10 August

Mera Luna 2009 - Tag 1, Die Anreise

Kategorie: Schwarze Szene — Jahrgang: 2009Keine Kommentare

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Ein ereignisreiches Wochenende auf dem Mera Luna 2009 ist zu ende gegangen. Jetzt werden wieder fleißig Fotos hochgeladen und Artikel verfasst, die einen zusammenfassenden Überblick geben wollen, der aber so gar nicht möglich ist, denn die eigene Wahrnehmung ist der erste Schritt in Richtung Subjektivität. Ich habe während des gesamten Festivals ein handschriftliches (!) Tagebuch verfasst um die Eindrücke einzufangen und ein paar Bilder geschossen um die zu visualisieren.  Rund 30 Seiten DIN A5 sind dabei herausgekommen, die ich euch nicht vorenthalten möchte und starte mit der Anreise, dem ersten Tag und mache aus den restlichen Tagen ein lesbare Geschichte mit Festivalcharakter, jawohl. Das es sich dabei um keine neutrale Analyse handelt sondern um knallharte, subjektive Eindrücke muss ich mittlerweile keinem mehr erzählen. Für alle Sucher, die jetzt enttäuscht sind, erste Bilder vom Festival gibt es schon in der Hildesheimer Zeitung, auch Anne von Black Live hat schon zusammengefasst.

Freitag 07.08.2009, 20:00 Uhr

mera luna 2009 nachtimpressionKennt ihr den Begriff »es zieht sich«? Man umschreibt damit die beson­dere Länge einer Reise und macht damit beson­ders auf eine lange, ein­tö­nige Stre­cke auf­merk­sam, die schein­bar nie zu ende geht. Die Auto­fahrt nach Hil­des­heim bei Han­no­ver war also span­nend, das 200km lange Stück auf der A2 zieht sich aber, vor allem dann, wenn ein Unfall einen Stau ver­ur­sacht. Schön das wir vor­be­rei­tet waren, wir hat­ten uns Bröt­chen geschmiert, Obst ein­ge­packt und aus­rei­chend zu trin­ken an Bord, so das wir den nei­di­schen Auto­nach­barn etwas vor­es­sen konnten.

Mein Ziel, noch vor Ein­bruch der Dun­kel­heit in Hil­des­heim anzu­kom­men habe ich knapp erreicht. Die Park­mög­lich­kei­ten auf dem ers­ten Park­platz sind bereits erschöpft, so wer­den wir auf den wei­ter ent­fern­ten Park­platz wei­ter­ge­schickt. Die Fahrt durch ein Indus­trie­ge­biet und einen stau­bi­gen und stei­ni­gen Feld­weg endet direkt auf dem Flug­ha­fen­ge­lände, auf den Wagen abstel­len kann. Erin­nert mich das nächste mal daran, dass ich einen Bol­ler­wa­gen mit­neh­men, meine Arme bren­nen wie Feuer und meine Füße schmer­zen schon am ers­ten Abend.

Das Flug­ha­fen­ge­lände ist rie­sig, die Lan­de­bahn ist ganz in schwarz getaucht. Ich habe kein Gefühl dafür wie viele Men­schen hier gerade sind, aber die Zelt­stadt wirkt wie eine kleine baby­lo­ni­sche Stadt. Wie bei der Sen­dung mit der Maus ver­su­che ich, die vie­len Spra­chen zu iden­ti­fi­zie­ren. Nor­we­gisch, Fin­nisch, Eng­lisch, Fran­zö­sisch, Nie­der­län­disch konnte ich bereits aus­ma­chen, nur die Spra­che einer gro­ßen Zelt­gruppe am Rand der Lan­de­bahn bleibt mir ver­schlos­sen. Achso, das ist Säch­sisch, sorry.

Der Weg zum Zelt ist mit Stol­per­fal­len gesi­chert, über­all diese Schnüre für die Zelt­be­fes­ti­gung. Kann man die nicht aus reflek­tie­ren­dem Mate­rial fer­ti­gen? Schwarze Zelt­schnüre soll­ten von der Gen­fer Kon­ven­tion ver­bo­ten wer­den, jetzt mal echt. Schön, das Appart­ment Num­mer 316 von Mein-Zelt-steht-schon schon Ein­zugs­fer­tig war, nur die obli­ga­to­ri­schen Scho­ko­la­den­tä­fel­chen fehl­ten, wur­den dann aber durch eigene ersetzt. Wäh­rend meine Freun­din die Höhle vor­be­rei­tete, habe ich wei­ter geschleppt, denn wir woll­ten ja an alles gedacht haben.

Ein kur­zer Check der Sani­tä­ren Anla­gen offen­bart: Es gibt Kera­mik, also echte Toi­let­ten, die zudem auch noch anstän­dig unter­hal­ten wer­den. Kein Ver­gleich zu Rock am Ring Zustän­den, auch wenn einige Besu­cher gleich zu Beginn meckern, irgend­was ist ja immer. Auf dem Gelände ver­kauft Spon­sor Becks direkt gegen­über der Toi­let­ten seine 0,5l Dosen für 1€ und ini­zi­iert damit ein Sauf­ge­lage. Jeden­falls scheint die Stim­mung eini­ger Besu­cher meist jün­ge­rer Bau­reihe schnell sehr über­schwäng­lich zu werden.

Jetzt ist es 0:45. Ich bin jetzt jeden­falls hun­de­müde. Ein Tag packen, 4 Stun­den Auto­fahrt und Mate­ri­al­schlep­pe­rei for­dern ihren Tri­but. Übri­gens, Chilli con Carne schmeckt vom Gas­ko­cher total authen­tisch nach Texas!

Mein Mera Luna Tagebuch:

Veröffentlicht von

Robert berichtet über alle Facetten der schwarzen Szene und ist aktiver Verfechter der deutschen Meckerbewegung. Überzeugter Gruftie mit einem Hang zum Vergangenem, der jedoch unverbesserlich optimistisch ist und stets positiv denkt. Du findest mich auch auf Facebook und Google+ oder auch bei Twitter.

Kategorie: Schwarze Szene
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