18 Februar

Gothic Friday Februar: Epitaph - Musik, mein Lebenselixier

Kategorie: Gothic Friday — Jahrgang: 20112 Kommentare

Gothic Friday 2011Im Rah­men des Gothic Fri­day 2011 schickte Epi­taph eine erfreu­li­che E-Mail, die als Anhang sei­nen Gast­bei­trag zum Februar Thema: Musik und Lei­den­schaft ent­hielt. Bis auf einige Form­än­de­rung und die Ein­fü­gung der ent­spre­chen­den Videos zu denen von Ihm mit­ge­lie­fer­ten Links befin­det sich der Bei­trag in sei­ner ursprüng­li­che Fas­sung. Das Zitat von E.T.A. Hoff­mann »Wo die Spra­che auf­hört, fängt die Musik an.« ist ein sehr gelun­ge­ner Ein­stieg in sei­nen Bei­trag, der mir auch die für mich neue Musik­rich­tung Death-Industrial näher gebracht hat.

Was bedeu­tet Musik für Dich? Wie wich­tig ist sie Dir?

Musik ist eine der wich­tigs­ten Dinge über­haupt im Leben, mein Lebens­eli­xier. Was wäre ein Leben ohne Musik? Musik für jede Gefühls– und Lebens­lage. Ich wüsste auch keine Art und Weise Emo­tio­nen zu über­mit­teln außer durch Musik. Nach dem Motto: „Wo die Spra­che auf­hört, fängt die Musik an“ (E.T.A. Hoff­mann). Durch Musik hat sich mein Leben extrem ver­än­dert, für Außen­ste­hende Bild-Leser wohl zum nega­ti­ven, da Nach­denk­lich­keit, Tief­grün­dig­keit und Hin­ter­fra­gung in unse­rer Welt nicht son­der­lich gut kon­form mit der „Brot und Spiele“ und „Geiz ist Geil“-Mentalität gehen können.

Wie wür­dest deine musi­ka­li­sche Lauf­bahn beschrei­ben? Über wel­che Rich­tung der Musik bist Du in die Szene gekom­men, wel­che hast hin­zu­ge­won­nen, wel­chen hast du abge­schwo­ren und was hörst du heute?
Das ist eigent­lich ziem­lich schnell erklärt. Mit 14 oder 15 war gerade Ramm­stein mit „Sonne“ in den Charts, nach anfäng­li­cher Abnei­gung hat mich die Musik dann doch recht schnell gepackt. Davor habe ich (wie wohl jeder) den gan­zen ser­vier­ten Chart­dreck gehört mit Aus­flü­gen in Rich­tung Hip-Hop. Durch meine katho­li­sche Erzie­hung fand ich Bands wie Ramm­stein oder Mari­lyn Man­son sowieso krank und ekel­haft, bis ich mich mit denen rich­tig beschäf­tigt habe und beim Anblick von „Schwar­zen“ war ich sowieso sofort hin und weg. Naja, es hat dann eben mit NDH, Indus­trial Rock/Metal und Sym­pho­nic Metal ange­fan­gen über nen gro­ßen Abste­cher Rich­tung Mit­tel­al­ter (In Ex, Schand­maul, Sa Mo, Cor­vus Corax, Cul­tus Ferox und wie sie alle hei­ßen und ich dadurch die Ver­bin­dung Dudelsack-E Gitarre zu has­sen gelernt habe) dann Rich­tung „Standart-Club-Electro“ bis ich mich dann inten­si­ver mit den Wur­zeln befasst habe und meine gro­ßen Lie­ben ent­deckt habe. Elec­tro höre ich mir heute auch noch an wenn es keine Dau­er­be­schal­lung ist und auch etwas Niveau hat. Also „Gegenteil-Bands“ von Ago­no­ize & Co. Heute bewege ich mich haupt­säch­lich zwi­schen Leder­ja­cke, Rüschen­hemd und Uni­form. Das drückt es denke ich am bes­ten aus.

Wie und wo hörst du Musik am liebs­ten?
Gene­rell höre ich Musik an fast allen Orten, bis auf Wald­spa­zier­gän­gen etc. bei denen ich mich lie­ber auf die Kraft, das Leben und die Atmo­sphäre kon­zen­triere und genieße. Auf dem Weg zur Schule als schö­nen Tages­ein­stieg, in der Schule (FOS) um mich von den mate­ri­ell– ego­is­tisch den­ken­den Mit­men­schen gerne mal ablenke. Zuhause beim put­zen, kochen, sur­fen und natür­lich auch ein­fach mal wenn ich auf dem Sofa liege. Und natür­lich beim weg­ge­hen, da man­che Lie­der bei hoher Laut­stärke noch mehr Kraft entfalten.

Wel­che Musik hörst du außer­halb der typi­schen dunk­len Musik noch? Also mit vie­len Sti­len außer­halb des dunk­len Kos­mos kann ich mich ehr­lich gesagt nicht anfreun­den. Viel­leicht mal so etwas wie

was ich aber zuge­ge­be­ner­ma­ßen auch nur wegen Blood Axis kenne. Achja und Sound­tracks zu Corpse Bride, Night­mare before Christ­mas und Sweeney Todd, wobei man sich da jetzt fra­gen muss in wie weit das außer­halb der Szene zu ver­or­ten ist;)

Mal ange­nom­men, Du könn­test ein Instru­ment spie­len, hät­test eine tolle Stimme und wür­dest zusam­men mit Freun­den eine Band grün­den. Wel­che Rolle in der Band wäre Deine? Ich würde wohl nie mit Freun­den ein Band grün­den, son­dern ein Ein-Mann-Projekt star­ten. Nur könnte ich mich auch da nicht recht ent­schei­den zwi­schen Akkus­tik­gi­tarre, E-Gitarre, Bass, Syn­t­hies, Drum Com­pu­ter, Mili­tär­trom­mel, Kla­vier, Geige, etc. Also wäre echt schwer.

Nenne 5 dei­ner Alben die für Dich unver­zicht­bar mit Szene ver­bun­den sind.
The Cure – Por­no­gra­phy (Für mich um Wel­ten bes­ser als Dis­in­te­gra­tion)
The Sis­ters of Mercy – First and Last and Always
Fields of the Nephilim – Mourning Sun
Lon­don after Mid­night – Selec­ted Sce­nes from the End of the World
Faith and the Muse — :ankoku butoh:

Wel­che musi­ka­li­schen Eigen­schaf­ten hat für dich das ideale Lied?
Es tut mir leid, ich kann diese Frage nicht beant­wor­ten. Das ideale Lied, was ich immer, über­all und so oft ich will anhö­ren kann gibt es nicht und wird es auch nie geben.

Wel­che Band oder wel­chen Musiker/in wür­dest Du gern mal inter­viewen und auf wel­chen Frage musst Du dabei unbe­dingt eine Ant­wort haben?
Gene­rell würde ich nicht allzu viele Men­schen befra­gen, da durch die Per­son ein nega­ti­ver Schleier auf die Band fal­len kann, die man vor­her total mochte.

Wer oder was reprä­sen­tiert für die Dich die Zukunft der »schwar­zen« Musik?
Da unter­scheide ich auch noch­mal grob. Im elek­tro­ni­schen Bereich, ganz klar: Kir­lian Camera, Klang­sta­bil und Pro­ject Pitch­fork. Im Goth Bereich: Mer­ci­ful Nuns und meine Lieb­linge von Faith and the Muse. Im Post-Industrial Bereich: HAUS ARAFNA. Neo­klas­sik: Arcana

Das sind so meine gro­ßen Licht­bli­cke der­zeit. Im Neo­folk Bereich habe ich ehr­lich gesagt keine allzu große Hoff­nung, dass da irgend­was kommt was es nicht schon gab oder wie­der zu stark an Death in June oder For­seti ange­lehnt ist. Im Mar­tial Bereich habe ich da dank Tria­rii grö­ßere Hoffnungen.

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Veröffentlicht von

Robert berichtet über alle Facetten der schwarzen Szene und ist aktiver Verfechter der deutschen Meckerbewegung. Überzeugter Gruftie mit einem Hang zum Vergangenem, der jedoch unverbesserlich optimistisch ist und stets positiv denkt. Du findest mich auch auf Facebook und Google+ oder auch bei Twitter.

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2 Kommentare

  1. Ich bin jetzt zwar gerade mal bis zum ers­ten Musik­bei­spiel gekom­men, aber das hat mich schon gleich so aus den Socken gehauen, dass ich dazu gleich mal kurz was los wer­den muss. Schon bei den ers­ten Tönen kam mir „Second Skin“ merk­wür­dig bekannt vor — bis mir dann nach eini­gem Kopf­zer­bre­chen zur Mitte hin ein­fiel, warum: Jesus On Extasy haben von dem Stück ein Cover auf ihrem Debüt­al­bum.
    Jetzt bin ich gerade ein wenig hin– und her­ge­ris­sen, wel­che Ver­sion mir nun bes­ser gefal­len soll. Das Ori­gi­nal hier ist wun­der­bar atmo­sphä­risch und klingt trotz der ca. 28 Jahre, die es auf dem Buckel hat, ziem­lich modern. JoE dage­gen haben das Stück in ein deut­lich rocki­ge­res Gewand geklei­det, was ich aber nicht min­der toll finde. Auf jeden Fall aber muss ich mir The Cha­me­le­ons unbe­dingt mal genauer anhö­ren. Und nun les” ich erst­mal wei­ter hier. ;)

  2. Ein Cover muss auch nicht immer schlecht sein. Lei­der spre­chen viel zu viele schlechte Cover eine andere Spra­che. »Second Skin« ist schon sehr häu­fig geco­vert wor­den. Mal schlecht, mal bes­ser, je nach Geschmack. Selbst Scoo­ter hat es »versucht«.

    Abge­se­hen davon: Ich finde es immer wie­der erstaun­lich, wie viele Per­len schwar­zer Musik mir immer noch unbe­kannt erschei­nen. Vie­len Dank für dei­nen tol­len Bei­trag Epitaph!

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