28 Oktober

Synthetics - Get the Bombs of Life

Kategorie: Wortkunst — Jahrgang: 2008Keine Kommentare

Genau so breit gefä­chert wie die dunkle Musik ist die Aus­wahl an dunk­len Maga­zi­nen. Und da ich neu­gie­rig bin und alles aus­pro­bie­ren muss hab ich mir gleich mal das neu­lich ent­deckte Syn­the­tics kom­men las­sen. Der Fokus liegt, wie der Name schon sagt, auf dem Syn­t­hie Bereich der schwar­zen Musik. Syn­t­hie Pop, EBM, Wave, Inde­pen­dent, Gothic und Elek­tro sind in dem seit Dezem­ber 1998 erschei­nen­den Maga­zin zu fin­den. Für den Preis von 2,90€ erhält man außer­dem ein CD mit aus­ge­wähl­ten Musik­stü­cken und ein paar Pro­gram­men für den Com­pu­ter. In man­chen Clubs soll es sogar kos­ten­los zur Ver­fü­gung ste­hen, gese­hen hab ich es dort aber noch nicht.

Beim betrach­ten des Hef­tes fällt gleich das hoch­wer­tige Erschei­nungs­bild ins Auge und die sehr pro­fes­sio­nelle Auf­ma­chung. Die Sei­ten zei­gen sich sehr abwechs­lungs­reich und wirk­lich gut gestal­tet. Wer­bung hält sich sehr ange­nehm im Hin­ter­grund und wirkt ohne zu stö­ren. Die Zeit­schrift teilt sich in 2 Berei­che, den Musi­ka­li­schen Bereich und den Enter­tain­ment Bereich. Was für ein Bereich? Und in der Tat wird beim umdre­hen des Hef­tes die zweite Hälfte sicht­bar, die über Com­pu­ter­soft­ware, Filme und Bücher berich­tet. Das umdre­hen des Hef­tes und die strikte Auf­tei­lung emp­finde ich per­sön­lich als sehr läs­tig. Nicht alles was neu und inno­va­tiv erscheint muss auch gut sein. Außer­dem kann ich nicht nach­voll­zie­hen was Soft­ware­tests und Film­test in einem Musik­ma­ga­zin zu suchen haben. Ist aber Geschmackssache.

Die Inter­views und Geschich­ten über Bands wie Bei­spiels­weise Illu­mi­nate, ASP, Peter Hepp­ner, Depe­che Mode und Goth­mi­nis­ter heben sich für mei­nen Geschmack nicht allzu deut­lich vom Kon­senz der übri­gen Musik­ma­ga­zine ab, sind aber sach­lich und ein­wand­frei struk­tu­riert, schön finde ich jedoch die Fra­gen und die Betrach­tun­gen der Inter­net­sei­ten der Künst­ler, denn genau hier liegt die Zukunft.

Die teils kur­zen Zwi­schen­an­sich­ten über ver­schie­de­nen Neu­er­schei­nun­gen auf dem Musik­markt, sind jedoch sehr gut gelun­gen. Kurz und kna­ckig wird hier über alles was Rang und Namen hat, oder auch ver­dient hat, berich­tet. Über­haupt ist das Maga­zin sehr abwechs­lungs­reich, manch­mal wirkt es dadurch etwas über­la­den. Der Schreib­stil ist durch gut, lei­der fehlt mir wie so oft auch hier der Biss. Es wird ver­sucht objek­tiv über eine Sache zu berich­ten, die man nicht objek­tiv bewer­ten kann. Musik einer Band oder eines Künst­lers fin­det man gut, oder eben nicht.

Die mit­ge­lie­ferte CD finde ich jedoch echt klasse. Da sind ein paar echte Ohr­wür­mer drauf, wie Bei­spiels­weise Mind Diode von The Dark Uns­po­ken, die das Zeug zu mehr haben und ein paar Stü­cke das Bewusst­sein und den per­sön­li­chen Blick zu erwei­tern! Auch mal anspie­len sollte man Burn­ci­ty­burn von Psy­cho Candy. Bei­des schöne Syn­t­hie­songs mit viel Poten­tial die Lust auf mehr machen.

(Bild­quelle: Syn­the­tics)

Veröffentlicht von

Robert berichtet über alle Facetten der schwarzen Szene und ist aktiver Verfechter der deutschen Meckerbewegung. Überzeugter Gruftie mit einem Hang zum Vergangenem, der jedoch unverbesserlich optimistisch ist und stets positiv denkt. Du findest mich auch auf Facebook und Google+ oder auch bei Twitter.

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