12 November

Die Nacht ist nicht allein zum schlafen da

Kategorie: Schwarze Szene — Jahrgang: 20089 Kommentare

Rein kör­per­lich gese­hen ist sie es, denn mit Ein­bruch der Dun­kel­heit wird mehr Mela­to­nin in das Blut abge­ge­ben, das schläf­rig macht. Nacht­ar­beit ist die Gei­ßel unse­rer moder­nen Zivi­li­sa­tion und Folge gewohn­ter Ver­füg­bar­keit von Pro­duk­ten und Dienst­leis­tun­gen. Die Nacht hat aber auch schon seit Jahr­hun­der­ten mys­ti­sche Bedeu­tung, denn die Dun­kel­heit und der damit ver­bun­dende Ver­lust der Seh­kraft macht Angst und ver­un­si­chert den Men­schen, seine Unfä­hig­keit Nachts zu sehen lähmt den Ver­stand und weckt unsere Instinkte.

In den meis­ten Spiel­ar­ten der schwar­zen Sub­kul­tur, spielt Dun­kel­heit eine grosse Rolle, macht sie uns doch auch emp­fäng­li­cher für Gefühle und Emo­tio­nen und ist Quell für die meis­ten Legen­den und Mythen. Schließ­lich zer­fal­len Vam­pire ja bei Son­nen­licht zu Staub und in Hor­ror­fil­men ist es fast immer dun­kel. In unzäh­li­gen Lie­dern der unter­schied­lichs­ten Jahr­hun­derte wird die Nacht besun­gen, so dich­tet Bei­spiels­weise Otto Ernst Hesse 1938 in sei­nem Lied:

Die Nacht ist nicht allein zum Schlafen da, die Nacht ist da, daß was gescheh'.
Ein Schiff ist nicht nur für den Hafen da es muß hinaus, hinaus auf hohe See.
Berauscht euch Freunde trinkt und liebt und lacht und lebt den schönsten Augenblick.
Die Nacht, die man in einem Rausch verbracht, bedeutet Seligkeit und Glück.

Die Nazis ver­bo­ten den Lied­text wegen sei­ner Revo­lu­tio­nä­ren Zei­len, trotz­dem ent­wi­ckelte sich das Lied zu einem gefrag­ten Stück und wurde mit sei­nem Ori­gi­na­len Text von zahl­rei­chen Künst­lern inter­pre­tiert. Hier noch einige Titel, die sich auf ihre ganz eigene schöne Weise mit dem Thema Nacht beschäf­ti­gen und die euch ein­mal an Herz legen möchte. Kom­men­tiert doch mal, wel­che Lie­der für Euch die Nacht am bes­ten Symbolisieren.

Für mich hat die Nacht ihren ganz eige­nen Reiz, den hier rücken andere Sinne in der Vor­der­grund. Dem Gruf­tie wird ja immer nach­ge­sagt er würde in der Nacht die Fried­höfe unsi­cher machen, das habe ich aber irgend­wie nie gemacht, da gucke ich mir die Fried­höfe lie­ber bei Tag an, so wie den High­gate Ceme­tery in Lon­don. Ursprüng­lich wollte ich ein­fach nur auf die wun­der­schöne Samm­lung von 60 Nacht­auf­nah­men des Sma­shing Maga­zine hin­wei­sen, denn die ste­hen stell­ver­tre­tend für das, was mir die Dun­kel­heit bedeutet.

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Robert berichtet über alle Facetten der schwarzen Szene und ist aktiver Verfechter der deutschen Meckerbewegung. Überzeugter Gruftie mit einem Hang zum Vergangenem, der jedoch unverbesserlich optimistisch ist und stets positiv denkt. Du findest mich auch auf Facebook und Google+ oder auch bei Twitter.

Kategorie: Schwarze Szene
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9 Kommentare

  1. Nicht wirk­lich Nacht, aber Däm­me­rung, was eigent­lich mein liebs­ter Teil der Nacht ist.

    Dor­nen­reich — Der Hexe nächt­lich” Ritt

    Wie gemacht für einen Spa­zier­gang durch den Wald…

    LG

  2. Es ist 7:14, ich bin gerade von der Nacht­schicht gekom­men und drau­ßen däm­mert es. Fast ideale Bedin­gun­gen für Atanua´s Emp­feh­lung, die ich oben ver­linkt habe. Bis­lang war mir »Dor­nen­reich« unbe­kannt, aber das Stück gefällt mir sehr gut. Eine Mischung aus Geschichte und Musik. Eine schöne Melo­die, die sehr ein­ge­hend ist trifft auf einen sehr poe­ti­schen und düs­te­ren Text der im Sprech­ge­sang dar­ge­bo­ten wird. Mit sei­ner Lauf­zeit von fast 10 Minu­ten eig­net es sich sehr gut abzuschalten.

    Bei mir jeden­falls, denn ich werde so lang­sam müde, muss ins Bett und den emp­foh­le­nen Spa­zier­gang hole ich nach.

  3. Die Nacht hat wahr­lich ein Zauber.…aber je älter man wird und je mehr man arbei­ten muss, desto zau­ber­haf­ter finde ich es mir die Zip­fel­mütze auf den Kopf zu set­zen, die Katze unter den Arm zu klem­men und zu schla­fen. Man ver­schläft das halbe Leben weil man arbei­ten muss. Ande­rer­seits braucht Frau ja auch ihren Schön­heits­schlaf denn zu kei­nem ande­ren Zeit­punkt rege­ne­rie­ren sich die zel­len so gut wie nachts… ^_^

  4. Ich bin mir sicher, das hast du nicht nötig ;) Aber in der Tat, ein beque­mes Bett in lau­schi­ger Nacht ist etwas wun­der­ba­res, wenn es nach mir geht nur im Win­ter — drau­ßen schön kalt und innen schön warm.

  5. Die Nacht. Eine tolle Zeit. Das muss ich doch schon zuge­ben. Wun­der­schön. Herr­lich. Wel­che Songs ich beson­ders mit der Nacht ver­binde? Es gibt so viele, die schöne Stro­phen haben und die mir sehr gut gefal­len. So zum Bei­spiel in Zer­a­phine »Be my rain«, wo von der Nacht die Rede ist. Oder Night­wish mit »Sleeping Sun«. Auch ein schö­ner Titel. »Die Stille der Nacht« von ASP wurde ja schon genannt.

  6. Tja, natür­lich »Die Nacht ist nicht allein zum Schla­fen da« in der Ver­sion, in der sie in den schwar­zen Dis­ko­the­ken gespielt wurde, also das Cover von »Seen links, Schlös­ser rechts«.

    Lei­der nicht auf youtube zu fin­den, aber immer­hin ist es ein guter Such­be­griff, um mit google an die Play­lists inter­es­san­ter Dis­ko­the­ken ranzukommen!

  7. So, heute noch mal nach­ge­schaut, und jetzt ist es auch auf youtube:
    Seen links, Schlös­ser rechts — Die Nacht (..im Zwi­schen­fall)
    (pas­send illus­triert mit Bil­dern aus dem Zwi­schen­fall von 1991).

  8. Hoppla! Vie­len Dank für deine Beharr­lich­keit in der Sache und auch vie­len Dank, dass du dei­nen Fund teilst. Der Song ver­sprüht diese Art von alten Zei­ten, in denen unbe­tei­ligte und unwis­sende am Rand der Tanz­flä­che stan­den, ver­stört auch die mit Nebel ver­han­gene Mitte starr­ten um merk­wür­dige Men­schen dabei zu beob­ach­ten wie sie zu einem Song tanz­ten, den nie­mand so rich­tig in einer Rich­tung zuord­nen konnte.

  9. Das ging ja schnell mit der Antwort!

    Ja damals hat­ten die meis­ten Bands noch ihren eige­nen Sound, es ging nicht nur darum, den typi­schen Stan­dard­sound der Stil­rich­tung X mög­lichst gut nach­zu­ah­men, son­dern man war noch am expe­ri­men­tie­ren und in den schwar­zen Dis­ko­the­ken wurde man fast jede Woche mit einem neuen inter­es­san­ten Sound überrascht.

    Und da wur­den dann auch Sachen gespielt, die im enge­ren Sinne gar nicht zur schwar­zen Szene gehörten.

    Ich erin­nere mich z.B. daran, daß Phi­lip Boa & the Voo­doo Club, Pixies, sogar Motörhead die Tanz­flä­chen mit schwar­zen Gestal­ten füllten.

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  1. […] Nacht ist nicht allein zum schla­fen da. Das wusste nicht nur Gus­tav Gründ­gens, son­dern auch die Gruf­tis. »Nina und ich waren super­pünkt­lich am vereinbarten […]