Es ist ein Dilemma. Da sitzt man stundenlang vor Katalogen, Prospekten, Internetseiten und Inspirationsquellen ohne Kompromisse eingehen zu müssen und erwischt und fühlt sich dennoch von Klischeevorstellungen und Kitschgedanken erdrückt. (Bild: Goth Fashion)
28 Oktober
Gothic Friday Oktober - Resümee
Interview mit einem Goth? Es liegt nahe, Parallelen zu einem wirklich großartigen Film zu ziehen. Doch gemeint waren Fragen, die jeder Teilnehmer des Gothic Friday einem »schwarzen« Mitmenschen stellen sollte. 13 Teilnehmer stellten sich der Herausforderung und fanden Menschen, denen sie immer schon einmal Fragen stellen wollten, um daraus das gewünschte »Interview mit einem Goth« zu kreieren. Es fällt schwer, die Fülle der Antworten in einem einzigen Resümee festzuhalten, denn wie so oft fand ich die Umsetzungen umwerfend bis faszinierend und die Antworten spannend und aufschlussreich. In diesem Monat empfehle ich den Lesern (wie so oft) unbedingt eine Leserunde aller Beiträge. Es würde den Rahmen jedes Resümees sprengen, auf die interessanten Antworten und zusätzlichen Fragen einzugehen. Ich habe dennoch versucht, einen kurzen Überblick zu verschaffen und konzentriere mich — der gewünschten Vergleichbarkeit halber — auf die 5 Fragen, die jeder Teilnehmer seinem Gegenüber stellen sollte.
Besonders hervorheben möchte ich an dieser Stelle die »visuellen« Beiträge von Tobi und Shan Dark, die sich einer ganz besonderen Eingebung hingaben und die am Ende des Resümees zu finden sind. Den ganzen Artikel lesen… »
22 Oktober
Farblos: Schwarzer Streif am Firmament
Bisher habe ich Karnstein von den Otranto-Archiven als eloquenten Blogger, begnadeten Tänzer, gewandten Historiker und guten Freund kennengelernt. Doch es steckt mehr in dem sympathischen Gruftie aus Hessen, als ein zweifelhafter Blick vermuten lassen könnte. Vor rund 3 Jahren studierte er ein Minnelied von Heinrich von Veldeke, dessen melancholischer Text ihn gleich in seinen Bann zog. Es schien unausweichlich, eine Idee und die passende Melodie fanden schnell den Weg in seinen Kopf. Ein E-Bass, ein Keyboard und ein Sequenzerprogramm bildeten die Grundlage für seine Ersten musikalische Versuche, das Stück in die Moderne zu überführen und ihn in ein waviges Kleid zu hüllen. »Winterherz« war geboren, das Erstlingswerk seines Projektes Farblos.
In einem Artikel vom Februar schreibt er dazu: »Den Einfluss von The Cure würde man deutlich hören, wurde mir schon gesagt, dabei war das lustigerweise eben nichtmal wirklich intendiert. Auch Depeche Mode wollte da schon jemand raushören, an die ich allerdings noch überhaupt grad gar nicht gedacht hatte.« Seit dem fand das Stück in einigen selbstgedrehten Videos und sogar in einem Radio-Bericht des Deutschlandfunk Verwendung und ist einigen im Gehör geblieben. Es mag an dem puristischen Minimalismus liegen, an der Einfachheit des Arrangements oder auch an der Stimmung, die dieses Stück beim Hörer erzeugt, es hat mir damals schon sehr gut gefallen. Den ganzen Artikel lesen… »
21 Oktober
Ohne Worte: 1984
Stil ist nicht käuflich und keine Frage von Katalogen, sondern ein Ergebnis aus Individualismus, Ausstrahlung und subtiler Ästhetik. 1984 ist ein düstere Vision von George Orwell, in die die Protagonisten des Bildes hineinwachsen sollten. (Bildquelle: nowthisisgothic)
20 Oktober
Gothic Friday Oktober - Interview mit einem Goth
»Es spricht für die Qualität der Fragen, wenn man selbst keine Antwort darauf hat«, dachte ich mir und startete zusammen mit Shan Dark, der dieses knifflige Thema übrigens beim Laufen in den Sinn kam, die Oktober-Ausgabe unter dem Motto »Interview mit einem Goth«. Doch meine Tage blieben bunt, keine dunkle Gestalt in Sicht, die man hätte ausquetschen können. Für jeglichen Kontakt zum schwarzen und verstreuten Bekannten– und Freundeskreis fehlte die Zeit. Was lag da näher, als die Lesung der Schementhemen, die ich zusammen mit Sabrina besuchte, dazu zu nutzen, sie mit den Fragen zum Gothic Friday zu konfrontieren?
Zugegeben, ich habe nicht unbedingt den Kreis erweitert, doch letztendlich geisterte mir die im Ursprungsbeitrag beschriebene Situation durch den Kopf, in der ich mich befand: »Manche sinnieren über den Sinn der eigenen Existenz und philosophieren, was war, was ist und was noch kommen mag. Plötzlich geistert eine Frage durch den Patchouli geschwängerten Raum: „Was ich Dich schon immer mal fragen wollte…”« Ein Augenblick, der sämtliche Vorsätze nach Erweiterung über den Haufen warf. Ich griff zum Notizblock und schrieb: Den ganzen Artikel lesen… »
19 Oktober
Durchspielte Nächte im Winter 2000: Diablo
Im Frühjahr 1997 war es soweit. Ich hatte die Nase voll von der alten Computer-Klapperkiste, die meine Schwester mir vor einigen Jahren überließ, ein neuer Rechner musste her. Schon im Jahr zuvor hatte ich Geld beiseite gelegt, um mir den lange gehegten Traum zu erfüllen. Ein Komplettrechner mit allem was das flammende Herz begehrte stand bereits im Einkaufswagen des ortsansässigen Elektronik-Marktes. Ehrensache, dass ein neues Spiel dazugelegt wurde, schließlich musste man ja gleich ausprobieren, was der neue Rechenknecht versprach. Die Packung sah vielversprechend aus: Ein düsterer und mit blutroter Teufelsfratze verzierter Karton, auf dem in flammenden Buchstaben DIABLO prangte, ließ mein Herz höher schlagen.
In den folgenden Wochen schlug ich mir die Nächte um die Ohren. Ich fieberte vor dem Bildschirm der nächsten Monsterhorde entgegen, verkrampfte meine Hand voller Anspannung um die gebeutelte Maus und beschimpfte virtuelle Mächte mit vulgären Flüchen. Das totgesagte Rollenspielgerne in Gestalt dieses äußerst teuflischen Spiels hatte mich in seinen Bann gezogen, es verschlang die Zeit wie ein hungriger Löwe seine Beute.
Mit einem zweiten Teil und einigen Erweiterungspacks endete 2001 ein legendäre Spiele-Reihe, die nicht nur mich, sondern auch unzählige andere Begeisterte Rollenspieler vor den Bildschirm lockte. Es folgte viele weitere Titel dieses Gerne, einige davon hatte das Potential es mit meinem König der Hack’n’Slay Rollenspiele aufzunehmen, doch der Zauber dieses Titels stellte sich nicht wieder ein. Den ganzen Artikel lesen… »
11 Oktober
Pamphlet für eine überfällige Trennung - Cyber und Gothics
Ist es nicht witzig, wenn bunte Glühwürmchen — oder auch Cyber genannt — zu technoider Musik tanzen? Kann man sich nicht herrlich darüber amüsieren, wenn im Netz wieder ein besonderes Fundstück auftaucht, in dem tanzende Knicklichtgrufties — oder auch Cyber genannt — an öffentlichen Orten ihre »Moves« präsentieren? Sind sie nicht einfach lächerlich, diese sogenannten Cyber-Gothics?
Man mag von dieser Form der Selbstdarstellung halten was man möchte, ich finde sie ganz und gar nicht lächerlich und rege mich zunehmend darüber auf, dass sich andere darüber lustig machen.
Ich stelle für mich fest: Cyber hat mit Gothic nichts zu tun. Weder musikalisch, noch optisch und schon gar nicht inhaltlich. Diese Szene hat längst ihren eigenen Weg gefunden und ist vor allem bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen besonders beliebt. Das es zu ständigen verbalen und thematischen Konflikten innerhalb der schwarzen Gemeinde kommt liegt einzig und allein an der Tatsache, dass Veranstalter von Festivals und Diskothekenbetreiber immer noch mischen, was nicht mehr zusammengehört. Ob es jemals zusammengehörte, bleibt fraglich. Die Gründe sind offensichtlich: Man möchte ein möglichst breites Publikum ansprechen um Veranstaltungsorte und Festivalgelände ausreichend zu füllen, damit Geld verdient wird. Den ganzen Artikel lesen… »
7 Oktober
Gothic Friday Oktober - Interview mit einem Goth
Während draußen die Blätter von den Bäumen rieseln und in bunten Farben den bevorstehenden Herbst einläuten, sitzen in den stürmischen Tagen die ein oder anderen im Schein einiger Kerzen oder Grablichter zusammen und unterhalten sich über die neusten musikalischen Wunderwerke, reden über die, die nicht da sind oder tauschen sich über gemeinsame Interessen und Vorlieben aus. Manche sinnieren über den Sinn der eigenen Existenz und philosophieren darüber was war, was ist und was noch kommen mag. Plötzlich geistert eine Frage durch den Patchouli geschwängerten Raum: »Was ich Dich schon immer mal fragen wollte: Würdest du Dich als Teil der Szene betrachten?«
Seit es den Gothic Friday gibt, erzählt jeder von sich selbst und seinen Gedanken über Gothic und die schwarze Szene. Wir haben uns für diesen Monat gedacht, dass wir den Kreis im Oktober mal etwas erweitern. Denn oftmals ist es interessant, was Andere zu den Fragen denken, die wir uns alle gestellt haben. Ein persönliches Interview mit einem (anderen) Goth ist die beste Möglichkeit, mehr voneinander zu erfahren. Den ganzen Artikel lesen… »
6 Oktober
Spontis Wochenschau #24/11
Eine turbulente Woche, eine verrückte Zeit. Es ist erstaunlich, aber manchmal fühlt sich das Leben so an wie ein Baum. Er wächst und gedeiht, verändert sich und verliert im Herbst seine Blätter um im Frühling wieder in neuer Blüte zu erwachen. Im Augenblick wiege ich mich im Sturm der Ereignisse, die um mich herum geschehen, jeder Ast wird auf seine Standfestigkeit geprüft — wie die Zeit fallen die Blätter des Baumes zu Boden. Im Blog ist es ruhig geworden, ich muss warten, bis sich der Sturm wieder gelegt hat. Ich muss warten, bis der Sturm den Baum von seinen Blättern befreit hat um zu wissen, was Kälte ist und darauf zu hoffen, dass er neue Blätter tragen wird. Die Blätter der Vergangenheit werden langsam Eins mit dem Boden, auf dem sie verwesen.
Nach diesem, eher philosophischem Ansatz einer Momentaufnahme, will ich versuchen, mich wieder darauf zu konzentrieren, etwas Produktives zu tun. Die Wochenschau ist eine ideale Gelegenheit, dem Wetter Rechnung zu tragen und etwas von dem weiterzugeben, was außerhalb des eigenen Dunstkreises geschieht und lenkt ein wenig von dem ab, was innerhalb geschieht. Den ganzen Artikel lesen… »
1 Oktober
Gothic Friday September - Resümee
Ist Gothic (D)ein Lebensstil? Ein schweres Thema, vielleicht das Schwierigste bis jetzt. Selbst Blogger, die sonst nicht um Worte verlegen sind, gerieten bei dieser Frage ins Stocken. Dennoch haben sich insgesamt 24 Teilnehmer damit auseinander gesetzt. Das ist eine höhere Beteiligungsquote als bei den letzten 4 Gothic Fridays – kann es sein, dass ihr so tiefsinnig-analytische Themen bevorzugt? Wir hätten da noch ein paar… ;o))
Zudem waren wir ja auch ein bisschen gemein – ganz unabsichtlich natürlich - beinhaltete die Frage doch eigentlich gleich 2 Fragen:
1. Kann Gothic ein Lebensstil sein?
2. Ist Gothic dein Lebensstil?
Selbst in diesen 2 Fragen stecken einige weitere Fragen, je nach dem wie stark man dazu in die Tiefe geht. Ihr habt reflektiert, philosophiert, Schaubilder skizziert, negiert und vor allem viel diskutiert. Wir sind wirklich überwältigt! Diese Fülle mussten wir erst mal ordnen — das ist auch der Grund, warum wir erst einen Tag später mit dem Resümee um die dunkle Ecke kommen. Auf jeden Fall ist wohl klar, dass keiner von uns mehr leichten Fußes oder Sinnes auf die Frage: Was ist Gothic? – Ein Lebensstil! antwortet, ohne die Antwort für sich selbst genau erklären zu können. Ob der Andere diese Erklärung verdient hat, ist dann auch noch mal eine andere Sache. Den ganzen Artikel lesen… »



