Sub­kul­tur („Unter­kul­tur”) beschreibt seit den 40ern eine Unter­gruppe von Men­schen einer Kul­tur, die sich im Hin­blick auf Nor­men deut­lich von der urps­rüng­li­chen Kul­tur abgren­zen. Spon­tis beschreibt die vor­herr­schen­den, haupt­säch­lich dunkle Sze­nen und möchte zei­gen, das es sich dabei nicht um ein rein jugend­li­ches Phä­no­men han­delt son­dern nur eine Form der Selbst­ver­wirk­li­chung. In vie­len klei­nen Arti­kel zu dem Thema beschreibt Spon­tis ein­zelne Sub­kul­tu­ren und deren Akteure und möchte hel­fen, Vor­ur­teile und Kli­schees abzu­bauen. Ein Über­blick kann nie­mals voll­stän­dig sein, denn stän­dig ent­wi­ckeln sich neue Sub­kul­tu­ren und Szenen.

  • Sub­kul­tur! — Pop­perBei­trag vom 12. Dezem­ber 2009 — 3. Über­ar­bei­tung
    30 Jahre ist es jetzt her, da spal­tete sich die Jugend des deut­schen Repu­blik in zwei grund­sätz­li­che Lager, die sich . Ent­we­der man war ein Pop­per oder ein Proll. Vor­bei die Zei­ten in denen sich die Jugend enga­gierte, auf die Straße ging um für ihre Rechte und eine neue, bes­sere Bil­dungs­po­li­tik demons­trier­ten. Die musi­ka­li­sche Revo­lu­tion in zeris­se­nen Kla­mot­ten und bun­ten Haa­ren, in der man sich sei­nen Frust gegen das Sys­tem und die eige­nen Exis­tenz aus dem Leibe brüllte, nein das eig­nete sich nicht für diese Jugend­li­chen. Wäh­rend die Punks „No Future” pro­pa­gier­ten und sich gegen das Esta­blish­ment auf­lehn­ten ent­schied man, sich wie­der ein eige­nes aufzubauen.
  • Sub­kul­tur! — Cyber­gothicBei­trag vom 3. Okto­ber 2009 — 5. Über­ar­bei­tung
    Schon die Über­schrift ist ver­wir­rend und kon­tro­vers zugleich. Cyber­goth lässt ver­mu­ten das es sich bei die­ser Jugend­kul­tur um einen direkt Able­ger der Gothic-Szene han­delt. Die Cyber­gothics sind aber eine Cross-Over Kul­tur, die sich aus vie­len unter­schied­li­chen Sti­len und Ein­flüs­sen zusam­men­setzt.  Visual Kei, Techno, Punk, Rive­thea­dund Gothic fusio­nie­ren beim Cyber zu einer neuen, rein äußer­lich und optisch inspi­rier­ten Sub­kul­tur. Die Anzahl der tat­säch­li­chen äußer­li­chen Gemein­sam­kei­ten zum Gothic sind sehr gering.
  • Sub­kul­tur! — Steam­punkBei­trag vom 16. Juni 2009 — 2. Über­ar­bei­tung
    Wer jetzt glaubt, es gibt Punks denen Dampf aus den Ohren pfeift, ist schief gewi­ckelt. Steam­punk ist eigent­lich ein ganz inter­es­san­tes Wort­spiel, um den Zusam­men­hang zu ver­ste­hen müs­sen wir uns kurz mit dem Begriff Punk aus­ein­an­der­set­zen. Punk ist eigent­lich ein Schimpf­wort für Ver­lie­rer und Outs­ider, das noch vor der gleich­na­mi­gen Jugend­kul­tur 1976 Ver­wen­dung fand, so musste sich selbst Mar­lon Brando 1953 im Film „The Wild One” von einem Klein­städ­ter als Punk beschimp­fen las­sen. Der Dampf (engl. Steam) als sol­ches hat im Steam­punk eine beson­dere Bedeu­tung, denn in die­ser Fan­tasy­welt treibt der Dampf nicht nur die Dampf­ma­schi­nen an, son­dern auch Raum­schiffe, Luft­fahr­zeuge und Com­pu­ter die in der Haupt­sa­che aus Kup­fer, Mes­sing und Holz bestehen.
  • Sub­kul­tur! — Hor­ror­punkBei­trag vom 22. April 2009 — 1. Über­ar­bei­tung
    „Hor­ror­punk ist die per­fekte Mischung aus Punk-Rock, Rocka­billy, Gothic und Heavy Metal, gepaart mit der Atmo­sphäre klas­si­scher Hor­ror­filme und dem Trash-Faktor der 50er Jahre Grusel-Comics. Hor­ror­punk ist düs­ter und sub­ver­siv aber gleich­zei­tig lebens­be­ja­hend und ein Garant für gute Laune”. Schöne Zusam­men­fas­sung, nicht von mir son­dern von Thors­ten Wilms, Chef von Fien­d­force Records, einem der bekann­tes­ten Label für das Hor­ror­punk Genre. Aber eins nach dem anderen…
  • Sub­kul­tur! — Indus­tri­alsBei­trag vom 05. Februar 2009 — 2. Über­ar­bei­tung
    Trägt vor­nehm­lich Carg­o­ho­sen und andere mit D-Ringen ver­zierte Klei­dungs­stü­cke, die stark an die Lade­flä­che eines Passat-Kombi erin­nern, gerne trägt er Ober­be­klei­dung mit der Dar­stel­lung von Zahn­rä­dern und Alt­deut­scher Schrift. Tanzt als Extre­mi­tä­ten­schwin­ger und braucht dazu oft eine eigene Bühne, da er sonst seine Mit­men­schen mit dem Her­um­wer­fen der Arme leicht ver­let­zen kann.  1975 auch Aus­druck einer Kunst­form hat die Szene ihren Namen vom gleich­na­mi­gen Plat­ten­la­bel Indus­trial Records. Von Laien oft­mals mit Krach ver­wech­selt gehört das expe­ri­men­tie­ren mit offen­sicht­lich unge­eig­ne­ten Gegen­stän­den als Instru­ment zur künst­le­ri­schen Frei­heit. Frü­her hörte man Ein­stür­zende Neu­bau­ten und Throb­bing Gristle, heute hört man eher KMFDM und Ministry.
  • Sub­kul­tur! — Visual KeiBei­trag vom 21. Januar 2009 — 3. Über­ar­bei­tung
    Visual kei (japa­nisch: vijuaru kei) lässt sich sinn­ge­mäß als  „visu­elle Her­kunft” übersetzen.Es han­delt sich dabei um eine Szene die eine ganze Reihe von Aspek­ten in sich ver­eint. So ent­wi­ckelte sie sich nicht aus der ursprüng­li­chen Musik, dem J-Rock oder J-Pop son­dern aus dem auf­tre­ten der Band­mit­glie­der das stark an einen Mensch gewor­de­nen Aus­gabe eines Manga oder Anime. Zunächst habe ich mich ein wenig gesträubt einen der­ar­ti­gen Arti­kel hier auf­zu­neh­men, ent­schloss mich aber zur akti­ven Auf­klä­rungs­ar­beit und möchte euch meine Recher­chen und Mei­nun­gen nicht vorenthalten.
  • Sub­kul­tur! — Gothic RockerBei­trag vom 18. Dezem­ber 2008 — 1. Über­ar­bei­tung
    Die Anhän­ger sind im Schnitt über 30 und tra­gen noch die glei­che Jeans­ja­cke, die sie sich vom Jugend­wei­he­geld gekauft haben. Das war eben­falls der Tag, an dem sie von Mutti das letzte Mal zum Fri­seur geschickt wur­den, gene­tisch beding­tem Haar­ver­lust begeg­nen sie mit Igno­ranz. Sie hal­ten Kiew für den Erfin­der der Sta­lin­or­gel und mit ihren Bier­kon­sum könn­ten sie bei „Wet­ten dass” auf­tre­ten. Fälsch­li­cher­weise wird auch die Musik von deut­schen Bands wie Oomph! oder Ramm­stein als Gothic Rock bezeich­net. Die Künst­ler leh­nen diese Kate­go­ri­sie­rung aller­dings ab. Hör­ten Sis­ters Of Mercy ohne Ofra-Haza-Gesang, Dre­ad­ful Shadows und hören heute Lon­don after Mid­night und The Cult.
  • Sub­kul­tur! — Mit­tel­al­ter­gruf­tiesBei­trag vom 13. Dezem­ber 2008 — 2. Über­ar­bei­tung
    Der Mit­tel­al­ter­gruf­tie glaubt an das roman­ti­sche Mit­tel­al­ter. Man nennt sie auch beweg­li­chen Glo­cken­spiele, die Stra­ßen wan­deln und per­ma­nent bim­meln. Sie leben in dem Glau­ben, das Mit­tel­al­ter besteht nur aus Musik, Rit­ter­fest­spie­len und Hand­wer­kern. Dis­kus­sio­nen über Mund­fäule, Pest, Vier­tei­lung und Hexen­ver­fol­gung gehen sie durch melo­di­schen Sing Sang geschickt aus dem Weg. Lie­ben das Rol­len­spiel ohne Peit­sche und wer­den in den Som­mer­mo­na­ten in Auf­fang­la­gern, den soge­nann­ten Mit­tel­al­ter­märk­ten, gehal­ten. Tra­gen gerne Gewan­dung, Kor­sette und aus­lan­dene Klei­der zu Leder­lat­schen, vor­nehm­lich lange Haare im Natur­kos­me­tik­look. Hörte und hört Sub­way to Sally, Cor­vus Corax, Faun und Schandmaul.
  • Sub­kul­tur! — BatcaveBei­trag vom 2. Dezem­ber 2008 — 5. Über­ar­bei­tung
    Der Batca­ver ist der pun­kigste aller Gruf­ties. Mar­ken­zei­chen sind Iro­ke­sen­fri­sur oder hoch­tou­pierte Haare, die oft­mals mit pin­ken oder grü­nen Farbe ver­se­hen sind, am liebs­ten in Neon. Netz­hem­den, Hand­schuhe und Strumpf­ho­sen trägt man grund­sätz­lich kaputt, eine kleine Indus­trie ver­sorgt den Batca­ver sogar mit vor­kon­fek­tio­nier­ten Löchern in Strumpf­ho­sen. In der sonst düs­te­ren Umge­bung mit trau­ri­gen Gesich­tern lacht er fre­cher­weise. In Dis­cos wird hem­mungs­los gehüpft, gerne auch mal gesprun­gen.  Den Namen hat man nicht etwa von Bat­man, son­dern einem im Juli 1982 eröff­ne­ten Club in Lon­don, dama­li­ger Kno­ten­punkt der bri­ti­schen Gothic Szene, der hat sei­nen Namen aber von Bat­man. Frü­her hörte man Alien Sex Fiend, The Spe­ci­men und Cinema Strange. Heute auch.
  • Sub­kul­tur! — Gruf­tieBei­trag vom 25. Novem­ber 2008 — 2. Über­ar­bei­tung
    Der Gruf­tie, auch Trad­goth genannt (Traditio­nal Gothic) ist der ursprüng­li­che Typ, der fest mit dem Kern der Szene ver­wur­zelt viel von der Ver­gan­gen­heit schwärmt. Er trägt selbst­ver­ständ­lich nur schwarz, auch im Som­mer. Benutzt Kajal wie andere Bunt­stifte und hin­ter­lässt damit frak­tale For­men im Gesicht. Weiß genau wie Glä­ser­rü­cken geht, fin­det mit Tar­rot­kar­ten her­aus wie es beim Fuss­ball aus­geht. Rai­ner Maria Rilke liest er auf dem Klo, sein Deo riecht nach feuch­ter Friedhofserde.
  • Sub­kul­tur! — Elec­tro­nic Body Music (EBM)Bei­trag vom 19. Novem­ber 2008 — 2. Über­ar­bei­tung
    EBM steht für Elec­tro­nic Body Music und wird vor­nehm­lich von der als Techno-Grufties benann­ten Spe­zies bevor­zugt. Ent­stand 1980 mit auf­kom­men der ers­ten bezahl­ba­ren Syn­the­si­zern, wie dem Korg MS-20. Fri­suren­tech­nisch recht unspek­ta­ku­lär, tra­gen Bri­kett­fri­sur, auch Flat­top genannt. Sehen alle ein biss­chen aus wie der junge Dave Gahan bei der Bun­des­wehr, obwohl der nie gedient hat und deren Musik höchs­tens Ein­stiegs­droge ist. Aus anfäng­li­chem Pogo ent­wi­ckelte sich der mar­schie­rende Zwei­schritt­tanz der ihn auf der Tanz­flä­che cha­rak­te­ri­siert, wo er ja eigent­lich gar nicht gese­hen wer­den will, denn sein Lieb­lings­mus­ter ist Camou­flage. Vor­schlag­ham­mer und Maschi­nen­teile nutzt er als T-Shirt Audruck und lässt keine Rück­schlüsse auf seine Berufs­wahl zu. Der EBM­ler hörte Front 242 und Nit­zer Ebb, hört jetzt Spets­naz und Dupont.
  • Sub­kul­tur! — New Roman­ticBei­trag vom 29. Okto­ber 2008 — 1. Über­ar­bei­tung
    Der auch Rüschen­gruf­tie genn­ante Goth trägt vor­zugs­weise Hem­den mit Rüschen und seine Klei­dung ist mit reich­lich Spitze und Bro­kat ver­ziert. Er ähnelt den Dar­stel­lern neu­zeit­li­cher Vam­pir­filme, ohne selbst aber Vam­pir zu sein, Filme wie „Inter­view mit einem Vam­pir” kennt er aus­wen­dig. Der melan­cho­lischste aller Gothics liebt die depri­mie­rende und tief­schür­fende Musik. Er kauft schwarze Tapete, hat kei­nen Strom­an­schluss und ein Abo vom Ker­zen­groß­han­del. Sie lesen bei Rot­wein und Ker­zen­schein düs­tere Lite­ra­tur und zele­brie­ren ihr dasein.  Mit dem Ein­bruch der Däm­me­rung wer­den sie aktiv, wenn die Sonne auf­geht mur­meln sie Flü­che. Die New Roman­tics hör­ten Human Lea­gue und Span­dau Bal­let und hören nun Goe­thes Erben, Nick Cave und Lacrimosa.
  • Sub­kul­tur! — EmoBei­trag vom 25. Sep­tem­ber 2008 — 2. Über­ar­bei­tung
    Emo´s sind keine Kuschel­tie­ren die bei Berüh­rung nach Nah­rung ver­lan­gen, Emo ist die Abkür­zung für Emo­tio­nal Hard­core, einer Musik­rich­tung die ihre Ent­ste­hung in den USA der frü­hen 90ern fei­erte. Die als mehr emo­tio­na­lere und gefühl­vol­le­rer Ver­sion des Hard­core Punks mit anspruchs­vol­le­ren Tex­ten rund um Liebe und Ver­zweif­lung gedachte Musik­rich­tung fand schnell viele Anhän­ger, gerade in der Gene­ra­tion der Jugend­li­chen. Mit Titeln wie „Ceme­tery Drive” oder „Roses for the Dead” gibt sich die Musik mor­bide, hat aber mit Gothic nicht viel zu tun. So ziem­lich jeder Emo ver­wech­selt die eige­nen hor­mon­be­grün­de­ten Pro­blem­chen mit tie­fem Welt­schmerz und lebt die­sen hem­mungs­los aus. Im abge­dun­kel­ten Zim­mer sit­zend wer­den trau­rige Gedichte ver­fasst, die größ­ten­teils in Metrik und Seman­tik ebenso gru­se­lig sind wie in der dunk­len Wortwahl.
  • Sub­kul­tur! — GothicBei­trag vom 9. Sep­tem­ber 2008 — 6. Über­ar­bei­tung
    Eigent­lich kenn­zeich­net die­ses Wort in der Form Gotik einen Bau­stil alter Gemäuer die in der rela­tiv kur­zen Epo­che von 1150 bis 1500 haupt­säch­lich Kir­chen geprägt hat. Der Köl­ner Dom ist zum Bei­spiel so ein goti­scher Bau. Den Ursprung hat die­ses Wort im ita­lie­ni­schen gotico das soviel wie fremd­ar­tig und bar­ba­risch bedeu­tet und von einem Kunst­theo­re­ti­ker Names Gior­gio Vesari als Schimpf­wort miss­braucht wurde, um sei­ner­zeit seine Gering­schät­zung für Bau­ten in die­sem Stil zu äußern. Neben vie­len ande­ren Schrift­stel­lern schrieb auch Edgar Allan Poe Schau­er­ro­mane, die im eng­li­schen als Gothic Novel bezeich­net wur­den und damit ein Genre für Romane bezeich­nen. Da kom­men wir der Sache natür­lich schon näher, so könnte man den Klei­dungs­stil und die even­tu­elle Ver­wen­dung von wei­ßer und schwar­zer Schminke in die Kate­go­rie schau­er­lich einordnen.