18 August

Schöne Grüße aus...

Kategorie: Finstere Orte — Jahrgang: 20108 Kommentare

Die Zeit war reif für ein wenig Abwechs­lung. Urlaubs­reif war ich ja sowieso, nur mit der Umset­zung einer klei­nen Reise hat es geha­pert. Doch kur­zer­hand wurde der Ent­schluss gefass, die Ost­see zu besu­chen, Meck­len­burg Vor­pom­mern sollte ja um diese Jah­res­zeit beson­ders attrak­tiv sein. So haben wir unsere 4 Wände kur­zer­hand einer guten Freun­din über­las­sen, die für einige Tage einen Platz zum schla­fen brauchte um ihre Fami­lie zu besuchen.

So begin­nen wir unsere kurze Reise in den Nord-Osten des Lan­des in Küh­lungs­born, einem Ost­see­bad, das ich jetzt absicht­lich nicht male­risch nenne, denn das ist es für mich nicht. Muss es aber auch nicht sein, denn das Meer ent­schä­digt für eini­ges. Der Blick in die Ferne ohne ein visu­el­les Ende zu ent­de­cken ver­mit­telt ein unter­be­wuss­tes Gefühl für die eigene Existenz.

Und zwi­schen all den Men­schen die sich in ihrem Klei­dungs­stil einer ver­meint­li­chen mari­ti­men Lei­den­schaft unter­wer­fen gibt es wider mei­ner Erwar­tun­gen immer wie­der ein­zelne Kleckse ästhe­ti­scher Anders­ar­tig­keit. Natür­lich fällt man auf wie ein »bun­ter Hund«, ges­tern wurde man sogar foto­gra­fiert, allein weil man nicht so aus­ge­se­hen hat wie alle ande­ren. Nichts unge­wöhn­li­ches, nichts schlim­mes, denn so ist es eben. Wenn man selbst in sei­ner schwar­zen Umge­bung einen wirk­lich bun­ten Fleck ent­deckt,  geht es einem selbst nicht anders. Bis auf die Fotos, die spare ich mir.

Doch neben all den Rufen nach Akzep­tanz und Tole­ranz schwingt immer die Frage mit: Will ich über­haupt akzep­tiert und tole­riert wer­den? Gehört die Pro­vo­ka­tion sei­nes Umfelds nicht immer ein biss­chen dazu? Ich habe mir vor­ge­stellt wie es wäre, wenn man über­haupt nicht mehr auf­fal­len würde, ob der Reiz der Anders­ar­tig­keit dann ver­flie­gen würde. Der urp­sprüng­li­che Gedanke, der Umwelt zu zei­gen das es immer eine dunkle Seite des Lebens gibt und die Welt nicht nur aus grell-bunten Frei­zeit­wel­ten besteht, wäre der dann verschwunden?

Ich würde mich immer noch schwarz klei­den, weil es mir gefällt und weil für mich ein­fach mehr dahin­ter­steckt als reine Pro­vo­ka­tion oder der Wunsch auf­zu­fal­len. Es wäre aber unehr­lich wenn ich behaup­ten würde, das mir gar nichts aus­ma­chen würde.

Das Meer ist schuld. Die Gedan­ken segeln hart am Wind und haben end­lich ein­mal Zeit in die Ferne zu schwei­fen. Davon abge­se­hen gibt es leckere Fisch­ge­richte, das Wet­ter ist so wie auf dem Bild oben, das ich mir von martin2606 gelie­hen habe, weil ich das Kabel für die Kamera ver­ges­sen habe und mor­gen set­zen wir unsere kleine Tour an der Ost­e­see­küste in Rich­tung Osten fort.

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Robert berichtet über alle Facetten der schwarzen Szene und ist aktiver Verfechter der deutschen Meckerbewegung. Überzeugter Gruftie mit einem Hang zum Vergangenem, der jedoch unverbesserlich optimistisch ist und stets positiv denkt. Du findest mich auch auf Facebook und Google+ oder auch bei Twitter.

Kategorie: Finstere Orte
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8 Kommentare

  1. Ah, die gute Ost­see :) Wart Ihr auch auf Fischland/Darß/Zingst? Und in War­ne­münde? Rich­tung Osten wird es ja nur noch schö­ner — aller­dings auch unto­le­ran­ter. Selbst wenn du 20 Jahre irgendwo wohnst, gehörst du noch nicht dazu. Aber als Tou­rist kann dir das ja egal sein, denn die Land­schaft macht das wie­der wett.

  2. Schö­nes Foto!
    Zum Thema »schwarz klei­den«, was ich natür­lich nur aus mei­ner Sicht dar­stel­len kann: Mir geht es ähnlich, ich mag schwarz, und es bringt Vor­teile, denn schwarz passt immer zu schwarz. Und zumin­dest zur Zeit pro­vo­ziert man oder man fällt auto­ma­tisch auf. Was aber nicht Inten­tion ist. Denn wenn es nur ums Auf­fal­len ginge, wäre es effek­ti­ver, trans­pa­rente Hosen zu tra­gen–
    Was mich angeht, ich fühle mich in schwarz ein­fach wohl, und das seit oder wegen vie­ler Jahre.

  3. @juliaL49: Ja, wir sind die letz­ten Tage nach Fisch­land, genau­er­ge­sagt Ahren­s­hoop wei­ter­ge­fah­ren. Das war auch wesent­lich schö­ner als die­ses Küh­lungs­born, das den Charme einer Neu­bau­sied­lung versprüht.

    @Vizioon: Stimmt, schwarz passt zu allem, vor allem zu schwarz :)

  4. @Robert: Das Ein­kau­fen von Kla­mot­ten wird dadurch defi­ni­tiv stark vereinfacht :)

  5. Jein. Man hat sich zwar auf eine Farbe fest­ge­legt und den­noch blei­ben »alte« Pro­bleme. Wel­ches Teil passt zu wel­chem? Dar­über hin­aus musste ich fest­stel­len das auch die Farbe Schwarz nicht immer Schwarz ist, son­dern mit­un­ter in Aus­prä­gung und Inten­si­tät abweicht.

  6. Lol, so dif­fer­ent­ziert habe ich es gar nicht gemeint. Klar passt schwarz nicht unbe­dingt zu schwarz, aber zumin­dest kann man alle ande­ren Pseudo-Farben igno­rie­ren. Außer Sil­ber. Macht einen net­ten Kon­trast. Nur als Schmuck, natürlich.

  7. Weiß nicht zu ver­ges­sen, sonst kann man die Schrift auf dem T-Shirt nicht lesen :)

  8. Ha,ich habe nur ein T-Shirt mit Schrift, also eins, daß ich auch in der Öffent­lich­keit trage. Und das hat sogar 2 Far­ben, weiß und orange. Ist ein Gaudi-Barcelona-(Fan?)-Shirt. Ansons­ten alles nur schwarz…naja, manch­mal aus­ge­wa­sche­nes schwarz *g*

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