20 Januar

Die Wolkenfabrik

Kategorie: AnsichtssacheKommentare (7)

Tief im Westen, wo die Sonne verstaubt, ist es besser, viel besser als man glaubt…” sang Grönemeyer zu seinen besseren Zeiten und huldigte damit der Stadt, in der er aufgewachsen war. Doch noch weiter im Westen sieht es nicht viel besser aus, denn am Niederrhein sorgen unzählige Braunkohlekraftwerke ebenfalls für viel Schatten. Die Wolkenfabriken sorgen durch ihren riesigen Kühltürme für weithin sichtbare Wolkenlandschaft und tauchen das Land auch bei schönsten Sonnenschein in ein diffuses Licht, das in den Abendstunden für eine bedrückende Stimmung sorgt und die Menschen veranlasst die Stimmung des Sonnenuntergangs mit einer verkorksten Ansicht von Industrieromantik zu verwechseln. Es ist erdrückend, wenn die heiße Sonne des Tages im Schweif der Schornsteine versinkt und die Täler des Tagebaus für Minuten in ein goldenes Licht taucht, während der Braunkohlestaub wieder einmal die Sicht der Brille einschränkt.

Schon immer habe ich mich gefragt, wie man das jemandem eindrucksvoll vermitteln kann der so etwas nur aus dem Fernsehen kennt.  Diese Frage hat Jeff Grewe bei vimeo für mich beantwortet in dem er einen Film von einem Kohlekraft im Zeitraffer schneidet und ihn dabei mit der Musik des Horror-Klassikers Shining hüllt. Obwohl das Video politisch rüberkommt, ist seine Intention eine künstlerische. Ich finde es einfach nur gruselig. Ruhig mal 1:29 Zeit nehmen, wirken lassen und dann seine Gedanken in den Kommentaren verewigen. …lese den ganzen Artikel
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19 Januar

Cooltour – Zur Jugendszene 1985

Cover des Videos CoolturKöln, Alter Wartesaal. Die in fades Licht gehüllte Tanzfläche ist dicht von den sogenannten Grufties besiedelt, Frisuren formen ein erstaunliches Bild das der Skyline eine Metropole ähnelt. Glockengeläut und der Klang einer Orgel bildet den Eröffnungs-Choral in der Samstags Disco des Alten Wartesaals in Köln. Der Chor der nun die ehrwürdigen Mauern unter den Gleisen des Hauptbahnhofs zu Köln durchflutet wirft ein bizarres Licht auf die Menschen die sich im Schein der bunten Lampen tummeln. Sollte das etwa eine besonders moderne Form der christlichen Glaubensausübung sein?

Für den Außenstehenden ist die Kombination aus schweren Kreuzen, die man als Schmuck trägt und den größtenteils schwarzen Klamotten schwer zu verdauen. Für die Jugendlichen, die sich an diesem Samstag Abend in der Discothek treffen ist es das ganz eigene Verständnis von Ästhetik und nur Mittel zum Zweck die Aufmerksamkeit seines Umfelds auf sich zu lenken. Madonna hat es schließlich in ihrem 84er Video zu Like a Virgin vorgemacht, Billy Idol bringt mit seinem Video zu White Wedding die Szenetypischen Stil-Elemente auf den Punkt. Ein hämmernder Beat und sprühende Funken zereißen die andächtige Stimmung, die Jugendlichen tanzen wild zum treibenden Rhythmus der Musik…

Folgen die Künstler nun der Strömung der Jugend, oder identifizieren sich die Kids vor der Bühne mit den Künstlern in dem sie ihren Style aufnehmen? Die Frage lässt sich nicht abschließend klären, doch das ist auch nicht das, was Thomas Schmitt mit seinem Film erreichen möchte. Die Einleitung erklärt: “…Kids aus der Samstags-Disco des Alten Wartesaals, die schriller und exotischer gestylt denn je „No Future“ blöd finden und auf eine geregelte Zukunft hoffen. „Etwas richtiges werden“ wollen sie alle – am liebsten Modedesigner. Protest ist passé auch bei den jungen Kulturschaffenden aus der Szenekneipe Wave… “. Fünf Jahre zuvor, also 1980 drehte Schmitt ein Video mit dem Titel Randale & Liebe, das die deutschen Ausläufer der Punk-Bewegung zeigt, die mit ihrem Protest die Fesseln der eigenen Vergangenheit abschütteln wollen und hoffen das kalte und graue System mit Protest zu ihren Gunsten zu lenken. Die Jugend 1985 zeigt da ein anderes Bild und ist offenbar auf ihr Aussehen fixiert und schert sich nicht mehr um politische Inhalte. …lese den ganzen Artikel
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17 Januar

Spontis Wochenschau #02

Zack! Vorbei. Der Schnee, die Woche, das eiskalte Wetter und die Zeit, um Getränke aus dem Angebot zu kaufen, denn die sind schon längst vergriffen. Immerhin sind wir am Samstag nach Köln gefahren um den ein oder anderen Kleidungsrückstand aufzuholen. Hat nicht ganz geklappt, es sind da doch nur Socken geworden.  Dafür habe ich wieder eine von diesen scharfen Currywürsten von Currywurstforever zu mir genommen, Schärfegrad: Twilight Zone. Meine bessere Hälfte hat sich versehentlich daran vergriffen und war für den Rest des Nachmittages: “bedient“, wie sie es zu sagen pflegte.

Doch es sollte nicht die einzige Erfahrung bleiben, denn die Schärfe hatte offenbar meiner Uhr nicht bekommen, denn die quittierte ihren Dienst, vermutlich mit leerer Batterie. “Macht ja nichts!“, sagte ich mir, denn von genau diesem Hersteller gibt es ja ein Fachgeschäft mit beschäftigtem Uhrmacher und wenn einer die Batterie wechseln kann, dann der. “Die müssen wir einschicken, den Deckel bekommen wir hier nicht zu.” Ich bin nicht schnell sprachlos zu bekommen, aber so hatte man es geschafft. 2 Wochen Wartezeit für einen Batteriewechsel? Da frage ich lieber nach der Uhrzeit oder folge dem Lauf der Sonne, bis ich wieder bei einem kompetenten Uhrmacher vorbeikomme. …lese den ganzen Artikel
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15 Januar

Musikperlentaucher – Tauchgang #11

Suspiria – Dancefloor Tragedy

Die englische Band deren Einflüsse deutlich zu hören sind, gründete sich 1993 um sich nach 5 Jahren des Schaffens gleich wieder aufzulösen. Stilsicher packen sie den Gothic Rock am Zipfel und zerren ihn in den Darkwave der 90er um mit Dancefloor Tragedy gleich einen Evergreen zu schaffen, der heute noch in die ein oder andere Playliste wandert. Tanzbar und Eingängig mit der charismatischen Stimme von Matthew Carl Lucian, die so sehr an die von Eldrich erinnert. Benannt wurden sie übrigens nach dem Film von Dario Argento, der 1977 erschien und mittlerweile als Szene-Klassiker gilt und auch in den Mündern zahlreicher Kritiker gute Töne hervorruft. Aber das nur am Rande. Nachdem Suspiria sich einen Namen erspielt hatten sorgten interne Spannung dafür, das sich die Band 1998 auflöste. Sänger Lucian widmet sich heute der Kunst, während der Klangvirtuose Mark Tansley sich eine neuen Band zuwand und der Musik weiterhin treu blieb. 2008 brachte er eine neu abgemischte Version des Hits heraus, diesmal aber mit der Stimme von Clifford Ennis von Subterfuge. Interessierten sei zusätzlich das 95er Album The Great and Secret Show empfohlen, vorausgesetzt man hat etwas für Darkwave übrig.

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15 Januar

Jetzt mach’ ich’s mir selbst: Smack my bitch up

Kategorie: VernetztKommentare (5)

Als bekennender Prodigy-Fan bin ich natürlich immer auf dem laufenden wenn es was neues rund um die Elektropunker gibt. Dachte ich jedenfalls bis jetzt.  Jetzt musste ich bei Rollercoaster lesen, das Smack my bitch up Reengineered als Video verfügbar ist. Wer ist wiedergeboren? Natürlich verstand ich nur Bahnhof, den einen neuen Remix von The Prodigy selbst kannte ich nicht und das jemand mehr darüber wusste konnte sowieso nicht sein, also habe ich weitergelesen. Jim Pavloff, Ukrainischer DJ und Produzent hat sich vor seinen Computer gesetzt und baut den Song aus den Original-Samples die verwendet wurden nach. Man kann also Live dabei sein, wie ein Prodigy Song entstanden ist und neu entsteht, denn wenn man die Software beherrscht ist es ein leichtes seinen eigenen Remix daraus zu zaubern.

Stichwort Zaubern: Für mich entzaubert dies nicht den Originalen Titel sondern zeigt einmal mehr, auf welche Idee man kommen muss aus einigen Samples und dem massiven Einsatz von Technik einen Kracher zu bauen, hier zolle ich nochmal großen Respekt an Soundtüftler Liam Howlett. Für mich jedenfalls ist das ebenso eine kreative Kunst wie handgemachte Musik.  Was im “Jetzt helfe ich mir selbst” Video auf ein paar Minuten gekürzt ist, bedarf auf den ersten Blick viel Übung mit dem Umgang dieser Software, die ich jedoch nicht kenne. Smack my bitch up hat jedoch im Original noch etwas anderes zu bieten, ein äußerst umstrittenes Video, das MTV damals aus seinem Programm genommen hat, weil man massive Proteste von Jugendschützern befürchtete. Logisch, das diese Tatsache dem Video einen zusätzlichen Popularitätsschub gegeben hat. Genug geredet, hier zunächst das Original: …lese den ganzen Artikel
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14 Januar

Projekt Hörsturz – Runde 12

Neues Jahr, 12. Runde des Hörsturzes von freeQnet (Allgemeine Informationen). Jetzt schreibe ich die Einleitung ganz bewusst erst nachdem ich alle Songs gehört und bewertet habe, so fällt es mir leichter, den Leser darauf vorzubereiten. Der Hörsturz bietet Erfahrungsgemäß wieder einige Musikstücke, die das Licht der Welt besser erst gar nicht gesehen hätten, oder viel zu lange im Schatten der Charts ein unbeachtetes Dasein geführt haben. Diesmal war alle dabei, sogar Bands die ich kannte. Das liegt wohl daran, das Beety selbst keinen Vorschlag platzieren konnte und Konna wieder einmal zugeschlagen hat. Nichts für ungut.

Heute ist mir wieder einmal aufgefallen, warum ich selten ein Album am Stück höre sonder immer von Lied zu Lied springe. Jedes Lied bringt mir andere Lieder in Erinnerung die ich immer nochmal hören wollte, worauf ich natürlich diesen Song anspiele bis die ganze Geschichte wieder von vorne losgeht. Und das kann sich Stundenlang hinziehen. Menschen die gerne Lieder bis zum Ende hören können sich ungefähr vorstellen wie schrecklich das ist und die, die mir in dieser Beziehung ähnlich sind, wissen wie inspirierend das sein kann. Irgendwann sollte ich mal hinsetzten und niederschreiben in was sich der erste Song am Ende verwandelt. Hatte ich nicht schon mal davon berichtet? Genug Prosa, jetzt gehts endlich los.

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