25 September
Subkultur! - Das Emo als Subkultur?
Emo´s sind keine Kuscheltieren die bei Berührung nach Nahrung verlangen, Emo ist die Abkürzung für Emotional Hardcore, einer Musikrichtung die ihre Entstehung in den USA der frühen 90ern feierte. Die als mehr emotionalere und gefühlvollerer Version des Hardcore Punks mit anspruchsvolleren Texten rund um Liebe und Verzweiflung gedachte Musikrichtung fand schnell viele Anhänger, gerade in der Generation der Jugendlichen.
Mit Titeln wie »Cemetery Drive« oder »Roses for the Dead« gibt sich die Musik morbide, hat aber mit Gothic nicht viel zu tun. So ziemlich jeder Emo verwechselt die eigenen hormonbegründeten Problemchen mit tiefem Weltschmerz und lebt diesen hemmungslos aus. Im abgedunkelten Zimmer sitzend werden traurige Gedichte verfasst, die größtenteils in Metrik und Semantik ebenso gruselig sind wie in der dunklen Wortwahl.
Es wird wohl 2000 gewesen sein, als sich Emo auch als Stilausprägung der jugendlichen Mode etablierte, letztendlich wird sie auch darauf von den meisten reduziert. Dabei werden viele Stilarten zu einem ganz neuen individuellen Stil gemischt. Die Szene greift Elemente aus Bewegungen wie Punk, Gothic, Metal, Rockabilly und Visual-Kei auf und kombiniert das ganze auf neue Art. Röhrenjeans, Hoodys, Vans und Chucks gehen als eindeutige Merkmale dieses Genre durch. Die Haarfarbe ist meist schwarz, kombiniert mit grünen, blauen oder lila farbenen Strähnen, der in dem Markenzeichen der Emos endet, dem langen Pony der üblicherweise ein Auge bedeckt.
Offensichtlich ist die Emo-Szene auch äußerst unbeliebt, sei es von Punks oder Gothics, die sich ihrer Stilelemente und Ideale beraubt fühlen. Diese Abgrenzung innerhalb eine existierenden Szene macht sie wiederrum beliebt bei denen die anders sein möchten als die anderen und sich von den Abgegrenzten nochmals abgrenzen möchten, eigentlich wie immer in den Jugendkulturen. Klingt jetzt komisch, ist aber so. Mittlerweile gibt es unzählige Seiten und Videos gegen Emo´s, man könnte von einer Antiemowelle sprechen.
Vorwürfe mache ich der Szene eigentlich nur wegen ihrer selbstzerstörerischen Tendenzen, wie das abmagern vor allem bei Jungen, dem exzessiven Konsum von Alkohol um der Realität zu entfliehen und mit sich selbst klar zu kommen und der Degradierung des Borderline-Syndroms als Modeerscheinung (Ritzen), das kann man allerdings nicht nur auf die Emos pauschalisieren. Sie haben von allem ein bisschen und nichts richtig, sind unpolitisch, haben selten eine Meinung zu Gesellschaft widmen sich dem Weltschmerz und leben Ihre Ängste und Selbstzweifel aus. Witzigerweise distanzieren sich inzwischen viele der »Emo-Bands« von diesem Trend, der von einer Musikrichtung zu einem Style-Guide in der Bravo mutiert ist.
Mir sind sie hald unsympathisch. Sie sind für mich die Trittbrettfahrer bestehender Subkulturen die sich von allem ein bisschen abschneiden ohne selbst Stellung zu beziehen, ihr introvertiertes und egoistisches Verhalten ist beim Abbau von Vorurteilen nicht sonderlich hilfreich. Emo ist noch lange keine Subkultur, höchstens eine Modeerscheinung die hoffentlich bald als Aufhänger in den Medien verschwunden ist.
(Bildquelle: Tim Trentham/flickr.com)
Veröffentlicht von Robert
Robert berichtet über alle Facetten der schwarzen Szene und ist aktiver Verfechter der deutschen Meckerbewegung. Überzeugter Gruftie mit einem Hang zum Vergangenem, der jedoch unverbesserlich optimistisch ist und stets positiv denkt. Du findest mich auch
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Kategorie: Schwarze Szene, SubKultur!
Schlagwort: EMO, Gothic, SORP, SubKultur!


hat bereits 4 Kommentare abgegeben und schrieb am 27. September 2008 um 13:00:
Schau dir dazu, den imho sehr gute Artikel aus dem magazin an:
hat bereits 1744 Kommentare abgegeben und schrieb am 27. September 2008 um 18:41:
Vielen Dank für deinen Verweis. Ich habe mir den ganzen Bericht aufmerksam durchgelesen und er deckt sich im groben mit meinen Ansichten. Ich persönlich halte EMO für eine neue Szene in einer bestehenden Jugendkultur, die sich immer wieder neu formiert und wie ein Strom aus Lava pulsiert. Mich persönlich regen die Szenetypischen Verhaltensweisen auf: Ritzen weil es cool ist, saufen, weil es die anderen ja auch machen und die Zukunft ist eh für den Po. Die Punks zum Beispiel sind schon 1980 drauf gekommen, das sich »No Future« nicht rentiert. Aber ich war als jugendlicher auf nicht viel besser ;)
hat bereits 1 Kommentar abgegeben und schrieb am 3. Mai 2009 um 13:06:
Wobei man den Vorwurf des jugendlichen Weltschmerzes, der sich in grauslig platten Gedichten manifestiert, wohl problemlos auch den jüngeren Mitgliedern der Gothicszene machen kann. *g*
hat bereits 1744 Kommentare abgegeben und schrieb am 5. Mai 2009 um 16:09:
In der Tat Anne, das schließt so machen Randgruppenerscheinung mit ein. Wenn ich was gut gereimtes sehen will, schaue ich mir alte Folgen vom pinken Panther an. ;)
hat bereits 28 Kommentare abgegeben und schrieb am 11. September 2009 um 03:58:
Ob da manche unbedingt bloß deshalb ritzen, weil »cool†ist, bezweifle ich. Ich glaube eher, dass die Betreffenden ihrem Ritzen den »Cool-Stempel†aufdrücken um sich wenigstens irgendwie damit vor die Tür zu trauen. Nicht alle Jugendliche haben nur irgendwelche (vermeintlichen) Kinkerlitzchen als Probleme und im Prinzip fängt´s klein an und wird irgendwann vielleicht echt scheiße, weil eben die Umwelt glotzt, mault und wieder wegschaut. Ok, Selbstverantwortung ist out, aber allen Seiten würde vielleicht ein Kompromiss gut tun.
Es wird zwar gerne darauf geschimpft, dass man als »Subkultur-Anhänger welcher Art auch immer†oft auf die Klamotten reduziert wird und das Gejammer ist dann groß â€¦ Aber da sag ich bloß: Mach´s selber besser. Die Kiddies tun keinem was damit, wenn sie vorhandene Stile irgendwie zu was eigenem mixen. Schwarze Klamotten gab´s ja auch schon vor dem Aufkommen der Gruftie-Szene und die Punks haben ihre Lieblingsfrisur auch nicht selber erfunden. Vielleicht mal an die eigenen Anfänge denken und sich erinnern wie bekloppt die Umwelt da vielleicht reagiert hat. Heute seid ihr genauso.
PS.: Soll sich nur angesprochen fühlen, wer will.
hat bereits 1744 Kommentare abgegeben und schrieb am 12. September 2009 um 16:13:
Stimmt, das ist auch eine Möglichkeit und sicher eine wahrscheinlichere. Denn ich wage zu bezweifeln, das es den »coolen« Ritzern nach ein paar Schnitten immer noch Spaß macht. Ich finde es aber nach wie vor erstaunlich, warum sich viele Menschen mit tendentiell selbstverletzendem Verhalten in der Gothic Szene sammeln. Auf dem Mera Luna 2009 kam es mir jedenfalls so vor.
hat bereits 28 Kommentare abgegeben und schrieb am 13. September 2009 um 20:45:
Yop, auch ein Verhalten kann zur Sucht werden. So viele davon in der Gothic-Szene? Blut hat ja auch da oft seine (wie beim einzelnen auch immer geartete) Bedeutung, so gesehen passt´s vielleicht zusammen. Ritzen und andere Arten der Selbstverletzung verschaffen ja evtl. vorübergehend Erleichterung, z. B. dass man sich nicht mehr so »fremd« fühlt (Depersonalisation) oder auch um Dissoziation (etwas härteren Grades als bloß in ein Buch abzutauchen) zu vermeiden. Und Gothics schaun ja oft auch recht »strange« aus. Über die »Denkbrücke« find ich´s durchaus nachvollziehbar.
Was vielleicht manche (Ritzer sowie Nicht-Selbstverletzer) vielleicht noch nicht ganz gerallt haben: Das eine schließt das andere nicht zwangsläufig mit ein, aber da wären wir schon wieder beim Thema »Vorurteile«, aber die entstehen auch bloß aus Unkenntnis oder weil man sich vielleicht auch mit sich selber auseinandersetzen müsste, wenn man sich tatsächlich über »sowas, herrje …« informiert und da sind viele einfach zu feige, nachdem sie vielleicht die Faulheit überwunden haben.
*jetzt aber schluss mit referieren, ächz* :D
hat bereits 1744 Kommentare abgegeben und schrieb am 14. September 2009 um 15:02:
Klingt durchaus plausibel. Bisher war ich immer von einer stark depressiven Ader ausgegangen, die man offenbar in der Gothic Szene besonders gut ausleben kann, obwohl ich das persönlich nicht nachvollziehen würde, was aber sicherlich an meiner Sichtweise der Dinge liegt. Jeder hat doch andere Parallelen mit der Gothic-Szene die in dort »heimisch« machen. Es gibt unzählige Leidenschaften unter den Anhängern, was jemand veranlasst sich Zugehörig zu zeigen ist (gerade bei älteren Grufties) sehr unterschiedlich.
Doch wie in jedem Verhalten liegt auch hier ein Suchtpotential, wie du schon erwähnt hast, deshalb würde ich vielleicht nicht von Faulheit sondern eher von Gewohnheit oder auch Sucht sprechen.
hat bereits 28 Kommentare abgegeben und schrieb am 14. September 2009 um 15:35:
Die Sucht sich nicht informieren zu wollen? Ööhm … vieleicht gab´s da ein Missverständnis. Ich weiß bloß noch nicht welches. *oops*
Ja, bunt ist sie auf alle Fälle, die schwarze Szene. ^^ Wahrscheinlich kann da echt jeder irgendwen finden, der nicht »echt« genug ist und zu den Poppern gehen soll. Oder was weiß ich wohin. Hehe …
hat bereits 1744 Kommentare abgegeben und schrieb am 14. September 2009 um 17:11:
Habe mich vielleicht, nein, sogar höchst wahrscheinlich blöd ausgedrückt. Ich meine das die, die ihre Vorurteile mit Information bekämpfen, sie aber dennoch nicht ablegen, weil sie sich dran gewöhnt haben.
hat bereits 28 Kommentare abgegeben und schrieb am 14. September 2009 um 17:22:
Aso. Wollen halt irgendwas an sich selber nicht wahrhaben. However, Grufties sind da halt ein praktischer Treteimer, wie die schon rumlaufen … *blabla* — Aber wär´s wirklich ´ne Sucht, Grufties zu beschimpfen usw. obwohl´s manche vielleicht besser wissen … dann wären ganz schon viele Leute wegen »Tourette-Syndrom« behandlungsbedürftig. *isdochwahr*
hat bereits 16 Kommentare abgegeben und schrieb am 5. Juni 2010 um 01:30:
Ich spiel mal den Leichenschänder und grab diesen Blogeintrag bzw. die Diskussion zu diesen wieder hervor. ;)
Hierzu fällt mir nämlich ein Spruch ein, den ein Bekannter vor einiger Zeit mal gerissen hat und den ich immer wieder gern rezitiere: »Gruftis sind auch nur die besseren Emos«.
Was auf dem ersten Blick rabiat selbstironisch klingen mag, verbirgt meiner Ansicht nach doch eine gewisse Tiefe. Wenn man den zeitlichen Kontext und die grobe Pauschalisierung außer acht lässt, befindet sich vielleicht doch ein wenig mehr als nur ein Fünkchen Wahrheit hierdrin.
Inwiefern, darf jeder für sich beurteilen.
hat bereits 1744 Kommentare abgegeben und schrieb am 5. Juni 2010 um 13:08:
@TheRisen: Es gibt keine Leichen, nur verschobene Diskussionen :) Im Prinzip hat dein Bekannter ja auch Recht, denn Emos nehmen eine Facette der bekannten schwarzen Lebenseinstellung, verzerren die aber bis zu Unkenntlichkeit. Das einige dabei psychologische Störungen als Zugehörigkeitsmerkmal annehmen macht diese Gruppe der Jugendlichen so bedenklich. Ein später Tribut an unsere Gesellschaft, denn auf Jugendlich müssen immer extremer rebellieren um Aufmerksamkeit und Anerkennung zu erfahren.
Ich freue mich außerdem über weitere Leichenschändungen, schließlich entspricht das als Gruftie meinem Klischee ;)
hat bereits 259 Kommentare abgegeben und schrieb am 5. Juni 2010 um 20:09:
@Robert: Nö, tust Du nicht, denn Du hast Dich ja schon mal als Trad-Goth geoutet. Und was soll an Emos extrem sein? Das Aussehen? rofl. Und richtig, psychlolgische Störungen sind keine Kultur, sondern krank. Und was das rebellieren angeht, Aufmerksamkeit, vielleicht, Anerkennung, dafür muß man schon mehr tun.
hat bereits 1744 Kommentare abgegeben und schrieb am 8. Juni 2010 um 19:17:
Ich denke ihre Anerkennung erhalten sie durch die, die genauso sind. Ich halte sich ebenfalls nicht für eine Subkultur, sondern für eine Randerscheinung die sich sicherlich bald relativieren dürfte. Meiner bescheidenen Meinung nach ist der Trend auch eher rückläufig.
hat bereits 259 Kommentare abgegeben und schrieb am 8. Juni 2010 um 20:25:
Ja, Anerkennung innerhalb der Szene habe ich tatsächlich verdrängt. Und glaube ich auch, weil irgendwie vermisse ich die Inhalte.
hat bereits 1744 Kommentare abgegeben und schrieb am 9. Juni 2010 um 22:12:
Ich bin mir aber sicher, das dafür bald neuer Erscheinungen auftauchen. Wie zum Beispiel die neue Form einer Vampir-Kultur, oder auch Werwölfe — schließlich kommt Twilight bald in die Kinos, glücklicherweise zum letzten mal :)