2 August

Spontis Wochenschau #23

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Spontis WochenschauEine Woche, die mich immer wie­der in Wut ver­setzt hat. Wut dar­über, was Pro­fit­gier und Kom­merz aus der Love­pa­rade gemacht haben. Wut dar­über das nie­mand im Stande ist seine Feh­ler ein­zu­ge­ste­hen. Eine Trau­er­feier, in der in der ers­ten Reihe Men­schen sit­zen die bekla­gen es würde noch so viele Ant­wor­ten auf so viele Fra­gen geben. Viel­leicht möchte man aber auch die Ant­wor­ten die es schon gibt nicht lesen. Man kün­digt Kon­se­quen­zen an, bleibt abzu­war­ten was davon in eini­gen Mona­ten übrig bleibt.

Aber auch ent­lang der Schlag­zeile die­ser Tage gibt es wie­der viele und inter­es­sante Arti­kel, Inter­net­sei­ten und Videos die Auf­merk­sam­keit ver­dient haben. Allen voran wie­der eine ein­dring­li­che Doku­men­ta­tion die ich in der Media­thek des ARD gefun­den habe über das, was Mager­sucht den betref­fen­den bedeu­tet. Was gibt es noch zu ent­de­cken? Ein Pos­ter aus Blut, Hor­ror­pup­pen, Eva Her­mann über gött­li­che Gewalt und ein Video über das legen­däre Necro­no­mi­con. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


1 August

Die Rettungsaktion für das Archiv bei "Trackback" auf Radio Fritz

Kategorie: Vernetzt3 Kommentare
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Am Sams­tag Abend berich­tete das Radio Fritz aus Ber­lin sei­ner Sen­dung Track­back über die Ret­tungs­ak­tion für das Archiv der Jugend­kul­tu­ren. Ich hatte die Gele­gen­heit, mich mit Mar­cus Rich­ter, der die Sen­dung mode­riert, am Tele­fon über das Archiv und seine Arbeit zu unter­hal­ten. Der Bei­trag sollte schon in der letz­ten Woche gesen­det wer­den, die Sen­dung ist aber der Bericht­er­stat­tung über die Kata­stro­phe in Duis­burg gewi­chen, was mehr als ver­ständ­lich gewe­sen ist.

Um so erfreu­ter war ich natür­lich, das die Sen­dung am Sams­tag dem 01. August nach­ge­holte wer­den konnte. Auf­merk­same Leser der Ret­tungs­ak­tion für das Archiv der Jugend­kul­tu­ren auf Face­book wuss­ten bereits Bescheid und konn­ten die Sen­dung LIVE im Stream ver­fol­gen oder auch im Radio hören. Für alle ande­ren ist ein Pod­cast zur Sen­dung erschie­nen, den ich euch nicht vor­ent­hal­ten möchte und den zur Sen­dung erschie­nen Pod­cast auch hier noch­mal anbiete. Ab 9:05 star­tet der Bericht über das Archiv der Jugend­kul­tu­ren, dar­über hin­aus soll­tet ihr euch die ganze Sen­dung zu Gemüte füh­ren, die wirk­lich sehr inter­es­sant ist.

In unse­rem kur­zen Gespräch ver­su­che ich zu erklä­ren um was es sich bei dem Archiv der Jugend­kul­tu­ren han­delt, wel­che Auf­gabe es hat, was es für die Jugend tut und warum ich es ret­ten möchte. Kri­ti­ken und Fra­gen jeder Art dazu sind in den Kom­men­ta­ren erwünscht, ich würde gerne wis­sen was ihr davon hal­tet. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


31 Juli

Dorian Gray: Ich werde ewig leben

Kategorie: Schwarze Szene5 Kommentare
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Filmplakat zum Film Dorian GrayDorian Gray ist reich und schön und der Traum der ewi­gen Jugend mani­fes­tiert sich in sei­ner Per­son. Sein Geheim­nis ist ein Por­trät, das statt sei­ner altert und in das sich die Spu­ren sei­ner Sün­den und Ver­bre­chen ein­schrei­ben. Wäh­rend Dorian Gray immer noch jung und makel­los erscheint, wird er immer maß­lo­ser und grau­sa­mer. Es ist der ein­zige Roman des iri­schen Schrift­stel­lers Oscar Wilde. Doch Dorian Gray sollte Syn­onym für all das wer­den, was den Zeit­geist um 1890 prägte. Der aus­prägte Hedo­nis­mus im Vik­to­ria­ni­schen Zeit­al­ter, die Deka­denz der eng­li­schen Ober­schicht und als Form von Lebens­hal­tung und Kunst­an­schau­ung unter der Flagge des Ästhetik.

Oscar Wilde selbst sollte das Buch ein paar Jahre spä­ter zum Ver­häng­nis wer­den. Wilde ging für dama­lige Ver­hält­nisse sehr offen mit sei­ner Homo­se­xua­li­tät um und erzürnte so den den Mar­quess von Queens­berry weil er unter ande­rem eine Bezie­hung zu sei­nem Sohn Lord Alfred Dou­glas unter­hielt. Der belei­digte Wilde in der Öffent­lich­keit als „posie­ren­den Homo­se­xu­el­len”, wor­auf­hin der ihn wegen Ver­leum­dung ver­klagte. Doch das Blatt wen­dete sich, Oscar Wilde wurde vom Klä­ger zum Ange­klag­ten. Offen­ba­run­gen aus sei­nem Pri­vat­le­ben wurde vom vor­mals Ange­klag­ten Queens­berry zur Ver­tei­di­gung ein­ge­setzt und  führ­ten letzt­end­lich zu einer Ver­ur­tei­lung wegen Unzucht.

Homo­se­xua­li­tät war im vik­to­ria­ni­schen Groß­bri­tan­nien nicht ver­pönt, son­dern sexu­el­len Hand­lun­gen zwi­schen Män­nern sogar unter Strafe gestellt was dazu führte, das der gebrand­markte Homo­se­xu­elle Oscar Wilde, der im Pro­zess genau wegen die­ser Unzucht ver­ur­teilt wurde zur unfrei­wil­li­gen Ikone einer Bewe­gung mutierte und der den Ste­reo­typ des homo­se­xu­el­len Man­nes nach­hal­tig prägte. Ein fei­ner eng­li­scher Humor, Wort­ge­wandt­heit, Lei­den­schaft für Ästhe­tik in Klei­dung und Innen­ein­rich­tung sowie eine exzen­tri­sche Per­sön­lich­keit sollte zm Beweis der Homo­se­xua­li­tät wer­den. Män­ner in Eng­land, die genau so leb­ten, wurde als „Oscar” beschimpft. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


30 Juli

"Ein Leben für den Tod" - Bravo-Artikel zwischen Halbwahrheiten und Polemik

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Teu­fels­zei­chen? Böse sata­ni­sche Kräfte? Mit dem Pen­del den Geist der Oma beschwö­ren? Was sich nach Kli­schees der Boulevard-Presse der spä­ten 80er klingt fin­det sich auch 2003 immer noch in den Maga­zi­nen und Jugend­zeit­schrif­ten. Im Report „Ein Leben für den Tod” berich­tet die Bravo über die 18 Jahre alte Mela­nie aus Mün­chen auf eine recht unge­wöhn­li­che Weise, denn alles an ihr hat mit dem Teu­fel zu tun, sollte man mei­nen. Auf dem Titel­bild steht neben ihrem Foto: „‘Fried­höfe sind doch nur Kom­post­hau­fen für Men­schen’, sagt Mela­nie und zeigt das Teu­fels­zei­chen. Die bei­den Fin­ger sym­bo­li­sie­ren die Hör­ner Satans.” Die betont fins­tere Miene und die Grab­steine im Hin­ter­grund tun ihr übriges.

Ich muss schmun­zeln, alles wirkt so dar­ge­stellt, so unecht und so lächer­lich — aber es bleibt auch eine unter­schwel­lige Trau­rig­keit zurück wenn man sich vor Augen führt wel­che Wir­kung ein sol­cher Arti­kel auf eine bei­spiels­weise 13 Jahre alte Lese­rin haben könnte. Auch bei Nicht-Interesse erin­nert die Auf­ma­chung des Arti­kels an beste Boulevard-Manier: Scho­cken, den Blick fes­seln, neu­gie­rig machen, Inter­esse wecken um dann im Inhalt zu rela­ti­vie­ren. Hin­ter­grund­in­for­ma­tio­nen feh­len völ­lig, ver­meint­li­ches Wis­sen über Sym­bole und Zei­chen sind an den Haa­ren her­bei­ge­zo­gen. Ich finde es sehr ent­täu­schend das sich eine Jugend­zeit­schrift auch 2003 noch auf ein sol­ches Niveau her­un­ter­las­sen muss.

Dabei ist der ver­mut­lich jugend­li­che Leser in eine Polemik-Falle getappt. Die erste Seite lockt: „Ein Leben für den Tod”, Satans­zei­chen, böse Bli­cke — der Span­nungs­bo­gen wird gezo­gen, man wird neu­gie­rig wie es wei­ter­geht, denn man fragt sich: „Wie bitte? Ich dachte Gothic hätte nichts mit Satan zu tun?” Schnell blät­tert man um und lässt sei­nen Blick über die klei­ne­ren Bil­der des Arti­kels schwei­fen: „Mela­nie zeigt ihr Pen­ta­gramm — ein sata­ni­sches Sie­gel”, dabei wis­sen wir doch, das Pen­ta­gramm ist ein Schutz­zei­chen gegen das Böse und kein sata­ni­sches Sie­gel. Ein Bild von ihren Stie­feln soll den Ein­druck fes­ti­gen: „Mela­nies Stie­fel: das Zei­chen des Teu­fels!Den gan­zen Arti­kel lesen… »


29 Juli

Grufties - Jugendkultur in Schwarz

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Eine Sisy­phus­ar­beit ist das akri­bi­sche Ana­ly­sie­ren des Gruf­tie– oder viel­leicht bes­ser ver­ständ­lich Gothic-Stils in all sei­nen nach außen hin sicht­ba­ren Merk­ma­len. Zu recht bemän­geln Kri­ti­ker, das man sich einer Jugend­kul­tur und ins­be­son­dere der Gothic-Szene nicht allein von die­ser Seite aus näher kann um sie über­haupt als sol­che zu erfas­sen und in Ansät­zen greif­bar zu machen. Man bezwei­felt sogar, das dies über­haupt mög­lich ist.

2000 machen sich Doris Schmidt und Heinz Jana­lik daran, die bis dahin bekann­ten Erschei­nungs– und Aus­drucks­for­men der Gruf­ties zu erfas­sen. Das sie dabei den wesent­li­chen Kern nicht errei­chen ist ihnen bewusst: „Wer als Außen­ste­hen­der Erkennt­nisse über jugend­kul­tu­relle Sze­nen gewin­nen will, um Ver­ste­hen und Ver­ständ­nis als Grund­lage für humane Koexis­tenz zu ent­wi­ckeln, muss in einen vor­be­halt­lo­sen und viel­sei­ti­gen Dia­log mit den Reprä­sen­tan­ten der Szene tre­ten, wohl wis­send, dass ein Beob­ach­ter von außen die von den Jugend­li­chen gezo­ge­nen Gren­zen aner­ken­nen muss und des­halb in gewis­ser Weise immer außer­halb ver­blei­ben wird.

Bevor im mir das Buch bei Ama­zon bestellt habe, kam ich nicht daran vor­bei, die Kri­ti­ken der Leser zu stu­die­ren, die sich bis dahin dem Buch genä­hert haben. Die durch­weg schlech­ten Kri­ti­ken lie­ßen min­des­tens eine Sache erah­nen, ent­we­der wur­den Erwar­tun­gen nicht erfüllt weil das Buch dafür nicht geeig­net ist, oder die gestell­ten Erwar­tun­gen waren ein­fach falsch, wir wer­den sehen und erfah­ren warum Bril­len die Mas­ken der Gruf­ties sind. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


28 Juli

Ohne Worte: Ich möchte glauben

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Zu glau­ben ist schwer, nichts zu glau­ben ist unmög­lich.” Sagte ein gewis­ser Vic­tor Hugo (franz. Schrift­stel­ler). Eigent­lich han­delt es sich um ein Film­pla­kat des 1959 gedreh­ten Films Plan 9 from Outer Space von Todd Sla­ter mit dem famo­sen Bela Lugosi in der Hauptrolle.