24 Februar

Schwarzer Festivalsommer 2010

Schwarzer Festivalsommer 2010Als heute die ersten wirklich warmen Sonnenstrahlen mein Gesicht trafen, schien mir die Frage, welches Festival ich dieses Jahr besuchen sollte näher als je zuvor. Doch die Auswahl gestaltet sich schwierig. Nicht nur in ihrer Art und Weise unterscheiden sich die Festivals, sondern auch in ihrer musikalischen Auswahl. Während sich das WGT ungewohnt breit gefächert zeigt, sind die Haupt-Headliner der schwarzen Szene wohl ASP, The Sisters of Mercy, Front 242, In Extremo, Placebo und allen voran Unheilig, die offenbar keinen Termin versäumen möchten, ihr neues Album unter die Leute zu bringen. Der erstaunlichste Headliner sind wohl eindeutig die Sisters of Mercy, die es trotz  Jahren ohne neues Material immer noch schaffen, zu besten Zeit auf der Bühne zu stehen. Auch viele aufgelöste Bands geben sich zu diesen Zeiten eine neue Chance und überraschen das Lineup mit faszinierenden Einträgen, Gene Loves Jezebel, Bettina Köster oder auch Alien Sex Fiend.

Die Auswahl der vorgestellten Festivals ist eher subjektiv und bewusst breit gefächert. Genreorientierte Festivals, wie beispielsweise das mittelalterliche Schlosshof-Festival oder das Burgvolk bleiben zunächst außen vor, ebenso das rein elektronisch orientierte E-tropolis. Für eine Übersicht aller in Deutschland veranstalteten Festivals empfehle ich den Festivalhopper. Ich habe mich bemüht, alle Künstler auf MySpace zu verlinken, damit ihr entsprechende Hörproben finden könnt, die euch bei Unbekanntheit der Band sicherlich weiterhelfen werden. Fehlende oder fehlerhafte Links werden von Zeit zu Zeit ergänzt bzw. verbessert. …lese den ganzen Artikel
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22 Februar

Somebody: Alan Wilder und Depeche Mode

Bild von Alan WilderWas den Kenner an der Überschrift verwirren dürfte: Ist Alan Wilder nicht vor 15 Jahren bei Depeche Mode ausgestiegen? Eins nach dem anderen. Am 18. Februar überraschte Depeche Mode mit einem Auftritt für die Kinder-Krebshilfe in der Royal Albert Hall, ihre erste Teilnahme an einem solchen Benefiz-Aktion. Als es dann soweit war und die Setlist bei Martin Gore’s Solo-Stück Somebody angelangt war dürfte so ziemlich keiner der Fans seinen Augen getraut haben. Alan Wilder spazierte auf die Bühne und begleitete Martin am Klavier. Eine Reunion?

Auf seiner Homepage schreibt er dazu: “Dave hatte mich vor einigen Wochen kontaktiert und fragte mich ob ich Lust hätte mit ihnen aufzutreten. Er versicherte mir, dass alle in der Band sich dieser Idee anschließen würden. Ich war sehr erfreut zuzusagen, besonders deshalb weil es für einen guten Zweck war und eine solche Art von Wiedervereinigung schon überfällig war. Es war toll alle wiederzusehen und wieder ein bißchen Anschluss zu finden. Es war auch das erste Mal, dass ich ‘Depeche Mode’ auf der Bühne sah!

Im Juni 1995 gab Wilder an seinem Geburtstag bekannt, aus der Band auszusteigen, man hätte seine Arbeit nie gewürdigt. Besonders mit Andrew Flechter kam es immer wieder zu Reibereien. Wilder, der 1981 als Ersatz für den ausgeschiedenen Keyboarder Vince Clarke in die Band kam, hat der Band immer wieder entscheidende musikalische Impulse gegeben, ohne die einige der großartigsten Alben gar nicht möglich gewesen wären. Dennoch hat es DM immer wieder geschafft sich weiter zu entwickeln, obwohl man nach dem Ausstieg wichtiger Mitglieder immer wieder prophezeite, das sich die Band nun auflösen würde.

Wie die Zukunft aussieht und ob daraus überhaupt noch etwas werden kann, halte ich für zweifelhaft. Immer hat man sich offenbar wieder vertragen (siehe Video) und geht erwachsen damit um. Ich denke aber nicht das es zu einer Wiedervereinigung kommen wird, vielleicht ein paar gemeinsame Aktionen und eine Single, aber rein musikalisch hat man sich vielleicht zu weit von einander entfernt. Man soll aufhören wenn’s am schönsten ist, ob der Spruch auch in umgekehrter Richtung gilt? …lese den ganzen Artikel
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22 Februar

Spontis Wochenschau #07

Warum bekomme ich eigentlich immer zu Jahresbeginn eine Erkältung? Ist das schon psychosomatisch? Wenigstens ist es diesmal bei “Schnubben” geblieben. So nennt man Schnupfen, wenn man nicht mehr durch die Nase atmen kann, einfach mal ausprobieren. Hoffentlich bin ich am Freitag wieder Fit, denn da gibt es endlich das Depeche-Mode Konzert in der Düsseldorfer LTU-Arena, auf das ich solange gewartet habe, das man das Stadion mittlerweile in Esprit-Arena umbenannt hat. Never let me down again! Irgendwie bitter, das es dann doch nicht der Samstag geworden ist, denn wer aufgepasst hat, dem wird nicht entgangen sein, das es das letzte Konzert der “Tour of the Universe” sein wird. Würde man alle Auftritte der Tour aneinanderreihen so handelt es sich dabei um das 101. Konzert vor rund 50.000 Fans, wenn sich das mal nicht großartig anfühlt. Im Rose Bowl Stadium sind es zwar rund 60.000  gewesen, aber wir wollen mal nicht kleinlich sein.

  • Fäuste für Jesus
    Im Namen des Herrn auf die Fresse. So lautet vielleicht der Konsens aus der Meldung bei Nerdcore. Die Kirche hat massive Nachwuchsprobleme und das nicht nur in den USA, die nicht konfessionsgebundenen Kirchen gehen einen neuen Weg und nutzt die sehr beliebten Kämpfe im Stile des “Ultimate-Fightings” für sich. Ist der Kampf die tatsächliche Auslegung der Bibeltexte? “… so sollst du geben Leben für Leben, Auge für Auge, Zahn für Zahn, Hand für Hand, Fuß für Fuß, Brandmal für Brandmal, Wunde für Wunde, Strieme für Strieme.” Vielleicht wäre das auch ein Erfolgsmodell für die Rehabilitation der Jesuitengrabscher, es werden immer Trainingspartner gesucht, die auch die andere Wange hinhalten.

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20 Februar

Freaks – Zwischen Ästhetik und Schönheitschirurgie

Kategorie: AnsichtssacheKommentare (6)

Bild von Angel, fotografiert von Mr. ToledanoErst vor ein paar Tagen habe ich über Tod Brownings Freaks von 1932 gebloggt, einen Film über das Phänomen des Wanderzirkus behinderter und entstellter Menschen. Alles was wider der Natur ist, entspricht nicht den gesellschaftlichen Vorstellungen von Ästhetik, ein menschlicher Körper hat so auszusehen, wie es uns Magazine und Medien darstellen. Alles was davon abweicht entspricht nicht der Norm und wird als unästhetisch empfunden. Dabei formt der Zeitgeist im andere Bilder der Norm. War im Mittelalter Blässe ein Zeichen von Adel, stand Rubens auf kräftige Mädche – mit Twiggy läutete unsere Gesellschaft den Hang zu mageren Körpern ein. Pawlow würde von einer klassischen Konditionierung sprechen, also einem anerzogenen Verhaltensmuster. Während man jedoch früher dazu verdammt war mit seinen körperlichen Unzulänglichkeiten zu leben, bieten sich heute völlig neue Möglichkeiten. Die Schönheitschirurgie vespricht, unästhetisches ins Gegenteil zu kehren, ausgehend vom Wunsch derer die sich unter das Messer legen wollen.

Die Grenzen schienen zunächst fließend. Körperlich benachteiligte nutzen die Möglichkeit um “Fehler” ihres Körpers oder der Natur zu reparieren oder Beschwerden der Gesundheit zu lindern. Andere setzten ihre eigene Vorstellung von Schönheit um sich dem entsprechend zu modifizieren um ihrem eigenen Bild von Ästhetik nahe zu kommen. Riesige Brüste, Lippen wie Currywürste und Gesichter wie Spannbettlaken wurde zum Schönheitsideal.

Doch wie bei allen Grenzen gibt es auch Extreme. Menschen wie die Freaks von Tod Browning und solche die aussehen wie ein Porzellanfiguren. MR. Toledano porträtiert Menschen, die sich einmal zu oft unter das Messer eines Schönheitschirurgen gelegt haben, jedenfalls nach meinem Sinn für Schönheit.  Er schreibt: “Is beauty informed by contemporary culture? By history? Or is it defined by the surgeon’s hand? Can we identify physical trends that vary from decade to decade, or is beauty timeless?…lese den ganzen Artikel
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19 Februar

Projekt Hörsturz – Runde 14 (Lokalrunde)

Lokalrunde! So bezeichnet jedenfalls beetFreeQ die Runde seines Projektes Hörsturz, das damit in die 14. Runde einzieht. Diesmal gibt es aber keine Getränke für alle, sondern die Teilnehmer waren aufgefordert, eine lokale Band aus ihrer Heimat auszusuchen um diese mit einem Song in dieser Runde vorzustellen. Was dabei herausgekommen ist, das möchte ich schon mal vorgwegnehmen, ist sehr überraschend und wieder einmal Zeichen dafür das alles was in den Charts ist dort nur angekommen sein könnte, weil dahinter massiv promotet wird, den rein Qualitativ brauchen sie die meisten Kandidaten dieser Runde nicht zu verstecken.
Neben einigen Kuriosität habe ich durchaus ein paar Perlen gefunden, die einer näheren Betrachtung bedürfen. Leider habe ich es versäumt einen anständigen Vorschlag zu machen, obwohl auch meine Heimat einige interessante Bands hervorgebracht hat. Aber was soll’s aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben. Demnächst gibt es ja eine interessante Soundtrack-Runde zu der ich einen vernünftigen Vorschlag vorschlagen werde. Versprochen. Solange gibt es aber es mal die 5 auserwählten der Lokalrunde um abschließend auch alle restliche Vorschläge die zu dieser Runde eingegangen sind. …lese den ganzen Artikel
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17 Februar

Fehlfarben – Glücksmaschinen

Neues Album der Fehlfarben - GlückmaschinenFrei nach ihrem eigenen Motto “Es geht Voran!” veröffentlichen die Prototypen des deutschen Punk Fehlfarben ihr neues Album Glücksmaschinen. Auf 34 Minuten geben sich die älteren Herren die Ehre. Ein Punkalbum in Punklänge, auf das wesentliche reduziert. “Diese siebzig-Minuten-CDs gehen mir sowieso auf den Sack. Man muss nicht immer alles ausreizen, was ein Medium hergibt.“, so Peter Hein in einem Interview bei Spiegel-Online. Und tatsächlich, noch bevor ich das Album in den Händen halten kann, verspricht das Preview und die digitale Version genau das, was in den letzten paar Jahren verloren gegangen zu sein scheint. Die Sympathie, die ich für die Fehlfarben empfinde, begründet sich eben auf dieser Art die Realität zu empfangen und zwar so wie sie ist. Auch musikalisch sind sie im Jetzt angekommen, denn sie zeigen sich deutlich elektronisch-moderner, ohne jedoch dem Punkrock abzuschwören.

Hein, dessen Leben erschreckend realistisch und “unpunkig” abgelaufen ist, lebt jetzt in Wien nachdem er seine Stelle bei Rank Xerox dem Stellenabbau opfern musste. “Hartz IV wollte ich nicht, also bin ich aus Deutschland weggegangen, nach Wien. Ich habe nicht gesagt: Ich geh jetzt nicht mehr arbeiten, weil ich doch noch Popstar werde, auf die alten Tage.” Nach der Entscheidung 2002 wieder Musik zu machen und einige glücklosen Alben hat man sich jetzt dem Produzenten Moses Schneider (Tocotronic, Beatsteaks) anvertraut und das neue Album eingespielt, eine Single ausgekoppelt, ein Video gedreht und eine Tour geplant. Das Konzept scheint gelungen, mir jedenfalls gefällt das, was ich vom neuen Album schon hören konnte sehr gut. Es scheint überraschend wie viel Energie frei wird, angesichts der älteren Herren in Style der 70er Jahre Tapeten. Doch alles andere wäre eine Lüge gewesen, die Lüge die eigenen Wurzeln auszublenden und die Lüge das Jetzt nicht als musikalischen Entwicklung zu akzeptieren. …lese den ganzen Artikel
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