In Deutschland werden täglich tonnenweise Lebensmittel im Müll entsorgt. Und warum? Die Gurke ist nicht gerade, die Kartoffel sieht nicht aus wie auf dem Werbeprospekt und die Tomaten haben die falsche Farbe. Die Zucchini lässt sich schlecht schälen, weil sich krumm gewachsen ist und die Bohnen sind viel zu klein und würden daher nie gegessen werden. Die Kunden in den Bäckereien beschweren sich, wenn es um 18:00 keine Brötchen mehr gibt und das Mehrkornbrot nicht mehr da ist. Der Kunde möchte das ganze Jahr all das Gemüse, worauf er Lust hat, kaufen können, er möchte auf sein Obst zu jeder Jahreszeit nicht verzichten, er will Abends noch frische Brötchen und saftiges Brot. Er will alles, immer und in perfektem Zustand zum billigsten Preis.
Valetin Thurn hat für seinen Film »Taste the Waste« einmal die Hintergründe anschaulich auf die Leinwand gebracht, er hat recherchiert und die Fakten zusammengetragen, die den Blickwinkel auf die Dinge verändern können. »Die Halbierung des Lebensmittelmülls würde ebenso viele Klimagase vermeiden wie die Stilllegung jedes zweiten Autos weltweit.«
Ein Kinofilm über weggeworfene Lebensmittel? Warum nicht. Wenn man so ein breiteres Zielpublikum erreicht, als bei einer lieblosen Ausstrahlung im Nachtprogramm der öffetntlich-rechtlichen TV-Sender, ist das durchaus legitim. Wir haben uns an Dinge gewöhnt, die so absurd sind, dass sie die schwarzen Nägel aufrollen und die Haare ohne Spray zu Berge stehen. An dieser Stille möchte ich einen Teil der offziellen Filmbeschreibung einfügen:
»Deutsche Haushalte werfen jährlich Lebensmittel für 20 Milliarden Euro weg — so viel wie der Jahresumsatz von Aldi in Deutschland. Das Essen das wir in Europa wegwerfen, würde zwei Mal reichen, um alle Hungernden der Welt zu ernähren. Valentin Thurn hat den Umgang mit Lebensmitteln international recherchiert und kommt zu haarsträubenden Ergebnissen. Jeder zweite Kopfsalat wird aussortiert, jedes fünfte Brot muss ungekauft entsorgt werden. Kartoffeln, die der offiziellen Norm nicht entsprechen, bleiben auf dem Feld liegen und kleine Schönheitsfehler entscheiden über ein Schicksal als Ladenhüter. In den Abfall-Containern der Supermärkte findet man überwältigende Mengen einwandfreier Nahrungsmittel, original verpackt, mit gültigem Mindesthaltbarkeitsdatum. Auf der Suche nach den Ursachen und Verantwortlichen deckt er ein weltweites System auf, an dem sich alle beteiligen. Den ganzen Artikel lesen… »