1 Juni

Körperkult: Tattoo & Piercing Convention Dortmund 2011

Kategorie: Veranstaltungen — Jahrgang: 201110 Kommentare

FarbrauschOb nun Zufall, Schick­sal oder wie auch immer … es prägte sich ver­gan­ge­nes Wochen­ende ein Event in mein Hirn: meine erste Tat­too & Pie­cring Con­ven­tion und das noch in der Dort­mun­der West­fa­len­halle. Wow, als „Insel-/Landei“ waren die Dimen­sio­nen doch etwas „anders“ als gewohnt. Der Ein­tritt kos­tete satte 15 Euro­nen plus 5 Euro Park­ge­bühr. Nicht gerade güns­tig, jedoch lohnte sich die Inves­ti­tion, zumin­dest für mich persönlich.

Schon beim Betre­ten der Halle 4 schallte mir ein gewohn­tes Geräusch in die Ohren: das sum­men unzäh­li­ger Tat-Guns1 … herrlich!

Meine Eupho­rie wurde jäh gebremst als ich die Besu­cher­ströme rea­li­sierte sowie die unzäh­li­gen Stände und Gänge und ich völ­lig über­for­dert nicht wusste wo ich anfan­gen sollte. Nun gut erst mal ein­mal rum und dann schauen wir mal. In der Nähe des Ein­gangs­be­reichs waren die Jungs von metal­won­der mit ihren metal­li­schen Kunst­wer­ken zu fin­den (beson­ders die Alien Queen hatte es mir ange­tan) und ich war froh das ich mein Bud­get sehr knapp gehal­ten habe ;)

Wei­ter ging es und ich fühlte mich wie ein klei­nes Kind an Weih­nach­ten … nicht nur die Stände der Täto­wie­rer son­dern auch die Besu­cher selbst mit ihren Tätowierungen/Piercings mach­ten es mir unmög­lich auch nur annä­hernd einen Über­blick zu bekommen.

Tätorierender KochIrgend­wann stellte sich mein Hirn auf Genuss anstelle ratio­na­len Den­kens um und ich konnte nun end­lich die Atmo­sphäre auf mich wir­ken lassen.

Es war äußerst inter­es­sant zu sehen mit wie viel Lei­den­schaft die Jungs und Mädels bei der Arbeit waren, von deren Krea­ti­vi­tät und Talent ganz zu schwei­gen. Etwas ver­dutzt und amü­siert war ich über den täto­wie­ren­den „Koch“ und des­sen Kun­den der die Küchen­tuch­rol­len hielt als hätte Sel­bi­ger Zahn­weh gehabt ;)

Das auch Chris Gar­ver anwe­send war nahm ich zur Kennt­nis, jedoch war der Andrang am Stand von Ruth­less & Tooth­less so groß das es ein­fach kei­nen Spaß machte dort län­ger zu ver­wei­len. Auch weil ein direk­ter Blik auf seine Arbeit durch den Rum­mel nicht mög­lich war.

Tattoworld aus SchwedenIch fand die ande­ren Künst­ler und ihr Schaf­fen wesent­lich inter­es­san­ter, wie zum Bei­spiel Tat­too­world aus Schweden.

Zwi­schen­durch machte sich ein Hun­ger­ge­fühl breit, Magen und Kehle waren am Rebel­lie­ren. Also ab zum Fut­ter­stand mit den über­höh­ten Prei­sen … 16 Euro für 2 Brote und 3 Getränke (für Mer­lin und mich), aber was soll’s, wir hat­ten Hun­ger ;) Auch hier war es wie­der ban­nig inter­es­sant das anwe­sende Publi­kum zu beob­ach­ten. Neben dem Metal– und Gothic Genre waren eben­falls unzäh­lige Rocka­bil­lys zu fin­den (inkl. diver­ser Stände die Schmiere und Co. ver­kauf­ten). Hin und wie­der ent­deckte man auch »Herrn Meier« oder »Frau Schulze«, wel­che aber deut­lich in der Unter­zahl waren und nur dadurch auf­fie­len das Sel­bige mit Kin­der­wa­gen und »Steppke« mit Rol­ler eine Messe besuch­ten auf der es aus­ge­spro­chen unan­ge­bracht war mit Sel­bi­gen durch die engen Gänge zu huschen. Nix gegen Fami­li­en­aus­flug, im Gegen­teil, jedoch gibt es prak­ti­schere Mög­lich­kei­ten (z.B.  Rückentrage o.ä.).

Studio aus BangkokDas Mädel aus Bang­kok fand ich übri­gens erstaun­lich. Bei einer gefühl­ten Kör­per­größe von 1,50m, hatte sich die junge Dame ganz schön ver­renkt um am Back­chest2 zu arbei­ten. Lei­der habe ich den Namen die­ses Stu­dios vergessen.

Spe­zi­elle Trends sind mir nicht auf­ge­fal­len, alles war quer­beet ver­tre­ten, viel­leicht war ich auch zu „Reiz­über­flu­tet“ um irgend­et­was zu bemer­ken. Zu gerne hätte ich mich eben­falls auf einen Stuhl gesetzt oder auf eine Liege gelegt um mir ein wei­te­res Tat­too ste­chen zu las­sen, jedoch habe ich bereits einen „Ste­cher mei­nes Ver­trau­ens“ und auf den nächs­ten Ter­min im Juli freue ich mich tie­risch. Nach ca. 2 Stun­den ver­lies­sen wir die Messe mit vie­len posi­ti­ven Ein­drü­cken, ein paar Euro­nen weni­ger im Geld­beu­tel und mit der fes­ten Absicht solch einen Event wie­der zu besu­chen, wenn sich die Mög­lich­keit ergibt.

ChevyEin ech­tes Schmuck­stück ent­deck­ten wir übri­gens vor der Halle auf dem Park­platz. Da ich Autos nur nach dem Aus­se­hen und nicht nach der Tech­nik, etc. beur­tei­len kann, weiß ich lei­der nur das es sich um einen Che­v­ro­let han­delt, der eben ziem­lich genial aus­schaut. Darin würde ich gerne ein­mal eine Spritz­tour unternehmen.

In der Zwi­schen­zeit besu­che ich die Web­sei­ten die auf den gesam­mel­ten Visi­ten­kar­ten zu fin­den sind und bewun­dere die Werke der Künst­ler und hole mir wei­tere Inspi­ra­tio­nen … es ist ja noch Platz auf mei­nem Körper ;)

  1. Tat-Gun oder Tattoo-Gun ist die Bezeich­nung für eine Täto­wier­ma­schine []
  2. Back­chest bezeich­net eine Täto­wie­rung die die gesamte Flä­che des Rückens bedeckt. []

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Veröffentlicht von

Sie liebt das Meer, besonders die Stürme haben es ihr angetan. Früher als Kind war Sie immer an den Klippen auf Helgoland und hat fasziniert auf das Meer geblickt und die einzigartige Stimmung genossen. Heute ist sie Gruftie aus Leidenschaft, auch in Indien. Du findest mich auch .

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10 Kommentare

  1. Bei uns gibts jähr­lich auch so eine Ver­an­stal­tung, lei­der bin ich noch nicht dage­we­sen, will ich mir aber mal anse­hen. Bis­lang bin ich zwar noch völ­lig »unbe­malt«, aber Pläne sind vor­han­den, seit Jah­ren schon (wenns sich so lange hält kön­nen die Motiv­wün­sche nur gut sein ;) ) , schei­terte bis­lang am Kleingeld …

  2. Da geht es Dir wie mir, liebe Rosa. Das kos­tet tat­säch­lich ein Ver­mö­gen. Der Arti­kel ist eber eine schöne Erwei­te­rung unse­rer Dis­kus­sion aus dem Muskelshirt-Post.

  3. Das ist genau meine Vor­ge­hens­weise, Rosa — mein ers­tes Tat­too habe ich mir auch erst machen las­sen, nach­dem ich den Ent­wurf nach zwei oder drei Jah­ren immer noch gut fand, und bis heute hab ich es noch nicht bereut.
    Mal schauen, wann ich end­lich mal dazu komme, das Tat­too umzu­set­zen, dass ich seit­dem plane ;)

  4. Die beschrie­bene Reiz­über­flu­tung kommt mir von mei­nem Besuch bei der Leip­zi­ger Tattoo-Convention nur zu bekannt vor. Rei­hen von Stän­den, an denen jeder Täto­wie­rer auf seine eigene Art seine Kunst unter die Haut bringt, dazwi­schen noch die gan­zen Besu­cher und dazu das Ver­lan­gen, alles auf ein­mal und mög­lichst genau vors Auge zu krie­gen :D Vor allem finde ich die Krea­ti­vi­tät und hand­werk­li­chen Fähig­kei­ten inter­es­sant; vor­bei schei­nen die Zei­ten, in denen man sich bei der nächs­ten Täto­wier­stube ein sim­ples Motiv von einem Pla­kat an der Wand aus­ge­sucht hat und nur wenig spä­ter um ein Bild­chen unter der Haut rei­cher war.
    In die­sem Fall bin ich selbst noch »nackt«, Pläne um das zu ändern beste­hen aber. Bei den Grün­den, warum diese noch nicht umge­setzt wur­den, muss ich mich bei mei­nen Mit­kom­men­ta­to­ren ein­rei­hen, näm­lich Geld (Qua­li­tät kos­tet ja bekann­ter­weise auch hier) und das Bedürf­nis, sich sei­nes Wunsch­mo­ti­ves auch nach eini­ger Zeit noch sicher zu sein.

  5. Ich ver­misse das Hin­weis­schild: »Stern­zei­chen und chi­ne­si­scher Schrift­zei­chen sind heute aus­ver­kauft«. Ich muß dir voll­kom­men Recht geben, für den ers­ten Besuch war es schon fast eine Num­mer zuviel an Prä­sen­ta­tio­nen. Gelohnt hat es sich auf jeden Fall, alleine schon die Inspe­ra­tio­nen die sicher für das ein oder andere Motiv sor­gen wer­den. Der »Ste­cher des Ver­trau­ens« freut sich schon auf den Umsatzträger.

  6. @MysteraXIX: DAS ist ja wirk­lich ein lus­ti­ger Hin­weis ;o) — gute Ergän­zung, die aller­dings auch frap­pie­rend auf­zeigt, dass sich viele wohl wenig Gedan­ken um ihr Stech­mo­tiv machen. Für mich beginnt ein »ernst­zu­neh­men­des« Tat­too näm­lich erst ab Hand­größe, alles andere sind… naja, freund­lich gesagt ist alles andere Geschmacks­sa­che. Aber bei 3 Stern­chen auf der Schul­ter, oder einer klei­nen Rose oder eben einem chi­ne­si­schen Stern­zei­chen — nuja, da muss ich immer milde lächeln.

    Dabei hab ich gar nicht das Recht dazu, denn ich hab selbst kein Tat­too und will auch keins. Keins mehr muss ich vllt. sagen, denn als ich noch in Leip­zig gewohnt habe war ich auch auf der Tattoo-Convention (@Roboter: Ist die immer noch im Anker oder mitt­ler­weile aufs Mes­se­ge­lände erweitert/gezogen?) und wollte damals auch ein Tat­too. Hatte schon den Ent­wurf, alles gemalt und bin zum »Ste­cher des Ver­trau­ens« mei­nes dama­li­gen Freun­des gegan­gen. Der hat sich den Ent­wurf ange­guckt und gesagt: »hübsch, aber ich bin jetzt erst­mal ein hal­bes Jahr in New York, Bronx und so (ja, das hat er wirk­lich gesagt!) und wenn ich wie­der­komme und du willst es dann noch, kommste ein­fach noch mal vor­bei.« Ich war damals sehr wütend und sauer und dachte »Was ein arro­gan­ter Sack!«, wollte aber auch von nie­mand ande­rem eines haben weil der wirk­lich super gesto­chen hat (http://www.darkandbrightside.de/galerie.html — glaube der Ste­phan oder Matze wars). Nun, inner­halb die­ses hal­ben Jah­res ist mir der Tattoo-Wunsch abhan­den gekom­men, obwohl ich die Tat­toos mei­nes Freun­des immer begrüßt und z.T. „mit­ge­plant” habe, falls ihr wisst, was ich meine. Schein­bar war es aber doch nicht so stark in mir (ich hatte die Idee vor­her seit einem hal­ben Jahr und war wohl etwas „ange­fixt” von mei­nem tat­too­süch­ti­gen Freund dies­be­züg­lich). Heute bin ich froh, dass ich keins habe — der Tat­too­typ hat es wohl gemerkt/gerochen. Soweit eine klei­ner Schwank dazu aus mei­nem Leben.*g*

    Wenn ihr aller­dings schon lange mit einem Motiv »schwan­ger« geht (und 2–3 Jahre sind da aus mei­ner Sicht lange genug), dann klar: machen! Sobald die nächste Steu­er­rück­zah­lung kommt oder ihr über ein Porte­mon­naie stol­pert. Oder den hei­li­gen Gral findet…

  7. Ich liebe sol­che Ver­an­stal­tun­gen und bin froh, das es genau auf das WE gefal­len ist, als ihr hier wart :) Hätte mich auch am liebs­ten dort hin­ge­setzt und mich ste­chen las­sen aber…auch ich habe den Täto­wie­rer mei­nes Ver­trau­ens gefun­den und freue mich schon, wenn ich ihm end­lich eine Auf­gabe geben darf *gg

  8. @ shan dark: Also die letz­ten bei­den male war es auf dem agra-Gelände, alles andere wäre auch vor mei­nem Umzug nach Leip­zig gewe­sen.
    Von dem, was ich so mit­be­kom­men habe, scheint es ja ganz nor­mal zu sein, dass man durch­aus ein paar Monate war­ten muss, bis man einen Ter­min bei einem fähi­gen bzw. belieb­ten »Ste­cher« kriegt, aber so klingt das schon recht arro­gant bzw. abwei­send. Aber wenn die Lust dar­auf sowieso ver­gan­gen ist, ists dann wohl auch bes­ser so.

  9. Ach, da wer­den Erin­ne­run­gen wach an mei­nen ers­ten Con­ven­ti­on­be­such in Mann­heim (2010). Zum Üben noch ein über­schau­ba­res Event. Die Ver­an­stal­tung für »die Gro­ßen« folgte dann kürz­lich in Frank­furt. Noch etwas teu­rer als Dort­mund, aber jeden Cent wert. Ein wun­der­ba­rer Aus­flug mit lau­ter nor­ma­len Men­schen, die wie ich die Lei­den­schaft für das gesto­chene Haut­bild ent­deckt haben oder wol­len. Reiz­über­flu­tung gab es auch bei mir, dazu aber auf jeden Fall eine Menge Anre­gun­gen für Erwei­te­run­gen der bis­he­ri­gen Kunst­samm­lung auf mei­nem Kör­per (der nächste Ter­min ist am 14.06. — Juchuu)

  10. Zu Tat­toos habe ich ein, sagen wir ambi­va­len­tes Ver­hält­nis. Viel zu oft sieht man »chi­ne­si­sche Schrift­zei­chen« oder auch andere Dinge, die sich der Trä­ger aus modi­schen Grün­den ste­chen lässt, ohne je einen Bezug dazu her­zu­stel­len oder sich damit zu iden­ti­fi­zie­ren. Viel zu oft lan­den sol­che »Jugend­sün­den« dann ein paar Jahre spä­ter beim Laser-Entfernen.

    Täto­wie­run­gen kön­nen wun­der­schön sein, keine Frage. Ich stehe aber mehr auf ein GROSSES Motiv, als viele klei­nere. Aber das ist Geschmacks­sa­che. Ich finde es nur wich­tig, sich dar­über im kla­ren zu sein, das so ein Bild fes­ter hält als eine Ehe ;) Daher kann so ein Ter­min nicht lange genug dau­ern, nicht teuer genug sein und nicht aus­rei­chend schmerz­haft, damit der Gesto­chene weiß, wor­auf er sich hier einlässt.

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  1. […] erkämp­fen. Auf die Con­ven­ta­tion möchte ich nicht näher ein­ge­hen, denn dazu hat meine Mim einen sepa­ra­ten Bericht […]