19 September

Gothic Friday: Laut! Grell! Schnell! (Katrin)

Kategorie: Gothic Friday — Jahrgang: 20119 Kommentare

Man kann es schon als Kon­trast­pro­gramm anse­hen, was da in mei­nem elek­tro­ni­schen Brief­kas­ten lan­dete. Nach­dem an ver­schie­de­nen Stel­len im Blog Textreich über das das Sep­tem­ber Thema »Ist Gothic (D)eine Lebens­ein­stel­lung?« dis­ku­tiert wurde, las ich Kat­rins Ein­sen­dung zum Gothic Fri­day mehr­mals, bevor ich die nötige Ruhe fand, ihn zu ver­ste­hen. In weni­gen und sorg­fäl­tig aus­ge­such­ten Wor­ten ver­sucht sie zu ver­mit­teln, was für sie Gothic mit Lebens­ein­stel­lung oder Lebens­stil zu tun hat.

Ich wollte dar­über hin­aus einen wür­di­gen Rah­men schaf­fen, denn Spon­tis ist sonst ein sehr text­las­ti­ger Blog, in dem kurze Zei­len schnell ver­lo­ren gehen und das wäre dem Bei­trag nicht ange­mes­sen. Glück­li­cher­weise hat Kat­rin gleich selbst ein tol­les und selbst erstell­tes Bild ange­hängt. Ich musste nur noch den Text anfü­gen und das ganze in ein ange­neh­mes For­mat brin­gen. Es würde mich sehr freuen, wenn auch hier flei­ßig kom­men­tiert wer­den würde.

Was es ist…

Laut!
Grell!
Schnell!

Wahr­hei­ten unter glit­zern­den Fas­sa­den erstickt…

Dazwi­schen ich…

Schwarz? Ja.

Damit ich atmen kann…

Es ist keine Frage der Ein­stel­lung, keine Frage des Stils.
Es ist Frei­raum. Ich sein.

Nicht mehr. Und doch soviel.

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Veröffentlicht von

Robert berichtet über alle Facetten der schwarzen Szene und ist aktiver Verfechter der deutschen Meckerbewegung. Überzeugter Gruftie mit einem Hang zum Vergangenem, der jedoch unverbesserlich optimistisch ist und stets positiv denkt. Du findest mich auch auf Facebook und Google+ oder auch bei Twitter.

Kategorie: Gothic Friday
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9 Kommentare

  1. Hänge nach einem mie­sen Tag ange­schla­gen vorm Note­book.
    Lese Kat­rins Zei­len.
    Ja.
    Schön.
    Danke …

  2. Kann mich Alt­gruf­ti­punk nur anschliessen :)

  3. Ich grüble noch, ob Alt­gruf­ti­punk das nun posi­tiv oder nega­tiv meint. ;)

    Ich find die weni­gen Worte Kat­rins tref­fend und auf den Punkt gebracht. »Laut, grell, schnell« — damit ver­binde ich den Sze­ne­tru­bel und die damit zusam­men­hän­gen­den, schnell­le­bi­gen Trends. »Wahr­hei­ten unter glit­zern­den Fas­sa­den erstickt.« Nichts ist so, wie es scheint. Abso­lut kor­rekt. Oft steckt nur warme Luft dahin­ter. Zumin­dest deute ich den Satz so.

    Und dann der Blick auf das eigene Ich. Wel­che Rolle nehme ich dabei ein? Wo stehe ich? Erin­nert mich ein wenig an das Buch »Die Gothics«. Jene Dame, die dort äußerte, dass sie sich in dem Schwarz­sein wie­der­fin­det, nicht aber in der Szene.

    (Von ihr stammt übri­gens auch die Äuße­rung »Lasst mich in Ruhe mit eurer lau­ten Welt«, die inzwi­schen von ande­ren auf­ge­grif­fen wurde und die man auch häu­fi­ger im Netz fin­den kann)

  4. Ich finde diese Art der Ant­wort auf das Thema großartig.

    Aller­dings ver­stehe ich die Worte etwas anders als Death Disco. Gedichte inter­pre­tiert halt jeder für sich. Der obere Teil beschreibt für mich den Main­stream. Laut und grell und schnell. Auch die glit­zern­den Fas­sa­den, die Wahr­hei­ten ersti­cken, beschrei­ben für mich all das, was man im All­tag »drau­ßen« so sieht.

    Dazwi­schen ich… Schwarz! Ein per­sön­li­cher Frei­raum, den man sich schafft. »Damit ich atmen kann« — kann ich sehr gut nachvollziehen.

    Vie­len Dank, Kat­rin. Sehr schöne Zeilen…

  5. Ich schließe mich orphi’s Deu­tung in den meis­ten Punk­ten an.

    Ich halte laut, grell und schnell auch für den All­tag der die eige­nen Bedürf­nisse erstickt. Und mit­ten in der rasen­den Masse steht die Prot­ago­nis­tin des Gedich­tes. Durch das Schwarz signa­li­siert sie Abgren­zung und schafft so eine opti­sche Bar­riere zu eben die­ser Welt. Das ver­schafft ihr den Frei­raum, sie selbst zu sein. Sich folgt also kei­nen Stil, kei­nem Trend, kei­ner Szene und kei­nem Gefühl, son­dern ein­fach nur dem Wunsch nach per­sön­li­cher Ent­fal­tung, einem Schutz­raum in den sie sich zurück zie­hen kann. Sie betont, wie wich­tig das für sich ist, denn atmen ist ein grund­le­gen­des Bedürf­nis um über­le­ben zu können.

    Ich finde die Idee eben­falls sehr gelun­gen, ver­bin­det sie doch eines der Dinge, die man als »schwarze Kul­tur« deu­ten dürfte, mit der Bedeu­tung der Szene selbst. Sehr gut!

  6. Durch die Ein­lei­tung »Was es ist…« komme ich zu obi­ger Schluss­fol­ge­rung. Ich sehe in der Sze­ne­masse keine son­der­li­chen Unter­schiede zum »Mainstream«.

    Kat­rin kann uns ja mal aufklären. ;)

  7. Hi!

    Sehr schön geschrie­ben!
    Ich inter­pre­tiere das Gedicht
    eben­falls wie Orphi.

    Dunkle Grüße! :)
    Melle

  8. ich finds auch toll, sehe das aber eher wie death disco, vor allem auf­grund von:

    dazwi­schen ich
    schwarz? ja.

    das liest sich für mich wie so ziem­lich jeder bei­trag der zum schluss kommt, ich bin eigent­lich nicht goth, eher im sam­mel­be­cken »schwarze szene« zu hause..

  9. Vie­len lie­ben Dank für Euer posi­ti­ves Feed­back, das freut mich.
    Zu Euren Wor­ten möchte ich sagen, dass sie zum größ­ten Teil auch in meine eige­nen Gedan­ken pas­sen. Ich habe absicht­lich viel Spiel­raum für Inter­pre­ta­tio­nen gelas­sen, letzt­lich fin­det jeder so seine eige­nen Asso­zia­tio­nen und »wir Schwar­zen« im Ergeb­nis ver­mut­lich doch einen gemein­sa­men Nenner. ;-)

    Nur den Schluss von Irgend­wer ziehe ich per­sön­lich nicht: »das liest sich für mich wie so ziem­lich jeder bei­trag der zum schluss kommt, ich bin eigent­lich nicht goth, eher im sam­mel­be­cken »schwarze szene« zu hause..«. Zu Hause bin ich, wo ich mich wohl fühle. Und das kann über­all und nir­gends sein. Unab­hän­gig von einer Szene. Schwarz (oder von mir aus »goth«) bin ich trotz­dem. Immer. Auch auf ner som­mer­li­chen Blumenwiese. ;-)

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