14 Februar

Gothic Beauty Magazine #27

Kategorie: Wortkunst — Jahrgang: 20091 Kommentar

gothic-magazine

Andere Län­der, andere Sit­ten heißt es. Das es nicht nur in Deutsch­land Gruf­ties gibt, dürfte mitt­ler­weile als All­ge­mein­wis­sen gel­ten, aber wie es dort nun wirk­lich aus­sieht weiß ich auch nicht. Wollte ich aber wis­sen, des­halb habe ich mir eine Reihe Aus­län­di­scher Zeit­schrif­ten besorgt um den Blick über den Tel­ler­rand zu wagen. Das Gothic Beauty Maga­zine, das ges­tern bei mir ein­ge­trof­fen ist, brauchte erstaun­li­cher­weise nur 4 Tage von der Bestel­lung bis zur Aus­lie­fe­rung in mei­nem Brief­kas­ten, was ich als opti­mal ein­stu­fen würde, das krie­gen deut­sche Ver­sen­der auch nicht bes­ser hin.

Die The­men­be­rei­che sind über­sicht­lich ange­ord­net und decken den gan­zen Inter­es­sen­be­reich eines Sze­ne­gän­gers ab. Fashion — Beschäf­tigt sich mit neuen Desi­gner und Mode­la­bels und zei­gen in 4 Aus­ge­wähl­ten Arti­kel ver­gan­gene und neue Trends [1, 2]. Show­case — Eine Form von Aus­stel­lung, in der nicht nur Kla­mot­ten, son­dern vor allem künst­le­ri­sche aus­ge­legte Arti­kel die unzäh­li­gen Sei­ten Dunk­ler Kunst beleuch­ten, zu fin­den sind. Span­nend ist in die­sem Zusam­men­hang, das die Ame­ri­ka­ner wohl eine Lei­den­schaft für Gothic Pup­pen haben, das ist jetzt kein abwer­ten­des Wort für Frauen son­dern für eigen­wil­lige Barbie-Verschnitte im Gothic Style. Wer sich selbst über­zeu­gen möchte, sollte ein­mal evangelineghastly.com oder begoths.com besu­chen, die in der Zeit­schrift vor­ge­stellt wer­den. Auch Skell­ra­mics, eine Manu­fak­tur für Geschirr mit Toten­köp­fen ist sehr inter­es­sant. Unter Life­style fin­den sich Arti­kel ver­schie­de­ner Auto­ren, die das schwarze Leben in all sei­nen Varia­tio­nen zei­gen, in die­ser Aus­gabe einen tol­len Arti­kel über mexi­ka­ni­sche Fried­höfe und die Kurz­ge­schichte A night in the Boneyard (Eine Nacht auf dem Fried­hof). Pro­file gibt es nicht nur über Men­schen wie eine ame­ri­ka­ni­sche Gothic Künst­le­rin, son­dern auch über den Film Repo! — The Gene­tic Opera und die Ser­pen­ti­nes, eine Gothic-Bauchtanz Truppe aus Port­land (siehe Bild).

Selbst­ver­ständ­lich bie­tet das Maga­zin auch die übli­chen Music Inter­views, wobei mir die meis­ten Bands auf den ers­ten Blick nichts sagen, was deut­lich macht, das die Musik in der Szene loka­len Phä­no­me­nen unter­wor­fen ist und es nur wenige schwarze und inter­na­tio­nale Topacts gibt. Des­halb fin­den sich bei den obli­ga­to­ri­schen Reviews auch die Werke eben ange­spro­che­ner Künst­ler. New in Fashion zeigt in Kurz­form eine inter­es­sante Neu­er­schei­nun­gen aus der Mode­bran­che, unter Event fin­det man unter ande­rem einen Report über den Gothic Cruise 2008, einer schwar­zen Ver­an­stal­tung mit Kreuz­fahrt — Klingt jetzt komisch, ist aber so, soll­tet ihr euch unbe­dingt mal anschauen. Unter Style fin­det man dann noch ein Inter­view mit einem Model, die wir ja auch schon von unse­ren Zeit­schrif­ten oder Maga­zi­nen gewohnt sind, aber eben nur eins.

Die Zeit­schrift ist über die Inter­net­seite der Zeit­schrift direkt zu bezie­hen und kos­tet inklu­sive Ver­sand 12€, wobei der Löwen­an­teil natür­lich auf den Ver­sand geht (9$) und die Zeit­schrift selbst nur mit etwa 6$ zu Buche schlägt. Sicher­lich keine Inves­ti­tion für jeder­mann, aber sicher­lich inter­es­sant zu beob­ach­ten, was sich auf der ande­ren Seite der Welt abspielt, denn ich habe wie so oft den Ein­druck, das uns die Ame­ri­ka­ner in vie­le­rei Hin­sicht einen Schritt vor­aus sind, sei es jetzt posi­tiv oder nega­tiv. Posi­tiv ist der Inhalt der Zeit­schift, der viel­fäl­tig ist und nicht nur aus anein­an­der­ge­reih­ten Inter­views mit Bands oder Models besteht, die nun wirk­lich keine Wurst mehr vom Bröt­chen zie­hen.  Viel­mehr wird ver­sucht, für jeden etwas zu bie­ten, den Frei­zeit­goth, den Mode­goth oder den Trad­goth. Die­ser Spa­gat gelingt hier sehr gut, obwohl die Viel­falt auch zu Las­ten der Arti­kel­länge geht, was bei guten Tex­ten dann doch sehr ernüch­ternd ist.

Ich habe ver­sucht, euch durch zahl­rei­che Links in mei­nem Arti­kel die Zeit­schrift und die ame­ri­ka­ni­sche Gothic-Kultur ein wenig näher zu brin­gen ohne den Anspruch zu erhe­ben, diese ein­zu­ord­nen oder zu bewer­ten. Viel­leicht hilft es dem ein oder andere ja bei der Krea­tion eines neuen Out­fits oder einer Idee für einen Blogeintrag.

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Veröffentlicht von

Robert berichtet über alle Facetten der schwarzen Szene und ist aktiver Verfechter der deutschen Meckerbewegung. Überzeugter Gruftie mit einem Hang zum Vergangenem, der jedoch unverbesserlich optimistisch ist und stets positiv denkt. Du findest mich auch auf Facebook und Google+ oder auch bei Twitter.

Kategorie: Wortkunst
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1 Kommentar

  1. hi, hätte nicht gedacht das es für sowas sogar ne Zeit­schrift gibt, echt abge­fah­ren.
    Ich steh aber eher nicht so auf Gothic-, aber auf Metal-style. Könnte mir jemand sagen ob es von sowas auch ne Zeit­schrift gibt? ( NICHT EMP!! )
    Danke

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Trackbacks

  1. […] aus Über­see, dar­un­ter auch das Gothic Beauty Maga­zine Num­mer 29. Das Hoch­glanz­ma­ga­zin, das ich in einem ande­ren Arti­kel bereits vor­ge­stellt habe, gibt einen Über­blick über die Gothic-Style-Szene in den USA. Deshalb […]