22 Januar

Klaus Farin: Über die Jugend

Verfasst von Diskussion: 5 Kommentare

uber-die-jugend-und-andere-krankheitenEiner Auktion bei E-Bay habe ich zu verdanken, das ich Ende 2008 eine Originalausgabe des von Klaus Farin verfassten Buches Über die Jugend und andere Krankheiten gekommen bin. Das Buch ist beim Archiv der Jugendkulturen in Berlin erschienen und bietet auf rund 120 Seiten Essays und Reden des 50-jährigen Berliners aus den Jahren 1994 – 2008. Klaus Farin arbeitet als Leiter des Archiv der Jugendkulturen, ist Lektor und Initiator des Projektes Culture on the Road. Aus unzähligen Vorträgen und Lesungen hat er die Quintessenz in dieses kleine Buch geschrieben.

Das Buch bietet daher keine durchgehende Geschichte sondern ist ein lose Sammlung von Vorträgen, Kommentare und andere Beiträge  zu zentralen Themen seiner Arbeit wie der Mediendarstellung von Jugend, Rechtsextremismus, Jugendgewalt und Kriminalität, Jugendkulturen & Drogen sowie eine Einführung in die Prinzipien und praktische Arbeit des Archiv der Jugendkulturen.

Es wird deutlich, das Aufklärungsarbeit selbst in Bereichen nötig ist, von denen man eher eine vorurteilsfreier Herangehensweise erwartet hätte. So wundert es nicht, das viele seiner Reden bei Jugendarbeitern, Sozialarbeiter und Pädagogen auf offene Ohren stoßen, den trotz eines breiten Fachwissens über Kinder- und Jugendarbeit fehlt vielen der praktische Bezug zu den einzelnen Szenen und der Jugendkultur im Allgemeinen. Immer wieder weist Farin darauf hin, mit den Mitgliedern der Szene direkt und unvoreingenommen in Kontakt zu treten, als seinen Bezug aus Fachbüchern und staatlichen Analysen zu ziehen.

Wer beim Internet Buchversender stöbert, findet mehr Angebote zu Aquarienkunde als Jugendkultur. Zum Glück schwimmt in diesem vernachlässigten Bereich ein dicker Fisch: Klaus Farin. (Westdeutsche Allgemeine Zeitung)

Seine Texte sind sehr gut verständlich, interessant und aufschlussreich und helfen dabei seine eigenen Sichtweisen neu zu überdenken. Leider ist das Buch viel zu kurz geraten und war innerhalb von 2 Nachmittagen gelesen. Das Hardcover und der Einband machen einen hochwertigen Eindruck. Das blaue Lesebändchen ist praktisch, ist aber aufgrund der Kürze des Buches arbeitslos. Wer sich für unsere Jugend und die Ansichten des Herrn Farin interessiert, seit dieses Buch für 12€ ans Herz gelegt. Man bekommt es direkt beim Archiv der Jugendkulturen.

Inhalt:

  • Die am lautesten schreien, sind am wenigsten gefährdet. Die ‚Anti-Antifa‘ veröffentlicht eine „Fahndungsliste“ ihrer Gegner.
  • Zur Abwechslung mal Punks. Chaostage in Hannover
  • Terror der Idioten. Oder: Wie dubiose „Antifas“ ein antifaschistisches Skinheadfestival verhinderten.
  • „Mobile Jugendarbeit – zwischen professionellem Handeln und sozialer Feuerwehr?“
  • Zur Misere der deutschen Jugendforschung
  • Sind Jugendkulturen eigentlich Jungenkulturen? – Ein Gender orientierter Einblick in Jugendkulturen
  • „Mitwirkung und Partizipation – wollen Jugendliche das überhaupt?“
  • Jugendkulturen & Drogen
  • Kein Refugium für Couchpotatoes. Die ästhetische Praxis in Jugendkulturen
  • Das Archiv der Jugendkulturen. Porträt einer (leider) einmaligen Einrichtung

5 Kommentare

  1. Seh ich das richtig: Bekommt in dem Buch die Antifa verbal eins auf den Deckel?

  2. Das siehst du richtig. Schlecht organisierte Antifas treffen auf gut organisierte Skinheads, die KEINE Neonazis sind, sondern die ein antifaschistisches Skinheadfestival feiern :)

  3. Gibt es auch Antifas die nicht schlecht organisiert sind und nicht im so ganz makaber ausgedrückt das linke Gegenstück zu den rechtsextremen Vollidioten sind? Viel mehr als „Haut die Nazis tot“ und „Wir machen ne Gegendemo und werfen Steine“ hab ich von denen noch nicht gehört, von dem eigentlich dem Faschismus zuzuordnenden Grundgedanken dem Rest der Welt ihre linke Weltsicht aufzudrücken red ich besser mal nicht.

  4. Wie der Grundgedanke schon sagt, sind beide politischen Einstellungen extrem – links oder rechts. Ich mache mir ein wenig Sorgen über die vermittelte gesellschaftliche Botschaft, wenn der sogenannte Otto-Normal-Bürger rein optisch beide Gruppen nicht auseinanderhalten kann und nicht nachvollziehen wer da warum Steine auf jemand anders wirft. So geht doch der Grundgedanke – Wachrütteln der Allgemeinheit – total verloren. Solche Negativbeispiele sind zwar seltener und werden nur durch die Boulevard-Presse hochgepusht, überschatten aber die unzähligen Positivbeispiele. Wenn es nach mir gehen würde, gäbe es die Bild-Zeitung nicht mehr ;)

  5. Mit Presse hat meine Meinung über die Antifa wenig zu tun, ausschließlich mit persönlicher Erfahrung. Die besagt, dass überall wo die Antifa auftaucht Ärger entsteht. Und wie ich bereits bei einem anderen Beitrag geschrieben hatte: Ich halte es für kompletten Mist mit 10.000 Mann gegen 50 Nazis zu demonstrieren.

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