5 März

Schwarze Symbolik - 666

Kategorie: Hintergründe — Jahrgang: 20093 Kommentare

The_number_of_the_beast_is_666_Philadelphia,_Rosenbach_Museum_and_LibraryObwohl es nur eine Rei­hen­folge von mathe­ma­ti­schen Zah­len ist, haben eben diese eine beson­dere Bedeu­tung. Der Ursprung der Zahl 666 ist in der Offen­ba­rung des Johan­nes und bezeich­net eine urchrist­li­che Apo­ka­lypse aus dem ers­ten Jahr­hun­dert und wird dort auch Zahl des Tie­res genannt1. Von die­sem Zeit­punkt an wird es okkult. Die Chif­frie­rung der Zahl als Namen eines beson­ders bösen Men­schen ist eine beliebte Theo­rie, der nicht nur die Römer, son­dern auch die Hebräer folg­ten.  Im Mit­tel­al­ter spra­chen Pole­mi­ker die Zahl des Tie­res dem Papst und dem damals amtie­ren­den Papst Bene­dikt XI. (1303−1304) zu und wird damit auch zum Sym­bol der Anti­kir­che erklärt. Mar­tin Luther spricht in sei­ner Bibel von 1545 sogar von der 666 jäh­ri­gen Dauer der Papstherrschaft.

Erst­ma­lige Ver­bin­dung mit dem Begriff des Anti­chris­ten bekommt die Zahl im Zusam­men­hang mit dem römi­schen Kai­ser Nero. Eigent­lich sollte Gott nach 42 Mona­ten der Schre­ckens­herr­schaft des Kai­sers kom­men, Nero über­wäl­ti­gen und die Sün­den­stadt Rom durch ein Feuer zer­stö­ren, letzt­end­lich zün­dete Nero seine Stadt wohl sel­ber an und benannte eine Soft­ware für das Bren­nen von Daten­trä­gern.  Für die heu­tige Okkulte Bedeu­tung der Zahl sind viel­fäl­tige Theo­rien ver­ant­wort­lich. Zen­trale Per­son in die­sem Zusam­men­hang stellt wie so oft Aleis­ter Crow­ley dar, der seine Briefe immer mit 666 zu signie­ren pflegte. Den Text eines berühm­ten Wer­kes will er durch Offen­ba­rung emp­fan­gen haben, nach­dem er 1904 im Ägyp­ti­schen Museum in Kairo mit einer Stele2 beschäf­tigt war, wel­che die Inven­tar­num­mer 666 trug. Seine Werke inspi­rier­ten viele Künst­ler, Musi­ker und Schriftsteller.

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Christ Illu­sion von Slayer

Dar­aus schlie­ßen wir, das 666 die Zahl des Anti­chris­ten ist und damit für das Böse steht. Popu­lär wurde es durch die unzäh­lige Musi­ker, die immer wie­der mit der Zahl ihre Alben schmück­ten. Iron Mai­den ver­öf­fent­lich­ten 1972 1982 ihr legen­dä­res Album The Num­ber of the Beast. Aphrodite´s Child ver­öf­fent­lichte 1972 ein Dop­pel­al­bum mit Musik von Van­ge­lis zur Johan­ne­s­of­fen­ba­rung mit dem Titel 666, die Band HIM ver­öf­fent­lichte eine EP mit dem Titel 666 Ways to Love und spielte das Lied Your Sweet Six Six Six auf ihrem Album Grea­test Love­songs Vol. 666. Am 6. 6. 2006 kam die Sin­gle Cult vom Album Christ Illu­sion der Metal­band Slayer her­aus, auf des­sen Cover ein ver­stüm­mel­ter Jesus Chris­tus mit der Zah­len­folge 666 auf der Brust zu sehen ist. Slip­knot singt in sei­nem Song The Her­etic Anthem (Ket­zer Hymne): »If you´re 555, the I´m 666.« Zuletzt ver­öf­fent­lichte Billy Talent 2007 ein Live­al­bum mit dem Titel 666.

Keith Haring ver­ar­bei­tete die 666 als Kenn­zeich­nung eines gehörn­ten und Welt­zer­stö­ren­den Wesens, das in einer Hand ein Dol­lar­zei­chen und in der ande­ren eine Rakete hält, in einer sei­ner apo­ka­lyp­ti­schen Zeich­nun­gen und bringt das Sym­bol damit in die dar­stel­len­den und moder­nen Künste. Zusätz­li­che Bekannt­heit bei der brei­te­ren Masse fand das Sym­bol als Auf­hän­ger bei vie­len Fil­men, wobei sich die Reihe Das Omen ganz beson­ders damit auseinandersetzt.

Gerade in den Sub­kul­tu­ren des Metal, dem Death Metal und dem Black Metal ist die 666 ein belieb­tes Sym­bol für Täto­wie­run­gen, Anhän­ger und Gür­tel­schnal­len, die wohl dadurch beson­ders Böse wir­ken möch­ten, was aber nicht immer zu gelin­gen scheint. In der Gothic-Szene ist es ver­ein­zelt zu sehen, genießt aber nicht die glei­che Popu­la­ri­tät wie in den ande­ren Berei­chen der schwar­zen Szene.

Über­ar­bei­tung (01.07.2010): Fal­sche Jah­res­zahl kor­ri­giert. Das Album The Num­ber of the Beast erschien erst 1982 nicht 1972, da gab es Iron Mai­den noch nicht mal.

(Bil­de­quel­len: Wiki­pe­dia, Ama­zon)
  1. »Hier ist die Weis­heit. Wer Ver­ständ­nis hat, berechne die Zahl des Tie­res; denn es ist eines Men­schen Zahl; und seine Zahl ist 666 []
  2. Als Stele wird seit der grie­chi­schen Antike pri­mär ein hoher, frei­ste­hen­der Pfei­ler bezeich­net. Sie diente oft als Grab­mal oder auch als Inschrif­ten– oder Grenz­stein. []

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Robert berichtet über alle Facetten der schwarzen Szene und ist aktiver Verfechter der deutschen Meckerbewegung. Überzeugter Gruftie mit einem Hang zum Vergangenem, der jedoch unverbesserlich optimistisch ist und stets positiv denkt. Du findest mich auch auf Facebook und Google+ oder auch bei Twitter.

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3 Kommentare

  1. wenn ich mich nicht irre ist doch jetzt irgend­wie raus­ge­kom­men das 666 nicht stimmt, son­dern 616 die zahl des teu­fels ist (irgend­eine doku).. aber nie­mand ändert es bzw. nie­mand will es wirk­lich ver­brei­ten da die zahl 666 mitt­ler­weile zu viel macht hat… aber ob es wirk­lich stimmt oder jemand nur irgend­was falsch inter­pre­tiert hat weiß ich jetzt nicht…

  2. Da inter­pre­tiert doch jeder gerne rum, wie er es möchte. Freie Hand für Jeden, mit genug Phan­ta­sie, kann man so sagen. Ein klei­ner Zau­ber­kas­ten, wo sich jeder das zusam­men­reimt, was am Bes­ten passt. ;-)
    Mir per­sön­lich sagt die 666 als Teu­fels­zahl aber auch mehr zu.
    Grüsse

  3. Ich denke auch das die 666 zutref­fen­der ist, zumal die angeb­lich von Wis­sen­schaft­lern ent­schlüs­selte 616 auf geteilte Mei­nun­gen selbst bei den For­schen­den stößt. Die meis­ten hal­ten diese Inter­pre­ta­tion für einen Lese­feh­ler. Siehe auch Wiki­pe­dia und Quellen.

    …Der Kir­chen­va­ter Ire­näus von Lyon (Gegen die Häre­sien V 30,1[3]) wusste, dass in eini­gen Schrif­ten statt der 666 die 616 zu lesen ist. Er hält die 616 für einen Schreib­feh­ler. Als einer der weni­gen alt­kirch­li­chen Aus­le­ger der Offen­ba­rung liest Tyco­nius (4. Jahr­hun­dert.) in Offb 13,18 EU die Zahl 616, die er als Mono­gramm des Anti­chris­ten deutet.

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