12 Januar

Top10 der außergewöhnlichsten Sängerinnen (1)

Kategorie: Dunkle Klänge — Jahrgang: 20098 Kommentare

Da die Top X von irgend­was zur Zeit schwer im Kom­men ist, möchte auch ich eine kurze Stre­cke mit ins Boot sprin­gen und hier die Top 10 der außer­ge­wöhn­lichs­ten Sän­ge­rin­nen prä­sen­tie­ren. Im ers­ten Teil prä­sen­tiere ich euch die Plätze 10 bis 6, den zwei­ten Teil mor­gen. Nennt es Kun­den­bin­dung, ich finde alle auf einen Streich zu dick. Selbst­ver­ständ­lich ist die Wahl rein Sub­jek­tiv, beruht auf mei­nem per­sön­li­chen Geschmack und ist düs­ter roman­tisch ange­haucht. Der ein oder andern wird sich vor sei­nem Bild­schirm auf­re­gen, wenn ich ihm eine ver­hasste Sän­ge­rin näher brin­gen möchte und mei­nen das die Betref­fende nicht sin­gen kann. Viel­leicht sogar zu recht, aber für mich defi­niert sich das außer­ge­wöhn­li­che eben anders. Die Stimme ist in die Wiege gelegt, der Gesang das Talent aber erst die Dar­bie­tung ist für mich die Kunst.

#10 — Ali­son Moyet (Yazoo)

Als Vince Clarke auf Depe­che Mode keine Lust mehr hatte, grün­dete er im Novem­ber 1981 mit der damals noch unbe­kann­ten bri­ti­schen Sän­ge­rin Ali­son Moyet die Band Yazoo.  Mit der Sin­gle Only You, der eigent­lich erst für Depe­che Mode geplant war, lan­de­ten sie einen Voll­tref­fer. Als ich die Band zum ers­ten mal im Radio hörte, bin ich wit­zi­ger­weise von einem Sän­ger aus­ge­gan­gen.  Umso über­rasch­ter war ich, auf der Sin­gle im Plat­ten­la­den das Bild eine Frau zu sehen. Die Stimme der 48-jährigen ist tief und sehr sou­lig und ver­sprüht den Charme einer ver­rauch­ten Eck­kneipe. Der las­zive Unter­ton wird ihrer natür­li­chen Figur nicht gerecht, ver­führte mich aber schnell ins schwär­men. Nie hat sich sich den kör­per­li­chen Dog­men der Musik­in­dus­trie unter­wor­fen und ist immer sie selbst geblie­ben. Ihre Solo­pro­jekte waren ähnlich erfolg­reich, reich­ten aber nicht an die Zei­ten bei Yazoo heran. 2008 tra­ten Vince Clarke und Ali­son Moyet nach 25 Jah­ren anläss­lich der Recon­nec­ted Tour als Yazoo wie­der auf der Bühne auf.

#9 — Björk

Eigent­lich ist das der Vor­name der 1965 gebo­re­nen Islän­de­rin, aber Björk Guð­munds­dót­tir sagt eben kei­ner. Die extro­ver­tierte Sän­ge­rin ist bekannt für ihre Expe­ri­men­tier­freude in Sachen Musik und hat schon so ziem­lich jedes Genre bedient, das die Bran­che zu bie­ten hat. Sie spal­tet die musi­ka­lisch inter­es­sier­ten ins zwei Lager, es gibt Leute die mögen Björk, die ande­ren fin­den sie schreck­lich. Erfolg gibt aber bekannt­lich recht und so kommt es, das Björk vor allem in den 90ern einige Chart­plat­zie­run­gen für sich ver­bu­chen kann. Gegen­über der Öffent­lich­keit gibt sie sich sehr zurück­hal­tend und wirkt zuwei­len labil und lau­nisch. Irgend­wie macht das die abge­drehte Islän­de­rin sym­pa­thisch und ist für mich die nor­di­sche Nina Hagen. So rich­tig ein­schät­zen kann man sie nicht und viel­leicht ist auch das der Grund, warum sie sich nie rich­tig musi­ka­lisch durch­set­zen konnte. Die 44jährige ist Mut­ter zweier Kin­der und mit dem US-Amerikaner Matthew Bar­ney liiert.

#8 — Annie Lennox (Eurythmics)

Als die dama­lige Kell­ne­rin Annie Lennox 1976 von Dave Ste­wart gefragt wurde »Willst du mich hei­ra­ten?« konnte sie nicht ahnen, das das der Beginn einer sehr erfolg­rei­chen Zusam­men­ar­beit wer­den würde. 1981 ver­öf­fent­lich­ten die Euryth­mics ihre erste Platte. Unzäh­lige Chart­plat­zie­run­gen, Film­mu­si­ken mach­ten ihre Musik unsterb­lich. Sweet Dreams ist auch heute noch Pflicht­pro­gramm jeder Wave– und Syn­t­hie­dis­co­thek. Ihre Wand­lungs­fä­hig­keit und die Unter­schied­lich­keit ihrer Haar­pracht ver­half ihr in den 80ern den Sprung auf die Titel­sei­ten vie­ler Mode­ma­ga­zine. Legen­där sind ihre Karot­ten­far­be­nen Haare im Video zu Sweet Dreams. 1992 brachte Lennox mit Diva ihre erste Solo­platte her­aus und konnte an der Erfolg den sie mit Ste­wart hatte, anknüp­fen. Sie wurde zu einer der erfolg­reichs­ten Sän­ge­rin­nen der 90er. Ihre Stimme ist prä­gend und wand­lungs­fä­hig und hat den­noch einen hohen Wiedererkennungswert.

#7 — Nina Hagen

Ich sehe schon die vir­tu­el­len Steine flie­gen, denn einige wer­den (viel­leicht nicht ganz zu unrecht) behaup­ten, das die Frau gar nicht sin­gen kann. Aber es heißt ja auch nicht die bes­ten Sän­ge­rin­nen, son­dern die außer­ge­wöhn­lichs­ten und dazu gehört ein­fach Nina Hagen. Die mehr als Gesamt­kunst­werk bekannte Nina Hagen wurde 1955 in Ost­ber­lin gebo­ren und wurde schon als Teen­ager mit »Du hast den Farb­film ver­ges­sen« in der DDR bekannt, emi­grierte aber bereits 1976 in den Wes­ten.  Von die­sem Zeit­punkt an ist ihr Leben und ihre musi­ka­li­sche Kar­riere wie ein Flip­per mit unend­li­chen Frei­spie­len, jeder Ver­such sie sti­lis­tisch oder per­sön­lich zu beschrei­ben ist schon im Ansatz zum schei­tern ver­ur­teilt. Am bes­ten beschreibt sie wirk­lich die Bezeich­nung Mut­ter des Punk. Sie macht immer das, was man von ihr erwar­tet, näm­lich das uner­war­tete. So war ich mehr als ver­wun­dert, sie als Jury­mit­glied bei einer Staf­fel Pop­stars zu sehen. Man­che Men­schen glau­ben, sie würde ihr Ver­hal­ten nur spie­len, ich glaube, sie ist ein­fach so wie sie ist und daran ist nichts aus­zu­set­zen. Hier zu sehen mit ihrem schön düs­te­ren Der Wind.

#6 — Amy Lee (Evanescence)

Die 28jährige ame­ri­ka­ni­sche Sän­ge­rin der Band Eva­ne­scence ist nicht nur in der Metal und Alter­na­tive Ecke ein Begriff. Ihre Stimme ist ein Ver­gnü­gen für das Ohr des geneig­ten Hörers und unter­streicht nicht nur die Lie­der der Band mit der rich­ti­gen Note, son­dern ist auch Stil­prä­gend für ein gan­zes Genre. Ihre Mit­tel­al­ter­lich und Roman­tisch ange­hauch­ten Out­fits mach­ten sie zur Sti­li­kone, nicht nur in der schwar­zen Szene.  Aber macht euch keine Hoff­nun­gen, Amy Lee ist mitt­ler­weile ver­ge­ben und trägt den Namen Amy Hart­zler. Obwohl sie mit Eva­ne­scence einige groß­ar­tige Lie­der her­aus­ge­bracht hat, möchte ich aber stell­ver­tre­tend ein ande­res Werk prä­sen­tie­ren.  Ihr sehr beein­dru­cken­der Auf­tritt bei MTV unplug­ged, bei dem der Ein­la­dung von Korn gefolgt ist, den Song Freak on a Leash zu inter­pre­tier­ten. Gän­se­haut pur.

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Robert berichtet über alle Facetten der schwarzen Szene und ist aktiver Verfechter der deutschen Meckerbewegung. Überzeugter Gruftie mit einem Hang zum Vergangenem, der jedoch unverbesserlich optimistisch ist und stets positiv denkt. Du findest mich auch auf Facebook und Google+ oder auch bei Twitter.

Kategorie: Dunkle Klänge
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8 Kommentare

  1. Deine Aus­wahl bis hier­her finde ich in jedem Fall gerecht­fer­tigt, alle diese Sän­ge­rin­nen sind in gewis­ser Weise außer­ge­wöhn­lich, mal unge­ach­tet des­sen, ob man die Musik nun gut fin­det oder nicht. Danke auf jeden Fall für das Tei­len von »Freak on a Leash«, die Ver­sion war mir bis­her gän­zich unbekannt!

    Ich bin schon sehr gespannt auf den zwei­ten Teil und ob da eine oder zwei der Damen vor­kom­men, die mir mit als ers­tes ein­ge­fal­len wären. ;)

  2. Aus­wahl kann man auch für mich gerne so ste­hen las­sen, vor allem Björk^^ Bin gespannt auf die mor­gi­gen Sän­ge­rin­nen, und natür­lich ob einige mei­ner Ver­mu­tun­gen viel­leicht bestä­tigt werden.

    LG

  3. Die Aus­wahl ist wirk­lich so sehr gut. Auch wenn ich mir da bei Nina Hagen nicht 100%ig sicher bin.

  4. Wie wäre es noch mit Juli­ette Lewis?

  5. Ich finde die Aus­wahl ganz nett, hätte aber auch eine andere Rei­hen­folge gewählt, aber das hat­ten wir ja schon :)
    Juli­ette Lewis? Scheiß Scientologin…

  6. @Konna: Den span­nen­den zwei­ten Teil kannst du jetzt bewun­dern. Falls du neu­gie­rig gewor­den bist, kann ich Dir die ganze Korn — Unplug­ged ans Herz legen, gran­dios.
    @Atanua: Ob deine Ver­mu­tun­gen bestä­tigt wur­den, kannst du gerne kom­men­tie­ren, ich würde mich freuen.
    @Susanne: Auch wenn Du dir nicht sicher bist, ich bin es. Na ja fast jeden­falls, denn eigent­lich wollte ich Frau Hagen in einer zukünf­ti­gen Top Ten unter­brin­gen, aber davon bald mehr.
    @Julia: Juli­ette Lewis ist mir ehr­lich gesagt als Schau­spie­le­rin lie­ber. Ich finde ihre Musik solide und ihr Auf­tre­ten sicher außer­ge­wöhn­lich, kann mich aber mit dem Gedan­ken ihr einen Top Ten Platz zu ver­schaf­fen nicht anfreunde. In einer Top 50 wäre sie sicher dabei.
    @Kitty: Sor­tier doch mal nach dei­ner Reihenfolge :)

  7. -> Zum Thema Nina Hagen: Warum soll­ten hier vir­tu­elle Steine flie­gen?! DIESE FRAU KANN SINGEN! SIE IST SOGAR AUSGEBILDETE OPERNSÄNGERIN!… Nur zur Info an die Ungläu­bi­gen… :) PS: die Chart­liste ist ok.

  8. @SchwarzeWitweXL: Da viele noch hart­nä­ckig behaup­ten sie könnte es nicht :) Auch ich finde, das Nina Hagen eine tolle Stimme hat, lei­der ver­birgt sie diese manch­mal in undurch­dring­li­chen Kurio­si­tä­ten und zieht ihr eige­nes Ding durch. Nicht immer kom­pa­ti­bel zum Geschmack, aber auf jeden Fall konsequent.

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