9 Oktober

Musikperlentaucher - Tauchgang #08

Kategorie: Dunkle Klänge — Jahrgang: 20093 Kommentare

The Arch - Babsi ist tot

Ich habe mich immer schon gefragt, wer diese Babsi eigent­lich ist, von dem die bel­gi­sche Elektro-Wave Band The Arch (MyS­pace) da singt. 1987 ver­öf­fent­li­che die Band ihre erste Demo um gleich im Anschluss ihr Debüt-Album »As quiet as…« raus­zu­brin­gen, auf der auch der auch einer der bekann­tes­ten Lie­der ver­tre­ten ist. Als Anfang der 90er die Wave-Szene ein Neu­auf­lage erlebte lan­dete »Babsi ist tot« schnell auf den Top-Listen der DJ’s, die Ver­öf­fent­li­chun­gen auf ver­schie­de­nen Under­ground Sam­plern Mitte der 90er sorg­ten für den letzt­end­li­chen Kult­sta­tus. Doch zurück zu Babsi. Beim hören des Tex­tes hatte ich eine Ver­mu­tung. Ich erin­nerte mich an das Buch Chris­tiane F — Wir Kin­der vom Bahn­hof Zoo. Christiane’s beste Freun­din Babsi (Babette D.) starb am 19.7.1977 im Altern von 14 Jah­ren an einer Über­do­sis Heroin und war zu die­sem Zeit­punkt die jüngste Dro­gen­tote in Ber­lin. Wer dem Text lauscht wird viel­leicht fol­gende Zei­len erken­nen. »I see you see­king vains, You can’t find one, Time is run­ning. You get angry, You’re body’s fusing. You get mad, The needle gets… Any­where, Any­where«.   Als der Song 1987 ver­öf­fent­licht wurde, zählte man auch den 10. Todes­tag. Wilde Theo­rie? Vielleicht.

Gary Numan - Down in the Park

Nach­dem Gary Numan sich so gelun­gen mit den NIN in Szene gesetzt hat und Post­punk mich an noch bes­sere Zei­ten erin­nert hat, habe ich bei YouTube ein gran­dio­ses Live-Video von Down in the Park gefun­den. Gary Numan, der eigent­lich Gary Webb heißt, wollte eigent­lich mal Pilot wer­den. Glück­li­cher­weise ist er der Bri­tish Air­way erspart geblie­ben und hat sich anstatt des­sen dazu ent­schlos­sen, Musik zu machen. Unter dem Namen Vale­rian grün­dete er zusam­men mit sei­nem Onkel Jess und dem Musik Paul Gar­di­ner die Tube­way Army, die mit »Are Fri­ends elec­tric?« 1979 einen Hit lan­de­ten. Auch solo und unter sei­nem Künst­ler­na­men Numan war er mit sei­nen bei­den Nachfolge-Alben sehr erfolg­reich. Von sei­nem 1980 erschie­ne­nen Album Tele­kon ist das Stück Down in the Park mein per­sön­li­cher Favo­rit und eines der bedeu­tungs­reichs­ten Stü­cke der Synthie-Welle und Ein­fluss­ge­ber vie­ler Künst­ler, die auch heute noch auf mei­ner Play­list zu fin­den sind.

Tones on Tail - Performance

1982 grün­de­ten Daniel Ash und Glenn Cam­pling die Tones on Tail. Daniel Ash? Ja genau, der aus dem von Bau­haus. Tones on Tail ist ein Neben­pro­jekt des tüch­ti­gen Daniel gewe­sen, der sich mit dem ewi­gen Roadie Glenn Cam­pling zusam­men­schloss um mehr Syn­t­hie­las­tige und expe­ri­men­telle Musik zu machen. Bekannt­lich trenn­ten sich Bau­haus 1983, so das sie sich dem Drum­mer Kevin Has­kins bemäch­tig­ten, denn der war ja jetzt arbeits­los. In ihrer kur­zen Schaf­fens­phase 1982–1984 brach­ten die Musi­ker eine Anzahl an schwer ein­zu­ord­nen­den Lie­dern her­aus, denn sie selbst als Deep Dark Blue Sound bezeich­ne­ten. Zitat Daniel Ash: »We were a mot­ley crew of indi­vi­du­als who essen­ti­ally wan­ted to sound like a band from Venus or Mars!« Das Stück Per­for­mance ist wohl das bekann­teste, obwohl es erst recht spät die Gehör­gänge einer brei­te­ren Gemeinde erreichte, genauer gesagt als der Dark-Wave in der Mitte der 90er die erste Retro-Welle ein­läu­tete. Schon vor dem Ende der Tones on Tail wid­mete sich Ash sei­ner neu­es­ten Idee: Love and Rockets. Flei­ßi­ger David. (hier das Stück Per­for­mance in einer Remix-Version, die mir sehr gut gefällt, wem das Ori­gi­nal lie­ber ist, klickt hier.)

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Robert berichtet über alle Facetten der schwarzen Szene und ist aktiver Verfechter der deutschen Meckerbewegung. Überzeugter Gruftie mit einem Hang zum Vergangenem, der jedoch unverbesserlich optimistisch ist und stets positiv denkt. Du findest mich auch auf Facebook und Google+ oder auch bei Twitter.

Kategorie: Dunkle Klänge
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3 Kommentare

  1. Wie­der­mal ein tol­ler Tauch­gang.
    Nach »Tones on Tail« werde ich jetzt auch mal tauchen.

  2. Dito… Der Song gefällt, gerade auch der Remix ^^

  3. @funkygog: Das ich mal was gefun­den habe, was ande­ren gefällt ist eine ganz neue Erfah­rung :) Musik kann ein­sam machen, denn wenn die Bei­fah­rer fra­gen, ob sie die Nach­rich­ten im Radio hören kön­nen, fühle ich mich in mei­nem eige­nen Auto ausgegrenzt.^^

    @von Karn­stein: Dann steht es jetzt 1:1 :D (Elec­tro­nic Suicide)

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