10 November

Steampunks huldigen dem Burning Man

Kategorie: Schwarze Szene — Jahrgang: 20095 Kommentare

Auf ARTE Tracks, lief am Wochen­ende zur bes­ten Sen­de­zeit (3:00 mor­gens) ein kur­zer Bericht über das Phä­no­men Steam­punk und das Burning Man Fes­ti­val, zu der futu­ris­tisch tech­no­lo­gi­schen Bewe­gung hatte ich mich ja bereits in die­sem Arti­kel aus­ge­las­sen. Das Burning Man Fes­ti­val in einer Wüste in Nevada ist ein Phä­no­men für sich. Sei­nen Namen hat es von dem all­jähr­li­chen Ritual, eine über­di­men­sio­nale Sta­tue zu ver­bren­nen, mit der das acht­tä­gige Fes­ti­val am sechs­ten Tag sei­nen Höhe­punkt fei­ert.  Sinn und Zweck? Wiki­pe­dia beschreibt es sehr tref­fend mit einer gro­ßen Kunst­aus­stel­lung und einem Ort inten­si­ver — und ich ergänze — exzess­zi­ver Selbst­dar­stel­lung und eine große Party.

Seit Jah­ren ist das Fes­ti­val auch Treff­punkt für Steam­punks aus aller Welt, nicht zuletzt wegen der teil­weise spek­ta­ku­lä­ren Maschi­nen, die sich begabte und lei­den­schaft­li­che Künst­ler mit hand­werk­li­cher Atti­tüde ein­fal­len las­sen. Manch­mal könnte man sich wün­schen, wir hätte in Europa so einen hüb­schen, ein­sa­men und aus­ge­trock­ne­ten Salz­see, auf dem man im Umkreis von 50 km nie­man­den, aber auch wirk­lich nie­man­den »beläs­ti­gen« kann. Oder?

Begrün­der des Fes­ti­vals ist Larry Har­vey (* 1948 in der Nähe von Port­land). Er ver­an­stal­tete das Fes­ti­val erst­mals 1986 — angeb­lich aus Lie­bes­kum­mer — mit nur 20 Teil­neh­mern am Baker Beach, einem Strand in San Fran­cisco. Es wurde dann jähr­lich mit stei­gen­der Teil­neh­mer­zahl abge­hal­ten, bis 1990 das Ver­bren­nen der Sta­tue am Strand ver­bo­ten wurde. Dar­auf­hin zog das Burning Man Fes­ti­val in die Black-Rock-Wüste in Nevada. (Quelle: Wikipedia)

Viel­leicht so eine Art Wood­stock der neuen Gene­ra­tion, an der nahezu 50.000 Men­schen teil­neh­men um haupt­säch­lich sich selbst zu fei­ern. Auf jeden Fall ein Quell opti­scher und ästhe­ti­scher Freude, wie auch der Teil des Berich­tes bei ARTE zeigt:

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Robert berichtet über alle Facetten der schwarzen Szene und ist aktiver Verfechter der deutschen Meckerbewegung. Überzeugter Gruftie mit einem Hang zum Vergangenem, der jedoch unverbesserlich optimistisch ist und stets positiv denkt. Du findest mich auch auf Facebook und Google+ oder auch bei Twitter.

Kategorie: Schwarze Szene
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5 Kommentare

  1. Tol­ler Beitrag!

    Mir war Steam­punk nur als rein ästhe­tisch ori­en­tier­ter Stil bekannt, den ich zum anse­hen aber immer sehr toll fand. Daß es für die Leute aber einen tie­fe­ren Sinn gibt als nur das Spiel mit dem »was wäre wenn« macht mir diese Szene auf jeden Fall noch sym­pa­thi­scher.
    Ans sol­chen Bas­te­leien könnt ich auch mei­nen Spaß haben *g*

  2. Eine aus der Ver­gan­gen­heit gebo­rene Zukunft, die heute Gegen­wart sein könnte, aber so nie exis­tiert hat“. Beein­dru­ckend, wenn man so lapi­dar die kom­plette Grund­phi­lo­so­phie auf einen Punkt brin­gen kann.

    Je mehr ich mich in die Mate­rie des Steam­punks hin­ein­lese, desto mehr zieht mich diese Ästhe­tik und Welt­sicht in den Bann.
    Vor allem wenn man dann noch durch sol­che Bei­träge sieht, dass die­ses mehr ist als nur ein wei­te­rer Kos­tüm­ball unter vie­len. Und dass es viele ver­ste­hen, mit erstaun­li­chem Sinn für Stil und tra­di­tio­nelle Tech­no­lo­gie eine in sich funk­tio­nie­rende »Anders­welt« auf­zu­bauen bzw. heu­tige Tech­nik damit zu prä­gen. Wahr­lich edel und zu recht eitel.

  3. @Rosa: Obwohl mir wohl die nötige Geduld feh­len würde, finde ich diese Bewe­gung eben­falls sehr gelun­gen. Das Ästhe­ti­sche durch Eigen­ar­beit zu per­fek­tio­nie­ren sind Ziele, die in der schwar­zen Szene bei­nahe kom­plett ver­lo­ren gegan­gen sind. Glück­li­cher­weise gibt es immer noch Enthu­si­as­ten wie Dich, die nach wie vor die Fahne hochhalten.

    @Guldhan: Ver­än­dert man das Zitat leicht und beraubt man dem Steam­punk sei­ner Sinn­haf­tig­keit, Welt­sicht und Ästhe­tik lan­det man wohl bei der Cyber-Szene. Auch wenn ich Dir bei­pflichte, fürchte ich, das die Kom­mer­zia­li­sie­rung hier wei­tere Blü­ten treibt. In aus­ge­such­ten Shop’s fin­det man heute schon spe­zi­elle »Steampunk-Mode«. Mich fas­zi­niert unter ande­rem die Lei­den­schaft, die machen Sze­n­e­mit­glie­der darin inves­tie­ren, los­ge­löst von jedem musi­ka­li­schen Kon­text und Idolgehabe.

  4. Cyber…jetzt raube mir nicht gleich sämt­li­che Illu­sion. (Schon schlimm genug, dass sich diese in den Fuß­stap­fen des Cyber­punks ste­hen sehen.)
    Die Lei­den­schaft und der Eifer zur Per­fek­tion sind wirk­lich fas­zi­nie­rend und ich hoffe, dass die­ses nicht durch die Kom­mer­zia­li­sie­rung gebro­chen wird. Denn ich kann nur bei­pflich­ten, diese Szene ist gera­dezu geschaf­fen, um dafür ein neuer Spiel­ball zu werden.

  5. @Guldhan: Sehr inter­es­sant dei­nen Gedan­ken erst jetzt zu kom­men­tie­ren, denn gerade recher­chiere ich für einen Arti­kel der genau davon han­delt, daher spare ich mir wei­tere Aus­füh­run­gen und hoffe du bleibst mir treu :)

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