den 60ern in der eine Hexe in einer ame­ri­ka­ni­schen Serie die Haupt­rolle spielte, wurde aus ernst zu neh­men­den Gefah­ren für Leib und Leben nur noch hüb­sche und hilfs­be­reite Wesen, deren Macht sich ledig­lich in Zwi­schen­wel­ten der nor­ma­len Exis­tenz abspie­len und mit der Rea­li­tät nicht viel gemein­sam haben. In den 80ern erschei­nen einige Filme, die auch die Bravo dazu ani­mie­ren der »Hexen­sa­che« in Deutsch­land auf den Grund zu gehen.

»Hexen gibt es aber nicht nur auf der Kino­lein­wand. Fach­leute schät­zen, dass sich bei uns in Deutsch­land rund 10.000 Frauen als Hexen sehen. Viel­leicht haben Hexen des­halb eine Hoch­kon­junk­tur, weil laut einer Umfrage jeder zehnte Deut­schen an Hexen, Gespens­ter und Über­sinn­li­ches glaubt.« Ob bei 10.000 Frauen, die sich als Hexen sehen von einer Hoch­kon­junk­tur gespro­chen wer­den kann, wage ich zu bezwei­feln, viel­leicht liegt es aber auch an der Defi­ni­tion der Hexe: »Was ist eigent­lich eine Hexe und wo kommt der Begriff her? Fast nicht zu beant­wor­ten, denn selbst der Brock­haus ver­merkt: Weder der Name Hexe noch die Her­kunft der Hexen-Vorstellung sind mit vol­ler Sicher­heit zu deu­ten. Eine Hexe im Volks­glau­ben war frü­her eine weib­li­che Gestalt, die über dämo­ni­sche, schä­di­gende Kräfte ver­fügte, meist ein Wesen mit Trief­au­gen oder ste­chen­dem Blick, Mut­ter­mal, zusam­men­ge­wach­se­nen Augen­brauen oder ande­ren Zei­chen der Häß­lich­keit.« Den gan­zen Arti­kel lesen… »


4 April

4. April 1775 - Deutschlands letzte Hexe wird zum Tode verurteilt

von Robert ForstKategorie: Hintergründe14 Kommentare

Schiltacher Flugblatt zur HexenverbrennungWegen Teu­fels­buhl­schaft wurde der Haus­magd Anna Schwe­ge­lin am 4. April 1775 der Pro­zess in Kemp­ten im All­gäu gemacht. Sie wurde vom freien kai­ser­li­chen Land­ge­richt zum Tode mit dem Schwert ver­ur­teilt, das am 11. April voll­streckt wer­den sollte. Doch dazu ist es nie gekom­men.
In ihrem Pro­zess sagte sie aus, mit dem Teu­fel im Bunde zu ste­hen, bestritt aber, jemals einen Scha­dens­zau­ber aus­ge­übt zu haben. Gestützt auf die Con­sti­tu­tio Cri­mi­na­lis Caro­linabefand das Gericht sie der Teu­fels­buhl­schaft für schul­dig und ver­ur­teilte sie. Dem Ein­fluss eines Beicht­va­ters ist es wohl zu ver­dan­ken, dass der Ter­min zunächst ver­scho­ben und dann auf­ge­ho­ben wurde. Sie ver­blieb bis zu ihrem Tode 1781 im Gefäng­nis Kemp­ten.
Erst 1995 fand man her­aus, dass die Voll­stre­ckung des Urteils aus­ge­blie­ben war, denn die Ori­gi­nal­ak­ten befin­den sich seit dem in Ori­gi­nal­be­sitz und waren über einen lan­gen Zeit­raum nicht zugäng­lich. Anna Maria Schwe­ge­lin ist dem­nach nicht das letzte Todes­op­fer der Hexen­ver­fol­gung in Deutsch­land und den­noch steht ihre Ver­ur­tei­lung sym­bo­lisch für das Ende der Hexen­ver­fol­gung. Den gan­zen Arti­kel lesen… »