20 Februar

Schwarze Symbolik - Das Pentagramm

Kategorie: Hintergründe — Jahrgang: 200926 Kommentare

600px-Pentagram_Levi_blackZu einem der popu­lärs­ten allen schwar­zen Sym­bole zählt das Pen­ta­gramm, das in sei­ner Bedeu­tung ebenso viel­fäl­tig ist, wie in sei­ner Anwen­dung und Interpretation.

Ursprüng­lich ist das klas­si­schen Pen­ta­gramm ein Bann­zei­chen gegen das Böse. Wird es auf die Tür­schwelle gezeich­net, soll es Böse Geis­ter davon abhal­ten, das Haus zu betre­ten. In allen Epo­chen unse­rer Geschichte hat das Pen­ta­gramm an Bedeu­tun­gen gewon­nen, den fünf Ecken wurde immer neue und grund­le­gende Bedeu­tun­gen zu Teil. Die katho­li­sche Kir­che sym­bo­li­siert mit ihnen die fünf Wun­den Jesu Christi.

Ein auf der Spitze ste­hen­des Pen­ta­gramm nennt man auch Dru­den­fuß. Die Bezeich­nung stammt vom Glau­ben, dass Dru­den, nächt­li­che Kobolde, einen Fuß­ab­druck hin­ter­las­sen, der dem Pen­ta­gramm gleicht. Dru­den sol­len Jung­frauen und Pries­te­rin­nen sein,  deren beses­se­ner Geist eine Drude abspal­ten kann. In Fabeln wur­den aus ihnen über­mensch­li­che weib­li­che Wesen, die auf den Men­schen wie Elfen oder Hexen heil­sam oder destruk­tiv ein­wir­ken kön­nen.1

Den Frei­mau­rern ist die Form nach Pytha­go­ras sehr wich­tig. Es gilt als geo­me­tri­sches Zei­chen für die Wis­sen­schaft der hei­li­gen Geo­me­trie und ist damit ein Sinn­bild der Ver­nunft, des Maßes und des Wahr­heit suchen­den Geis­tes. Seine fünf Spit­zen wei­sen auf die Tugen­den der Klug­heit, der Gerech­tig­keit, der Stärke, der Mäßig­keit und des Flei­ßes hin.

In ers­ter Linie soll das Pen­ta­gramm in all sei­nen Dar­stel­lungs­for­men ein Schutz­zei­chen sein, doch was macht das Sym­bol zum Zei­chen für Sata­nis­ten? Steht es auf zwei Spitz­ten sym­bo­li­siert es den Men­schen und die fünf Ele­mente (Luft, Feuer, Was­ser, Erde, Geist). Steht das Pen­ta­gramm auf einer Spitze wir des von Sata­nis­ten benutzt, sie sehen es dann als Sym­bol des gehörn­ten Bies­tes, dem Teufel.

Die Church of Satan, ver­wen­det das Sie­gel des Bapho­met2 als Sym­bol und ver­leiht ihm damit die Spur Okkul­tis­mus die seine Glo­ri­fi­zie­rung abrun­det. Inter­es­sant ist hier­bei, dass Bapho­met kein Sinn­bild des Teu­fels ist, son­dern viel­mehr eine Bild für die Ver­ei­ni­gung der wider­sprüch­lichs­ten Eigen­schaf­ten in einem Wesen dar­stellt3 und damit in der Bedeu­tung des Sie­gels für wei­tere Ver­wir­rung sorgt. Eigent­lich ist es ähnlich wie bei vie­len ande­ren Sym­bo­len, die eine Bedeu­tung durch eine Orga­ni­sa­tion, Sekte oder Kir­che auf­ge­zwun­gen bekom­men, die dann durch ent­spre­chende Ver­brei­tung der Medien für eine öffent­li­che Vor­ur­teils­bil­dung sorgen.

Ver­fas­ser der sata­ni­sche Bibel und Begrün­der der Church of Satan ist Anton LaVey, der das Sym­bol als Zei­chen für seine Kir­che ver­wen­det und mit sei­nem Pen­tago­na­len Revi­sio­nis­mus (5 Punkte Pro­gramm) unter ande­rem die Kir­chen refor­mie­ren will.

Ich denke erst durch ihn wurde das Sym­bol zu dem, als was es heute gese­hen wird, dem Zei­chen für Sata­nis­mus. Die Ver­wen­dung an Kir­chen­ge­bäu­den, Stadt­wap­pen, Anti­ken Abbil­dun­gen und in Lan­des­flag­gen zeigt eigent­lich, das die­ses Sym­bol sowohl in sei­ner Klas­si­schen Ver­wen­dung, als auch auf der Spitze ste­hend nichts mit dem Sata­nis­mus zu tun hat.

Wie bei vie­len ande­ren Sym­bo­len die die Gothics als Schmuck tra­gen sollte auch hier­bei kein Rück­schluss auf die Gesin­nung des Trä­gers gezo­gen wer­den. Die meis­ten tra­gen es ohne wei­tere Hin­ter­ge­dan­ken, son­dern weil sie es schön fin­den, oder ihre Mit­men­schen damit pro­vo­zie­ren wollen.

(Bild­quelle: Wiki­pe­dia)
  1. Auzüge aus dem Arti­kel über Dru­den bei Wikipedia.de []
  2. Mit dem Namen Bapho­met wurde in süd­fran­zö­si­schen Pro­to­kol­len des Temp­ler­pro­zes­ses eine angeb­lich von den Tem­pel­rit­tern ver­ehrte Göt­zen­fi­gur bezeich­net. []
  3. Tears vom Pro­jekt Schwarz hat mich in den Kom­men­ta­ren auf die wider­sprüch­li­che Bedeu­tung des Bapho­mets hin­ge­wie­sen. []

Veröffentlicht von

Robert berichtet über alle Facetten der schwarzen Szene und ist aktiver Verfechter der deutschen Meckerbewegung. Überzeugter Gruftie mit einem Hang zum Vergangenem, der jedoch unverbesserlich optimistisch ist und stets positiv denkt. Du findest mich auch auf Facebook und Google+ oder auch bei Twitter.

Kategorie: Hintergründe
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26 Kommentare

  1. Tol­ler Bericht, aller­dings wäre es evtl. erwäh­nens­wert, dass Bapho­met (nach Eli­phas Lavis, also die »moderne und ver­brei­tete Fas­sung«) keine bös­ar­tige Teu­fels­fi­gur ist, denn als sol­che wird die­ser ja auf Grund sei­nes Zie­gen­kop­fes und der Ver­wen­dung durch LaVey für die Church of Satan gern gese­hen. Das geht zwar aus der Quelle her­vor, ist aber auch dort nicht wirk­lich eindeutig.

  2. Vie­len Dank für dei­nen Hin­weis, du kannst dei­nen Kom­men­tar als Teil die­ses Bei­trags anse­hen :) Viel­leicht kon­kre­ti­sierst du Deine Aus­sage noch ein wenig, ich weiß noch nicht recht, in wel­chen Zusam­men­hang ich das noch ein­flech­ten könnte.

  3. Ich hätte etwas wie »Inter­es­sant ist hier­bei, dass Bapho­met kei­nes­wegs ein Sinn­bild des Teu­fels ist son­dern viel­mehr eine Bild für die Ver­ei­ni­gung der wider­sprüch­lichs­ten Eigen­schaf­ten in einem Wesen dar­stellt« mit Link auf http://de.wikipedia.org/wiki/Baphomet#Eliphas_L.C3.A9vis_Baphomet

    In wie weit das »rele­vant« für dei­nen Bei­trag ist musst du beur­tei­len, ich finde es aller­dings immer wie­der erstaun­lich wel­che Fülle von Namen von den meis­ten Leu­ten für den christ­li­chen Teu­fel ver­wen­det wer­den obwohl diese Namen alle sehr unter­schied­li­che »Wesen« bezeich­nen und gerade Bapho­met in Ver­bin­dung mit LaVey erzeugt mit den nöti­gen Hin­ter­grund­wis­sen einen etwas ande­ren Blick­win­kel auf die bösen, bösen Satanisten.

  4. Also ich habe den Bei­trag wirk­lich ohne Vor­ur­teile gele­sen und mit dem Wis­sen, was ich über das Pen­ta­gramm schon habe. Aber mir ist auf­ge­fal­len, dass es wirk­lich so ist, dass es viele Dinge gibt, die man irgend­wann mal gehört hat und die doch nicht so stim­men. Also ich wusste schon eini­ges über das Pen­ta­gramm, aber ich muss sagen, dass eini­ges auch falsch war. Der Bei­trag ist wirk­lich gut und ich muss sagen, dass ich eini­ges jetzt anders sehe als vor­her. Ich hoffe, dass bleibt so *g*

  5. @Tears: Ich habe deine Anre­gung auf­ge­nom­men und in mei­nem Bei­trag mit den ent­spre­chen­den Quel­len ver­knüpft.
    @Daniel: Das wol­len wir hof­fen. Selbst das Schrei­ben des Bei­tra­ges hat mir zu neuem Wis­sen ver­hol­fen, so wusste ich bei­spiels­weise nicht, das die­ses Gemälde von Leo­nardo da Vinci auch ein Pen­ta­gramm sym­bo­li­siert, pein­lich, denn es hängt schließ­lich als Kunst­druck in mei­nem Wohnzimmer.

  6. MANN LEUTE SEID IHR SO »PRIMITIV UND SUBJEKTIV?????????

    GOTT IST
    IN DIR
    AN DIR
    UND UM DIR

    NICHT IN KRIEGEN UND KIRCHEN
    GOTT DARF MANN NICHT FÜRCHTEN!!!!!!
    ALLES IST WEIL ALLES WAR UND ALLES SEIN WÜR´!!!!!!!!!!!

  7. @Max: Worum geht es Dir denn über­haupt? Hast du ein­fach nur kom­men­tiert ohne zu lesen? Was möch­test du uns mitteilen?

  8. Inter­es­sant, was für (gute) Ein­träge durch ver­spä­tete Kom­men­tare wie­der nach oben geschwemmt wer­den. Abge­se­hen von gele­gent­lich auf­tre­ten­den Wirr­köp­fen wie Max hier hast Du anschei­nend gleich einen gan­zen Bat­zen von Bes­ser­wis­sern am Hals, wie mir in letz­ter Zeit auf­ge­fal­len ist. ;)

    Was das Pen­ta­gramm betrifft: Auch ich trage des öfte­ren eines, wobei mich in ers­ter Linie die Bedeu­tung als Sym­bol der Venus und ande­rer weib­li­cher Göt­tin­nen anspricht. (Im ent­spre­chen­den Wikipedia-Artikel steht auch eini­ges dazu.) Weib­lich­keit finde ich als Frau irgend­wie sym­pa­thisch ;) , und ich war schon immer ein Fan anti­ker Gottheiten.

    Das beste Erleb­nis, was ich bezüg­lich des Pen­ta­gramms hatte: Ein Mann sprach mich in der S-Bahn — zum Glück sehr höf­lich — dar­auf an, wieso ich die­sen Juden­stern um den Hals trage. o_O Ich sagte ihm, dass mein Stern 5 Ecken habe und des­halb ein Pen­ta­gramm sei und kein Juden­stern, der habe 6 Ecken.

    Ich find’s amü­sant, was Leute manch­mal mit ihrem Halb­wis­sen und selt­sa­men Asso­zia­tio­nen in sol­che Sym­bole hineininterpretieren.

    So fragte mich ein Stu­di­en­kol­lege beim Anblick des Brief­pa­pie­res, das ich für den Brief­wech­sel mit mei­nem StarWars-RPG-Club benutzte, ob ich schon ein­mal Ärger mit dem Ver­fas­sungs­schutz gehabt hätte. Das impe­riale Sym­bol sieht für nicht wenige anschei­nend nazi-mäßig aus.
    Der Brül­ler schlecht­hin: Ein Bekann­ter sah das Udjat-Symbol (Auge des alt­ägyp­ti­schen Son­nen­got­tes) auf mei­nem Ober­arm und fragte mich, ob das nicht das Zei­chen des Alan-Parson-Projects sei. o_O Die haben wohl mal ein Album mit dem Sym­bol auf dem Cover her­aus­ge­bracht. Ich konnte einen Lach­an­fall nicht unter­drü­cken und sagte ihm dann, dass das Sym­bol grob geschätzt 5.000 Jahre älter ist als die Band…

  9. Du sprichst mir aus der Seele, denn die­ser Bat­zen ist nicht nur ner­vig, son­dern auch reell belas­tend. Nichts desto trotz finde ich deine Erleb­nisse mehr als nach­voll­zieh­bar. Sobald man ein Sym­bol his­to­risch auf­lädt, ist die Halb­wert­zeit die­ser Ladung enorm lang, gerade wenn es um das Dritte Reich geht. Es ist inter­es­sant und erschre­ckend zugleich, wie die breite Masse der Bou­le­vard­me­dien die Sicht­weise der Men­schen beein­flusst. Ich fürchte aber, das wird immer so blei­ben und sich wie­der und wie­der so abspie­len. Glück­li­cher­weise hast du keine Erklä­rungs­not und gibst »Nach­hil­fe­un­ter­richt« in Sachen Sym­bo­lik und Bedeu­tung. Manch­mal, muss ich zu mei­ner Schande geste­hen, manch­mal habe ich ein­fach keine Lust mehr dazu :)

  10. Ich habe das abge­bil­dete Pen­ta­gramm geschenkt bekom­men und ver­su­che gerade etwa über die Sym­bole und Zei­chen her­aus­zu­fin­den. Kann ich irgendwo eine Erklä­rung dazu finden?

    Vie­len Dank im Vorraus ;)

  11. @Deadlyneightshade: erklä­ren kann ich es nicht, aber inter­pre­tie­ren lässt es sich in alle Rich­tun­gen. Wie so ziem­lich alles, was eso­te­risch behaf­tet ist. Aber eins kann ich Dir sagen: Es bewirkt .…nichts!

  12. Exis­tiert eigent­lich ein kul­ti­sches Sym­bol, das einen so aus­la­den­den Bedeu­tungs­stamm­baum besitzt wie das Pen­ta­gramm? Es ist ja schon erstaun­lich in wel­chen Him­mels­sphä­ren und Arten der Deu­tung wie Inter­pre­ta­tion die­ses anzu­fin­den ist.
    Aber selbst in der Rang­liste der abge­grif­fens­ten Sym­bole dürfte die­ses auf dem ers­ten Platz die Kon­kur­renz weit hin­ter sich gelas­sen haben. Denn kaum ein noch so abstru­ses Schau­bild von kitsch-klischee Hand­lun­gen im Sinne von Eso­te­rik bis hin zu Okkul­tis­mus wird nicht optisch mit dem Pen­ta­gramm gar­niert. Damit der geneigt Betrach­ter das Sze­na­rio auch gleich als über­sinn­lich erken­nen kann. Egal ob Film, Doku­men­ta­tion oder Kin­der­se­rie. Das Pen­ta­gramm muss(te) zu oft als Stan­dard­me­ta­pher für Kul­t­hand­lun­gen her­hal­ten. Ein Argu­ment dafür, wes­halb ich mich nicht mit dem Sym­bol abgebe…

    Und was unse­ren ver­klär­ten Phra­sen­max anbe­langt.
    Die allei­nige Nut­zung von Majus­keln macht eine Aus­sage nicht sym­pa­thi­scher und eine Hun­dert­schaft von Satz­zei­chen nicht glaub­haf­ter. Im Gegen­teil zieht es das Gesagte auf Kin­der­gar­ten­ni­veau her­un­ter. Wenn es nicht schon der Inhalt täte. Sinn­bild­li­ches Gleich­nis dafür wäre die Stim­mer­he­bung bei Ver­eb­bung der Argu­mente.
    Und wenn man an Gott glau­ben würde, so ließe das nur eine logi­sche Schluss­fol­ge­rung zu: »Was Böses schafft, ist böse selbst« Dem­nach kann Gott nur zu fürch­ten sein.
    Ich weiß, dass es den eh nicht inter­es­siert und er auch das längste Mal bei dem Arti­kel gewe­sen ist, aber ich musste das ein­fach ein­mal sagen. Schon allein aus Sicht der typo­gra­fi­schen Ästhetik.

  13. Zu Vizioon

    […]Aber eins kann ich Dir sagen: Es bewirkt .…nichts![…]

    Natür­lich bewirkt es nichts. Es ist ein Sym­bol, ein Zei­chen, ein Sinn­bild einer Bedeu­tung. Was außer­halb des Geis­tes sollte es dem­nach bewir­ken? Bzw. was aus die­sem Fun­dus des Men­schen­er­dach­ten kann von sich behaup­ten jemals etwas bewirkt zu haben?

  14. Na, darum ging es doch. Ich kenne lei­der einige Per­so­nen, die irgend­wel­cher Zei­chen oder Steine Glück, Schutz vor Krank­heit oder wie auch immer gear­te­ten gött­li­chen Schutz zuord­nen oder dies sogar erwar­ten. Aber es pas­siert nicht.

  15. Also ich wollte eigent­lich nur gern wis­sen was ich denn da trage ;) Nicht weil ich an irgend­wel­che magi­schen Kräfte glaube.

  16. Jede Seite sollte schon ein­mal die Worte inner­halb der »Bal­ken« erklä­ren.
    Was die Buch­sta­ben bzw. Zah­len um das Peta­gramm herum anbe­langt, so könnte das untere Vier­tel die­ser Seite Auf­schluss geben.
    Ansons­ten wird es wohl auch wei­ter­hin nur hel­fen, wenn man nach jedem Sym­bol im Ein­zel­nen forscht. Ich ver­mute, dass bei die­ser Dar­stel­lung alles auf das Pen­ta­gramm gela­den wurde, was jemals im his­to­risch wie kul­tisch beleg­ten Kon­text mit die­sem Sym­bol in Ver­bin­dung gebracht wor­den war.

  17. @Deadlynigthshade: Die Pen­ta­gramm­ge­stal­tung ist viel­fäl­tig, wie Guld­han mit den Bei­spie­len sehr anschau­lich belegt. Viele der moder­nen Schmuck­stü­cke sind auch los­ge­löst von der Sym­bo­li­schen Bedeu­tung beschrif­tet und kön­nen daher auch als Crossover-Symbole bezeich­net wer­den. Viel­leicht machst du ein­fach ein Foto davon, stellst es Online oder schickst es mir (robert[at]spontis[dot]de), dann kön­nen wir die Bedeu­tung viel­leicht »Live« erörtern.

    Zur Wir­kung des Sym­bols: Auch wenn ich selbst gerne wis­sen­schaft­lich Ansätze ver­folge, bleibt immer noch die Tat­sa­che, das der Glaube Berge ver­set­zen kann. Eine gewisse Bedeu­tung bekommt doch jedes Schmuck­stück, wenn man es nicht nur aus modi­schen Grün­den trägt. Viel­leicht sym­bo­li­siert es für den Trä­ger Dinge wie Ver­bun­den­heit, Schutz oder auch Freund­schaft und je stär­ker diese Bin­dung ist, desto stär­ker auch seine Wir­kung. Für den ein oder ande­ren mag das dann auch sicher­lich »magi­schen« Kräf­ten gleichkommen :)

  18. hermentik.ch ist ne klasse Seite, die Jungs haben nen genia­len Humor.

    Viele auf den ers­ten Blick über­la­den wir­kende Pentagramm-Darstellungen kom­men aus der zere­mo­ni­el­len Magie, die neben der hebräi­schen Schrift — die da all­ge­mein eine zen­trale und damit wich­tige Stel­lung ein­nimmt — auch einige »magi­sche« Alpha­bete ver­wen­det die als Geheim­zei­chen ver­wen­det wer­den — weil wer kanns sonst lesen …
    In dem Zusam­men­hang ist die Kab­bala eine span­nende Infor­ma­ti­ons­quelle, oben genannte Seite gibt dar­über auch sehr unter­halt­sam auf­be­rei­tete Infor­ma­tio­nen weiter.

    »Glau­ben« ist so eine Streit­frage, ich will den also aus­sen vor las­sen. Auf »Glau­ben« berufe ich mich eben­falls nicht, Wis­sen ist mir lie­ber ;) es gibt in sol­chen schrä­gen The­men­ge­bie­ten aber einen fei­nen Unter­schied zu den aner­kann­ten Wissenschaften.

    Auf theo­re­ti­scher basis lese ich viel über so Kram wie Kab­bala und Tarot, biete mich also auch gern zur Sym­bol­ana­lyse an.

    Was das Pen­ta­gramm betrifft: ich trage auch eines. In gewis­sem Sinne aus Über­zeu­gung. Meine Defi­ni­tion lehnt sich eben­falls an die Kab­bala an, im Sinne des soge­nann­ten Agrippa Pentagrammes:

    Das in der Kurz­ver­sion besagt daß der Geist über der Mate­rie steht, bzw salopp inter­pre­tiert: ich bin mein eige­ner Herr und mach mit mei­nem Leben was ich mag, was mir ent­spricht, und ich lasse mich nicht von aus­sen beein­flus­sen.
    Ist an sich doch ne unter­stüt­zens­werte Sache, oder?

    Das ist natür­lich nur ein extrem gro­ber Abriss der die Sache nur streift — ne län­gere Abhand­lung kann ich, bei Inter­esse auch mal zusam­men­schrei­ben. Aber das wird lang :D

    Über die Wir­kung von Sym­bo­len lasse ich mich mal nicht aus, im Prin­zip haben alle ein biss­chen recht — auch wenn das selt­sam klin­gen mag ;) — aber ohne eine per­sön­li­che Bezie­hung zu einem Sym­bol bleibt das eben nur eine Kom­bi­na­tion aus Linien und For­men ohne Inhalt.

    Ver­zeiht, wenn ich zu arg phi­lo­so­schwaf­lig gewor­den bin ;)

  19. Magie = Autosuggestion.

  20. @Rosa: Auf dein Ange­bot der Sym­bol­ana­lyse komme ich gerne zurück, ich habe da ein Sym­bol da mich schon die ganze Zeit beschäf­tigt: Ich bin ein Link. Viel­leicht hast du ja Lust der Sache auf den Grund zu gehen.

    Zum Thema: Der Geist steht über der Mate­rie? Finde ich inter­es­sant, wenn auch etwas abwe­gig, deine saloppe Kurz­form gefällt mir deut­lich bes­ser. Mir sagt beim Pen­ta­gramm die Defi­ni­tion des Gol­de­nen Schnit­tes am meis­ten zu. Da das Pen­ta­gramm sich in einer Linie zeich­nen lässt und dann wie­der an dem Punkt endet an dem man begon­nen hat sym­bo­li­siert er den Kreis­lauf des Lebens und bringt darin die end­li­che Kom­po­nente. Da Vinci greift das in sei­ner Pro­por­ti­ons­stu­die noch­mal in einem neuen Zusam­men­hang auf.

    Ich denke, das Pen­ta­gramm gehört neben dem Kreuz zu den Sym­bo­len mit den häu­figs­ten Inter­pre­ta­ti­ons­for­men und Anwen­dung und ich des­halb so inter­es­sant, weil seine Deu­tun­gen so viel­fäl­tig sind.

  21. @ Robert
    Hey! ich find die Bei­träge zum Thema Symo­lik super­gut. Aller­dings würde ich gern wis­sen ob es andere „Nach­schla­ge­werke” aus­ser Wiki­pe­dia geben hat und ob du mir diese mit­tei­len könntest?

    lg

  22. @belli: Das ist beim Pen­ta­gramm äußerst schwie­rig und hängt von der Sicht­weise ab. Im all­ge­mei­nen wirst du in Büchern über »weiße Magie« fün­dig, kannst aber auch das Crowley-Tarot stu­die­ren. Das Ansha — Weiße Magie Pra­xis­buch ist ein guter Start, anschlie­ßend würde ich mich in einer bestimmte Rich­tung schlau­ma­chen. Werke von LaVey haben nur indi­rekt etwas mit dem Pen­ta­gramm zu tun und sind daher nicht unein­ge­schränkt zu empfehlen.

    Wei­ter­füh­rende Quel­len für ein Intensivstudium:

    O.Stöber: Der Dru­den­fuß — Eine kul­tur­his­to­ri­sche Stu­die, Linz 1967
    J. Schou­ten: The Pen­ta­gram as medi­cal Sym­bol, Nieuw­koop 1968

  23. Hupps — da wollt ich doch auch noch ant­wor­ten — wenn ich so aufs Datum mei­nes letz­ten Kom­men­tars schaue, schätze ich, es ging im all­ge­mei­nen WGT-Vorfreude-Rumhibbeln unter *g*

    Aaalso — *brille zurecht­rück* die meis­ten Bücher die es so in ein­schlä­gi­gen Läden gibt über »weiße Magie« tau­gen oft rela­tiv wenig, das Buch das Robert genannt hat ist aber noch eins der brauch­ba­re­ren.
    Auf­schluss­rei­cher finde ich, eben in die Kab­bala ein wenig ein­zu­tau­chen und da die Nume­ro­lo­gie ein wenig näher zu betrach­ten, die Zah­len sind mit Sym­bo­len eng ver­bun­den, beim Pen­ta­gramm ist es die 5 — warum erklärt sich von selbst ;)
    Die 5 ist eins mehr als die 4 — klar soweit — die 4 aber steht für die Mate­rie, damit auch das Kreuz (alle Linien gleich­lang) und alles was vier­eckig ist.

    Bei Spies­ber­ger hab ich da eine sehr inter­es­sante Bemer­kung gefun­den, die das Ver­wen­den von recht­ecki­gen For­men in der Archi­tek­tur auf rein mate­ri­elle Aus­rich­tung der Zeit in der die jewei­li­gen Bau­werke errich­tet wur­den, schlie­ßen las­sen soll.
    Die 4 steht auch für den rein phy­si­schen Kör­per (und damit ver­bun­den alles was der benö­tigt), ohne Seele, die kommt im nächs­ten Schritt dazu, bei der 5. Im Pen­ta­gramm mit der Spitze nach oben steht der Geist damit über den 4 ande­ren Ecken die für den phy­si­schen Kör­per oder die Mate­rie ste­hen.
    Da lässt sich dann auch die nega­tive Bedeu­tung des umge­dreh­ten Pen­ta­gram­mes ablei­ten wenn man die­ses so sieht daß hier der Geist oder die Seele unten steht und von der Mate­rie — dem phy­si­schen Kör­per (und sei­nen Bedürf­nis­sen) regiert wird.
    Es gibt aber auch für das umge­drehte Pen­ta­gramm Deu­tun­gen die weit posi­ti­ver sind. Ist wie ges­gat ein wei­tes Feld — schätze ich muss der kab­ba­lis­ti­schen Deu­tung doch auch mal einen Arti­kel widmen.

    @Robert: inter­es­san­tes Sym­bol, flüch­tig betrach­tet erin­nert es mich an den sym­bo­li­schen Kraft-Blitz der die Sephira ent­lang am kab­ba­lis­ti­schen Lebens­baum von oben nach unten (geht aber auch anders­rum, sieht man hier nicht) durch die drei Säu­len fährt.
    Müsste ich mehr drü­ber erfah­ren — wo genau hast Du es gefun­den, bist Du an ande­ren Stel­len noch­mal drauf gesto­ßen oder war es ledig­lich auf die­sem Grab­stein zu finden?

  24. @Rosa: Danke für deine aus­führ­li­chen Ergän­zun­gen. Das sym­bo­li­sche zurecht­rü­cken der Brille sorgt bei mir für sehr lus­ti­ges Kopfkino :)

    Zum Sym­bol: Zu fin­den ist das Sym­bol auf zahl­rei­chen Grab­stei­nen der Lon­do­ner Fried­höfe deren Ver­stor­bene ein­deu­tig dem vik­to­ria­ni­schen Zeit­al­ter zuzu­ord­nen sind. Mitt­ler­weile bin ich auch über einen Lösungs­an­satz gestol­pert, denn es scheint eine Abs­trak­tion der Buch­sta­ben­kom­bi­na­tion IHS zu sein, einem Chris­tus­mo­no­gramm der grie­chi­schen Schreib­weise, bei dem die Buch­sta­ben überein­an­der­ge­legt wur­den. Da I in der Mitte, das H und dann das S. Ich zitiere im fol­gen­den den Wikipedia-Eintrag:

    Das Chris­tus­mo­no­gramm IHS lei­tet sich von der Tran­skrip­tion der ers­ten bei­den und des letz­ten Buch­sta­ben des Grie­chi­schen Namens Jesu, Iota-Eta-Sigma-Omikron-Ypsilon-Sigma oder ΙΗΣΟΥΣ, also JESOUS, ab. Das I ist das grie­chi­sche Iota, das H das Eta und das S das Sigma. Um das flüs­sige Lesen des Bibel­tex­tes zu ermög­li­chen, wurde häu­fig die latei­ni­sche Kasus­en­dung ange­hängt. So tau­chen in eini­gen Schrif­ten auch IHV für Jesu (Geni­tiv und Dativ) und IHM für Jesum (Akku­sa­tiv) auf. Ent­spre­chen­des gilt für XPS (Chi–Rho–Sigma) als Kurz­form für die grie­chi­sche Form des Wor­tes Chris­tus (deutsch Gesalb­ter; hebrä­isch Maschiach, lati­ni­siert Mes­sias). Bei den Jesui­ten wird das Sym­bol als Kurz­form von Iesum Habe­mus Socium („Wir haben Jesus als Gefähr­ten“) gebraucht.

  25. So sym­bo­lisch ist das mit der Brille nicht ;) ich bin ein Maul­wurf und ohne Seh­hilfe gibts bei mir nur Farb­fle­cken vorm Auge ;) schätze aber in ver­bin­dung mit voll ein­ge­kalkt und was dazu gehört hats was amü­san­tes, da muss ich auch über mich selbst grin­sen *g*

    Die Erklä­rung zu dem Sym­bol auuf den Grä­bern erscheint schlüs­sig — schätze nicht daß so viele vic­to­ria­ni­sche Zeit­ge­nos­sen sich kab­ba­lis­ti­sche Sym­bo­lik aufs Grab­kreuz mei­ßeln lies­sen — auch wenns ein Thema ist das eben­falls mit der Epo­che ver­bun­den ist.

  26. @Rosa: Ich wollte mich sowieso der vik­to­ria­ni­schen Fried­hofs­sym­bo­lik wid­men, da gibt es noch so viel zu ent­de­cken. Jeden­falls ent­de­cke ich bei der Sich­tung der Bil­der von mei­nen Tou­ren immer wie­der neue Anlei­hen, Sym­bole und Texte. Alles sehr span­nend wie ich finde.

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