18 März

Too much Future - Ost!Punk

Kategorie: Schwarze Leinwand — Jahrgang: 2009Keine Kommentare

 

Von eben die­ser Zeit berich­tet Cars­ten Fie­be­lers Doku­men­ta­tion Too much Future — Ost!Punk,  der bereits 2007 fer­tig­ge­stellt wurde. Darin erzäh­len zwei Frauen und vier Män­ner von ihren unter­schied­li­chen Lebens­ent­wür­fen, deren Gemein­sam­keit der Schnitt­punkt Punk ist die sich alle wäh­rend ihrer Zeit mit der Frei­heits­be­rau­bung durch den Staat DDR aus­ein­an­der­set­zen muss­ten. Wäh­rend die Punk im Wes­ten gegen die Atom­kraft pro­tes­tier­ten und ihre Abnei­gung gegen den Staat offen­bar­ten, war das Leben des Punk im Osten des Lan­des geprägt von dem ewi­gen Zwie­spalt und der Grat­wan­de­rung zwi­schen Pro­vo­ka­tion und Knast. Der Film lebt dabei von den sehr leb­haft erzähl­ten Geschich­ten und den Ein­spie­lun­gen von Video­schnip­seln und Super-8-Filmen die­ser Zeit. Inter­es­sant ist jeder ein­zelne, das was er ein­mal war steht nicht immer in Har­mo­nie mit dem, was aus den sech­sen gewor­den ist.

Neben Jür­gen Tei­pels Buch Ver­schwende deine Jugend zeigt diese Doku­men­ta­tion den feh­len­den Teil der Gesamt­deut­schen Geschichte des Punk. Die eigent­lich völ­lig glei­chen Ideen in ver­schie­de­nen staat­li­chen Sys­te­men zu sehen, hat ihren ganz eige­nen Reiz und erwei­tert den eige­nen Hori­zont. Die Aus­wahl der Prot­ago­nis­ten des Films erscheint nicht zufäl­lig sehr exklu­siv, denn schon im Vor­feld hat sich das Team um die Doku­men­ta­tion inten­siv mit Men­schen und Per­sön­lich­kei­ten befasst und prä­sen­tiert mit den Inter­view­part­nern einen fei­nen Schnitt durch die alte und neue Punk­szene der DDR.

Bei Good!Movies ist der Film für rund 13€ zu bestel­len, Google lie­fert die Mäu­se­ki­no­ver­sion, die ich euch nicht vor­ent­hal­ten möchte und die hier in vol­ler Länge zu sehen ist. Für jeden Inter­es­sier­ten oder Ehe­ma­li­gen gehört die­ser Film aber zum Pflicht­pro­gramm und sollte in kei­nen spieß­bür­ger­li­chen EX-Punk Regal feh­len. Die DVD Ver­sion ergänzt die Doku­men­ta­tion mit vie­len der zu Grunde geleg­ten Film im Ori­gi­nal­for­mat und Inter­views mit den Regis­seu­ren, sowie zahl­rei­chen exklu­si­ven Fotos.

Film: ost!Punk — too much future — Doku­men­tar­film 2007
Regie: Cars­ten Fie­be­ler, Michael Boehlke
Dar­stel­ler: Cor­ne­lia Schleime, Colo­nel, Daniel Kai­ser, Bernd Stra­cke, Mita Scha­mal, Mike Göde
Lauf­zeit: 93 Minuten

Die Doku­men­ta­tion gibt es übri­gens bei Google Video in vol­ler Länge zu sehen, es langt zwar nur für ein Mäu­se­kino, reicht aber um einen ver­nünf­ti­gen Ein­blick zu bekom­men und sich nicht nur auf den mage­ren Trai­ler zu ver­las­sen. (via Kraft­fut­ter­mi­sch­werk)

(Bild­quelle: Ama­zon)

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Robert berichtet über alle Facetten der schwarzen Szene und ist aktiver Verfechter der deutschen Meckerbewegung. Überzeugter Gruftie mit einem Hang zum Vergangenem, der jedoch unverbesserlich optimistisch ist und stets positiv denkt. Du findest mich auch auf Facebook und Google+ oder auch bei Twitter.

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