31 Mai

Dresscode - Szenetypische Kleidung

Kategorie: Szene im Blick — Jahrgang: 200924 Kommentare
Gothic Anachronism

Gothic Ana­chro­nism | CC-by Paul Stevenson

»So kom­men Sie hier nicht rein!«. 2006 besuch­ten wir Bekannte mei­ner Freun­din in Ber­lin, die uns nach einem schö­nen Abend­es­sen »ihr« Ber­lin zei­gen wollte. So mach­ten wir uns auf, einen ent­spre­chen­den Tanz­schup­pen, des­sen Namen ich wohl ver­drängt habe, zu besu­chen. Ich war noch nicht ein­mal sehr gruf­tig geklei­det, konnte mir aber wohl die Reak­tion des Tür­ste­hers wohl den­ken, als ich das Publi­kum beim ein­tref­fen vor Ort begut­ach­tete.  Ein­deu­tig nicht Alter­na­tiv und schon gar nicht schwarz. »So kom­men Sie hier nicht rein!« waren dann auch die erwar­tete Aus­sage, der ich mich beugte, denn wirk­lich rein wollte ich nicht. »Dann gehen wir eben in so einen Studenten-Schuppen, da kommst du bestimmt rein.«, war dann auch die Ant­wort unse­rer Rei­se­füh­rer. Ich bin kein Stu­dent, war nie einer und werde wohl nie einer sein, aber um des Frie­dens Wil­len bin ich dann mitgegangen.

Wenn man heute die Ankün­di­gun­gen der Sze­ne­ty­pi­schen Ver­an­stal­tun­gen betrach­tet, fällt auf, dass man immer wie­der lesen kann, das Ein­lass nur mit Sze­ne­ty­pi­scher Klei­dung gestat­tet ist, von einem Dress­code ist die Rede. Wäh­rend das bei den Sti­no­par­tys1 schon recht schwer sein kann, ist man mit schwar­zer Klei­dung zu einer Gothic Party fast nie ver­kehrt, ein biss­chen aus­ge­flippt und bei Bedarf auch kaputt run­det die Sache dann ab. Eigent­lich ziem­lich sim­pel.  Blaue Jeans­ho­sen und bunte Farbe die nicht von der Szene adap­tiert wur­den sind Fremdkörper.

Zuge­ge­ben, das fei­ern »Unter sich« hat einen ganz beson­de­ren Reiz. Auf der Tanz­flä­che zwi­schen all den ande­ren Gruf­ties geht man unter und ver­bin­det sich rein optisch zu einer schwar­zen, tan­zen­den Masse. Man gehört dazu, fühlt sich dazu­ge­hö­rig und das obwohl man ja eigent­lich Indi­vi­du­ell sein wollte. So Para­dox wie es klingt ist es aber gar nicht. Auch in der schwar­zen Szene gibt es durch­aus ein Zuge­hö­rig­keits­ge­fühl, das sich in der äuße­ren Erschei­nung Aus­druck ver­leiht, denn gerade die Gothic Szene ist eine stark optisch ori­en­tierte Szene. Es kann sehr ange­nehm sein nur unter gleich­ge­sinn­ten oder gleich­ge­klei­de­ten zu fei­ern, ohne dabei das Gefühl zu haben von 1000 Augen beob­ach­tet zu wer­den. Hier wirkt der Spieß umge­dreht, Men­schen in bun­ten Hem­den und blauer Jeans fal­len auf wie auf einer Kar­ne­vals­sit­zung und wer­den gna­den­los angestarrt.

Auf der einen Seite grenzt sich der Gothic von heute durch seine äuße­res Erschei­nungs­bild vom Rest der Gesell­schaft ab, doch Sozi­al­kon­takt und Zusam­men­ge­hö­rig­keit spielt auch hier eine große Rolle. So emp­fin­den die meis­ten die Ver­an­stal­tung unter ihres­glei­chen als Ent­span­nend und inspi­ra­tiv, hier kön­nen sie los­las­sen und so sein wie sie sind ohne Ableh­nung zu erfah­ren. Hier fin­det man gleich­ge­sinnte, mit denen man fast immer eine Gemein­sam­keit hat, die schwarze Kleidung.

Ich für mei­nen Teil finde es ange­neh­mer, wenn Sze­ne­ty­pi­sche Klei­dung erwünscht ist, wenn­gleich Musik­ge­schmack und all­ge­mei­nes Auf­tre­ten sowieso für eine natür­li­che Aus­lese der Besu­cher sor­gen. Ver­ein­zelte Irr­läu­fer auf schwar­zen Aben­den wer­den schnell optisch ent­larvt und erfah­ren oft Aus­gren­zung und Ableh­nung. Wel­che Mei­nung habt IHR zu einem Sze­ne­ty­pi­schen Dress­code? Ist das für euch eine Form des Aus­gren­zung oder Aus­druck für ein Zusammengehörigkeitsgefühl?

  1. Stino: Abkür­zung für Stink­nor­male, für Men­schen die kei­ner oder nur einer Mode­ty­pi­schen Szene ange­hö­ren []

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Robert berichtet über alle Facetten der schwarzen Szene und ist aktiver Verfechter der deutschen Meckerbewegung. Überzeugter Gruftie mit einem Hang zum Vergangenem, der jedoch unverbesserlich optimistisch ist und stets positiv denkt. Du findest mich auch auf Facebook und Google+ oder auch bei Twitter.

Kategorie: Szene im Blick
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24 Kommentare

  1. Schwarze Jeans und schwar­zes T-Shirt sollte man doch wohl hin­be­kom­men, oder? Wer das nicht schafft, der WILL an der Tür ein »Ver­zieh dich« zu hören bekom­men. Ganz ehr­lich: Braucht es in einer schwar­zen Disco Men­schen, die nicht im gerings­ten in der Lage sind sich anzu­pas­sen, rein optisch schon depla­ziert wir­ken und ent­spre­chend nur zum Span­nen reinkommen?

  2. hehe, sowas hab ich mal erle­ben dür­fen. in einem club hier gabs sonn­tags abends musik in rich­tung gothic, dark­wave, new­wave, … (ich kanns eh nicht unter­schei­den) — was mir aber nicht so rich­tig bekannt war. eine gute freun­din von mir sagte mir ich solle doch mal rein­schauen: war schon lus­tig dass alle augen auf den grade rein­kom­men­den typ in hoch­ge­krem­pel­ter blauer 501, 8-loch mar­tens und wei­ßem^^ lonsdale-hoodie gerich­tet waren.
    aber nach ner minute war gut, man hat sich mit mir unter­hal­ten — das tole­rante ver­hal­ten ist mir sehr posi­tiv auf­ge­fal­len damals.

  3. Ich per­sön­lich finds eigent­lich nicht schlecht.
    Viel zu oft sind auf Par­tys ohne Dress­code irgend­wel­che Hop­per auge­taucht, die sich die »Freaks« mal anschauen und rum­pö­beln wollten.

    Glei­ches galt für irgend­wel­che alten Säcke die mal nen biss­chen Fleisch­be­schau machen woll­ten, inklu­sive rum­grab­schen (immer­hin sehen die Mädels ja so aus als wären sie ja genau dar­auf aus *iro­nie* *kotz*)
    Zumin­dest vor sowas kann man seine Par­ties mit Dress­code ein wenig schüt­zen und dafür sor­gen, dass man ein wenig unter sich bleibt.

  4. @Tears: In der Tat, ein gesun­des Maß an Anpas­sungs­fä­hig­keit erleich­tert nicht nur das Leben son­dern zeugt auch in gewis­ser Art und Weise von Reife, wenn man in die­sem Zusam­men­hang über­haupt davon spre­chen kann. Aber in wie weit ist man selbst in der Lage sich anzu­pas­sen? Schwie­rig. Ich hätte mich in oben erwähn­ten Fall wohl nicht in Schale geschmis­sen, nur um Laden X betre­ten zu dürfen.

    @Tobi: An dei­ner Unter­schei­dungs­fä­hig­keit die Musik­stile betref­fend wer­den wir arbei­ten müs­sen :) Weiß ist als Kon­trast­farbe mitt­ler­weile auch in der Gothic-Szene eta­bliert, aber blaue Hosen geht gar nicht… Nein, im ernst — Dei­nen Ein­druck was das Tole­rante Ver­hal­ten angeht kann ich bestä­ti­gen, oft­mals gibt es ein fried­li­ches Nebeneinander.

    @Ricarda: Ja, irgend­wie stimmt das. Vor allzu neu­gie­ri­gen Bli­cken und Span­ner schützt ein gewis­ser Dress­code. Aber wirk­li­che Grab­scher hält wohl eine Schwarze Hose und ein schwar­zes Hemd nicht auf. Für die Fleisch­be­schau sorgt die Szene nach mei­nem Ein­druck selbst. Die Menge der Klei­dung die man Szen­ein­tern trägt ist im Laufe der Jahre immer wei­ter geschrumpft. Es gilt auf­fal­len unter Auf­al­len­den. Des­halb teile ich dei­nen Ein­druck und kann gut nach­voll­zie­hen was du meinst.

  5. Nun, die StiNo-Discos will ich sicher nicht als Vor­bild neh­men. Hat deine Hose die fal­sche Marke kommst du nicht rein. Nein, das muss nicht sein, aber wenn ich meine Oma mit in die Disco neh­men will, dann steck ich sie in ne schwarze Hose oder nen schwar­zen Rock, ne schwarze Bluse dazu und dann sollte das pas­sen. Wer keine schwarze Hose im Schrank hat, aber in die Schwarzvolk-Disco will… nun, der sollte sich über das Ver­hält­nis sei­ner Wün­sche zu sei­nem Wil­len Geld aus­zu­ge­ben Gedan­ken machen :D

    PS: Nein, meine Oma geht nicht mit in die Disco.

  6. Der Sze­ne­ty­pi­sche Dress­code ist auch trotz dem Genre manch­mal unter­schied­lich. Also im Hard­core wir alles durch­ein­an­der getra­gen. Haupt­sa­che Bunt, schrill,

    Im Gothik wie auch im Metal­be­reich (das ist mein Bereich) gibts Sub­gen­res in denen sich ein­zelne Mode­punkte, oder wie es erwähnst Dress­codes, wiederfinden.

    Sind es im Thrash­me­tal, die Kut­ten, die wei­ßen Ten­nis­schuhe, oder die bun­ten Bands­hirts, ist der Black Metal­ler das genaue Gegen­teil! Patro­nen­gurte, oder die SStie­fel, oder die umge­dreh­ten Kreuze und das Corp­se­paint. Am bes­ten ganz dun­kel. so groß­fä­chig der Begriff des Genre auch ist… der Dress­code variiert.

    Und im Gothik-Subgenre ist es ähnlich. es gibt die Visus… die zäh­len doch auch dazu oder? Dann diese … die neon-sachen tra­gen­den. und dann auch wel­che die tra­gen nur schwarz. ein­zelne tra­gen haupt­säch­lich mit­tel­al­ter­li­che Trach­ten. oke oke. Im Gothik­be­reich kenn ich mich nicht gut aus. aber ich weiß das es dort kom­pli­zier­ter ist, als in die­sen schi­cki micki Läden.

    Mein Bru­der arbei­tet in einem ange­se­he­nen Top-Club. und da besteht der Dress­code aus Kakko, Kra­watte, Klei­dern. da kann man nur das rich­tige tra­gen… da kannste dein inne­res nicht wie­der­spie­geln.. es sei denn du bist ne Frau… da haste ne aus­wahl an der Farbe dei­nes Kleides.

    aber da haste recht… als Stu­dent „beschimpft” zu wer­den ist schlimm… schon allein die Aussage…»da kommst du bestimmt rein« … klingt nach dem motto »du siehst so schlecht aus, nur da haste eine wahl… denen ist das eh alles scheiß egal«

    =)

  7. Dress­code ist ras­sis­tisch. Warum sollte man nicht die Musik in einer Ver­an­stal­tung hören, können,dürfen nur weil die Klei­dung nicht zu stim­men scheint.

    Das ist, wie ich finde ziem­lich into­le­rant. Das ist wie im Metal, in dem ich meist zu hause bin, das man nur mit lan­gen Haa­ren true ist, doch dar­auf kommt es im Leben eben nicht so an. Klei­dung und äusse­res ist scheiss­egal in die­ser Welt.

    Wenn ich Bock hab auf Punk oder was ande­res muss ich mich dafür nicht ver­klei­den. Ich gehe mit eher Metal Sachen als Klei­dung zu Metal­kon­zerte, zu Punk­kon­zerte oder auf Oi!Skin Kon­zerte, was solls. Ob es nun Trash oder Black oder Death Metal ist, wen küm­mert es, wenn man Spass an der Sache hat.

    Ich habe kein Pro­blem damit wenn Men­schen sich Klei­den wie sie wol­len, mir egal wie man auf einem Kon­zert oder eine Disko aus­sieht. Haupt­sa­che man hat sei­nen Spass.

    Und wenn ich mit Metal Kla­mot­ten auf eine Rock n Roll Tanz­ver­an­stal­tung gehe habe ich auch dort mei­nen Spass obwohl die Leute wie in den fünf­zi­gern geklei­det sind.

    Ich finde, man sollte mit dem Klei­dungs­mist ein­fach auf­hö­ren, danach sind Men­schen sel­ten zu beur­tei­len und ein­fach gucken das man die raus­schmeisst die Stress machen auch wenn sie die rich­tige klei­dung tragen.

  8. Wie immer ist meine Mei­nung dazu irgend­wie ambi­va­lent.
    Ich habe grund­sätz­lich nichts gegen das Her­ein­las­sen der Ande­ren, daß mag durch­aus mal neue Ideen und neue Mädels in eine Szene inte­grie­ren, aber:
    Wenn es eine Szene-Party ist, dann gehört da auch kein Nicht-Szener rein, weil es dann ja keine Szene-Party mehr wäre.
    Wobei ich zuge­ben muß, daß ich keine Ahnung hätte, wo genau da die Gren­zen zu ste­cken wären.
    Weis­ses T-Shirt und Blue-Jeans blie­ben jeden­falls defi­ni­tiv draußen.

  9. @ Sebas­tian: Du bist dir über die Bedeu­tung des Begriffs »Ras­sis­mus« bewusst? Zudem soll­test du dir das Wort »Haus­recht« mal genauer anse­hen. Denn da muss ich Vizioon zustim­men: Auf einer Szene-Veranstaltung haben Sti­Nos eben nichts zu suchen, denn wenn man die gott­ver­dammte Tole­ranz (boah, die­ses Wort gehört mit Fol­ter bestraft) bis zum Erbre­chen durch­zieht, dann kön­nen wir gleich alle Sze­nen abschaf­fen und zoo­phil werden -.-

  10. @Äwe: Stimmt, auch im Metal Bereich gibt es unzäh­lige Sub­gen­res mit ver­schie­de­nen äuße­ren Merk­ma­len, den Dress­code. Bei man­chen Musik­rich­tung erle­digt sich das Pro­blem der äuße­ren Erschei­nung von ganz allein. Trash– und Death­me­tal gehö­ren sicher­lich dazu, schwie­ri­ger wird es sicher­lich beim Mas­sen­taug­li­che­ren soge­nann­ten Nu Metal. Deine Anmer­kung zum Inne­ren das nach Außen gekehrt wird, finde ich in die­sem Zusam­men­hang sehr inter­es­sant. Bei Sze­ne­ty­pi­schen Clubs steht also mehr der Mensch im Vor­der­grund, wäh­rend im ange­sag­ten Top-Club der äußere Schein meis­tens trügt.

    @Sebastian: Also ras­sis­tisch ist ein Dress­code mei­ner Mei­nung nach nicht. Into­le­rant ist dafür ein deut­lich bes­se­res Wort. Irgend­wie muss ich Dir beim lesen dei­nes Kom­men­tars Recht geben, vom äuße­ren auf das innere zu schlie­ßen und die Men­schen danach zu beur­tei­len führt in der Regel zu Vor­ur­tei­len. Doch wel­che Wahl haben wir? Egal wie tole­rant man sich selbst fin­det, immer führt der erste Ein­druck zu einer Art Schub­la­den­den­ken. Wün­schens­wert wäre es, wenn die Schub­lade nicht gleich zuge­macht wird. Klei­dung ist in der Gothic-Szene ein pri­mä­res Merk­mal, das fest zur Lebens­ein­stel­lung dazu­ge­hört. Ver­klei­dung ist hier Selbstinszenierung.

    @Vizioon: Das du jetzt neue Mädels erwähnst lässt tief bli­cken :) Nichts desto trotz sehe ich das ganz genauso. Die Gren­zen sind zwar flie­ßend, doch es gibt sie den­noch. Gerade Szene-Party lie­gen momen­tan im Trend, es ist nur eine Frage der Zeit bis bei­spiels­weise reine Gothic-Party kom­men. Und da bitte dann mit »Tanz­code« Zwei Schritte vor, 2 schritte Zurück :)

    @Tears: Zoo­phil, das musste ich erst mal nach­schla­gen du Ferkel ;)

  11. Into­le­rant ist das bes­sere Wort als Ras­sis­tisch, das stimmt.

    Klei­dung gehört auch oft zu einer bestimm­ten Musik­rich­tung dazu, sonst wür­den viele Punks nicht so rum­ren­nen, oder auf Metal­kon­zer­ten viele so aus­se­hen wie sie aussehen.

    @ Tears : Ja, ich kenne das Wort Ras­sis­mus. Wie gerade gesagt habe ich das Wort ein wenig falsch gewählt, wobei mir es im Bereich der Aus­gren­zung oft ein­fach Ras­sis­tisch vor­kommt, sei es in einer Disko in der ich nicht rein­komme weil ich die fal­schen Schuhe trage oder weil man nur ganz in weiß rein­kommt oder eben in schwarz.

    Wenn es im Gothic mehr auf die Kla­mot­ten ankommt als auf die Ein­stel­lung zur Szene und zur Musik, wie will man dann neue Men­schen hier­für begeis­tern können ?

    Ich denke es ist ins­ge­samt ein recht schwe­res Thema und man kann den Men­schen auch nicht in den Kopf gucken.

    Dress­code ist eine merk­wür­dige Sache, die ich auch nicht in den Fein­schme­cker­lo­ka­len ver­stehe. Ich ver­stehe aber das Haus­recht, daher kann ein Ver­an­stal­ter natür­lich sol­che Regeln aufstellen.

    Es ist ein für mich schwe­res Thema, denn es gibt sicher Men­schen die sich zu einer Szene dazu­ge­hö­rig füh­len oder denen diese Szene gefällt doch wei­ter den­ken und auch in ande­ren Sze­nen behei­ma­tet sind.

    Was ist nun mit dem Punk der­Punk lebt, aber auch Gothic und Dark Wave und was weiß ich. Darf dann nicht rein weil er zu bunt ist, oder er muss sich verkleiden.

  12. Dass Gothic nicht mehr als ein Mode­stil ist bewei­sen 80% der Intel­li­genz­ver­wei­ge­rer die man in den Dis­cos so antrifft. Dress­code, naja — ich hätte auch was dage­gen, wenn man nur noch mit xtrax-Klamotten in die Disco darf (ok, eigent­lich auch nicht, ich geh ja eh nicht hin) aber sagen wir es mal so: Es sollte rein­pas­sen. Ein Punk in Bon­da­ge­hose mit Leder­ja­cke und grü­nem Iro stört mich optisch wesent­lich weni­ger als ein Typ mit Base­ball­mütze. Für einen rich­ti­gen har­ten Dress­code ist die Szene auch zu breit gefä­chert: Der eine rennt im Nadel­strei­fen­an­zug rum, der nächste im Latexfum­mel, wie­der eins wei­ter steht die Klei­der­stange von xtrax und an der Theke steht jemand der bei C&A ein­kauft und dann die Näh­ma­schine ausm Schrank holt. »Tou­ris­ten« sollte man aber aus­sor­tie­ren… denn das ist ein Tritt in die Eier der Szene.

  13. @ Tears : Sehr gut gesagt was ich ver­suchte eigend­lich auch mit mei­nem Kom­men­tar aus­zu­drü­cken aber es nicht gerade gut hin­be­kom­men habe.

    Ich per­sön­lich kenne die Gothic Szene nur vom Rand her, also die Kla­mot­ten­lä­den wie das Unlicht in Düs­sel­dorf, die auch mehr als nur Gothic ver­kau­fen und von Men­schen die Gothic sind mit denen ich mal bekannt war.

    Tole­rant sollte man schon sein in gewis­ser Weise. Klar, wenn ich in Hip Hop Bag­gys rein will um Frauen anzu­g­af­fen dann hat das dort nichts ver­lo­ren, das sind nur »Tou­ris­ten« die Gaf­fen wol­len, wie auch die Bil­d­Ex­press die über das Gothic Tref­fen Berich­ten und eine Bil­der­ga­le­rie mit »Fotos gucken sexy wie nie« betiteln.

    Das Weich­spü­len einer Szene kann man immer dort sehen wo Bands erfolg­reich wer­den. Ein­mal Charts und schon kom­men die gan­zen Poser­kid­dies und ver­der­ben den Spass.
    Wobei man immer einen Ein­stieg in eine Szene braucht, doch nicht diese gan­zen Leute die nur kom­men weil es gerade »Hip« ist.

    Ganz schlimm finde ich aber diese Dress­codes in Knei­pen mit Tür­ste­her, dort will ich nur Bier trin­ken, nicht mehr und habe dafür die fal­schen Hosen an. Das will ich ein­fach nicht verstehen.

  14. @Sebastian: Ich denke, das eine geht nicht ohne das andere. Es gibt genug Leute, die mit Goth nichts zu tun haben, aber sich so klei­den… das ist für mich keine Szene. Wenn man aber die Szene mag, aber kei­nen Bock auf den Style hat, dann stimmt da auch was nicht. Denn das macht die Szene aus, eine gewisse Grund­stim­mung, und auch eine Affi­ni­tät zu »Schwarz« … jeden­falls ver­stehe ich es so. Klar ist das irgend­wie into­le­rant, aber ich habe ja nicht nur Freunde in der Szene. Es sind trotz­dem gute Freunde, ich würde sie auch zum MeraLuna oder WGT mit­neh­men (denn sie sind Freunde), aber sie gehö­ren defi­ni­tiv nicht der Szene an.

  15. @ vizioon : Ver­stehe und klingt logisch. Die Grund­stim­mung des Schwarz ist bei mir auch vor­han­den, wobei ich, da ich nicht zu die­ser Szene gehöre auch gerne mal ein paar andere Sachen trage, aber nicht bunt.

    Nur darf eben nicht eine Szene nur in die­sem engen Rah­men gese­hen wer­den, finde ich. Wenn es eine reine feste Sze­nen­ver­an­stal­tung ist, mit fes­ten Regeln, so wie es auch Mit­tel­al­terspei­se­ver­an­stal­tun­gen gibt, oder fünf­zi­ger Par­tys, dann gibt es schon einen Dress­code. Doch ich kann auch aus­ser­halb die­ser Szene rum­hän­gen mit Leu­ten die Hip­Hop hören udn leben.

    Sieht dann wenn wir durch die Knei­pen zie­hen, am bes­ten noch mit einem aus der lin­ken skin szene, viel­leicht komisch aus,doch trotz­dem kann man dort zusam­men spass haben.

    doch eine ein­stel­lung zum metal, die auch schwarz geklei­det ist, würde mei­ner mei­nung nach schon passen.

    Doch nicht immer will ich ein­fach die­ses Sze­nen­zeug ver­ste­hen, vor allem im Metal. Ist man Death, oder doch Gore, oder ein­fach Thrash und wie passt dann Black da rein ?

    Wann ist man true ? Mit oder ohne Dimmu Bor­gir, haben die die Szene schon ver­ra­ten oder vorangebracht ?

    Dies sehe ich auch hier, im spe­zi­el­len Schwarze Szene Klei­dungs­stil als Pro­blem. Es gibt zu feste Regeln, auch wenn schon klar ist das Klei­dung, wie eben von Tears schon gesagt, gewis­sen pas­sen­den Regeln unter­wor­fen sein sollte.

    Eine Szene mit star­ren Regeln steht irgend­wie still. Gewisse überein­kom­men die die Grund­sätze betref­fen sind ok, doch sollte es auch Inter­pre­ta­ti­ons­mög­lich­kei­ten geben, finde ich.

  16. *heul* ich les hier nur noch was von Tole­ranz! Tole­ranz ist scheiße und blöd und ein ganz arg miss­ver­stan­de­nes Wort!

    @ Sebas­tian: Guck ich mir die Gothic-Szene heute an, dann wäre Still­stand wohl etwas sehr schö­nes gewe­sen. Die Szene ist zum bre­chen voll mit irgend­wel­chen Hauptschul-Tekkern die mit ihrem Gefuch­tel die halbe Tanz­flä­che ein­neh­men und dann im Som­mer zur Love­pa­rade pil­gern. Tole­ranz? Nein, danke!

    Das was man­che Tür­ste­her betrei­ben ist keine Dresscode-Kontrolle son­dern Gesichts­kon­trolle. Die gei­len Mädels las­sen wir rein, der Typ den eh kei­ner f!cken will las­sen wir vor der Tür. Das ist es, was zum kot­zen ist.

  17. @Tears: Exakt! Hauptschul-Tekkern :) Hätte ich jetzt noch so kon­kret gesagt (bin zu höf­lich) aber musste tat­säch­lich vor dem Moni­tor nicken. Tole­ranz hin, Tole­ranz her — Es geht um die Defi­ni­tion (für mich). Man kann nicht ein­fach alles »Gothic« pla­ka­tie­ren was sich mal schwarz klei­det und nicht Gothic-Party drauf­schrei­ben wenn Neo-Industrial oder ähnli­ches läuft. Wenn ich zu einer »schwar­zen Party« gehe, dann akzep­tiere ich auch alle Extre­mi­tä­ten­schwin­ger, schließ­lich habe ich auch eine dem ent­spre­chende Erwartungshaltung.

    @Sebastian: Die Gothic Szene defi­niert sich nicht aus­schließ­lich durch die Klei­dung, das hast du falsch ver­stan­den. Die Gothic Szene ist eine stark optisch ori­en­tierte Szene, in der die Selbst­in­sze­nie­rung dazu­ge­hört, genau wie eine gewisse Affi­ni­tät für das mor­bide, melan­cho­li­sche und roman­ti­sche. Gothic ist nur ein Ober­be­griff, ähnlich wie Metal. Dar­un­ter fal­len unzäh­lige wei­tere Musik­rich­tun­gen über die man sich eben­falls defi­niert. Das mit den Regeln ist zwie­späl­tig. Feste Regeln behin­dern den Fort­schritt, keine Regeln füh­ren zum Zer­fall. Die Inter­pre­ta­ti­ons­mög­lich­kei­ten sind durch­aus gege­ben, auch eine Ent­wick­lung fin­det statt. Das sie mir nicht immer gefal­len muss, liegt wohl an meine eige­nen Geschmack :)

    @Vizioon: Eine gute Beschrei­bung. Ich habe fast aus­schließ­lich Szen­e­fremde Freunde und Bekannte, selbst meine Freun­din hat mit Gothic (außer eini­gen musi­ka­li­schen Vor­lie­ben) nichts am Hut. Wenn wir ent­spre­chend aus­ge­hen wirft sie sich in ein ent­spre­chen­des Out­fit, gehört aber nicht der Szene an.

  18. @ Tears : Tole­ranz ist Scheisse und Blöd ? — Ich will hier nun nicht so aus­ho­len und auch nie­man­den sei­nen Sze­nen­ge­schmack und Ein­stel­lun­gen abspre­chen, doch wo beginnt dann die Tole­ranz und wo endet sie ?
    Ist man schon tole­rant wenn man jeman­den aus der Szene zuge­steht das er lange statt kurze Haare trägt, oder einen Rock statt einer Hose ?
    Fer­ner möchte man meist sel­ber auch eine gewisse Tole­ranz von ande­ren haben, da man so sein möchte wie man ist und auch so rum­lau­fen möchte.

    Wie es ist das es keine Tole­ranz gibt kann man hin und wie­der gut in Into­le­ran­ten Staa­ten sehen in denen man schon in den Knast gehen kann weil man Metal­lica hört. Pas­siert hin und wie­der mal in into­le­ran­ten Religionsstaaten.

    Eine gewisse Tole­rant muss es dann schon inner­halb der Regeln geben. Die Regeln sind grob in der Szene defi­niert, so wie es in fast jeder Szene der Fall ist.
    Eine gewisse Ent­wick­lung ist auch nie so schlecht, sonst hätte sich, hätte es nicht irgend­wann ein­mal eine Ent­wick­lung gege­ben, nie sich diese Szene ent­wi­ckeln können.

    Dein letz­ter Satz der bringt es wirk­lich auf den Punkt. Habe das auch mal so erlebt, ich als ein­zi­ger Typ mit ein paar Mädels rum­ge­zo­gen, hat sich ein­fach so erge­ben das ich als ein­zi­ger ein Typ war. Die Mädels durf­ten alle rein. Ich nicht. Biss­chen rum­dis­ku­tiert das ich dazu­ge­höre und nur was trin­ken will, aber durfte nicht in den Laden.
    Na dann, haben wir dem gesagt, dann ver­liert er jetzt wohl noch ein paar Kun­din­nen. Zack alle wie­der raus aus dem Laden.
    So ein Schwach­sinn, als ob ich dort mit fünf Frauen in einen Laden gehe und dann alleine dort Stress mache oder sowas.

    @ Robert :
    Nur die Klei­dung würde ich jetzt auch nicht so sagen, da die meis­ten Sze­nen sich vor­ran­gig durch und über die Musik defi­nie­ren. Doch im Gothic wird schon mehr wert auf die Klei­dung gelegt, oder es ist mir ein­fach bis­her mir nur so aufgefallen.

    Dein Satz über Fort­schritt und Zer­fall ohne Regeln trifft sehr gut. Ohne Fort­schritt im Metal würde die Welt wahr­schein­lich immer noch Bon Jovi und Möt­ley Crüe als das här­teste anse­hen.
    Der Zer­stö­ren der Regeln kann hin und wie­der einen Fort­schritt bedeu­ten, wie im Metal nun keine Dau­er­wel­len mehr getra­gen wer­den. Kom­plet­tes hin­weg­set­zen über die Regeln ergibt dann aber auch das manch­mal alles ver­lo­ren geht und eine Szene zer­stört wer­den kann.

  19. Das was man­che Tür­ste­her betrei­ben ist keine Dresscode-Kontrolle son­dern Gesichts­kon­trolle. Die gei­len Mädels las­sen wir rein, der Typ den eh kei­ner f!cken will las­sen wir vor der Tür. Das ist es, was zum kot­zen ist.

    Tja so ist das in unse­rer Gesell­schaft, wer scheiße aus­sieht, hat von Anfang an ein dickes Minus in sei­nem Leben, egal wie gut er sich benimmt und wie viel Leis­tung er bringt, er wird nie so viel Aner­ken­nung bekom­men wie ein hüb­sche­rer Junge oder hüb­sche­res Mäd­chen. Aner­ken­nung wäre bei einem häss­li­chen dann eher als Mit­leid zu bezeich­nen. Aber so ist das ja auch in der Tier­welt, der grö­ßere und der mit dem schö­ne­ren Mähne (löwe) bekommt eben leich­ter ein ab.

  20. @Sebastian: Bon Jovi war wirk­lich mal här­ter :) Nichts desto trotz stimme ich Dir zu, das sich viele Sze­nen über den Musik­ge­schmack defi­nie­ren, es gibt jedoch einige die dar­aus her­vor­ste­chen, wie bei­spiels­weise ange­spro­che­nen Gothic-Szene oder auch die Mit­tel­al­ter­szene (LARP). Einige Sze­nen defi­nie­ren sich auch über eine gemein­same Tätig­keit (Graf­fiti oder Ska­ter) die genau genom­men auch keine eigene Musik haben, son­dern Musik­stile in sich vereinen.

    @Studenten WG: Natür­lich, Gesichts– oder Nasen­kon­trolle gibt es zu hauf. Ich bin jedoch der Mei­nung, das diese Krank­heit nicht Sze­ne­ty­pisch ist. Gerade in der schwar­zen Szene defi­niert sich hübsch über ganz andere Attri­bute. Jungs bei­spiels­weise sind hier meist sehr dünn, was die Mädels sehr anzie­hend fin­den. Häss­li­che Men­schen (wenn man sie so bezeich­nen mag) haben aber einen ent­schei­den­den Vor­teil, sie kön­nen bes­ser kämp­fen :) Außer­dem ist die Defi­ni­tion von Schön­heit und per­sön­li­chem Geschmack eine tem­po­räre Sache, was ich frü­her hübsch fand, finde ich heute nicht mehr so anziehend.

  21. Ab– und Aus­gren­zung ist immer so ein heik­les Thema…

    Ich bin als Stu­dent in der glück­li­chen Lage, zwi­schen All­tags– und Aus­geh­kla­mot­ten nicht nen­nens­wert unter­schei­den zu müs­sen. Ich gehe also auch im All­tag nicht unge­schminkt vor die Tür, trage oft auf­fäl­li­gere Kla­mot­ten, Pikes und viel Sil­ber­schmuck. Wenn ich dann in schwar­zen Clubs unter­wegs bin, gebe ich mir ein­fach mit der Schminke etwas mehr Mühe, denke ich.

    Und das ist das, was ich wich­tig finde. Dass man authen­tisch ist und sich nicht ver­klei­det.
    Natür­lich bre­zelt sich jeder etwas mehr auf, wenn man weg geht, aber ich mag es ein­fach nicht, wenn Leute unter der Woche die graue Maus sind, und am Wochen­ende dann einen auf Über­goth machen.

    Von daher ist es mir letzt­lich ziem­lich egal, wie die Leute auf den Ver­an­stal­tun­gen her­um­lau­fen, weil Kla­mot­ten und Sty­ling eben dann doch nur sekun­där sind. Ich fühle mich auf gruf­ti­gen Ver­an­stal­tun­gen woh­ler mit bunt geklei­de­ten Men­schen, die füh­len wie ich und sich für die glei­che Musik und Kunst etc. inter­es­sie­ren, als mit sol­chen, die sich nicht gruf­tig KLEIDEN son­dern VER-KLEIDEN und unter der Woche nicht dazu ste­hen wollen.

    So gehe ich z.B. sehr gerne auf die »Dead Ken­nys Party« in Frank­furt am Main, wo sich Punks, Waver der alten Schule, ver­schie­dene Arten moder­ne­rer Goths und optisch stink­nor­male Leute tref­fen und zu Post-Punk, Dark­wave und 80er-Synthpop eine schöne Zeit haben.

  22. Diese Dead Ken­ne­dys Party würde ich gerne mal besu­chen, klingt äußerst pri­ckelnd. (Dead Ken­ne­dys? -> Video).

    Manch­mal ist es schwer authen­tisch zu sein. Ich frage mich in dem Zusam­men­hang, was du stu­dierst :) Ist man denn noch authen­tisch, wenn man für Job und Kar­riere Abstri­che macht? Ich denke nicht. In mei­ner Frei­zeit sehe ich eigent­lich so aus, als würde ich aus­ge­hen. Ich unter­scheide da auch nicht groß­ar­tig. Selbst­ver­ständ­lich geht man immer ein biss­chen auf­ge­bre­zel­ter aus dem Haus, wenn man eine Party besucht :) Dann schnall ich mir auch die guten Pikes unter die Füße :)
    Im Job bin ich aber »gezwun­gen« blau zu tra­gen und Schmuck abzu­le­gen. Das ändert aber nichts an mir, son­dern ist dann eine tat­säch­li­che Ver­klei­dung. Man darf natür­lich auch nicht ver­ges­sen, das es durch­aus mög­lich ist, das Ver­klei­den mit der Echt­heit zu ver­bin­den. So habe ich auf der Normalo-Hochzeit eines guten Freun­des eben doch einen fei­nen Anzug getra­gen mit Schlips und Kra­gen und Pikes dazu :D Dar­aus haben sich sehr inter­es­sante Gesprä­che ergeben ^^

    Bin ich noch authen­tisch wenn ich mich für Job und Kar­riere ver­kleide? Bin ich noch Gruf­tig wenn ich für liebe Men­schen Kom­pro­misse ein­gehe? Wo ist die Grenze zwi­schen Klei­den und Ver­klei­den? — Ich weiß es nicht. Noch nicht, werde mich damit mal aus­ein­an­der­set­zen, viel­leicht hilfst du mir dabei :)

  23. Die Party heißt tat­säch­lich »Dead Ken­nys« :) Die Deko besteht unter ande­rem immer aus gruf­ti­gen Southpark-Figuren ^^
    http://www.dead-kennys.de/
    Nächs­tes mal mit Live-Auftritt von »House of Usher« — immer im »Nacht­le­ben« in Frankfurt/Main
    *Wer­bung aus* :)

    Für Job und Kar­riere Abstri­che zu machen ist selbst­ver­ständ­lich legi­tim. Ich wäre nie­mals so doof und würde mit schwar­zen Fin­ger­nä­geln und voll geschminkt auf ein Vor­stel­lungs­ge­sprä­che gehen oder so etwas.
    Aber das ist auch gar­nicht das, was ich meinte.

    Wenn es Leu­ten aus gesell­schaft­li­chen Grün­den nicht mög­lich ist, sich zu klei­den wie sie es gerne wür­den, dann ist das eine Sache. Aber ich habe z.B. eben schon Leute ken­nen­ge­lernt, die unter der Woche rum­lau­fen wie der letzte Hip­hop­per, um dann am Wochen­ende einen auf Über-Goth zu machen. Und das finde ich ein­fach nur unehrlich.

    Deine Defi­ni­tion von der Ver­klei­dung, die du für den Job anlegst finde ich sehr schön und nach­voll­zieh­bar. So ähnlich fühle ich mich, wenn ich aus Grund XYZ mal so kom­plett ohne Kajal das Haus ver­las­sen muss oder sowas. Dann fühle ich mich irgend­wie, als trüge ich eine Maske die erst wie­der run­ter­kommt, wenn ich ein klein wenig Schminke auf­trage…
    Klingt cli­chee­haft und ein wenig pathe­tisch, ist aber irgend­wie so…

    Eine Hoch­zeit habe ich bis­lang nur schwarz erlebt, und das auch noch als »Trauerzeuge« ^^

    (Achja, da du frag­test: Ich stu­diere Ger­ma­nis­tik und Anglis­tik, jeweils alte Lite­ra­tur und Spra­che. Aber mit dem Thema hat das eigent­lich nichts zu tun ^^)

  24. Ich hatte zunächst gedacht, du hät­test dich ver­tippt. Aber eine inter­es­sante Idee :) Die Musik ist übri­gens ein Traum, gerne würde ich mit Dir die Abende tei­len. *seufz*

    Ja, so sehe ich das auch. Es gibt einige Leute in mei­nem Umfeld, die erkennt man außer­halb der Dis­co­thek gar nicht wieder :)

    Das Out­fit und das vor allem in der Gothic-Szene ist ja mei­ner Mei­nung nach mehr als nur ein Out­fit, son­dern auch eine Art Pan­zer den man sich zulegt. Es sagt: »Schaut mich an! Ich bin das was ich denke, was ich fühle wirst du nicht erken­nen können.

    Man gibt sich eben gerne ver­schlos­sen und ist eher intro­ver­tiert, wie ein Zwie­bel, die man von den ver­schie­de­nen Schich­ten befreien muss um ihren wah­ren Kern zu erkennen.

    Zu dei­nem Stu­dium: Das hat so gese­hen sehr wohl etwas mit dem Thema zu tun, schließ­lich stu­dierst du eigent­lich das, was du lebst, oder? Das was einen inter­es­siert und fas­zi­niert zu ver­tie­fen und sei es durch ein Stu­dium ist eine tolle Sache. Jetzt weiß ich wenigs­tens, bei wem ich Rezen­sio­nen über alte Love­craft Werke bekom­men kann :)

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