26 Mai

Tipps zur Mittelaltersaison

Kategorie: Schwarze Szene — Jahrgang: 20092 Kommentare

schloss-dyck-2009

Die mit­tel­al­ter­li­che Sai­son ist schon in vol­lem Gange, gepaart mit den ers­ten wirk­lich effek­ti­ven Son­nen­strah­len des Jah­res lockt es auch mich wie­der in die Zeit des Mit­tel­al­ters. Am ver­gan­ge­nen Wochen­ende habe ich bereits einen sehr son­ni­gen Start genos­sen und das Renais­sance Fest auf Schloss Dyck besucht. Zu den Klän­gen von Annwn habe ich den ers­ten Rahm­fle­cken zu Weih­was­ser mit Apfel­ge­schmack aus Ton­krü­gen genos­sen. Herr­lich. Ent­spann­tes chil­len auf der Schloss­wiese eröff­nete den Blick auf einige kuriose Gestal­ten, die man sonst nur vom WGT gewohnt ist. Natür­lich ist der Anteil von mit­tel­al­ter­lich gewan­de­ten Gestal­ten deut­lich höher, aber gleich­sam wunderlich.

Obwohl ich mich jetzt nicht wirk­lich als gro­ßen Exper­ten in Sachen Mit­tel­al­ter bezeich­nen würde, möchte ich Inter­es­sier­ten doch ein paar Infor­ma­tio­nen auf den Weg geben, die viel­leicht hilf­reich sein könn­ten und mir im Vor­feld einige Ver­an­stal­tun­gen gehol­fen hät­ten. Eine Impres­sion von unse­rem ers­ten mit­tel­al­ter­li­chen Besuch 2009 sehr ihr auf dem Bild. Ein Blick auf den Tur­nier­platz auf dem sich gerade die Rit­ter ein­drucks­voll die Schwer­ter um die Ohren hauen. Dabei wird –erst­mals für mich– mit Mikro­fo­nen gear­bei­tet, was die ganze Sache noch ein­mal inter­es­san­ter macht. Das ganze ist ver­packt in eine kna­ckige Geschichte die hier ein­drucks­voll umge­setzt wird.

  • Ter­mine
    Rit­ter­feste, Mit­tel­al­ter­märkte und Spek­ta­kel fin­den über ganz Deutsch­land ver­teilt an fast jedem Wochen­ende der Som­mer­mo­nate statt. Einen guten Über­blick auf die Ter­mine die anste­hen, bie­tet der Ter­min­ka­len­der der Zeit­schrift Kar­fun­kel, auf dem die meis­ten Ver­an­stal­tun­gen ver­zeich­net sind. Man kann auch den umge­kehr­ten Weg beschrei­ten und die Inter­net­sei­ten der ent­spre­chen­den Ver­an­stal­tungs­orte besu­chen, die eben­falls dar­über infor­mie­ren, auch Anfahrt und Park­mög­lich­kei­ten wer­den dort beschrie­ben. Große Mit­tel­al­ter­ver­an­stal­ter betrei­ben eigene Prä­sen­zen ihrer Mit­tel­al­ter­märkte. Das Spec­ta­cu­lum ist einer der größ­ten Mit­tel­al­ter­kul­tur­fes­ti­vals und ist über den Som­mer ver­teilt an ver­schie­de­nen Orten zu fin­den. (Eben­falls inter­es­sant: Sün­den­frei Mit­tel­al­ter Agen­tur)
  • Musik
    Viele Mit­tel­al­ter­märkte locken Besu­cher mit den Auf­trit­ten nam­haf­ter Bands (Cor­vus Corax, Schel­mish, Faun, Annwn, Sal­ta­tio Mor­tis, Dui­vel­s­pack, Hei­den­spass, Fre­mitus). Diese Märkte loh­nen sich beson­ders für die Erwach­se­nen Besu­cher, denn Hand­ge­machte mit­tel­al­ter­li­che Musik klingt in ent­spre­chen­der Kulisse sehr ein­drucks­voll. Einige Grup­pen spie­len kurze Tages­pro­gramme und zele­brie­ren noch ein ent­spre­chen­des Abend­kon­zert, das aber oft zusätz­li­chen Ein­tritt kos­tet und getrennt vom übri­gen Mit­tel­al­ter­markt ver­an­stal­tet wird.
  • Kin­der
    Mit­tel­al­ter­märkte sind vor allem für Kin­der eine sehr inter­es­sante Abwechs­lung und Erfah­rung. Die meis­ten Feste haben spe­zi­elle Kin­der­pro­gramme im Ange­bot und bie­ten Kinder-Turniere, Bogen­schies­sen und viele andere Spiele, die sehr gut orga­ni­siert sind und ent­spre­chend auf Kin­der zuge­schnit­ten wur­den. Auch Hand­wer­ker sind im Umgang mit Kin­dern erfah­ren und laden die Kin­der oft­mals zu Selbst­mach­kur­sen ein. Denkt an aus­rei­chen­den Son­nen­schutz in Form von Cremes und Müt­zen, denn sehr oft han­delt es sich um offene Gebiete, die wenig Schat­ten bie­ten. Getränke und eige­nen Spei­sen kann man nahezu über­all mit hin­brin­gen, so lässt sich gerade bei einer 4 köp­fi­gen Fami­lie ordent­lich Zas­ter sparen.
  • Ein­tritt
    Kin­der zah­len meist einen ermä­ßig­ten Ein­tritt zwi­schen 2 und 5€, Klein­kin­der unter 5 habe oft­mals freien Ein­tritt. Für Erwach­sene wer­den zwi­schen 5 — 10€ fäl­lig. Der Ein­tritt zu Abend­ver­an­stal­tun­gen mit Kon­zer­ten kos­ten meist noch­ein­mal zwi­schen 10–20€. Schü­ler, Stu­den­ten, Behin­derte und allen ande­ren Men­schen die im Besitz einer ent­spre­chen­den Ermä­ßi­gungs­karte sind, soll­ten diese auch mit­neh­men, hier las­sen sich schnell mal 3€ spa­ren. Wer sich gerne mit­tel­al­ter­lich klei­det, hat die Chance auf freien Ein­tritt zu vie­len der Mit­tel­al­ter­märkte, denn diese Besu­cher machen einen Markt erst authentisch.
  • Leib­li­ches Wohl
    Die meis­ten Fress­bu­den und Geträn­ke­stände sind eben­falls mit­tel­al­ter­lich aus­ge­rüs­tet. Pom­mes, Bra­trolle, Döner oder Gyros sucht man hier meist ver­ge­bens. Rahm– oder Schand­fle­cken, Rit­ter­wurst, Falaf­fel sind eine inter­es­sante Alter­na­tive, hier ist alles ein biss­chen mit­tel­al­ter­lich ange­haucht, auch wenn es nur so heißt. Met und Kirschwein als Alter­na­tive zum Bier sind durch­aus zu emp­feh­len. Die Preise schwan­ken je nach Markt und Ver­an­stal­ter ein wenig. Nur große Ver­an­stal­ter bie­ten ein kon­stan­tes Preis­ni­veau. Man könnte das Niveau als mode­rat bezeich­nen, es ist nicht wirk­lich güns­tig, aber auch nicht wirk­lich teuer. Fami­lien tun gut daran, sich teil­weise selbst zu verpflegen.
  • Rah­men­pro­gramm
    Je nach Platz­an­ge­bot bie­ten viele Ver­an­stal­ter Tur­niere mit Pfer­den, Rit­ter­kämpfe, Heer­la­ger, Tanz­ein­la­gen, Nar­ren und Gauk­ler, Feu­er­spu­cker, Seil­tän­zer und Zau­be­rer und andere inter­es­sante Dar­bie­tun­gen an. Bei den meis­ten Dar­stel­lern han­delt es sich um Hobby Akti­vis­ten die das in ihrer Frei­zeit machen und deren Ein­satz und Ide­en­reich­tum bewun­derns­wert ist. Reine Märkte ohne Rah­men­pro­gramm sind eher unin­ter­es­sant da sie stark Kon­sum­ori­en­tiert sind. Hand­wer­ker zei­gen meist etwas von ihrem Kön­nen in den alten und tra­di­tio­nel­len Fer­tig­kei­ten, bei denen man oft selbst mit­ma­chen kann. Gerade für Kids ein Hei­den­spaß. Viele Stände haben auch einen inte­grier­ten Ver­kaufs­stand, so kann man even­tu­ell kleine Ände­rung direkt vor Ort aus­füh­ren las­sen. (Oft­mals kostenlos!)
  • Markt
    Die Märkte bie­ten für Schmuck und Accessoire-Fans Unmen­gen an Nach­schub zu teil­weise güns­ti­gen Prei­sen oder und sagen­haf­ten Hand­ge­ar­bei­te­ter Qua­li­tät. Auch mit­tel­al­ter­lich Gewan­dung von Kopf bis Fuß gibt es hier zu kau­fen. Das ist meist eine prima Gele­gen­heit die Sachen ein­mal anzu­pro­bie­ren oder auch Qua­li­ta­tiv zu beur­tei­len.  Hier gibt es meist auch viel Zeug für Gothic-Fans und Anhän­ger der schwar­zen Gemeinde. Wer mit ent­spre­chen­dem Vor­satz an die Sache her­an­geht sollte sich ent­spre­chend finan­zi­ell aus­rüs­ten. Kar­ten­zah­lung ist nur ganz sel­ten mög­lich, schließ­lich sind wie im Mit­tel­al­ter. Da die meis­ten Kla­mot­ten noch nicht in China pro­du­ziert wer­den, ist das Preis­ni­veau deut­lich über den gewohn­ten Prei­sen der Fashion-Labels. Trotz­dem bie­ten Märkte viel Raum für Schnäppchen.
  • Anfahrt
    Plant eure Anfahrt sorg­fäl­tig! Erste Rou­ten lie­fert Google Maps, oft­mals sind Navi­ga­ti­ons­ge­räte über­for­dert, da Schlös­ser und Bur­gen sel­ten ver­wert­bare Adresse haben. Auch die Seite der Ver­an­stal­tungs­orte gibt Aus­kunft. Meist parkt man auf Fel­der oder stau­bi­gen Park­plät­zen, Cabrio­ver­de­cke soll­ten geschlos­sen wer­den und frisch gewa­schene Autos sehen dan­nach aus wie Sau. Manch­mal wer­den zusätz­lich Gebüh­ren für das Par­ken fäl­lig (zwi­schen 2–4€), ent­spre­chende Ange­bote zum par­ken soll­ten genutzt wer­den das die Ver­an­stal­tungs­orte für Groß­ver­an­stal­tun­gen meist nicht aus­ge­legt sind, so das die Anfahrt manch­mal zu Stau-Tortur ver­kommt. Als Faust­re­gel gilt: Rei­se­zeit +30 Minu­ten wenn man Vor­mit­tags anreist und Rei­se­zeit +60 Minu­ten für Nach­mit­tags, erst dann steht man Erfah­rungs­ge­mäß wirk­lich auf dem Ver­an­stal­tungs­platz.  Des­we­gen: Plant eure Anfahrt sorgfältig!
  • Vor­be­rei­tung
    Die meis­ten Pro­gramm­hefte und Lage­pläne der Ver­an­stal­tun­gen las­sen sich beim Anbie­ter ankli­cken und aus­dru­cken, macht davon Gebrauch. Wenn man mal eine Toi­lette sucht hat es der infor­mierte meist kür­zer. Man­che Märkte sind Rie­sig, jeder möchte etwas gucken, nehmt genug Zeit mit, eine Anreise schon am Vor­mit­tag emp­fiehlt sich. Die Plätze sind stau­big oder mat­schig oder auch feucht. High Heels sind zwar schön aber hier fehl am Platze, auch soll­ten es nicht die bes­ten Kla­mot­ten sein die der Schrank zu bie­ten hat, auch wenn viel­leicht Sonn­tag ist. Gerade Kids sehen nach Mit­tel­al­ter­märk­ten erfah­rungs­ge­mäß etwas schmut­zi­ger aus als nach einem Besuch im Zoo. Nehmt auch ein biss­chen Bar­geld mit, die Ange­bote sind teil­weise sehr gut und das Ange­bot schier uner­schöpf­lich, ach­tet aber auch auf aus­rei­chen­den Dieb­stahl­schutz. Brust­beu­tel unter dem T-Shirt sehr zwar scheiße aus, schüt­zen aber ungemein.

Soll­tet ihr noch Fra­gen oder Anre­gun­gen haben, ergänzt sie in den Kom­men­ta­ren. Einige sehr gute Ver­an­stal­tun­gen im Groß­raum Mön­chen­glad­bach die ich per­sön­lich emp­feh­len kann: Renais­sance­fest Schloß Dyck, Rit­ter­fest Schloß Rhe­ydt, Flachs­markt Kre­feld, Spec­ta­cu­lum Was­sen­berg + Füh­lin­ger See

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Robert berichtet über alle Facetten der schwarzen Szene und ist aktiver Verfechter der deutschen Meckerbewegung. Überzeugter Gruftie mit einem Hang zum Vergangenem, der jedoch unverbesserlich optimistisch ist und stets positiv denkt. Du findest mich auch auf Facebook und Google+ oder auch bei Twitter.

Kategorie: Schwarze Szene
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2 Kommentare

  1. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall. Schade nur, dass es bei uns im nord­deut­schen Raum lei­der nur so wenige Fas­ti­vals gibt. Falls du eins besucht, wün­schen wir die viel Spass und trink ein, oder zwei auf unser Wohl. ;-)

  2. Mache ich auf jeden Fall! Da ich lei­der nicht zum WGT fahre, habe ich mich ent­schlos­sen auf den Flachs­markt in Kre­feld zu gehen, da gibt es bestimmt leckere Getränke :) Viel­leicht mache ich auch noch eine Gale­rie mit schö­nen Bil­dern von mei­ner »Sai­son­er­öff­nung« auf.

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