Definiert sich Gothic Musik nur über die 80er? Eine Frage, der auch Luke Lewis, Journalist und Blogger des englischen Musikmagazins NME nachgeht. Gibt man bei last.fm den Suchbegriff Goth ein, so gibt es eine Liste der üblichen Verdächtigen, Sisters of Mercy, Bauhaus, Siouxsie & The Banshees und die Fields of the Nephilim. Dabei ist das alle Musik, die einmal war und nicht mehr ist. 80s Goth meint Lewis ganz treffend.
Ganz unrecht hat er ja nicht, die ersten Musikergebnisse, die man unter dem Begriff Goth findet sind eine musikalische Zeitreise in die frühen 80er. Natürlich ist das eine einseitige Ansicht, denn last.fm stellt die Populärsten Titel dar und definiert nicht eine Musikrichtung. Was also Goth ist, entscheiden die User. Daher wundert es nicht das neue, aktuelle und der Idee Goth gerecht werdende Lieder eher ausgeblendet erscheinen. Dazu kommt, das der Begriff als solches altbacken ist und durch viele neue Musikrichtungen ergänzt wurde, Gothic ist mehr ein Oberbegriff als eine eigenständige Musikrichtung geworden.
Lewis hat sich also hingesetzt und seine Definition der 20 größten Gothtracks zusammengestellt, die seiner Ansicht nach die Vision und die Idee hinter dem Begriff Gothic besser repräsentieren. Release the Bats — It’s The 20 Greatest Goth Tracks ist aber dennoch nur eine, meiner Meinung nach, eigene Sicht auf die Dinge des Luke Lewis. Ob Marilyn Manson wirklich den Goth von heute repräsentiert, lasse ich mal dahin gestellt. Seine Auswahl ist sicherlich keine schlechte und offenbarte auch für mich einige neue Stücke, doch ob sie das zeigt was hinter Gothic steckt? Gothic ist ein Begriff der 80er, es ist also mehr als legitim, das er sich durch Musik der 80er definiert, denn selbst Lewis Top 20 kommt nicht ganz ohne die Klassiker aus.
Ich das ganze in einer Playlist (spielt in umgekehrter Reihenfolge von #20 zu #1) für euch zusammengefasst, die komplette Liste findet sich rechts daneben. Was Luke Lewis zu den einzelnen Songs meinst, könnt ihr auf der NME Webseite nachlesen. Das es eine durchaus interessante, wenn auch keine Allgemeingültige Ansicht ist macht den Artikel lesenswert. Vielleicht auch ein Appell an Menschen die anderen zeigen möchten, was Gothic Musik ist und dabei nicht unbedingt in den 80ern festkleben oder Lewis Vorschlägen folgen. Denn Gothic ist das, was ihr daraus macht.
httpv://www.youtube.com/view_play_list?p=456670570B175FD5
- These New Puritans — Elvis
- Bat for Lashes — I saw a Light
- The Cult — She sells Sanctuary
- The Horrors — Sheena is A Parasite
- White Lies — To Lose my Life
- The Damned — Wait for the Blackout
- Misfits — Astro Zombies
- Interpol — Evil
- The Cure — One Hundred Years
- Killing Joke — Love like Blood
- Marilyn Manson — The Beautiful People
- Siouxsie & The Banshees — Cities in Dust
- My Chemical Romance — Helena
- The Birthday Party — Release the Bats
- Bauhaus — Bela Lugosi’s Dead
- Manic Street Preachers — The intense Humming of Evil
- Sisters of Mercy — This Corrosion
- Nine inch Nails — Hurt
- The Cure — A forest
- Joy Division — Atmosphere



hat bereits 25 Kommentare abgegeben und schrieb am 25. März 2009 um 11:52:
Sehr interessante Playlist. Wenn ich mir das genau überlege, höre auch ich, der sich mit Gothic ansonsten eigentlich eher wenig auseinandersetzt, do so einige Bands, die man stilistisch mit Gothic in Verbindung bringen kann. Das übliche HIM-Klischee des 21sten Jahrhunderts stimmt ja eh schon lang nicht mehr.
Was sich mir allerdings nicht erschließt: Wie passen Interpol und These New Puritans da mit rein? Die beiden Songs würde ich auf den ersten Blick auf alle Fälle nicht mit Gothic in Verbindung bringen.
hat bereits 257 Kommentare abgegeben und schrieb am 25. März 2009 um 19:06:
Mir fehlt »She wants Revenge« in der Liste :) Abgesehen davon ist die Liste sehr, sehr, seeehr subjektiv, und allein »Bat For Lashes« hat eine grauenhafte Soundqualität!
hat bereits 1744 Kommentare abgegeben und schrieb am 26. März 2009 um 15:37:
@BeetFreeQ: Die Auswahl erscheint in der Tat willkürlich und ist wohl stark vom persönlichen Geschmack des Luke Lewis abhängig. Ich muss aber zugeben, ich mag die Stücke. Sie haben einen durchaus morbiden Charakter und setzen sich mit dem Tod (Interpol — Evil) auseinander oder haben klangliche Instrumentarien, die in vielen Gothic-Stücken ein wichtiges Element ist. Ich denke, Gothic ist neben den üblichen Verdächtigen ein musikalisch offenes Feld, in dem sicherlich auch einzelne Stücke sonst anders gearteter Künstler Platz finden. Beispiel: Rollings Stones — Paint it Black, das wird immer noch gerne gespielt. Interpol und These New Puritans sind sicherlich keine klassischen Gothic Bands, aber was gut klingt und sich gut anhört wurde immer schon von der schwarzen Gemeinde adaptiert, eben jeder Song der zum Lebensgefühl passt.
@Vizioon: In der Tat, da gibt es bessere Stücke von Bat for Lashes, rein klanglich gesehen. Die Liste ist sowas von subjektiv und unvollständig, das es nur so kracht, in den Kommentaren zum Originalbeitrag kracht es deshalb schon gewaltig. Dieser Beitrag soll auch mehr als Anregung zu verstehen sein, nicht als Stigmata. Schreib mir doch mal deine 20 Gothic Greatest hier in den Kommentare oder per E-Mail, wenn ich noch ein paar andere dazu finde, wird vielleicht ein Schuh draus ;)
hat bereits 257 Kommentare abgegeben und schrieb am 26. März 2009 um 19:56:
Oh, jetzt hast Du mich erwischt, aber ok, ich werde mal darüber nachdenken, was mich musikalisch bewegt hat …ob es 20 werden? Naja, i will do my very best :)
hat bereits 1744 Kommentare abgegeben und schrieb am 26. März 2009 um 21:58:
Wenn es weniger als 20 werden, würde ich an deiner Altersangabe Zweifeln ;)
hat bereits 257 Kommentare abgegeben und schrieb am 27. März 2009 um 13:23:
Ich habe mir darüber noch nie Gedanken gemacht, vor allem nicht mit Reihenfolge. Spaßigerweise könnte ich eine sehr viel längere Liste erstellen, was mich selbst überrascht hat. Leider muß ich auf eine Reihenfolge verzichten, denn von Stimmung zu Stimmung verschiebt sich alles. Und natürlich ist die Liste nur auf mich bezogen, also ebenso subjektiv wie…naja, jede Liste ;)
– Paradise Lost: As I die
– System of a down: Hypnotize
– Slipknot: All hope is gone
– Slayer: Angel of Death
– Nirvana: Smells like teen spirit. Die »Nevermind« war die bis jetzt einzigste CD, die ich mir bis jetzt bestellt habe. K.A. warum (aus heutiger Sicht), aber ich wollte sie auf jeden Fall haben.
– Metallica: Seek and Destroy
– deftones: 7 Words
– Murderdolls: White Wedding. Geht auch von Billy Idol
– dalbello: Black On Black
– Alien Sex Fiend: Hurricane Fighter Plane (nur ein Beispiel, da ich mich lange in ASF verloren habe)
– Red Hot Chili Peppers: Scar Tissue
– Girls against Boys: Kill the Sexplayer
– Queens of the Stone Age: The Lost Art of keeping a Secret. Ich mag QOTSA, immer wieder lustig!
– The Sisters of Mercy: Alice
– The Sisters of Mercy: Fix. Im Gegensatz zu Alice getragen, und ruhig. Abgesehen davon könnte ich auch 20 Sisters Titel hier anführen, bin ein Sisters-Fan :)
– Wendy & Lisa: Rainbow Lake. Mein Ausreißer, definitiv Pop. Aber so entspannt, daß ich nicht darüber hinwegkomme :)
– Cradle of Filth: From the Cradle to enslave
– Coalchamber: Loco
– Primus: Jerry Was A Race Car Driver.
– She Wants Revenge: Written in Blood. Erinnert mich an gute, alte Zeiten… im modernen Gewand.
hat bereits 257 Kommentare abgegeben und schrieb am 28. März 2009 um 20:34:
Ich muß noch ergänzen, das meine Liste nicht sehr reflektiert ist, ich bin einfach mal durch meine CD und MP3 Liste gegangen, und habe genommen, was ich gut finde. Wenn es so um meine jungen Jahre ginge, bräuchte ich entscheidend länger, ich kann mich so schwer entscheiden ;)
hat bereits 1744 Kommentare abgegeben und schrieb am 29. März 2009 um 17:09:
Vielen Dank für deine sehr ausführliche Liste, die muss ich erstmal verdauen bzw. die Lieder, die ich noch nicht kannte, hören. Das kann eine Weile dauern :) Mit der Reflektion der Liste sehe ich das sehr ähnlich. Erst beim durchklicken durch die unzähligen Titel und Alben kommen wieder die eigentlichen Hits von damals (für mich) zu Tage, wenn ich Musik höre, dann höre ich Musik, es ist nicht nur ein Beiwerk zum Alltagsleben. Deshalb schwankt auch mein subjektiver Geschmack immer mit der Stimmung :) Ich leide auch an der Krankheit, Lieder im privaten Rahmen oft weiterzuklicken, da mir während des Hörens wieder neue (alte) Stücke einfallen, die ich dann unbedingt hören will.
hat bereits 257 Kommentare abgegeben und schrieb am 30. März 2009 um 18:25:
Bitte :) Je länger ich nachdenke, desto mehr Titel/Bands fallen mir ein. Andererseits fällt es mir schwer, die Relevanz für mich/mein Leben/meine musikalische Entwicklung einzuschätzen. Irgendwie baut ja alles auf irgendwas auf. Klar gibt es Lieblingslieder, aber alles andere drumherum spielt auch mit.