Schon die Überschrift ist verwirrend und kontrovers zugleich. Cybergoth lässt vermuten das es sich bei dieser Jugendkultur um einen direkt Ableger der Gothic-Szene handelt. Die Cybergothics sind aber eine Cross-Over Kultur, die sich aus vielen unterschiedlichen Stilen und Einflüssen zusammensetzt. Visual Kei, Techno, Punk, Rivethead1 und Gothic fusionieren beim Cyber zu einer neuen, rein äußerlich und optisch inspirierten Subkultur. Die Anzahl der tatsächlichen äußerlichen Gemeinsamkeiten zum Gothic sind sehr gering.
Der Kleidungsstil ist futuristisch und erinnert wie beabsichtigt an ein farbenfrohes Endzeitszenario. Schwarz, das mit weiß oder grellen Neofarben akzentuiert wird, ist typisch für die Anhänger dieser Szene. Die Kleidungsstücke und auch die Schuhe sind reichhaltig mit Metallbeschlägen verziert. Besonderen Einfallsreichtum zeigt man bei der Wahl des Accessoires, Schweißerbrillen (Goggles) gehören zum guten Ton, ebenso wie Gasmasken und lange Spitznieten. Elemente der Fetish-Bekleidung sorgen für einen sehr körperbetonten und freizügigen Kleidungsstil mit Lack– und Latex-Bekleidung. Besonderes Augenmerk wird auf die Verzierung der Haare mit neonfarbenen Extensions und Cyberloxx2 gelegt, den Aufwand den einige dafür betreiben ist bemerkenswert und erinnert auch an die frühen Haarspray und Styling-Orgien in der Wave und Grufti-Szene der späten 80er. Cyber der neueren Generation verzichten mittlerweile auf eine schwarze Basis und geben sich noch farbenfroher (siehe Bild)
Auch Einflüsse der Visual Kei-, Anime-, und Manga-Szene sind zu beobachten, verweisen aber nicht wie vermutet auf eine Szeneüberschneidung hin. Der Kleidungsstil der Cybergothics ist szeneübergreifend und lediglich auf die Übernahme von optischen Merkmale spezialisiert. Die Phantasie beim zusammenstellen von Kleidungsstilen hat auch eine starke DIY-Bewegung (Do-It-Yourself) unter den Mitgliedern hervorgebracht, die oft mit viel Hingabe und Zeiteinsatz ihre Kreationen selbst entwerfen und gestalten.
Musik
Die Musik dieser Szene ist ähnlich wie die Szene selbst von vielen Richtungen beeinflusst. Oftmals wird die Musik als Industrial bezeichnet, womit sie aber rein Szenehistorisch nichts zu tun hat. Es ist vielmehr eine Weiterentwicklung des Techno oder Rave, die mit einigen Elementen des Industrial, des Gothics und des Dark-Wave angereichert werden. Die Musik ist schnell und tanzbar, meist mit keinem oder sehr wenig Text oder Gesang, der dann zusätzlich noch verzerrt wird, was aus den späteren experimentellen Entwicklung des Industrials stammt und vielleicht die einzige musikalische Verwandtschaft darstellt.
Die Cyberszene hat demnach keinen eigenen Musikstil sondern freundet sich mit vielen Formen der elektronischen und tanzbaren Musik an. Techno, Future Pop, Trance, Elektro, Noise und Goa in einer meist etwas »düsteren« Variante. Der Tanzstil ist der Musik entnommen und zeigt sich oft rhythmisch und mit schnellen Arm und Beinbewegungen und ist auch so häufig in Rave-Kreisen anzutreffen.
Cyber + Gothic = Cybergothic?
Obwohl beide Subkulturen meist in der primären Grundfarbe schwarz tragen, haben sie wenig gemeinsam. Cybergoths verfolgen keine spezielle Ideologie wie es die Gothics tun. Eine Auseinandersetzung mit der Vergangenheit, dem Tod, der Romantik, Mystik oder dem Okkultismus findet nicht statt. Während die Gothic-Kultur eine Vergangenheitsorientierte Bewegung ist, strebt man beim Cyber in die Zukunft und verkörpert die Phantasie der Anhänger, wie es einmal in einer Post-Apokalyptischen, Technoiden Welt aussehen könnte. Man verfolgt häufig die eigene Lust, Party zu machen, Spaß zu haben und sich in Szene zu setzen und teilt nicht das Lebensgefühl der Gothics. Aus diesem Grund wird diese neue Entwicklung auch nicht von den Gothics akzeptiert und häufig verspottet, man fürchtet um den intellektuellen Gehalt und verabscheut den reinen Party-Gedanken der Subkultur. Gerade dieser gravierende Unterschied macht es vielen schwer, die spöttisch als »Knicklichtgrufties« oder »Glühwürmchen« bezeichneten Menschen zu akzeptieren und ist vielfach Gelegenheit, die unterdrückten Revierkämpfe wieder zu aktivieren.
Cybers sind für alles Visionäre zu begeistern und konsumieren Endzeitorientierte Filme wie beispielsweise Matrix oder 28 Days Later und toben sich auch in Rollenspielen im Internet aus, in denen es meist um ein düsteres Endzeitszenario geht. Das oft verwendete Symbol Biohazard steht demnach auch für die Vorstellung, die Welt würde sich durch eine Biologische Verseuchung selbst vernichten.
Warum es letztendlich zur begrifflichen Verschmelzung beider Kulturen kam, lässt sich nicht abschließend betrachten. Publikationen in einschlägigen Magazinen und Medien können ebenso ausschlaggebend sein, wie die Tatsache, das sich die abebbende Wave– und Dark-Wave-Szene Ende der 80er auch in Richtung des Techno entwickelte und wohlmöglich Jahre später die neu aufgegriffenen Trends wieder in die Gothicszene trugen.
Ablehnung innerhalb der schwarzen Szene
Obwohl die schwarze Szene als tolerant und offen gilt, lehnen vor allem die Tradgoths diesen Einfluss ab. Als Begründung wird häufig genannt, das man das unreflektierte »bedienen« der Stile anderer Subkulturen uneigenständig findet und es bei der Cyberszene um eine rein modisch orientierte Bewegung handelt. Man vermutet, das die Überschwappende Rave-Szene dunkle Ableger in der Gothic-Szene etabliert hat3. Inhaltslosigkeit und Oberflächlichkeit wird ebenso häufig als Ablehnungsgrund genannt und mündet teilweise sogar in einen organisierten Aktivismus gegen dieses Bewegung (siehe Bild), da man die Werte der eigenen Szene für gefährdet hält. Die oberflächliche Party-Einstellung der Cybers ist Gift auf den Seelen der Gothics, die seit ihren Ursprüngen eben dieses Verhalten ablehnen.
Tatsache ist, das sich viele schwarzen Seelen ihrer Lebensgrundlage beraubt sehen, da reine Gothic-Treffpunkte wie es nunmal Festivals, Szeneläden und Discotheken sind, sich einem immer breiter werdenden Publikum öffnen müssen um überhaupt überleben zu können. Ein Trend wie den der Cyber scheint ein ideales Vermarktungsinstrument zu sein, optische Accessoires sind teilweise recht kostspielig und werden in großem Rahmen von den Anhänger konsumiert, die Musik ist größtenteils schnell und billig produziert und wie geschaffen zum Geld verdienen. Textliche Inhalte reduzieren sich auf verzerrte Parolen, die oft unter die Gürtellinie reichen.
Prinzipiell geht es bei diesem Konflikt also um die Technoisierung der Clubs und Festivals die mit einer Mischung aus Musikrichtungen möglichst viele Kunden locken möchten. Das die Musikrichtungen überhaupt nicht zusammenpassen wird in vielen Clubs hartnäckig ignoriert. Der Trend geht vermehrt wieder in Richtung einzelner Musikrichtungsorientierten Partys oder der Aufsplittung in verschiedene Bereiche einer Discothek. Ob beide Szene langfristig für ausreichend Umsatz sorgen können, ist bestimmend dafür, ob solche Veranstaltungen stattfinden. Zukunft ungewiss, Trennung vorprogrammiert?
(Bildquellen: Bren Dovgal@flickr.com (CC-by-nc), e_brand@flickr.com (CC-by-nc), Blacklive)
- engl. für »Nietkopf« und Übergangskultur der Post-Industrial-Szene deren Anhänger mit Tarnhemden, Feldjacken und Kampfstiefeln zu sehen sind. [↩]
- Bei den sogenannten Cyberloxx, die vielfach vertrieben werden, handelt es sich ursprünglich um Geschenkband aus den USA, dass man mit viel Hingabe in das vorhandene Haupthaar einarbeitet oder mittels Klammern im Haar befestigt. [↩]
- Aus den Kommentaren des Projekte jugendszene.com zum Thema Gothic [↩]



hat bereits 1 Kommentar abgegeben und schrieb am 4. Juli 2010 um 19:10:
Hey leute,
mal ganz ehrlich: ihr schiebt hier nen Film das is grandios. Ja, ich gehör drittels zur cyber, drittels zur gothic und drittels zur Metalszene. Soviel intoleranz wie ich bei der gothic szene mitbekomm gegenüber den cyber is unverständlich für mich.
Warum nutzt ihr eure energie nicht einfach dafür, die cyber zu ignorieren und selbst was zu organisieren wo cyber nicht reinkommen.
Ihr schreibt hier soviel darüber wie es euch ankotzt, wie sich alles entwickelt packt es aber nicht an. Mit reden allein, hat noch niemand gewonnen.
hat bereits 257 Kommentare abgegeben und schrieb am 4. Juli 2010 um 19:41:
@Bio: Soll das eine Meinung sein, oder nur ein Flame? Da Du ja selber nicht weißt, wo Du hingehörst, solltest Du Deine Energie nutzen, um Deinen Platz zu finden. Mit Reden allein scheint das ja nicht zu funktionieren.
hat bereits 16 Kommentare abgegeben und schrieb am 4. Juli 2010 um 20:49:
@Biomechanical: Wenn du dich sonst auch so ausdrückst und gibst ist es wenig verwunderlich, dass du mit Intoleranz gestraft wirst. Du redest darüber, dass hier »ein Film geschoben« wird und haust dann solche Sachen wie »Warum nutzt ihr nicht eure Energie, um xy« — nicht gerade überzeugend. Wenn du die Meinungen auf dem Blog hier durchgelesen hättest, wär dir auch aufgefallen, dass hier durchaus ein Meinungsaustausch stattfindet, der nicht auf Intoleranz beruht.
@Vizioon: Wo liegt das Problem, sich nicht in speziell eine Ecke einzuordnen? Ich seh mich auch nicht nur einer der verschiedenen Subkulturen angehörig, hab soweit meine eigene Ansichten und Meinungen und könnte auch gar nicht nur »eine Schublade« bedienen mit meinem Leben.
hat bereits 328 Kommentare abgegeben und schrieb am 6. Juli 2010 um 13:55:
Zu Biomechanical
[…]Soviel intoleranz wie ich bei der gothic szene mitbekomm gegenüber den cyber is unverständlich für mich.[…]
Warum? Jetzt nicht auf die Cyber bezogen, sondern einfach auf den Faktor der Intoleranz. Ist Intoleranz unschick? Unredlich oder strafbar? Warum dieses Unverständnis. Aspekte der Intoleranz sind nur die Argumente einer Meinung und als diese auch nur zu werten. Und solange es die Toleranz nicht schafft, die Intoleranz zu tolerieren, braucht man sich gar nichts auf den Begriff einzubilden.
Davon einmal abgesehen, ein Rudel Cyber beim Schwarzclubabend wirkt nun einmal wie eine Horde BILD-Rezipienten während einer Lesung der Werke Kafkas. Oder anders gesagt, wer für einen Abend ins politische Kabarett geht, will auch nicht Mario Barth auf der Bühne rumkaspern sehen. Und umgekehrt.
[…]Warum nutzt ihr eure energie nicht einfach dafür, die cyber zu ignorieren und selbst was zu organisieren wo cyber nicht reinkommen.[…]
Sie werde ja auch ignoriert, da diese Szene nicht über ein hohes Aggressionspotenzial verfügt. Aber dennoch muss man ja nicht schweigend dulden. Oder was soll man unternehmen? Abende mit einem großen „Ihr müsst leider draußen bleiben“-Schild? Fandungsraster für Schweißerbrillen und Fingerleuchten? Ich möchte einmal den Veranstalter erlebten, der dadurch fröhlich seine Kundschaft verkrault.
Zudem muss ich etwas bitter grinsen. Denn ich lasse mich nicht von Tekkerknirpsen vertreiben, die schlüpften, als ich schon vor Festivalbühnen stand. Das so zu meinen wäre etwas dreist. Die Pflicht der Anpassung oder Neuorganisation hat letztendlich derjenige, der in schon gefülltes Territorium tritt. Und nicht der, der sich von so manchem Auftreten in seinem Wesen beleidigt sieht.
Dennoch, ein Pauschalverbot möchte ich auch gar nicht aussprechen. Da es doch einige Vertreter der Cyberkultur gibt, die eine erfrischende Neuheit in das Szenebild bringen. Nur existiert nun einmal ein Unterschied zwischen einem Cyber und dem, das ich so liebevoll als Teletubbie bezeichne. Und auf 30 Teletubbies kommen vielleicht zwei „gelungene Cyber“. So zumindest sehe ich das. Vielleicht zu elitär, vielleicht arrogant, vielleicht vermessen, sich über ein derartig triviales Thema zu ereifern. Aber vielleicht auch nur „vielleicht“.
hat bereits 378 Kommentare abgegeben und schrieb am 6. Juli 2010 um 14:17:
@ Guldhan
Ich versuche gerade, den Toleranz-Intoleranz-Knoten in meinem Hirn zu entwirren, den du verursacht hast :-)
Das Problem liegt meines Erachtens nicht im Outfit oder in »Kategorien« sondern im Verhalten. Der Kommentar von Biomechanical spricht doch in Form, Wortwahl und Inhalt für sich.
Mal abgesehen davon, ist Biomechanical wahrscheinlich schon längst wieder in den Tiefen neonbunter Quietschwelten verschwunden.
hat bereits 328 Kommentare abgegeben und schrieb am 6. Juli 2010 um 14:46:
[…]Ich versuche gerade, den Toleranz-Intoleranz-Knoten in meinem Hirn zu entwirren, den du verursacht hast :-)[…]
Hauptsache es wird kein gordischer Knoten daraus ;)
Um es etwas anders zu schreiben: Dieses war eine Frage, die ich mir vor einiger Zeit einmal selber stellte und bis heute keine Antwort fand. Nämlich, inwieweit (oder bis zu welchem Grad) man als toleranter Mensch intolerantes Verhalten tolerieren darf, sollte oder sogar muss. Bezieht man Aspekte der Ethik und der Moral mit ein, beharrt aber andererseits auf die Konsequenz der Begriffe, so sitzt man irgendwann nur noch konfus in seinem Zimmer und denkt: „42…?“
hat bereits 1744 Kommentare abgegeben und schrieb am 6. Juli 2010 um 18:05:
Ihr macht mich auf eine ganz neue und grandiose Weise arbeitslos, denn ich hätte Biomechanicals Kommentar nicht besser beantworten können. Vielen Dank.
»ein Rudel Cyber beim Schwarzclubabend wirkt nun einmal wie eine Horde BILD-Rezipienten während einer Lesung der Werke Kafkas« Köstlich :)
hat bereits 378 Kommentare abgegeben und schrieb am 6. Juli 2010 um 23:57:
@Guldhan
Ich hab über diese Toleranz-Geschichte jetzt wirklich lange nachgedacht — ohne Ergebnis. Vielleicht gibt es da einfach keine pauschale Antwort. Vor allem dann nicht, wenn man gedanklich die Szene und dann die europäische Zone verlässt und sich bis zu den Naturvölkern und entsprechenden Weltanschauungen/Handlungsweisen durchschlägt.
Das einzige fassbare Ergebnis ist wohl dieses: Die enthusiastische Toleranz meiner Jugendjahre ist verflogen. Der Grundgedanke war nicht schlecht, aber es muss ein Fehler in der Theorie gewesen sein.… hat nicht funktioniert ;-)
hat bereits 257 Kommentare abgegeben und schrieb am 7. Juli 2010 um 20:24:
@Guldhan: Nice one :) Der Tolernanzgedanke erschöpft sich irgendwann, denn sonst gäbe es keine Szenen, sondern nur »eine« Szene.
Ich bin mir nicht sicher, ob ich das schon mal geschrieben habe, aber egal: letztendlich schafft jeder für sich seine Szene, also seine Grenzen und seinen Geschmack. Tja, wir sind Induvidien. Von daher gibt es keine Szene, sondern nur ein Umfeld, mit dem wir uns am besten arrangieren können.
hat bereits 378 Kommentare abgegeben und schrieb am 7. Juli 2010 um 22:27:
Also ich bin keine Induvidie. Da bin ich mir ganz sicher :-)
hat bereits 1744 Kommentare abgegeben und schrieb am 10. Juli 2010 um 07:50:
Mit den Begrifflichkeiten habe ich auch so immer meine Schwierigkeiten. »Die enthusiastische Toleranz meiner Jugendjahre ist verflogen«. Ich empfinde das umgekehrt. Wenn man nach 2 Monaten »sich auf dem Schulhof zu den anderen stellen« eine gewisse Zugehörigkeit ausdrückt, kam ich mir immer besonders privilegiert vor, besonders, anders und außergewöhnlich. Die anderen fand ich dann irgendwann doof, dann lästig und letztendlich störend. Die Toleranz sank, die Intoleranz stieg.
Heute empfinde ich manchen Phänomenen gegenüber so etwas wie Gleichgültigkeit, Akzeptanz oder Toleranz, je nach dem wie genau man den Begriff auslegen möchte. Andere würde sagen, man wird einfach ruhiger, was ich aber nicht weiter verwerflich finde, wenn man die Gleichgültigkeit nicht auf Dinge projiziert, die es immer noch Wert sind, einen Enthusiasmus zu entwickeln.
hat bereits 4 Kommentare abgegeben und schrieb am 8. August 2010 um 14:15:
dann meld ich mich mal auch wieder zu word :D
diese ganze toleranz und akzeptanz geschichte ist wirklich schwierig unter einen hut zu bringen O.o menschen sind eben unterschiedlich ^^ was den einen stöhrt empfindet der andere vieleicht als ganz normal. ich denke man sollte versuchen sich seine eigene meinung zu bilden aber sie nicht anderen aufzwingen ^^
hat bereits 1744 Kommentare abgegeben und schrieb am 9. August 2010 um 12:11:
@rouven: Schöne Zusammenfassng. Ich ergänze noch, da man seine gebildete Meinung von Zeit zu Zeit auf ihre Richtigkeit überprüfen sollte ;)
hat bereits 1 Kommentar abgegeben und schrieb am 9. August 2010 um 16:02:
Puh, so viel habe ich wohl lange nicht mehr gelesen…
Ich verfolge die Entwicklung der Cyber-Szene schon so ziemlich seit ihrer Entstehung und muss sagen, eigentlich hatte sie Ursprünglich schon viel mit der schwarzen Szene zu tun wobei diese sich inzwischen überwiegend auch der Dekadenz hingibt und öberflächlich ist. Sowohl Goth als auch Cyber beschäftigten sich vor allem mit der Vergänglichkeit nur das es bei dem einen die des Einzellnen und bei dem anderen die einer ganzen Bevölkerung. Eigentlich ist die Symbolik bei Cyber sogar noch erkennbar, der gescheiterte Mensch der sich selbst und die Natur zerstört hat. Das Leben auf einen toten Planeten, einem Ödland in der es keinen Anstand, Moral und Kulturen mehr gibt und man sich selbst der nächste ist.
Das war was mich an der Subkultur fasziniert hat und auch die meisten »unbewusst« fasziniert aber eine gemeinsame Mentalität gibt es sowieso in keiner Szene mehr.
hat bereits 257 Kommentare abgegeben und schrieb am 9. August 2010 um 21:29:
@Orphi: Sry, und ja, da bin ich mir auch sicher.
@Ayu: Anstand und Moral sind eine Frage der Definition. Und Kultur ist ja sowieso alles.
hat bereits 2 Kommentare abgegeben und schrieb am 18. August 2010 um 13:04:
so nach monaten mal mein 2. kommentar.
man muss natürlich nicht alles tolerieren was sich so versucht in sein »wohlfühlumfeld« zu drängen. nur versucht erstmal die zu bekämpfen, die wirklich ein schlechtes licht auf die »szene« an sich lenken. die mit rechtem gedankengut in ns/ns-imitat-uniform… was ich mir dieses jahr teilweise wieder ansehen musste auf dem M’era Luna war echt schlimm. gut zurück zum thema. ich hab im moment irgendwie das gefühl das der cyberboom abgenommmen hat aber das scheint nur mein subjektives empfinden zu sein. und wenn ich mir dann so ansehe wie viele »cybers« geschätzt prozentual dieses jahr auf dem M’era Luna anwesend waren, kann mir keiner erzählen das man sich durch die reine anwesenheit gestört, belästigt oder sonstwas fühlen kann. lass es dieses jahr 5 bis wirklich maximal 10 % gewesen sein. das sah in den letzten jahren schon anders aus. und um mal beim zumindest besucherzahlenmäßig größtem festival der »szene« zu bleiben, dann kann man sich da auch nicht über das line-up aufregen. der samstag blieb ganz cybermusiklos und erst am späten nachmittag sonntag kamen dann die altbekannten künstler die uns so ansprechen. prozentual auch hier nicht mehr als ein anteil von bissel mehr als 10 prozent. damit sollte jeder leben können ohne das kotzen zu bekommen wenn er auf so einem festival unterwegs ist. außerdem sehe ich bei den so ungeliebten cyberkünstlern jede, wirkliche jede gruppierung der szene vertreten, was mir sagt das es sich nicht nur um musik für cybers handelt sondern einen großen teil der szene anspricht. und dann kann man sich wieder nur an der optik stören wie ich schonmal geschrieben hatte… ich mag diese teletubbies die aussehen wie ich mir ein LSD-Trip vorstelle auch nicht, nur die sind prozentual noch geringer angesiedelt als leute wie ich, die den »cyberlook« immernoch als ein stil der schwarzen szene betrachten und nicht wollen das man sie für ne tüte gummibären hält. was clubs angeht kann ich allgemein auf DTL bezogen nicht so viel sagen, da ich immer nur in den berliner clubs unterwegs bin und da meistens in dem selben. dort gibt es mottos und die werden auch alle von allen gruppierungen besucht die die szene zu bieten hat. und wie gesagt selbst wenn man die musik komplett trennen würde, würden noch genug cybers kommen in dann eure clubs, da es weiterhin viele gibt die sich nicht nur auf CC, agonoize und co. festlegen lassen was ihren geschmack an musik angeht.
grüße Sascha
hat bereits 257 Kommentare abgegeben und schrieb am 18. August 2010 um 19:53:
@rEACTOR dEFECT oder Sascha:
Dein Text liest sich extrem schlecht: Groß– und Kleinschreibung ist ein Aspekt, und ab und an mal einen Absatz einbauen kann auch nicht schaden.
Abgesehen davon ist mir nicht wirklich klar, auf was Du hinaus willst.
hat bereits 4 Kommentare abgegeben und schrieb am 19. August 2010 um 23:51:
Das der »Cyber-Boom« zurück zu gehen scheint habe ich vor kurzem vermutet, schön zu lesen das der Gedanke nicht nur mir kam. Es ist einfach furchtbar wenn der eigene Kleidungsstil sich plötzlich rapide verbreitet und man mit vielen Menschen die einem selbst verdammt peinlich sind in Verbindung gebracht wird. Wenn die Anzahl der — ich nenn sie mal — »unter mangelndem Benehmen leidenden Nachwuchscyber« weiterhin sinkt kann das für das »ältere Cyberfolk« nur von Vorteil sein.
Denke das rEACTOR dEFECT auf »das Problem löst sich derzeit selbstständig« hinaus wollte.
Wobei ich die Kritik an NS-Uniformen und/oder Imitaten nicht nachvollziehen kann. MMn erfüllt sie den selben Zweck wie entsprechende Textpassagen in diversen Stücken — bzw. erinnert uns an die Schattenseiten des Lebens. Wenn man die Auseinandersetzung mit diesen nicht sucht muss man in unserer Szene verdammt vorsichtig sein was man hört und sieht, da es z.B. wenige Lieder gibt die diese nicht in irgendeiner Form benennen oder zumindest anschneiden.
Oder gibt es einen trifftigen Grund sich gegen das NS-Thema zu wehren und gleichzeitig Themen wie Krieg, Folter etc. zu tolerieren? Ich denke nicht.
hat bereits 257 Kommentare abgegeben und schrieb am 20. August 2010 um 20:20:
@L: Aus meiner Sicht zu Deinem letzten Satz: Wie kommst Du auf den schrägen Gedanken, daß Krieg und Folter Themen irgendeiner Toleranz wären?
hat bereits 1744 Kommentare abgegeben und schrieb am 27. August 2010 um 02:59:
@reactor defect: Diesen Eindruck habe ich in ähnlicher Weise auf dem WGT ausmachen können, obwohl es dort durch die große räumliche Trennung mitunter zu falschen Ansichten kommen kann. Ich weiß aber nicht wirklich ob sich das »Problem« von selbst lösen wird. Vielmehr vermute ich eine weitere Ausdifferenzierung der schwarzen Szene in kleiner Untergruppierungen die sich wieder »elitärer« und »intoleranter« verhalten als es jetzt den Anschein hat.
Generell kann ich deinen Unmut über die NS-Uniformen oder deren Imitate nur nachvollziehen. Ich selber finde diesen Trend ganz schrecklich, vor allem vor dem Hintergrund, das die Träger meist keinen Hintergrund dazu aufweisen, sondern nur auffallen möchten.
@L: Nein, das sehe ich etwas anders. Man kann sich nicht einfach in eine NS-Uniform werfen und sich dann damit behaupten die Schattenseiten des Lebens zu reflektieren. Meiner Meinung nach sind viele der Uniform-Träger leere Hüllen, die das nachmachen was ihnen auf der Bühne vorgemacht wird, ohne sich darüber Gedanken zu machen was dahintersteckt. Schlimmer noch: Viele Künstler, die sich Uniformiert präsentieren lassen einen entsprechenden Hintergrund ebenfalls vermissen.
hat bereits 4 Kommentare abgegeben und schrieb am 6. September 2010 um 08:46:
Ist Krieg denn nicht -> das <- Thema im Industrial schlechthin, dicht gefolgt von Folter?
Wenn wir nun damit beginnen Menschen in NS-uniformen zu verurteilen müssen wir zwangsläufig auch das Musikgenre »Industrial« verurteilen — alles andere würde ich als scheinheilig bezeichnen.
Es mag sein das sich viele leere Hüllen unter den Uniformträgern befinden — aber die findet man in der gesamten Szene (warum überrascht es mich nicht das man den Hauptanklagepunkt für uns Cyberfolk auf die ganze Szene ausweiten kann? ^^ ) — und selbst wenn es sich um leere Hüllen handelt, so erfüllen sie dennoch den Erinnerungszweck; Und mir persönlich ist es lieber wenn unsereins stets an damals erinnert wird anstatt zu vergessen — denn das wäre mMn weitaus gefährlicher.
hat bereits 257 Kommentare abgegeben und schrieb am 6. September 2010 um 20:51:
@L: Ich habe kein Problem damit, Dich in einer NS-Uniform zu verurteilen. Und wenn Du es so sehen willst, verurteile ich auch Deine Sicht von Industrial.
Und Erinnerungszweck? Dachau (ist zu besuchen), und diverse andere ähnliche Stätten auch.
hat bereits 3 Kommentare abgegeben und schrieb am 5. November 2010 um 12:46:
Also Ich bin ein Früherer Goth bzw AltGoth, Jetzt bin ich in der Cyberszene Aktiv, und habe meine alte einstellung zum goth beibehalten.… mann kann kein goth werden man wird als goth geboren.… denoch bin ich vom äuseren her ein cyber…
so jetzt meine Kritik:
Warum Akzeptieren die Gothics nicht die Cyber…???
Weil sie durch ihre Ideologie einen tunnelblick bekommen haben… Ähnlich wie bei den christen ^^
die Medien verzapfen die Cyberszene als Cybergothic.…
dabei heißt es eigentlich nur cyber.…
zudem ist die cyberszene keine modeerscheinung.…
wir glauben daran das die welt bzw die Menschen sich selbst zerstören.…
wir sind halt eine was wäre wenn szene.…
zudem gibt es die szene erst seit 2003 und ist daher zu neu um alles über sie zu wissen.… man muss sich echt neutral damit beschäftigen um das zu verstehen.
Bei fragen meine Mail…
Onix_Akuma@web.de
hat bereits 166 Kommentare abgegeben und schrieb am 5. November 2010 um 16:49:
Hallo Onix!
Ich denke das Problem ist, dass es wenige gibt die so denken wie du.
Sehr viele Cybers die sich in der Szene herumtreiben SIND eine Modeerscheinung, die durch einen sehr penetranten Etikettenschwindel leider kaum noch ignorierbar ist, was man bsonders in Clubs merkt.
Das sind einfach die Punkte die sauer aufstoßen.
Wobei ich glaube, dass sehr vieles auch nur auf die Cybers projeziiert wird, zumindest denke ich das, wenn ich mich selbstreflektierend betrachte.
»Cybergothic« ist die Spitze des Eisbergs von jahrelanger Kommerzialisierung, Etikettenschwindel und falscher Toleranz und ich glaube einfach, dass manche jetzt erst sehen, dass die Szene kaum noch eine Basis bietet und so extrem zersplittert ist, dass man schlecht noch von einer Szene sprechen kann.
hat bereits 1744 Kommentare abgegeben und schrieb am 6. November 2010 um 04:10:
Ich denke der letzte Kommentar von ASRianerin beinhaltet schon viel von dem was die meisten an der Cyber-Szene ablehnen. Leider ist Goth selbst zum Opfer der Kommerzialisierung geworden und erscheint mitunter nicht viel besser oder schlechter als die Subkultur der Cyber.
Um das Beispiel von ASRianerin aufzugreifen: Des Eisberg Cyber hat eine längst überfällige Wunde in das Schiff »Gothic« gerissen, das nun zu sinken droht.
Meine Kritik richtet sich auch nicht gegen die Cyber, sondern die Veranstalter und alle anderen die Cyber und Goth mischen und damit zwei Dinge unter einen Hut bringen wollen, die so nicht zusammenpassen, weder von ihrer Musik, noch von ihrer Einstellung oder ihrem Äußeren.
Du selbst, Onix, hast ja schon die Sache auf den Punkt gebracht. Cyber und Gothic gehören nicht zusammen, weder als Wort noch als Szene. Nichts ist an der einen schlechter als an der anderen. Doch ihre aufgezwungene Zweisamkeit auf Festivals und in Clubs erinnert an den »Frauentausch« bei RTL2. Hier werden möglichst gegensätzliche Menschen zusammengeworfen um dabei zusehen zu können, wie sie sich im Ring des Bildschirms die Augen auskratzen.
hat bereits 1 Kommentar abgegeben und schrieb am 8. November 2010 um 22:47:
Also ich bezeichne mich mal als AltGoth, da ich die Zeit der späten 80ziger als mein Sturm und Drangzeit sehe.
Ich besuche auch heute noch Festivals und Discotheken in denen die Veränderungen nicht zu übersehen sind. Allerdings widerspreche ich der Aussage, dass beide Kulturen nicht zusammen passen. Ich denke, dass sie sehr wohl zusammenpassen, ich gehe sogar soweit, das die Cyber-Szene mich in meiner Gothic-Ausrichtung bereichert.
Ich kann mir nicht jeden Tag nur Sopor oder (um mal älteres zu nennen) Cure reinziehen. Ich brauch auch mal ne Runde AggroTech oder Industrial auch mal EBM. Wer isst schon jeden Tag »Eintopf«?
Ich fände es gut wenn man einfach mal den Menschen neben einem leben ließe wie er es für richtig hält ohne ihn in einen Topf zu schmeißen und über den berühmten Kamm zu zerren.
Die geteilten Dancefloors in den Discotheken ist doch eine super Sache, um seinen Empfindungen und auch seiner derzeitigen Verfassung und Lust zu frönen.
Und ganz ehrlich gesagt, mich faszinieren auch die Outfits der »Knicklichtfraktion« obgleich ich lieber meinem schwarz treu bleibe.
In diesem Sinne.…
hat bereits 166 Kommentare abgegeben und schrieb am 8. November 2010 um 23:21:
Das ist ja schön, wenn es getrennte Floors gibt, dennoch ist ein gewisser penetranter Etikettenschwindel nicht (mehr) zu übersehen.
Ich glaube, viele fühlen sich veralbert, wenn auf einem Fyler ein Gothicabend mit allen Spielarten dunkler Musik angekündigt wird und man im Endeffekt nur mit Kirmestechno zugedröhnt wird.
Man bekommt eben, wie oft schon gesagt wurde, das Gefühl, dass durch dieses Aufdrängen der Stilvielfalt immer mehr die gemeinsame Basis verloren geht. Und ich denke schon, dass dieser Vorwurf berechtigt ist.
hat bereits 1744 Kommentare abgegeben und schrieb am 13. November 2010 um 17:25:
@ASRianerin: »Das ist ja schön, wenn es getrennte Floors gibt, dennoch ist ein gewisser penetranter Etikettenschwindel nicht (mehr) zu übersehen.
Ich glaube, viele fühlen sich veralbert, wenn auf einem Fyler ein Gothicabend mit allen Spielarten dunkler Musik angekündigt wird und man im Endeffekt nur mit Kirmestechno zugedröhnt wird.«
JA! Besser hätte ich das nicht ausdrücken können. Es verhilft mir zu einem freudigen Glucksen, das es immer wieder jemanden gibt, der einer gleichen Meinung ist.
@Syrian: Aber nichts desto trotz kann ich auch nachvollziehen was du sagst. Ich mag auch nicht jeden Tag Eintopf, aber die Zutaten die darin enthalten sind kann man immer wieder neu arrangieren, es muss nicht immer etwas neue dazugemischt werden, irgendwann »kippt« der leckerste Eintopf um.
Vielen Dank jedoch für deine Meinung, ich würde mich auch zukünftig über deine Meinung hier in meinem Blog freuen!
hat bereits 3 Kommentare abgegeben und schrieb am 15. November 2010 um 08:48:
da siehste was Falsch, nicht der Krieg sondern das resultat danach… das verkörpert der Cyber.. wir zeigen wie es ausehen wird/kann wenn es mit kriegen usw weiter geht…
hat bereits 1744 Kommentare abgegeben und schrieb am 15. November 2010 um 10:46:
@Onix_Akuma: Auf wen bezieht sich dein Kommentar? Ich kann gerade keinen Zusammenhang herstellen. Schließlich hast du völlig recht, die Cyber symbolisieren ein postapokalyptisches Szenario NACH dem Krieg.
hat bereits 328 Kommentare abgegeben und schrieb am 16. November 2010 um 13:10:
Wer hätte das gedacht, dieses Thema provoziert ja noch immer zum emsigen Meinungsaustausch.
zu Onix_Akuma
[…]da siehste was Falsch, nicht der Krieg sondern das resultat danach… das verkörpert der Cyber.. wir zeigen wie es ausehen wird/kann wenn es mit kriegen usw weiter geht… […]
Nach dem Krieg? Welche Atmosphäre soll denn dabei ausgestrahlt werden. Eine Nachkriegs-Spaßgesellschaft im Sinne von manischer Depression? Mag sein, dass ich mich jetzt wiederhole und für etwas Entrüstung sorge. Aber all jene Cyber, die ich bis jetzt sah, strahlten keine dahingehende „Was wäre wenn“-Atmosphäre aus. Diese wirkten auf mich eher wie die Disneyversion eines Endzeitszenarios.
Zugegeben, ich kann nur subjektiv über das urteilen, was ich sehe. Und bin objektiv noch nicht allzu tief in die Motivation und Intention jener Gesellen vorgedrungen. Aber wenn sich demnach all diese von mir beobachteten Leuchtstoff-Stoffel ein Wesen ähnlich dem des Cyberpunk auf die Fahne schreiben wollen, dann verstehe ich das eher als Scherz, denn als ernstzunehmende Selbstdeutung.
Postapokalypse, Endzeit und/oder Cyberpunk haben mit dem gemeinen Wald– und Wiesencyber jener Szene (oder wie auch immer) ungefähr soviel zu tun, wie Metal mit Tokio Hotel. Was ich beobachtete ist die Darstellung einer Kitsch-Utopie. Möglicher Weise die Zukunftsversion einer versumpften Überflussgesellschaft; wenn ich die Cyberkultur einmal interpretieren sollte. Aber mit Sicherheit keine Nachkriegstristes.
Mag sein, dass ich das zu ernst nehme oder blöde Ansichten verbreiten. Aber mich faszinieren solche Extreme menschlicher Zukunft. Ich bin begeistert von den fiktiven Szenarien, die sich damit schaffen lassen. Doch sollten diese in sich stimmen. Nicht einfach als hohles Abstrakt der Wahrscheinlichkeit im Raum stehen bleiben, sondern auch der eigenen Logik standhalten können. Und das ist mir dahingehend so gut wie nicht vorgekommen. Wenn man eine solche Nachkriegsgrundstimmung in sich tragen bzw. mit seinem Äußeren symbolisieren will, dann gelingt es einem nicht, wenn man sich nur ein Schnüffelstück ins Gesicht schnallt und in narzisstischer Pose funkelnd vor Warnschildern oder in der urbanen Unterwelt herumhopst. Und ansonsten so wirkt, wie die Pseudobrachialversion des FlowerPowerHippies. Studiert man die Endzeitszenarien, so wäre die Darstellung und das Auftreten der Cyberkultur das Erste, was dieser einen flotten Untergang bescheren dürfte. Allerdings; wäre diese Selbstzerstörung der Inbegriff jener Kultur, dann muss ich gestehen, dass das Konzept passt.
[…]Warum Akzeptieren die Gothics nicht die Cyber…???
Weil sie durch ihre Ideologie einen tunnelblick bekom¬men haben… Ähnlich wie bei den christen ^^ […]
Für mich gesprochen: Weil ich es nicht muss. Schließlich wird man nicht gezwungen. Und ich habe mit längst verjährtem Szeneeintritt auch nichts dahingehend unterschrieben. Es hat nichts mit Tunnelblick zu tun, sondern mit schlichtem Gefallen und Nichtgefallen. Nichts mehr und nichts weniger. Die einen sehen im Stil des Cybers den Zenit ihrer Ausdrucksmöglichkeit, die anderen stehen bei dem Gefuchtel kopfschüttelnd daneben. Beides hat ein Recht auf Thesen des Pro und Kontra.
[…]zudem ist die cyberszene keine modeerscheinung.…
wir glauben daran das die welt bzw die Menschen sich selbst zerstören.…[…]
Jeder, der nicht gerade von Philanthropie gebeutelt ist, wird diesen Glauben aussprechen sowie bejahen. Immerhin dachten das auch schon die 68´er und diese gingen als Modeerscheinung in die Geschichte ein…
hat bereits 1744 Kommentare abgegeben und schrieb am 18. November 2010 um 13:51:
Ich überlege gerade krampfhaft, was ich dem Kommentar von Guldhan hinzufügen könnte und entscheide mich dafür es für sich selbst sprechen zu lassen. Wirkliche gelungen Herr Guldhan, Chapeau.
Vielleicht eins noch: Letztendlich weiß niemand wie es nach einem Endzeitszenario aussehen würde, daher sind der Phantasie erst mal keine Grenzen gesetzt. Ein knallbuntes Szenario ist sicherlich extrem unwahrscheinlich, aber was soll’s — Soilent Grün war ja auch knallbunt ;)
hat bereits 16 Kommentare abgegeben und schrieb am 18. November 2010 um 15:08:
Ich wage auch zu bezweifeln, dass der Großteil der schwarzbunten Szene ernsthaft darauf aus ist, wahrhaftige Endzeitszenarien zu verkörpern. Wäre dem so, würden sie sich nicht in einem Clubumfeld, sondern auf Endzeit-Larp-Cons herumtreiben.
(Interessierte hierdran empfehle ich nebenbei die FATE.)
Dennoch ist vielleicht anzumerken, dass die Thematik Endzeit in der Cyberszene romantisiert wird — allerdings findet eine solche Romantisierung ebenso in der Mittelalterszene, die ja auch irgendwie zur schwarzen Szene gehört, statt. In Punkto Authentifizät nehmen die beiden Lager sich nichts.
Allgemein hatte ich auch mal den Eindruck gekriegt, dass generell recht viel in der schwarzen Szene romantisiert wird.
Warum wird das also bei den einen angeprangert, bei den anderen nicht?
Nur ein kleiner Gedankengang meinerseits, der mir bei den letzten Kommentaren aufkam.
hat bereits 166 Kommentare abgegeben und schrieb am 18. November 2010 um 15:47:
Ich glaube noch nicht mal, dass die (angebliche) Endzeitverkörperung und die Romantisierung dieser angeklagt wird. Es wird vielleicht verspottet, da wohl die wenigsten Menschen bei Endzeit an Knicklichter, Plüsch, Neonfarben und Parties feiern denken, aber angeprangert direkt wird es ja eigentlich nicht. Gerade weil eben jeder in der Szene unterbewusst dennoch weiss, dass es überall so ist.
Ich denke es ist einfach der Punkt der schon überall angesprochen wurde: Oberflächlicher Etikettenschwindel, der langsam übertrieben penetrant ist und zurecht sehr vielen sauer aufstößt.
hat bereits 16 Kommentare abgegeben und schrieb am 18. November 2010 um 22:36:
Nun, der Etikettenschwund wird meines Wissens aber mit jeder aufkommenden »Neugeneration« beklagt, oder täusche ich mich? Ich lebe leider noch nicht lange genug, um dies halbwegs objektiv bewerten zu können.
Und auch wenn’s nun ein wenig Off-Topic ist, ich habe soeben folgendes Video auf YT gefunden: http://www.youtube.com/watch?v=K9eeBrBL3ZQ
Besonders den letzten Satz find ich im Bezug zur hiesigen Diskussion sehr passend.
hat bereits 1744 Kommentare abgegeben und schrieb am 21. November 2010 um 13:45:
@TheRisen: Sicher, jede neue Generation sorgt für neue Einflüsse und Ideen. Es geht aber bei der Oberflächlichkeitsdiskussion um zwei verschiedene Dinge. Zum einen um die Szenemitglieder selbst, hier ist Oberflächlichkeit aber kein Cyberphänomen mehr, sondern pflanzt sich durch alle Bereiche fort und hat es nebenbei erwähnt auch schon länger gegeben. Menschlich gesehen gehört für MICH wesentlich mehr zu Szene als die heutige Szene-Masse zu suggerieren vermag. Diskussion, Austausch über alle Lebenslagen, Freundschaft, Gemeinschaft, Tiefsinniges, Poetisches, Ästhetisches, … Ich könnte die Liste noch fortführen. Heute gehst du in einen Szeneladen, verpasst Dir selbst in 10 Minuten ein komplettes »gruftiges« Outfit. Bis du nun ein Teil der Szene? Nein. Doch genau das ist doch heute oft der Fall.
Der zweite Teil der Oberflächlichkeitsdiskussion ist für mich die Musik. Das was »Cyber« ist, oder als solches bezeichnet wird, ist inhaltlose und billig produzierte Kommerz Techno-Mukke, die zu allem Überfluss auch noch Industrial genannt wird. Uniformästhetik und faschistoide Bezüge auf Plattencovern, Outfits und Liedern werden dir um die Ohren gehauen, ohne das eine tatsächliche Auseinandersetzung damit statt findet. Kunst ist das nicht, sondern — wie ich finde — Müll. Die Jugendlichen ziehen sich sowas rein, erkennen das sie damit schocken und provozieren können und das reicht den meisten. Jedenfalls am Wochenende. Rein musikalisch hat das was man dort so hört nichts, aber auch gar nichts mit Gothic-Mukke zu tun.
Daher finde ich »Etikettenschwindel« mehr als passend. »Dann werden die Gruftis irgendwann bei der Love-Parade sein…« Fast. Die Loveparade kam zur Gothic-Szene, dann stimmt es. Etikettenschwindel ist schädlich für die Szene-Integrität. Wenn jemand Industrial auf ein Lied von Nachtmahr klebt ist und bleibt das Etikettenschwindel.
hat bereits 16 Kommentare abgegeben und schrieb am 21. November 2010 um 21:41:
Also Robert, ich muss sagen, dass ich dir beim Oberflächlichkeitspunkt Eins komplett zustimme. Der fehlende Tiefgang in der allgemeinen Schwarzen Szene war höchstwahrscheinlich auch mit Nährboden für das aufkommen der Cyberszene aus dem Schwarzen heraus.
Zu Oberflächlichkeitspunkt Zwei, der Musik, muss ich sagen, dass mich der Begriff Industrial ebenso stört.
Und nicht nur ich, sondern auch andere der Schwarzbunten probieren dieses Irrtum wo es nur geht aufzuklären.
Ich kann die Verärgerung darüber vollkommen verstehen und bin selbst ganz froh darüber, dass ein Großteil der Clubs in Berlin nicht mehr mit der Falschbezeichnung Industrial für ihre »Techno-Veranstaltungen« wirbt.
Hier sind die Schuldigen für die Verwechslung wohl auch bei den Clubbetreibern zu finden.
Zur Provokation, zum Teil billige Produktion, musikalische Unzugehörigkeit zu Gothic und stumpfe Akzeptanz vieler muss ich allerdings unweigerlich an Gestalten wie Marilyn Manson oder Unheilig, die z.B. Weihnachtslieder vor sich hinschmettern, denken.
Ich finde dieser unschöne Schuh wurde bereits in der »jüngeren« schwarzen Szene getragen und wird inzwischen ausschließlich an den Hacken der Cyber kritisiert.
Im Übrigen gibt es auch »hier« Strömungen die Agonoize, X-RX und andere »Ficken-Party-Provokation«-Konsorten vollkommen zurecht ablehnen.
hat bereits 3 Kommentare abgegeben und schrieb am 20. Januar 2011 um 13:04:
Guldhan.… ja spassig ist daran nichts.. aber nur weil wir die Zeit nach dem Krieg Verkörpern wollen heißt es doch nicht gleich das wir auch die Stimmung verbreiten müssen…
und das Bunde ist ja eher wegen Mutation und nukleare strahlung.. somit passt es ja zur Endzeit
Gothic hat auch zum Teil mit Tod zu tun… und denoch wenn man in nen Club rein geht sind alle Fröhlich.…
hat bereits 378 Kommentare abgegeben und schrieb am 20. Januar 2011 um 13:25:
Vielleicht habe ich da was nicht ganz verstanden, aber warum sollte es nach einem Atomkrieg bunt sein? Und was hat das mit der Schwarzen Szene zu tun?
hat bereits 166 Kommentare abgegeben und schrieb am 20. Januar 2011 um 15:01:
Die Frage, die Orphi stellte, stelle ich mir ebenfalls.
Außerdem muss man differenzieren zwischen einem spaßigen Zusammensein unter Gleichgesinnten und der absoluten Ausrichtung auf ein oberflächliches Partyleben, welches angestrebt wird.
hat bereits 328 Kommentare abgegeben und schrieb am 20. Januar 2011 um 16:03:
[…]und das Bunde ist ja eher wegen Mutation und nukleare strahlung.. somit passt es ja zur Endzeit[…]
Das kann ich als Argument im Raum stehen lassen, denn Strahlung wird meist mit unnatürlicher Farbgebung in Verbindung gesetzt. Wenn auch nur als gestalterisches Element. Denn Tschernobyl lehrt einen, dass trotz verheerender Strahlungsmengen nichts leuchten muss. Wer es nicht glaubt, der sehe selbst.
Ich verstehe ja auch den Zusammenhang von dahingehenden Dingen, wie eben die Gesichtsmasken oder die stellenweise provisorisch militärisch angehauchten Accessoire im Erscheinungsbild. Aber im Großen und Ganzen schließt sich mir nicht der Kreis. Muss ja auch nicht. Denn im Grunde ist es so, dass hier Argumente aneinander prallen. Ich gebe ja auch zu, dass ich dahingehend unbelehrbar bin. Mein Szenario eines postapokalyptischen Endzeitszenario deckt sich nun einmal ungefähr mit diesem oder jenem. Und…entschuldigung Leute…aber da passt so etwas oder dieses nicht hinein.
Im Überlebenskampf, der das einzige logische Resultat einer solchen Apokalypse bildet, bekommen solche Gestalten einen Schuss in (oder unschöne Kreaturen an) den Hintern und dann hat es sich ausgetanzt. Symbolisierte Mutation hin oder her.
[…]Gothic hat auch zum Teil mit Tod zu tun… und denoch wenn man in nen Club rein geht sind alle Fröhlich.…[…]
In der Tat, aber ich nicht. Ich will mich in einem Club austoben und mich abreagieren. Somit verbreite ich dahingehend wenig Fröhlichkeit, es sei denn meine bessere Hälfte bringt mich mal zum grinsen. Aber diese Frage kann gerne weitergeben werden.
hat bereits 378 Kommentare abgegeben und schrieb am 20. Januar 2011 um 22:30:
Genau die Bilder habe ich auch im Kopf, wenn ich an radioaktive Strahlung denke. Tschernobyl und das Gefühl damals, dass das Gemüse vergiftet ist und der Regen mich umbringen könnte. Die Natur sah aus wie vorher, war aber seltsam bedrohlich und krank. Dazu die Bilder von entstellten und kranken Menschen und Filme wie »The Day After«. Keine Spur von bunten Farben, Plastik, Moves und Party. Vielleicht kapiere ich Cyber deswegen nicht. Selbst wenn ich es verstehen würde, hätte ich den Bogen zur schwarzen Szene noch lange nicht gefunden.
hat bereits 166 Kommentare abgegeben und schrieb am 5. Februar 2011 um 16:22:
Weil es nicht mehr friedlich ist.
Mir wären die Cybers auf dem WGT auch ziemlich Schnurz, aber mittlerweile bevölkern die eben die Clubs und bestimmen indirekt die gespielte Musik mit. Und die bewegt sich bei Techno, Schranz o.Ä. und das nervt schon, da man ja eigentlich auf eine Gothicparty wollte.
Zudem habe ich mein persönlich-negatives Bild bekommen, da diese Gestalten anscheinend gerne über den Durst trinken und entsprechend lästig sind.
hat bereits 1744 Kommentare abgegeben und schrieb am 16. März 2011 um 15:56:
So ungerne ich ASRianerin in diesem Fall zustimme, ich muss es trotzdem. Denn fataler Weise hat Sie Recht. So manch schwarzer Abend verkommt zur Techno-Veranstaltung mit typischen Körperbewegungen die allesamt mit dem Schleichen der anderen Gestalten inkompatibel sind. Man stört sich gegenseitig und mitunter kommt es unter Alkohleinfluß zu manch unschöner Szene, auch das muss ich leider bestätigen.
hat bereits 11 Kommentare abgegeben und schrieb am 16. März 2011 um 19:15:
Da kann ich nur zustimmen– ein Grund mehr, warum ich einige Veranstaltungen nicht oder nicht mehr besuche. Und genau dieser »Störfaktor« ist das, was mich an der heutigen Szene so stört. Da gibt es für mich leider kein friedliches Nebeneinander mehr. Früher haben uns die Metaller gemobbt, heute sind sie mittendrin– aber problemlos. Dann kamen die Mittelalterfans– aber auch da kann man ohne Zoff zusammen feiern. Nur diese Cyberfraktion schafft es tatsächlich, innerhalb kürzester Zeit für immensen Ärger und Frust auf Seiten derer zu sorgen, die die Szene noch ernst nehmen. Das kann ja nicht funktionieren… :/
hat bereits 2 Kommentare abgegeben und schrieb am 18. März 2011 um 14:09:
@ GULDHAN
erstmal ein dickes kompliment für deine messercharfen und treffenden kommentare!
ich gebe zu hier nicht alles durchgelesen zu haben,aber das was ich mitbekommen habe bestätigt und bekräftigt mich in meiner entscheidung.
ich werde hier einen club(disco)ins leben rufen,in dem von gothic bis punk alles eintritt hat.
nur die sybers werde ich schon auf meiner homepage bitten den abend doch zu meiden weil sie eh nicht reinkommen werden.
mit anderen worten»ich werde versuchen die gute alte zeit nochmal auferstehen zu lassen«
nach 23jahren szenezugehörigkeit und 15J DJing und mit dem hintergrundwissen das sich SYBER einfach nicht mit GOTHIC oder umgekehrt verträgt.
nehme ich mir diese intoleranz einfach mal raus;)))
und NEIN ich bin nicht tolerant!!!
kurz und gut
falls hier jemand von euch lust hat mich im süden zu besuchen und in meinen club zu kommen(übernachten könnz bei mir)
würde mich sehr freuen und euch mit offenen armen begrüssen!
DENN ICH KANN MICH NOCH AN DIE GUTE ALTE ZEIT ERINNERN:ALS WIR GOTHICS EINE GROSSE FAMILIE WAREN.
UND WO IMMER ICH IN EINER FREMDEN STADT WAR;UND EINEN VON UNS SCHWARZEN GESEHEN HAB,HATT MAN SICH ZUMINDEST BEGRÜSST.WENN NICHT SOGAR EIN PAAR NETTE WORTE MITEINANDER GEWECHSELT.
WGT DIESES JAHR?! ICH BIN DER MIT DEM »HALTE DEINE SZENE SAUBER»T-SHIRT
an alle sybers,zieht doch einfach mal was eigenes auf und geht uns schwarzen nimmer auf den senkel.
sowas wie ein syberfestival oder so.
dann könnt ihr ja alle tolleranten schwarzen und die die kommen wollen rein lassen.
bin gespannt wie willkommen die schwarzen wären bei einer horde sybers hihih.
mit freundlichen grüssen
und hochachtungsvoll
E.WALSER
ps.sorry für die rechtschreibfehler
ich bitte um euere tolleranz;)
hat bereits 2 Kommentare abgegeben und schrieb am 18. März 2011 um 14:38:
nachtrag
die erste meiner partys in der partyreihe mit dem motto
BACK TO THE ROOTS
findet am 28.5.
im TURM neben der disco GOIN in obergünzburg statt.
erwartet werden zwischen200-300 SCHWARZE;)
danach jeden 4ten samstag im monat, bis dezember.
wenns ankommt auch öfters.
hat bereits 328 Kommentare abgegeben und schrieb am 31. März 2011 um 13:32:
Wenn mich meine vergangenen Worte noch interessieren würden, so könnte ich sogar geneigt sein herauszufinden, warum gerade ich innerhalb der über 100 Kommentare so derart für Verzückung sorgte.
Trotz des euphorischen Aufrufes und der im Kern interessanten Clubphilosophie, hält sich meine Begeisterung doch in Grenzen. Es sei denn, man erklärt mir, wie sich solche musikalischen Flöten namens Agonoize oder solcher Proll-Techno á la X-Rax mir dem hier Propagierten in Einklang bringen lässt. Zumal mich dieses zu der Mutmaßung veranlasst, dass von Suicide Commando auch nichts klassisches, sondern eher Neuzeitgeklopfe zu erwarten wäre.
Es fällt schwer, für eine cyberfreien Clubzone zu plädieren, wenn man auf seiner Seite große Namen für diese Vertreter bewirbt. Wie eben jene benannten und Combichrist. Denn Teile »deren Musik« zu spielen und diese dann nicht dahaben zu wollen, erachte ich als etwas undurchdacht.
hat bereits 2 Kommentare abgegeben und schrieb am 19. April 2011 um 07:49:
mal ein paar bemerkungen am rande : toleranz kommt von tolerare (latein) : erdulden ‚ertragen .warum soll ich etwas erdulden und ertragen ‚was ich nicht ertragen will!toleranz ‚die nur erträgt und nicht nein –sagen kann ist lebensschwäche ! die gothics sind für mich ein ein schwammiger, dröger haufen ‚während ich bei den cybers eben auch toughe leute sehe …und das bißchen schwärmere für friedhöfe und mittelalterfeste (wo gothics immer rumhängen)
ist auch kein bedeutender inhalt. und party und endzeit sind eben bedeutende themen für mich und wir sollten diesen gothics auch zeigen ‚daß sie nur schlaffe dröge masse sind und auf den friedhof gehören.
hat bereits 378 Kommentare abgegeben und schrieb am 19. April 2011 um 10:03:
Genau! Zeigt den Gothics, dass sie eine dröge Masse sind und auf den Friedhof gehören! Am besten damit, dass ihr die Gothic Festivals kollektiv meidet und eure eigenen Partys macht, auf denen die langweiligen Gothics keinen Zutritt haben. Tough statt schlaff! So richtig mit Endzeit und bedeutender Partystimmung! Ich bin dafür.
hat bereits 328 Kommentare abgegeben und schrieb am 19. April 2011 um 10:05:
Nun gut, da sich hier im Ansatz einmal die Mühe gemacht worden war und »Toleranz« nachgeschlagen wurde, so honoriere ich das mit dem recherchieren des Begriffes »toughe«
Interessant welche Begriffe dabei alle auftauchen, die nach meine Erfahrungen fern jedes Cybers sind, den ich bis dato traf: Zäh, hart, robust, streng, schwierig, hartnäckig, derb, fest, widerstandsfähoíg, taff, stramm…
Dann zeigt mal den Gothics, was für eine schlaffe dröge Masse diese sind. Doch dann will ich auch keine Klagen hören, wenn die andere schwarze Meute, die etwas vom energischen Elektro-Endzeitklang versteht, dem Cyber zeigt, was für ein schlaksiger Hempfling er ist. Und dass diese Knicklicht-fuchtler zurück auf die Tekkerpartys für 16jährige gehören.
zu orphi:
[…]Am besten damit, dass ihr die Gothic Festivals kollektiv meidet und eure eigenen Partys macht[…]
Dito. Auch wenn mich diese Form der Rebellion in Mark und Bein erschüttern würde. Doch es soll ja auch nur die bitteren Medizin wirklich helfen.
hat bereits 378 Kommentare abgegeben und schrieb am 19. April 2011 um 10:23:
@Guldhan
Ja, da musst du durch! Es ist schon ein bisschen traurig, wenn man als lebensschwacher, schwammiger Gothic sehnsuchtsvoll durch das Fenster in den Club schaut, in dem die Cybers so stark und kraftvoll in Neonfarben die Lichter schwingen. Es wird einem dann so deutlich, wie unbedeutend und leer die eigene Existenz ist. Aber was will man machen? Als Gothic kann man eben nur auf den Friedhof schleichen, sich ein bisschen die Pulsadern aufschneiden, das eine oder andere Meerschweinchen opfern, gelangweilt im Lateinbuch blättern und still ertragen.
Notfalls kannst du dir ja einfach ein 400 Euro Cyber-Neon-Outfit kaufen, dir Plastik auf den Kopf klemmen, die Taucherbrille aufsetzen, adäquate Leuchtmittel besorgen und dich auf die Cyber-Party schleichen, um endlich einmal die Welt jenseits des Friedhofs kennenzulernen. So mit Endzeit und so, ey!
hat bereits 2 Kommentare abgegeben und schrieb am 19. April 2011 um 10:53:
@Guldhan und orphi
Ihr seid der beste Beweis um nicht in eurer schwarzen Masse zu versinken sondern ein eigenes Ding zu machen. Wenn jemand mal seine Meinung schreibt wird er gleich mit einem Haufen Sarkasmus überschüttet dabei seid ihr richtige Heuchler und intolerant. Ich habe die schwarze Szene anders kennengelernt mit Toleranz auf beiden Seiten aber ihr gehört nicht dazu sondern plustert euch nur ständig auf das einem schlecht wird.
Was habt ihr eigentlich in der Szene zu suchen bei soviel Intoleranz ? ?
hat bereits 16 Kommentare abgegeben und schrieb am 19. April 2011 um 10:59:
People, you just made my day.
@BioHazard: Der angewandte Sarkasmus ist hier durchaus berechtigt. Tolerant sein, heißt nicht alles per se gut zu heißen — und hier wurde durch ein wirklich schlechter und pauschalisierender Beitrag eine solche Provokation heraufbeschworen.
Wenn ich mir teilweise die anderen Kommentare hier anschaue, versteh ich als eigentlicher Befürworter der Cyberszene auch die Ablehnung jener in der schwarzen.
Nach wie vor möchte ich anmerken, dass es bei »den Cybers« durchaus mehr –salopp gesagt– Idioten gibt, als in der herkömmlichen Schwarzen Szene. Dennoch sollten nicht alle über den sprichwörtlichen Kamm geschert werden.
hat bereits 2 Kommentare abgegeben und schrieb am 19. April 2011 um 11:05:
Na dann passe ich als Mathematik Studi auch nicht in eure Cyber Klischee was? Auf beiden Seiten gibt es Idioten aber wenn ich hier wieder lese, dass alle Cybers Idioten sind platzt bei mir der Kragen. Ich bleibe dabei, die beiden genannten sind Intolerant und sind gedanklich ziemlich eingeschränkt und lassen keine andere Meinung als ihre eigene zu. Zwei schlechte Beispiele für die sonst so tolerante Szene aber schwarze Schafe gibt es überall.
hat bereits 378 Kommentare abgegeben und schrieb am 19. April 2011 um 11:05:
@ BioHazzard
Wie man es macht, macht man es verkehrt. Jetzt hab ich den Vorschlag deines Kollegen »maedeia« fast wortwörtlich aufgegriffen und ihm sogar Recht gegeben und dann ist es auch wieder nicht richtig. Aber ich fürchte, in diesem Fall kommt ohnehin nicht viel an. Nicht einmal, wenn man den Sarkasmus weglässt.
@The Risen
Absolut richtig! Es gibt auch sehr nette Befürworter der Cyber Szene, wie der Gothic Friday bewiesen hat. Die schreiben aber nicht »solche« Kommentare.
hat bereits 16 Kommentare abgegeben und schrieb am 19. April 2011 um 11:24:
@Biohazard: Hast du dir die Mühe gemacht, sämtliche nun 118 Kommentare durchzulesen? Da wirst du durchaus erkennen, dass orphi und Gludhan im Gegensatz zu dem vorrangegangenen Post _gut_ begründet ihre Meinung vertreten können und durchaus offen für andere Meinungen, wie die Meinige sind.
Gedanklich eingeschränkt nenn ich etwas anderes, allein folgender Satz von Guldhan ist ein gutes Beispiel für ein doch geöffnetes denken: »Es fällt schwer, für eine cyberfreien Clubzone zu plädieren, wenn man auf seiner Seite große Namen für diese Vertreter bewirbt. Wie eben jene benannten und Combichrist. Denn Teile »deren Musik« zu spielen und diese dann nicht dahaben zu wollen, erachte ich als etwas undurchdacht.«
Und, um mal einen großen Nenner beider Szene aufzuzeigen, möchte ich erwähnen das Sozialer oder Gesellschaftlicher Stand kein Kriterium für die Akzeptanz in einer dieser ist. Insofern weiß ich nicht, wieso ein Mathematikstudent nicht ins »Cyberklischee« passen sollte — auch wenn ich mich hier Frage, warum sich selbst Klischees oder das Brechen jener aufgelegt wird.
Ich zu meinem Teil seh mich selbst weder als Gothic noch als Cyber, auch wenn ich eine Affinität sowie eine Verbundheit zu beiden »Bewegungen« verspüre. Und das trotz des »Zwiespalts«, wie er für Einige erscheinen mag.
Weiterhin habe ich nirgendswo geschrieben, dass alle Cyber Idioten sind sondern wehre mich vehement gegen diese Pauschalisierung.
@orphi: Der Gothic Friday sagt mir nichts, ist wohl nicht meinem Einzugsgebiet.
hat bereits 378 Kommentare abgegeben und schrieb am 19. April 2011 um 11:33:
@ The Risen
Der Gothic Friday ist nur einen Klick entfernt:
http://www.spontis.de/gothic-friday/
Hier haben unter anderem die Jungs der Band Ext!ze mitgemacht und die Cyberszene, Gemeinsamkeiten und Ansichten aus Ihrer Sicht dargestellt.
Hier ein direkter Link:
hat bereits 16 Kommentare abgegeben und schrieb am 19. April 2011 um 11:39:
Ah okay, ich bin mal wieder von ausgesprochener Blindheit geschlagen — vielen Dank für den Link. :)
Ja, die Jungs von Ext!ze sind ein gutes Beispiel für vernünftige Szenebefürworter, ähnliche Diskussionen hatte ich nämlich schon öfters mit einem von diesen, von daher maße ich es mir an, dies ohne meine Anwesenheit dort bewerten zu können. ;)
hat bereits 328 Kommentare abgegeben und schrieb am 19. April 2011 um 14:03:
Zu: BioHazzard
Sarkasmus und unhöffliche Wortwahl ist bei mir zumeist nur eine Reaktion. Wohlgemerkt »zumeist«, aber ich über ja noch. Und so wie man auf meinen schroffen Ton reagieren kann, so reagiere ich auch auf die unangebrachten Worte andere. Nicht mehr und nicht weniger.
Was die Intoleranz anbelangt, so äußerte ich mich schon oft genug, dass wahrscheinlich selbst goggle bei dem Begriff schon mein Pseudonym ausspucken könnte. Also versuche mich nicht mit einem Begriff abzuwerten, zu dem ich stehe.
Nirgendwo gibt es die Pflicht zur Toleranz. Wie der Vorredner schon so treffend sagte, bedeutet dieses Wort „erdulden“ Und permanentes Erdulden zeugt von Meinungsarmut. Toleranz und Intoleranz heben sich innerhalb der Szene auf. Je nachdem, wen man trifft und über was man meint reden zu müssen.
Und wer sich hier die allmächtige Toleranz auf die Fahne schreibt, sollte als leuchtendes Beispiel vorangehen und für sich selbst den konsequenten Schritt gehen. Welcher besagt, dass auch die Intoleranz zu tolerieren sei. Alles andere wäre… geheuchelt.
Man tritt hier durchaus in den Dialog und ist gewillt diese Subkultur der Subkultur für sich zu entschlüsseln. Zudem werde gute Beiträge auch dankend entgegengenommen. Und dass dieses funktioniert, zeigten die Jungs von Ext!ze. Dahingehend werden hier auch Unterschiede gemacht. Denn nur weil Auftreten und Musik allgemein eher auf Unverständnis stoßen, bedeutet das nicht im Umkehrschluss, dass man jede gute Aussage zum Teufel jagt.