21 Februar

Ein faszinierender Mann: Jonathan Safran Foer

Kategorie: Wortkunst — Jahrgang: 20122 Kommentare

Jonathan Safran FoerJa, ich bin fas­zi­niert. Er ist offen­sicht­lich sehr intel­li­gent, humor­voll und rea­lis­tisch: Jona­than Safran Foer! Autor der Bücher »Alles ist erleuch­tet« und »Extrem laut und unglaub­lich nah«. Ein ame­ri­ka­ni­scher Schrift­stel­ler, der Phi­lo­so­phie und Lite­ra­tur stu­dierte. Das alleine ist natür­lich nicht der Grund für die­sen Blo­g­ar­ti­kel. Neu­lich noch habe ich mich über ein Buch zum Thema Vege­ta­ris­mus und Ernäh­rung auf­ge­regt, heute will ich eins vor­stel­len. Das Sach­buch »Tiere essen« von Jona­than Safran Foer erscheint mir inter­es­sant. Eine gute Mischung aus Info und Gedan­ken­an­stoß. Sach­lich und kei­nes­falls fanatisch.

Zitat aus einem Arti­kel in der Zeit:

Mit dem Buch will Foer einen Anstoß zum Umden­ken geben. Er will die Kon­su­men­ten ermun­tern, bewusst zu ent­schei­den und mit ein­zu­be­zie­hen, unter wel­chen Bedin­gun­gen ein Pro­dukt her­ge­stellt wurde. Und sie sol­len wis­sen, wel­che Aus­wir­kun­gen das Pro­dukt auf ihre Gesund­heit und Umwelt hat.

So plä­diert Jona­than Safran Foer bei­spiels­weise für eine bes­sere Aus­zeich­nung der Lebens­mit­tel, weil kein Kon­su­ment im Super­markt wis­sen kann, woher wel­ches Fleisch kommt. Rich­tig! Das kann man nun wirk­lich nicht ver­lan­gen, dass sich jeder stun­den­lang vor­her im Inter­net infor­miert oder Her­stel­ler anschreibt. Sehe ich auch so. Zu vie­len Lebens­mit­teln gibt es auch gar keine ordent­li­chen Infos. Ich rege mich jedes Mal drü­ber auf, wenn auf der Käse­pa­ckung nicht steht, wel­ches Lab ver­wen­det wurde. Ein klei­ner Satz würde da wohl genü­gen und ist nicht zu auf­wen­dig für die Hersteller.

Die Zeit hat außer­dem eine Aktion durch­ge­führt, bei der Leser Fra­gen an den Autor rich­ten konn­ten. Hier seine Antworten:

Ich finde den Mann groß­ar­tig! Das Buch ist sicher gut. Die ande­ren bei­den Bücher des Autors erschei­nen mir eben­falls abso­lut lesenswert.

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Veröffentlicht von

Sabrina berichtet bei Spontis hauptsächlich über "schwarze" kulturelle Themen jenseits von Klamotten und Musik. Sie ist weniger optimistisch und weit weniger diplomatisch als der Wizard of Goth (Robert) und dennoch stets um die Rettung der letzten Reste "schwarzer Kultur" bemüht. Du findest mich auch auf Facebook und Google+ oder auch bei Twitter.

Kategorie: Wortkunst
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2 Kommentare

  1. Die Ant­wort auf die letzte Frage ist ein­fach genial. Doch dum­mer­weise geht es den Her­stel­lern (in Zusam­men­hang mit Tie­ren eigent­lich schon ein irr­wit­zi­ger Begriff) nicht um die Wahr­heit, son­dern ein­zig um Pro­fit­ma­xi­mie­rung (zumin­dest den meis­ten). Und lei­der inter­es­siert viele Ver­brau­cher die Wahr­heit so gar nicht. Haupt­sa­che bil­lig. Haupt­sa­che Fleisch. Ob sich hier bei der gro­ßen Masse in der Zukunft ein Umden­ken ein­stellt, ist zumin­dest unsi­cher. Hof­fen ist jedoch erlaubt…

  2. Im Grunde wirkt der Knabe recht sym­pa­thisch. Aller­dings könnte man ihm schnell den Wind aus den eupho­risch prä-veganen Segeln neh­men. Als Vege­ta­rier, und noch nicht ein­mal als Vega­ner, ret­tet man keine Welt. Denn ob nun hekt­ar­weise Ökosys­tem unter den Antibiotika-Exkrementen einer Schwei­ne­mast­an­lage oder unter der Pes­ti­zid­sät­ti­gung einer Soja-Monokultur zu Grunde geht, das ist im Grunde gleich. Was exis­tiert, das zer­stört unwei­ger­lich. Vor allem als Mensch.

    Zu Mar­cus:

    Gibt es eigent­lich so große Hüh­ner, dass diese Bot­schaft dar­auf Platz fin­det?
    Der Grund­ge­danke wird auch von mir ver­tre­ten. Doch ich machte die Erfah­rung, dass das nicht funk­tio­niert. Eben­so­we­nig wie die Mahn­schrif­ten auf den Ziga­ret­ten­pa­ckun­gen. Die Men­schen lesen das und es ist ihnen schlicht­weg egal.
    Sie wis­sen es auch so schon, aber neh­men es den­noch nicht rich­tig wahr. Und der Grund, so über­legte ich mir, ist recht ein­fach:
    Worte sind zu abs­trakt, um eine emo­tio­nale Reak­tion auf­zu­bauen. Ste­hende Bil­der ebenso. Des­halb kann ich mich nur über diese Ver­wirr­ten amü­sie­ren, die mit Trans­pa­ren­ten und Mahn­wor­ten auf den Plät­zen ste­hen und sich wie die gro­ßen Mis­sio­nare aufspielen.

    Es gibt nur eine Methode, um noch einen geleb­ten Aha-Effekt zu pro­vo­zie­ren. Und das ist die Gegen­über­stel­lung. Schul­aus­flüge in Schlach­te­rei­be­triebe. Kaf­fee­fahr­ten in auto­ma­ti­sierte Mast­an­lage. Und in den Wer­be­pau­sen kurze dahin­ge­hende Video­se­quen­zen. Und ich könnte dar­auf wet­ten, dass nach einer unschein­ba­ren Inku­ba­ti­ons­zeit ent­we­der kein Fern­se­hen mehr geschaut wird, oder der eine oder andere begin­nen wird, die Wurst­theke zu mei­den bzw. zu hinterfragen.

    Im Grunde soll jeder essen was er will. Von mir aus auch 5x täg­lich und zu 99% Fleisch­wa­ren. Wenn diese dann daran zu Grunde gehen, wer­den immer­hin neue Arbeits­plätze geschaf­fen. Doch allzu oft höre ich Sprü­che wie „Ich will nicht sehen wie das her­ge­stellt wird.“. Warum nicht? Wovor haben diese Angst? Vor der Gefahr, den Glau­ben daran zu ver­lie­ren, dass das Rind­vieh in der Röhre doch nicht tod­ge­strei­chelt wor­den war? Die Kon­fron­ta­tion mit der Rea­li­tät…
    Fleisch ver­til­gen und dann nicht ein­mal deren Gewin­nung sehen zu wol­len, sol­ches Ver­hal­ten erachte ich als äußert igno­rant. Und dann ist diese Igno­ranz noch nicht ein­mal zu pau­scha­li­sie­ren. Denn wel­cher Wanst wäre nicht damit zu begeis­tern, in einer Scho­ko­la­den­fa­brik deren Her­stel­lung zu bestaunen.

    Ich bin kein „Fleisch ist Mord“-Vertreter, aus oben genann­tem Argu­ment. Mor­det der Mensch doch ohne­hin unwei­ger­lich durch das Leben. Aber auch ich klinke mich so effek­tiv wie mög­lich aus der Maschi­ne­rie der Tier­pro­duk­tion aus. Ein­fach aus dem Grund, dass diese Pro­zesse mich als Men­schen belei­di­gen. Da ich Teil­ha­ber einer Spe­zies bin, die mit Wurst­fin­gern in den Fleischaus­la­gen her­um­wühlt und die Dreis­tig­keit besit­zen, diese Pro­dukte nach opti­schem Gefal­len aus­zu­su­chen. Die mit fast schon bers­ten­dem XXL-Shirt an der McD-Autobahnraststätte fläzt und den 3ten Big­Mac in sich rein­drückt. Um ein­mal den Über­kon­sum bild­haft zu umschrei­ben.
    Oder zu sehen, dass im Groß­markt Dinge als Gour­me­t­hap­pen ange­prie­sen wer­den, die ich aller­höchs­tens mei­nem Hund ver­füt­tern würde. Kanin­chen­hirn, Hüh­ner­her­zen, Rin­der­zunge; warum nicht gleich Affen­hirn, Taran­tel oder Balut-Eier.
    Oder zu sehen, wie selbst Sams­tag­abend die Aus­la­gen noch über­quel­len. Lie­ber in der Über­pro­duk­tion schwel­gen und ver­gam­meln las­sen, anstatt dem gepei­nig­ten Kun­den ein freud­lo­ses War­ten auf Mon­tag­mor­gen zuzumuten.

    Gerade die Nah­rungs­in­dus­trie ist von Mahl zu Mahl per­ver­ser gewor­den. Doch keine Ahnung ob sie frei­wil­lig so ent­ar­tete, oder nur auf den Kun­den­wunsch rea­gierte. Aber eines ist Fakt, die­ser Indus­trie­zweig schau­felt unser Grab. Denn auch ohne jetzt irgend­wel­chen aber­wit­zi­gen Ver­schwö­rungs­theo­rien (Milchma­fia) oder Ernäh­rungs­ex­zen­tri­kern (Fru­ta­rier) Glau­ben zu schen­ken, wird man schnell mer­ken, dass man nicht alles glau­ben und erst recht nicht alles essen sollte, was einem diese Indus­trie vorsetzt.

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