13 August

Mera Luna 2009 - Abreise und Fazit

Kategorie: Schwarze Szene — Jahrgang: 20092 Kommentare

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Montag, 10.08.2009, 08:00

Ein riesengroßer Ameisenhaufen aus schwarz gekleideten Menschen ist damit beschäftigt Zelte abzubauen, verlorenes zu suchen und ihr persönliches Hab und Gut zum Auto zu schleppen. Trotz des Abreisestresses mache ich erstmal einen Kaffee auf dem mittlerweile geliebten Gaskocher, der immer noch mit der ersten Kartusche brennt, was mache ich bloß mit den anderen drei?

Die Nacht war relativ ereignislos, das liegt wohl daran, das viele auf den Alkohol verzichteten um am morgen nicht noch volltrunken von der Polizei angehalten zu werden, die hatte die Nächte zuvor viele Zufahrtsstrassen in ihre Gewalt gebracht um die Festivalheimfahrer zu kontrollieren. Unsere Zeltnachbarn Edith & Lars mussten überstürzt abreisen, schade eigentlich, irgendwie haben wir die beiden ins Herz geschlossen.

10:00

mera luna 2009 heimfahrtAuch wir haben unsere Sachen gepackt und das Zelt von mein-zelt-steht-schon abneh­men las­sen, toll das wir uns nicht damit rum­är­gern müs­sen. Eins wird klar, die bes­ten Kla­mot­ten soll­ten man nicht mit­neh­men, alles, aber auch wirk­lich alles ist von einer dün­nen Staub und Sand­schicht bedeckt und bedarf nach der Rück­kehr einer inten­si­ven Rei­ni­gung. Die Müll­rück­gabe der vol­len Säcke klappt pro­blem­los, auch die 5€ Pfand bekom­men wir wie ver­spro­chen aus­ge­zahlt. Ein letz­ter Blick zurück, dann set­zen wir uns in das eben­falls stau­bige Auto und fah­ren los.

15:00

Der Ver­kehr hielt sich in Gren­zen, viele waren wohl schon in der Nacht abge­reist und die übri­gen sind ja nach und nach los­ge­fah­ren, so daß keine gro­ßen Staus zu erwar­ten waren. Wit­zig war die Dichte der schwarz geklei­de­ten Fah­rer auf der Auto­bahn, die mit stei­gen­der Ent­fer­nung immer dün­ner wurde. War einer der ers­ten Rast­plätze noch ganz mit Gothics bevöl­kert, so haben wir auf dem letz­ten vor der Hei­mat nur noch einen ein­zi­gen gesehen.

Fazit

mera luna luftaufnahmeDas Mera Luna ist auf jeden Fall einen wei­te­ren Besuch wert. Das Flug­ha­fen­ge­lände in Hil­des­heim eig­net sie prima für sol­che Events, genug Platz und nichts wei­ter in der Nähe. Neben dem Fes­ti­val haben die Ver­an­stal­ter aber noch einige andere High­lights ange­bo­ten, die ich so nicht erwar­tet hätte. Der Mit­tel­al­ter­markt bei­spiels­weise war echt klasse, viele ver­schie­dene Buden, ori­en­ta­li­sche Cafés und ein Platz zum gril­len wurde hier ange­bo­ten und das zu deut­lich güns­ti­ge­ren Prei­sen als inner­halb des Festival-Geländes. Die Geträn­ke­märkte haben mit ihrem o,5l Bier zu 1€ ein Zei­chen für güns­tige Preise gesetzt und so man­chem Besu­cher einen Kater ver­schafft. Die Hygie­ne­zone mit ihren Mög­lich­kei­ten zum Duschen, Waschen und dem Besuch der Toi­lette war groß­ar­tig. Ein Team von Rei­ni­gungs­kräf­ten hat ihr Mög­lichs­tes ver­sucht, für aus­rei­chende Sau­ber­keit und Toi­let­ten­pa­pier zu sor­gen. Ledig­lich Klo­bürs­ten haben gefehlt und ein wei­te­rer Con­tai­ner hätte wohl nicht gescha­det. (Luft­auf­nahme rechts vom Mera Luna 2005 bei Wikipedia)

Die Dixies waren dage­gen wirk­lich eklig. Die meis­ten hat­ten kei­nen Deckel so das man schon beim Ein­tre­ten die Geschäfte vie­ler ande­rer Besu­cher bewun­dern durfte, hatte man keine andere Mög­lich­keit so musste man tat­säch­lich mit sei­nem Wür­ge­reiz kämp­fen. Die Ein­kaufs­meile war bes­tens bestückt und besucht. Rie­sige Zelte, viel Raum, Umklei­de­ka­bi­nen und die Mög­lich­keit das ein oder andere Schnäpp­chen zu machen haben viele Anhän­ger gefun­den. Die Moden­schau habe ich lei­der nicht mit­be­kom­men, ich bin mir aber sicher ich wäre ent­täuscht gewesen.

Die Musik? Nun ja, rein tech­nisch ein­wand­frei, alles andere ist sub­jek­tiv. Ich fand die Aus­wahl gut, für mei­nen Geschmack etwas zu Metal las­tig und ein Hauch zuwe­nig klas­si­scher Goth­rock oder Wave. Bands wie Welle:Erdball gehö­ren mei­ner Mei­nung nach auf die Haupt­bühne, obwohl die kon­zep­tio­nelle Tren­nung von Indus­trial, Noise und Elek­tro in den Hang­ar­be­reich schon sehr gut war. Ich habe einige Bands gehört, die ich mir öfter anhö­ren könnte und einige von denen ich Live nicht so begeis­tert war (Night­wish). Der Typ der sein Night­wish T-Shirt ver­brannte wurde übri­gens vom Fes­ti­val ent­sorgt. Wenn das ein Wunsch­kon­zert gewe­sen wäre, also dann… Wie auch immer. Das Mera Luna hat sich nach der Tren­nung vom Zillo zu einem beacht­li­chen Fes­ti­val ent­wi­ckelt, das über die Jahre hin­weg eine treue Anhän­ger­schaft gefun­den hat.

Einen klei­nen Blick hin­ter die Kulis­sen geben die Jungs von Fader­head bei YouTube. Lie­ge­stühle, Cate­ring und Son­nen­brand — nächs­tes Jahr werde ich auch Künstler.

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Veröffentlicht von

Robert berichtet über alle Facetten der schwarzen Szene und ist aktiver Verfechter der deutschen Meckerbewegung. Überzeugter Gruftie mit einem Hang zum Vergangenem, der jedoch unverbesserlich optimistisch ist und stets positiv denkt. Du findest mich auch auf Facebook und Google+ oder auch bei Twitter.

Kategorie: Schwarze Szene
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2 Kommentare

  1. hey ich wollte nach­fra­gen wieso wür­dest du schon von der Moden­schau enttäuscht,wenn du sie nicht gese­hen hast?Oder habe ich es falsch verstanden?gruß Zora

  2. Ich bin von der Moden­schau nicht ent­täuscht gewe­sen, da ich gar nicht da gewe­sen bin, da stimme ich mit Dir überein. Ich schrieb aber, das ich bestimmt ent­täuscht gewe­sen wäre.

    Damit wollte ich mei­ner Mei­nung Aus­druck ver­lei­hen, das sich die meis­ten Moden­schauen auf einen gemein­sa­men Nen­ner her­un­ter­bre­chen las­sen. Viel nackte Haut. Was sich mit mei­ner Vor­stel­lung von Ästhe­tik nicht viel gemein­sam hat.

    Selbst­ver­ständ­lich hast du recht, in einen objek­ti­ven Bericht hätte das nicht hin­ein gehört, wie ich aber bereits Ein­gangs der Serie erwähnt habe, ist der Bericht rein sub­jek­tiv. Ich ent­schul­dige mich für die Pole­mik und das Vorurteil.

    Nach­trag: Ich habe mir jetzt Bil­der auf ange­schaut. Ich gehe davon aus, das es sich bei Dir um eines der Models handelt.

    Abge­se­hen davon, das sich die Show durch offen­bar gute Insze­nie­rung von ande­ren abhebt und das Vik­to­ria­ni­sche der Jahr­hun­dert­wende eine ange­nehme Neu­ent­wick­lung ist, finde ich immer noch: Zu viel nackte Haut. Kleine Hüt­chen auf den Brust­war­zen? Sol­da­ten­uni­for­men? Nein, das ent­spricht nicht MEINER Vor­stel­lung einer guten Modenschau.

    Falls wei­te­rer Dis­kus­si­ons­be­darf besteht (deine Mei­nung wäre inter­es­sant) würde ich mich freuen, wenn du wie­der schreibst.

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