6 August

Rückblick: Spectaculum in Köln 2009

Kategorie: Veranstaltungen — Jahrgang: 2009Keine Kommentare

StelzenmädchenAm letz­ten Wochen­ende war ich in Köln auf dem Mittelalter-Spectaculum an den Füh­lin­ger Seen. Wie ich bereits in Arti­kel ver­spro­chen hatte, möchte ich mit euch das Wochen­ende kurz Revue pas­sie­ren las­sen. Kommt viel­leicht etwas spät (schließ­lich steht ja das Mera-Luna Wochen­ende vor der Tür) aber vor­her war ein­fach keine Zeit.

Der Sams­tag ver­sprach ein Traum­wet­ter­tag zu wer­den und so kam es dann auch, das uns Osram erhellte was das Zeug hielt. Die Anfahrt und das Par­ken gestal­tete sich wie auch im letz­ten Jahr unpro­ble­ma­tisch, das Gelände am Füh­lin­ger See ist durch seine Regat­ta­bahn und das Nah­er­ho­lungs­ge­biet schon für viele Besu­cher geeig­net. Die­ses mal haben wir unsere Nach­barn (von unten) mit­ge­nom­men, die das Spec­ta­cu­lum noch nicht kann­ten, aber sehr neu­gie­rig dar­auf waren.

Das Gelände prä­sen­tierte sich gewohnt rie­sig und hoch­wer­tig bestückt. Die ver­schie­de­nen Stände wech­sel­ten sich ab und bil­de­ten so eine gesunde Mischung, die natür­lich eher kon­sum­ori­en­tiert aus­ge­legt war. Ich bin erstaunt gewe­sen, wie­viel schwar­zes Publi­kum anwe­send war, das hatte ich nicht erwar­tet — ist aber viel­leicht auch ver­ständ­lich, denn das Amphi-Festival war ja bereits gelau­fen und Gothics scheuen die Sonne eben doch nicht mehr so sehr und krie­chen auch bei Kai­ser­wet­ter aus ihren Sär­gen hervor.

Auf ins­ge­samt 3 Büh­nen prä­sen­tierte sich ein wirk­lich gelun­ge­nes Rah­men­pro­gramm, den gan­zen Tag über spiel­ten wirk­lich tolle mit­tel­al­ter­li­che Bands oder Gauk­ler, Künst­ler oder Feu­er­schlu­cker zeig­ten ihre Fähig­kei­ten. Ein Kos­tüm­wett­be­werb wurde von eini­gen Besu­chern zum Anlass genom­men sich sehr aus­ge­fal­len zu klei­den um so neben der Auf­merk­sam­keit auch einen Geld­preis für sich zu gewinnen.

hexeDas Publi­kum war wirk­lich gemischt. Mit­tel­al­ter­an­hän­ger und LARP-Fans zwi­schen Cosplay­ern und Visus, aller­lei schwar­zes Volk (Metal­ler, Gothics, Waver) und natür­lich auch Nor­ma­los in jeder Grup­pen­stärke. Das schöne war das fried­li­che mit­ein­an­der und die ange­nehme Grup­pe­n­at­mo­sphäre »Anders« zu sein, für die Nor­ma­los muss das wie ein Kar­ne­val mit­ten im Som­mer gewe­sen sein.  Was die­ses Fes­ti­val so ange­nehm von ande­ren abhebt ist die eigent­lich dau­ernde musi­ka­li­sche Unter­ma­lung mit Live-Musik, die das ganze zum Fes­ti­val mutie­ren las­sen. Die meis­ten Bands hat­ten auch meh­rere Auf­tritte über den Tag ver­teilt und begeis­tern alle Anwe­sen­den mit 30–45 minü­ti­gen musi­ka­li­schen Ein­la­gen, auch Head­li­ner Sal­ta­tio Mor­tis waren den ganz Tag über zu sehen und zu hören und haben sich auch unter das Publi­kum gemischt und waren so nur von Ein­ge­weih­ten als Künst­ler zu identifizieren.

Der Nach­mit­tag ver­ging wie im Fluge, wir haben es uns kuli­na­risch gut gehen las­sen und alle mög­lich aus­pro­biert. Ein Falaf­fel hier, ein Rahm­fle­cken dort und hier noch eine Rit­ter­wurst. Kein Wun­der also, das eine Kor­set­tan­probe der Damen zum Schweiß­trei­ben­den Akt mutierte und die Her­ren der Schöp­fung in einem zufrie­de­nen Grun­zen auf der Wiese lagen. Das Ange­bot war sehr reich­hal­tig und immer war genug vor­han­den. Große zen­trale Geträn­ke­stände ver­sorg­ten die Besu­cher mit Fla­schen­bier und Met, sowie Anti­al­ko­ho­li­schem, kein Über­trie­be­nes getue von wegen Sicher­heit mit Glas, ein preis­lich deut­li­cher Pfand erle­digte die Pro­ble­ma­tik ganz von allein. Über­all boten sich Sitz­ge­le­gen­hei­ten in Form von Bier­bän­ken und die Ufer der Füh­lin­ger Seen luden zum Son­nen ein.

abendkonzertLedig­lich ein paar Stü­cke wur­den ein­ge­streut inklu­sive einem Vor­ge­schmack auf das kom­mende Album »Wer wind saet« der Band, schade eigent­lich, denn für ein Nacht­kon­zert hätte ich mir eine gemisch­tere Set­list gewünscht. Den­noch konnte SM durch Spiel­freude und Wort­witz auf­trump­fen und habe das Publi­kum immer wie­der zum mit­ma­chen bewegt.

So war es auch nicht ver­wun­der­lich, das erst das Publi­kum und dann der Ver­an­stal­ter selbst immer wie­der Zuga­ben von den Musi­kern for­der­ten, die dann auch prompt erfüllt wur­den. So begeis­ter­ten SM bis pünkt­lich um Mit­ter­nacht die anwe­sen­den Fans und Besu­cher und sorg­ten mit Sicher­heit für ent­spre­chende gestie­gene Beliebt­heit, jeden­falls bei mir. Auf das neue Album bin ich jeden­falls sehr gespannt, der Vor­ge­schmack auf der MyS­pace Seite der Band klingt für mich sehr viel­ver­spre­chend. Am 28. August ist es soweit, meine Emp­feh­lung ist das Stück Letzte Worte, das die selbst­ge­schrie­bene Grab­rede eines Ver­stor­be­nen in ein musi­ka­lisch Gewand taucht. Es ist schon ein sehr magi­scher Moment wenn ein Fei­er­freu­di­ges Publi­kum andäch­tig lauscht und nur die Musik die Ster­nen­klare Nacht erhellt.

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Veröffentlicht von

Robert berichtet über alle Facetten der schwarzen Szene und ist aktiver Verfechter der deutschen Meckerbewegung. Überzeugter Gruftie mit einem Hang zum Vergangenem, der jedoch unverbesserlich optimistisch ist und stets positiv denkt. Du findest mich auch auf Facebook und Google+ oder auch bei Twitter.

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