25 Mai

Umstrittene Riefenstahl Ästhetik auf der WGT Karte 2010?

Kategorie: Schwarze Szene — Jahrgang 2010

WGT 2010 EintrittskarteEigent­lich hatte man gehofft, das sich die Ver­an­stal­ter des WGT nach der Dis­kus­sion um das Sym­bol der schwar­zen Sonne auf der Obsor­ge­karte zum WGT 2009 geschick­ter ver­hal­ten hät­ten, aber das Gegen­teil scheint der Fall zu sein wenn man den Gerüch­ten glau­ben schen­ken möchte. Aber was ist dran an die­ser Behaup­tung? Auf der Karte des dies­jäh­ri­gen Wave-Gotik-Treffen sind in den Flü­geln des Schmet­ter­lings zweite nackte Men­schen dar­ge­stellt, die offen­sicht­lich im Tanze die Kör­per stre­cken und die Arme in die Luft wer­fen und die einem Bild, das ver­mut­lich aus Leni Rie­fen­stahls Film Olym­pia stammt zum ver­wech­seln ähnlich sieht.  (Anmer­kung: Den Scan die­ser Ein­tritts­karte habe ich auch Gründe der Sicht­bar­keit in Farbe und Sät­ti­gung mani­pu­liert)

Leni Rie­fen­stahl, die sich vor allem im drit­ten Reich als Film­re­gis­seu­rin und Foto­gra­fin einen Namen machte, gehört zu einer der umstrit­tens­ten Künst­le­rin­nen die­ser Zeit. Nicht nur wegen ihrer per­sön­li­chen Bezie­hung zu Adolf Hit­ler son­dern auch und vor allem wegen ihrer fil­mi­scher Werke, denen rück­bli­ckend vor­ge­wor­fen wird, natio­nal­so­zia­lis­ti­sche Ideo­lo­gien zu glo­ri­fi­zie­ren. Die von Rie­fen­stahl geschaf­fene Ästhe­tik, gut gebaute Kör­per in der Bewe­gung und beim Sport abzu­lich­ten waren stil­prä­gen­des Mit­tel, das vor allem im Film Olym­pia 1938 umge­setzt wurde, der auch heute noch inter­na­tio­nale Aner­ken­nung erfährt. Das TIME-Magazin wählte den Film in die bes­ten 100 Filme aller Zei­ten1, die Film­be­wer­tungs­stelle Wies­ba­den kenn­zeich­nete die DVD als „beson­ders wert­voll„2.

Betrach­tung

leni riefenstahl

Quelle: strangevehicles.greyfalcon.us

Betrach­ten wir das ganze sach­lich, so ist eine gewisse Ähnlich­keit zwi­schen dem Ori­gi­nal und der Bear­bei­tung auf der Ein­tritts­karte nicht von der Hand zu wei­sen. Das Adolf Hit­ler von der Kunst Rie­fen­stahls ange­tan war, mani­fes­tierte sich in zahl­rei­chen Fil­men mit ein­deu­tig natio­nal­so­zia­lis­ti­schem Hin­ter­grund. Die Dar­stel­lung nack­ter Men­schen in die­sen Posen gehörte sei­ner­zeit zur moder­nen und jun­gen Kunst und wurde von Rie­fen­stahl in Filme und Foto­gra­fien per­fek­tio­niert. Allein daran gibt es zunächst nichts aus­zu­set­zen, sieht man das Bild als sol­ches ist tat­säch­lich äußerst ästhe­tisch und ein­fach Teil des künst­le­ri­schen Aus­drucks die­ser Zeit. Ein Rund­gang über den Leip­zi­ger Süd­fried­hof zeigt einige in ähnli­cher Ästhe­tik sti­li­sierte Figu­ren und macht deut­lich, das ein Zusam­men­hang hier mehr als frag­lich erscheint.

So heißt es bei Wiki­pe­dia: „Rie­fen­stahl sah rück­bli­ckend ihre Feh­ler in ihrem „poli­ti­schen Des­in­ter­esse“ und ihrer „damit zusam­men­hän­gen­den Mit­läu­fer­schaft“. Ihren Aus­sa­gen nach ging es in ihrem künst­le­ri­schen Wir­ken stets um Ästhe­tik und nicht um Ideo­lo­gie. Als Pro­pa­gan­dis­tin habe sie sich damals nicht gese­hen. Erst rück­bli­ckend sei es ihr mög­lich, Dinge anders zu betrach­ten – in der NS-Zeit hin­ge­gen habe sie im dama­li­gen unkri­ti­schen Zeit­geist gelebt. In spä­te­ren Inter­views beteu­erte sie stets, die NS-Verbrechen zu ver­ur­tei­len und wehrte sich gleich­zei­tig gegen jeden Ver­such, ihr eine Schuld anzu­las­ten. Als ent­schei­den­den Makel in Rie­fen­stahls Bio­gra­phie sehen die meis­ten Kri­ti­ker die Tat­sa­che an, dass sie bis an ihr Lebens­ende eine selbst­kri­ti­sche und tie­fer­ge­hende Aus­ein­an­der­set­zung mit der eige­nen Ver­gan­gen­heit ver­mis­sen ließ3
Und obwohl hier kein Sym­bol­cha­rak­ter zu fin­den ist, scheint die Ver­wen­dung als gra­phi­sches Mit­tel der WGT Karte gerade im Rück­blick auf den Eklat 2009 als beson­ders unglück­lich. Man hätte davon aus­ge­hen sol­len, das sich kri­ti­sche Augen auf jedes opti­sche Mit­tel des Kar­ten­de­signs stür­zen wür­den und hätte opti­ma­ler­weise ein nicht so grenz­wer­ti­ges Design neh­men sollen.

Mei­nung und Marketing

Ich denke mitt­ler­weile, das dahin­ter ein gewis­ses Kal­kül steckt  und das die Macher ver­mut­lich ganz bewusst eine sol­che Ver­wandt­schaft gewählt haben. Pro­vo­ka­tion gehört und gehörte schon immer zu den Mit­tel der Szene, sich von ande­ren abzu­gren­zen.  Das man dabei bewusst oder unbe­wusst Bil­der aus einer recht kur­zen Epo­che natio­nal­so­zia­lis­ti­scher Dik­ta­tur bedient scheint für mich als Ver­wen­dung auf einer Ein­tritts­karte jeden­falls frag­lich, auch wenn der Zusam­men­hang an der Haa­ren her­bei­ge­zo­gen zu sein scheint und durch­aus als pole­misch gel­ten darf. Die Gerüchte-Küche auf dem WGT bro­delte jeden­falls, schon im Vor­feld wurde auch im Netz dar­über dis­ku­tiert. Der all­jähr­li­che Stand  des VAWS-Verlags in der Markt­halle  und Polizei-Präsenz im heid­ni­schen Dorf sorg­ten für wei­te­ren Gesprächs­stoff.

Leni Rie­fen­stahl war ein talen­tierte Künst­le­rin, die bis zu ihrem Tode immer wie­der groß­ar­tige visu­elle Ein­drü­cke geschaf­fen hat und auch auf dem Gebiet der Schnitt­tech­nik und Insze­nie­rung eine wich­tige Rolle spielte, sie pau­schal in rechte Ecke zu drän­gen ist ebenso eng­stir­nig wie sie von jeg­li­chen Zusam­men­hän­gen frei­zu­spre­chen. Im Zen­trum mei­ner Kri­tik ste­hen aber­mals die Macher des WGT, die auch die­ses Jahr jede Kri­tik des letz­ten Jah­res unge­hört ver­schal­len las­sen und sich immer noch zu kei­ner offi­zi­el­len Stel­lung­nahme im Rah­men der Obsor­ge­karte 2009 hin­rei­ßen lie­ßen und Stände wie den des VAWS immer noch. Wie­der ein­mal schei­nen Unfä­hig­keit zur Kri­tik und fal­scher Umgang mit Pro­vo­ka­tion zum Mar­ke­ting­in­stru­ment gewor­den zu sein und ver­lei­hen einem sonst wirk­lich gelun­ge­nen Tref­fen einen faden Beige­schmack. Ich freue mich auf Eure Mei­nung.

  1. Olym­pia, Parts 1 and 2 (1938). Film­kri­tik von Richard Cro­liss und Richard Schi­ckel im TIME Maga­zine, 2005 []
  2. Olym­pia der Film, Wiki­pe­dia Ein­trag zum Film []
  3. Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Leni_Riefenstahl []

68 Kommentare

  1. ja irgend­wie schon eine selt­same sache das ganze… vor allem in anbe­tracht der tat­sa­che dass die „tref­fen & Fest­spiel­ge­sell­schaft für Mit­tel­deutsch­land mbH” als Ver­an­stal­ter auf­tritt… dafür, dass eine so offi­zi­ell klin­gende Gesell­schaft ver­an­stal­tet, ist mir das, was ich unter ande­rem rund um die dis­kus­sion 2009 gele­sen habe, etwas zu obskur…

    und noch eine völ­lige off-topic mel­dung: finde nur ich die bänd­chen diese jahr unglaub­lich häss­lich? stum­mer pro­test gegen den ein­fluss der cyber-neon-kultur (;D) in die szene hin oder her, lehm­far­ben ist jetz doch etwas übertrieben ^

  2. Eigent­lich dachte ich noch: Schade, wie­der mal kein WGT, inzwi­schen bin ich mir da nicht mehr so sicher. Mal abge­se­hen davon, daß es immer bun­ter wird, und das auch nicht im posi­ti­ven Sinne, denn „meine” Szene ist immer noch schwarz, und nicht blu­tig, pink, vio­lett, oder neon­grün. Aber die „nicht-Abgrenzung” gegen­über der Nazi-Szene trifft mich ziem­lich tief.

  3. Wenn ich mir die Erzäh­lun­gen mei­ner Ur-Oti und Oti ins Gedächt­nis zurück­hole, dann kann ich die Aus­sa­gen die Leni Rie­fen­stahl nach der NS-Zeit gemacht hat nach­voll­zie­hen … ver­ste­hen nicht aber nach­voll­zie­hen. Beide (Ur-Oti und Oti) waren keine Hit­ler Anhän­ger aber sehr Viele aus ihrem Umfeld. Die Gehirn­wä­sche und Unfä­hig­keit zu denken/handeln vie­ler Men­schen damals waren sicher der Grund warum Sel­bige nach der NS-Zeit so unkri­tisch und für uns unver­ständ­lich, mit dem eige­nen denken/handeln umge­gan­gen sind. Für uns die diese Zeit nicht mit­er­lebt haben und „nur” von Berich­ten der Medien, Schule, etc. ken­nen abso­lut unver­ständ­lich … auf die Frage: „Warum habt Ihr Euch nicht gewehrt bzw. etwas dage­gen getan.” bekam ich damals als Ant­wort: „Weil wir wei­ter­le­ben wollten.”

    Zur Karte selbst … ich find sie nicht schön, rein sub­jek­tiv gese­hen. Ob die Ver­an­stal­ter wirk­lich pro­vo­zie­ren woll­ten oder ein­fach nicht drü­ber nach­ge­dacht haben? Hmmm, ich muss pas­sen … Marketing-technisch gese­hen eine tref­fende Pro­vo­ka­tion würde ich mal sagen. Da bin ich doch gespannt wie die Karte 2011 aussieht ;)

  4. Die Kunst und Per­son um Leni Rie­fen­stahl pola­ri­siert defi­ni­tiv. Ich würde recht flap­sig sagen, dass sie ein Kind ihrer Zeit war. Frei von gro­ßem Zwei­fel und Hin­ter­fra­gun­gen, gefiel sich ein­fach in ihrer Kunst und dem Pri­vi­leg in der NS-Regierung einen geeig­ne­ten Schät­zer und Spon­sor gefun­den zu haben.
    Und erhob sich zur Gali­ons­fi­gur bei der Fra­gen, ob man Kunst und Pro­pa­ganda tren­nen kann und vor allem, ob man das bei die­ser Epo­che über­haupt darf. Aber nichts desto trotz war Frau Rie­fen­stahl ihrer Zeit vor­aus. Ver­deut­licht wurde mir das in ihrem Dokumentar-/Propagandafilm „Tri­umph des Wil­lens“, den ich vor eini­gen Wochen in Nürn­berg sah. Per­spek­tive, Kame­ra­fahr­ten und Schnitt zeug­ten von nichts ande­ren als von Per­fek­tio­nis­mus, Genia­li­tät und dem bestrei­ten bis dato nie da gewe­se­ner Mög­lich­kei­ten. Ebenso ver­sinn­bild­lich­ten ihrer Olympia-Athleten eine Anmut, die selbst ihre gelieb­ten Nuba-Krieger in den Schat­ten stell­ten.
    Ich glaube, dass Frau Rie­fen­stahl damals bewusst war, wer ihre Auf­trag­ge­ber sind. Aber ebenso wenig glaube ich, dass sie damals im über­zeug­ten Gleich­schritt zu den Dreh­or­ten mar­schierte. Sie war wohl naiv, des­in­ter­es­siert und rück­bli­cken etwas unein­sich­tig. Und selbst dass stößt heut­zu­tage schon auf. Aber wie gesagt, ähnlich der Traudl Junge ein­fach ein Kind ihrer Zeit.

    Aber zurück zu der Karte. Nun ist es natür­lich inter­es­sant, wenn man beide Bil­der im ruhi­gen Ver­gleich sieht. Denn wie du schon geschrie­ben hast, so sind diese zwar ähnlich, aber nicht iden­tisch. Die Rie­fen­stahläs­the­tik erhebt sich defi­ni­tiv aus der Karte, aber es ist nicht das Bild. Und so, wie vori­ges Jahr die schwarze Sonne etwas gedrun­ge­ner und teil­weise im Schat­ten ver­schwin­dend dar­ge­stellt wor­den war, nimmt hier­bei die Stel­lung der Glied­ma­ßen dem gan­zen die Exakt­heit. Aller­dings stellt sich hier­bei nun die Frage, inwie­weit man beide Bil­der über­haupt ver­glei­chen darf. Unter jet­zi­ger Begut­ach­tung würde ich fast sagen: gar nicht. Denn ab einem bestimm­ten Grad der Ver­frem­dung darf ein Bild als „von sei­nem Ori­gi­nal los­ge­löst“ betrach­tet wer­den. Eine nette Klau­seln, die das Arbei­ten bei Col­la­gen erleich­tert, aber das nur neben­bei. Zudem scheint auch nur die Ver­mu­tung im Netz zu kur­sie­ren, dass es sich bei der Foto­gra­fie um ein Ori­gi­nal­bild Rie­fen­stahls han­deln könnte. Und ein Infi­ni­tiv deu­tet nicht gerade auf fun­dierte Beleg­bar­keit hin.

    Somit soll man nicht fra­gen, ob man Riefenstahl-Fotos als Vor­la­gen neh­men darf, da nicht geklärt ist, ob das Bild nicht ein­fach nur eine Hom­mage ist. Son­dern ob es nicht etwas hei­kel ist, mit dem Motiv Rie­fen­stahläs­the­tik asso­zi­ie­ren zu las­sen. Und da kann ich nur ant­wor­ten:
    Ohne den Auf­ruhr vom letz­tem Mal: Nein.
    Mit dem Auf­ruhr: Ja.
    Denn das wird ein gefun­de­nes Fres­sen für jeden Empö­rer sein, der bei den Braun­tö­nen der Szene ohne­hin schon rot sieht. Rein objek­tiv gese­hen diente Rie­fen­stahl aber mehr der Kunst und Ästhe­tik. Die Ideo­lo­gie war „nur“ ihr Finan­zier und Namens­ge­ber. Ein fast schon faus­ti­sches Gedan­ken­spiel, frei nach dem Motto: „Ich bin ein Teil von jener Kraft, die Böses will und Gutes schafft.“. Glaube, die­ses trifft sie am bes­ten.
    Jeden­falls kann man bei die­ser Dis­kus­sion noch weni­ger einen Nen­ner fin­den, als bei der letz­ten. Denn die­ses mal gibt es zwei Varia­beln, die den Bruch­strich zur Mauer wer­den las­sen und somit getrennt behan­delt wer­den müs­sen. Die derer, die Rie­fen­stahl als Künst­le­rin im Dienste der Ästhe­tik sehen. Und die derer, die Rie­fen­stahl als Künst­le­rin im Dienste der NS-Ideologie sehen. Anders kann man an die Frage nicht herangehen.

  5. Mal eine andere Frage: Müs­sen die WGT-Hintermänner lang­sam Lebens­mit­tel­farbe aus Eimern fres­sen damit ihre Fäka­lien nicht braun sind und somit irgend­wer auf die Idee kommt es seien alles Nazis? Und selbst WENN damit gespielt wird, dann frage ich mich, wieso dann Welle:Erdball, Ramm­stein, Nacht­mahr und die geschätz­ten 100 ande­ren Bands die sich „irgend­wie” der NS-Zeit bedie­nen — die einen mehr, die ande­ren weni­ger — nicht aus der Szene gewor­fen wer­den. Sorry, die Hexen­jagd auf Nazis in der Gruf­ti­szene hat ein Maß an Lächer­lich­keit ange­nom­men die ich nicht ein­mal neon­grü­nen Klapp­spa­ten auf LSD zuge­traut hätte.

  6. @angelus casua­rius: Off-Topic hin oder her. Das Bänd­chen ist wirk­lich nicht beson­ders schön, erleich­tert aber die Orga­ni­sa­tion und ist daher schon ok. Man muss es ja nicht Wolfgang-Petry mäßig wei­tere 5 Jahre am Arm las­sen, zumal ich das irgend­wie eklig finde. Die Farb­wahl ist all­ge­mein sehr unhar­mo­nisch und grell und passt über­haupt nicht. Aber aus Zwecker­fül­len­den Grün­den schon ok.

    @Vizioon: Nicht-Abgrenzung ist viel­leicht der wirk­li­che Feh­ler, nicht die Ver­wen­dung des gestal­te­ri­schen Mit­tels, das sehe ich sehr ähnlich.

    @Stoffel: Deine Ahnen hat­ten schon recht. Ent­we­der man fügte sich, oder man wurde selbst ver­folgt. Hier sollte man sich nicht hin­stel­len und die Men­schen ver­ur­tei­len die ein­fach nur in die­ser Zeit leb­ten, ohne nach­voll­zie­hen zu kön­nen wie die sich fühlten.

    @Guldhan: Genau das meine ich. Leni Rie­fen­stahl hatte einen bril­li­an­ten Sinn für Ästhe­tik und schuf mit eini­gen Werke meis­ter­li­che Stü­cke der Insze­nie­rung, los­ge­löst von ihrer poli­ti­schen Ver­ein­nah­mung. Ich denke man sollte end­lich davon ablas­sen alles mög­li­che zu asso­zi­ie­ren was im ent­fern­tes­ten „braun” anmu­tet (so wie Tho­mas schreibt) aber auch als Ver­an­stal­ter davon Abstand neh­men genau das zu fokus­sie­ren. Ich ver­stehe nur nicht, was daran so schwer sein soll Stel­lung zu bezie­hen und als Ver­an­stal­ter genau das in rechte Licht zu rücken. Ein Text im Pfingst­bo­ten „Das Design der Ein­tritts­karte ist eine Hom­mage an die Künst­le­rin Leni Rie­fen­stahls” hätte doch mei­ner Mei­nung nach gereicht.
    Abge­se­hen davon stimme ich Dir zu. Wir müs­sen davon weg­kom­men alles und jeden die­ser Zeit mit den Ideo­lo­gien in Ver­bin­dung zu brin­gen und sollte viel­leicht ver­su­chen die Kunst dahin­ter zu ent­de­cken. Aber als gestal­te­ri­sches Mit­tel einer Ein­tritts­karte ist das viel­leicht ein unglück­li­cher Weg.

    @Thomas: Für­wahr, Hexen­jagd trifft die Sache ganz gut. Es geht mir per­sön­lich auch nicht darum jeman­den als Nazi dar­zu­stel­len son­dern zu fra­gen, ob man hier nicht unver­fäng­li­cher an die Sache hätte her­an­ge­hen kön­nen. Das alles wirkt auf mich irgend­wie insze­niert. Ich spre­che Dir sicher­lich aus der Seele wenn ich jede Aktion von Rechts­ex­tre­men und Links­ex­tre­men Hohl­bir­nen ver­ur­teile. Die Frage ist, ob man es als Ver­an­stal­ter immer dar­auf anle­gen muss genau diese Hohl­bir­nen anzu­lo­cken indem man sel­ber pro­vo­ziert und das nicht der Szene selbst über­lässt. Im Gegen­satz zu den Bands, die sich in der Tat sehr oft die­ser Ästhe­tik bedie­nen, fehlt beim Ver­an­stal­ter ein künst­le­ri­scher Hin­ter­gund. Ich habe auch nie wirk­lich ver­stan­den, was die Szene für diese The­ma­tik so inter­es­sant macht.

  7. Hallo zusam­men,
    da ich die­ses Jahr lei­der nicht gehen konnte aber mein Freund, hatte ich die Karte auch in den Fin­gern. Aber auch wie letz­tes Jahr wäre ich nicht auf den Gedan­ken gekom­men, das mit einem Propaganda/NS-angehauchten wie auch immer Bild/Symbol in Ver­bin­dung zu brin­gen. Ich fand die Karte auf den ers­ten Blick erst­mal furcht­bar kit­schig um ehr­lich zu sein und das Obsorge Bänd­chen (gibt ja wohl meh­rere Far­ben) ist noch schlim­mer. Fand ich letz­tes Jahr das grau schon grau­sig (*g*) ist die­ses Jahr auch noch die Schrift regen­bo­gen­far­ben. Uaha…
    Aber zurück zum Thema. Ich gehe davon aus, das die Kar­ten inzwi­schen auch aus pro­vo­ka­ti­ven Zwe­cken so gestal­tet wer­den. Mal ehr­lich… aus der Szene kommt doch nicht mehr viel über das man sich „auf­re­gen kann”. Und wenn sich schon kei­ner mehr ÜBER die Szene auf­regt, müs­sen wir uns eben über uns selbst auf­re­gen. Noch dazu im Bezug auf die Kar­ten aus dem letz­ten Jahr… Runen und der glei­chen haben erst eine nega­tive Bedeu­tung auf­ge­drückt bekom­men und waren (was ihr ja eh wisst) erst­mal nur eine Sym­bol­schrift. Also regt euch doch über die Segens– und Sie­ges­wün­sche der Ver­an­stal­ter nicht gar so auf. ;)

    Und sollte man die Karte die­ses Jah­res mal neu­tral betrach­ten… es sind zwei nackte Men­schen… ja… und? So manch einer trägt auf dem WGT auch nicht unbe­dingt mehr Tex­til, also soll­ten wir uns an die­sem Anblick wohl kaum stören.

    In die­sem Sinne,
    bis zum nächs­ten Jahr.
    Viel­leicht dru­cken wir dann Gum­mi­bär­chen oder Bien­chen und Blüm­chen drauf!
    *winke*

  8. Also diese Par­al­lele zu Rie­fen­stahl war mir jetzt nicht bewusst. M.E. steckt dahin­ter wie schon im letz­ten Jahr mit der schwar­zen Sonne Kal­kül. Die Ver­mu­tung, dass es unbe­wusst geschieht oder „aus Ver­se­hen” so durch­ge­gan­gen ist bei der Prü­fung lasse ich nicht mehr gel­ten. Das hat die Dis­kus­sion und Posi­tion der WGT-Veranstalter im letz­ten Jahr zur schwar­zen Sonne auf der Obsor­ge­karte gezeigt.

    Ich finde es ein­fach nur trau­rig, dass die sowas schein­bar nicht abstel­len wol­len. Es hält mich aber nicht davon ab, aufs WGT zu fah­ren — solange es nicht mehr wird. Bin inner­lich soweit gefes­tigt, dass sämt­li­che rechte Sym­bo­lik (noch dazu so unter­schwel­lige) gut an mir abprallt. Und es wird auch nie­man­den davon über­zeu­gen, davon bin ich wie­derum über­zeugt. Eigent­lich könn­ten die es des­halb auch weg­las­sen und z.B. mal wie­der eine Gothic-Eintrittskarte her­stel­len (mit Fle­dis, Grab­stei­nen, Mot­ten …was auch immer).

    Das WGT bleibt das beste Fes­ti­val in der Szene und die häss­li­chen Bänd­chen und Karten-Designs sind imho zu ver­nach­läs­si­gen­des Bei­werk (auch wenn ich die Bänd­chen echt ätzend fand). Wich­tig ist, was wir dar­aus machen.

  9. In Sachen Bänd­chen sollte man ein­mal über sei­nen Schat­ten der gothi­sche Eitel­keit sprin­gen und diese als das betrach­ten was sie sind. Näm­lich zweck­mä­ßig. Sie müs­sen ihre Funk­tion erfül­len und mehr nicht. Man bedenke nur, dass es genü­gend gibt, die mit Wolf­gang Petri-Gedächtnisschnürung antre­ten. Und da sollte schnell das rich­tige Band gefun­den wer­den kön­nen. Zudem muss bei jeden Fes­ti­val zwi­schen den ver­schie­de­nen Antritts­zei­ten unter­schie­den wer­den. Nun kann man der Schön­heit wegen die Far­ben ange­nehm und unab­ge­stuf­ter belas­sen und allein durch den Schrift­zug unter­schei­den. Aller­dings wer­den dann die Ord­ner genö­tigt auf jedem Band genau nach­zu­le­sen, ob nun Jahr und Tag auch wirk­lich stim­men. Und das macht mit Sicher­heit kaum einer der Anwe­sen­den mit. Mich mit ein­ge­schlos­sen. So habe ich es lie­ber, dass ich selbst in 3 Meter Abstand an den Ord­nern vor­bei­spa­zie­ren kann, kurz mei­nen Arm ent­ge­gen­stre­cke und diese anhand der unver­kenn­ba­ren Farbe abni­cken kön­nen. Außer­dem kommt das Band eh als ers­tes wie­der run­ter. Da ich es nicht für nötig erach­tet außer­halb der Fes­ti­vals­tage damit anzu­ge­ben, was ich alles für ver­we­gene Fes­ti­vals besucht habe.

    Zurück zum Thema will ich auch mei­nen, dass man nicht in den Bereich brau­ner Ästhe­tik argu­men­tie­ren sollte. Da war der Begriff der „Hexen­jagd“ wirk­lich pas­send. Man kon­stru­iert ein Kon­tra auf­grund von Mut­ma­ßun­gen und Sub­jek­ti­vi­tät. Und wer nun Rie­fen­stahl im sel­ben Atem­zug mit Göb­bels nennt, der sollte der Kon­se­quenz wegen auch den 1ten Mai mit dem 20ten April gleich­set­zen und den Volks­wa­gen mit dem Stu­kas Jagd­bom­ber.
    Auch sollte man sich nicht so echauf­fie­ren als wenn nun im Pfingst­bo­ten aus „Mein Kampf“ zitiert wor­den wäre oder als wenn im Agra-Gelände Wehr­kampf­sport­spiele statt­ge­fun­den hätten.

    Die Frage ist, wie gesagt, eher nach der Fahr­läs­sig­keit, diese Debatte mit der Asso­zia­ti­ons­mög­lich­keit erneut zu pro­vo­zie­ren. Für sich genom­men wirkt die Karte stim­mig. Kitsch hin oder her, man geht zumin­dest immer neue krea­tive Wege und das sollte auch ein­mal lobend erwähnt wer­den. Und was spricht gegen die Abbil­dung von Mann und Frau. Aber nach dem vor­jäh­ri­gen Miss­ge­schick giert doch der inter­pre­ta­ti­ons­ge­schulte Kri­ti­ker auf das Design und wird wohl vor Lachen nicht in den Schlaf kom­men. Zwei­mal braune Ästhe­tik in der Karte ent­deckt, ist für die doch ein eben­sol­ches Argu­ment, wie ein NPD-Stand neben dem von Xtra oder Orkus. Und das finde ich kri­tik­wür­dig. Dass man von einem Fett­napf in den nächs­ten tritt. Und vor allem schwei­gend. Jedes nicht gesagte Wort ist ein Zuge­ständ­nis an die Seite der Kri­ti­ker. Und das muss nicht sein. War es ein Feh­ler, Unacht­sam­keit, Pro­vo­ka­tion, Alter­na­tiv­deu­tung…? Ein­fach eine klare Ansage. Selbst wenn es hei­ßen würde: „Ja diese Sym­bo­lik (Schwarze Sonne) ist aus dem NS-Giftschrank geklaut. Aber unter dem Gedan­ken, die­sen all­mäh­lich mit ande­rem Sinn zu bele­gen und rein­zu­wa­schen.“. Die­ser Satz würde zwar auch wie­der zer­ris­sen wer­den, aber es wäre jeden­falls ein­mal ein kla­res Wort. ASP war­tet ja bis heute noch auf eine Reak­tion vom Ver­an­stal­ter. Wirk­lich schade, aber im Grunde…was soll´s. Der Ver­an­stal­ter ist nur der Schirm­herr. Der völ­lig los­ge­löst agiert. Das Fes­ti­val als sol­ches sind die Inter­pre­ten, die Ver­an­stal­tungs­orte und die Stände und solange die Unmiss­ver­ständ­lich blei­ben, sollte die Kri­tik nicht allzu Radi­kal aus­ar­ten. Oder betrügt sich die Szene mit ihrem Ideal vom unpo­li­ti­schen Wesen etwa sel­ber ;)
    Zudem kle­ckert in sol­che Debat­ten auch schnell der Irr­glaube mit rein, dass Natio­na­lis­mus und Natio­nal­so­zia­lis­mus ein und das­selbe sind. Vom Gedan­ken­ur­sprung her gese­hen ist das wohl schwer zu leug­nen. Aber es ist schon ein Unter­schied, ob man eli­tär oder men­schen­ver­ach­tend denkt. Dass sollte man man­chen mal begreif­lich machen.

    Zu stof­fel:

    […]auf die Frage: „Warum habt Ihr Euch nicht gewehrt bzw. etwas dage­gen getan.” bekam ich damals als Ant­wort: „Weil wir wei­ter­le­ben wollten.” […]

    Ein inter­es­san­ter Aspekt, da ich mir diese Frage auch schon recht oft stellt. Aber nie­mand aus unse­rer Gene­ra­tion darf die­ses für sich beant­wor­ten. Denn nie­mand weiß, wie er zu die­ser Zeit rea­giert hätte. Natür­lich sind die Taten des Wider­stan­des ruhm­reich. Aber warum darf man diese so selbst­ver­ständ­lich dadurch in den Dreck zie­hen, indem man sich nach über 60 Jahre hin­stellt und faselt: „Ich wäre auch im Wider­stand gewe­sen. Natür­lich, etwas ande­res würde mir gar nicht in den Sinn kom­men.“. Ja heute ist das schön gesagt. Vor allem, wenn man heute viel­leicht selbst freu­dig einem Sys­tem dient, dass in 50 Jahre nur noch Kri­tik ern­tet. Weiß man es? Nein. Und des­halb sollte man die Men­schen im Wider­stand nicht dadurch belei­di­gen, indem man ihr Tun als der­art selbst­ver­ständ­lich erach­tet und sich ein eben­sol­ches Han­deln unter­stellt. Ich finde das ebenso anma­ßend, wie die pau­schal zu kri­ti­sie­ren, die damals ein­fach nur über­le­ben wollten .

    Zu Kate Noire:

    […]Viel­leicht dru­cken wir dann Gum­mi­bär­chen oder Bien­chen und Blüm­chen drauf! […]

    Ich hätte nichts gegen Gum­mi­bär­chen und Bien­chen auf den Bänd­chen. Wenn mir so viele mit zucker­wat­ti­gen Puscheln und Kät­chen– wie Häs­chen­oh­ren ent­ge­gen kom­men, warum dann nicht auch so etwas. Dann könnte man mal sehen, ob die Szene nicht nur über sich selbst nölen kann, son­dern wenigs­tens noch einen Fun­ken Eige­n­iro­nie bewahrte.

    Zu Robert:

    […]Ich habe auch nie wirk­lich ver­stan­den, was die Szene für diese The­ma­tik so inter­es­sant macht.[…]

    Ich schätze ein­mal aus eben­sol­chen Grün­den, wes­halb düs­te­res Okkul­tes ein Dau­er­ren­ner ist. Einer­seits das Spiel mit der Pro­vo­ka­tion, ande­rer­seits die Funk­tion als „Nischen­guru“. Denn der­ar­tige The­men wer­den sonst (so gut wie) nir­gendwo in der Musik ver­ar­bei­tet. The­men über Emo­tio­nen, Hei­mat, Natur oder sozi­al­sen­ti­men­ta­les Gedöns tau­chen selbst im Schlager-Milieu auf. Aber diese Ver­gan­gen­heits­ver­ar­bei­tung war noch Brach­land. Ebenso das Okkulte. Es waren „Dun­kel­the­men“, die noch unaus­ge­spro­chen im Ver­bor­ge­nen lagen. Der Rest wird ein schlei­chen­der Pro­zess gewe­sen sein. Mit dem Thema 3tes Reich kam die visu­elle Unter­ma­lung. Mit der Unter­ma­lung das Gefal­len, die Nach­ah­mer und der dar­aus ent­stan­dene los­ge­löste Teil der Uni­for­mier­ten. Es kann auch sein, dass es ein­fach zum Fetisch wurde wie jeder andere auch. Viele ste­hen ein­fach so vie­len auf die Uni­form, die ja eine von Grund auf kämp­fe­ri­sche und her­ri­sche Erschei­nung geben. Und freu­ten sich nun, diese mal tra­gen zu kön­nen. Denn jeder Pimpf wirkt in der rich­ti­gen Uni­form auto­ri­tär und jedes Mädel wünscht sich doch einen stram­men Sol­da­ten :P Mög­lich wäre es, denn manch­mal ent­ste­hen Dinge aus allzu bana­len Situa­tio­nen. Und da man das nicht glaubt, klei­det man rück­bli­ckend den Ent­ste­hungs­her­gang noch etwas aus, damit es spek­ta­ku­lär und revo­lu­tio­när wirkt.

  10. Was mir dazu noch Spon­tan ein­fällt: Schaut mal was unser Nazi­ver­lag mit jäh­li­chem Stand auf dem WGT so im Ange­bot hat: http://www.vaws.de/pd1838825800.htm?categoryId=49

  11. Man möchte doch damit kei­nen Zusam­men­hang erläu­tern? Für mich geht das jetzt etwas zu sehr in die Schiene der Ver­schwö­rungs­theo­rien. Und was den VAWS-Verlag anbe­trifft, so ist sein Ange­bot ebenso viel­sei­tig wie das eines jeden ande­ren. Natür­lich finde ich die offen­sicht­li­che Sym­pa­thie mit Genos­sen Klump sehr unsym­pa­thisch. Aber wirk­li­che Nazi­ver­lage sehe da anders aus. Zudem könnte man dahin­ge­hend auch die Schuld­frage umdre­hen und behaup­ten: Würde das nicht gehört bzw. gele­sen, so gäbe es keine Abneh­mer und dem­ent­spre­chend auch kein Ange­bot. Ama­zon ver­treibt bei­spiels­weise den­sel­ben Blöd­sinn. Seien es die Ergüsse von Thron­strahl oder jenes.

  12. meine 2 cents:

    Vorab: Die Schwarze Sonne letz­tes Jahr fand und finde ich völ­lig dane­ben, das lässt jedes poli­ti­sche und kul­tu­relle Fin­ger­spit­zen­ge­fühl ver­mis­sen. Den VAWS-Stand finde ich mitt­ler­weile eher läs­tig bis harm­los, als wirk­lich gefähr­lich, da ein Groß­teil der dor­ti­gen Lite­ra­tur ein­fach nur die übli­chen Ver­schwö­rungs­theo­rien bedient. Er würde frei­lich viiiiel weni­ger auf­fal­len, gäbe es in der Agra noch 10 wei­tere Bücher­stände mit Science-fiction, Fan­tasy, His­to­ri­schem, Musi­ka­li­schem etc.

    Was nun die Ein­tritts­karte angeht: Ich find sie kit­schig. Von Riefenstahl-Ästhetik zu spre­chen erscheint mir wie­derum pole­misch. Die bei­den Gestal­ten wir­ken von Kör­per­bau und –hal­tung so etwas neo­klas­si­zis­tisch, gleich­zei­tig auch etwas ver­spielt. In der Kunst des Jugend­stils und der Lebens­re­form­be­we­gung wur­den zig­fach sol­che und ähnli­che Kör­per­po­sen zu Papier gebracht. Um deut­li­che an natio­nal­so­zia­lis­ti­sche Ästhe­tik anzu­knüp­fen, müss­ten die bei­den Per­so­nen auf der Karte mE weni­ger ver­spielt in ihrer Kör­per­hal­tung sein, dürf­ten nicht so andro­gyn sein, und müss­ten mehr Härte ausstrahlen.

    Nichts­des­to­trotz finde ich diese „Kul­tur des Schwei­gens” sei­tens der Ver­an­stal­ter recht frag­wür­dig. Warum wird nicht irgendwo kund­ge­tan, wer diese Karte ent­wor­fen hat? Immer­hin hat irgend­wer viel Arbeit hin­ein­ge­steckt, eine Mes­sage im Kopf gehabt, hat sich inspi­rie­ren las­sen, und all das wäre doch wirk­lich eine Rand­no­tiz im Pfingst­bo­ten wert gewesen.

  13. Also wir waren wie­der mal am WGT und wir waren auch wie­der mal begeis­tert.
    Das Publi­kum, von schwarz bis schrill, also ins­ge­samt mehr als bunt, in irgend­eine rechte Ecke rücken zu wol­len ist mehr als däm­lich– sorry.
    Auch unter­stelle ich den Betrei­bern kei­nes­wegs Sym­pa­thi­san­ten irgend­wel­cher Ideo­lo­gien zu sein. Wenn man­che hier schon eine Nähe kon­stru­ie­ren wol­len, müs­sen Sie auch beden­ken, dass ein Groß­teil der Besu­cher des WGT in der dama­li­gen Zeit mit Sicher­heit schon auf­grund des Out­fits zumin­dest in einem Arbeits­la­ger gelan­det wären.
    Also wie doof wäre es aus rea­lis­ti­scher Sicht eine Ver­an­stal­tung zu orga­ni­sie­ren mit einem ide­el­len Hin­ter­grund dem sich die Masse der Besu­cher nicht zuge­hö­rig fühlt.
    Und jetzt zu denen, die vom Design einer Ein­tritts­karte(!) nega­tiv berührt waren:
    Leute — der Krieg ist aus — seit nun­mehr 65 Jah­ren!
    Seht nicht lau­fend irgendwo Gespens­ter — wenn ja lasst Euch behan­deln!
    Freut Euch dass Ihr in einem Land lebt wo es mög­lich ist, dass Gruf­tis, Schwarze, Punks, SM’ler und wer auch immer, neben Täto­wier­ten, neben sku­ril Ange­zo­ge­nen, neben Leu­ten in Lack und Latex, in Nylon und Leder her­um­lau­fen kön­nen.
    Und weil das so ist, seit stolz auf Euer Land und sucht nicht mit der Lupe Dinge die real nicht exis­tent sind.
    Wenn auf der nächs­ten Ein­tritts­karte ein Zep­pe­lin, das Bran­den­bur­ger Tor, oder sonst ein Motiv wäre, es wär mir egal. Gestal­te­ri­sche Frei­heit sollte man gewäh­ren solange Sie nicht ver­fas­sungs­wid­rige Sym­bole ver­wen­det. Gerade für den neuen Teil Deutsch­lands sollte das gel­ten, dau­erte doch hier die Dik­ta­tur erheb­lich län­ger wie im alten.
    Ich sag nur Danke an die Ver­an­stal­ter und
    beson­de­rer Dank auch an Leipzig

  14. @Kate Noire: Meckern oder auf­re­gen liegt auch nicht in mei­ner Natur, aber ich denke man sollte nach wie vor über Dinge schrei­ben, die einen beschäf­ti­gen. Gum­mi­bär­chen wären sicher keine Lösung für eine Karte, viel­leicht nur ein wenig mehr Auf­klä­rung über das, was sich der Desi­gner bei der Karte gedacht hat. Es ist fatal jeg­li­che Deu­tung dem Betrach­ter zu über­las­sen, dann kom­men sol­chen Fra­gen wie ich sie stelle dabei raus.

    @shan_dark: Rich­tig, dein letz­ter Satz trifft den Nagel auf den Kopf. Das WGT wird immer erst durch seine Besu­cher zu dem, was es war, ist und wer­den kann. Schade nur das der Ver­an­stal­ter das nicht ganz so sieht und nicht auf mei­ner Mei­nung nach berech­tigte Fra­gen rea­giert. So bleibt nur das Wort in gespro­che­ner oder geschrie­be­ner Form sei­ner Mei­nung Luft zu ver­schaf­fen und wei­ter­hin die Szene zu dem zu machen, wie man sich vorstellt.

    @Guldhan: Die Frage die für mich aus dei­nen Kom­men­ta­ren resul­tiert ist: Muss die faschis­ti­sche Ver­gan­gen­heit denn immer noch auf diese Art und Weise ver­ar­bei­tet wer­den? Ich sehe das zwie­späl­tig. Einer­seits schmü­cken sich Men­schen mit Uni­for­men weil es „geil aus­sieht” und las­sen jeden Hin­ter­grund und bezug ver­mis­sen. Man­che ver­mö­gen noch nicht ein­mal zu erzäh­len, woher die Uni­form kommt die sie tra­gen. Das Thema sollte nach wie vor sen­si­bel gehand­habt wer­den, so meine Mei­nung, und darf aber auch gerne pro­vo­ka­tiv oder auch über­zo­gen dar­ge­stellt wer­den (man erin­nere sich an den letz­ten Taran­tino). Ich hoffe ich habe auch ver­mit­teln kön­nen, das auch die die Karte sehr gelun­gen finde, auch wenn das zunächst kit­schig erscheint, auch habe ich gegen Rie­fen­stäh­lisce Ästhe­tik nichts ein­zwen­den. Ledig­lich die Ver­wen­dung und das Schwei­ge­ge­lübde sind frag­lich und ver­werf­lich zu gleich.

    @Sandmann: Finde ich in die­sem Zusam­men­hang inter­es­sant, aber eher los­ge­löst von der The­ma­tik da der Schmet­ter­ling so auch bei vie­len ande­ren Ver­sand­häu­sern zu bekom­men ist, wie Guld­han bereits anmerkte.

    @Nachtgold: In der Tat, eine gewisse Pole­mik kann ich nicht abstrei­ten und ich gebe zu, es auch beab­sich­tigt zu haben. Es geht mir ein­fach darum etwas dar­über zu schrei­ben, was mich bewegt und Men­schen wie Dich dazu zu bewe­gen ihre Mei­nung zu äußern. Ansons­ten würde die Karte ein­fach so im Raum ste­hen­blei­ben ohne das man sich dazu äußert. Damit wür­den wir uns mei­ner Mei­nung nach auf die selbe Stufe stel­len wie der Ver­an­stal­ter, der sich in Schwei­gen hüllt. Das kann nicht der rich­tige Weg sein. Dann lie­ber etwas ein­lei­tende Pole­mik um die Frage stell­ver­tre­tend für andere in einer sach­li­chen Dis­kus­sion erör­tern. Dein letz­ter Satz ist ein per­fek­tes Bei­spiel für den ich sehr dank­bar bin: Mit einem sol­chen Satz im Pfingst­bo­ten hätte ich nie so einen Bei­trag geschrieben.

    @Andi: Ich war vom WGT auch begeis­tert! Das nur am Rande, falls es einen ande­ren Ein­druck hin­ter­las­sen haben sollte. Zu dei­nem Kom­men­tar: Ich möchte nie­man­den in sei­ner gestal­te­ri­schen Frei­heit ein­schrän­ken und begrüße den krea­ti­ven Umgang mit pro­vo­ka­ti­ven Sym­bo­len oder Bil­dern. Aber nicht ohne sie in einen erklä­ren­den Kon­text zu stel­len. Was hat man sich bei der Karte gedacht? Ein Satz dazu im Pfingst­bo­ten hätte die Sache sicher­lich ent­spannt und wäre sicher­lich auch eine Berei­che­rung gewe­sen. Gerade das WGT ist ja in viel­fa­cher Hin­sicht vor­be­las­tet. Wer erin­nert sich nicht an „Gruf­ties gegen Rechts” die das damals erst­mals anpran­ger­ten. Daher ist ein Zusam­men­hang nicht unbe­dingt kon­stru­iert oder aus der Luft gegrif­fen zumal das Design der Obsor­ge­karte 2009 eine andere Spra­che zu spre­chen scheint. Auch ich erfreue mich der Tat­sa­che, das ich hier so rum­lau­fen kann wie ich das möchte. Lei­der benö­tige ich keine Lupe um Dinge zu erken­nen die in unse­rem Land exis­tie­ren und die mir nicht pas­sen. Ich freue mich in Deutsch­land leben zu dür­fen und bemühe mich, es noch bes­ser zu machen als es jetzt schon ist. Und natio­nal­so­zia­lis­ti­sches Gedan­ken­gut und Faschis­ten gehö­ren nicht in mein Deutschland.

  15. Also, ohne wei­te­res hätte ich die Kar­ten­ge­stal­tung nie mit Leni Rie­fen­stahl in Ver­bin­dung gebracht, so musste ich doch mal tro­cken lachen als ein Kum­pel mir eben die neu­ses­ten Gerüchte zum Kar­ten­de­sign einige Tage vor dem WGT erzählte, und ich danach erst nach­ge­se­hen habe, was da wohl dran sein mag.

    So kann ich dem Groß­teil mei­ner Vor­kom­men­tie­rer nur abso­lut zustim­men, was da an „Nazi-Empfindlichkeit” bei vie­len Mit-Schwarzkitteln so abgeht ist über­zo­gen und lächer­lich. Da reichts wenn ein vages gerücht auf­kommt und alle stei­gen bereit­wil­lig mit ein, laut mit­zu­schreien, ohne über­haupt mal selbst nach­zu­se­hen was an sol­chen Gerüch­ten dran ist. Aus­ser­dem habe auch ich nicht das Gefühl daß die Szene so unter­gra­ben ist, wie man bei man­chen Unken­ru­fern doch so den Ein­druck bekom­men könnte. Auch ich sehe einen schwarz-bunten Hau­fen in dem jeder nach sei­ner Facon sich so zei­gen kann und darf wie er mag, letz­te­nen­des schätze ich selbst auch diese Frei­heit und mag die 4 Tage wo ich mal am Stück so rich­tig auf­hauen darf. Unter dem Jahr geht sowas ja sonst nur an einem Tag, und das für ein paar Stun­den, wenn man sich in den nächst­bes­ten Gruft­schup­pen begibt.

    Zur Kar­ten­ge­stal­tung zurück: OK, die schwarze Sonne im letz­ten Jahr war rela­tiv ein­deu­tig, anders sehe ich die Kar­ten­ge­stal­tung heuer. Ähnlich­kei­ten sind unbe­streit­bar da, aber keine Iden­ti­tät — wie Guld­han und Nacht­gold ja schon tref­fend dar­ge­legt haben. Von daher finde ich es etwas pro­ble­ma­tisch, den zusam­men­hang gleich her­bei­zu­zer­ren. Die ein­zig wirk­lich brauch­bare Erklä­rung dafür, was das Design sollte, kann ganz klar nur vom Ver­an­stal­ter oder Desi­gner kom­men. Ich schließe mich da den Mei­nun­gen an, daß eine offene und klare Stel­lung­nahme von Ver­an­stal­ter­seite nötig und wün­schens­wert wäre, nur eben um auf­zu­klä­ren was die Hin­ter­ge­dan­ken da waren. Ansons­ten bleibt alles nur wüste Spe­ku­la­tion. Viel­leicht knallts dem desi­gner ja auch die Kinn­lade durch den Schreib­tisch wenn er liest, mit wel­chem „Vor­bild” sein Design in Ver­bin­dung gebracht wird, und er das viel­leicht ja nie im Sinn hatte. Kann doch auch mög­lich sein … letz­te­nen­des ist aber auch das nur eine Spekulation.

    In die­sem Sinne mag ich nur noch ein Zitat in den vir­tu­el­len Raum wer­fen, das ich heute erst wie­der im WGT Forum gele­sen habe, als mal wie­der ein Rechte-raus Thread auf­ge­macht wurde:

    „Nazis essen Brot! Ver­bie­tet Brot!”

    Noch schnell zu den Bän­dels: ja die sind heuer echt spei­häss­lich *g* aber ich trags trotz­dem noch ne Weile, wie jedes Jahr. Wer weiß ob die nächs­tes mal nicht noch häss­li­cher sind :D

  16. @Rosa Cha­ly­beia: Auch Dir stimme ich zu, ich hoffe mein Bei­trag ist trotz sei­ner beab­sich­tig­ten Pole­mik auch so bei Dir ange­kom­men. Ich bemän­gele nur feh­len­den Hin­ter­grund bei Prot­ago­nis­ten oder auch den Ver­an­stal­tern, obwohl ich das eigent­lich bezweifle. Das kon­se­quente Aus­las­sen jeder Erklä­rung lässt aber kei­nen ande­ren Schluss zu. Ich möchte meine For­de­rung sogar noch erwei­tern: Warum Sym­bole, Bands und Par­teien ver­bie­ten? Macht aus Bür­gern auch mün­dige Bür­ger, dann muss nichts mehr ver­bo­ten wer­den. Ver­bote brin­gen mei­ner Mei­nung nach nicht, ebenso wenig wie Zensur.

  17. @Robert: Warum ver­bie­ten? Ganz ein­fach, weil sie sonst zuge­las­sen wer­den und legi­ti­miert wer­den. Du machst keine mün­dige Bür­ger aus nor­ma­len Bür­gern, nur weil Du Ihnen die Wahl lässt. Warum Sym­bole, Bands, und Par­teien ver­bie­ten? Weil gewisse Sym­bole, Bands und Par­teien alles Mensch­li­che ver­ach­ten, ver­la­chen, und nur auf ihre eigene Welt bezo­gen sind.
    Ich bin ziem­lich sauer, wenn mit „Nazis essen Brot! Ver­bie­tet Brot!” die Pro­ble­ma­tik an sich ins Lächer­li­che gezo­gen wird. Aber das „Bän­dels­pro­blem” wird dar­über ja schon hinwegtrösten.

  18. @Robert: kein Ding, ich hab schon ver­stan­den in wel­che Rich­tung du woll­test :) über Hin­ter­grund oder nicht kann man eben nur solange rum­theo­re­ti­sie­ren bis man kon­kret weiß was Ver­an­stal­ter und Desi­gner damit bezwe­cken woll­ten, vor­her kann man lei­der halt nur in der Luft her­um­ru­dern und Theo­rien spin­nen. Von daher wäre auch mir eine hand­feste Erklä­rung von offi­zi­el­ler Seite ganz willkommen.

    @Vizioon: der Spruch war nicht drauf gemünzt etwas ins Lächer­li­che zu zie­hen, son­dern auf die Herr­schaf­ten gemünzt die Verfolgungswahn-gleich in allen mög­li­chen und unmög­li­chen Details gleich Nazi-Gedankengut sehen wol­len. Und das nervt mich wie­derum ziem­lich. Bei sowas sollte man neu­tral und sach­lich vor­ge­hen und hin­ter­fra­gen, wo gibt es echte Pro­blem­punkte und wo ren­nen blos wie­der mal ein paar Mit-Schreier halt­lo­sen Gerüch­ten hin­ter­her. Ich will sicher auch kein rechts-extremes Gedan­ken­gut in der Szene sehen, aber der ver­gleich mit der Hexen­jagd, den man­che Vor­kom­men­tie­rer schon genannt haben ist oft mehr als zutref­fend. Sicher ist es nicht ein­fach bei sol­chen Umstän­den die Hin­ter­gründe zu beleuch­ten, aber es wär doch mal nett erst­mal tief durch­zu­at­men um dan mit kla­rem Kopf an die Pro­ble­ma­tik ran­zu­ge­hen. Und das schaf­fen wohl nicht so viele.

  19. @Vizioon: Nicht die Wahl macht einen mün­di­gen Bür­ger, son­dern Auf­klä­rung, Wis­sen und die Mög­lich­keit das zu erlan­gen, finde ich jeden­falls. Abge­se­hen von der Bereit­schaft zu ler­nen. Ich bin mir bewusst, das ein abso­lute Auf­he­bung aller Ver­bote zur Zeit nicht umsetz­bar ist, ich denke da eher lang­fris­tig und viel­leicht etwas phi­lo­so­phisch. Aber das sei mir erlaubt. Das Pro­blem liegt mei­ner Mei­nung nach tie­fer. Ich denke nicht das die Nazi-Problematik ver­harm­lost wer­den soll. Es sollte nur dif­fe­ren­ziert wer­den, ich denke wir sind soweit, nicht gleich alles über einen Kamm zu sche­ren, sind aber auch dazu ver­pflich­tet uns genü­gend Hin­ter­grund anzu­eig­nen genau das zu tun.

  20. Hallo an alle. Mir war die dies­jäh­rige Karte auch etwas zu kit­schig, ob Leni Rie­fen­stahl pro­ble­ma­tisch ist, mag ich nicht ein­zu­schät­zen, da gibt es sicher viele ver­schie­dene Facet­ten. Man muss aber zuge­ste­hen, dass die Ver­an­stal­ter bzw. Desi­gner sich jedes Jahr sehr viel Mühe bei der Kar­ten­ge­stal­tung geben. Die Obsor­ge­karte 2009 war auch sehr ästhe­tisch, aber man muss mei­ner Mei­nung nach keine rechte Sym­bo­lik ver­wen­den, auch wenn es noch so gut aus­sieht. In die­sem Jahr war ich pri­vat unter­ge­bracht, des­we­gen habe ich dies­mal keine Obsor­ge­karte. Ich schätze die Desi­gner des WGT sehr, des­we­gen meine Frage, ob jemand eine Obsor­ge­karte von 2010 hat und sie mal ein­scan­nen könnte.

  21. @Rosa Cha­ly­beia: Ehr­lich gesagt ver­stehe ich nicht, auf was Du hin­aus­willst. Wie soll man denn neu­tral mit Nazi-Symbolen umge­hen? Und ein Ver­bot mehr ist mir lie­ber als eins zu wenig.
    @Robert: Auf­klä­rung macht viel­leicht mehr mün­dige Bür­ger, aber lei­der nicht sehr viele. Das ist lei­der meine Mei­nung. Heut­zu­tage gibt es viele Mög­lich­kei­ten, sich zu infor­mie­ren, sich zu bil­den, und sich auf­zu­klä­ren. Trotz­dem gibt es zu viele Leute, die z.B. Heil­prak­ti­ker als Medi­zi­ner anse­hen, Homöo­pa­thie als Medi­zin betrach­ten, und glau­ben, daß Außer­ir­di­sche die Pyra­mi­den gebaut haben.

  22. Was Hexenjagd-artige Sze­na­rien gegen­über „Nazis” angeht, so muss ich mich auf die Seite eini­ger Vor­red­ner stel­len, oder viel­leicht noch mehr…

    Unsere Szene hin oder her — es geht mir gene­rell ganz mas­siv auf die Eier (um es mal ange­mes­sen dras­tisch aus­zu­drü­cken), dass der all­ge­meine Tenor in der deut­schen Bevöl­ke­rung heut­zu­tage der­ar­tig unre­flek­tiert gegen alles pole­mi­siert, was „rechte” Ten­den­zen zu haben scheint. Beson­ders wenn dann im glei­chen Atem­zug nicht min­der extreme „linke” Strö­mun­gen toler­tiert oder sogar unter­stützt wer­den, die sich auf ihrem dus­se­li­gen Gut­men­schen­tum aus­ru­hen und mit einem selbst­ge­rech­net „wir sind nicht die Nazis” schon mei­nen, irgend­wie bes­ser als diese zu sein.
    Dass man sich mit einem unre­flek­tier­ten und kate­go­ri­schen Vor­ge­hen gegen eine anders den­kende Gruppe dann der­art weit nach links begibt, dass man rechts schon wie­der hoch kommt, ist den Damen und Her­ren Links-Faschisten dabei lei­der irgend­wie entgangen…

    Aber sei das wie es sei…
    Die „schwarze Sonne” auf der letz­ten Obsor­ge­karte war ein­deu­tig und ohne jeden Zwei­fel ein natio­nal­so­zia­lis­ti­sches Sym­bol. Das kann man nicht schön reden mit irgend­wel­chem Gefa­sel von His­to­rie (sol­ches Gefa­sel gebe ich bezüg­lich Haken­kreuz auch selbst sehr gerne von mir), denn diese Form war ganz expli­zit die vom Boden­mo­saik in der Wewels­burg, und keine ver­gleich­bare his­to­ri­sche Zier­scheibe aus dem Früh­mit­tel­al­ter oder der­glei­chen.
    Und das ist auch in mei­nen Augen ein­fach nicht OK

    Die Sym­bo­lik die­ses Jahr wäre mir nicht auf­ge­fal­len als irgend­wie mit dem drit­ten Reich in Bezug ste­hend… Aber nach dem Aus­rut­scher letz­tes Jahr, und neben der Tat­sa­che, dass auch auf Drän­gen z.B. von ASP hin noch keine wirk­li­che Stel­lung­nahme dazu erfolgt ist … ja, da muss man zumin­dest damit rech­nen, dass es genau zu so einer Hexen­jagd kommt — ob sie nun gerecht­fer­tigt sei oder nicht.

    Im bes­ten Falle ist das fahr­läs­sig und dumm.
    Im schlimms­ten ist an den Vor­wür­fen und Ver­schwö­rungs­theo­rien mehr dran — was für mich ein wei­te­rer Grund wäre, mich von die­ser Ver­an­stal­tung zu dis­tan­zie­ren, da ich poli­ti­sche Extreme verabscheue.

  23. @Vizioon: schätze ein­fach, wir haben da ein Kom­mu­ni­ka­ti­ons­pro­blem ;)
    Ich bin natür­lich nicht dafür daß Rechts­ex­tre­mis­mus irgend­wie igno­riert oder auf die leichte Schul­ter genom­men wird, aber mich nervt die­ses Hexenjagd-Phänomen immens an. Ich bin ledig­lich dafür daß die­je­ni­gen die allzu bereit­wil­lig im Anti-Nazi-Chor mit­schreien erst­mal Luft schnap­pen und dann ver­su­chen objek­tiv zu bewer­ten ob da was dran ist, oder obs nur grade so chic war, mit ein­zu­stim­men — von Karn­stein hat sich dahin­ge­hend ja eben­falls aus­ge­drückt, und dem kann ich mir in dem Punkt wie in eigent­lich sei­nem kom­plet­ten Text nur anschlie­ßen.
    Ich weiß, die reale Umset­zung sol­cher For­de­run­gen ist uto­pisch — dank der mensch­li­chen Natur an sich — jedoch meine Mei­nung zu dem Thema, egal ob rea­lis­tisch oder nicht.

    Sprich: gibt es hand­feste, echte Beweise für Nazi-Unterwanderung: dann bestünde in jedem Fall Hand­lungs­be­darf. Nur halb­gare Gerüchte und Hexen­jag­den sind unsi­che­rer Grund auf dem man auch viel kaputt machen kann.

    Zur Karte an sich noch­mal zurück: Ich habe ges­tern einige mei­ner alten WGT Kar­ten wie­der aus­ge­gra­ben, und da muss ich sagen daß das heu­rige Design in eine gestal­te­ri­sche Linie die seit ich das WGT kenne, ein­fach rein­passt. Und zwar mei­ner Mei­nung nach ohne poli­ti­sie­ren­den Hin­ter­gund. Klar, das ist nur mein eige­nes Emp­fin­den, kein Fakt, das kann wie schon erwähnt nur der Ver­an­stal­ter lie­fern. Sehen wir uns mal das WGT-Symbol an sich an:

    http://viewmorepics.myspace.com/index.cfm?fuseaction=viewImage&friendID=341062927&albumID=25827&imageID=32706

    Eine unbe­klei­dete, knie­ende Figur. Sti­lis­tisch nicht unähn­lich der Figu­ren auf den heu­ri­gen Kar­ten.
    Letz­tes Jahr zeigte die Karte zwei mensch­li­che Büs­ten links und rechts auf der Karte — ob männ­lich und weib­lich ist schwer erkenn­bar, dazwi­schen einen eben­falls knapp beklei­de­ten Engel, wie­der in ähnli­cher Bil­der­spra­che. Also für mich sind das eher Anhalts­punkte dahin­ge­hend, daß der Riefenstahl-Vergleich eher ein bescheu­er­ter Zufall sein könnte. Ande­rer­seits nehme ich hier auch in Kauf daß Ver­schwö­rungs­theo­re­ti­ker diese stil­sit­si­che Ähnlich­keit wie­der für ihre Zwe­cke ver­wen­den, weil, irgend­was fin­det man ja immer …
    Noch­mal: bevor mich wer falsch ver­steht: Klar­heit dar­über kann nur Desi­gner und Ver­an­stal­ter geben, und mir wäre es auch sehr recht wenn es dazu eine Äusse­rung gäbe.
    Ich stelle nur eine Theo­rie gegen die andere.

    Im Übri­gen erin­nere ich mich gerade daran, daß 2007 das Völ­ker­schlacht­denk­mal Kar­ten­mo­tiv war, und prompt wie­der wer daher kam der meinte, durch diese Motiv­wahl würde rech­tes Gedan­ken­gut zur Schau gestellt wer­den.
    Die „Pro­ble­ma­tik” — sofern es eine gibt — ist also nicht neu, nur prä­sen­ter durch das ein­deu­tige Motiv im letz­ten Jahr. Es gibt immer wen der sogar in Bien­chen und Blüm­chen was rein­in­ter­pre­tie­ren würde, wenn ers drauf anlegt.

    Und dann gab es noch die die sich 2006 drü­ber auf­ge­regt haben, daß fürs Ent­wer­ten der Karte dem Gesicht, in dem sel­bige gestal­tet wurde — quasi ein Auge aus­ge­sto­chen wer­den musste …

  24. Das Bild ist doch offen­sicht­lich gar nicht von Rie­fen­stahl inspi­riert (und falls doch, wäre das wahr­lich kei­nen Vor­wurf wert); son­dern eher von Fidus oder der Lebensreform-/Freikörperkultur der 1910er/20er Jahre gene­rell. Und ich glaube auch nicht, dass das Schwei­gen der Orga „kei­nen ande­ren Schluss zulässt” als Nazi­sym­pa­thien zu hegen: Denen ist es wohl ein­fach zu doof, sich auf sol­che lächer­li­chen Dis­kus­sio­nen ein­zu­las­sen. Wieso hat sich noch kein Christ o.ä. auf­ge­regt, dass da Nackte drauf sind? Das geht doch gar nicht aus deren Per­spek­tive…!
    Das Spiel mit belas­te­ten Sym­bo­len war noch immer Bestand­teil der Grufti-, Punk– und Indus­tri­al­be­we­gung, das ist gut so und davor braucht auch die Gestal­tung einer Ein­tritts­karte nicht halt zu machen.

  25. Ja, die Fra­ge­stel­lung ist pole­mi­sie­rend liebe Leser, aber bewusst so gewählt. Ver­zeiht mir das ich an die­ser Stelle nicht auf jeden ein­zel­nen eingehe.

    Mag sein das es der Orga zu lächer­lich erscheint sich auf diese Dis­kus­sion ein­zu­las­sen. Auch ich finde nichts schlimm bei dem Design der Karte. Man hätte aber Dis­kus­sion aus dem Weg gehen kön­nen, in dem man sich ein biss­chen offe­ner hin­sicht­lich der Gestal­tung gibt. Ein Absatz im Pfingst­bo­ten zur Inspi­ra­tion des Design wäre prima gewe­sen! Ein Satz wie bei Kom­men­ta­tor icke hätte doch schon gereicht: „son­dern eher von Fidus oder der Lebensreform-/Freikörperkultur der 1910er/20er Jahre gene­rell”. Das ist das ein­zige was ich bemängele.

    Das Netz, die­ser Arti­kel und die Kom­men­tare zei­gen doch, das hier Auf­klä­rungs­be­darf herrscht und das nicht zum ers­ten mal. Daher sehe ich durch­aus Dis­kus­si­ons­be­darf um den Gerüchte die im Netz und schon auf dem WGT kur­sier­ten ent­ge­gen­zu­wir­ken. Rie­fen­stahl war nicht pau­schal böse, das Sym­bol ist nicht von der NS-Zeit inspi­riert und ich finde die Karte auch nicht kit­schig. Nur um das noch­mal festzuhalten.

    Pole­mik ist hier mein Mit­tel die Gerüch­te­su­cher anzu­zie­hen, auf­zu­klä­ren und zum Dis­kurs anzu­re­gen. Auf­re­gen klingt anders und Meckern liegt nicht in mei­ner Natur. Sym­bo­lik lebt davon, was Men­schen mit den ein­zel­nen Sym­bo­len ver­bin­den und wie ver­brei­tet diese Ansicht ist. Das Spiel mit dem Feuer der Sym­bo­lik ist heiß, man kann sich leicht daran ver­bren­nen und solch ein Spiel gehört mei­ner Mei­nung nach auch nicht auf eine Ein­tritts­karte son­dern sollte denen über­las­sen wer­den, die sich damit dann auch aus­ein­an­der­set­zen ohne es ein­fach „in den Raum zu stel­len”. Aber man sieht, wie schnell man über solch einen Ver­gleich in eine Ecke gedrängt wer­den kann, ohne es wirk­lich zu beab­sich­ti­gen. Der fal­sche Weg ist mei­ner Mei­nung nach aber das zu ignorieren.

  26. Da ist was dran: Eine intel­li­gente Erklä­rung der WGT-Layouts wäre in der Tat mal inter­es­sant (nicht nur, um den vie­len doch zu ober­fläch­li­chen Kri­ti­kern was ent­ge­gen­zu­hal­ten, son­dern weil es wahr­schein­lich sol­che eini­ger­ma­ßen intel­li­gen­ten kon­zep­tio­nel­len Über­le­gun­gen gibt und die mal inter­es­sant wären). Aber es soll wohl alles für sich spre­chen („Kunst muss/kann nicht vom Künst­ler erklärt werden”?).

  27. @Rosa Cha­ly­beia: Ich muß mich fra­gen, wel­che Argu­mente Du „pro Nazis” hast. Es geht ja nicht um eine Hexen­jagd, son­dern um eine Abgren­zung zu einer, aus mei­ner Sicht, zutiefst men­schen­ver­ach­te­ten Grup­pie­rung. Und um Links­ex­treme ging es hier nicht. Mal abge­se­hen davon, daß „Argu­mente” wie: die Lin­ken sind böse, warum soll es nicht auch die Rech­ten sein, mich inzwi­schen lang­wei­len. Das ist doch kein Spiel!
    @Robert: wow, etwas mehr Mei­nung hätte ich doch bevor­zugt. Wer wird denn in wel­che Ecke gedrängt? Wer Nazi-Symbole benutzt und es nicht weiß, sollte dar­über auf­ge­klärt wer­den. Ansonsten?

  28. @Nachtgold
    „Warum wird nicht irgendwo kund­getan, wer diese Karte ent­wor­fen hat?”

    Ich kenne die Karte von die­sem Jahr bis­her nur von dem Bild oben, aber in den Jah­ren zuvor war immer ein copy­right by *Name geän­dert* drauf.
    Im Pfingst­bo­ten, übri­gens mit dem sel­ben copy­right by *Name geän­dert* (zumin­dest noch bis 2009), steht am Ende wer für was ver­ant­wort­lich ist ;)

    Wenn sich nix geän­dert hat ist es immer noch einer der Men­schen die u.a. die Ver­ant­wor­tung für das Chaos WGT 2000 und von Thron­stahl trugen.

    Wer links zur Bestä­ti­gung sucht wird sie auch fin­den ;)
    Nicht alles das man nicht gleich sieht oder das in Ver­ges­sen­heit geriet ist auch ein Geheimnis:)

  29. @Vizioon: Meine Mei­nung habe ich auch aus­rei­chend kund­ge­tan, oder?. Man macht schnell den Feh­ler jemand in eine Ecke zu drän­gen wenn man seine Äuße­run­gen aus dem Zusam­men­hang auf­nimmt. Das pas­siert im Netz täg­lich. Ich für mei­nen Teil bevor­zuge keine der Ecken, weder eine Rechts noch Links. Ich gebe Dir dar­über hin­aus völ­lig recht, wer Nazi-Symbolik benutzt sollte dar­über Bescheid wis­sen, genau das ist es doch was ich mir immer wünsche.

    Ich denke dar­über hin­aus, das sich die Hexen­jagd auf das über­spitzte Ver­hal­ten eini­ger Zeit­ge­nos­sen bezieht, alles in einer der eben genann­ten Ecken zu drän­gen. Schwarz und Weiß sind eben nicht die ein­zi­gen Far­ben. Ich denke du bist da der glei­chen Meinung.

    @Egal: Das WGT 2000 sind mit einer der Gründe warum diese The­ma­tik immer noch so sen­si­bel ist und blei­ben sollte. Brau­nes Gedan­ken­gut in wel­cher Form auch immer hat auf dem WGT nicht verloren.

  30. Eigent­lich würd ich dir gern Recht geben.

    Wer nun aller­dings 1+1 zusam­men zählt sieht das der Desi­gner auch gleich­zei­tig einer der ers­ten Ver­an­stal­ter die­ses Fes­ti­vals ist.
    Und ob sein evtl brau­nes Gedan­ken­gut etwas auf sei­nem WGT ver­lo­ren hat liegt wohl lei­der erst­mal nur bei ihm.

  31. Zu Robert:

    […]Muss die faschis­ti­sche Ver­gan­gen­heit denn immer noch auf diese Art und Weise ver­ar­bei­tet werden? […]

    Nun, muss nicht, aber kann. Ich gebe dahin­ge­hend Recht, dass die­ses ewige Thema lang­sam an Reiz ver­liert. Auch wenn das jetzt etwas zynisch klin­gen mag. Aber wem nützt es noch. Es macht die armen See­len von damals nicht wie­der leben­dig, es schenkt kei­nen Trost und noch weni­ger Wie­der­gut­ma­chung. Es dient ein­fach und alleine dazu, um den Kelch des Schuld­ge­fühls von Gene­ra­tion zu Gene­ra­tion wei­ter­zu­rei­chen. Eine Tat der Wie­der­gut­ma­chung wäre zumin­dest ein bes­se­res Zei­chen gewe­sen, als stän­dige Denk­mä­ler. Nur kos­ten wohl Denk­mä­ler weni­ger und man kann so die Zeit über­brü­cken, bis auch das letzte Opfer zu sei­nen Ahnen abtrat. Das scheint zumin­dest die Inten­tion der Poli­tik gewe­sen zu sein.
    Natür­lich darf man das Thema nicht ver­ges­sen. Aber gegen­über der Poli­tik und gegen­über den Medien schaf­fen es man­chen Inter­pre­ten mit dem Thema so umzu­ge­hen, wie man es heute tun sollte: Als einen neu­tral gese­he­nen geschicht­li­chen Aspekt. Jede Nation hat ihre Lei­che im Kel­ler. Und auch wenn unsere mit am meis­ten stinkt, so soll­ten das kei­nen Grund dar­stel­len, diese nicht end­lich ein­mal zu begra­ben. Die Poli­tik schnappt doch sonst jeden Irr­sinn der Ame­ri­ka­ner auf, warum dann nicht auch mal die Men­ta­li­tät, dass man nur ein Peace-Zeichen in das Schläch­ter­beil schnit­zen muss, um sich als Frie­den­stif­ter zu verstehen.

    Zu Rosa Cha­ly­beia:
    […]Viel­leicht knallts dem desi­gner ja auch die Kinn­lade durch den Schreib­tisch wenn er liest, mit wel­chem „Vor­bild” sein Design in Ver­bin­dung gebracht wird, und er das viel­leicht ja nie im Sinn hatte. Kann doch auch mög­lich sein … letz­te­nen­des ist aber auch das nur eine Spekulation.[…]

    Ein inter­es­san­ter Aspekt. Und ich unter­stelle den Desi­gnern ein­mal, dass das auch wahr­schein­li­cher ist, als der Gedanke der bösen unter­schwel­lig brau­nen Bot­schaft. Aber lang­sam könnte man sich ja von dem Frust hin­sicht­lich der Kri­tik erholt haben. Man will denen ja nichts böses, zumin­dest einige. Aber die­ser Trotz des Schwei­gens ist unschön. Denn ehr­lich gesagt würde mich, gerade als Berufs­kol­lege, die Inten­tion hin­ter dem Kartendesign/ den Kar­ten­de­signs bren­nend interessieren.

    Zu Vizioon:

    […]Warum Sym­bole, Bands, und Par­teien ver­bie­ten? Weil gewisse Sym­bole, Bands und Par­teien alles Mensch­li­che ver­ach­ten, ver­la­chen, und nur auf ihre eigene Welt bezo­gen sind.[…]

    Wenn es darum geht, dann könnte man 70% des glo­ba­len Wirt­schafts– und Poli­ti­kap­pa­rats ver­bie­ten. Aber mal ganz ehr­lich. Ich höre hier nur Ver­bote. Und „lie­ber ein Ver­bot mehr, als eines zu wenig“. Natür­lich. Ver­bote sind ein­fach aus­zu­spre­chen. Sie schme­cken schön nach Kon­se­quenz und haben im Abgang die Illu­sion etwas voll­bracht zu haben.
    Aber was Ver­bote bewir­ken, dass weiß jeder aus sei­ner Kind­heit. Und das weiß jeder, der sich mit dem Wesen des Men­schen aus­kennt. Nichts. Diese Band oder Par­teien ren­nen nach einem Ver­bot nicht heu­lend aus­ein­an­der. Das ist denen im Grunde egal. Das ein­zige, was ein Ver­bot wirk­lich brin­gen würde ist, dass man dann ganz bequem ein Auf­tritts­ver­bot ertei­len kann, ohne erst dut­zende Gut­ach­ten und Akten auf die lange Bank schie­ben zu müs­sen. Aber dann. Dann agie­ren diese im Unter­grund. Was sie eh schon tun. Kön­nen sich dort ebenso frei ent­fal­ten und ihre Witze über die Dödel rei­ßen, die sich nun damit brüs­ten ein Macht­wort gespro­chen zu haben.
    Ein Ver­bot. Sehr viele davon sind nur die Maß­nahme der Fau­len und Schein­hei­li­gen. Nicht alle, aber viele. Eine ver­bo­tene Sache zu tun, stärkt das Ego. Einer ver­bo­te­nen Orga­ni­sa­tion anzu­ge­hö­ren wirkt eli­tär. Will man diese Gestal­ten etwa in ihrem Wesen stär­ken, dass ihr Erschei­nen eine immer grö­ßere Auto­ri­tät bekommt. Man darf diese Sym­bole nicht ver­bie­ten, die Par­teien sowie die Musik und damit deren Anzie­hungs­kraft stär­ken. Das ein­zige was dage­gen hilft ist diese Macht, diese Anzie­hungs­kraft zu bre­chen. Beste Methode ist die­ses in die Lächer­lich­keit zu heben. Jede Stadt, die eine NPD-Kundgebung ertra­gen muss sollte die­ser mit Spott und Hohn begeg­nen. Ich schätze, diese Par­tei wird in einem Jahr mehr Anhän­ger ver­lie­ren, als wenn sich stän­dig nur die­sel­ben Pre­di­ger dane­ben stel­len und mit erho­be­nen Zei­ge­fin­ger: „Du bist böse, du darfst das nicht“ sagen.

    […]Ich bin ziem­lich sauer, wenn mit „Nazis essen Brot! Ver­bie­tet Brot!” die Pro­ble­ma­tik an sich ins Lächer­li­che gezo­gen wird.[…]

    Manch­mal kann man aber nur so mit dem Thema umge­hen. Bes­tes Bei­spiel war der „Skan­dal“ bei dem ein mün­di­ger Bür­ger den Kik für seine Hackenkreuz-Kleiderständer zur Ver­ant­wor­tung zie­hen wollte. Und ehr­lich gesagt sind sol­che Aktio­nen nur als Eigen­tore zu sehen. Bei­spiele für unge­wollt komi­sche Hys­te­rie im Sinne von: „Nazis essen Brot. Ver­bie­tet Brot.“. Und auch ich muss sagen, dass mir diese Kri­tik in ein poli­ti­sches Extrem anö­det. Man beginnt schon das braune Gedan­ken­gut ins lächer­li­che zu zie­hen: „Deut­sche esst deut­sche Bana­nen“; mal als Bei­spiel. Warum ist es dann so ver­pönt auch ande­ren Irr­sinn ebenso abzu­wat­schen. Rechts­ra­di­kale haben einen Lat­ten­schuss, keine Frage, Links­ra­di­kale ebenso. Reak­tio­näre wie Revo­lu­tio­näre. Jede Grup­pie­rung darf ab dem Moment ver­ur­teilt wer­den, ab dem ihre Argu­men­ta­tion albern wird. Das ist das Recht der Meinungsfreiheit.

    Über­spitzt gesagt wurde ich schon von Aus­län­dern ver­prü­gelt, also kann ich rech­tes Gedan­ken­gut ver­ste­hen. Ich wurde aller­dings auch schon von Rech­ten ver­prü­gelt, also kann ich lin­kes Gedan­ken­gut ver­ste­hen. Es geht hier aber nicht um „Pro-Nazis“ oder sonst einen Blöd­sinn, son­dern um den unvor­ein­ge­nom­me­nen Umgang mit dem Thema. Und dazu gehört es nun ein­mal auch beide Sei­ten der Medaille zu sehen.
    Und wer das Hacken­kreuz im Sym­bol­gift­schrank sehen will, sollte ein­mal über den Sinn und Unsinn des Anar­chie­sym­bols grü­beln. Ein gesell­schaft­lich aner­kann­tes Zei­chen. Ver­tre­ten in Film, Spiel und im Design. Aber was wäre die Aus­wir­kung eines auf Anar­chie beru­hen­den Gesell­schafts­bil­des in dem eine Brise Mensch ein­ge­rührt wird?

    Wer gegen Sym­bo­l­auf­klä­rung imun ist, den juckt auch kein Ver­bot. Aber das „Warum” einer Auf­klä­rung ist arbeits­in­ten­si­ver als das „Nein” bei einem Ver­bot. Somit ist ers­ters unat­trak­tiv und nur sel­ten als wir­kungs­voll anzu­tref­fen. Da sich nur weni­ger die­ser Mühe hin­ge­ben und zum Dank fast gar nicht unter­stützt werden.

  32. @Guldhan und Anar­chie:
    Nur weil du nicht dran glaubst musst du nicht gleich ver­su­chen es ins Lächer­li­che zu zie­hen ;)
    Wie sieht bitte dein auf Anar­chie beru­hendes Gesell­schafts­bild aus?
    Gesell­schaft ohne Men­schen?
    Offen­bar muss bei Anar­chis­ten ja erst eine „Brise Mensch” dazu.…

  33. @Guldhan: Schön lan­ger Text, aber irgend­wie hast Du nicht mehr alle Tas­sen im Schrank.

  34. Zu Egal:

    Nur weil du nicht dran glaubst musst du nicht gleich ver­su­chen es ins Lächer­li­che zu zie­hen ;)
    Wie sieht bitte dein auf Anar­chie beru¬hendes Gesell­schafts­bild aus?
    Gesell­schaft ohne Men­schen?
    Offen­bar muss bei Anar­chis­ten ja erst eine „Brise Mensch” dazu.…

    Zum einen hast du Recht, dass ich nicht daran glaube. Denn man sollte von einer Gesell­schafts­form über­zeugt sein. Opti­mal gese­hen sollte man wis­sen kön­nen, dass diese funk­tio­niert. Und Glaube hat da wirk­lich nichts zu suchen.
    Aller­dings ziehe ich es nicht ins lächer­li­che. Neh­men wir ein­mal den Begriff der Anar­chie her­vor und befra­gen diverse Lexika dar­über, so ent­sprang die­ser Begriff dem grie­chi­schen und steht für Herr­schafts­lo­sig­keit.
    Zitat: „ein polit. Zustand, in dem Ver­fas­sung, Recht u. Gesetz ihre Gel­tung ver­lo­ren haben“, „Herr­schaft von Men­schen über den Men­schen.“. Der Mar­xist würde übri­gens vom Abstre­ben des Staa­tes spre­chen. Zum ande­ren kann man Anar­chie noch wie folgt defi­nie­ren: „Zwang und rechtl. Ord­nung sind auf­ge­ho­ben, zuguns­ten einer abso­lu­ten Frei­heit.“. Das sind die kor­rek­ten Defi­ni­tio­nen des Begrif­fes, ohne jeg­li­che ideo­lo­gi­sche Ver­klä­rung. Es ist ähnlich dem Kom­mu­nis­mus eine nette Uto­pie. Aber es kann auch nur Uto­pie blei­ben. Denn nun kommt das hinzu, was ich mit der „Briese Mensch“ meine. Jeder Mensch besitzt den Macht­in­stinkt. Man kann sich noch so davon befreit sehen, jenes ist in unse­rem Wesen ver­wur­zelt, wie der Selbst­er­hal­tungs­trieb oder der Ver­meh­rungs­trieb. Nun hat man eine Gesell­schafts­form, die sich auf­grund der Ver­nunft jedes ein­zel­nen Bür­gers in Ord­nung und fried­li­cher Struk­tur erhal­ten kann. Das Ideal der Anar­chie. Tritt aber in die­ses Ideal ein Mensch, der nach Macht strebt, so bricht die­ses gesamte Kon­strukt zusam­men. Da dem keine über­ge­ord­nete Gesetz­ge­bung, keine fun­dierte Gesetz­mä­ßig­keit ent­ge­gen­steht. Natür­lich kann sich das Volk gegen den­je­ni­gen wen­den. Aber nicht wenn die­ser durch Sym­pa­thie und / oder Mani­pu­la­tion die­ses auf seine Seite zog. Oder es zumin­dest schaffte, das Ideal zu unter­wan­dern. Mit ande­ren Wor­ten, die Anar­chie kann den Grund­stein für die gna­den­lose Dik­ta­tur set­zen. Wem das Bei­spiel jetzt zu blöd ist, der über­lege mal kurz, warum das NS-Regime so mäch­tig wurde. Es nutze den Bruch der Wei­ma­rer Repu­blik. Deren Zer­rüt­tung, die schon fast in anar­chis­ti­sche Anfangs­spu­ren glitt war u.a. deren Weg­be­rei­ter. Somit erachte ich Anar­chie für ebenso gefähr­lich wie eine Dik­ta­tur. Ergo. Wer die Ver­herr­li­chung der Sym­bole der Dik­ta­tur zu Recht ver­bannt haben will. Und ich sage bewusst „zu Recht“, der sollte auch keine Paro­len der Anar­chie dulden.

    Zu Vizioon

    […]Schön lan­ger Text, aber irgend­wie hast Du nicht mehr alle Tas­sen im Schrank.[…]

    Etwas Gegen­tei­li­ges habe ich auch nie behaup­tet. Ich bin nun ein­mal bestrebt, bei so man­cher These das Gegen­ar­gu­ment zu suchen, um damit andere Gedan­ken und eine andere Her­an­ge­hens­weise an das Thema zu pro­vo­zie­ren. Wenn dem nichts wert­vol­les mehr ent­ge­gen­zu­set­zen ist, dann nehme ich das nicht übel.
    Ansons­ten stelle ich eine Gegen­frage. Das Hacken­kreuz ist seit nun­mehr 60 Jah­ren ver­bo­ten. Wel­che Erfolge fei­erte die­ses Ver­bot? Man darf nicht plump und blind mit dem Thema umge­hen. Wenn man den Dämon der Ver­gan­gen­heit end­lich ein­mal erfolg­reich ent­ge­gen­tre­ten will, dann nicht mit den­sel­ben Plat­ti­tü­den wie diese Hohl­bir­nen, wel­che die­sem Dämon noch immer hul­di­gen.
    Man möge mich sach­lich und/oder sar­kas­tisch kor­ri­gie­ren, sowie ich Unrecht haben. Denn nur sol­ches lasse ich gel­ten. Alles andere defi­niere ich zu unguns­ten des ande­ren als per­sön­li­chen Man­gel an Argu­men­ten. Und aus einem even­tu­el­len Schlag­ab­tausch halte ich mich sowieso raus.

    In die­sem Sinne.

  35. Das muss ich so erst­mal ver­dauen.

    Ok

    Ich glaub du tust Recht haben!

    Die Nazis kamen nur an die Macht weil wir vor­her fast in anar­chis­ti­sche Anfangs­spu­ren abglit­ten.
    Wenn man mal so drü­ber nach­den­ken tut ists eigent­lich ganz klar ersicht­lich… so im Nach­hin­ein.

    Und weil Anar­chie ja nun so gefähr­lich ist, was soll man tun? Am bes­ten?

    Ich glaub ich will, am liebs­ten auf der Stelle, einen neuen, star­ken Kai­ser der uns alle beschüt­zen tut!

    Und vom Weih­nachts­mann wünscht ich mir noch rote Woll­so­cken für alle — es soll ja kei­ner kalte Füße bekommen ;)

  36. Anar­chie ist lus­tig, bis dir eine auf die Nase haut und sagt: „Was denn, ist doch nicht ver­bo­ten!„
    Wenn dann auch noch dein Handy nach­dem du 110 gewählt hast ver­kün­det: „Kein Anschluss unter die­ser Num­mer!„
    Blö­des Bei­spiel, Gewalt ist ja etwas, das Linke kom­plett ableh­nen.
    Da wäre dann noch dein neues Handy… beim Ver­sand­händ­ler bestellt… im Paket: Ein Back­stein. Anruf beim Ver­sand­händ­ler. Die Reak­tion auf deine Beschwerde: „Ver­klag mich doch!”.

    Schön muss es sein in der Anar­chie, mit mei­nem nicht vor­han­de­nen Gewis­sen könnte ich Krö­sus werden.

  37. Ich denke, wir schwei­fen ab. Mir jeden­falls geht es nicht unbe­dingt um die Radi­ka­li­sie­rung der Gesell­schaft die wohl mög­lich im Sze­na­rio einer Anar­chie endet. Ver­bote, Gebote und Gesetze und deren Durch­set­zung sind wich­tige Mit­tel unse­rer jet­zi­gen Gesell­schafts­form. Das heißt natür­lich nicht, das ich alle Ver­bote unter­stüt­zen muss.

    Einige Ver­bote wer­den doch tat­säch­lich nur erlas­sen um ein ver­meint­li­ches Pro­blem aus der Welt zu schaf­fen und Dinge dem Sicht­feld der Gesell­schaft zu ver­ban­nen. Im Bereich der Sym­bo­lik ist das natür­lich ein Minen­feld. Das Haken­kreuz gehört momen­tan sicher­lich zu den zu Recht ver­bo­te­nen Sym­bo­len, seine nega­tive Ladung als men­schen­ver­ach­ten­des Sym­bol sitzt noch viel zu tief.

    Es geht mir nur um die Kon­se­quente Aus­wei­tung „gefähr­li­cher Sym­bo­lik” in den letz­ten 30 Jah­ren. Hier gehen die Faschis­ten hin und neh­men sich eine Reihe von Mytho­lo­gien und Sym­bo­len und begin­nen deren Bedeu­tung für sich umzu­deu­ten, ein direk­ter Bezug zum drit­ten Reich ist in vie­len Fäl­len nicht mehr klar her­zu­stel­len. Glei­ches gilt für die Rie­fen­stahl, oft ten­diert man dazu, ihr Schaf­fen zu kri­ti­sie­ren nur auf­grund der Tat­sa­che, das sie zur dun­kels­ten Zeit Deutsch­lands ihre krea­tivste Phase hatte.

    Ver­bote errei­chen hier nur das Gegen­teil, ebenso der abso­lut unre­flek­tierte Umgang damit, wie auf den Ein­tritts­kar­ten zu sehen ist. Wenn man schon eine Kunst­epo­che hul­digt die zur Zeit der drit­ten Rei­ches berühmt war und von den Nazis als sol­che ver­ein­nahmt wurde darf man nicht hin­ge­hen und das unkom­men­tiert ste­hen las­sen. Das lasse ich für mei­nen Teil nicht als künst­le­ri­sche Frei­heit durch­ge­hen. Es ist nicht falsch damit umzu­ge­hen und stel­len­weise sogar begrü­ßens­wert wenn sol­che Sachen aus dem Zusam­men­hang the­ma­ti­siert werden.

    Ebenso denke ich, das der Kon­sens aus allen Kom­men­ta­ren lau­ten könnte: Umstrit­tene Sym­bo­lik oder Bezüge sind in Ord­nung, denn Pro­vo­ka­tion liegt in der Natur der Szene. Man sollte aber dazu über­ge­hen erklä­rende Hin­weise, Texte oder Kom­men­tare ein­zu­fü­gen um even­tu­elle Schluß­fol­ge­run­gen im Keim zu ersti­cken. Das Wave-Gotik-Treffen ist in die­ser Hin­sicht zu sehr vor­be­las­tet als das man sich ein­fach in Schwei­gen hül­len kann weil man viel­leicht keine Lust mehr auf Dis­kus­sio­nen hat. Wie schnell ver­mut­lich fal­sche Schluß­fol­ge­run­gen gezo­gen wer­den kön­nen, hat die­ser Bei­trag demonstriert.

    Die Inten­si­tät der Kom­men­tare, für dich ich euch allen sehr dank­bar bin, zeigt, das es sich hier immer noch um ein Thema mit außer­or­dent­li­cher Rele­vanz handelt.

  38. @Vizioon: ich hab jetzt sehr lange nach­ge­dacht was ich ant­wor­ten soll, denn mir hats erst­mal schon ein wenig sdie Spra­che ver­schla­gen, daher frage ich Dich nur: wo bitte habe ich klar zu ver­ste­hen gege­ben, daß ich über­haupt „Pro Nazi”-Argumente hätte?
    Wenn ich meine ande­ren Kom­men­tare wei­ter oben noch­mals durch­lese, habe ich mich doch eher andern­wei­tig aus­ge­drückt, nicht wahr ;) ?

    Ansons­ten kann ich mich nur Guld­han (gut gespro­chen, mein Kom­pli­ment), Robert und den ande­ren Mit-Diskutierern anschlie­ßen die die­ses schwie­rige Thema so ange­nehm sach­lich angehen.

  39. @Rosa Cha­ly­beia: ok, es war nicht grund­sätz­lich „Pro Nazi”. Dafür ent­schul­dige ich mich. Aber wie man die­ses Thema „ange­nehm sach­lich” dis­ku­tie­ren kann, ist mir nicht nur schlei­er­haft, es ent­zieht sich für mich jeder Dis­kus­sion.
    @Robert: „Ebenso denke ich, das der Kon­sens aus allen Kom­men­ta­ren lau­ten könnte: Umstrit­tene Sym­bo­lik oder Bezüge sind in Ord­nung, denn Pro­vo­ka­tion liegt in der Natur der Szene. Man sollte aber dazu über­ge­hen erklä­rende Hin­weise, Texte oder Kom­men­tare ein­zu­fü­gen um even­tu­elle Schluß­fol­ge­run­gen im Keim zu ersti­cken. Das Wave-Gotik-Treffen ist in die­ser Hin­sicht zu sehr vor­be­las­tet als das man sich ein­fach in Schwei­gen hül­len kann weil man viel­leicht keine Lust mehr auf Dis­kus­sio­nen hat. Wie schnell ver­mut­lich fal­sche Schluß­fol­ge­run­gen gezo­gen wer­den kön­nen, hat die­ser Bei­trag demons­triert.” Nö, finde ich in jede Sicht frag­wür­dig. Aber ich habe sowieso zuneh­mend den Ein­druck, mich im fal­schen „Blog” zu befin­den. Des­we­gen: Das war es für mich. Bye.

  40. […]Die Inten­si­tät der Kom­men­tare, für dich ich euch allen sehr dank­bar bin, zeigt, das es sich hier immer noch um ein Thema mit außer­or­dent­li­cher Rele­vanz handelt.[…]

    Die Inten­si­tät ent­steht wohl dadurch, dass hier­bei immer Kon­tro­ver­sen auf­ein­an­der­pral­len und damit The­men nach sich zie­hen, bei denen nicht vom per­sön­li­chen Den­ken abge­wi­chen wird / wer­den kann. Eines der Haupt­pro­bleme bei poli­tisch ange­hauch­ten Themen…da diese immer so ver­dammt ernst genom­men wer­den, als wären sie der Mensch­heit Lebensgrundlage.

    Um aber wie­der zurück zum Thema zu kom­men. Ich bin etwas im Netz unter­wegs gewe­sen und ehr­lich gesagt erleich­tert. Denn es scheint die­ses Thema und auch das vom letz­ten Jahr nir­gendwo der­art kon­struk­tiv behan­delt wor­den zu sein, dass einem als Leser die Erleuch­tung ent­ge­gen­strahlt. Über­all tum­meln sich Pro und Kon­tra im Man­tel von Anfein­dung und emo­tio­nal gela­de­nem Mei­nungs­fe­tisch.
    Um das Thema nun wie­der in eine ent­spannte Rich­tung zu len­ken wäre ich fast von dem Gedan­ken ange­tan diese Karte mei­nen ehe­ma­li­gen Dozen­ten zu prä­sen­tie­ren. Um zu sehen, wie das Design auf alt­ge­diente Desi­gner wirkt.

  41. @Vizioon: Schade das du das so siehst, deine Ent­schei­dung erscheint mir Rät­sel­haft und stimmt mich zugleich etwas nach­denk­lich, aber ich akzep­tiere sie.
    Ich habe mich immer klar gegen Rechte Ein­flüsse und Nazis aus­ge­spro­chen und dazu auch viele Bei­träge dazu ver­fasst. In dei­nem ers­ten Kom­men­tar kri­ti­sierst du die Nicht-Abgrenzung, obwohl ich das Gefühl habe genau das zu tun, ich möchte ledig­lich ver­mei­den alles über einen Kamm zu sche­ren. Der Rei­bungs­punkt waren wohl die Ver­bote, denn du schriebst: „Und ein Ver­bot mehr ist mir lie­ber als eins zu wenig.”, dazu habe ich eine andere Mei­nung, ich habe kein Pro­blem mit ande­ren Mei­nun­gen, nein, ich bin sogar neu­gie­rig auf deine. Du hast wei­ter geschrie­ben: „Wer Nazi-Symbole benutzt und es nicht weiß, sollte dar­über auf­ge­klärt wer­den. Ansons­ten?”, aber ver­su­che ich nicht genau das zu tun?

    @Guldhan: Natür­lich. Das meine ich auch mit Inten­si­tät. Ich finde man sollte aber sol­che The­men nicht unbe­han­delt las­sen, auch wenn ich zuge­ge­be­ner­ma­ßen etwas zu pole­misch an die Sache her­an­ge­tre­ten bin. Ich finde es ein­fach nicht rich­tig, Gerüchte in die Welt zu set­zen und sie dann ein­fach so im vir­tu­el­len Raum ste­hen zu las­sen. Die­ses Thema wird oft ange­schaut, aber sel­ten wirk­lich gelesen.

    Ich habe mir heute sehr lange dar­über Gedan­ken gemacht, ob ich rich­tig oder falsch gehan­delt habe die­sen Bei­trag zu ver­fas­sen. Ich stehe nie so über den Din­gen als das mich gute Kom­men­tare seien sie posi­tiv oder nega­tiv, nicht beein­flus­sen wür­den. Auch dies­mal habe ich wie­der viel mit­ge­nom­men von denen die sich an der Dis­kus­sion betei­ligt haben.

    Im Forum des WGT gibt es mitt­ler­weile dazu eine Ant­wort auf eine ähnli­che Frage durch den „Web­mas­ter WGT”: „Es gibt auf den Kar­ten kein Foto­mo­tiv, da alles dar­auf eine Zeich­nung ist. Und selbst die — ver­mut­lich von Dir gemein­ten — nack­ten Men­schen dar­auf sind kein Motiv von Leni Rie­fen­stahl.

  42. Der „wm” ist nicht(!) der Betrei­ber der Inter­net­seite.
    Die Seite wurde zumin­dest letz­tes Jahr noch vom WGT Art­work Desi­gner und längs­tem Mit­ver­ant­wort­li­chen betrie­ben.
    Den Namen will ich hier nicht nen­nen auch wenn es kein Geheim­nis sein dürfte/sollte.

  43. @Egal: Danke für die Kor­rek­tur. Die Pro­fil­un­ter­schrift „Web­mas­ter WGT” impli­zierte etwas ande­res. Aber gut, Betrei­ber ist auch hier das fal­sche Wort gewe­sen, ich habe es ent­spre­chend korrigiert.

  44. Gern gesche­hen.
    Kann nicht scha­den den ein oder ande­ren Zusam­men­hang noch­mal zu erwähnen.

  45. Zu Robert:

    […]Ich habe mir heute sehr lange dar­über Gedan­ken gemacht, ob ich rich­tig oder falsch gehan­delt habe die­sen Bei­trag zu verfassen[…]

    Diese Frage sollte man sich nicht stel­len. Zumin­dest solange man eine Debatte vor­an­trei­ben will und sich als Aus­lö­ser bzw. Mode­ra­tor ver­steht. Ein Arti­kel, solange die­ser im sach­li­chen Rah­men ver­fasst wird, steht als Neu­trum, wenn nicht sogar als Posi­tiv im Raum. Auf den Rest hat man wenig Ein­fluss. Manch einem gefal­len die Worte, die dann noch hin­zu­kom­men, manch einem nicht. Sich durch sub­jek­tive Mei­nun­gen in eine per­sön­li­che Ein­tei­lung von Rich­tig oder Falsch drän­gen zu las­sen ist nicht Sinn und Zweck eines sol­chen Arti­kels. Und von guten Kom­men­ta­ren sollte sich jeder beein­flus­sen las­sen. Ohne die­ses gäbe es kei­nen Fort­schritt im eige­nen Denken.

    […]Im Forum des WGT gibt es mitt­ler­weile dazu eine Ant­wort auf eine ähnli­che Frage[…]

    Die­ses fand ich auch. Aber son­der­lich auf­schluss­reich kam mir die­ses nicht vor. Denn wie anfangs erwähnt, soll es ja nicht das Thema sein, auf­grund von Mut­ma­ßun­gen zu behaup­ten, diese Karte sei eine Rie­fen­stahl­ko­pie. Son­dern sich zu fra­gen, ob es nach dem letz­ten Wir­bel nicht leicht­sin­nig war nun ein Kar­ten­mo­dell zu ver­öf­fent­li­chen, dass diese Asso­zia­tion erlaubt. Nicht muss, aber eben kann und das reicht ja vie­len schon aus. Und die­ser Aspekt bleibt offen oder rutscht ebenso in eine Rechts-Links-Debatte.

    Auch wird in eben die­sem Kom­men­tar geschrie­ben: […]Alles andere wurde bereits dis­ku­tiert und erklärt und muss nicht in einem neuen Thread gemacht wer­den.[…]
    So gab ich bei dem Forum spon­tan „Rie­fen­stahl“ als Such­be­griff ein und lan­dete auch in ein paar Plau­derecken, aber ich fand darin weder eine Klä­rung, noch eine wirk­lich Diskussion.

  46. Ich weiß ja nicht ob das jetzt schon irgendwo mal erwähnt wurde, aber wo wir grad mal bei Band und Sym­bo­lik waren.
    Irgend­wie ist es doch auf­fäl­lig, dass gerade ein SCHMETTERLING als Kar­ten­form gewählt wurde. Gerade wo doch ein gewis­ser Herr letz­tes Jahr die Dis­kus­sion mehr oder weni­ger aus­ge­löst hat. Eigent­lich hat der Desi­gner 2 Flie­gen mit einer Klat­sche geschla­gen. Er zieht die Dis­kus­sion und auch den Aus­lö­ser aus dem letz­ten Jahr mehr oder weni­ger ins Lächer­li­che hält sie aber wei­ter am lau­fen… viel­leicht damits nicht lang­wei­lig wird.
    Ich kann auch ver­ste­hen warum er dann gerade noch „Einen drauf­setzt”. Letz­tes Jahr mag die Sonne wirk­lich keine Absicht gewe­sen sein, es war eine schöne Karte und man hat sie „ver­teu­felt”. Und die­ses Jahr dann eben „jetzt erst recht”.

    Ver­zeiht wenn ich mich jetzt ein wenig wie­der­hole bzw nicht so schlüs­sig schreibe, aber ich bin noch müde und ich hab Urlaub. *g* Ich denk ihr wisst was ich meine

  47. Zu Kate Noire:

    Das las ich eben­falls im WGT-Forum. Ob Absicht oder Zufall, die Par­al­le­len mit dem Schmet­ter­ling sind dahin­ge­hend amü­sant.
    Was ich mir dabei aber über­legte, ist, dass es markt­wirt­schaft­li­cher Selbst­morde ist, wenn eine sol­che Debatte vom Ver­an­stal­ter bewusst pro­vo­ziert wird. Gerade in der Zeit, in der Links­ak­tio­näre und poli­tisch Des­in­ter­es­sierte schon halb in den Stel­lungs­krieg inner­halb der Szene zie­hen, sollte man als Neu­trum fun­gie­ren und keine Kon­tro­ver­sen schü­ren. Denn damit ver­grault man mehr die Kund­schaft, als dass man sich und sein Pro­jekt attrak­ti­ver macht. Auch wenn man Ver­an­stal­ter des größ­ten dahin­ge­hen­den Fes­ti­vals ist, so ist doch die Kon­kur­renz vor­han­den. Und man lasse ein­mal durch diese Lap­pa­lie ein Lauf­feuer ent­ste­hen. Jetzt ein­mal über­spitzt gesagt. Denn der Herr des schwar­zen Schmet­ter­lings hat defi­ni­tiv Anhän­ger die mit­boy­kot­tie­ren wer­den. Lasse noch einige große Inter­pre­ten fol­gen oder das alles aus dem Ruder laufen…denn man kann nie sagen wel­che Reak­tion eine Aktion pro­vo­ziert. Ob bewusst aus­ge­löst oder unbewusst.

    Noch ein kur­zer Aus­flug zum Thema Anar­chie. Ich über­legte lang, ob ich dazu noch etwas schreibe, möchte aber mein letzt­ge­sag­tes nicht als Latri­ne­pa­role ste­hen las­sen.
    Wie man weiß war die junge Repu­blik nach anfäng­li­chem Erfolg von den Fol­gen des 1.WKs geplagt. Das Land war wirt­schaft­lich am Boden, der Ver­sailler Ver­trag setze noch eines drauf. Man musste das Macht­va­kuum aus­fül­len, dass der Exil­kai­ser hin­ter­ließ und war alten Mili­tärs und Kai­ser­treuen aus­ge­lie­fert, die sich nicht ihrer Mei­nung scheu­ten wie schäm­ten.
    Und der Kai­ser hin­ter­ließ defi­ni­tiv ein Macht­va­kuum. Ein Volk, dass Jahr­hun­derte die­ses Sys­tem kannte, kann nur durch per­ma­nen­ten Auf­schwung die letz­ten reak­tio­nä­ren Que­ru­lan­ten los­wer­den, die das eta­blie­ren einer Regie­rung behin­dern. Diese Chance bekam die Wei­ma­rer Repu­blik aller­dings nicht. Sie bekam die Schuld des Welt­krie­ges, Arbeits­lo­sig­keit, Aus­sichts­lo­sig­keit und dem­zu­folge eine nicht uner­heb­li­che Infla­ti­ons­rate. Dazu noch Schrei­hälse mit der ewig aktu­el­len Parole „Frü­her war alles bes­ser“. Dadurch wurde diese zer­rüt­tet und zer­mürbt. Was ein inof­fi­zi­ell noch immer kai­ser­treuer von Hin­den­burg als Reichs­prä­si­dent nicht bes­ser machte. Somit wurde die Repu­blik von Gedan­ken im Volk unter­wan­dert, die an der Taug­lich­keit und dem Durch­set­zungs­ver­mö­gen zwei­fel­ten. Es machte sich eine Men­ta­li­tät breit, wel­che dem Staat seine momen­tane Herr­schafts­form wie­der aber­ken­nen wollte. Und sowie ein Volk an sei­ner Regie­rung, sei­ner Herr­schaft zwei­felt und diese nicht nur abge­än­dert, son­dern wie­der los­ha­ben will sind das für mich „anar­chis­ti­sche Anfangs­spu­ren“. Wenn es dafür einen bes­se­ren Begriff gibt, dann nur zu. Wel­che Kon­se­quenz aus die­ser Abän­de­rung folgt, ist in sol­chen Momen­ten noch nicht ersicht­lich. Der­ar­ti­ges kann zur völ­li­gen Abwen­dung vom Staate –der Anar­chie– füh­ren, genauso wie es in andere Staats­ys­teme über­ge­hen kann.
    Natür­lich spie­len noch andere Fak­to­ren für den Fall der Wei­ma­rer Repu­blik eine Rolle. Die Gründe im sozi­al­po­li­ti­schen oder mas­sen­psy­cho­lo­gi­schen Bereich sind so ver­wo­ben, dass es ver­mes­sen wäre einen Grund beson­ders her­vor­zu­he­ben. Das wollte ich auch nicht damit sagen, es diente ledig­lich als Beispiel.

    […]Und weil Anar­chie ja nun so gefähr­lich ist, was soll man tun? Am besten?[…]

    Man soll sie am bes­ten ver­bie­ten.
    Ich schrieb, dass Anar­chie eine nette Uto­pie ist. Und nette Uto­pien sind sel­ten gefähr­lich. Aber wenn man ein­mal auf die letz­ten 2.000 Jahre des mensch­li­chen Schaf­fens im Sinne der Zivi­li­sa­tion blickt, dann sollte einem doch bewusst wer­den, dass der Mensch mehr in Hier­ar­chien lebt als in anar­chis­ti­schen Gefil­den. Der Mensch strebt nach Macht. Ohne die­ses Stre­ben würde wir noch immer vor nas­sem Holz sit­zen und grun­zend auf die Erfin­dung des Feu­ers war­ten. Aber ein Macht­stre­ben liegt ent­ge­gen des zwangs­läu­fi­gen abso­lu­ten Ver­nunft­ge­dan­ken, wel­cher Kern einer har­mo­nisch anar­chis­ti­schen Gesell­schafts­ord­nung sein muss. So etwas funk­tio­niert viel­leicht in einer alt 68´er-Kommune. In klei­nen Grup­pen. Aber jeder, der denkt, dass man mit die­ser Gesell­schafts­form ganze Staa­ten auf­recht­er­hal­ten kann, der sollte ein­mal einen Blick aus sei­nem phil­an­thro­pi­schen Glücks­bär­chi­l­and wagen. Der Mensch strebt auch auf­grund des eige­nen Vor­teils. Er will seine Macht fes­ti­gen und neigt dazu mehr Macht haben zu wol­len. Macht­drang ohne Herr­schaft ist keine Har­mo­nie son­dern Chaos. Der Mensch braucht Nor­men, er braucht keine Indi­vi­du­al­ethik, son­dern fest ver­an­kerte Richt­li­nien. Aber um die Fra­gen zu beant­wor­ten. Anar­chie sollte man nicht ver­bie­ten, warum auch. Gibt es ein Land, das auf Dauer in die­ser Form abso­lut existiert(e)? Links­ak­ti­vis­ten sag­ten mir ein­mal, dass es Spa­nien im letz­ten Jahr­hun­dert für ein paar Jahre schaffte, aber von mehr wüsste ich nicht. Man sollte jeden­falls dar­über auf­klä­ren, dass es einen Unter­schied zwi­schen Staats­theo­rie und deren Umset­zung gibt. Denn ein Mensch ist womög­lich ver­nunft­be­gabt. Ein Rudel Men­schen hin­ge­gen nicht.

    Mehr möchte ich nicht dazu sagen, denn dem eigent­li­chen Thema dien­lich ist die­ser Text bei wei­ten nicht mehr.

  48. Lang­sam glaub ich hier kom­plett falsch zu sein.
    Ja, dis­ku­tiert wird hier… aber über was?
    Nicht einer hat meine Behaup­tung das der Desi­gner der Kar­ten das letz­tes Jahr schon ver­bockt hat und auch schon vor dem Jahr 20000 Mit­ver­an­stal­ter und Inter­net­sei­ten­be­trei­ber ist auch nur annä­hernd in Frage gestellt oder bestä­tigt…
    Weiß nicht was für Infos ihr noch braucht, oder warum ihr lie­ber über Schmet­ter­linge und Anar­chie redet, ich jeden­falls ver­ab­schiede mich hier wieder ;)

  49. @Egal: Ehr­lich gesagt bin ich mir auch über die Zusam­men­hän­gen nicht ganz im kla­ren. Nach 2000 grün­de­ten Sven Bor­ges und Mike Schor­ler zusam­men mit Tho­mas Görnert die Tref­fen & Fest­spiel­ge­sell­schaft, der „geis­tige” Vater Michael Brun­ner wurde als kon­zep­tio­nel­ler und inhalt­li­cher Bera­ter genannt. Als es 2009 zum Brief von ASP gekom­men ist, haben ledig­lich Sven Bor­ges und Mike Schor­ler sich sehr dünn für die schwarze Sonne recht­fer­tigt. Tho­mas Görnert hält sich offen­bar aus allen Dis­kus­sio­nen her­aus. Als „Künst­ler” im Sinne des Pfingst­bo­ten wer­den 2010 unter ande­rem auch Peter Matzke genannt (neben T. Görnert und Michael Smuk), der auch für eine Reihe andere Publi­ka­tion ver­ant­wort­lich ist. Inha­ber der Inter­net­seite ist eben­falls Goernert, der sich auch die Rechte an der Bezeich­nung gesi­chert hat.

    Es liegt also auf der Hand, das nur Görnert eine zufrie­den­stel­lende Stel­lung­nahme ver­brei­ten könnte, da er in jeg­li­cher Hin­sicht Schlüs­sel­fi­gur zu sein scheint, der hüllt sich aber in Schwei­gen. Daher gab es kei­nen Grund deine Aus­sage in Frage zu stel­len, schließ­lich sehen wir das mal als Fakt. Ich weiß nicht, wor­auf du in die­sem Bezug hin­aus willst? Daher möchte ich die Frage zurück geben, wor­über dis­ku­tierst du? Ich bin jeden­falls neugierig.

  50. Görnert wird hier auch als Mit­ver­ant­wort­li­cher fürs 2000er WGT genannt. Man gewinnt manch­mal den Ein­druck er hätte vor­her nichts mit dem WGT zu tun gehabt, das ist falsch.
    Auch Brun­ner ist letz­tes Jahr sogar noch auf ner Bühne rum­ge­lau­fen und hat Noc­to­lus ange­kün­digt.
    Mir war nicht klar das die Infos hier ange­kom­men sind da die Frage nach dem Desi­gner der Karte solange unbeantwortet/unbeachtet blieb.
    Ich sehe ihn hier auch „in jeg­li­cher Hin­sicht” als „Schlüs­selfigur”.
    Es bleibt mir trotz­dem ein Rät­sel warum das erst jetzt so deut­lich for­mu­liert wird. Hätte man im Arti­kel auch schon mit ein­brin­gen kön­nen.
    Vie­len scheint das alles noch nicht ganz klar zu sein. Und nicht wenige den­ken immer­noch das die Schwarze Sonne auf der Obsor­ge­karte ohne bes­se­res Wis­sen von einer Aus­hilfe evtl. ent­wor­fen wurde.

    Ich fand das mit von Thron­stahl damals schon erschre­ckend, das die sel­ben Leute aber die den Ärger um die Band zu ver­ant­wor­ten hat­ten neuen Jahre spä­ter mit dem Logo die­ser Band (Schwarze Sonne) dann ihre Kar­ten bedru­cken kann kein „Ver­se­hen” sein.
    Erst recht nicht wenn doch jedes Jahr die­ses Sym­bol dank VAWS in der Agrar immer schön plat­ziert wird.
    Das man dies im WGT Forum so auch nicht schrei­ben darf sagt lei­der eben auch viel aus.

    Hast recht, zu dis­ku­tie­ren gibts da lei­der ansons­ten wirk­lich nicht viel.

  51. @Robert: Erst mal will ich mich ent­schul­di­gen, ich habe ges­tern über­rea­giert. Und auch dumm, denn ich mag Dei­nen Blog. Ich hab wohl etwas durch­ge­dreht.
    Um mei­nen Haupt­punkt, näm­lich das Ver­bot, zu prä­zi­sie­ren: erst Ver­bote machen straf­recht­li­che Maß­nah­men mög­lich.
    Es wird ja immer das Toleranz-Argument ange­führt, aber gibt es in die­ser tole­ran­ten Szene auch Gren­zen? Oder ist es egal, ob Juden­has­ser oder Kindervergewaltiger?

  52. @Egal: Ja du hast recht, das hätte man mit in den Arti­kel ein­brin­gen kön­nen. Ich werde das auch noch in ent­spre­chen­der Form ein­brin­gen und den Arti­kel dies­be­züg­lich aktua­li­sie­ren. Ich wusste zunächst nicht wor­auf du hin­aus woll­test. Natür­lich muss man hier auch vor­sich­tig for­mu­lie­ren, denn was nun tat­säch­lich dahin­ter­steckt lässt sich bis zum jet­zi­gen Zeit­punkt nur ver­mu­ten.
    Ent­spre­chend ergibt sich hier neuer Dis­kus­si­on­be­darf, bei dem ich mich freuen würde, die wei­ter­hin als Kom­men­ta­tor zu begrüßen.

    @Vizioon: Vie­len Dank, Ent­schul­di­gung ange­nom­men. Es ist immer schwer hin­ter rei­nem Text die rich­tige Bedeu­tung zu fin­den, ich denke aber ich ver­stehe was du meinst. Ohne Gesetze die aus Ver­bo­ten resul­tie­ren feh­len uns die Maß­nah­men etwas zu unter­neh­men. Das sehe ich ein. Kin­der­ver­ge­wal­ti­ger und Juden­has­ser in einen Kon­sens zu stel­len halte ich für bedenk­lich. Jemand der Kin­der ver­ge­wal­tig hat kei­ner­lei Tole­ranz zu erwar­ten, hier ist es zu spät für jede Gnade. Jemand der Juden hasst, kann man immer noch vom Gegen­teil über­zeu­gen, bei jeman­den der Gewalt dar­aus fol­gen lässt, ist es eben­falls zu spät für jede Prävention.

  53. Klar muss man mit Ver­mu­tun­gen vor­sich­tig sein, kein Thema.
    Aber gerade des­halb sind die weni­gen Fak­ten es auch wert an ent­spre­chen­der Stelle genannt zu wer­den.
    Im Zwei­fels­fall bes­ser spät als nie.

    Neuen Dis­kus­si­ons­be­darf hab ich nicht wirk­lich, da es für mich eigent­lich immer­noch die selbe Dis­kus­sion seit Jah­ren ist.

    Wenns die Zeit erlaubt werd ich ein Auge auf dei­nen Blog haben, wenns inter­es­sant genug ist mich auch mel­den; aber ein Ver­spre­chen ist das nicht, hab zum Glück auch noch ein paar andere Dinge zu tun ;)

  54. @Robert: Dies­mal habe ich mich absicht­lich über­trie­ben aus­ge­drückt. Und ja, rei­ner Text drückt lei­der nicht die Emo­tio­nen aus. Grund­sätz­lich stimme ich Dir zu.
    @Egal: Halte ein Auge auf die­sen Blog! Was den Dis­kus­si­ons­be­darf angeht: ja, für mich auch, und vor kur­zem hätte ich auch fast auf­ge­ge­ben (s.o.), aber egal, es kos­tet nur ein paar Worte ;)

  55. @Egal: Vie­len Dank für dein Auge, werde mich bemü­hen die Dis­kus­sion auf­recht zu erhal­ten und ggf. mit neuen Fak­ten oder Ideen zu würzen.

  56. Es wäre evtl. noch wich­tig zu nen­nen, dass auf besag­ter Obsor­ge­karte mit der Sonne ein Copy­right ange­ge­ben war: 2009 goe­art.
    Das lässt natür­lich wie­der auf Görnert schlie­ßen: Gö-Art.
    Was die so alles mit pro­du­zie­ren, kann jeder per Such­ma­schine selbst herausfinden.

  57. @Chapman: Stimmt, das liegt auf der Hand und solange sich Herr Görnert in Schwei­gen hüllt, wird dies­be­züg­lich wohl nicht ein abschlie­ßende Auf­lä­rung statt­fin­den. Das hier Auf­klä­rungs­be­darf besteht, ist für mich ohne Frage, denn allein die Zugriffs­zah­len auf die­sen Arti­kel spre­chen eine deut­li­che Sprache.

  58. Was würde pas­sie­ren, im Falle, Herr Goe Art äußert sich, dass er mit Sym­bole und Riefenstahl-Anleihen mit Absicht und vol­lem Wis­sen um deren Her­kunft benutzt hat?

  59. Gute Frage! Das weiß wohl nie­mand genau zu sagen. Wenn ich für mich per­sön­lich spre­chen darf: Ich fände eine Aus­sage zunächst gut, egal in wel­che Rich­tung sie gehen würde, denn Schwei­gen ist die denk­bar ungüns­tigste Ver­hal­tens­weise. Die Rie­fen­stahl Bil­der finde ich alleine nicht pro­ble­ma­tisch, daher sind auf deren Anlei­hen voll­kom­men legi­tim, wie ich bereits im Bei­trag zu ver­mit­teln versuchte.

    Pro­ble­ma­tisch wird erst durch die Gesamt­heit des „bewuss­ten Aus­rut­scher”, eine schwarze Sonne hier, Grenz­wer­tige Küns­ler da und hier noch ein Stand des VAWS.

    Dar­über hin­aus bin ich mir sogar ziem­lich sicher, das die Riefenstahl-Anleihen und Sym­bole in vol­ler Absicht benutzt wur­den, frag­lich bleibt, vor wel­chem Hin­ter­grund. Pro­vo­ka­tion? Sym­pa­thi­sie­ren? Pro­test? Kunst?

  60. Andere Frage: kann die schwarze Szene nicht ohne diese zwei­fel­haf­ten Sym­bole beste­hen? Muß Pro­vo­ka­tion immer grenz­wer­tig sein? Wenn er dies mit Absicht benutzt hätte, würde ich mich fra­gen, ob er noch alle Sinne bei­sam­men hat,

  61. Natür­lich muss Pro­vo­ka­tion grenz­wer­tig sein, sonst bricht sie kein Tabu und pro­vo­ziert nicht.
    Ande­rer­seits frage ich mich, wer mit Obsor­ge­kar­ten (etc) pro­vo­ziert wer­den soll — die eigene Kund­schaft? Außer­dem stellt sich die Frage, warum muss über­haupt pro­vo­ziert wer­den — und warum nicht mal in eine andere Richtung?

  62. @Chapman: Wie­der eine berech­tigte Frage, wer damit letzt­end­lich pro­vo­ziert wer­den soll, zudem ich ver­mute, das hier keine direkte pro­vo­ka­tive Absicht dahin­ter­steht. Viel­mehr ein sorg­lo­ser und unre­flek­tier­ter Umgang mit Sym­bo­lik, eine fal­sches Ver­ständ­nis vom Genre „Neo­folk” und eine ver­korkste Ansicht auf die eigene „Kunst”.

    Wie pro­vo­ziert man Dei­ner Ansicht nach in die andere Richtung?

  63. Ich bin mir sicher, dass sich noch andere Reiz­the­men fin­den las­sen, außer der Zeit der 30er und 40er Jahre. Wie wäre es mal mit zeitrge­nös­sich? Es muss ja nicht immer die erste Hälfte des 20. Jh. oder die Bron­ze­zeit bedient werden.

  64. @Chapman: Ich denke die Mit­tel zu Pro­vo­ka­tion wer­den immer knap­per. Nackte Haut, Gewalt, Hor­ror? Alles schon dage­we­sen. Wie pro­vo­ziert man heute eine breite Masse? Nur noch mit dem Leid ande­rer, was sich gut an der Pro­gramm­ge­stal­tung der pri­va­ten Fern­seh­sen­der able­sen lässt. Des­halb noch­mal meine kon­krete Frage, wel­che The­men sind Reiz­the­men? Aus­wan­de­rer ohne Fremd­spra­chen­kennt­nisse? Rauch­ver­bot? Unfä­hig­keit der Poli­tik? Krieg in Afgha­nis­tan? Das zu heiße Wetter?

  65. Das drif­tet mir jetzt zu sehr in eine Dis­kus­sion über Pro­vo­ka­tion ab. Die breite Masse muss beim WGT nicht pro­vo­ziert wer­den, da Ein­tritts– und Obsor­ge­kar­ten nur für Besu­cher des WGT sicht­bar sind.
    Außer­dem wage ich mal den Umkehr­schluss: Es gibt keine ech­ten Pro­vo­ka­ti­ons­the­men mehr — neh­men wir doch die Nazi­zeit, das geht immer?

  66. Ja du hast recht, mein Feh­ler. Pro­vo­ka­tion hat auf einer Ein­tritts­karte sowie nicht ver­lo­ren. Las­sen wir also den Umkehr­schluss, den ich sehr inter­es­sant finde, außen vor. Für mich steht immer noch die Frage im Raum, ob man bei der Ein­tritts­kar­ten­ge­stal­tung mög­lichst krea­tiv sein möchte oder warum man sich dafür ent­schie­den hat. Denn wie du schon rich­tig sagst, sind die Kar­ten nur für die Besu­cher, die Obsor­ge­karte gar nur für die Zeltplatzbewohner.

    Ich finde diese Dis­kus­sion dar­über warum und wieso etwas ver­wen­det wird, bei dem sich an der Aus­wahl unbe­tei­ligte dazu äußern, ein unaus­weich­li­ches Phä­no­men das mit­un­ter auch zu absur­den Ergeb­nis­sen füh­ren kann. Es macht wie­der ein­mal deut­lich wie wich­tig es ist eine Aus­sage von jeman­dem zu bekom­men, der sich für das Design ver­ant­wort­lich zeigt. Denn wer weiß viel­leicht sollte die Karte auch nur schön aus­se­hen und das Sym­bol hatte man zufäl­lig irgendwo aufgeschnappt?

  67. @Robert: Da nun das Sym­bol als nicht nur schön iden­ti­fi­ziert wurde, würde ich es schön fin­den, sich in Zukunft mehr darum zu küm­mern, was man da so ver­wen­det. Neben­bei: Die­ses Sym­bol erscheint erschre­cken­der­weise unter den Top 12 der Bil­der, wenn man „schöne Sym­bole” googlet.…

  68. Um es mal ket­ze­risch zu for­mu­lie­ren: Es wer­den unre­flek­tiert die Zei­chen ver­wen­det, die der „Künst­ler” selbst in sei­ner Szene vor­fin­det. Und damit muss ja nicht die Schwarze Szene gemeint sein.

    Sich hin­ter dem Begriff „Kunst” zu ver­ste­cken, passt in dem Fall sehr gut. Denn Gestal­tung hat immer etwas mit Kom­mu­ni­ka­tion zu tun. „GöArt” klingt nach „Art”, also muss man nichts kom­men­tie­ren. Kunst kann der „Künst­ler” auch unkom­men­tiert las­sen und gar nichts erklä­ren.
    So funk­tio­niert es aller­dings nicht. Ich emp­fehle ein Gestaltungs-Studium. Ein Volkshochschul-Kurs über Pixel­schie­ben in Pho­to­shop reicht eben nicht aus. (Wie man sieht.)

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