Als Independent noch Independent war, ging es um selbermachen und die Unabhängigkeit allen künstlerischen Ambitionen freien Lauf zu lassen. Kommerz war der Feind. Die sogenannten Indie-Labels sammelten unbekannte Künstler unter einem gemeinsamen Label und schufen so die Musikkultur die sich der Wahrnehmung der Major-Labels entzog. Zu rebellisch, zu gewagt oder auch zu kontrovers waren die Texte, die Musik nicht massentauglich und damit nicht rentabel genug. Doch die Zahl der Käufer stieg kontinuierlich und lockte letztendlich dann doch die Industrie. Mit neuen kleinen Labels gaukelte man Käufern und Künstlern Unabhängigkeit vor und schuf so einen neuen und erfolgreichen Markt. Indie war nicht länger vom Underground dominiert sondern längst in geschickten und profitgierigen Händen.
Was der Käufer heute unter dem Deckmäntelchen Indie angeboten bekommt, sind von Knebelverträgen gebeutelte Musiker die aus Angst ihre Lebensgrundlage zu verlieren in ein Abhängigkeitsschema geraten sind. Bei der Produktion neuer Musik achtet man auf maximale Kompatibilität mit Käufern, greift gezielt Trends auf und schwört einen umfangreichen Rattenschwanz auf die neue Taktik ein. Selbst DJs bekommen mittlerweile Auflage einen Titel x-mal zu spielen, weil sie sonst um ihre kostenlosen Freiexemplare gebracht werden. Ein Déjà-vu? Mag sein, vielleicht gibt es doch noch Hoffnung, denn die stirbt bekanntlich zuletzt: …lese den ganzen Artikel
» Der letzte Funken Independent? «
Robert @ 01:06
Hans ist Darsteller in einer Show bei einem Zirkus und eigentlich glücklich mit Frieda verlobt. Als die neue Trapezkünstlerin Cleopatra im Zirkus beginnt, verliebt sich Hans unsterblich. Er macht ihr trotz Friedas Warnungen Geschenke, Komplimenten und Höflichkeiten die Cleopatra zwar heuchelnd annimmt, sich aber hinter Hans’ Rücken über ihn lustig macht, denn Hans ist kleinwüchsig. Für Sie ist das alles nur ein Spiel, bis sie von einer bevorstehenden Erbschaft erfährt, durch die Hans vermögend wird. Zusammen mit ihrem Mann Hercules schmiedet sie einen heimtückischen Plan. Cleopatra und Hans heiraten und schon auf der Hochzeit macht sich Cleopatra über die Freaks des Zirkus lustig, als Hercules versucht Hans zu vergiften um so dem Erbe habhaft zu werden öffnet ihm das die Augen. Er und die anderen Freaks schwören Rache.
Eigentlich sollte das ein Film werden um das Verständnis für Andersartigkeit und Behinderungen zu fördern, doch 1932 erreicht der Film genau das Gegenteil. Regisseur Tod Browning, der selbst mehrere Jahre mit solchen Freaks im Zirkus lebte, war seiner Zeit voraus. Der Film wurde in verschiedenen US-Bundestaaten verboten, in Großbritannien stand er über 30 Jahre lang auf dem Index. Brownings Karriere die 1931 mit der Verfilmung von Bram Stokers Dracula (mit dem legendären Bela Lugosi in der Hauptrolle) ihren Höhepunkt erreicht hatte, endete abrupt. …lese den ganzen Artikel
» Tod Brownings Freaks (1932) «
Robert @ 12:00
Der Heuni, von dessen Blog ich bei Konna erfahren habe, hatte die Idee zu einer Blogparade die sich mit der eigenen Kindheit beschäftigt. Heuni gibt jeweils ein Thema vor, mit dem wir uns im Sinne unserer Kindheit beschäftigen. Und da das schwelgen in kindlichen Erinnerung eine meiner Lieblingsbeschäftigungen ist um dem fortschreitenden Alter wenigstens im Kopf Einhalt zu gebieten. Meine Kindheit ist mit Musik verknüpft, das bedeutet, das ich Erinnerungen an bestimmte Gegebenheiten mit Musik verknüpfe und sie mir dadurch leichter merken kann. Daher möchte ich diese Blogparade mit den Titeln von Musikstücken schmücken, die mir beim schreiben in den Sinn gekommen sind. Im ersten Abschnitt geht es um Spielsachen.
Kindheit und Spielsachen sind so eng miteinander verknüpft wie Regen und Wolken, das gehört zu Kindheit irgendwie dazu. Umfang und Art des Spielzeugs hängt neben dem Geldbeutel der Eltern auch von persönlichen Vorlieben und Prägungen ab, die wir durch die Gesellschaft und unser Umfeld erhalten. Wer selber einmal in die Haut seiner Kindheit schlüpfen möchte, dem sei die Blogparade von Heuni ans Herz gelegt. Genug davon, kommen wir zur Sache: …lese den ganzen Artikel
» Das Kind in Dir – Abschnitt 1 «
Robert @ 13:29
Die amerikanische Invasion der Fast-Everything Ketten ist seit McDonalds wohl nicht mehr zu stoppen. Vor einiger Zeit machten sich dann auch Kaffee-Läden breit, die zwar kaum noch echten Kaffee im Angebot hatte, dafür aber gefühlt 241 Kombinationen von Mischgetränken. Starbucks war da und nicht mehr wegzudenken. Der legendäre Caffee-to-go trat seinen Siegeszug an und war nicht mehr aufzuhalten. Mittlerweile das 1970 gegründete Unternehmen 14.400 Fillialen auf der ganzen Welt, vorwiegend in Metropolen.
Nicht das einer mich falsch versteht, ich mag die heißen Getränke. Immer wenn ein Starbucks in der Nähe ist, lasse ich mich zu einem Getränk hinreißen obwohl ich mir bewusst bin, das der eigentliche Sinn des Kaffees verloren geht und ich nur ein überteuertes und mit Zusatzstoffen vollgepumptes Produkt kaufe. Ich finde es trotzdem klasse. Bestellt man beispielsweise im Ausland, wie ich in London, muss man sich darauf gefasst machen einige unangenehme Fragen über sich ergehen zu lassen. Einfach mal schnell a “Cup of Coffe” ist nicht drin. …lese den ganzen Artikel
» Bestellung bei Starbucks «
Robert @ 13:24
Noch bevor Designer Trends aufschnappen können oder kreieren können gibt es die meisten Ideen bereits auf der Straße. Streetstyle ist nicht etwa die ästhetische Beschreibung einer Teerdecke, sondern die Mode der Leute die man auf der Straße trifft. Ausgefallene Klamotten oder Stile werde hier zuerst gelebt, in der Regel äußert sich das in der Kombination verschiedenster aktueller oder klassischer Stile die kombiniert oder verfeinert werden um möglichst individuell auszusehen und garantiert nicht so, wie es auf den Titelblätter der Modemagazine.
Besonders kreativ zeigen sich Großstädte und Metropolen die namhafte Universitäten und Fachhochschulen beherbergen, da sich hier vermehrt kreative jungen Menschen sammeln und so ihren Stil kanalisieren. Zusätzlich sorgt die Reurbanisierung der Metropolen für zusätzlichen Einfluss und Artenvielfalt. Streetstyle findet man also eher in Köln als in Oer-Erkenschwick und häufiger in Berlin als in Emden. Selbstverständlich ist das ein globales Phänomen und findet sich in allen Ländern der Erde.
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» Die Kunst liegt auf der Straße: Streetstyle «
Robert @ 19:50
Das Journal der Jugendkulturen ist eine Fachzeitschrift des Archivs der Jugendkulturen von dem ich bereits in einem älteren Artikel berichtet habe. Das Journal erscheint mittlerweile jährlich und ist eigentlich mehr als der spießige Titel zunächst vermuten lässt. Nennen wir es eine jugendkulturelle Rückblende und Aussicht auf das, was in Jahren vielleicht einmal legendär erscheint.
Niemand kann wirklich erfassen, was in einer Jugendbewegung vorgeht, wohin sie führt und woraus sie sich entwickelt, es mag vermessen klingen eine Bewegung in Wort und Schrift zu fassen, denn im Sinne des Wortes ist sie damit bereits zum Stillstand gekommen. Wenn jedoch einen ernst gemeinten Versuch gibt das zu erfassen, muss man in einem Atemzug vom Archiv der Jugendkulturen sprechen. Für die Konservierung von Jugendszenen aller Art ist es bereits jetzt schon eine Institution.
Die Ausgabe Nummer 14 vom Dezember 2009 beschäftigt sich im Schwerpunkt mit Jugendszenen im Ausland und bietet in 4 Artikel einen Querschnitt durch lateinamerikanische Kulturen und zeigt eine wärmere Interpretation bereits bekannter Kulturen. In seinem Artikel “¡Patria o muerte! oder No Future!? – Beobachtungen zu Jugend und Staat in Kuba” [PDF] gibt Thorsten Eßer einen Eindruck von einem Land, in dem sich zwischen Kommunismus, Bürgerkrieg, Reformen und Zensur eine Jugendkultur formt die nicht müde wird den Kampf für ihre Rechte voranzutreiben.
So wundert es nicht, das der Artikel mit einem Zitat von Che Guevara eröffnet wird: „Von besonderer Bedeutung ist die Jugend, denn sie ist die formbare Tonerde, aus der man den neuen Menschen erschaffen kann, der frei ist von den Erblasten der Vergangenheit.“ Leider konnte die kubanische Jugend den Zielen nicht folgen und so schließt sein Artikel: “Che Guevaras „Neuer Mensch“ hingegen, der sich selbstlos und ohne materielle Interessen für das Gemeinwohl engagiert und sich sogar opfert, wenn es sein muss, bleibt auch auf Kuba eine Utopie.” …lese den ganzen Artikel
» Journal der Jugendkulturen #14 «
Robert @ 19:05