6 November

Ohne Worte: Friedhofserfahrung

Kategorie: Dunkelkunst, Schwarze Szene — Jahrgang: 20108 Kommentare

Goths at the Graveyard

»Im Gegen­satz zu ande­ren Jugend­be­we­gun­gen wie Mods, Punks und Rock’n’Roller, bei denen immer halb­wegs klar war, worum es ihren Mit­strei­tern ging, blie­ben die Inten­tio­nen jener nebe­lig, die sich gern wie Gespens­ter schmin­ken und kos­tü­mie­ren, sich für das Jen­seits begeis­tern und auch mal über Fried­höfe spa­zie­ren.« (Zitat aus Spie­gel Online, Bild mit freund­li­cher Geneh­mi­gung von Melissa)

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Robert berichtet über alle Facetten der schwarzen Szene und ist aktiver Verfechter der deutschen Meckerbewegung. Überzeugter Gruftie mit einem Hang zum Vergangenem, der jedoch unverbesserlich optimistisch ist und stets positiv denkt. Du findest mich auch auf Facebook und Google+ oder auch bei Twitter.

Kategorie: Dunkelkunst, Schwarze Szene
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8 Kommentare

  1. Hüb­sches Bild :D
    Und der Unter­ti­tel passt auch ganz gut.
    :)

  2. Schö­nes Bild.

    Das Spie­gel­zi­tat hat schon etwas Wah­res an sich, beson­ders jetzt, da die Sub­kul­tur eigent­lich tot ist und nur noch Split­ter zu fnden sind, die zum Teil kaum noch zusammenpassen.

    Aber viel­leicht sind die Inten­tio­nen nicht so neb­lig, wie der Spie­gel es beschreibt. Viel­leicht geht (oder ging?) es nur um die Melan­cho­lie und die Mystik.

  3. Hier stellt sich mir die Frage, warum man sich AUF ein Grab set­zen muss. Ein wenig Respekt vor den Toten sollte schon sein. Will der Goth demons­trie­ren, dass er sich hier wie zuhause auf der Wohn­zim­mer­couch fühlt? Ist er ein­fach nur cool?

    Ich setze vor­aus, dass die innere Ein­stel­lung zum Tod, das Bewusst­ma­chen für die eigene Ver­gäng­lich­keit und anschlie­ßen­der Aus­ein­an­der­set­zung mit der The­ma­tik die Grund­vor­aus­set­zun­gen der Fried­hofs­be­su­che sind. Nicht, weil es halt eben so cool ist und man nur »dabei­sein« will.

    Es würde mich gene­rell inter­es­sie­ren, ob Gruf­ties — wenn sie ein nahe­ste­hen­des Fami­li­en­mit­glied oder einen guten Freund ver­lie­ren — dann immer noch oder gerade des­we­gen Fried­höfe aufsuchen.

  4. Nun, ich denke, warum man sich auf ein Grab setzt, das müsste man die betrof­fe­nen Per­so­nen auf den Bil­dern wohl selbst fra­gen. Wobei ich denke, dass viele ein­fach gerne schöne Bil­der von sich hätten.

    Ich gebe zu, ich foto­gra­fiere auch auf Fried­hö­fen bzw. lasse mich dort foto­gra­fie­ren, aber auf den Grä­bern selbst möchte ich auch nie ste­hen. Maxi­mal lehne ich mei­nen Kopf an einen Zaun oder eine schöne Sta­tue und stehe nicht auf dem Bereich, wo sonst die Blu­men ste­hen.
    Und ich gebe auch zu, dass ich ein­fach die Atmo­sphäre dort mag und diese gerne in Bil­dern wiederfinde.

    Ich habe Freid­höfe schon immer gerne auf­ge­sucht. Auch vor dem tra­gi­schen Tod einer guten Freun­din.
    Und wenn ich jetzt auf dem Fried­hof bin, dann ziehe ich dort meine Run­den und schaue immer bei ihr vor­bei um ein wenig mit ihr zu plaudern.

  5. Also ich finde die rechts geht noch, wenn man sich da so neben das Kreuz und nicht direkt aufs Grab setzt is das noch gerade so in Ord­nung. Aber so mit­ten drauf wie der in der Mitte finde ich nicht ok.
    Wobei sogar ers­te­res in mei­nen Augen nicht toll is wenn es noch ein rela­tiv »fri­sches« Grab ist.

  6. Man sollte es auch nicht über­be­wer­ten. Ich sehe es wie ASRia­ne­rin: viele wol­len ein­fach nur schöne Fotos von sich. Und wenn es eben passt, dann kann man sich auch mal auf ein Grab set­zen. Der/die Tote hätte sicher auch nix dage­gen. Natür­lich pie­tät­voll und man sollte auch nix zerstören.

    Ich finde das Bild wirk­lich okay und schön. Gehe selbst sehr gern auf den Fried­hof, foto­gra­fiere dort auch (wobei häu­fi­ger nur die Grä­ber oder Sta­tuen) und wenn jemand, den ich kannte, auf dem Fried­hof liegt, dann ver­weile ich dort länger.

  7. Mein Vater ist vor kur­zem ver­stor­ben. Ich gehe seit­dem nicht mehr auf den Fried­hof. Viel­leicht ist es noch zu früh. Mich würde es stö­ren, wenn sich einer auf sein Grab set­zen würde.

    Ich mochte es immer, die schö­nen Mar­mo­ren­gel zu berüh­ren und alte Inschrif­ten zu lesen. Gibt innere Ruhe.

  8. Ich schließe mich dem all­ge­mei­nen Tenor an, man sollte die Bil­der nicht über­be­wer­ten. Melissa, die auch auf dem Foto zu sehen ist, hatte zu die­ser Zeit wahr­schein­lich ebenso viele Flau­sen im Kopf wie viele andere Jung­grufts nach ihr.

    Selbst­ver­ständ­lich finde ich jede Mei­nung dazu akzep­ta­bel, solange nicht demon­tiert, zer­stört oder sonst­wie besu­delt wird, was die meis­ten nicht machen, nie gemacht haben und nie machen werden.

    Meine Mut­ter ist vor rund 10 Jah­ren gestor­ben und ich besu­che ihr Grab sehr sel­ten, weil ich per­sön­lich kei­nen Ort brau­che an dem ich an meine Mut­ter denke. Hier ist nur ihr letzte Ruhe­stätte, der Platz ihrer sterb­li­chen Über­res­ten. Sie lebt in mir und in mei­nen Gedan­ken wei­ter, dazu reicht ein ein­fach Foto oder ein Erin­ne­rungs­stück. Das Foto mei­ner Mut­ter, auf dem sie auch noch recht streng guckt, hilft mir immer bei mora­li­schen und per­sön­li­chen Ent­schei­dun­gen. Was hätte meine Mut­ter dazu gesagt? Ob sie damit ein­ver­stan­den wäre? Wäre sie stolz auf mich? Das Foto ist dabei meine Brü­cke zu dem was von mei­ner Mut­ter in mir wei­ter existiert.

    Das ist aber nur meine per­sön­li­che Ansicht und sicher­lich auch abhän­gig von der Art und Weise wie jemand gestor­ben ist.

    Prin­zi­pi­ell fin­det man als »Szene-Mitglied« doch die ästhe­ti­sche Fort­füh­rung sei­nes Sti­les und dar­über hin­aus Inspi­ra­tion und wie von Madame Mel so schön beschrie­ben, innere Ruhe. Ich besu­che, wie Shan Dark, auch gerne alte Fried­höfe und stelle mir dar­über hin­aus auch noch vor, um wen es sich bei dem Ver­stor­be­nen han­deln könnte. Fun­dierte Füh­run­gen von Ken­nern sind mir daher auch ein Hoch­ge­nuss. (Siehe: High­gate Ceme­tery)

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