16 September

Wave ist eine Lebenseinstellung

Kategorie: Dunkle Vergangenheit, Schwarze Szene — Jahrgang: 200957 Kommentare

wave ist eine Lebenseinstellung teaserIst nicht meine Weis­heit, son­dern die einer gro­ßen Deut­schen Jugend­zeit­schrift in einer Aus­gabe etwa um 1986. »Warum lau­fen immer mehr Jugend­li­che in schwar­zen Kla­mot­ten, spit­zen Schu­hen und mit hoch­tou­pier­ter Mähne herum — inzwi­schen sogar in Klein­städ­ten und auf dem Land?« Hier wer­den Fra­gen auf­ge­wor­fen, die sich viele Jugend­li­che in der 80er gestellt haben. Heute erschei­nen sol­che Arti­kel und Berichte als fremd und lächer­lich, aber die Jugend­zeit­schrif­ten waren die Medien, die die Sze­nen in die Repu­blik ver­teil­ten, nach­dem sie sich im Unter­grund form­ten. Sol­che Arti­kel waren für man­che der Aus­lö­ser sich über­haupt der Szene anzu­schlie­ßen oder sich über die Waver seine Vor­ur­teile zu bil­den.
Waver, das sind die ursprüng­li­che­ren, die direk­ten Able­ger des Punk aus denen sich zeit­gleich die unter dem heute bekann­ten Ober­be­griff bekann­ten Gothic ent­wi­ckel­ten, die gab es zu die­ser Zeit noch nicht, man sprach viel­mehr von den Gruf­ties. Als ich meine ers­ten Plat­ten von Depe­che Mode hörte war ich 12, was das alles zu bedeu­ten hatte wusste ich nicht. Ich wollte es auch gar nicht wis­sen, ich fand es ein­fach geil wie die Band­mit­glie­der auf der Rück­seite der Plat­ten­hülle posier­ten. Das ich ein­mal so sein wollte war mir klar, das es noch lange dau­ern würde nicht.

Hier in der Pro­vinz bekam man sei­nen Weit­blick aus eben sol­chen Jugend­zeit­schrif­ten, von denen ich einige Arti­kel per E-Mail bekomme habe und die es ein­fach Wert sind, noch ein­mal in Wort und Bild auf­ge­ar­bei­tet zu wer­den. Was also erfah­ren wir über die Waver im Jahre 1986?

gruppenbild der waver»Wave ist eine Lebens­ein­stel­lung. Die Kla­mot­ten allein machen’s nocht nicht, obwohl das rich­tige Sty­ling natür­lich das A und O ist«, sagt Chris (16), 9. Klasse Real­schule. Sein Vater ist Chef­re­dak­teur einer Fach­zeit­schrift. »Wir Waver sind meist fröh­lich, lus­tig und lachen gern. Im Gegen­satz zu den Gruf­ties, die zwar manch­mal ähnlich gestylt, aber total arro­gant und immer trau­rig und depres­siv sind. Nichts ist schlim­mer für uns, als Leute, die bloß rum­hän­gen, sich mit Alk voll­knal­len (alko­hol­hal­tige Getränke kon­su­mie­ren, Anm. d. Red.), kei­nen Job und keine Zukunft haben. Das was Ratte macht1, in einem Abbruch­haus in Lon­don leben, das ist nichts für uns Waver.«

Marc (15), 8. Klasse Gym­na­sium, Vater Innen­ar­chi­tekt: »Was mir am meis­ten stinkt ist daß man von den Leu­ten und vor allem von Erwach­se­nen als Waver sofort mit Vor­ur­tei­len wie „aso­zial, nimmt Dro­gen, arbei­tet nicht” belegt wird. Das ist näm­lich wirk­lich nicht war. Wir wol­len alle was aus unse­rem Leben machen, aber eben auf unsere Art. Und Benetton-Klamotten, Ves­pas und Squash-Schläger brau­chen wir dazu nicht. Mein Vater fin­det mein Out­fit übri­gens ganz toll, er hat nichts dage­gen.«

Pani (16), Fri­seuse: »Waver sind auch nicht über­heb­lich gegen­über Nor­ma­los (Nicht-Waver, Anm. d. Red.). Wenn jemand nett ist, kann er ruhig im Jogging-Anzug rum­lau­fen oder im Kaschmir-Pullover. Bloß ich selbst würde das halt nicht machen. Aber des­we­gen akzep­tiere ich den ande­ren als Mensch total. Klaro. Wich­tig ist bloß, daß jemand dar­über nach­denkt über das Leben, nicht ein­fach jeden Mist mit­macht.«

Vivian (13), geht in die 7. Klasse Gym­na­sium. Ihr Vater ist Foto­graf. »Es ist eine andere Art zu leben. Wir leh­nen uns auf gegen das Her­kömm­li­che. Wir glau­ben wie­der an über­sinn­li­che Dinge, daran, daß wir Men­schen unsere Sen­si­bi­li­tät ver­lo­ren haben, daß wir uns alles mit Tech­nik und Wis­sen­schaft erklä­ren wol­len und dar­über die „Stimme in uns” ver­ges­sen. Die Men­schen frü­her — die alten Ägyp­ter oder im Mit­tel­al­ter — die haben diese Stim­men geschult, haben ver­sucht, mit über­ir­di­schen Wesen Kon­takt auf­zu­neh­men. Auch an ein Wei­ter­le­ben nach dem Tod haben sie geglaubt, genau wie wir. Des­halb sind wir auch so gern auf Fried­hö­fen.«

Judith (17), 9. Klasse Gym­na­sium, Vater Auto­händ­ler: »Genau, die alten Ägyp­ter, die finde ich toll. Ich male mir auch so Augen wie Cleo­pa­tra, weil ich das unheim­lich schön finde. Das Gesicht wird so geheim­nis­voll, ganz anders als mit der übli­chen Schminke, die man so anbie­tet. Diese grel­len Lid­schat­ten, pink­far­be­nen Lip­pen­stifte — igitt!! Da wird aus jedem Gesicht ein Einheits-Gesicht, das Indi­vi­du­elle siehst du nicht mehr, alle wer­den gleich­ge­macht.«

Clau­dia (16), 9. Klasse Gym­na­sium: »Wave ist auch Krea­ti­vi­tät; sich über­le­gen, was paßt zu mir, was gefällt mir. Sicher, wir zie­hen alle schwarze Kla­mot­ten an, aber wir kau­fen sie nicht von der Stange. Wave heißt näm­lich, indi­vi­du­ell zu sein, ein eige­nes Sty­ling zu ent­wer­fen, immer wie­der zu ändern. Das ein­zige, was ich mir kaufe, sind die Schuhe, die kann ich ja schlecht selbst bas­teln. Aber alle ande­ren Kla­mot­ten stelle ich mir zusam­men, such” sie auf dem Floh­markt, nähe sie selbst oder so.«

Was ist »Wave«?

  • schwarze Kla­mot­ten
  • Cure-Platten, Musik von »Sis­ters of Mercy«, »Dam­ned« oder »Mission«
  • Haar­spray
  • spitze Schuhe und weite Pluderhosen
  • Haare pla­t­in­blond oder pech­schwarz gefärbt
  • hoch­tou­pierte Haare
  • manch­mal rasierte Schläfen
  • mög­lichst viel Blech­schmuck, Mer­ce­des­sterne, Ket­ten, Kreuze
  • Eine Vor­liebe für Fried­höfe, düs­tere Dinge, Okkul­tis­mus, Übersinnliches

pikes

Was mögen Waver nicht?

  • Turn­schuhe und Jeans
  • Kla­mot­ten von Modefirmen
  • Jede Art von Sport
  • bunte Far­ben
  • Dau­er­wel­len
  • Heavy-Metal-Musik
  • Pop­per, Skins und Punks
  • Motor­rä­der oder Mofas

Fazit: Das stärkste an die­sem Bericht sind die Bil­der so viele Pikes auf einen Hau­fen bekommt man sel­ten zu Gesicht. Schön zu lesen, das Krea­ti­vi­tät im Vor­der­grund steht und nicht das tra­gen von gekauf­ten Kla­mot­ten, wie es heute der Fall ist. Viel­leicht aus der Not eine Tugend gemacht, denn zu die­sem Zeit­punkt gab es noch keine über­füll­ten Inter­net­shops. Sicher, es steckt auch viel Quatsch in die­sem Arti­kel und die Recher­che ist grau­en­haft, aber genau das wol­len die meis­ten in der Jugend lesen. Wir wollte nicht wis­sen wo alles her­kommt und wie alles ent­stand, son­dern wir woll­ten wis­sen was man gut fin­den muss und was nicht. Aber schreibt selbst, was ihr von die­sem Bericht hal­tet — für mich ist er ein schö­nes Anden­ken an meine Jugend.

(Bild+Textzitate: Bravo, Aus­gabe um 1985)
  1. Ratte ist die Prot­ago­nis­tin der Bravo-Foto-Love Story Ratte macht die Fliege []

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Veröffentlicht von

Robert berichtet über alle Facetten der schwarzen Szene und ist aktiver Verfechter der deutschen Meckerbewegung. Überzeugter Gruftie mit einem Hang zum Vergangenem, der jedoch unverbesserlich optimistisch ist und stets positiv denkt. Du findest mich auch auf Facebook und Google+ oder auch bei Twitter.

Kategorie: Dunkle Vergangenheit, Schwarze Szene
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57 Kommentare

  1. Da über­kommt mich wie­der eine Art von Nost­al­gie, die man eigent­lich wohl gar­nicht als sol­che titu­lie­ren kann, da ich erst 1982 gebo­ren wurde :)

    Das pseudo-tiefgründige Gela­ber und die romantisiert-verklärte Vor­stel­lung von Alter­tum und Mit­tel­al­ter haben sich ja bis heute nicht geän­dert. Aber allein schon diese Optik… Wie oft sieht man es heute in der schwar­zen Szene, dass sich jemand sol­che Mühe mit sei­nen Haa­ren gibt?
    Die Kla­mot­ten sind natür­lich nicht alle wirk­lich »schön«, aber doch irgend­wie stil­voll… Diese Plu­der­ho­sen (die man momen­tan ja glück­li­cher­weise recht gut in Läden für trend­be­wusste Teenie-Mädels bekommt), diese Pikes!
    Aber auch die auf­ge­führ­ten Bands und das Ableh­nen von Metal (ich mag ja eini­ges an Metal, aber es nervt, dass der heu­tige Nach­wuchs sowas für »Goth« hält) — hach, da war alles ein­fach noch ruhi­ger und zurück­ge­zo­ge­ner und auf eine gewisse Weise weni­ger nerv­tö­tend extro­ver­tiert (man ver­glei­che die heu­ti­gen Halb­nack­ten, und Club-Kostümierungen, die nie­mand im All­tag tra­gen würde).

    Da bedaure ich es ein­fach immer wie­der, dass ich die Szene auf diese Art gar­nicht kenn­nen­ler­nen KONNTE, ein­fach weil ich zu jung bin…

  2. Das musst du gar nicht bedau­ern. Vie­les wird auch ein wenig schön gere­det. Denn »frü­her« war die Ableh­nung gegen anders­ar­tige noch grö­ßer als heute und es war teil­weise sehr hart, kon­se­quent zu sein.

    Was ich aber im Gegen­teil sehr posi­tiv emp­finde ist die Tat­sa­che, das DU dich über­haupt damit aus­ein­an­der­setzt und nicht wie die meis­ten ande­ren nur einen Stil adap­tierst. Das ist, und ich spre­che aus Erfah­rung, in der heu­ti­gen Zeit sehr selten.

    Auch wenn alles frü­her ein wenig arro­gant und eli­tär war, so ist es heute im Gegen­teil nur noch ober­fläch­lich und inhaltslos.

    Men­schen wie DU wir­ken da wie Bal­sam für die Szene, mei­ner Mei­nung nach.

  3. Oh, vie­len Dank, das geht run­ter wie Öl :)

    Bei mir per­sön­lich ist es eben ein­fach so, dass mein Zugang zur Szene nicht pri­mär musik– oder kla­mot­ten­ori­en­tiert war. Bei mir waren eher die düs­tere Lite­ra­tur (ursprüng­lich vor allem Love­craft) und das Befas­sen mit gemein­hin als »düs­ter« erach­te­ten The­men wie ganz klas­sisch und cli­chee­haft der Tod die Fak­to­ren, die mich schon seit vie­len Jah­ren begleiten.

    Ich habe so also schon lange mein eige­nes Ding gemacht und aus sub­jek­ti­vem Antrieb her­aus schwarz und viel alter­na­ti­ven Kram wie Her­ren­rö­cke getra­gen, als ich »Gothic« noch scheiße fand und dachte, das sind alles pseudo-depressive Mittelstandskinder.

    Als ich dann irgend­wann gemerkt habe, dass die­ses so genannte »Gothic« eigent­lich irgend­wie das ist, was ich schon die ganze Zeit gelebt habe, und ich dar­auf­hin ange­fan­gen habe, mich bewusst in der Szene zu bewe­gen, da war ich wohl ein­fach schon zu alt und hatte schon zu sehr mei­nen eige­nen Kopf und mein eige­nes Ding gefun­den, als dass ich mich all zu sehr von den doch erstaun­lich kurz­le­bi­gen Trends in der Szene hätte beein­flus­sen lassen.

    Und so war ich eben eine in sich schon rela­tiv gefes­tigte Per­sön­lich­keit mit eige­nem Stil, als ich ange­fan­gen habe, mich mit der Geschichte und den Aus­prä­gun­gen der Szene zu befas­sen. Und je tie­fer man sich mit der Mate­rie beschäf­tigt, desto mehr merkt man, dass die Szene ein­fach immer weni­ger und weni­ger aus­ge­sagt hat, und je wei­ter man zurück geht, desto mehr Tiefe und Aus­sage und ehr­li­ches Lebens­ge­fühl fin­det man.
    Und auch der opti­sche Stil gefällt mir im Gro­ßen und Gan­zen deut­lich bes­ser, und so habe ich halt nach und nach ange­fan­gen, bewusst und offen­siv immer mehr Aspekte der ursprüng­li­chen Szene zu adaptieren.

    Und gerade bei Pikes merkt man es auch immer wie­der, was die­ses kleine Klei­dungs­ac­ces­soire für eine Aus­sa­ge­kraft hat. Wer sowas trägt, bei dem ist es heute auch schon fast zwangs­läu­fig ein State­ment. Dass man die alten Werte in Ehren hält, dass man »alt­mo­di­sche« Musik mag, dass man sein Grufti/Waver/Goth-sein ganz bewusst lebt etc. pp.
    Ein­fach schon des­halb, weil man sie eben nicht über­all kriegt. Weil man sich ins Zeug legen muss, um so ein Relikt der alten Schule zu bekom­men, und sich somit offen­sicht­lich damit wirk­lich aus­ein­an­der­ge­setzt hat.

  4. Ein recht unge­wöhn­li­cher Ein­stieg, in der Tat. Viel­leicht aber auch in der heu­ti­gen Zeit der ein­zig ehr­li­che. Meine ers­ten Berüh­rungs­punkte hatte ich defi­ni­tiv über die Musik, die wir damals in der Schule gehört haben. Depe­che Mode oder The Cure war bei­spiels­weise schwer ange­sagt. So strebt natür­lich auch der Wunsch auf, es dem Out­fit der Sän­ger gleich­zu­ma­chen, weil man sich eben damit iden­ti­fi­zie­ren konnte.

    Die erreichte Pro­vo­ka­tion ist dann natür­lich Bestä­ti­gung, denn unter ande­rem möchte man ja genau das erreichen.

    In den 80er war eben alles über­trie­ben Bunt, Neon in alle Varia­tio­nen und dann auch noch reich­lich davon. Das führte dann auch bei eini­gen zum schwarz, der Ableh­nung der bun­ten Welt, das geht mir heute auch noch sehr oft so. Man möchte sich natür­lich nie in eine Schub­lade drü­cken las­sen, denn aus mir unbe­kann­ten Grün­den wirkt das offen­bar immer dif­fe­ren­zie­rend. Wie du schon sagst, man lebt sei­nen eige­nen Stil, der sich nicht allein aus dem Sty­ling zusammensetzt.

    Die Ent­wick­lung zu einer eige­nen Per­sön­lich­keit beginnt wohl in der Jugend, sie endet aber bei dem einen frü­her, bei dem ande­ren spä­ter. Ich habe mich immer wie­der in ande­ren Sze­nen ver­sucht und bin dann doch immer wie­der zurück­ge­kehrt, was bei mir dann letzt­end­lich zu einem Bewusst­sein und zu einer Fes­ti­gung geführt hat. Bei man­chen (vie­len) stellt sich nie eine Fes­ti­gung ein, die las­sen sich immer noch ver­bie­gen, umer­zie­hen, mit­rei­ßen und anste­cken, wie immer man das sehen möchte.

    Bei opti­schen Stil gehe ich einen ähnli­chen Weg, wenn auch mit ande­ren Vor­zei­chen. Ich bevor­zuge immer noch den alten Stil und mische ihn mit Ele­mente der »neuen« Szene. Dei­nem letz­ten Satz stimme ich daher unein­ge­schränkt zu.

    Ich betrachte die Szene heute viel­leicht wie einen Heu­hau­fen, in dem einige Steck­na­deln ste­cken, die so sind, wie man war, wie man ist und wie man sein will. Diese Steck­na­deln gibt es auch heute noch, nur der Heu­hau­fen ist viel grö­ßer gewor­den. Dabei spielt es oft keine Rolle wie die Steck­na­del aus­sieht, haupt­sa­che sie ist spitz :)

  5. Erst­mal Danke für das pos­ten die­ser herr­li­chen alten Arti­kel. Ich freue mich schon sehr auf die die noch fol­gen werden :)

    Ansons­ten hätte das was von Karn­stein geschrie­ben hat genauso ich schrei­ben kön­nen ;) mir ging es da ähnlich, ich hatte immer einen Hang zu der guten alten Musik, und diese dann kurz vor mei­nem »bewuss­ten« schwarz anlau­fen ;) wie­der ent­deckt für mich.
    Und auch den Hang zur Farbe schwarz, obwohl mein Bild von Gruf­ties auch schlicht­weg falsch war zu der Zeit. Mir haben Bekannte immer nach­ge­sagt, ich wäre ein Goth, hab es aber gri­und­sätz­lich abge­strit­ten. Das eher da ich von der Szene nicht so das posi­tive Bild hatte (in der Klein­stadt wo ich auf­wuchs kam man nie mit der Szene in Berüh­rung) bis ich mal an mir run­ter­ge­se­hen hab *lach* und mit dem wei­te­ren Befas­sen mit Thema, Musik, den Leu­ten kam es mir dann, daß ich ja auch immer so war und noch bin. Mein ers­ter Club-Besuch war wie end­lich daheim ankommen.

    Ich hab meine Pikes auch sehr lieb *g* auch wenn ich ansons­ten eher zur his­to­risch inspi­rier­ten Gar­de­robe neige (naja, ich nähe lei­den­schaft­lich gerne, je auf­wen­di­ger, umso mehr Spaß machts)
    Trotz­dem würde ich auch gerne wie­der mehr Ur-Waver sehen, wenn ich die Bil­der aus den alten Arti­keln sehe geht mir das Herz auf *g*

    Ach, alters­mäs­sig bin auch auch »erst« Bau­jahr ’80, ich würd aber eini­ges dafür geben diese Ur-Szene selbst erlebt zu haben *flei­ßig wei­ter an zeit­ma­schine plan* :D

    Und, der Ver­gleich mit denm Steck­na­deln ist groß­ar­tig geschrie­ben, Robert :)

  6. @Rosa: Vie­len Dank für dei­nen Kom­men­tar, deine Inter­net­seite hat mich auch schon erquickt. Dein Wer­de­gang ist viel­leicht nicht ganz so unty­pisch. Auch ich streite immer noch ab, dazu zu gehö­ren und begehre auf, mich zu dif­fe­ren­zie­ren um dann letzt­end­lich einer Ein­sor­tie­rung in die Schub­lade »Gothic« doch gar nicht so schlimm zu finden.

    Die auto­di­dak­ti­sche Szene­fin­dung scheint wohl ein Phä­no­men zu sein, bei mei­nen ers­ten Schrit­ten in der schon wie­der abflau­en­den Waver-Szene 1987–1989 war ich eben­falls ganz allein, denn bis auf einen gemein­sa­men Musik­ge­schmack teilte ich nichts von mei­nen Ansich­ten mit mei­nen Freunden.

    In der Zwi­schen­zeit gibt es auch wie­der neue Arti­kel, denen du unter http://www.spontis.de/category/schwarze-szene/dunkle-vergangenheit/ fol­gen kannst.

  7. Danke :) meine kleine Heim­seite braucht aber mal wie­der etwas Zuwen­dung, zu wenig Zeit für so viel Arbeit …

    Was die Schub­lade angeht seh ich das so: ich bin nun­mal wie ich bin und kann und will daran nichts ändern, wenn dann nur in die Rich­tung wo ich mehr zu mir selbst finde und mich wei­ter ent­wickle. Die Eti­ket­tie­rung als Gothic seh ich in ers­ter Linie als ein Wort um dem Ding einen Namen zu geben.
    Die Bedeu­tung des Begrif­fes ist für mich indi­vi­du­ell, eine Strich­liste zum abha­ken, wer am trves­ten ist sehe ich dabei nicht, manch andere schei­nen das aber so eng zu sehen, egal ob sie das gut oder schlecht fin­den.
    Wenn mich auf der Strasse wer anspricht, dann tue ich mich eben leich­ter einen Begriff zu neh­men der mehr oder weni­ger »bekannt« ist, und auf der Grund­lage kann ich einem auf­ge­schlos­se­nen Men­schen meine Sicht dar­le­gen. Meine Erfah­run­gen waren so immer sehr positiv.

    Die neuen Arti­kel hab ich auch schon gese­hen … wie­der sehr herr­li­che Fundstücke :)

  8. Ja, ich geb’s zu: Genau die­ser BRAVO-Artikel war damals Mitte der 80er der Grund für mei­nen end­gül­ti­gen Ein­stieg in die Waver-Szene. Ich komme aus einer nord­deut­schen Klein­stadt, in der sich jugend­kul­tu­rell nicht son­der­lich viel getan hatte und ich war auf jeden Zei­tungs­schnip­sel scharf, der sich mit dem Thema Under­ground beschäf­tigte, seit ich mit 12/13 Jah­ren erste Kon­takte zur Musik von Soft Cell, The Cure und depe­che Mode hatte.

    Als der Arti­kel erschien, war ich hin und weg: Die Out­fits, die Schnal­len­stie­fel, schwarze Kaja­l­a­u­gen — dar­auf hatte ich unbe­wußt gewar­tet. Aus heu­ti­gem Rück­blick bin ich froh, daß ich damals mit 14 Jah­ren zur rich­ti­gen Zeit am rich­ti­gen Ort gewe­sen zu sein schien — mit­ten in den 80ern! :o)

    Wobei ich gerade die­sem Arti­kel nicht unkri­tisch gegen­über stand: Waver tra­gen keine Mar­ken­kla­mot­ten? Was bit­te­schön macht dann das Her­stel­ler­logo auf der Bluse von Clau­dia (16)? Waver has­sen Zwei­rä­der? Mist — muß ich jetzt mein Mofa ver­kau­fen? Punks und Waver kön­nen nicht zusam­men? Oh Gott, darf ich jetzt unse­ren Dorf­punk Fred nicht mehr grü­ßen, der es geschafft hatte, seine Eltern von der Pfle­ge­leich­tig­keit eines ech­ten Iro­ke­sen­schnitts zu über­zeu­gen und auf den ich wegen der abra­sier­ten Schlä­fen immer nei­disch war?

    Alles in allem sind diese Arti­kel wun­der­bare Rück­bli­cke auf eine Zeit, in der sich die Waver-Szene noch viel Mühe mit ihren Out­fits gab und ehr­lich, beim Ablick der abge­bil­de­ten Pikes kann ich mir auch heute das Sab­bern kaum ver­knei­fen. Den jour­na­lis­ti­schen Gehalt der Arti­kel sollte man mög­lichst nicht zu ernst neh­men und zu kri­tisch ana­ly­sie­ren — die BRAVO war von jeher so etwas wie die BILD-Zeitung für Jugend­li­che und über­trieb gern maßlos…der Auf­lage wegen… ;o)

    Übri­gens: Ich ließ mir damals Pum­pho­sen von mei­ner Tante schnei­dern, die pro­fes­sio­nelle Schnei­de­rin war. Und ganz stil­echt aus einem alten Bett­la­ken, von wegen »man kauft nicht von der Stange«…hehe. Die Hosen erle­ben gerade ein klei­nes Revi­val, ich hab sie beim goo­geln in meh­re­ren Online­shops gefun­den und das gar nicht mal so teuer. Also mal ein wenig unter Google -> Shop­ping stö­bern, gell? Ich selbst habe damals lie­ber sehr weit geschnit­tene schwarze Bund­fal­ten­ho­sen (Tipp: Goo­gelt mal nach »Il Padrino« -> sogen. »Mafiahose« aus Ita­lien, lei­der sau­teuer) und schwarze Karot­ten­ho­sen aus Baum­wolle getra­gen (es gab bei der Kauf­haus­kette »New Yor­ker« damals super­schi­cke schwarze Karot­ten­ho­sen, die vom Knö­chel bis knapp unter­halb des Knies geschnürt wur­den — die sahen per­fekt zu den Pikes aus. ;o)

  9. Das mit den Kla­mot­ten von der Stange ist inso­fern lus­tig, als dass das seit etwa einem Jahr immer mehr und mehr meine Masche ist. Klar gibt es heute jede Menge Szene-Shops, online und auch real (ein Kum­pel von mir hat sogar so einen), aber in aller Regel ist es doch über­all der glei­che Ramsch.
    Schnal­len und Bon­dage wo man nur hin­schaut, wenn man »Glück« hat auch mal die immer glei­chen Billig-Rüschenhemden und zwei oder drei Stan­dard­mo­delle von Gehrö­cken. Nach Män­teln und Hosen schaue ich schon gar­nicht mehr…

    Ich mache zwar nicht viel selbst, aber ein bewuss­tes Umschauen bei Nicht-Szene-Läden ist letzt­lich den­noch viel indi­vi­du­el­ler und oft auch kos­ten­güns­ti­ger. Warum sollte ich bei XtraX 60€ für eine schwarze Stretch­jeans aus­ge­ben, wenn ich sie bei Bon­Prix für 17€ bekomme? Mein Samt­ja­cket ist von C&A, meine liebste Bro­kat­weste von Western.de und Schmuck, Tücher und andere Acces­soires aus Trend-Läden für Teenie-Chicas — man muss nur ordent­lich aussortieren.

    @Markus:
    Unter den Knien geschnürte Hose… meinst du sowas hier:

    Gefällt mir schon sehr gut, und ich fürchte, sowas bekommt man heute nicht mehr außer­halb von Goth­shops, oder?

    Und wenn ich am Rande mal Wer­bung machen darf für schö­nen, schwarz­ro­man­ti­schen Kram der mal nicht dem deut­schen Standard-Repertoire ent­springt:
    http://www.thedarkangel.com

  10. @Rosa: Das sehe ich ähnlich. Eine Ein­sor­tie­rung ist mehr eine Ori­en­tie­rung, denn ich denke das die Stile unter­ein­an­der sehr stark ver­mischt sind. Pure Schwarz­ro­man­ti­ker, Waver oder auch Cyber­goths sind eher sel­te­ner, meist ist ein Cross-Over der ver­schie­de­nen Stile zu beob­ach­ten. Gerade diese Inho­mo­ge­ni­tät es ja auch, was die Szene so span­nend macht, sieht man mal von der teils schreck­li­chen Musik ein­zel­ner Unter­grup­pie­run­gen ab. Ich finde es aber hilf­reich jeman­den grob ein­ord­nen zu kön­nen, um mich so auf ihn ein­zu­stel­len ohne ihn dabei in der Schub­lade fest­zu­na­geln. Das ganz­heit­li­che Erfas­sen des Indi­vi­du­ums setzt doch Freund­schaft voraus.

    @Markus: Schö­nes Com­ing Out, wenn man das mal so sagen darf. Ich habe genau wie du aber auch nicht alles für voll genom­men, was in der Szene damals ange­sagt war, son­dern auch schon früh ver­sucht mich aus­zu­dif­fe­ren­zie­ren, obwohl das natür­lich zu die­ser Zeit nicht mein erklär­tes Ziel gewe­sen ist. Bei­spiels­weise habe ich mich auch schon früh mit dem Com­pu­ter ver­sucht, das war Ende der 80er ja noch Neu­land und stand eher im Gegen­satz zum Gruftie-Sein.
    Deine Link-Tipps waren sehr erqui­ckend, bei der Mafia-Hose hatte ich akute Ver­gan­gen­heits­fet­zen auf dem Schirm. Das die Plu­der­hose gerade wie­der Retro sind ist am deut­lichs­ten daran zu sehen, das man sie ver­stärkt bei den Jugend­li­chen in den Casting-Shows sieht, wobei ich das natür­lich nicht gut­hei­ßen kann :) Vie­len Dank für dei­nen sehr aus­führ­li­chen Kommentar.

    @von Karn­stein: Ich stimme abso­lut überein, ich emp­finde das als sehr span­nend, mich durch die Kom­bi­na­tion und den inter­es­san­ten Ein­satz von Stan­gen­ware neu zu erfin­den. Eine schlichte und Gruf­tige Karot­ten­hose habe ich bei­spiels­weise von H&M für deut­lich weni­ger Mone­ten als die in den teil­weise völ­lig über­teu­er­ten »Szene-Shops« ange­bo­ten wer­den. Ich schaue mich auch ver­stärkt nach Second-Hand Sachen um, denn gerade bei Szene-Klamotten kann man hier das ein oder andere Schnäpp­chen machen. Natür­lich stö­bere ich auch in Szene-Läden, oder zumin­des­tens in dem einen, den wir hier in unse­rer Stadt haben, denn manch­mal gibt es ein­fach keine Alter­na­tive oder auch ein gutes Sonderangebot.

    Vie­len Dank auch für deine Links, die »Fle­der­maus­hose« ist sehr pri­ckelnd, finde ich eben­falls sehr gut und vor allen Din­gen, sieht das auch noch ziem­lich uni­que aus. Bei The Dark­an­gel muss ich mich mal in Ruhe umschauen, bin aber schon vom ers­ten hin­se­hen sicher, dort etwas zu fin­den. »Und führe mich nicht in Ver­su­chung…« :D

  11. @ von Karnstein:

    Nein, mit »unter den Knien geschnürte Hose« meinte ich eine ganz ein­fa­che Karot­ten­hose aus dicke­rer schwar­zer Baum­wolle (Ober­schen­kel etwas beque­mer geschnit­ten), die sich — typisch für Karot­ten­ho­sen / Karot­ten­jeans — ab dem Knie deut­lich ver­eng­ten. Jedoch nicht in dem star­ken Aus­maß wie bei der von dir abge­bil­de­ten Fle­der­maus­hose — die Hose, die ich meinte saß kör­pernah, eigent­lich gar nicht so »gruf­tig«, ein­fach „ne schwarze Hose, schlicht, aber durch die untere Schnü­rung ein Hin­gu­cker. Die Mode des Wave hatte gro­ßen Ein­fluß auf den Han­del damals — »ange­wavte« Kla­mot­ten bekam man auch in gro­ßen Ket­ten wie eben New Yor­ker; ich weiß noch, daß man 1986 in Ber­lin sogar in Edel­bou­ti­quen auf dem Ku’damm spitze Schnal­len­stie­fel kau­fen konnte.

    Sowas wird heute lei­der nicht mehr gemacht, die aktu­el­len Schnitte von Hosen und Hem­den finde ich unmög­lich und untrag­bar — alles so eng und kör­per­be­tont, ganz dem Zeit­geist von Vita­li­tät, Erfolg und Kör­per­be­wußt­sein ent­spre­chend. Beim Wave ging es mei­ner Auf­as­sung nach gerade darum, sich zu ver­hül­len, geheim­nis­voll zu machen, Kon­tu­ren ver­schwin­den zu las­sen, das sieht man beson­ders an den bei­den Arti­keln »Wave ist eine Lebens­ein­stel­lung« und »Carla, die Schock­fri­seuse« — ver­stärkt sehr weit­ge­schnit­tene Kla­mot­ten bei den Prot­ago­nis­ten, bis hin zum alles ver­ber­gen­den Talar. Aber wenig bis keine blanke Haut, son­dern alles eher hoch­ge­schlos­sen — und damit für mich Aus­druck der dama­li­gen Intro­ver­tiert­heit, die sich heute in Extro­ver­tiert­heit und Show und damit Inhalts­lo­sig­keit ver­kehrt hat, dem WGT sei Dank. Die heu­tige »Szene« emp­finde ich nach dem, was ich gese­hen habe eher als spa­ß­ori­en­tiert mit Hang zum Ver­klei­den — das ist und war mir völ­lig fremd. Wir sind damals jeden Tag so rum­ge­lau­fen und die Anfein­dung, die uns das ein­brachte hat unse­ren Trotz und unsere Ableh­nung nur ver­stärkt, oder? *knirsch*

    Und wenn ich mir die aktu­el­len Trends in den Gothic-Shops so anschaue — Schlag­ho­sen, Bon­da­ge­ho­sen, die von dir zitier­ten bil­li­gen Rüschen­hem­den und Fetisch­gear — hat das so gar nichts mehr mit den 80ern gemein­sam — es ist fast so, als MÜSSE man heute zwangs­läu­fig nackte Haut zur Schau stel­len oder wie Prinz Eisen­herz aus­se­hen, die­sen gan­zen — sorry — »Kram«, der aus der LARP und Mittelalter-Szene dazu­ge­spült wurde, Rüschen, Glöck­chen, Mit­tel­al­ter­hem­den kannte man Anfang der 80er eben nicht. Schaut euch mal DIE Postpunk-Band schlecht­hin an — BAUHAUS: Schwarze Sak­kos und haut­enge Hosen, kein koket­tie­ren mit Samt und Spitze, Geh­stock und Barock­fum­meln, genauso die »Sis­ters« — schwarze Män­tel, enge Hosen…

    Aber ich will mal nicht undank­bar und über­kri­tisch sein — ich bin schon glück­lich über Robert’s Hin­weis auf Penn­an­ga­lan, der mir ein paar Wildleder-Pikes beschert hat, die ihren Namen ver­die­nen! ;o)

    Hin­zu­fü­gen möchte ich noch: Ob des gest­ri­gen Wahl­er­geb­nis­ses bin ich ziem­lich erschro­cken und wun­dere mich, daß gerade in die­sen Zei­ten — glo­bale Wirt­schafts­krise, Rezes­sion, Abbau von Arbeits­plät­zen, dro­hen­des Hartz IV, Mus­kel­spie­le­rei von auf­kei­men­den Kriegs­mäch­ten — sich keine zweite, neue, intro­ver­tierte, sich abwen­dende Jugend­be­we­gung ent­wi­ckelt. Viel­leicht ist die heu­tige Jugend rein gar nicht mehr poli­tisch und regis­triert ihre Per­spek­tive nicht so, wie wir unsere dama­lige mit nuklea­rer Bedro­hung, Wald­ster­ben, eiser­nem Vor­hang und Modern Tal­king regis­triert haben und uns auch des­halb unsere eigene Alter­na­tive geschaf­fen haben: Schwarze Kla­mot­ten, Bands, die unse­ren Gefüh­len Aus­druck ver­schaff­ten, einige wenige Gleich­ge­sinnte, bei denen man Halt fand, den man sonst nir­gends bekam?!

  12. @Robert: das stimmt, einer­seits finde ich eben­falls diese vie­len unter­schied­li­chen Rich­tun­gen recht inter­es­sant, ich kann aber auch die wirk­lich »Alt­ein­ge­ses­se­nen« ver­ste­hen die mit den neue­ren Spiel­ar­ten nichts anfan­gen können.

    Die Wei­ter­ent­wick­lung und Auf­spal­tung finde ich den­noch nicht grund­sätz­lich schlecht, es kommt eben immer auf das Selbst­ver­stän­dis der ein­zel­nen Grup­pie­run­gen an, eine schwarze reine Par­ty­kul­tur emp­finde ich auch als über­flüs­sig. Ich mag Musik sehr, ins­be­son­dere wel­che in der ich mich wie­der­fin­den kann, muss aber auch zuge­ben daß ich so meine per­sön­li­chen »Par­ty­knal­ler« habe (keine Angst, nix »technoides« ;) )

    Und in vie­len Unter­strö­mun­gen kann man ja auch Bezüge zu den 80ern zurück­füh­ren — natür­lich auch nicht zu allen.
    Bei uns am Göt­ter­tanz läuft bei­spiels­weise durch­schnitt­lich mehr aus den 80ern als an allen ande­ren Ver­an­stal­tun­gen (vor­aus­ge­setzt es sind nicht expli­zit die 80er Par­ties ;) ) und sehr viel davon was dem Industrial-Umfeld ange­hört (Test Dept, Monte Cazazza, um nur schnell was zu nen­nen was ich grad im Hirn hab)
    Und ich hab auch kein Pro­blem bei Sis­ters und Cure im Reif­rock auf die Tanz­flä­che zu stürmen ;)

    Ich für mei­nen Teil bin oberflächlich-optisch gese­hen ja ein­deu­tig zu Schwarz­ro­man­ti­kern und Kal­kleis­ten »ein­or­den­bar« *g* aber letz­te­nen­des sind auch sol­che Unter­tei­lun­gen nur Ver­stän­di­gungs­mög­lich­keit, schade finde ich da immer daß es doch nicht wenige gibt die das nicht so sehen und in jeder »Eti­ket­tie­rung« gleich eine starre Schub­lade sehen, und dar­aus ent­ste­hen Vor­ur­teile und Abnei­gun­gen die nach mei­ner Erfah­rung sel­ten der Rea­li­tät ent­spre­chen.
    Gut, mein eige­ner Stil hat mit dem Ur-Waver auch nicht viel gemein (bis auf die Pikes, die hab ich unterm Reif­rock genauso an wie unter­tags ;) ), ich hab mich aber über meh­rere Jahre dort hin ent­wi­ckelt und bin jetzt optisch bei etwas ange­kom­men mit dem ich mich abso­lut iden­ti­fi­ziere, etwas das für mich durch­aus einen tie­fe­ren Sinn hat, man­che Aspekte davon teile ich auch mal ande­ren mit, das meiste ist jedoch sehr per­sön­li­cher Natur. Wenn ich mich auf­ta­kel dann mach ich mir die Mühe in ers­ter Linie für mich.

    Schwarz­kla­mot­ten­lä­den … hmmm, kann ich mich auch alles andere als posi­tiv drü­ber äussern, ich hab ne Näh­ma­schine und mag die sehr. Ich mach auch meine Stras­sen­sa­chen so ziem­lich alle selbst.

    So, ich glaub ich denke jetzt mal über eine Schnitt-Konstruktion für anstän­dige Plu­der­ho­sen nach, ich glaub ich brauch dann doch auch mal wel­che :D

  13. @Markus: Ja, ich glaube 86–88 war mei­nes Erach­tens die Blü­te­zeit des Wave, da bekam man in Düs­sel­dorf an jeder Ecke Kla­mot­ten die­ser Sorte. New Yor­ker habe ich so gar nicht mehr auf dem Schirm, viele Kla­mot­ten habe ich bei C&A gekauft, denn das Geld war ja bekannt­lich knapp. Geheim­tipp waren damals die Berufs­be­klei­dungs­ge­schäfte, da bekam man bei­spiels­weise schwarze Pfar­rerhem­den mit Steh­kra­gen und Dack­de­cker­wes­ten. Auch die Docs bekam man schon in gut sor­tier­ten Geschäf­ten (Halbschuh).

    Dei­nen Ein­druck im zwei­ten Absatz teile ich zu 100%, das hast du ganz prima zusam­men­ge­fasst, dem kann ich eigent­lich nichts mehr hin­zu­fü­gen. Die täg­li­chen Anfein­dun­gen waren Pro­gramm, heute bekommt man die Leute kaum noch zum stau­nen, die haben sich mitt­ler­weile an fast alles gewöhnt. Aber im Prin­zip begrüße ich das, denn ich habe es nie unbe­dingt dar­auf ange­legt zu pro­vo­zie­ren, ich war glück­lich und zufrie­den mit mei­nem eige­nen klei­nen Waver-Dasein und fühle mich ehr­lich gesagt ein biss­chen woh­ler als damals, viel­leicht bin ich auch Selbst­be­wuss­ter, ich ver­mag das gerade nicht zu dif­fe­ren­zie­ren. Die Sis­ters ordne ich aber einem ande­ren Stil zu, als die ihren Höhe­punkt fei­er­ten, war die Szene gerade dabei sich selbst zu tei­len und neue Facet­ten zu bilden.

    Ich finde die Jugend von heute nicht unbe­dingt unpo­li­ti­scher, das Enga­ge­ment hat sich nur ver­la­gert, was nicht immer zuguns­ten der Effek­ti­vi­tät geschieht. Inter­es­sant finde ich dei­nen Aspekt, das sich die heu­tige Jugend in einer neuen Bewe­gung for­miert, die wie­der die glei­che Ängste und Bedürf­nisse hat, die wir frü­her hat­ten. Das Inter­net hat da gute und schlechte Sei­ten. Anstatt sich mit Gleich­ge­sinn­ten zu tref­fen, fügt man sie sei­nem Pro­fil als Freund hinzu, man trifft sich nicht mehr, son­dern schreibt sich lie­ber. Auf der ande­ren Seite führt das zu einer nie dage­we­se­nen Infor­ma­ti­ons­viel­falt, die sich auch auto­ma­tisch und letzt­end­lich auf die Sze­ne­grö­ßen und Bestän­dig­kei­ten aus­wirkt. Auf jeden Fall finde ich dei­nen Gedan­ken span­nend bis erschre­ckend zugleich, da muss ich unbe­dingt mal dranbleiben.

    @Rosa: Ich begrüße es aus, wenn neues Ent­steht und Altes über­holt wird, denn Still­stand ist der Tod. Lei­der kommt es mei­ner Ansicht nach zu eine Ver­wäs­se­rung, weil sich das meiste, wie Mar­kus bereits beschrieb, auf der Ober­flä­che abspielt. Ich ver­misse den Tief­gang der über das »Ver­klei­den« hin­aus­geht und die guten Dia­loge, die ich aber glück­li­cher­weise und zu mei­ner Über­ra­schung hier mit euch füh­ren kann.

    Wie ich bereits in einem ande­ren Kom­men­tar geschrie­ben habe (glaube ich jeden­falls) finde ich auch ein Ent­wick­lung was die Kla­motte angeht auch wich­tig, denn nicht alles was es heute zu kau­fen gibt ist schlecht und nicht alles was es damals gab war gut. Ich bewun­dere es immer wenn Men­schen Krea­tive Fähig­kei­ten haben die, wie in dei­nem Fall, zum schnei­dern von Kla­mot­ten ideal sind J Des­halb würde ich mich auch freuen, dei­nen Plu­der­ho­sen­plan ver­fol­gen zu kön­nen, viel­leicht gehst du damit in Serie, ich denke 3 Abneh­mer hast du schon mal.

  14. wg. Pum­pho­sen, Pluderhosen

    Ich sagte ja, daß die Din­ger ein Revi­val erle­ben — sogar Bon­prix hat eine im Sor­ti­ment, sucht mal auf deren HP nach »Haremshose«…

  15. So etwa sieht meine auch aus (nur hat die nicht­mal die Hälfte gekos­tet)… Nett, aber auch nicht so wirk­lich pri­ckelnd, oder?

  16. @Markus: Du meinst DIESE Hose bei Bon­prix? Sehr inter­es­sant, die würde ich gerne mal Live nach ihrer Qua­li­tät beur­tei­len, obwohl ich mir noch nicht ganz sicher bin, ob ich das gut oder schlecht fin­den sollte, die­ses Revival.

    @von Karn­stein: Auch von Bon­prix? Nett finde ich sie wirk­lich, aber noch nicht per­fekt würde ich jetzt mal urtei­len. Ich weiß nicht ob ich es auf den Ver­such ankom­men las­sen sollte :)

  17. Nein, meine ist von New Yor­ker oder irgend­so­was, weiß ich nicht mehr genau. War irgend­ein bunt-trendiger Laden in einem gro­ßen Ein­kaufs­zen­trum und gekos­tet hat sie 10 oder 12 Euro.
    Aber ich finde den Schnitt ein­fach nicht so toll… das sieht irgend­wie eher nach Jog­ging­hose aus…

  18. Ich bin gerade mal wie­der nach Hosen am Stö­bern. Auf der HP http://www.mittelalter.net gibt’s ganz nette Sachen…

    Und unter google -> shop­ping gibt’s bei Ein­gabe des Such­be­griffs »Wikin­ger­hose« das Ori­gi­nal :o)

  19. Ich glaube ich muss mal wie­der shop­pen gehen, mir feh­len defi­ni­tiv noch ein paar anstän­dige Basic. Vie­len Dank für das Geschmackmachen :)

    @Markus: Vie­len Dank für den Link, die Sachen gefal­len mit aus­ge­spro­chen gut, scheint mir ein biss­chen was ande­res zu sein als der übli­che Kram.

  20. Rosa:

    Du besitzt eine Näh­ma­schine und kannst auch damit umge­hen? Nimmst du auch »Auf­trags­ar­bei­ten« (gegen Ent­gelt) an? Ich hab da im Auk­ti­ons­haus Hood.de „ne schi­cke Second-Hand-Hose gese­hen, lei­der fal­sche Größe und Farbe (weiß statt schwarz; Ein­fär­ben geht lei­der auch nicht, da 50% Vis­kose / 50% Poly­es­ter, letz­te­res nimmt beim Fär­ben wenig Farbe auf und die Nähte wür­den auch weiß bleiben)

    :o(

    Hab lei­der kein Schnitt­mus­ter, nur ein Bild der Hose… Bütte, bütte, bütte *lieb­guck* :o)

  21. Hallo Mar­kus!

    Ja, ich glaub ich kann ganz gut mit mei­ner Näh­ma­schine umgehen :)

    Schau mal auf meine Page, da fin­dest du auch meine mail-Addresse :)

    http://www.rosa-chalybeia.de

  22. Hallo Rosa,

    prima, vie­len Dank für dei­nen Link! Bin zur Zeit im Weih­nachts­ge­schäft lei­der voll im Beschlag und komme zu gar nichts, aber im neuen Jahr komme ich gern auf dein Ange­bot zurück.

    Falls jemand Inter­esse an ein wenig »schwar­zer« Musik hat — viel­leicht schaut ihr euch mal mei­nen youtube Kanal an? ;o)

  23. @Markus: kein Ding, ich lauf ja nicht weg :)

    Und tolle Musik­samm­lung auf youtube, hat mich heute aus­ge­zeich­net unterhalten :)

  24. @Markus: Auch ich habe dei­nen Kanal mal abon­niert. Bis jetzt habe ich es jeden­falls nicht bereut :)

    @Rosa: Ich glaube, wenn du es ein­mal zeit­lich schaffst eine der­ar­tige Hose zu zau­bern, hast du jetzt schon einige »Kun­den«. Würde mich freuen, wenn du uns von Zeit zu Zeit auf dem lau­fen­den hälst. Even­tu­ell machst du ja einen Ein­trag in dei­nem neuen Blog: http://www.blog.rosa-chalybeia.de/

  25. @Robert: kein Pro­blem, meine Kla­mot­ten­pro­jekte wer­den sicher auch einen guten Teil mei­nes Blogs ein­neh­men :) … ich bin dran, aber jetzt ist Kla­mot­tage für Gala Noc­turna in Ant­wer­pen in Arbeit.

    Jeden­falls, wer mich mit guten Bil­dern und gerne auch Erfah­rungs­be­richte mit Ori­gi­na­len ver­sor­gen kann, bitte gerne kon­tak­tie­ren, je mehr ich weiß umso leich­ter tu ich mir beim Schnitt basteln :)

  26. Hallo!
    Mit Begeis­te­rung und Freude habe ich den Arti­kel noch mal »ver­schlun­gen»
    Ich komme aus der New Wave Zeit und habe bis heute meine Lebens­ein­stel­lung nicht verändert.

    Die meis­ten Klei­dungs­stü­cke habe ich sel­ber gemacht bzw. meine Mutti ist Schnei­de­rin und war mir immer behilf­lich. Heut­zu­tage kaufe ich aber gern mal Klot­ten, wenn sie mir beson­ders gut gefal­len oder auch mal extrem güns­tig sind. :-)

    Aller­dings muss ich dazu sagen, ich habe das Glück, dass ich mich pri­vat und im Berufs­le­ben frei ent­fal­ten kann und ich mich aber auch nicht stän­dig so ganz extrem zei­gen muss.

    @Rosa: Auf mei­ner Home­page wirst Du viele 80er Waver-Fotos finden. :-)

  27. @Angy: Es gibt doch immer wie­der dunkle Gestal­ten, deren Inter­net­prä­senz ich noch nicht kenne. Eine ganze Menge gute Bil­der gibt es dort in der Tat, werde mir mal eine Tasse Tee holen müs­sen um das ganze ent­spannt zu genießen.

    Das Glück, sich immer so zu zei­gen wie man möchte, ist nicht vie­len ver­gönnt. Doch eine schwarze Seele bleibt sei­ner Ein­stel­lung immer treu, auch wenn eine Ver­klei­dung dar­über hin­weg­täuscht :) Hat mich gefreut von Dir zu lesen.

  28. @Robert:
    Oh, danke für die schnelle und vor allem freund­li­che Resonanz.

    Du hast mit Dei­ner Aus­sage auf jeden Fall recht, dass die schwarze Seele trotz allem bleibt. :-)
    Ich mag es aber nun mal gern, oft anders zu sein. …hmm, ein wenig auf­fal­len gehört viel­leicht auch dazu, aber ich mag’s. Es darf nur nicht albern rüber kom­men und dort, wo ich bei gleich­ge­sinn­ten bin, ist ja eh alles erlaubt.

    So würde ich jetzt also nicht pro­vo­ka­tiv mit extrem gestyl­ter Fri­sur (Turm) zur Arbeit gehen, weil es würde mich per­sön­lich ablen­ken. (sitzt jede Strähne noch da, wo sie hin gehört?) :-)
    Eine Wuschel­m­ähne ist da bes­ser zu bändigen.

    Also, in die­sem Sinne, jetzt habe ich Urlaub und da stört mich sowieso nix…

    In die­sem Sinne, dunkle Grüße,
    Angy

  29. Mir gefie­len sowohl die flip­pi­gen 80s mit den Turm­fri­su­ren als auch die 90s, mit den dezen­ten Damen in »Jugendweihe«-Klamotten, also eher dem bra­ven Düster-Styling, wie es spä­tes­tens 1993 in Mode kam. Mit dem heu­ti­gen, eklek­ti­schen Mist kann ich mich über­haupt nicht anfreun­den. M’era Luna, WGT… ich denke immer, man­che Leute klei­den sich schlech­ter als fünf­jäh­rige Kin­der, denen immer das Hemd aus der Hose hängt und die immer ihre Socken farb­lich ver­tau­schen. Ande­rer­seits wäl­zen sich man­che Leute so stark in Gla­mour, dass der gewisse Biss ver­lo­ren geht. Die erin­nern mich eher an die bunte Glit­zer­welt der New Roman­tics, aber nicht an Gothic im mor­bi­den Sinne.

    Den Bravo-Artikel sollte man, wie hier schon erwähnt, nicht zu ernst neh­men. Er diente viel­leicht für einige als Inspi­ra­ti­ons­quelle für Klei­dung und Sze­ne­zu­ge­hö­rig­keit. Nichts­des­to­we­ni­ger sollte nicht ver­ges­sen wer­den, dass diese Bil­der in den meis­ten Fäl­len gestellt sind. Von den Jugend­li­chen dort wird ver­mut­lich kei­ner wirk­lich Waver gewe­sen sein. Ebenso wäre ich bei den Kom­men­ta­ren vor­sich­tig. Zitate von mut­maß­li­chen 13jährigen, die von Sen­si­bi­li­tät reden, nehme ich nicht wirk­lich ernst. Das haben sich ver­mut­lich diverse Schrei­ber aus den Fin­gern gesaugt.

    Eine Lebens­ein­stel­lung kann ich im Übri­gen noch immer nicht erken­nen. Ein Life-Style viel­leicht, aber keine gemein­same Lebens­ein­stel­lung, die durch Reli­gion, Poli­tik und Phi­lo­so­phie gelenkt wird. Waver waren lus­tig, Waver waren trau­rig. Waver waren christ­lich, Waver waren dem laten­ten Sata­nis­mus zuge­neigt. Es gab sogar wel­che, die sich am Bud­dhis­mus ori­en­tier­ten. The-Cure-Hörer waren sowieso meis­tens mit einer Art chro­ni­scher Trau­rig­keit behaf­tet. Kein Wun­der, wenn man sich Din­ger wie »Lament« oder »The Same Deep Water As You« rein­zieht. Brückenspring-Musik nenn ich das. Im kras­sen Gegen­satz dazu gab es wie­der Bands, die mehr die rocki­gere Schiene fuh­ren. Die hat­ten zwar „nen dunk­len Touch, aber die ver­mit­tel­ten keine depres­sive Stim­mung. So unter­schied­lich wie sich die Musik zeigte, so unter­schied­lich war letzt­lich auch der Waver-Haufen. Schon allein des­halb kann es keine homo­gene Geis­tes­hal­tung geben. Ableh­nung und Rebel­lion, wie im Arti­kel geschil­dert, sind nichts Sze­ne­ty­pi­sches, son­dern ein­fach cha­rak­te­ris­tisch für die Puber­tät. Ganz logisch, dass sich sowas dann in den Jugend­kul­tu­ren in geball­ter Form wiederfindet.

  30. Da kann ich mich nur dem aller­ers­tem Kom­men­tar anschlie­ßen …
    Ich gehöre wohl zu den weni­gen neuen ‚die auch ein biss­chen Ahnung von der Mate­rie der Szene haben. Finde sowieso den alten look viel sti­el­vol­ler und mys­te­riö­ser und ich wäre auch gerne 20 Jahre frü­her gebo­ren wor­den um in den anfangs­jah­ren der Szene zu leben ..(bin 16) :P
    @Rosa:
    Falls du dann mit dei­ner Zeit­ma­schine fer­tig bist kannst du mir ja dann bescheid sagen ;)
    Achja ich hab mir deine Bil­der ange­schaut ‚und die Bil­der auf der Brü­cke ähnel­ten Stark einer in mei­nem Ort. Du wohnst nicht zufäl­lig in Aalen oder Region ?
    Hier ist näm­lich in bezug auf Schwarze Szene nichts los .. ich kenne kei­nen der auch in der Szene ist und mit Leu­ten mit dem sel­ben aus­se­hen würde es bestimmt auch noch mehr Spaß machen :P
    Gruß Alex

  31. Es sei nur am Rande ver­merkt, dass ich seit zwei Tagen (sehr glück­lich!) im Besitz der oben von mir ver­link­ten »Fle­der­maus­hose« bin — der aller­letz­ten, wie ich es mir lang­sam scheint, aber ich denke, ich werde das (unter ande­rem) die Tage mal in einem eige­nen Bei­trag ausführen :)

  32. Ich finde man sollte nicht nur an alte Zei­ten den­ken oder ihnen gar nach­trau­ern, son­dern die Inhalte, den Style, die Musik und den Zeit­geist erhal­ten und in die Gestal­tung der heu­ti­gen Szene ein­brin­gen. Klingt jetzt auf­re­gend und wich­tig ist aber ein­fach als es zunächst klingt.

    In der Masse der schwar­zen Szene (und im Ver­gleich zu damals darf man ruhig von Masse spre­chen) gehe viele Per­len in Sachen Style, Musik oder Inhalt ein­fach unter — sind nicht mehr pro­vo­ka­tiv genung, zie­hen keine Auf­merk­sam­keit auf sich.

    Wenn man so möchte geht die Szene in ihrer äuße­ren Erschei­nung mit der Zeit, reichte frü­her eine Turm­fri­sur und schwarze Klei­dung um zu pro­vo­zie­ren muss man heute auf dem WGT schon nackig und mit Hun­de­hals­band daher­kom­men um die Auf­merk­sam­keit der Foto­gra­fen auf sich zu zie­hen. Und den­noch gibt es auch hier einen Licht­blick, Schwarz­ro­man­ti­ker, wie Rosa bei­spiels­weise, zei­gen das »weni­ger« nicht unbe­dingt »mehr« ist, son­dern Krea­ti­vi­tät nach wie vor Beach­tung findet.

    @Karnstein: Wenn ich mich nicht immer so zie­ren würde Bil­der von mir selbst zu schie­ßen ;) Ich freue mich auf neue Karnstein’sche Modenschau ;)

  33. Ich plä­diere auf eine »show-your-Pluderhose«-Aktion, für alle die haben :D — heh, ich hab bei mir ja auch n Bild hoch­ge­la­den ohne Augen­brauen und völ­lig ver­peilt *lach* also nimm mal dei­nen Mut zusam­men, Robert :D — viel­leicht lässt sich eine Art Stöck­chen für Pluderhosen-Träger draus bas­teln, oder was ande­res doo­fes *lach*

    Aber abge­se­hen davon: Danke für die net­ten Worte *blush*

  34. *unter­stüt­zend nick und Pikes polier um heute abend die neuen Plu­der­ho­sen auch ange­mes­sen zu garnieren* ^^

  35. Ach wie herr­lich, ich bin Bau­jahr 74 und habe diese Wave-Zeit haut­nah in den 80ern mit­er­lebt. Ich stamme aus einer Klein­stadt und wir hat­ten nur die Bravo, aus der wir unsere Infos bezie­hen konn­ten. Mit mei­ner dama­li­gen bes­ten Freun­din waren wir nur Sonn­tags in der Disco (die hatte für uns Jugend­li­che ab 15.00 Uhr offen — ja, sowas gab es noch in den 80ern) schwarz geklei­det. Ein tür­ki­scher Freund hatte mir extra aus der Tür­kei eine schwarze Pum­phose mit­ge­bracht, da es sowas bei uns nicht zu kau­fen gab. Die hatte seit­lich Gold­bro­kat und meine Mut­ter musste diese dann umnä­hen, was aber den Gesamt­schnitt beein­träch­tigt hat. Ansons­ten haben wir unsere schwarze Klei­dung selbst zurecht­ge­schnei­dert. Kreuze in allen mög­li­chen Grö­ßen muss­ten sein — auch Kru­zi­fixe. Es GAB aber schon Klei­dung von der Stange! In der Bravo war oft Wer­bung für »BOY Lon­don« abge­bil­det. Den Kata­log hatte ich mir ein­mal bestellt, da waren super­geile Sachen drin. Lei­der hatte ich damals kein Geld dafür (beko­men), sodass ich immer mit »Was­ser im Mund« den Kata­log inten­siv durch­blät­terte. Musi­ka­lisch hörte ich am liebs­ten Cure, Mis­sion, Sis­ters od Mercy.
    Danke für die nost­al­gi­sche Zeittreise!

  36. @Robert
    Im oben auf­ge­führ­ten Arti­kel äußert sich Chris »Das was Ratte macht, in einem Abbruch­haus in Lon­don leben, das ist nichts für uns Waver.»
    Gab es nicht mal in der Bravo eine soge­nannte Foto-Love-Story, die »Ratte haut ab« oder so ähnlich hieß? Wäre wit­zig, wenn du die Geschichte — falls vor­han­den — auch hier ein­stel­len könntest.

  37. @MadameMel: Tou­ché, auch ich danke für deine Ein­bli­cke. Die meis­ten Infos bekam ich vom Schul­hof, die BRAVO lie­ferte die Bestä­ti­gung, so war das jeden­falls bei mir. Aus­flüge nach Düs­sel­dorf eröff­nete immer neue Shopping-Möglichkeiten. Ich hoffe natür­lich das du Musik, Lebens­stil und Out­fit treu geblie­ben ist, oder ist es für Dich nur noch Erinnerung.

    P.S.: Ich werde Dir Ratte bestimmt näher brin­gen können ;)

  38. Das wäre großartig;-)

    Meine Infos bezog ich von den älte­ren Wavern aus der Disco, eine zeit­lang sogar von mei­nem Pari­ser Brief­freund, der in der dor­ti­gen Szene anzu­tref­fen war. Er schil­derte mir aus­führ­lich »Les Cata­com­bes«, also den spon­ta­nen Par­tys in den still­ge­leg­ten Tun­nel­schäch­ten (das gab es lange vor der Techno-Zeit) und infor­mierte mich über ein­schlä­gige Bands, an deren Namen ich mich lei­der heut­zu­tage gar nicht mehr erin­nern kann (außer Sioux­sie & the Ban­gees, Anne Clark, Faith and the Muse, die aber auch bei uns bekannt waren).

    Ich höre so gut wie alle Musik­rich­tun­gen, das rich­tet sich bei mir je nach Lust und Laune. Die Ein­stel­lung ist weit­ge­henst geblie­ben. Damals fand ich Vam­pire total gut, mitt­ler­weile kann ich damit über­haupt nichts mehr anfan­gen. Der neue Hype geht an mir völ­lig vobei. Schwarz sind manch­mal die Gedan­ken und oft auch noch die »Grundkleidung«.

  39. @Madame Mel: Heu­tige Vam­pire sagen mir auch nicht mehr zu, seit eine Lie­bes­schnul­zen­au­to­rin die ganze The­ma­tik ver­saut hat :) Aber gerade die inter­na­tio­na­len Sze­nen finde ich in die­sem Zusam­men­hang sehr inter­es­sant, da es gerade in den 90er zu einer aus­dif­fe­ren­zie­rung auf Län­der­ebene kam. Die Fran­zo­sen bei­spiels­weise haben einen ganz ande­ren Geschmack und defi­nie­ren »Gothic« als Musik­stil deut­lich anders und sind auch heute noch eher Wave-lastig, wie ich finde. »Der neue Hype« ist auch nichts für mich, ich par­ti­zi­piere zwar mit eini­gen Trends, bin jedoch im Grunde eher »klassisch«.

  40. Der »ulti­ma­tive« Vam­pir war mei­ner Mei­nung nach Kin­ski als Nos­fe­ratu — weil nur Regis­seur Wer­ner Her­zog kapiert hatte, daß »ewi­ges Leben« kein Segen son­dern viel­mehr ein Fluch ist und die Trau­rig­keit, Ein­sam­keit und inner­li­che Leere, die dar­aus resul­tiert von nie­man­dem bes­ser ver­kör­pert wurde als von Kin­ski — so umstrit­ten und pola­ri­sie­rend seine Künst­ler­per­sön­lich­keit auch gewe­sen sein mag. So rich­tig ver­stan­den habe ich die Idea­li­sie­rung und Roman­ti­sie­rung von Tod inner­halb der schwar­zen Szene eigent­lich nie; ich ori­en­tierte mich spä­ter mehr an Robert Smiths Hal­tung, der — ange­spro­chen auf seine Besu­che im legen­dä­ren »Batcave«-Club in Lon­don — sinn­ge­mäß sagte: »Die Ver­klä­rung des Todes in die­ser Szene ver­stehe ich nicht. Jeder, der einen Men­schen den er liebte ver­lo­ren hat weiß, daß am Tod nichts roman­tisch und lie­bens­wert ist.« Das sich die Sub­kul­tur des (Dark) Wave und dar­aus spä­ter seine viel­fäl­ti­gen Able­ger in den 80er Jah­ren ent­wi­ckelt haben, ist für mich nur logisch — für mich war das Aus­druck der Sehn­sucht nach Rück­be­sin­nung auf sich selbst, auf die mensch­li­che Ver­gäng­lich­keit, die In-Frage-Stellung der sich in den 80er Jah­ren ent­wi­ckeln­den kri­tik­lo­sen Kon­sum­ori­en­tie­rung, der dama­li­gen Lebens­um­stände aus kal­tem Krieg, per­ma­nen­ter ato­ma­rer Bedro­hung und gedan­ken­lo­ser Umwelt­ver­nich­tung und nicht zuletzt der dar­aus viel­fach gewach­se­nen Zukunfts­angst. Songs wie »Slee­per in Metro­po­lis« von Anne Clark und »City Lights« der fran­zö­si­schen Cold-Wave-Band Little Nemo reflek­tie­ren das bis heute, ebenso wie frühe The Cure-Alben, etwa »The Head On The Door« und vor allem »Por­no­gra­phy«. Ich will nicht rum­jam­mern das »frü­her alles bes­ser war«; das war es weiß Gott nicht. Aber im Her­zen immer irgend­wie Waver geblie­ben kann ich heute mit der schwar­zen Szene so gar nichts mehr anfan­gen. Die vie­len Kom­men­tare auf YouTube offen­bar ähnlich den­ken­der, heute über 40-jähriger, die die dama­lige Zeit haut­nah mit­er­lebt haben zu Klas­si­kern wie den oben genann­ten Songs bestä­ti­gen mir das. Und reflek­tie­ren bis heute den Stolz dar­über, frü­her mal Pikes und Sta­chel­haare getra­gen zu haben und den Mut gehabt zu haben, bewußt anders gewe­sen zu sein in einer begin­nen­den Ära, die nach den zuge­kiff­ten und gelähm­ten 70er Jah­ren plötz­lich Kör­per­kult und –Wahn mit Aero­bic, Body­buil­ding und Krokodil-Emblemen auf pas­tell­far­be­nen Polo­shirts in den Mit­tel­punkt stellte und zum neuen zwin­gend zu errei­chen­den Sta­tus erklärte. Ob der Punk nun eher eine kom­mer­zi­elle Mar­ke­ting­stra­te­gie und Mode­welle oder tat­säch­lich innere Atti­tüde und poli­ti­scher Aus­druck war — stellt euch vor, es hätte ihn nicht gege­ben: Ohne sei­nen gesell­schaft­li­chen Ein­fluß Ende der 70er — was wären die 80er für ein lang­wei­li­ges Jahr­zehnt gewe­sen… ;o)

  41. @Markus: In der Tat, Kin­ski als Nos­fe­ratu in »Phan­tom der Nacht« lebt tat­säch­lich von Kinski’s Art sich in Rolle zu ver­set­zen und von Her­zog, dem man nach­sagt als ein­zi­ger mit Kin­ski zurecht gekom­men zu sein.

    Das Zitat von Smith kenne ich auch, doch ich denke hier hat Smith erkannt, das sich Musik und die Anhän­ger­schaft aus­ein­an­der ent­wi­ckeln. Schließ­lich ist es doch die Musik gewe­sen, die den Tod in einen melan­cho­lisch musi­ka­li­sche Kon­text setzte. »Faith« von 1981 ent­stand aus der Depres­sion, die der Tod aus Smith’s Umfeld in ihm aus­löste — er setzte das musi­ka­lisch um. Smith ist in die­ser Hin­sicht ein wenig Eng­stir­nig wie ich meine, denn war es auch seine Musik die diese Ideen in die Köpfe der Fans pflanzte um sich dann über die Fol­gen zu beschweren.

    Dar­über hin­aus sehe ich nicht, das der Tod inner­halb der Szene idea­li­siert wird, ganz im Gegen­teil. Den meis­ten geht es schlicht um die Ästhe­tik der Ver­gäng­lich­keit, dem »scho­cken« des Umfelds, das zu die­ser Zeit den Tod aus dem Leben ver­drängt. (Wir ver­set­zen uns in die geis­tige Hal­tung der 80er, in dem kal­ter Krieg, Umwelt­ver­schmut­zung wie ein Schwert über den Köp­fen lau­erte). Ein Roman­ti­sie­rung fin­det mei­ner Ansicht nach auch nur auf der visu­el­len Basis statt, spricht man Sze­ne­an­ge­hö­ri­gen, so ist der Tod kei­nes­wegs etwas, was man »schön« findet.

    »Frü­her war alles bes­ser«, ist wie du schon sagst ein Illu­sion — die meis­ten die der Ver­gan­gen­heit inten­siv nach­trau­ern und sich mit den heu­ti­gen Phä­no­me­nen nicht mehr aus­ein­an­der­set­zen wol­len haben resi­gniert und idea­li­sie­ren ihre eigene Ver­gan­gen­heit. An die schö­nen Dinge erin­nert man sich eben länger.

    Auch heute noch gibt es einen krea­ti­ven, fein­füh­li­gen und gedank­lich star­ken Kern der Gothic/Wave Szene, er scheint nur in der Ober­fläch­lich­keit der Kom­mer­zia­li­sie­rung zu ertrin­ken. Aber man sagt doch: Die Hoff­nung stirbt zuletzt. Vie­len Dank für dei­nen anre­gen­den Kommentar!

  42. Claire Obscure“ ist nicht nur ein Begriff aus der Kunst­szene (Hell-Dunkel-Malerei), son­dern auch eine fran­zö­si­sche Band, die ich bei obi­ger Erwäh­nung mei­nes „cor­re­spon­dant“ aus Paris lange in mei­nen Gehirn­win­dun­gen gesucht — und schließ­lich gefun­den — habe. Nach­dem mir dann nach Ein­gabe des Namens bei youtube das Foto eines alt­be­kann­ten Plat­ten­co­vers ent­ge­gen­sprang (die ich damals — sur­prise — am Brief­kas­ten fand), war dann alles klar… Für unsere Nach­barn war Claire Obscure eine ein­fluss­rei­che Band der 80er, sol­len sie doch Urhe­ber des Begriffs „Cold Wave“ sein, was für mehr als ein gan­zes Jahr­zehnt Frank­reich prägte. Ich finde, dies sollte hier auch ein­mal kurze Erwäh­nung fin­den, nach­dem wir (fast) aus­schließ­lich durch Bri­ti­sche Wave-Bands beein­flusst wur­den und immer noch wer­den. Hier zwei Kost­pro­ben (lei­der keine »offi­cial videos«):

    http://www.youtube.com/watch?v=e_dyi-sE8V0

    http://www.youtube.com/watch?v=FE6fuyrmmd0&feature=related

    @Robert: D´accord, bei den Fran­zo­sen lau­fen zwar alle mög­li­chen (kul­tu­rel­len) Stil­rich­tun­gen zusam­men, aber das Ergeb­nis, was letzt­end­lich aus dem Mixer her­aus­kommt, ist — irgend­wie — IMMER fran­zö­sisch. Wer mal einen Blick auf den fran­zö­si­schen New Wave wer­fen möchte, hier ein wei­te­rer Link:

    http://www.french-new-wave.com/

    Frü­her war tat­säch­lich nicht alles bes­ser, aber man war mehr mit sich und sei­nem direk­ten Umfeld beschäf­tigt, als mit Umwelt, Poli­tik, Gutem und Bösem. Das hat man zwar – natür­lich — auch wahr genom­men, aber erst im zuneh­men­den Alter hin­ter­fragt man um eini­ges inten­si­ver die Dinge und ändert so man­chen Blick­win­kel. Und je mehr man denkt, umso kom­pli­zier­ter wir alles. Außer­dem gab es »damals« nicht die bra­chiale Gewalt der Medi­en­in­for­ma­ti­ons­welle. Des­halb ist für viele die eigene Jugend­zeit rück­bli­ckend gese­hen eine unbe­schwerte Zeit, an die man sich gerne erin­nert. Das heißt ja wirk­lich nicht, dass man nicht gerne im Hier und Jetzt lebt. Ganz im Gegenteil!

  43. @Madame Mel: Ich hege eben­falls eine große Lei­den­schaft für die Prot­ago­nis­ten der fran­zö­si­schen Cold-Wave wie Tri­so­mie 21, Norma Loy, Little Nemo oder auch Opera Multi Steel — selbst­ver­ständ­lich auch KAS Pro­duct. Den Kra­cher (falls du ihn nicht schon kennst) darfst du Dir eben­falls nicht ent­ge­hen lassen:

    http://www.youtube.com/watch?v=6Ki2R9OieiY

    »aber erst im zuneh­men­den Alter hin­ter­fragt man um eini­ges inten­si­ver die Dinge und ändert so man­chen Blick­win­kel.« Der Kopf ist rund, damit das Den­ken die Rich­tung ändern kann, sagt man. Den Blick­win­kel stän­dig ändern zu kön­nen sollte man sich bis ins Alter bewah­ren, das ist ganz wich­tig. Hier ist übri­gens stän­dige Selbst­kon­trolle nötig, damit man nicht irgend­wann in Alters­starr­sinn ver­fällt ohne es zu merken :)

  44. @Robert
    merci — gute Wahl; den Titel kannte ich zwar, aber nicht das dazu­ge­hö­rende Video. Für mich wie­der eine Bestä­ti­gung, dass sich (zum Glück) einige Bands auf die Musik konzentrier(t)en und auf den gan­zen Schnick­schnack Drum­herum verzichte(te)n. Sie las­sen ihre Musik in Kom­bi­na­tion mit einer star­ken (Bühnen-)Präsenz der Fron­frau sprechen.

    Heut­zu­tage ist es lei­der so, dass — umso mehr die »Künst­le­rin« ihre Unter­wä­sche zeigt — das »Pro­dukt« schnel­ler und bes­ser ver­mark­tet und »an den Mann« gebracht wer­den kann. Es geht lei­der nicht mehr um das »wahre Eigent­li­che« und die Jugend ver­gisst, um was es eigent­lich geht. Schade.

  45. @Madame: Aber das ist nur die Ober­flä­che. Das »wahre Eigent­li­che« gibt es immer noch, es ist nur unter einer glän­zen­den und rie­sige Ober­flä­che ver­bor­gen. Die Jugend kennt es also erst­mal nicht anders und ich denke es ist an uns die Wil­li­gen für einen Tauch­gang mit­zu­neh­men. Es bringt nichts der Jugend nur zu zei­gen was ein­mal war, son­dern was immer noch ist und was wer­den kann. Vor allem in einer Szene die ver­lernt die Luft anzu­hal­ten um einen Blick der »Unter­welt« zu erhaschen.

  46. @Robert
    Na Goth sei Dank gibt es mitt­ler­weile gute (Internet-)Plattformen, um diese Jugend mit auf den »Tauch­gang« zu neh­men und ihnen das Ver­bor­gene unter der Eis­schicht auf­zu­zei­gen… aber dafür, so hast du ganz rich­tig ange­merkt, ist »Wille und Wil­lig­keit« Voraussetzung.

  47. @ Madame Mel

    Dein Kom­men­tar mit der »Künst­le­rin« und ihrer Unter­wä­sche treibt mir gerade ein Schmun­zeln auf die Lip­pen. Mir schoß neu­lich bei einem zufäl­lig beim Zap­pen erwisch­ten Lady Gaga-Video auf MTV der Gedanke durch den Kopf »Okay, das ist jetzt also die zweite Dekade des neuen Jahr­tau­sends — Talent wird durch das Nicht­vor­han­den­sein von als sol­cher noch zu bezeich­nen­der Ober­be­klei­dung ersetzt.«

    Auf YouTube sah ich vor­hin ein über sie­ben Minu­ten (!!!) lan­ges, selbst­ge­dreh­tes Video, indem ein dral­ler weib­li­cher ame­ri­ka­ni­scher Teen­ager bedeu­tungs­voll prä­sen­tierte, wie man von einem alten T-Shirt den Kra­gen abschnei­det, damit es »ori­gi­nal wie aus den 80er Jah­ren« aus­sieht. Ich konnte mir den Kom­men­tar nicht ver­knei­fen, daß wir in den 80er Jah­ren dazu keine Video­an­lei­tun­gen auf Inter­net­por­ta­len brauch­ten, son­dern ein­fach eine Schere genom­men und abge­schnit­ten haben, was uns über­flüs­sig erschien.

    Viel­leicht ist es das, was uns in den 80er Jah­ren zu Wavern, Gruf­tis, Gothics, Schwar­zen gemacht hat — der eigene Wille und die Bereit­schaft selbst zu ent­schei­den, was gut und schlecht, was rich­tig und falsch ist. Ohne dabei per­ma­nent bis zur Betäu­bung von einer lau­ten Medi­en­welt zuge­dröhnt zu wer­den, die uns pau­sen­los sug­ge­rie­ren will, daß wir ohne den kri­tik­lo­sen Kon­sum ihrer Pro­dukte und Inhalte, ohne ihre schil­lern­den Sei­fen­bla­sen kein Leben führen…

  48. @Marcus
    […]Viel­leicht ist es das, was uns in den 80er Jah­ren zu Wavern, Gruf­tis, Gothics, Schwar­zen gemacht hat — der eigene Wille und die Bereit­schaft selbst zu ent­schei­den, was gut und schlecht, was rich­tig und falsch ist[…]

    JAGENAU DAS IST ES!!! Wir kön­nen stolz (und froh) sein, die 80er haut­nah »live« erlebt zu haben — des­halb sind wir rela­tiv resis­tent gegen diese bra­chiale Medi­en­prä­senz. Wir muss­ten uns nicht stän­dig dem Kon­su­men­ten­wahn und dem Vor­gau­keln fal­scher Tat­sa­chen — dem trü­ge­ri­schen »schö­nen Schein« — unterwerfen.

    Das fing schon beim »fun­da­men­ta­len Aus­druck der Gegen­be­we­gung« — sprich schwar­zer Klei­dung — an. Die Sze­ne­kla­mot­ten waren teuer und man konnte sich die nicht leis­ten (-> außer ein paar guten Pikes, DER Inves­ti­tion schlecht­hin). Aus dem Bogeys bzw. Boy Lon­don Kata­log kamen zwar gewisse Vor­ga­ben (und das ganz ohne Video­an­lei­tung!), aber es war Krea­ti­vi­tät und Phan­ta­sie des Ein­zel­nen gefragt, die Klei­dung ent­spre­chend mit Ket­ten, Nie­ten, Sti­cker oder Kreu­zen zu bearbeiten.

    Krea­ti­vi­tät för­dert das Den­ken — wenn aller­dings die Denk­fä­den vom Mario­net­ten­spie­ler über­nom­men wer­den, kann er tri­um­phie­rend auf­tö­nen: »Will­kom­men im Puppentheater«.

    Oder um es ein­fach mal mit S.J.Lec aus­zu­drü­cken: »Mario­net­ten las­sen sich sehr leicht in Gehenkte ver­wan­deln. Die Stri­cke sind schon da«.

  49. »Viel­leicht ist es das, was uns in den 80er Jah­ren zu Wavern, Gruf­tis, Gothics, Schwar­zen gemacht hat — der eigene Wille und die Bereit­schaft selbst zu ent­schei­den, was gut und schlecht, was rich­tig und falsch ist. Ohne dabei per­ma­nent bis zur Betäu­bung von einer lau­ten Medi­en­welt zuge­dröhnt zu wer­den, die uns pau­sen­los sug­ge­rie­ren will, daß wir ohne den kri­tik­lo­sen Kon­sum ihrer Pro­dukte und Inhalte, ohne ihre schil­lern­den Sei­fen­bla­sen kein Leben füh­ren…«

    Das hast du schön geschrie­ben. Manch­mal steckt in der Ein­fach­heit der Worte mehr Wahr­heit als in Sei­ten­lan­gen Ana­ly­sen dicker Wäl­zer. So habe ich das auch in Erin­ne­rung. Ich erin­nere mich wie ätzend (sol­che Worte benutzte man damals auch) wir das fan­den, was »For­mel 1″ uns als neu und modern vor­kaute. Wir wollte Musik hören die wir gut fan­den und so aus­se­hen wie es gefal­len hat. Mit »Ver­fei­ne­run­gen« war das eigent­lich immer so Wel­len­ar­tig, hatte einer ver­zierte Pikes an, so gin­gen die ande­ren hin »Cool« und ent­wi­ckel­ten das wei­ter :) Hach ja…

  50. Ich hab lei­der kei­ner­lei Bezug außer einem Cou­sin, der in den 80ern klar zu den Wavern gehörte. Dass ich über diese Web­site stol­perte, hat mehr damit zu tun, dass ich ein wenig auf dem Retro-Trip bin und über die 80er recherchiere …

    Ich will aber trotz­dem los­wer­den, dass es mir (damals aus Ahnungs­lo­sig­keit weni­ger, heute um so mehr) ein­fach wahn­sin­nig impo­niert, wenn jemand für seine Ideen ein­steht und sie deut­lich zeigt. Mein Cou­sin musste sich sei­ner­zeit schon öfter anpö­beln las­sen, er fiel über­all eben auf, aber hielt daran fest — etwas, was ich damals (mit zar­ten 13 Jah­ren) noch gar nicht rich­tig begriff. Ich bin bloß immer Geek gewe­sen und Geeks sehen bekannt­lich bes­ten­falls belie­big aus und hocken meis­tens vor Com­pu­tern, und damit gehöre ich sogar zu dem »Feind­bild« der Waver, als ein tech­no­kra­ti­scher, wis­sen­schaft­li­cher Typ.

    Trotz­dem fas­zi­niert mich der Gedanke unge­mein, die eigene Hal­tung offensiv/extrovertiert zu zei­gen, dazu gehört eine solide Über­zeu­gung und der Wille zu eige­nen Indi­vi­dua­li­tät (wenn man den Rest der ange­pass­ten Gesell­schaft ein­be­zieht). Darin liegt eine ein­zig­ar­tige Schön­heit und manch­mal wün­sche ich mir, ich würde nicht in so einer zu 99% kon­for­men Kompromiss-Welt leben, son­dern in einer schil­lern­den, ver­rück­ten Welt vol­ler Kon­traste. Kon­traste sind es, die bewe­gen, die zur Aus­ein­an­der­set­zung (hof­fent­lich der posi­ti­ven Art) füh­ren und die alle wei­ter­brin­gen. Obwohl sich die Welt wei­ter­dreht und auch vie­les sich ändert (irgend­wie), ver­misse ich diese Kon­traste. Spe­zi­ell nach dem Ende der 80er scheint alles nur noch glatt­ge­bü­gel­ter zu wer­den, selbst wenn sich mal etwas Kon­trast zeigt, wird der auch wie­der glatt­ge­bü­gelt, weil sich der Kom­merz dar­auf stürzt und es assi­mi­liert. Inso­fern — wenn Euch (ihr, die aus der Reihe tanzt) jemand mal »anstarrt«, dann ist es nicht immer Abnei­gung o.ä., son­dern im Gegen­teil: offene Bewun­de­rung. Es gibt etwas in mir, dass auch so sein will, aber ich weiß ande­rer­seits, dass ich das wie­derum nicht _bin_. Vertrackt …

    Was den tech­no­kra­ti­schen Teil angeht, nur für’s Pro­to­koll: ich glaube nicht, dass mit Mathe und ein paar Chips die Welt erklärt ist, bes­ten­falls die Hälfte davon. Denn trotz allem »Fort­schritts«, trotz aller Com­pu­ter und Hub­bles, die mil­lio­nen Licht­jahre tief in den unbe­kann­ten Raum bli­cken, blei­ben wir uns selbst immer noch das größte Geheim­nis. Das ist auch ver­dammt gut so, ich könnte es selbst nicht ertra­gen, wäre alles so deter­mi­nis­tisch wie das Innere eines Computers.

    EDIT:
    BTW ist das hier ein gran­dio­ser Thread … man ver­zeihe mir, wenn ich ihn erst rich­tig durch­gehe, nach­dem ich mei­nen eige­nen Post ver­fasste. Es musste spon­tan sein, sonst hätte ich ver­ges­sen, was ich eigent­lich sagen/schreiben wollte.
    Aber hier finde ich einen exzel­len­ten Post zu dem Thema Waver/Gothic nach dem ande­ren, pures Gold.

  51. »…und damit gehöre ich sogar zu dem »Feind­bild« der Waver, als ein tech­no­kra­ti­scher, wis­sen­schaft­li­cher Typ.« Das sehe ich nicht so, Fein­bil­der ent­ste­hen nur oft aus Unver­ständ­nis oder aus fal­schem Neid her­aus. Ein Geek kann mei­ner Mei­nung nach eine zusätz­lich Eigen­schaft sein, die Waver sein nicht aus­schließt. Zumal »Wave« als Musik ja häu­fig elek­tro­nisch ori­en­tiert ist, vor allem Dark Wave könnte wohl nicht ohne das tech­no­kra­ti­sche. Wie also kann man etwas ableh­nen, wozu man im Grund tanzt? Die, die den tech­no­kra­ti­schen Typen ableh­nen und als Feind­bild betrachte, haben wohl nicht weit genug gedacht. Ich darf mich auch als Nerd/Geek betrach­ten und als Waver, das ist bei Rosa Cha­ly­beia auch nicht anders ;)

    Dein mitt­le­rer Teil: Toll! Wirk­lich ein groß­ar­ti­ger Ein­blick in Deine Gedan­ken­welt zu dem ich eigent­lich nur eine Sache hin­zu­fü­gen möchte: Kon­traste gibt es heute noch, es ist nur immer schwie­ri­ger gewor­den, wel­che zu erzeu­gen, weil die Gesell­schaft über­reizt ist. Die­ses Phä­no­men schwappt auch in das Szene-Innere. Mit dei­nem Satz »Es gibt etwas in mir, dass auch so sein will, aber ich weiß ande­rer­seits, dass ich das wie­derum nicht _bin_.« bis du mit­ten­drin statt nur dabei ;) Denn damit hast du vie­len, die ein­fach nur so sind weil sie es cool fin­den oder weil andere das machen einen Schritt voraus.

    Edit: Es gibt nichts zu ver­zei­hen. Kom­men­tare dür­fen sich gerne auch nur auf den Ursprungs­bei­trag bezie­hen, an einer ent­stan­de­nen Dis­kus­sion teil­zu­neh­men ist immer optional ;)

  52. @mr.roboto

    Ich glaube, wenn die Schwarze Szene über­haupt ein Feind­bild hat, dann ist es das Bild vom Men­schen, der nicht nach­denkt, nicht reflek­tiert, keine Ver­ant­wor­tung für sein Han­deln über­nimmt, blind kon­su­miert, rück­sichts­los zer­stört, Moral und Ethik-Vorstellung nicht indi­vi­du­ell ent­wi­ckelt son­dern aus­wen­dig lernt und die Glit­zer– und Gla­mour­welt als »das Leben« ansieht. Diese Aus­sage ist zwar unvoll­stän­dig und stark ver­all­ge­mei­nert, aber sie geht in die rich­tige Richtung.

    Ob jemand ein Nerd ist, sich traut, ein unge­wöhn­li­ches Out­fit zu tra­gen oder nicht, ist sicher kein Kri­te­rium für »Feind oder Freund«. Der Mit­tel­teil dei­nes Kom­men­tars hat mich berührt. Aller­dings muss ich dir ein klei­nes Stück des Traums rau­ben, denn auch Gothics leben in einer Welt aus Kom­pro­mis­sen, die nicht immer ver­rückt ist und schil­lert son­dern in wei­ten Tei­len ganz gewöhn­lich ist. Und ganz neben­bei: Ein Mensch wird nicht durch Extro­ver­tiert­heit und tolle Out­fits zu dem, was man all­ge­mein als »indi­vi­du­ell« ansieht, son­dern allein durch Authentizität.

    Ich schlage vor: Hör auf, zu »bewun­dern«, zieh dir ein­fach eine ganz gewöhn­li­che schwarze Jeans an und ein ganz gewöhn­li­ches schwar­zes T-Shirt (damit du dich nicht unwohl fühlst in der schwar­zen Menge) und geh ein­fach mal auf ein Fes­ti­val und hab Spaß. Oder, um einen Szene-Spruch zu ver­wen­den: Komm auf die dunkle Seite — Wir haben Kekse! ;-)

  53. Was das Szene-Feidnbild angeht bin ich voll auf Orphi’s Seite :)

    Und Nerd — ich? Ja, defi­ni­tiv :). Sehe ich auch nicht als Szene-Feindbild, ganz im Gegen­teil. Viele Gruf­ties die ich kenne sind im IT Bereich tätig, weil man da — beson­ders als Pro­gram­mie­rer — seine Ruhe vor Men­schen­mas­sen hat. Auch das hat mich dazu bewo­gen mich für den Job zu begeis­tern. Auch wenn ich inzwi­schen andere Ziele ver­folge und nur noch hob­by­mäs­sig am Rech­ner Code zusam­men­bastle.
    Aber nicht nur das Kri­te­rium »Mensch« ist da wich­tig, auch der Spaß an der Tech­nik, das Inter­esse dafür wie die Welt funk­tio­niert. Das ist nicht allein auf mys­ti­sche und eso­te­ri­sche Her­an­ge­hens­wei­sen beschränkt — was auch so ein Kli­schee ist, das ich zwar eben­falls erfülle, aber ich habe mich für Wis­sen­schaft und Tech­nik als Stu­di­en­fach sei­ner­zeit ent­schlos­sen, weil mich fas­zi­nierte wie die Welt funk­tio­niert. Es fas­zi­niert mich immer noch, und neben der Näh­ma­schine hab ich Phy­sik Fach­bü­cher lie­gen ;) — nu rist das eine Seite. Aufs Physik-Lehrbuch wird dann auch ein Werk von Aleis­ter Crow­ley gelegt.
    Die Wis­sen­schaft weiß längst nicht alles. Das ist ein Trug­schluß, denn wir wäh­nen uns so viel zu wis­sen daß es alles sein könnte — aber das taten auch viele Gene­ra­tio­nen vor uns. Und viel­leicht kom­men Crow­ley und Feyn­man irgend­wann auch in der Mitte zusam­men. Das zeigt die Zeit.

    @Mr Roboto: Du klingst etwas als wärest Du auf der Suche. Wie Orphi schon meinte — kram ein­fach ein schlich­tes schwar­zes Shirt und ne ebenso gefärbte Jeans aus dem Schrank und schau Dir die Szene haut­nah an. Lern die Leute ken­nen und ihre Ansich­ten. Vie­leicht erkennst Du was wie­der was Du auch emp­fin­dest. So bin ich in die Szene gera­ten, und sie ist im Kern immer­noch mein Zuhause :)

  54. Ich muss sagen, mehr noch als den Arti­kel selbst, finde ich die Kom­men­tare sehr inspi­rie­rend und inter­es­sant.
    Ich selbst bin auch durch die Lite­ra­tur in diese Szene gerutscht (Bau­de­laire, Leau­t­rea­mont, Poe, Huys­mans), vom Opti­schen her kann ich mich auch eher mit vik­to­ria­nisch oder baro­cker Klei­dung iden­ti­fi­zie­ren — also was mein eige­nes Aus­se­hen betrifft.
    Jedoch finde ich den Stil aus den 80ern auch sehr schön und fas­zi­nie­rend. Und Pikes sind ein­fach cool — um es mal ganz umgangs­sprach­lich aus­zu­drü­cken ;) Von den Haa­ren mal abge­se­hen finde ich die­sen Stil auch schön altags­taug­lich.
    Alles in allem habe ich erst seit kur­zer Zeit ange­fan­gen, ein biss­chen in der Ver­gan­gen­heit zu stö­bern. Zwar kannte und hörte ich Bands wie The Cure, die Sis­ters oder Sioux­sie & the Bans­hees, aber woher diese Bands stam­men, damit habe ich mich nicht beschäf­tigt. Aber seit ich auf dem (bösen, bösen) WGT war und dort der­glei­chen gese­hen habe, wollte ich unbe­dingt wis­sen woher das kommt.
    Zwar kann ich zustim­men, dass es auf dem WGT sehr viele sehr nackte Men­schen gibt — aber man sieht auch die oben so nett beschrie­be­nen Stecknadeln!

    Vie­len Dank also für die­sen wun­der­vol­len Ein­trag und die auf­schluss­rei­chen Kom­men­tare — ich fahre dann in mei­nem Tauch­gang mal fort ;)

  55. Ein hal­bes Jahr spä­ter und ich habe einige Ala­din­ho­sen und Pikes im Schrank ;)
    Die­ser Bei­trag war sehr inspi­rie­rend!
    Btw, wer Bil­der sucht: tumlbr ist eine große Hilfe — und es besteht Suchtgefahr! ;)

  56. Schön, wenn der Bei­trag eine sol­che Wir­kung bei Dir hatte. Ich würde mir wün­schen, wenn sich mehr Men­schen auf den »Chic« der Ver­gan­gen­heit kon­zen­trie­ren wür­den, anstatt sich wie­der und wie­der in viel zu enge Lack­cor­sa­gen zu zwän­gen, oder noch ein Stück­chen mehr Haut zu zei­gen. Dein Klei­der­schrank, liebe Vyvyan, ist übri­gens gerade sehr inter­es­sant für mich gewor­den, viel­leicht berei­cherst du uns durch ein Bild dei­nes neuen Out­fits? robert@spontis.de würde sich dar­über sicher­lich freuen. Viel­leicht auch, um bei »Ohne Worte« einen Platz zu finden ;)

  57. Hallo Robert,
    ich bin auch sehr froh, dass ich über die­sen Bei­trag gestol­pert bin! Hab ein paar Bil­der auf tum­blr hoch­ge­la­den, du kannst sie dir ja mal angu­cken ;)
    http://ereschkigal.tumblr.com/post/15964245248/80s-dark-wave
    lei­der hab ich noch nicht so viele Bil­der von sol­chen Out­fits, aber ich kann noch­mal schauen.
    Übri­gens zu Ala­din Hosen: fin­det man ganz ein­fach auf ebay, ich war sehr erstaunt (und erfreut)!
    Wer in Ber­lin wohnt, sollte mal beim Alexa vor­bei schauen, da gabs so zu Neu­h­jahr rum auch Pikes runtergesetzt.

    Ganz liebe Grüße <3

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