13 Februar

Party: Themes for Dark Cities

Kategorie: Schwarze Szene — Jahrgang: 20109 Kommentare

Flyer von der Gothic Party in MönchengladbachIch weiß gar nicht mehr wie lange ich mich immer wie­der ent­täuscht dar­über auf­rege, das hier in unse­rer Pro­vinz­me­tro­pole in Sachen schwarze Musik sehr wenig statt fin­det.  Und wenn sich dann doch über­ra­schen­der­weise etwas bewegt, sagt mir kei­ner Bescheid. Das Leben ist hart und grau­sam. Als ich heute die fäl­li­gen Getränke für die kom­mende Woche besorgte und gedan­ken­ver­lo­ren an einer Ampel auf Grün war­tete, schweifte mein Blick durch die Umge­bung. Spon­tane Auf­merk­sam­keit erregte ein Pla­kat, das auf einem Schalt­kas­ten geklebt war und auf dem in gro­ßen Buch­sta­ben Gothic zu lesen war. Kaum hatte ich rea­li­siert was das bedeu­ten konnte, hupte es hin­ter mir und ich konnte mir gerade noch »La Bou­gie« ein­prä­gen. Klar das ich vor dem hei­mi­schen Rech­ner erst­mal her­aus­fin­den musste, worum es sich geht.

Das La Bou­gie war mir noch aus Zei­ten bekannt als es sich noch Spö nannte und Hei­mat der in Mön­chen­glad­bach schon legen­dä­ren Brenn­punkt Par­tys war. Mehr­fach wech­selte es den Besit­zer, benannte sich um, schloss und öffnete seine Pfor­ten jähr­lich. Nach einer gro­ßen Reno­vie­rung wech­selte aber das Publi­kum von Alter­na­tiv in Rich­tung bunt und ein jugend­lich bun­tes Publi­kum wurde angesprochen.

Black is Back! Ab heute, den 13.02.2010 soll es wie­der los­ge­hen. Im La Bou­gie am Grenz­land­sta­dion  fin­det jetzt jeden 2. Sams­tag im Monat eine Gothic Party statt. Unter der Über­schrift The­mes for Dark Cities tum­meln sich die ange­kün­dig­ten Musik­rich­tun­gen Goth­rock, EBM, 80er, Indus­trial, Mit­tel­al­ter und Syn­th­pop. Ich bin gespannt und werde gleich heute mal vor­bei­schauen, denn Gele­gen­hei­ten muss man am Schopfe ergrei­fen, wer weiß wie lange die Sache gut geht. Der schwarze Shop Triple C aus Rhe­ydt zeigt sich offen­sicht­lich für die Party ver­ant­wort­lich, ein Laden bei dem ich auch häu­fi­ger mal vor­bei schaue und der mich immer wie­der durch die freund­li­che Besit­ze­rin Gabi Tay­ebi lockt.

Ich bin jeden­falls gespannt was mich erwar­tet und bin froh mir ein Bild über die hei­mi­sche Szene machen zu kön­nen, die ich abge­se­hen von zahl­rei­chen Wochend­gruf­ties für sehr über­schau­bar halte. Ob das Pro­gramm auch musi­ka­lisch meine Erwar­tun­gen erfül­len kann bleibt abzu­war­ten, ebenso das Spö selbst. Das letzte mal das ich dage­we­sen bin, dürfte gute 10 Jahre zurück­lie­gen und ich wäre froh wie­der öfter vor­bei schauen zu kön­nen und eine monat­li­che Alter­na­tive zu mei­ner Gur­ke­rei ins Ruhr­ge­biet zu fin­den. Einen Ver­merk in den Ver­an­stal­tungs­ka­len­der bei Spon­tis, dem Dun­keltanz ist bereits erledigt.

Fazit: Es ist 3:32, län­ger habe ich es ehr­lich gesagt nicht aus­ge­hal­ten. Das Spö erin­nert immer noch an alte Tage und wurde lie­be­voll in ein schwar­zes Ambi­ente getaucht. Die Beschäf­tig­ten sind freund­lich, die Preise für Getränke mode­rat bis güns­tig und breit gefä­chert. Die Tanz­flä­che ist über­sicht­lich aber ein­la­dend, die spär­li­chen Licht­ef­fekt waren aus­rei­chend. Wenn nur die Musik nicht gewe­sen wäre, die so gar nicht nach mei­nem Geschmack war. Über 3 Stun­den von tech­no­idem Schrott zuge­müllt zu wer­den ist schon hart an der Schmerz­grenze. »Schau­fens­ter­pup­penarsch, Mäd­chen in Uni­form und This is Deutsch«? Ich frage mich immer noch was solch ein Techno-Kram unter dem schwar­zen Kleid ver­lo­ren hat. Lei­der hat es ein­deu­tig am ange­kün­dig­ten Goth­rock, 80er und Mit­tel­al­ter geman­gelt, denn davon habe ich lei­der kein ein­zi­ges Lied gehört. Wenn man schon eine Mischung ankün­digt, dann sollte sie auch gespielt wer­den, musi­ka­lisch dif­fe­ren­zierte Wün­sche ver­hall­ten im Gestampfe des Bas­ses. Schade Gothic Party, ich hoffe es wird beim nächs­ten mal besser.

La Bou­gie im Spö
Jahn­platz 10

41236 MG-Rheydt

Geöff­net ab 22.00 Uhr für einen Ein­tritt von 5€

Ter­mine 2010: 13. Februar, 13. März, 10. April, 08. Mai, 12. Juni, 10. Juli, 14. August, 11. Sep­tem­ber, 09. Okto­ber, 13. Novem­ber, 11. Dezember

(Bild­quelle: Home­page des La Bou­gie)

Veröffentlicht von

Robert berichtet über alle Facetten der schwarzen Szene und ist aktiver Verfechter der deutschen Meckerbewegung. Überzeugter Gruftie mit einem Hang zum Vergangenem, der jedoch unverbesserlich optimistisch ist und stets positiv denkt. Du findest mich auch auf Facebook und Google+ oder auch bei Twitter.

Kategorie: Schwarze Szene
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9 Kommentare

  1. Und, wie war es nun letz­ten Endes?

  2. Nicht zuende gele­sen? Stich­wort: Fazit.

  3. »This is Deutsch« …da wur­dest du wohl mit dem Sitd-Remix beglückt. Denn auch wenn die Ori­gi­nal­ver­sion schon recht elek­tro­las­tig ist, so nei­gen Eis­bre­chen weni­ger zu tech­no­zi­den Aus­brü­chen.
    Davon mal abge­se­hen; ich mag Mädels in Uni­for­men. Mag wahr­schein­lich daran lie­gen, dass selbst ich an man­chen Tagen für Pas­san­ten wirke, als sei ich dem SEK ent­sprun­gen.
    Aber ich sehe meine bes­sere Hälfte auch lie­ber darin, als mit die­sen gut­bür­ger­li­chen Kunst­dre­ads auf der Fri­sur. Nur schade, dass viele der bis jetzt ange­trof­fe­nen »Uni­for­mier­tin­nen« einen Musik­ge­schmack hegen der mit mei­nem stark kol­li­diert, denn die­ses gibt der Freude sol­cher Auf­tritte einen star­ken Dämpfer.

  4. hmmh… da meine mut­ter in der gegend wohnt, könnte ich auch gerne mal als gast-dj vor­bei­sch­lüp­pern *grins*

    kannste denen ja mal vor­schla­gen… ich spiel zwar auch elek­tro wenn gewünscht, aber nur mal »reingestreut«

  5. @Guldhan: Beglückt ist gut :) Ich habe ja grund­sätz­lich nichts gegen eine spon­tane Elek­tro, Noise, oder was auch immer Ein­lage, dann gehe ich eben so lange was trin­ken, klö­nen, essen oder auf Klo. Wenn ich mir aber so viele ver­schie­dene Musik­rich­tun­gen auf die Fahne (oder hier Flyer) schreibe, dann muss ich diese auch bedie­nen. Mäd­chen in Uni­for­men finde ich grund­sätz­lich nicht schlecht, jedem das Seine. Nur das Lied ist furchtbar.

    @ZeitUngeist: Wäre sicher eine Berei­che­rung. Kannst dich ja mal mel­den wenn du wie­der in der Gegend bist. Viel­leicht eine gute Gele­gen­heit zu klö­nen (wie man im Rhein­land sagt). Aber ja, ich werde wohl um eine E-Mail an den Ver­an­stal­ter nicht herumkommen.

  6. Zu dem Lied…ich erfuhr soeben, dass die­ses aus den musi­ka­li­schen Ergüs­sen des Nach­mahr kle­ckerte. Oh Elend; schon alleine bei die­ser Alp­traum­mu­sik in Ver­bin­dung mit »Schau­fens­ter­pup­penarsch« hätte ich ver­dammt miese Laune bekommen.

  7. Ah, das Fazit habe ich übersehen…

    Sehr bedau­er­lich, aber ja lei­der abso­lut zu erwar­ten, oder?
    Ich mag zu dem Thema eigent­lich schon gar­nichts mehr sagen… ich sollte mal einen Mecker-Tiraden-Generator pro­gram­mie­ren, der dann will­kür­lich Sätze zusam­me­stellt aus Ele­men­ten wie »zu viel Elek­tro«, »nur Techno«, »pseudo-schwarzes Gestampfe«, »was ist daran Gothic?«, etc.

    Aber wenn denn dann wirk­lich »80er« und »Goth­rock« dran steht und nichts davon läuft, dann kann man auch nichts mehr schön reden, so in Rich­tung »die Szene hat sich halt ver­än­dert« oder sowas…
    Eine ent­spre­chende Mail an den Ver­an­stal­ter fände ich gar­nicht ver­kehrt — wenn kei­ner sei­nen Mund auf­macht, dann ändert sich daran auch nichts…

  8. Robert, sicher wird es mir ein­fa­cher fal­len, mal wie­der in die Gegend zu kom­men, wenn ich die Mög­lich­keit habe, dort auf­zu­le­gen, meinste nicht? ^^

    ansons­ten bin ich da näm­lich schon seit 6 jah­ren oder so nicht gewe­sen xD

    und ja, ich weiß das man im rhein­land klö­nen sagt… ich hab mal ganz bei dir um die ecke gewohnt. :D

  9. @Guldhan: Genau so ist auch gewe­sen. Ich habe wie gesagt nichts gegen Block­mu­sik, also musi­ka­li­sche Blö­cke um ver­schie­dene Geschmä­cker abzu­de­cken, aber sie müs­sen eben stattfinden.

    @Karnstein: Ja das ist wahr. Eigent­lich habe ich es auch satt mich dar­über auf­zu­re­gen, möchte aber wei­ter­hin die Mög­lich­keit nut­zen, andere dar­über zu infor­mie­ren und viel­leicht durch den Multiplikator-Faktor der Net­zes ein umden­ken zu begüns­ti­gen. Du weißt doch: Die Hoff­nung stirbt zuletzt und ich hätte mich glaube ich mehr geär­gert, wenn ich über­haupt nicht hin­ge­gan­gen wäre. Die Nach­richt an den (ver­meint­li­chen) Ver­an­stal­ter ist raus.

    @ZeitUngeist: Das stimmt sicher­lich, ein Ziel ist immer erstre­bens­wert. Und da ich grund­sätz­lich nichts über die weiß musst die­sen Erklä­rungs­ver­such der »rhei­ni­schen« Spra­che entschuldigen :)

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