26 Februar

Top 10 der außergewöhnlichsten Sänger (1)

Kategorie: Dunkle Klänge — Jahrgang 2009

Wer A sagt, muss auch B sagen. Nach­dem ich bereits meine Top 10 der außer­ge­wöhn­lichs­ten Sän­ge­rin­nen (Teil 1, Teil 2) zum bes­ten gege­ben habe,  ist es nicht ver­wun­der­lich, das es mich gereizt hat, auch diese Top 10 zu star­ten. Bei den männ­li­chen Ver­tre­tern der sin­gen­den Zunft tue ich mich ein biss­chen schwe­rer, denn hier scheint die Aus­wahl noch größer.

Da ich bereits bei Sän­ge­rin­nen betont habe, das es sich um eine rein sub­jek­tive Aus­wahl han­delt, möchte ich der Tra­di­tion fol­gen und diese Aus­wahl gleich mit ein­schlies­sen. Ich hatte mir zunächst einen Zet­tel zurecht gelegt auf dem schnell einige Künst­ler nie­der­ge­schrie­ben waren, lei­der deut­lich mehr als 10, rich­tig schwer ist es mir gefal­len, eine gewisse Rang­ord­nung hin­ein zu bringen.  Die Plätze 5–1 fol­gen in einem neuen Arti­kel am Frei­tag oder Samstag.

#10– Peter Gabriel

Der in die Jahre gekom­mene Eng­län­der hat sich Zeit sei­nes Lebens damit beschäf­tigt, Inno­va­tiv zu sein. Ich würde sagen, das ist ihm gelun­gen, denn mit sei­nem Video zum Song  Sledge­ham­mer hat er sich ein Denk­mal gesetzt.  Der mitt­ler­weile 59 Jahre alte Vater von 4 Kin­dern (von 2 Frauen) grün­dete 1967 mit eini­gen sei­ner Mit­schü­lern die Band Gene­sis, der er bis 1975 treu blieb und den Platz dann für den damals noch unbe­kann­ten Phil Collins räumte. Nach eini­gen Jah­ren der Selbster­er­kennt­nis  machte er sich mit digi­ta­ler Effekt­for­schung für alle Berei­che der Musik einen Namen, von der spä­ter auch Phil Collins mit sei­ner Hit­sin­gle In the Air tonight pro­fi­tierte. Erst 1983 stell­ten sich erste große Erfolge ein und Gabriel mau­serte sich zu einem ein­fluss­rei­chen Künst­ler der sei­ne­rin­no­va­ti­ven Ader immer treu geblie­ben ist und uns bis heute mit immer wie­der inter­es­san­ten Stü­cken beehrt. Die Live-Version sei­nes größ­ten Hits Sledge­ham­mer, ist Para­de­bei­spiel für seine stimm­li­che Wan­del­bar­keit und seine gr0ßartige Aus­strah­lung.  Es gibt sicher noch einige bes­sere und inter­es­san­tere Stü­cke, vor allem mit ande­ren nam­haf­ten Künst­lern, aber die­ses hat mich per­sön­lich eine ganze Zeit lang beein­druckt und nimmt einen ganz beson­de­ren Platz in mei­nen Erin­ne­run­gen ein.

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#9 — James Het­field (Metallica)

Als Front­sän­ger von Metal­lica hat der 1963 gebo­rene James Het­field seit der Grün­dung 1981 so ziem­lich alle Höhen und Tie­fen einer Musi­ker­kar­riere und der per­sön­li­chen Ent­wick­lung durch­ge­macht.  Schon früh inter­es­sierte er sich für Musik und erlernte im Alter von 9 Jah­ren das Kla­vier­spie­len, schwenkte zum Schlag­zeug, um letzt­end­lich mit der Gitarre seine Pas­sion für den Metal zu ent­de­cken. Der Sän­ger und Song­wri­ter ver­sucht immer wie­der mit sei­nen Stü­cken und Tex­ten den Krebs­tod bei­der Eltern zu ver­ar­bei­ten, die auf­grund ihres Glau­bens1 medi­zi­ni­sche Hilfe ablehn­ten. Nach­dem Kri­ti­ker nach den Alben Load und Reload sowie dem äußerst erfolg­rei­chen schwar­zen Album den musi­ka­li­schen Wech­sel zum Poprock der Band pro­gnos­ti­zier­ten, belehr­ten Metal­lica sie mit ihrem Album St. Anger eines bes­se­ren. Wäh­rend der Arbeit an die­sem Album ließ sich Het­field auch für 11 Monate in eine Alko­ho­l­ent­zugs­kli­nik ein­wei­sen um mit sei­ner lang­jäh­ri­gen Alko­hol­sucht abzu­schlie­ßen.  Seine Stimme domi­niert die Stü­cke mit ker­ni­gen und gefühl­vol­len Ein­la­gen, die er ebenso beherrscht wie das kana­li­sie­ren von Gefüh­len und Stim­mun­gen in sei­nen Gesang. Das Stück Not­hing Else Mat­ters zählt zu den bes­ten Bal­la­den Metal­li­cas, wer keine Lust auf ein bril­li­an­tes Gitar­ren­solo hat, schiebe den Reg­ler auf 1:55, da gehts dann rich­tig los.

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#8 –Israel Kamakawiwo’ole

Wahr­schein­lich bin ich hier nicht ganz objek­tiv, muss ich aber auch gar nicht, ist schließ­lich meine Top 10. Der gebür­tige Hawaii­aner Israel Kamakawiwo’ole wurde nur 38 Jahre alt, er starb nach meh­re­ren Kran­ken­haus­auf­ent­hal­ten an sei­ner Fett­sucht (343kg Kör­per­ge­wicht).  Seit sei­nem 11. Lebens­jahr ist musi­ka­lisch aktiv und spielte neben sei­nem Gesang Uku­lele in der Band sei­nes Bru­ders The Sons.  Als Solo­künst­ler wurde er nie über die Lan­des­gren­zen des Insel­staa­tes hin­aus berühmt, dafür ver­ehr­ten ihn die Hawaii­aner wie einen Hei­li­gen. Bei sei­nem Tod 1997 ver­hängte die Regie­rung Staats­trauer. Seine Asche übergab man dem Meer, über 10.000 Trau­ernde gaben ihm das letzte Geleit. Das Med­ley Some­where over the Rainbow/What a Won­der­ful World ist wohl sein popu­lärs­tes Stück, nicht zuletzt weil es in unzäh­li­gen Fil­men zur musi­ka­li­schen Unter­ma­lung diente (Foun­ding For­res­ter, Ren­de­vouz mit Joe Black, 50 erste Dates, Aus­tra­lia, Die Maske) und dürfte den meis­ten damit bekannt sein, rein akus­tisch ver­steht sich. Eine Stimme die wie los­ge­löst vom Kör­per wirkt, gepaart mit einer Uku­lele, die im mas­si­gen Kör­per zu ver­schwin­den scheint, ver­zau­bert Israel — der sanfte Riese — mit sei­ner Sanft­heit die Ohren sei­ner Zuhö­rer. Live-Aufnahmen sind sel­ten, des­we­gen hier eine Auf­zeich­nung des Med­leys anläss­lich sei­nes Todes­ta­ges 2007.

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#7 — Billy Idol

Wie man von einem fau­len Schü­ler (idle) zu einem Idol wird, bleibt wohl das Geheim­nis des 1955 in Eng­land gebo­re­nen Sän­gers. Nach einem abge­bro­che­nen Stu­dium ver­schlug es ihn in die Lon­do­ner Punk­szene, in der auch erste musi­ka­li­sche Erfah­run­gen sam­melte. Als er 1981 in USA wech­selte, pro­fes­sio­na­li­sierte er sich und sein Auf­tre­ten als har­ter Rock­typ im James-Dean Ver­schnitt.  Mit eini­gen erfolg­rei­chen Alben eror­berte er Mitte der 80er die Her­zen einer bis heute treuen Anhän­ger­schaft. Die 1986 bekannt wer­dende Sucht nach Heroin mün­dete in einem Motor­rad­un­fall 1990, der ihn für lange Zeit ans Bett fes­selte und einer Über­do­sis 1993, die er nur um ein Haar über­lebte. Erst 2001 mel­dete er sich mit einem Come­back zurück, konnte aber trotz Unter­stüt­zung alter Freunde und zahl­rei­chen Auf­trit­ten nie recht an seine alten Erfolge anknüp­fen. Seine Stimme bleibt aber mar­kant ker­nig und ist viel­leicht die Defi­ni­tion einer männch­li­chen Rock­stimme, die immer an der Grenze der Hei­ser­keit nichts von ihrer Ener­gie ver­lo­ren hat und sei­nen Lie­dern stets eine per­sön­li­che Note ver­leiht. Rebel Yell, ein Hit aus dem Januar 1984 vom gleich­na­mi­gen Album ist mei­ner Mei­nung nach untrenn­bar mit ihn ver­bun­den, auf einer MTV unplug­ged Tour gibt er das Stück mit dem legen­dä­ren Steve Ste­vens, der Billy Idol auch in den 80er zu Seite stand, zum Besten.

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#6 — Der Graf (Unheilig)

Wie aus dem Nichts erschien 1999 eine Sin­gle von einer Band names Unhei­lig die dann in dem gran­dio­sen Debüt­al­bum Phos­phor 2001 mün­det. Kurio­ser Weise las­sen sich keine inter­es­sante Details über Den Gra­fen her­aus­fin­den. Der Band­name ist wohl aus der ableh­nen­den Hal­tung der Grün­dungs­mit­glie­der gegen­über der christ­li­chen Kir­che ent­stan­den, im Song Der Him­mel über mir bestärkt er diese Aus­sage. Der Fleiß mit dem Unhei­lig seit 2001 in der deut­schen Musik­land­schaft unter­wegs ist, suchst sei­nes Glei­chen. Qua­li­ta­tiv gute Alben in kur­zer Folge zu Ver­öf­fent­li­chen zeugt nicht nur von musi­ka­li­scher Lei­den­schaft, son­der auch von Krea­ti­vi­tät und Fleiß. So ist es auch nicht ver­wun­der­lich, das sich Unhei­lig inner­halb kur­zer Zeit zum Head­li­ner auf vie­len Fes­ti­val hoch­ge­spielt haben. Ein­deu­ti­ges Merk­mal ist die Stimme des Gra­fen, die zum Men­schen und zur Musik passt wie die Faust auf das berühmte Auge. Dun­kel, har­mo­nisch und sanft tref­fen auf Ener­gie und Kraft in einer Stimme, sie ver­mag es dem Text eines Lie­des den Aus­druck zu ver­lei­hen, der die­sem gebührt. Aus der schö­nen Live DVD habe ich das Stück Sei mein Licht aus­ge­sucht, das es viel­leicht nicht so bekannt ist, wie die bei­den Songs, die er schon bei Frank, dem Wed­ding­pla­ner2 für ein jun­ges Braut­paar zum Bes­ten gab.

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  1. Er wuchs in einer stren­gen Christian-Science–Fami­lie auf. Man­che Anhän­ger der Chris­tian Sci­ence ver­zich­ten auf medi­zi­ni­sche Hilfe, weil sie Hilfe und Hei­lung von Gott erwar­ten. []
  2. Die Hoch­zeit von Tho­mas und Maxi aus Dres­den wurde auf Pro7 aus­ge­strahlt Video 1, 2, 3, 4, 5 []

3 Kommentare

  1. Klasse, dass Du nun auch außer­ge­wöhn­li­che Män­ner lis­test und der Anfang ist ja schon mal viel­ver­spre­chend. Der Graf wäre bei mir auch auf jeden Fall dabei gewe­sen, wahr­schein­lich sogar etwas höher. Freue mich auf die nächs­ten fünf, aber wenn da nicht Sven Fried­rich dabei ist, wäre ich ziem­lich überrascht. ;)

  2. Ich stimme Konna voll und ganz zu. Für mich ist der Graf in dei­ner Aus­wahl meine Nr. 1. Wir ( meine Mim und ich ) durf­ten die­sen begna­de­ten Sän­ger jetzt bereits mehr­fach live erle­ben und sind jedes­mal mit einer Gän­se­haut aus sei­nen Kon­ze­ren gegan­gen. Für 2009 steht der Graf, wie auch schon von dir erwähnt, als Head auf dem Zita-Rock auf unse­rem Pro­gramm. Bevor ich es ver­gesse… ein gro­ßes Lob für deine inten­sive Arbeit.Ich freu mich schon auf die Fortsetzung.

  3. @Konna: Ich muss dich ent­täu­schen, Sven Fried­rich wird nicht dabei sein, ein dunkle Stimme allein reicht nicht um in meine Top 10 zu gelan­gen und von den dunk­len Stim­men, finde ich die vom Gra­fen ein­deu­tig bes­ser und indi­vi­du­el­ler.
    @MysteraXIX: Natür­lich spielt der per­sön­li­che Geschmack die ent­schei­dende Rolle, was halte ich für außer­ge­wöhn­lich? Wahr­schein­lich ganz andere Sachen, als Du(Ihr). Ist aber auch nicht wei­ter schlimm, son­dern gut. Alle­mal bes­ser als irgend­wel­che Top-Listen, die sich nach mög­lichst objek­ti­ven Merk­ma­len rich­ten (Ver­kaufs­zah­len oder Popu­la­ri­täts­sta­tis­ti­ken), je Objek­ti­ver irgend­et­was wird umso Main­strea­mi­ger wird es.

    Den zwei­ten Teil gibt es aber mor­gen erst, heute fehlt mir Defi­ni­tiv die Zeit, dem Bei­trag den noch nöti­gen Schliff zu verpassen.

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