17 September

Nichts (Tango 2000) wieder auf Tour?

Kategorie: Dunkle Klänge — Jahrgang: 200910 Kommentare

nichts - tango 2000Ganz still und heim­lich haben sich die NDW Legen­den der Band Nichts (Tango 2000) wie­der zusam­men­ge­fun­den um auf eini­gen Ver­an­stal­tun­gen und Fes­ti­vals wie­der auf­zu­spie­len. Zuletzt spiel­ten sie am 29.08.2009 beim Golz­heim­fes­ti­val direkt unter der Theodor-Heuss-Brücke in Düs­sel­dorf und ich habe es ver­passt. Ver­dammte Kacke.

Aber eins nach dem ande­ren. Zunächst war ich ein wenig ver­wun­dert, als ich zu mei­nem Arti­kel Nichts — Schaut mich an ich tanz am bes­ten einen Kom­men­tar von Chris­to­pher Scarbeck fand, der einst bei Nichts die Gitarre bediente. Neben einem sehr inspi­rie­ren­den Video sei­ner Tanz­künste kün­digte an, 2010 wie­der Musik zu machen, des­halb zeigte ich mich auch nicht über­rascht, als ich hörte das Nichts in Golz­heim zu Gast waren. Schade nur, das von der Ori­gi­nal­be­set­zung bis auch Michael Clauss nie­mand zu sehen war.

Michael Clauss war dort mit einer kom­plett neue Beset­zung zu sehen, Bar­ba­rella Pus­te­ku­chen singt, Ufo Wal­ter spielt den Bass und Josef Kirsch­gen am Schlag­zeug.  Für das Gothic Fes­ti­val Jud­ge­ment Day ste­hen das neue Lin­eup dann am 3. Okto­ber 2009 in Dorn­birn (Öster­reich) auf der Bühne des Spiel­bo­den. Für den 11. Dezem­ber ist ein wei­te­rer klei­ner Club­gig im Köl­ner Sonic­club ange­kün­digt. Offen­bar ist es der nach­hal­ti­gen und flei­ßi­gen Arbeit eines Fans zu ver­dan­ken, das sie seit Juni wie­der auf MyS­pace zu fin­den sind. In der dor­ti­gen Fort­set­zung ihrer Bio­gra­phie heißt es:

27 Jahre spä­ter: Nach der genia­len Über­zeu­gungs­ar­beit eines Ihrer uner­schüt­ter­lichs­ten Fans, der die tot­ge­glaubte Band kur­zer­hand reani­mierte und für ein Gothic / Dark– Wave Fes­ti­val buchte, spie­len NICHTS in neuer Beset­zung wie­der einige rare Auf­tritte. Sän­ge­rin Bar­ba­rella kann ihren zeit­lo­sen Charme auf­le­ben las­sen, Drum­mer Bazo­oka Joe und Bas­sist U.F.O. schaf­fen es spie­lend  ihren fet­zi­gen Stil wei­ter­zu­ent­wi­ckeln und mit unbän­di­ger Power jede Bühne quasi einzureissen…das Publi­kum zu über­rol­len & Micky Matsch­kopf als alte »Ram­pen­sau« was tut der ????? …tut nichts ande­res als sei­nen Ori­gi­na­len Git­taren­sound zu zele­brie­ren… und zu brül­len wie ein Stier, das Publi­kum zu pro­vo­zie­ren, hoch­le­ben zu las­sen, abzu­fei­ern bis der Arzt kommt…diese Band haut so rein, die POWER ..die hat alle geflasht.., löst fre­ne­ti­schen Enthu­si­as­mus aus, bei Ihren über Fast 30 Jah­ren treuen Fans und auch bei den Youngs­ters / Tee­nies / Punks /Hippies / Haus­frauen / Staub­sau­ger­ver­tre­tern u.s.w. …ach ja und die Fingernagel-Studio-Besitzerinnen nicht vergessen.

Glück­li­cher­weise wurde vom Auf­tritt unter der Brü­cke ein Video ange­fer­tigt, auf dem ich die Gele­gen­heit hatte, einige der Stü­cke noch ein­mal zu hören. Der Auf­tritt ist ein wenig holp­rig und erin­nert mich eher an eine Cover­band, als an den Titel »Tango 2000″, der hier gespielt wird. Klingt irgend­wie pun­kig, obwohl ich Andrea Mothes am Mikro­fon ver­misse. Viel­leicht kann ich mir in Köln einen bes­se­ren Ein­druck ver­schaf­fen, für 10€ Ein­tritt kann ich dann sicher­lich ein qua­li­fi­zier­tere Bewer­tung schreiben :)

(Bild­quelle: Brot­beu­tel)

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Robert berichtet über alle Facetten der schwarzen Szene und ist aktiver Verfechter der deutschen Meckerbewegung. Überzeugter Gruftie mit einem Hang zum Vergangenem, der jedoch unverbesserlich optimistisch ist und stets positiv denkt. Du findest mich auch auf Facebook und Google+ oder auch bei Twitter.

Kategorie: Dunkle Klänge
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10 Kommentare

  1. Hach wie herr­lich! Ich hätte nun nicht gedacht, dass man von denen noch groß­ar­tig was hören wird.

    Etwas schade finde ich es schon, das die Beset­zung fast kom­plett neu ist. Da frag ich mich ob es nicht manch­mal bes­ser ist, wenn eine Band dann wirk­lich Geschichte bleibt, als alte Songs mit neuen Leu­ten zu perfomen.

  2. Den letz­ten Gedan­ken habe ich auch gehegt. In sol­chen Fäl­len bin ich mir immer unsi­cher, ob so etwas aus »Geld­man­gel« geschieht oder aus rei­ner »Fan­liebe«. Wenn dazu noch eine kom­plett neue Beset­zung spielt, finde ich es noch schwie­ri­ger, dem zu fol­gen. Gerade wenn der Sound bei den Klas­si­ker der­art abweicht. Freuen würde ich mich, wenn man dar­aus etwas neues ent­ste­hen würde, ein Neu­auf­lage der NDW wäre sicher spannend.

  3. Hallo Leute!
    Für mich ist das nicht mehr die Gruppe aus den 80ern — sie hät­ten sich »NICHTS II« oder »Zwei­mal NICHTS« nen­nen sol­len *g*.
    Ohne die Mothes kann es nicht die glei­che Band sein. Ich meine Umbe­set­zun­gen gibt es immer wie­der, aber eine Band macht immer die Stimme aus.
    Wenn man 25 Jahre weg ist und von der Original-Besetzung ist nur noch der Gitar­rist dabei, kann man da noch von einem »Come­back« reden? Ich denke Nein, das ist eine neue Band.

    LG
    MM

  4. Ich stimme Dir zu Michael, viel­leicht sollte man ein­fach mal was neues aus­pro­bie­ren, anstatt die alten Sachen zu rui­nie­ren. Wenn die Stimme wenigs­tens halb­wegs gut wäre, könnte ich mich damit ja noch anfreun­den, aber weder das eine, noch das andere trifft zu. Schade.

    Ich hätte wei­tere Vor­schläge für den Band-Namen: Schon wie­der NICHTS, oder auch: Immer noch NICHTS :D

  5. Kann mich der Mei­nung von Michael nur voll und ganz anschlie­ßen.
    Schön wäre es jedoch, wenn die dama­li­gen Plat­ten von Nichts mal end­lich als CD erschei­nen wür­den, allem voran Tango2000.
    Da muß doch was zu machen sein…

  6. @Stefan: Wahre Worte. Viel­leicht ist etwas vom alten Label Schall­mauer zu erfah­ren? Könnte mir gut vor­stel­len das es an den Rech­ten schei­tert, die wohl mög­lich bei den fal­schen Leu­ten liegen.

  7. Nichts waren nicht nur musi­ka­lisch, son­dern auch was die Cool­ness und der Stil der Auf­tritte und die Art, wie die Songs inter­pre­tiert und dar­ge­bo­ten wur­den, eine ganz eigene Größe im deut­schen New Wave…richtig ver­schärft und aneckend, apo­ka­lyp­tisch, selbst iro­nisch und des­halb irgend­wie Punk und Pre-Gothic vereinend.

    Die Band würde nur dann authen­tisch und wirk­lich bedeut­sam wir­ken, wenn sie genau das heute noch hin­be­kommt. Das Video hier belegt lei­der sehr deut­lich das Gegen­teil. Da ist von Anti-Haltung gegen den Stumpf­sinn der Kon­sum­ge­sell­schaft abge­se­hen von der Gitar­ren­ar­beit und den Tex­ten nichts geblieben…schade. Die alte Atti­tüde fehlt ein­fach. Damals hät­ten die das Publi­kum nicht zum Mit­klat­schen ani­miert, son­dern pro­vo­ziert und ani­miert den Mit­tel­fin­ger auszustrecken.

    Der Idee mit dem abge­wan­del­ten Band­na­men stimme ich des­halb zu

  8. In der Tat. Obwohl ich mich nicht immer mit fal­schen Erwar­tungs­hal­tun­gen belas­ten will, komme ich nicht drum herum zuzu­ge­ben, das einer neuer Band­name für viel Fri­sche sor­gen wür­den. Zum einen ist es schlicht unmög­lich den Zeit­geist und die Idee von frü­her mit den sel­ben Ideen zu pro­du­zie­ren, daher tut Ver­än­de­rung Not.

    Was hälst du in die­sem Zusam­men­hang von »Fehl­far­ben«? Ich finde hier geht man ein wenig in die rich­tige Rich­tung. Die Texte blei­ben sozi­al­kri­tisch und Aus­sa­ge­kräf­tig, wäh­rend sich die musi­ka­li­sche Hülle einem gewan­del­ten Geschmack unterwirft.

  9. Fehl­far­ben sind der Beweis dafür, das das, was mein Anspruch an diese Art Musik ist, auch heute noch funk­tio­nie­ren kann. Fehl­far­ben hauen irgend­wie hin…sie sind authen­tisch. Die Atti­tüde stimmt. Und selbst ihre sti­lis­ti­sche Ent­wick­lung ist quasi orga­nisch. Ist ja logisch, dass sie 30 Jahre spä­ter keine reine Kopie ihrer selbst sind. Das gebürte höchs­tens den Ramo­nes, wo es das Kon­zept war. Den­noch hört man die New Wave Wur­zeln bei ihnen. Wäre sie sie auf Mainstream-Möchtegern-Indie (so al„a Delta-Radio-Soundbrei) umge­sat­telt, würde mich die Band auch nicht mehr interessieren…

  10. @Alge: Bis auf eine »dau­er­ni­cken« beim lesen dei­nes Kom­men­tars kann ich nichts wei­ter hin­zu­fü­gen. Außer viel­leicht den Wunsch, die Fehl­far­ben Live zu sehen. Ich muss die Gele­gen­heit unbe­dingt am Schopfe ergreifen.

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