18 März
Too much Future - Ost!Punk
Von eben dieser Zeit berichtet Carsten Fiebelers Dokumentation Too much Future — Ost!Punk, der bereits 2007 fertiggestellt wurde. Darin erzählen zwei Frauen und vier Männer von ihren unterschiedlichen Lebensentwürfen, deren Gemeinsamkeit der Schnittpunkt Punk ist die sich alle während ihrer Zeit mit der Freiheitsberaubung durch den Staat DDR auseinandersetzen mussten. Während die Punk im Westen gegen die Atomkraft protestierten und ihre Abneigung gegen den Staat offenbarten, war das Leben des Punk im Osten des Landes geprägt von dem ewigen Zwiespalt und der Gratwanderung zwischen Provokation und Knast. Der Film lebt dabei von den sehr lebhaft erzählten Geschichten und den Einspielungen von Videoschnipseln und Super-8-Filmen dieser Zeit. Interessant ist jeder einzelne, das was er einmal war steht nicht immer in Harmonie mit dem, was aus den sechsen geworden ist.
Neben Jürgen Teipels Buch Verschwende deine Jugend zeigt diese Dokumentation den fehlenden Teil der Gesamtdeutschen Geschichte des Punk. Die eigentlich völlig gleichen Ideen in verschiedenen staatlichen Systemen zu sehen, hat ihren ganz eigenen Reiz und erweitert den eigenen Horizont. Die Auswahl der Protagonisten des Films erscheint nicht zufällig sehr exklusiv, denn schon im Vorfeld hat sich das Team um die Dokumentation intensiv mit Menschen und Persönlichkeiten befasst und präsentiert mit den Interviewpartnern einen feinen Schnitt durch die alte und neue Punkszene der DDR.
Bei Good!Movies ist der Film für rund 13€ zu bestellen, Google liefert die Mäusekinoversion, die ich euch nicht vorenthalten möchte und die hier in voller Länge zu sehen ist. Für jeden Interessierten oder Ehemaligen gehört dieser Film aber zum Pflichtprogramm und sollte in keinen spießbürgerlichen EX-Punk Regal fehlen. Die DVD Version ergänzt die Dokumentation mit vielen der zu Grunde gelegten Film im Originalformat und Interviews mit den Regisseuren, sowie zahlreichen exklusiven Fotos.
Film: ost!Punk — too much future — Dokumentarfilm 2007
Regie: Carsten Fiebeler, Michael Boehlke
Darsteller: Cornelia Schleime, Colonel, Daniel Kaiser, Bernd Stracke, Mita Schamal, Mike Göde
Laufzeit: 93 Minuten
Die Dokumentation gibt es übrigens bei Google Video in voller Länge zu sehen, es langt zwar nur für ein Mäusekino, reicht aber um einen vernünftigen Einblick zu bekommen und sich nicht nur auf den mageren Trailer zu verlassen. (via Kraftfuttermischwerk)
(Bildquelle: Amazon)
Veröffentlicht von Robert
Robert berichtet über alle Facetten der schwarzen Szene und ist aktiver Verfechter der deutschen Meckerbewegung. Überzeugter Gruftie mit einem Hang zum Vergangenem, der jedoch unverbesserlich optimistisch ist und stets positiv denkt. Du findest mich auch
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Kategorie: Schwarze Leinwand
Schlagwort: 80er, DDR, Osten, Punk, video

