21 Oktober

Musikperlentaucher - Tauchgang #17

Kategorie: Dunkle Klänge — Jahrgang: 20104 Kommentare

Das Kabinette - The Cabinet

Als die drei Stu­den­ten Mick, Dave und Craig in Black­pool Kunst stu­dier­ten, ent­deck­ten sie ihr gemein­sa­mes Inter­esse an Musik und alten eng­li­schen Knei­pen. Ihr zwei­ter Besuch im Stu­dio brachte das 1983 Stück »The Cabi­net« her­vor, das man auf 500 Vinyl Sin­gles presste. Auf dunk­len Wege gelang­ten Radio Mode­ra­to­ren an die Scheibe und mach­ten dar­aus einen euro­päi­schen Under­ground Hit, der selbst bei der alt ehr­wür­di­gen BBC Gehör fand. Davon ange­spornt traf man sich 1986 für einige wei­tere Ter­mine in einem Stu­dio in der Nähe von Man­ches­ter und brachte die ein­zige LP »Spy Thril­ler« her­aus. Das Stück The Cabi­net ist eine Hom­mage an das Cabi­net des Dok­tor Cali­gari, ein fil­mi­sches Meis­ter­werk aus dem Jahre 1920. Das Kabi­nette selbst pro­du­zierte dazu ein Ama­teur­vi­deo, das dem Stück visu­elle Tiefe ver­leiht, wenn­gleich auch die klang­li­che Qua­li­tät lei­det. Aber wer möchte, kann das Stück auf dem aktu­el­len Sam­pler The Mini­mals Wave Tapes käuf­lich erwerben.

Exedra - Death Disco

Wir machen einen klei­nen Zeit­sprung in den Wave der spä­ten 90er,  der wider Erwar­ten nicht tot zu krie­gen war. Exe­dra, eine Ber­li­ner For­ma­tion die 1998 ebenso schnell ver­schwand, wie sie auf­tauchte. Sän­ger André Guts­muths, der heute auch noch in zahl­rei­chen musi­ka­li­schen Pro­jek­ten mit­wirkt lieh dem Stück »Death Disco« seine Stimme und sorgte nach­hal­tig für einen immer noch gerne gespiel­ten Underground-Kracher der mich immer noch in sei­nen Bann zieht. Lei­der kann ich euch nicht wirk­lich viel über die Band und seine Geschichte man­gels Infor­ma­tio­nen berich­tet, bleibt mir nur das Stück für sich selbst spre­chen zu lassen.

Cocteau Twins - Blind Dumb Deaf

Der Titel des Stü­ckes spricht nicht für die Band, wie man ober­fläch­lich ver­mu­ten könnte, im Gegen­teil, die Coc­teau Twins sind eine äußerst krea­tive For­ma­tion gewe­sen, die zwi­schen 1980 und 1998 den Post-Punk und auch den Gothic-Rock stark beein­flusst haben, obwohl man sie gele­gent­lich eher dem New Wave zu ord­net. Nie haben sich Eliza­beth Fra­ser und Robin Guthrie um den Musik­ge­schmack der ande­ren geküm­mert, stets war man immer ein biss­chen anders als die ande­ren. Die legen­dä­ren Zusam­men­ar­bei­ten als »This Mor­tal Coil« oder auch schon eine Tour mit OMD 1982/83 sorgte schnell für einen gewis­sen Ruhm, der bei eini­gen weni­gen Auf­trit­ten bei Tops of the Pops sei­nen Zenit fand. Stets wurde der ver­träumt melan­cho­li­sche und manch­mal schnei­dende Gitar­ren­sound zu ihrem Mar­ken­zei­chen und machen »Blind Dumb Deaf« zum per­fek­ten Aus­hän­ge­schild eines ihrer Facetten.

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Veröffentlicht von

Robert berichtet über alle Facetten der schwarzen Szene und ist aktiver Verfechter der deutschen Meckerbewegung. Überzeugter Gruftie mit einem Hang zum Vergangenem, der jedoch unverbesserlich optimistisch ist und stets positiv denkt. Du findest mich auch auf Facebook und Google+ oder auch bei Twitter.

Kategorie: Dunkle Klänge
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4 Kommentare

  1. Von Das Kabi­nette kenne ich nur »Next in Line« — eines mei­ner abso­lu­ten Favos. »The Cabi­net« ist aber auch gut.

    »Death Disco« gefällt mir super, eine tolle Ent­de­ckung — ganz abge­se­hen von dem schon unzu­mut­bar gut aus­se­hen­den Sän­ger. Wo wird denn sowas noch gespielt? **auch da hin will**

  2. Alles drei schö­nes Lied­gut. Exe­dra — Death Disco kannte ich selbst bis­her nur vom Klang, Name und inter­pret waren mir noch unbekannt.

    @shan dark
    Ich hoffe das fällt jetzt hier nicht unter Wer­bung. Aber alle 3 Lie­der habe ich schon auf der Lost-Sounds im Zwischenfall/Bochum hören können.

  3. @shan_dark: Dr. Fus­sel­pulli hat ja schon den Ort der Orte vor­weg­ge­nom­men :) Next in Line ist eben­falls ein tol­les Stück Musik, an das man nicht oft genug erin­nern kann. Ob der Sän­ger nun unver­schämt gut aus­sieht ver­mag ich nicht zu beur­tei­len, jeden­falls nicht in weib­li­cher Hinsicht ;)

    @Dr. Fus­sel­pulli: Nein, keine Wer­bung. Schließ­lich ist das Zwi­schen­fall eine Insti­tu­tion in Sache Musik. Es ist bezeich­nend für die heu­tige Szene ihre musi­ka­li­schen Wur­zeln zu ver­ges­sen und sich in einem tech­no­iden Meer aus neon­far­be­nen Ober­fläch­lich­kei­ten zu erträn­ken. Daher kann man vom ZFall in Bochum nicht oft genug spre­chen — auch auf die Gefahr hin, pole­misch zu erscheinen.

  4. @Dr. Fus­sel­pulli: Gern mehr Wer­bung zu guten Ver­an­stal­tun­gen. Irgend­wann ver­schlägt es mich auch noch mal in den Zwi­schen­fall, ver­mut­lich durch einen Zwi­schen­fall. Wann ist denn die nächste Lost-Sounds-Party?? Dann kann ich das schon mal vor­mer­ken. Da möcht ich dann aber auch Death Disco hören ;o)

    @Robert: DAmit wäre das Rät­sel auch gelöst, wo du dir kürz­lich die Seele aus dem Leib getanzt hast und damit dann auf mei­nem Blog rum­ge­schwärmt hast, oder? **lach**
    Du kannt mir glau­ben, schöne Män­ner erkenne ich an nur einem Bild ;o).

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