4 August

Veranstaltungen: Mittelaltermärkte und Ritterfeste

Kategorie: Veranstaltungen — Jahrgang: 20116 Kommentare

Spectaculum 2009Kri­ti­ker unken, dass der gemeine Mit­tel­al­ter­markt und die weit ver­brei­te­ten Rit­ter­feste nichts, aber auch rein gar nichts mit dem Mit­tel­al­ter als sol­chem zu tun haben. Ich sage: Das ist mir egal. Es ist eine Wohl­tat zwi­schen all den Zel­ten und Lager­feu­ern im Duft von geba­cke­nem Brot zu dem Geklim­per von Schel­len­bän­dern über die Märkte zu wan­deln, wäh­rend im Hin­ter­grund eine mit­tel­al­ter­li­che Band ihre Inter­pre­ta­tion einen hand­fes­ten Zeit mit Sack­pfei­fen und Trom­meln zele­briert. Der Som­mer (wenn er denn statt­fin­det) ist die klas­si­sche Sai­son für diese Oase der alter­na­ti­ven Kul­tur, und nahezu an jedem Wochen­ende fin­det man irgendwo ein ent­spre­chen­des Refugium.

Wo mit­tel­al­ter­li­che Musik, Schmuck und Acces­soires aus längst ver­gan­ge­nen Zei­ten locken, das sind die Gothics nicht weit, wen wun­dert es, dass die schwar­zen Gestal­ten von kaum einem Markt mehr weg­zu­den­ken sind und fest zum Ziel­pu­bli­kum der Händ­ler und zahl­rei­chen Stände gehö­ren. Auch hier könn­ten Kri­ti­ker unken, dass die Kom­mer­zia­li­sie­rung wie­der auf dem Vor­marsch ist, denn schließ­lich geht es auf sol­chen Märk­ten um den Umsatz. Dem möchte ich ent­ge­gen­set­zen, dass hier das Geld oft­mals bei den rich­ti­gen lan­det, näm­lich den klei­nen und pri­va­ten Händ­lern, die oft in Hand­ar­beit und mit viel Lei­den­schaft für den Groß­teil ihrer Krea­tio­nen ver­ant­wort­lich sind.  Ich habe mit eini­gen Händ­lern gespro­chen und weiß, wie viel Arbeit hin­ter etwas ste­cken kann und wie hart das Brot ist, dass man sich damit verdient.

Doch genug von den ide­el­len Hin­ter­grün­den, wohin gehe ich denn nun am Bes­ten, schließ­lich haben nur wenige Feste eine Beach­tung in über­re­gio­na­len Zeit­schrif­ten und Ver­an­stal­tungs­ka­len­dern und gehen oft genug spur­los am ein­zel­nen vorüber.

Tipp: Auf der Inter­net­seite der Zeit­schrift Kar­fun­kel, fin­det sich eine umfang­rei­che Termin-Datenbank, die ver­sucht, alle Märkte, Feste und Tur­niere in Deutsch­land und im angren­zen­den euro­päi­schen Aus­land auf einem Ver­an­stal­tungs­ka­len­der fest­zu­hal­ten. Einen ähnli­chen Ser­vice bie­tet die Seite Markt­ka­len­da­rium, die von pri­va­ter Hand in lie­be­vol­ler Klein­st­ar­beit gepflegt wird.

Am kom­men­den Wochen­ende, dem 6. und 7. August, fin­det bei­spiels­weise an den Füh­lin­ger Seen in Köln das Spec­ta­cu­lum statt, das auch die­ses Jahr mit eine hoch­ka­rä­ti­gen mit­tel­al­ter­li­chen Band-Besetzung lockt. So spie­len am Sams­tag neben den Irr­lich­tern und dem Dui­vel­s­pack auch Sal­ta­tio Mor­tis und Faun. Doch Fans der Bands seien gewarnt: In der Regel spie­len besagte Bands ein rein mit­tel­al­ter­li­ches Set und ver­zich­ten auf elek­tro­ni­sche oder rockige Hym­nen, die man von den Alben her kennt.

Die Ver­an­stal­tungs­reihe die sich selbst als »das größte rei­sende Mit­tel­al­ter Kul­tur Fes­ti­val der Welt« bezeich­net, mach auch in die­sem Jahr in vie­len ande­ren Städ­ten in Deutsch­land Sta­tion, mit jeweils wech­seln­den Bands und Rah­men­pro­gramm. Der Preis für den Sams­tag beträgt hap­pige 18€, was sich aber ange­sichts dem gebo­te­nen Spek­ta­kel durch­aus recht­fer­ti­gen lässt.

Ein Son­nen­un­ter­gang am See, wäh­rend im Hin­ter­grund mit­tel­al­ter­lich Stim­mung in Form von Musik und Geruch auf­steigt, ist eine Reise und den Ein­tritt wert. Finde ich jedenfalls.

In den häu­fig gestell­ten Fra­gen der Inter­net­seite der MPS (Mit­tel­al­ter­li­ches Phan­ta­sie Spec­ta­cu­lum) fin­det sich übri­gens eine ganz nette Erklä­rung, warum so viele »schwarz gewan­dete« Besu­cher auf Mit­tel­al­ter­märk­ten zu sehen sind:

In den letzten Jahren tauchen immer mehr schwarz gewandete Gäste, die so genannten GOTHICS oder auch GRUFTIES beim MPS auf und genießen die einmalige Atmosphäre unseres MITTELALTER- KULTUR - FESTIVAL mit den phantastischen Bühnenprogrammen. Wir sind überaus erfreut über den immer stärker werdenden Zulauf dieser Gäste und werden auch in diesem Jahr in den bekannten Szene Magazinen dieser Gäste unser Spectaculum bewerben. Vor diesen Gästen muss sich wahrlich kein anderer Besucher fürchten, diese Gäste sehen natürlich ganz anders aus als der " normale deutsche Einheitsbürger " aber diese Gäste sind für unsere Veranstaltungsreihe sehr, sehr wichtig.
Sie sind sehr freundlich, sehr zuvorkommend, immer nett und lieb, sie sind an unseren Marktständen sehr umsatzfreudig und es hat mit diesen Gästen in den vergangenen Jahren bislang nicht einen einzigen negativen Vorfall gegeben. Das kann ich leider vom Typ "normaler deutscher Einheitsbürger" nicht behaupten, mit dieser Spezies, speziell in stark angetrunkener Form, mussten wir uns doch bei einigen Veranstaltungen leider schon heftig herumärgern. So etwas hat es bei unseren " schwarzen Gästen " bislang überhaupt noch nicht gegeben (...)

Viel­leicht sieht man sich in Köln auf einen Rit­ter­f­la­den, ich würde mich freuen, wenn der ein oder andere zu sehen ist. Die Sonne ist auch herz­lich ein­ge­la­den und wenn sie mei­ner Ein­la­dung fol­gen könnte, würde ich das aus­nahms­weise mal groß­ar­tig finden.

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Robert berichtet über alle Facetten der schwarzen Szene und ist aktiver Verfechter der deutschen Meckerbewegung. Überzeugter Gruftie mit einem Hang zum Vergangenem, der jedoch unverbesserlich optimistisch ist und stets positiv denkt. Du findest mich auch auf Facebook und Google+ oder auch bei Twitter.

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6 Kommentare

  1. Ich bin ein sol­cher Kri­ti­ker, wie du sie im ers­ten Satz erwähnst — ein lei­den­schaft­li­cher :)
    Aber spä­tes­tens seit sich mein Lieb­lings­pro­fes­sor in der Alt­ger­ma­nis­tik als »Mittelalter«-Markt-Fan geou­tet hat (und der weiß nun wirk­lich wie’s damals tat­säch­lich war) hab ich das alles noch­mal über­denke müs­sen und bin zu dem Schluss gekom­men:
    Ein Eti­ket­ten­schwin­del, der für mich als Living-History-Darsteller ärger­lich ist, ja, aber an sich schon eine schöne und ent­span­nende Sache. Man muss halt nur ver­su­chen aus­zu­blen­den was man über das tat­säch­li­che Mit­tel­al­ter weiß. Das ist ein­fach ein ande­res Thema bzw. ein ande­rer Anspruch und hat bei­des seine Berechtigung.

    Das ist für mich per­sön­lich aber unge­fähr so schwie­rig wie die Herr-der-Ringe-Filme zu sehen ohne sie mit den Büchern zu ver­glei­chen: An sich betrach­tet sicher­lich klasse, aber im Ver­gleich mit dem Ori­gi­nal ein abso­lu­ter Witz — nur lei­der kriege ich das Ori­gi­nal sel­ten aus dem Hinterkopf…

    Für mich per­sön­lich war es daher eine Wohl­tat auf der Web­seite einer gran­dio­sen Burg fol­gende Zei­len zu lesen:
    »Wegen der Infla­tion sol­cher Mit­tel­alt­er­feste land­auf landab (an man­chen Wochen­en­den bis zu 30 Ter­mine!) […] haben wir die­ses Burg­fest aus unse­rem Pro­gramm genom­men.
    Statt­des­sen fin­det seit­dem […] im zwei­jäh­ri­gen Rhyth­mus ein »Living History«-Wochenende statt, das aber nicht mit einem Markt ver­wech­selt wer­den darf.
    […]
    Bei die­ser Ver­an­stal­tung geht es nicht um Rit­ter­kla­mauk und Schwert­ge­klirr, es kön­nen auch keine Schna­bel­schuhe und selbst­ge­sie­dete Seife gekauft wer­den, son­dern es wer­den authen­tisch ver­schie­dene Aspekte des All­tags­le­bens im spä­ten Mit­tel­al­ter auf einer Burg gezeigt und erklärt.«

    Das ist meine Welt — und es ärgert mich zuge­ge­be­ner­ma­ßen mehr als es sollte wenn die Leute mich und meine Gruppe in eine fal­sche Schub­lade packen wenn sie hören dass wir »Mit­tel­al­ter machen«.
    Aber naja, was soll man da machen… :)

    Es ist schön, wenn sol­che Ver­an­stal­tun­gen (wie die von dir letzt­ge­nannte) dann das Wort »Phan­ta­sie« im Namen tra­gen, das ist dann ein­fach ehr­li­cher. Und ihre Gothic-Politik finde ich mal vor­bild­lich.
    So kann’s doch auch gehen :)

  2. Mir geht’s wie Dir Robert … wie sagte Edwin Ball (auch bekannt als Markt­graf) vom MPS so schön tref­fend: »Wür­den wir das reale Mit­tel­al­ter dar­stel­len würde schon wegen des Gestanks kein Besu­cher mehr kom­men, und woher soll­ten wir auch die gan­zen Rat­ten neh­men?« … auch meine Wenig­keit geniesst das Ambi­ente, schlägt sich den Magen voll (das Brot ist wirk­lich sehr lecker) und gibt hin und wie­der viel zuviel Taler aus.

    Natür­lich kann ich Flo­rian ver­ste­hen und seine Beden­ken sehr gut nach­voll­zie­hen, ganz beson­dern dann wenn es um das genannte Schub­la­den­den­ken geht (ken­nen wir das ja schon zu Genüge), jedoch ein Neben­ein­an­der (und wie beim MPS eine klare und deut­li­che Stel­lung­nahme) zwi­schen Phan­ta­sie und Real-Mittelalter finde ich passt ganz gut. So kann sich jeder das aus­su­chen was er mag ;-)

    Wenn das Wet­ter mit­spielt freue ich mich wie­der auf Ham­burg im September :)

  3. Ich schlage mich mit auf die Kritiker-Seite, finde aber auch daß wenn das Eti­kett stimmt, sprich Fantasy-Mittelalter drauf steht, das auch drin sein darf. Ärger­lich für »uns« Dar­stel­ler ist eigent­lich immer diese Fal­sche­ti­ket­tie­rung. Klar kann man mit dem was einem heute an Mate­rial zur Ver­fü­gung steht keine was­ser­dichte 100%-Darstellung machen, es ist aber eine recht ärger­li­che Fehl­in­for­ma­tion wenn Polyester-Prinzessinnenkostüme auf Brautreif­rock bei­spiels­weise als authent­hisch 18. Jahr­hun­dert dar­ge­stellt wer­den — nach­dem ich keine MA-Darstellung mache, sind mir da die Aus­wüchse in »mei­nen« Epo­chen natür­lich prä­sen­ter. Sogar bei den Auf­trit­ten mit unse­rer Renaissance-Tanzgruppe hier erlebt man bis­wei­len Haar­stäu­ben­des. Schätze mal, Herr von Karn­stein kann da ebenso Bände fül­len an Anek­to­den wie ich.

    Abge­se­hen davon mag ich Mit­tel­al­ter­märkte aber auch — Gele­gen­heit das Sor­ti­ment an Räu­cher­werk um ein Harz oder Kraut zu erwei­tern das man woan­ders nicht fin­det, mit nem Täss­chen her­ben Met die neu­este Dar­bie­tung der Dreyn­schlä­ger zu bestau­nen — bin ein ech­ter Fan der Jungs, die sind ver­dammt gut und irre wit­zig. Oder man fin­det auf den Märk­ten auch teil­weise arg schö­nen Schmuck, der mit His­to­rie auch null zu tun hat.
    Mit­ten­drin gibts aber auch durch­aus Stände wo man die his­to­ri­sche Aus­stat­tung auf­sto­cken kann — gerade wegen der Mischung liebe ich den Markt auf Burg Raben­stein, bei uns um die Ecke. Hab da auch mei­nen Stamm-Händler — der weiß was er anbie­tet, macht auch eini­ges selbst und ist preis­lich abso­lut akzep­ta­bel. Ich freu mich jedes Mal bei ihm im Wagen zu ver­sump­fen und mich fest­zu­quat­schen.
    Bei uns gibts dann noch das Fes­ti­val Media­val — so ziem­lich das ein­zige Wald– und Wie­sen­fes­ti­val das ich wirk­lich gern mag, auch wenn ich letz­tes Jahr das erste Mal da war. Hab schon gedacht mein Männ­chen ist kaputt als er sagte, er will da hin und er will Kla­mot­ten für haben — wir sind jetzt über 8 Jahre zusam­men und abge­se­hen vom letz­ten Media­val waren wir ein gran­dio­ses Mal zusam­men auf Fes­ti­vals, und raus­put­zen? Sto­isch im Leder­man­tel aus­har­ren und gege­be­nen­falls den Haar­gummi aus der Mähne zup­fen reicht ihm nor­ma­ler­weise :D
    Jeden­falls — die Ver­an­stal­ter des Media­vals sehen das auch eher als »krea­ti­ves Mit­tel­al­ter« an, die Band­aus­wahl hat mit Omnia und Faun ihre musi­ka­li­schen Stamm­gäste die von Anfang an da auf­ge­tre­ten sind und jedes Jahr wie­der kom­men. Und neben dem han­dels­üb­li­chen Mittelalter-Rock fin­det man auch die eine oder andere Neoklassik-Band. Letz­tes Jahr warens Ata­ra­xia — ein grund­ge­nia­ler Auf­tritt der lei­der aber kaum Beach­tung hatte, beim WGT ist es ein aus­ge­wach­se­ner Kampf zu einem Ataraxia-Konzert zu kom­men wegen Andrang. Finde ich aber trotz­dem gut daß die Ver­an­stal­ter das Musik­an­ge­bot so breit fächern und es den­noch schaf­fen im the­ma­ti­schen Rah­men zu blei­ben. Es sind auch immer wie­der Künst­ler aus ande­ren Kul­tur­krei­sen dabei die ihre tra­di­tio­nelle Musik zum Bes­ten geben.
    Aus der Neoklassik-Ecke ist heuer Dae­mo­nia Nym­phe dabei, und ich freu mich schon wie­der arg auf das Fes­ti­val. Die Händler-Buden sind dabei eigent­lich auch typisch MA-Markt. Vom Hip­pie­schmuck bis zu his­to­ri­schen Repli­ken ist alles dabei — auch mein Lieb­lings­händ­ler. Fühl mich da sehr wohl und kann das Fes­ti­val wirk­lich sehr empfehlen.

    Die andere Seite — auch bei uns gibt es auf der Veste Coburg eine Ver­an­stal­tung die sich mehr auf his­to­ri­sche Fak­ten und deren Dar­stel­lung stützt. Das sind zwar meis­tens mili­tä­ri­sche Geschich­ten, aber meine Mei­nung dazu ist: das ist genauso Geschichte. Eine gute Dar­stel­lung wird frü­her oder spä­ter nicht nur mit Rum­klop­pen beschäf­tigt sein, son­dern auch die Lebens­um­stände drum­herum rekon­stru­ie­ren.
    Die Dar­stel­ler bewe­gen sich haupt­säch­lich zwi­schen spä­tem Mit­tel­al­ter und frü­hem 17. Jahr­hun­dert — Stich­wort 30-jähriger Krieg.
    Stände mit dem MA-Markt übli­chen Zeug gibt es da nicht, den Besu­chern wird wirk­lich in ers­ter Linie fun­dier­tes Wis­sen demons­triert, und das ist schon span­nend. Hat frei­lich eine ganz andere Atmo­sphäre als ein Markt — ins­be­son­dere wenn einem ne Stein­büchse mit 80cm Kal­li­ber trotz Ohren zuhal­ten die Trom­mel­felle um die Knie­keh­len wickelt) — sprich — sowohl ernst­zu­neh­mende Dar­stel­lung als auch Fantasy-MA haben ihren Reiz, man sollte nur deut­lich klar machen was man mit sei­ner Ver­an­stal­tung anstrebt. Das Publi­kum ist leicht­gläu­big, und wenn der Polybrokat-Elfenfummel als authen­ti­sches Mit­tel­al­ter wahr­ge­nom­men wird, weil die rich­tige Eti­ket­tie­rung fehlt, dann muss ich doch mal Mot­zen :D

    … glei­ches gilt auch für die gan­zen »Barock«-Feste die es so gibt. Nichts gegen ein wenig Hauch von vene­zia­ni­schem Mas­ken­ball. Mach ich bei mei­ner Aus­geh­gar­de­robe im Prin­zip und ein­fach gesagt ja auch. Aber wei­ßer, ver­en­de­ter Plas­tik­pu­del auf dem Kopf und Gar­dine über Reif­rock sind *nicht* authen­tisch 18. Jahr­hun­dert. Als moderne Inter­pre­ta­tion: mir­we­gen gerne. Dann sollte man das aber auch wissen.

    Zum Schluss: die Erklä­rung von der MPS-Page ist toll und mehr als bezeich­nend was die Szene angeht. Hof­fen wir daß es so bleibt …

  4. Ja die »Mittelaltermärkte«…ich beschäf­tige mich schon lange mit dem rea­len Mit­tel­al­ter und weiß, dass diese Ver­an­stal­tun­gen nichts damit zu tun haben. Trotz­dem gehe ich gerne hin, weil es sich für mich um die nette Dar­stel­lung einer Fan­ta­sie­welt han­delt. Aber auch diese Fan­ta­sie­welt will gut gemacht sein.…weil Bil­lig­ge­b­am­sel rui­niert die Stimmung.

  5. @Karnstein: Schub­la­den, lie­ber Karn­stein, die sind wir doch gewohnt. Ob wir uns schwarz anzie­hen, oder ob wir uns als Teil einer leben­di­gen Geschichte sehen. Ich betrachte diese Märkte von einer weiteren,positiven Seite, denn oft­mals kommt so wie­der altes Hand­werk auf den Laden­tisch und auch sehr Lei­den­schaft­li­chen Mittelalter-Fans kön­nen sich mit ihrem Hobby etwa dazu­ver­die­nen. Schmuck, Leder­wa­ren, gefilzte Klei­dung, Schmie­de­kunst, Kunst, auf­wen­dige hand­ge­machte Klei­der, Sei­fen, Ker­zen, Weine und das alles das ist alles ein brei­ter Markt, der nun auch vom Otto-Normal-Verbraucher ent­deckt wird und ent­spre­chende Umsätze in die Kas­sen spült. Es freut mich, wenn der kleine Win­zer aus Bin­gen mit ein wenig Mit­tel­al­ter etwas dazu ver­die­nen kann und wir so die Mög­lich­keit bekom­men aus­ge­zeich­ne­tes aus Deutsch­land zu genie­ßen. Natür­lich muss man auch hier vor­sich­tig sein, denn mitt­ler­weile kau­fen auf hier gewiefte Händ­ler in Fern­ost ein, um den Gewinn zu maxi­mie­ren, das kann natür­lich nicht Sinn und Zweck der Sache sein. Viel­leicht ein neuer Blickwinkel.

    @stoffel: Ja, wir beken­nen uns. Auch wenn es die­ses Jahr ganz furcht­bar gereg­net hat, hat dass das Ver­gnü­gen kaum gemil­dert, viel­leicht sogar noch ein biss­chen mit­tel­al­ter­li­cher Gestal­tet. Ich genieße das, ich mag das und ich möchte dar­auf nicht ver­zich­ten. Ich machen mir aber bewusst, dass das mit dem Mit­tel­al­ter als sol­ches nichts zu tun hat :)

    @Rosa: Wie­der ein­mal ein tolle und aus­la­dende Sicht­weise, ganz so, wie es dein Klei­dungs­stil sug­ge­riert. Ich bin ent­zückt. Ich teile deine Mei­nung, wie bereits bei Karn­stein geschrie­ben, und denke das bei­des von­ein­an­der abhän­gig ist. Die popu­lä­ren Mit­tel­al­ter­märkte und Bands sor­gen stets für poten­ten Nach­wuchs, der sich viel­leicht durch ein ein­fa­chen Markt irgend­wann mal für die echte Geschichte inter­es­siert, ich denke, die meis­ten wer­den wohl so ange­fan­gen haben. Wich­tig ist, das man sich gerade als »Dar­stel­ler« die Offen­heit bewahrt, sich auch mit unwis­sen­den aber wiss­be­gie­ri­gen aus­ein­an­der­zu­set­zen um so viel­leicht die Lust auf »mehr« zu wecken. Ich weiß, dass diese Men­schen bei Dir an der rich­ti­gen Adresse sind.

    @Alsuna: Rich­tig, das MPS ist hier ein sehr gutes Bei­spiel. Hier legt man viel Wert auf ein brei­tes Ange­bot an qua­li­ta­ti­ver Fantasy-Stimmung. Ohne jetzt Wer­bung für den Ver­ein zu machen.

  6. Gibt es Kri­ti­ker? Das Mit­tel­al­ter stellt den Men­schen sicher­lich beson­dere Her­aus­for­de­run­gen, aber das Mit­tel­al­ter bie­tet den Men­schen um so viel mehr als die heu­tige Zeit. Ich Per­sön­lich bin vom Mit­tel­al­ter begeis­tert und kann nicht erklä­ren, wes­halb es dahin­ge­hend Kri­tik geben sollte. Jede Zeit hat seine Vor– und Nach­teile. Viel­mehr sollte die heu­tige Moderne kri­ti­siert und in Frage gestellt wer­den. Aber man muss das Beste draus machen und durch, denn zurück kom­men wir nim­mer. Beste Grüße Artur Nietsch

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