19 Oktober

Dead Snow

Kategorie: Schwarze Leinwand — Jahrgang: 20094 Kommentare

dead snow coverZom­bies sind ja ganz schwer ange­sagt. Die Begeis­te­rung für die Zombie-Walk’s bei denen man als Zom­bie ver­klei­det und geschminkt mög­lichst authen­tisch durch die Stra­ßen der nächst bes­ten Groß­stadt zieht, schürt natür­lich auch das Ver­lan­gen nach ent­spre­chen­den Vor­la­gen.  Der nor­we­gi­sche Strei­fen Dead Snow (Toter Schnee) bringt gleich 2 Genre auf die Lein­wand und mischt Nazis und Zom­bie zu…? Völ­lig rich­tig, Nazi-Zombies.

Die Geschichte ist erfri­schend ein­fach gehal­ten und beschränkt sich dabei auf das wesent­li­che. Eine Gruppe jun­ger Men­schen ver­bringt die Ferien in den nor­we­gi­schen Ber­gen um dort dem Win­ter­sport zu frö­nen. Wäh­rend man in einer alten Hütte auf die ver­meint­lich vor­aus­ge­wan­derte Freun­din war­tet, taucht eine alter Wan­de­rer auf, der von einer Haar­sträu­ben­den Geschichte berich­tet: »Einst dien­ten die Berge der maro­die­ren­den, vom gefürch­te­ten Gene­ral Her­zog (Örjan Gamst) ange­führ­ten SS-Truppe »Ein­satz« als Zuflucht. Als das Trei­ben der Nazis der Lokal­be­völ­ke­rung zu bunt wurde, nah­men sie Heu­ga­bel und Fackel in die Hand und ver­trie­ben die Besat­zer in die ver­schnei­ten Berge — einem eisi­gen Tod ent­ge­gen. Seit­dem ist das Gebirge ver­flucht, so die Mah­nung»1 Natür­lich glau­ben ihm die jun­gen Urlau­ber kein Wort bis ihnen nach eini­gen abson­der­li­chen Vor­komm­nis­sen bewusst wird, das der alte Mann die Wahr­heit sprach. Es ent­brennt ein erbit­ter­ter Kampf um Leben und Tod.

dead snow szeneGlück­li­cher­weise bezeich­net sich der Film als Horror-Komödie und ist in vie­len Tei­len herr­lich über­spitzt dar­ge­stellt was den Fun-Faktor deut­lich erhöht. Die Mischung aus vie­len Ein­flüs­sen macht sich in mei­nen Augen sehr ange­nehm bemerk­bar, Nazis im ver­schnei­ten Nor­we­gen gab es schon in Kenn­wort: »Schwe­res Was­ser«, auch die Suche nach einer ver­schol­le­nen Truhe mit Gold ken­nen wir schon aus Fluch der Kari­bik. Auch die Anlei­hen an Filme wie Tanz der Teu­fel, in denen eben­falls junge Leute in einer Hütte mit Zom­bies fer­tig wer­den müs­sen ist mehr als deutlich.

Der Film lässt sich dabei in zwei Hälfte tei­len. Wäh­rend man in der ers­ten Hälfte ver­sucht eine gewis­sen Span­nung zu erzeu­gen und mehr einem Gru­sel­film ähnelt, ver­wan­delt sich der Film anschlie­ßend in eine blu­tige Schlacht im kon­trast­rei­chen Schnee, die kei­nen Aspekt der Splat­ter­filme aus­lässt. Gedärme, abge­ris­sene Glied­ma­ßen und Köpfe, Ket­ten­sä­gen, Knüp­pel und Häm­mer — hier ist wirk­lich für jeden etwas dabei.

Als anspruchs­volle Kost geht der Film dabei kei­nes­wegs durch, eher als Par­ty­film mit Freunde, der mit einer anstän­di­gen Pizza und eis­kal­ten Geträn­ken sicher­lich der Höhe­punkt eines gemüt­li­chen Abends wer­den könnte, einen ent­spre­chend soli­den Magen oder ein­schlä­gige Splatter-Film Erfah­rung vor­aus­ge­setzt. Ein wirk­lich gelun­ge­ner Film, den die Nor­we­ger da fabri­ziert haben, der Humor ist zwar stel­len­weise etwas flach, die gelie­ferte Bil­der aber gelun­gen. Aus­ge­dehnte Kunst­blutschlach­ten, gelun­gene Kos­tü­mie­rung und eine Hand voll bedien­ter Kli­schees erfül­len das Genre Horror-Komödie sehr gut.

(Bild­quelle: Cover, Film­szene)
  1. Aus der Film­kri­tik von Jan Hamm zu Dead Snow auf Filmstarts.de []

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Veröffentlicht von

Robert berichtet über alle Facetten der schwarzen Szene und ist aktiver Verfechter der deutschen Meckerbewegung. Überzeugter Gruftie mit einem Hang zum Vergangenem, der jedoch unverbesserlich optimistisch ist und stets positiv denkt. Du findest mich auch auf Facebook und Google+ oder auch bei Twitter.

Kategorie: Schwarze Leinwand
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4 Kommentare

  1. wer kennt das lied was ganz am anfang bei dead snows kommt????

  2. Meinst du das Lied in dem Trai­ler? Das ist: Benea Reach — Awakening

  3. Wie heißt das Lied was in dem Film am Anfang in der Auto­s­cene im Radio gespielt wird?

    MFG Leo­nard

  4. CC Cow­boys — Harry (1990)

    Ich fand den Film übri­gens furcht­bar unko­misch. Zom­bie­strei­fen sagen mir aller­dings gene­rell nicht so zu.

    Viel tra­shi­ger fand ich hin­ge­gen die »Feast«-Trilogie. Total behäm­mert und flach, aber durch­aus gespickt mit komi­schen und bös­ar­ti­gen Sze­nen (Baby-Szene :D). Mit »Feast 2″ wird dann wohl pri­mär das männ­li­che Geschlecht bedient. Zumin­dest kann man sich über die weib­li­chen Dar­stel­ler kaum beschweren. ;)

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