18 August

Tellerrandreisen - Stockholm

Kategorie: Finstere Orte — Jahrgang: 2008Keine Kommentare

Stockholm - SeenlandschaftSchwe­den ist nicht gerade als Bevöl­ke­rungs­reichs­tes Land Euro­pas bekannt, somit ist auch nicht ver­wun­der­lich dass die Haupt­stadt nur etwa 800.000 Ein­woh­ner zählt. So war ich dann aber auch mehr als ver­wun­dert, was in Stock­holm so los ist, denn die gefühlte Ein­woh­ner­zahl lag auf jeden Fall deut­lich höher und so ziem­lich jeder Schwede den ich mir vor­stel­len kann, hat sich dort aufgehalten.

Auf der Suche neben dem Main­stream gibt es auch in Schwe­dens Haupt­stadt eini­ges zu ent­de­cken, es lohnt sich aber auch durch­aus ein wenig mit dem Strom zu schwim­men und die ein oder andere Sehens­wür­dig­keit in Augen­schein zu nehmen.

Es ist durch­aus mög­lich die ein­zel­nen Inseln der Stadt in The­men­be­rei­che ein­zu­sor­tie­ren. So fin­det man in Gamla Stan, der Alt­stadt von Stock­holm viele alte Gebäude. In Öster­malm wohnt die High Society in IKEA gestähl­ten Alt­bau­ten, Djur­gär­den ist die Ver­gnü­gungs­in­sel, auf dem man neben einem aus­ge­deh­ten Spa­zier­gang auch eine Frei­zeit­park und viele ande­ren Sehens­wür­dig­kei­ten fin­det. Söder­malm ist der junge Stadt­teil, der auf einer Anhöhe gele­gen eine wahre Fund­grube für Kurio­si­tät und Alter­na­ti­ves bie­tet. Lang­hol­men, die alte Gefäng­nis­in­sel beher­bergt ein Hotel im Gefäng­nis, oder bes­ser ein Gefäng­nis im Hotel und bie­tet schwe­di­sche Gar­di­nen für Ein­stei­ger, lei­der war der Schup­pen bereits aus­ge­bucht, so dass wir auf eine andere Behau­sung aus­wei­chen muss­ten. Haga­par­ken ist der Hyde­park der Stock­hol­mer und bie­tet viel Raum für Entspannung.

Gamla Stan

Meine Lei­den­schaft für Ver­gan­gen­heit konnte hier auf Ihre Kos­ten kom­men, so wird man den Ein­druck nicht los, Stock­holm besteht nur aus alten und his­to­ri­schen Gebäu­den, in der Alt­stadt Gamla Stan soll sogar kein

Haus jün­ger als 200 Jahre sein. Erst jetzt merkt man deut­lich, wel­che Spu­ren der Krieg in Deutsch­land hin­ter­las­sen hat. Die engen und ver­win­kel­ten Gas­sen erin­nern an eine ita­lie­ni­sche Stadt, auch das Flair ist dem­ent­spre­chend. Der Schwede liebt es im Café zu sit­zen und sich das Trei­ben in Gas­sen anzuschauen.

Dabei trinkt man vor­nehm­lich ita­lie­ni­sche Kaf­fee­spe­zia­li­tä­ten, einen ordi­nä­ren auf­ge­brüh­ten Kaf­fee, sowie ich in mag, fin­det man hier sel­ten. Ist aber auch nicht wei­ter schlimm, ich bin da fle­xi­bel. Viel erstaun­li­cher ist die Tat­sa­che, dass in Stock­holm kein Star­bucks zu fin­den ist, nach­dem Lon­don gera­dezu über­säht prä­sen­tierte, ich liebe Vanilla Latte with Cream on Top. Macht aber nichts, bin doch flexibel.

Schwe­den rennt!

Neben­bei bemerkt war das Wet­ter auch noch umwer­fend, was uns in Spa­zier­laune brachte und wir mit einem Rei­se­füh­rer bewaff­net die Insel Djur­gar­den unsi­cher gemacht haben. Wir hät­ten den kusche­li­gen Spa­zier­gang durch­aus genie­ßen kön­nen, wäre da nicht die ren­nen­den Schwe­den. Kein ande­rer Stadt­teil konnte mir einer der­art hohen Dichte an Jog­gern auf­war­ten, die selbst zu Mit­tags­sonne noch den Staub unter Ihren Füßen mah­len. Wenn´s schön macht, soll es mir egal sein.

Was uns der Rei­se­füh­rer aller­dings erst spä­ter offen­barte, war die Tat­sa­che dass die dort beschrie­be­nen Tour von 2,5 Stun­den nur für die eine Hälfte des Weges reich­ten und wei­tere 2,5 Stun­den nötig waren auch die andere Seite der Insel zu erkun­den. So glüh­ten uns dann am Ende die­ses Tages die Füße, aber gelohnt hat es alle­mal, die Insel und die Tour direkt am Was­ser ent­lang ist Schwe­den pur, gerade bei dem schö­nen Wet­ter, es fehlte eigent­lich nur noch die Villa Kun­ter­bunt.

Second Hand und mein Geschmack

Second Hand in Stockholm

Second Hand in Stockholm

Stock­holm ist eine der best ange­zo­gens­ten Städte in Europa, das ist mal sicher. Die Schwe­den erlau­ben sich keine Aus­rut­scher und klei­den sich eigent­lich immer sehr stil­si­cher. Das spie­gelt sich auch in der Dichte, der guten Kla­mot­ten­lä­den wie­der, die es in Stock­holm gibt. Lei­der trennt sich auch hier beim nähe­ren Hin­se­hen die Spreu vom Wei­zen. Zu allem Über­fluss ist Mar­ken­ware, die nicht mit dem Schluss­ver­kaufs­slo­gan »REA!« gekenn­zeich­net ist auch noch recht hoch­prei­sig und in Deutsch­land mit Sicher­heit güns­ti­ger zu erwer­ben, aber dane­ben gibt es auch viele Schnäpp­chen und Ange­bote klei­ner Nischen­la­bels, die man Deutsch­land gar nicht oder nicht güns­ti­ger bekommt.

Second Hand ist jetzt mal das Stich­wort, denn in den Läden von Beyond Retro kann man wie­der Lust auf Sachen aus zwei­ter Hand bekom­men, so sind hier die meis­ten Sachen älter als die, die sie anpro­bie­ren. Habe natür­lich wie­der nichts in mei­ner Größe bekom­men, was natür­lich pri­mär an mei­nem ent­stell­ten außer­ge­wöhn­li­chen Kör­per­bau liegt. Die meis­ten Sachen stam­men aus Ame­rika, was die Suche nach der rich­ti­gen Größe ent­spre­chend schwie­rig gestal­tet. Merke: Wenn 16 im Hemd steht ist es L und passt mir nicht.

Wer anders ein­kau­fen möchte, dem sei auch die Gamla Bro­gatan ans Herz gelegt, eine Strasse die von der Haupt­ein­kaufs­straße Drott­ninggatan abzweigt. Hier gibt es eini­ges an Dark­wear und Boots von klas­si­schen Mar­tens über Under­ground, Mary Jane, Spikes und Creeps. Es lohnt sich diese Straße bis zum Ende zu beschrei­ten. Viele andere Läden habe ich noch in einer Google Map hinterlegt.

Stock­holm bie­tet auch unzäh­lige Sehens­wür­dig­kei­ten und bie­tet für jeden Geschmack etwas. Von Sehens­wür­dig­kei­ten zu erzäh­len ist unsin­nig, dass haben die Auto­ren der Rei­se­füh­rer schon genüge getan. Der Schwede ist freund­lich und offen und die meis­ten spre­chen Eng­lisch, also keine Angst bei der Kontaktaufnahme.

In der Kürze liegt die Würze

  • Güns­tige Flüge gibt es bei Ger­man Wings für rund 80€ pro Per­son. Vom Flug­ha­fen Arlanda bis zum Haupt­bahn­hof (City­ter­mi­na­len) in der Innen­stadt fährt man am opti­mals­ten mit den Flyg­bussarna (Flug­busse) bis zu End­sta­tion City­ter­mi­na­len für rund 10€. Tickets gibt es direkt am Flug­ha­fen. Von City­ter­mi­na­len aus emp­fiehlt sich die Fahrt mit der U-Bahn bis zum Hotel, denn Fahr­ten mit dem Taxi sind recht kostspielig.
  • Für Fahr­ten in Stock­holm emp­feh­len sich die Öffent­li­chen Ver­kehrs­mit­tel. Für 18€ besorgt man sich am bes­ten ein Pre-Paid Ticket mit 16 Slips. Damit geht zum Per­so­nal und lässt sich für eine Fahrt 2 Slips abstem­peln. Ein 72h Ticket oder die Stock­holm­card sind nicht nötig und zu teuer. Die Tickets bekommt man bei einer SL Geschäfts­stelle und bei Seven Ele­ven.
  • Eine tolle und auch noch sport­li­che Mög­lich­keit, Stock­holm zu erkun­den ist das Fahr­rad. Dazu gibt es in Stock­holm ein Flä­chen­de­cken­des Netz von Fahr­rad­sta­tio­nen, an denen man sich ein Fahr­rad mit­tels einer Karte für 3 Stun­den lösen kann. Nach 3 Stun­den stellt man sein Fahr­rad in einer der Sta­tio­nen und kann sofort das nächste neh­men. Die inter­es­san­ten Teile von Stock­holm hat man damit in maxi­mal 40 Minu­ten erreicht. Stock­holm Citybikes
  • Den rich­ti­gen Rei­se­füh­rer gibt es wohl nicht, jeden den ich bis jetzt gesich­tet habe hat Vor– und Nach­teile. So ste­hen in die­sem die bes­se­ren Restau­rants und die­ser hat die bes­se­ren Tou­ren im Pro­gramm. Auf jeden Fall ist ein Stadt­plan wich­tig, sonst ver­liert man im Gewühl der Stra­ßen schnell die Übersicht.

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Robert berichtet über alle Facetten der schwarzen Szene und ist aktiver Verfechter der deutschen Meckerbewegung. Überzeugter Gruftie mit einem Hang zum Vergangenem, der jedoch unverbesserlich optimistisch ist und stets positiv denkt. Du findest mich auch auf Facebook und Google+ oder auch bei Twitter.

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  1. […] zurück­bli­cken, obwohl ich schon seit Jah­ren auch Sei­ten­ge­stal­te­risch im Inter­net unter­wegs bin. Mein ers­ter Blog­ein­trag mit dem Titel Stock­holm ist vom 18. August 2008 und damit über 1 Jahr alt, übler­weise fällt mir auf, das ich meinen […]

  2. […] jetzt an Schwe­den gedacht, so meist an leuch­tende und bunte Far­ben und viel blonde Men­schen. Auch mein Besuch in Stock­holm 2008 wird durch die­sen Film in einem ganz ande­ren Licht erleuch­tet. Doch lang­sam, eins nach dem anderen. […]

  3. […] obwohl ich schon seit Jah­ren auch Sei­ten­ge­stal­te­risch im Inter­net unter­wegs bin. Mein ers­ter Blog­ein­trag mit dem Titel Stock­holm ist vom 18. August 2008 und damit über 1 Jahr alt, übler­weise fällt mir auf, das ich meinen […]