1 Februar

Schwarz humoriger Buch-Tipp: Klaus Märkert – Schatten voraus

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Schatten voraus - Klaus MaerkertDas sitze ich nun in meinem Kopf vor den unzähligen Schubladen, in denen ich die Bücher einsortiere, die ich gelesen habe. Kleine gelbe Schildchen verraten, welches Genre in den Schubladen zu finden ist. In den Händen halte ich das Buch „Schatten voraus“ von Klaus Märkert. Sobald mir eine Schublade passend erscheint und ich das Buch reinstelle, um zu sehen wie es darin wirkt, fällt mir augenblicklich eine Passage ein, die den Freudentaumel über die geglückte Zuordnung im Keim ersticken lassen. Ich weiß es einfach nicht. Mein Blick streift hilflos über die Schildchen der Schubladen: Krimis, Fantasy, Humor, Schauergeschichte, Horror, Biografie. Es ist einfach von allem etwas dabei, doch keiner der Begriffe beschreibt den mittlerweile dritten Roman des Bochumer Schriftstellers zufriedenstellend. Seine beiden ersten Bücher machten es mir noch leicht, denn „Hab Sonne“ und „Requiem für Pac-Man“ passen ganz hervorragend in die Schublade der Biografien. 

Wer den Mann mit dem bewegten Lebenslauf jedoch schon ein bisschen länger verfolgt – so wie ich – und ihn auf einen seiner zahlreichen Lesungen besucht hat, weiß auch um seine Talente für skurrile Kurzgeschichten. Obwohl „verfolgt“ jetzt nicht wortwörtlich zu nehmen ist, denn hinterhergestiegen bin ich ihm ja nicht, es soll eben nur zum Ausdruck bringen, das ich möglicher voreingenommen bin, da ich gut finde, was Märkert macht.  Die drei weiteren Werken „Ich bin dann mal tot“ (zusammen mit Myk Jung), „Der Tag braucht das Licht, ich nicht“ und „Schlagt sie tot in den Wäldern“ sind Sammlungen von Kurzgeschichten, von denen viele eine Fortsetzung verdient hätten. So erscheint mir sein dritter Roman als logische Schlussfolgerung, endlich aus dem Schatten der eigenen, kurzweiligen und skurrilen Geschichten herauszutreten und daraus ein ganzes Buch zu zaubern. Zur Geschichte:  Den ganzen Artikel lesen… »


21 März

Leipzig in Schwarz – Das Buch zur Ausstellung

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Leipzig in Schwarz - Schriftzug25 Jahre Wave-Gotik-Treffen haben das Stadtgeschichtliche Museum Leipzig dazu bewegt, die Ausstellung „Leipzig in Schwarz“ über das bekannteste aller Gothic-Treffen, das Wave-Gotik-Treffen, zur organisieren. Nicht nur, weil es die Szene über einen so langen Zeitraum immer wieder vereint und sie an einem Ort zusammenbringt, sondern auch, weil es mittlerweile zu einem Stück Leipziger Stadtgeschichte geworden ist. Zur Ausstellung ist ein Buch erschienen, das man – und so viel möchte ich vorweg nehmen – jetzt schon als Standard-Werk über das WGT betrachte kann. Das liegt mit Sicherheit an der Themenauswahl, die sich nicht nur mit allen Hoch- und Tiefphasen des Treffens beschäftigt, sondern auch szenerelevante Randbereiche beleuchtet und in zahlreichen Interviews die unterschiedlichsten Menschen mir ihren WGT-Geschichten zu Wort kommen lässt. Das Museum hat sich schon bei der Vorbereitung der Ausstellung mit den Menschen beschäftigt, die diese Szene ausmachen, formen und mitgestalten und diesen Hintergrund merkt man auf jeder Seite, in bei jedem Bild und jedem Text des Buches. Den ganzen Artikel lesen… »


17 September

Pfingstgeflüster 2015 – Treffen der Generationen

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pfingstgefluester2015Nein, ich glaube das wird keine Rezension, vielleicht ein Appell. Ich muss nämlich zugeben, dass ich voreingenommen bin, habe ich doch mittlerweile zum fünften mal einen Artikel zum Pfingstgeflüster beigesteuert und einige meiner Freunde sind ebenfalls als Autoren vertreten. Darüber hinaus bewundere Marcus Rietzsch, den Verleger und Erfinder des Pfingstgeflüsters, für seine Leidenschaft und die unermüdliche Arbeit, die er seit 2005 in jede Ausgabe des Pfingstgeflüsters steckt, ohne dabei einen einzigen Cent zu verdienen. Die jährlich erscheinende Zeitschrift ist ein Hommage an das Wave-Gotik-Treffen, eine Würdigung der Stadt Leipzig und ein Geschenk an die Menschen die sich jährlich dort treffen. Artikel, die nicht von wirtschaftlichen Interessen beeinflusst werden, keine langweiligen und unkritischen Interviews mit Bands und Künstler die in anderen Magazinen auch schon zu lesen sind, kein Werbeblättchen für die Veranstalter des WGT und auch kein Reiseführer für die Stadt Leipzig. Soll mir mal jemand erklären, wie man objektiv über eine solche Herzensangelegenheit schreibt. Nein, das kann keine Rezension mehr werden – es ist bereits ein Appell. Den ganzen Artikel lesen… »


7 Januar

Buch-Tipp: Das Postpunk Projekt – Some wear leather some wear lace

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Postpunk Project Book-CoverDie Musik-Stile, die nach der Explosion des Punks die Welt überfluteten und für eine nie dagewesene Fülle von Jugendszenen sorgten, sind erforscht. Unzählige Bücher sind seit dem erschienen, die die Entwicklung auf schwarzen Bühnen detailreich beschreiben und analysieren. Doch was geschah vor den Bühnen? Wieso sahen die Fans der einschlägigen Bands aus, wie sie aussahen? Mit Beginn der 80er Jahre erscheinen unzählige Szenen mit eigenem Style auf der Bildfläche und geben den Außenstehenden Rätsel auf. In London, dem subkulturellen Schmelztiegel dieser Zeit nannte man sie „New Romantics“, „Blitzkids“, „Punks“, „New Wavers“ oder auch „The Bats“. Der Style der Bühnen wurde offensichtlich kopiert, verändert und weiterentwickelt.

Heute, 35 Jahre später, werden Bilder von damals frenetisch gefeiert – junge Punks, Waver, Grufties oder New Waver, die auf diesen Aufnahmen zu sehen sind, werden zu Stilikonen erhoben. Das Buch „Some wear leather some wear lace“ ist eine umfangreiche Sammlung dieser alten Bilder, die für das „Worldwide Compendium of Postpunk and Goth“ in Zusammenhang gesetzt und mit Interviews und Texten bereichert werden. Den ganzen Artikel lesen… »


3 Juli

Rezension: „Bastard Echo“ – Gegenwartslyrik trifft Grufti

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Martin Piekar - Bastard EchoMartin Piekar, der mit „Bastard Echo“ seinen ersten Gedichtband veröffentlicht hat,  ist kein Unbekannter. Im Juli vergangenen Jahres führte ich ein Interview mit dem Lyriker, der mit seinen zeitgenössischen Werken die Fachpresse zu Lobeshymnen animierte und auch schon einige Preise abräumen konnte. Ich unterhielt mich mit dem mittlerweile 24-jährigen unter anderem über aktuelle Lyrik in der schwarzen Szene. Damals schrieb ich: „Aktuelle lyrische Ergüsse sind offenbar für viele Szene-Mitglieder nicht geeignet, um sich darin zu verlieren. Oder gibt man aktuellen werken nur keine Chance? Vielleicht sollte man manchmal zweimal hinschauen.“ Es kommt einer Fügung des Schicksals gleich, dass das Verlagshaus J. Frank mir vor einer Weile anbot, ein Rezensionsexemplar zu beziehen. Ich sagte zu, frei nach dem Motto „Wer A sagt, muss auch B sagen!“

Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich mit Lyrik nicht viel anfangen kann, weder in alter noch in zeitgenössischer Lyrik kann ich mich wiederfinden. Noch bevor ich also dem Verlag zusagte den Gedichtband zu rezensieren, grübelte ich über Möglichkeiten nach, „Bastard Echo“ fachkundingen Augen vorzulegen. Mir kam sofort Florian G. von Karnstein in den Sinn, der neben seinen Tätigkeiten als Liedermacher, Sänger, Musiker und Mitblogger vor allem für eines bekannt ist, seiner Leidenschaft für traditionelle Lyrik.

Es galt die Frage zu klären, warum sich Menschen aus der schwarzen Szene – wie Florian – so selten mit modernen Lyrik beschäftigen. Martin Piekar konnte nur im Interview nur Vermutungen anstellen: „Alles ist nahezu „unbewegt“ von zeitgenössischer Lyrik. Das hat viele Theorien. Die Frage im Buchladen selbst ist: Lesen die Leute keine Lyrik, weil keine im Buchladen steht oder steht im Buchladen keine [zeitgenössische] Lyrik, weil sie niemand lesen will. […] Ist es also wirklich der Profitgier geschuldet? Sind Gedichte schwieriger als früher?“ Grund genug dem armen Florian ein Gastgeschenk unterzujubeln und ihn um eine Rezension zu bitten. Den ganzen Artikel lesen… »


10 Oktober

Weil wir es wissen wollen – Das zweite Leben der Christiane F.

von Kategorie: Bücher und ZeitschriftenDiskussion: 4 Kommentare
Christiane F.

Christiane Felscherinow, wie sie sich in ihrem Facebook-Profil präsentiert.

Die Zutaten sind raffiniert ausgewählt: Man nehme die Antiheldin der 80er Jahre, Deutschlands bekanntesten Junkie, Christiane Felscherinow und mische sie mit der Autorin und Gewinnerin eines Grimme-Online-Award für crossmediale Konzepte, Sonja Vukovic. Man koche die ganze Geschichte zwischen Vergangenheit und Gegenwart auf. Das Ergebnis erscheint schmackhaft und passt zum Zeitgeist wie die Faust aufs Auge: „Christiane F. – Mein zweites Leben“ – Was passierte in den letzten 35 Jahren? Verfeinert mit vielen Anglizismen wie Social Media, Marketing und Charity findet das „Second Life“ der Christian F. auch im Internet statt. Sie betreibt einen eigenen Blog, hat eine Stiftung ins Leben gerufen und ist in vielen Medien präsent.

Eine ganze Generation ist mit der Geschichte „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ aufgewachsen und gereift. Für Einige wurde Christiane zur Kultfigur, zu einer Ikone des Underground und für Andere ein Mahnmal gegen den Drogenkonsum. Viele, die das Buch lasen und in den 80er den Film sahen, sind nun erwachsen und immer noch neugierig, was aus Christiane geworden ist. Als berühmter Junkie wird sie in den 80ern in Künstlerkreisen zur Muse, nach dem gleichnamigen Film von Bernd Eichinger reist sie nach Los Angeles, lernt David Bowie kennen und kommt schließlich bei einer Schweizer Verleger-Familie unter. Sie geht zurück nach Berlin, bekommt einen Sohn und kämpft immer wieder mit Entzügen und Rückfällen. 2008 verlor sie das Sorgerecht für ihren Sohn, das Jugendamt brachte ihn zu einer Pflegefamilie nach Brandburg. Zwei Jahre später erhielt sie das Sorgerecht zurück, entschloss sich aber dazu, ihren Sohn in der Pflegefamilie zu lassen.  Den ganzen Artikel lesen… »


17 Juli

Pfingstgeflüster 2013 – Zwischen Schein und Sein?

von Kategorie: Bücher und ZeitschriftenDiskussion: 41 Kommentare

Pfingstgeflüster 2013 CoverMögt ihr auch den Geruch von neuen Büchern, Zeitschriften und Zeitungen? Was eigentlich ein lebenslanges Geheimnis bleiben sollte, wird nun offenbart. Ich bin leidenschaftlicher Schnüffler. Jetzt ist es raus. Erst neulich konnte ich meiner Sucht nachgehen und zwar beim nagelneuen Pfingstgeflüster zum WGT 2013, das vor einigen Tagen in meinem Briefkasten lag. Da wurde der Umschlag hastig aufgerissen und noch bevor ich eine einzige Zeile las, habe ich die Zeitschrift aufgeklappt und meine Nase tief in die Falz zwischen Seite 46 und 47 versenkt. Einatmen. Halten. Ausatmen. Herrlich! Obwohl ich zugeben muss, dass es andere Druckerzeugnisse gibt, die besser riechen. Aber meine Nase kann nicht lesen und so überließ ich den Augen das objektivere Studium des Pfingstgeflüsters.

Zwei Artikel habe ich gleich übersprungen, denn die habe ich selbst geschrieben und nach unzähligen Korrekturen und Verbesserungen muss ich die echt nicht nochmal haben. Viel lieber habe ich die Texte der anderen gelesen – ich war schon total neugierig darauf, womit Marcus Rietzsch diesmal die Seiten gefüllt hat. Meine Erwartungen wurden wieder einmal übertroffen. Nicht nur die Texte von Gitane Demone, Guldhan, Lisa Morgenstern, Ursula Oehme, Edith Oxenbauer und Theda Schröder sind gelungen, sondern auch die Bilder sind wieder einmal großartig. Wieder einmal hat es das Pfingstgeflüster geschafft, alt und neu so nebeneinander zu stellen, dass daraus schwarzer Strauß Szenemitglieder und Künstler wird, die individueller kaum sein könnten und sich doch im Rahmen des Magazins angenehm homogen anfühlen.

Das Pfingstgeflüster 2013 ist wieder einmal Pflichtlektüre. Wer wissen will, wie die Szene aussieht, wie sie sich anfühlt, was sie zu sagen hat und wofür sie sich interessiert, ist hier bestens aufgehoben. Und das würde ich auch behaupten, wenn ich nicht dafür geschrieben hätte. Ganz ehrlich? Für 8,90€ ist das Magazin geschenkt! Ich glaube wir können gar nicht ermessen, wie viel Arbeit und Leidenschaft da drin steckt. Um etwas über die Szene zu erfahren, müsst ihr hier bestellen, die anderen monatlich erscheinenden „schwarzen“ Magazine  könnt ihr dafür allesamt im Regal stehen lassen. Obwohl die mitunter besser riechen :) Den ganzen Artikel lesen… »


22 Februar

Von Lederhosen und Spitzenkleidern: The Postpunk Project

von Kategorie: Bücher und ZeitschriftenDiskussion: 3 Kommentare

Postpunk Project Kickstarter CampaignSome wear leather, some wear lace. Some wear makeup on their face. Some are young, some are old. Some too hot, some to cold.“ Punk als Wurzel der schwarzen Flut ist ausreichend dokumentiert, es gibt unzählige Bildbände, Dokumentationen und Bücher. Doch die Szene, die später einmal Gothic genannt werden sollte, bleibt unrepräsentiert. Zwischen 1980 und 1990 nimmt man die „Schwarzen“ als Randerscheinung wahr und versucht sie den verschiedensten Szenen zuzuordnen. Die Musik hatte schon lange ihren eigenen Weg genommen und beschrieb mit dem Begriff „Postpunk“ ganz eigene Wege. Die Anhänger dieser Musik wurden häufig als New Waver, Punks oder auch New Romantics bezeichnet, bevor Mitte der 80er endlich jemand von „Goths“ sprach. Erst zu Beginn der 90er wird die Szene als solche ernst genommen, man beginnt sie zu fotografieren, in Szene zu setzen und Bücher über sie zu schreiben. Die ersten 10 Jahre bleiben dunkel.

Genau diese Lücke möchte das „Postpunk Project“ von Andi und Marloes schließen. Marloes dürfte vielen schon durch ihre Website nowthisisgothic.tumblr.com bekannt sein, auf der sie schon seit Jahren an der Basis für das Projekt baute. Bilder aus den Jahren 1980-1990, aus allen Ländern, in denen Postpunk zum Jugendkulturellen Phänomen avancierte. Die Beiden schlossen sich zusammen und planten, ein Buch herauszubringen. Ein Buch über den Postpunk, gefüllt mir Bilder aus privaten Archiven, die sonst wohl dem Zahn der Zeit zum Opfer gefallen wären.  Den ganzen Artikel lesen… »


20 Juli

Pfingstgeflüster 2012 – Eine gemeinsame Reise

von Kategorie: Bücher und ZeitschriftenDiskussion: 6 Kommentare

Pfingstgeflüster 2012 - CoverDer Alltag hat uns längst eingeholt. Stress, Konzentration und wiederkehrende Abläufe könnten unsereins in eine tiefe Depression stürzen, wären da nicht die Erinnerung an ein Pfingstwochenende. Das Wave-Gotik-Treffen 2012 ist vorbei und wieder einmal fehlen manchen die Erinnerungen in Geschichten und Bildern. Das Pfingstgeflüster, dass nunmehr zum siebten Mal erscheint, verspricht Abhilfe. Auf 92 Seiten tummeln sich wieder einmal viele erwartet gute und überraschend großartige Artikel verschiedener Autoren, die eine andere Seite des WGT zeigen und vielleicht sogar dem Wiederholungsbesucher eine neue Sichtweise verschaffen, während der Neuling erstaunt feststellen muss, dass Gothic doch mehr ist als Musik und schwarze Klamotten.

Ich möchte einen kleinen Einblick in die Themenvielfalt gewähren und kann dennoch nicht das ganze Werk mit Worten begleiten. Tatsache ist, dass ich mir keine bessere Zeitschrift für das WGT vorstellen könnte und das nicht nur, weil ich wie bereits 2011 einen Artikel beisteuern durfte. Den ganzen Artikel lesen… »


19 März

Informationen, Links und Literatur zu den Szenewurzeln der schwarzen Subkultur

von Kategorie: Bücher und Zeitschriften, HintergründeDiskussion: 12 Kommentare

Bild vom Abney Park LondonWie war das denn einmal? Also früher jetzt? Von einer Leserin erreichte mich über das Kontaktformular die Frage, ob ich Literatur- oder Linkvorschläge hätte, um mehr über die Szeneanfänge zu erfahren. Als „Szenefrischling“, wie sie sich selbst bezeichnet, hätte man es nicht leicht, die Wurzeln der Szene freizulegen.

Dem stimme ich uneingeschränkt zu und möchte gleich vorausschicken, dass selbst alte „Szenehasen“, Autoren von einschlägiger Literatur und Betreiber von Internetseiten nicht einig darüber sind, wo die Wurzeln dieser „Szene“ liegen. Sicher, Ende der 70er Jahre begann es mit der Musik. Was folgte waren die Fans der Musik, die sich anders kleideten und anders dachten. Sie begründeten damit nicht nur eine modische Szene voller Provokation, sondern auch eine Subkultur mit eigenen Inhalten, Interessen und Leidenschaft.

Was sich daraus entwickelte, ist nur schwer zu greifen. Nach und nach erachteten Zeitschriften die Mode und die jungen Anhänger einschlägiger Bands als interessant genug, um darüber zu schreiben. Die Szene wuchs, wurde als Markt entdeckt und als Aufhänger der unterschiedlichsten Vorurteile. Doch als man Ende der 80er den Tod der Szene prognostizierte, geschah etwas sehr seltsames, denn die Totgesagte lebte weiter. Vom Fall der Mauer bereichert, entwickelte man ein reges Eigenleben. Neue Bands, neue Musikrichtungen, neue Magazinen, neue Inhalte und gemeinsame Festivals traten auf den Plan. Sie sind heute immer noch die Grundlage gemeinsamer Identifikation und gleichzeitig auch Motor der Ausdifferenzierung.

Wer sich heute als Szenefrischling sieht und darüber hinaus etwas über die Vergangenheit erfahren möchte, trifft auf unerwartete Widerstände und eine ausgesprochene Vielfalt. Gäbe es einen ultimativen Szenerückblick, würde es nicht lange dauern, bis ein anderer Rückblick kommt, der etwas ganz anderes behauptet. Ganz falsch sind beide nicht, aber auch nicht ganz richtig.

Das wichtigste, was ich Einsteigern und Interessierten mit auf den Weg geben möchte, ist sich seine eigene Meinung zu bilden. Daran führt kein Weg vorbei. Es ist mühsam, schwierig und komplex, keine Frage. Und dennoch ist es unheimlich bereichernd zu erkennen, dass da mehr ist als Musik und Klamotten. Im folgenden Artikel sind ein paar Tipps, die ich persönlich für relevant halte und die Grundlage meiner Sichtweise sind. Ich bitte jeden Leser ihn durch eigene Informationen und Link- sowie Literaturtipps zu erweitern. Den ganzen Artikel lesen… »