13 September

Depeche Mode - 101

Kategorie: Schwarze Leinwand — Jahrgang: 20092 Kommentare

Depeche Mode - 101Mit ihrem Album Music for the Mas­ses lös­ten sich Depe­che Mode von den dunk­len und düs­te­ren Klän­gen des Vorgänger-Albums Black Cele­bra­tion. Die Songs auf dem neuen Album klan­gen pop­pi­ger und viel­fäl­ti­ger, durch das digi­ta­li­sie­ren von Instru­men­ten wie Gitarre, Akkor­deon, Flöte oder auch Kla­vier ver­schaffte sich die Band mehr musi­ka­li­schen Spiel­raum.  Eine Tour mit 101 Kon­zer­ten soll auch in den USA für Erfolg sor­gen. Das ehr­gei­zige Pro­jekt reizte auch Fil­me­ma­cher D.A. Pen­ne­baker, der sich mit Doku­men­ta­tio­nen über Bob Dylan, David Bowie und Jimi Hen­drix schon einen Namen machte und einen Kon­zert­film über die Tour dre­hen will.

Mit der 101 Kon­zerte umfas­sen­den Tour­nee, mar­kierte Depe­che Mode einen Kar­rier­ehö­he­punkt und bewies ein­drucks­voll, das sie auch die Fans in den Staa­ten für ihre Musik begeis­tern konnte. Mit dem Album und der Tour schaffte Depe­che Mode den kom­mer­zi­el­len Durch­bruch in den USA und wan­delte sich von der Hal­len fül­len­den Synthie-Band  zum wasch­ech­ten Stadion-Act.

Depeche Mode Rosebowl Stadium 1988Als die Band den Wunsch äußerte für das letzte Abschluss­kon­zert ihrer 101-Tour das Pasa­dena Rose­bowl Sta­dium zu mie­ten, stie­ßen sie inner­halb des Manage­ments auf Wider­stand, nie­mand wusste ob sie es schaf­fen wür­den, die rie­sige und legen­däre  Arena zu fül­len. Die Tour durch die USA war bis dahin sehr erfolg­reich ver­lau­fen, was dem uner­müd­li­chen Ein­satz der Col­lege Radios und der ein­ge­schwo­re­nen Fan­ge­meinde zu ver­dan­ken ist und nicht durch Char­ter­folge, denn hier waren die Eng­län­der noch lange nicht so ange­sagt wie in Europa. Dort wo keine Unter­stüt­zung durch Radio-Sender statt­fand, blie­ben auch die Besu­cher aus, in Nash­ville spiel­ten sie vor 2.000 Fans. Am 18. Juni 1988 kamen 60.4531 ame­ri­ka­ni­sche Jugend­li­che zum Kon­zert einer bri­ti­schen Synthie-Popband aus England.

Obwohl Pen­ne­baker die Musik der Bri­ten fremd ist und für ihn zu Anfang alles gleich klingt2, schafft er mit dem Kon­zert­film ein Por­trait einer Band und ihrer Fans, das sich frei von Kli­schees und Vor­ur­tei­len prä­sen­tiert. Wich­ti­ger Bestand­teil des Films ist neben zahl­rei­chen Kon­zert­aus­schnit­ten eine Gruppe Jugend­li­cher Fans, die von der Ost– zur West­küste im Bus zum Kon­zert rei­sen. Man sieht die Fans beim Tan­zen und Ein­kau­fen, bei ihren Fami­lien und bei ihrer Reise im Bus bis letzt­end­lich zum 101. Kon­zert. Eine sehr frühe Form einer Real-Life Soap, die sich zwar schnell abnutzt aber ein rea­lis­ti­sches Bild der Fans von Depe­che Mode im Jahre 1988/89 zeichnet.

depechemodeAuf der DVD befin­den sich zwei wei­tere Songs, die auf der Ori­gi­nal VHS nicht erschie­nen sind, »Some­body« und »Plea­sure Little Tre­a­sure«, außer­dem ist der Film mit Kom­men­ta­ren von Dave Gahan, Mar­tin Gore und And­rew Flech­ter unter­legt. Für die Inter­views besucht Pen­ne­baker die drei auch zu Hause.  Selbst drei der mitt­ler­weile nicht mehr Jugend­li­chen der Bus-Tour konnte man noch aus­gra­ben die erzäh­len, was aus ihnen gewor­den ist. Der 1995 aus­ge­stie­gene Alan Wil­der der im Film so schön vom Ein­satz des Key­boards berich­tet und das Geheim­nis lüf­tet warum Depe­che Mode ohne Drum­mer tourt möchte nicht mehr von der Par­tie sein, schade eigent­lich. Ebenso schade sind die deut­schen Unter­ti­tel, die man sich für den Film gespart hat.

Über das Kon­zert selbst muss ich nicht viele Worte ver­lie­ren, viel­leicht einige Gedan­ken warum eben die­ses Kon­zert so legen­där ist. Ich Gegen­satz zu ande­ren Bands die­ser Zeit beruht der Erfolg von Depe­che Mode zu die­ser Zeit nicht etwa auf Char­ter­folge oder ein höl­li­sches Mar­ke­ting son­dern auf der sehr akti­ven Fan­ge­meinde und dem Ein­satz vie­ler Radio­sen­der. Wäh­rend auf vie­len ande­ren Kon­zer­ten viel mehr Besu­cher und Gäste zu sehen sind, han­delt es sich beim Groß­teil der über 60.000 anwe­sen­den um echte Fans, von denen nahezu alle den Titel Ever­y­thing Counts mit­sin­gen kön­nen. Gän­se­haut pur.

Inhalt der 2er DVD Box

  • 101 — Der Film
  • Live At The Pasa­dena Rose Bowl, June 18th 1988:
    1. Mas­ter And Servant
    2. Pimpf
    3. Behind The Wheel
    4. Stran­gelove
    5. Blas­phe­mous Rumours
    6. Strip­ped
    7. Some­body
    8. Black Cele­bra­tion
    9. Plea­sure Little Treasure
    10. Just Can’t Get Enough
    11. Ever­y­thing Counts
    12. Never Let Me Down Again
    13. Ever­y­thing Counts (Music Video)
  • Inter­views with DM, Daniel Mil­ler, Jona­than Kessler
  • Inter­views with the fans — Where are they now?

Fazit: Der Film und das Kon­zert las­sen wir mal unbe­wer­tet, sonst würde die Bewer­tung sicher­lich den Rah­men spren­gen. Die DVD Pro­duk­tion ist gut, obwohl die feh­len­den Unter­ti­tel sehr sträf­lich sind und auch von den Inter­views und Anek­do­ten nicht wie­der wett­ge­macht wer­den kön­nen. Die Auf­be­rei­tung ist dezent aus­ge­fal­len, die Qua­li­tät gegen­über der VHS konnte leicht gestei­gert wer­den, die bei­den Bonus­stü­cke sor­gen dann doch noch für einen gelun­ge­nen Abschluss. Depe­che Mode Fans soll­ten zuschla­gen, auch wenn sie die VHS bereits ihr eigen nen­nen können.

(Bild­quel­len: Cinema City)
  1. Aus der Film und der Bio­gra­fie Strip­ped von Jona­than Mil­ler, Seite 256 (bei Google Books) []
  2. Aus einem auf der DVD ent­hal­te­nen Inter­view mit D.A. Pen­ne­baker []

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Veröffentlicht von

Robert berichtet über alle Facetten der schwarzen Szene und ist aktiver Verfechter der deutschen Meckerbewegung. Überzeugter Gruftie mit einem Hang zum Vergangenem, der jedoch unverbesserlich optimistisch ist und stets positiv denkt. Du findest mich auch auf Facebook und Google+ oder auch bei Twitter.

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2 Kommentare

  1. Was soll man da noch viel dazu sagen.. Eine der geni­als­ten Bands!

  2. schööön

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