15 August

Musikperlentaucher - Tauchgang #06

Kategorie: Dunkle Klänge — Jahrgang: 20093 Kommentare

Visage - Fade to Grey

Die Explo­sion der Musik­stile Anfang der 80er führte auch zu eini­gen inter­es­san­ten Rand­er­schei­nun­gen was Out­fit und Selbst­in­sze­nie­rung angeht. Als New Roman­tic bezeich­nete man die Welle der visu­el­len Außen­sei­ter, die sich selbst zur ästhe­ti­schen Avant­garde zähl­ten. Allen voran Steve Strange, der mit sei­nen Exklu­si­ven Par­tys für eini­gen Wir­bel sorgte und für die strengste Tür in ganz Lon­don bekannt war. Selbst Musi­ker, deren Plat­ten im Club gespielt wur­den ver­wehrte man den Ein­tritt. Um sei­nem Gefühl für Ästhe­tik auch in der Musik Aus­druck zu ver­lei­hen, grün­dete Steve Strange zusam­men mit Midge Ure die Band Visage, die mit ihrem Titel Fade to Grey einen Welt­er­folg lan­de­ten. Wenn Musik arro­gant sein kann, dann mit die­sem Titel, der rüber­kommt wie eine Hul­di­gung des Hedo­nis­mus, von vie­len aber nur noch dar­auf redu­ziert wird. Mit abeb­ben der Mode­be­we­gung 1984 starb auch die Band Visage. Der Song ist jedoch Syn­onym für diese Mode­be­we­gung, was im Video auch sehr deut­lich rüber­kommt und eine Moment­auf­nahme die­ser auf­gre­gende Zeit ist. Die Lei­den­schaft zur Selbst­in­sze­nie­rung mün­dete spä­ter in der Gothic-Bewegung und beim Visual Kei.

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Front 242 - Headhunter

Das Aus­hän­ge­schild der EBM (Elec­tro­nic Body Music) wurde 1981 in Brüs­sel gegrün­det und gel­ten als Begrün­der die­ser Genre, das von vie­len als Vor­stufe des Techno ange­se­hen wird und viel­leicht den tanz­ba­re­ren Able­ger des Indus­tri­als bil­det. Tanz­be­tonte Rhyt­men wech­seln sich mit tie­fen und lau­tem Sprech­ge­sang ab, durch­gän­gige Beat-Loops bil­den die Tanz­flä­chen betonte Grund­stim­mung. Das Para­mi­li­tä­ri­sche Auf­tre­ten in Fleckt­arn­klei­dung und mit kugel­si­che­ren Wes­ten ist auch heute noch in abge­wan­del­ter Form bei den Fans die­ser Musik­rich­tung zu beob­ach­ten. Erste grö­ßere Aner­ken­nung und Beach­tung erhiel­ten sie als Vor­gruppe von Depe­che Mode ihrer legen­dä­ren Music for the Mas­ses Tour 1987. Acht Jahre spä­ter zer­fiel die Band, die zwar wie­der an einer Reunion arbei­tet, aber bis­her nicht an den alten und inno­va­ti­ven Geist anknüp­fen konnte. Das Stück Head­hun­ter gilt als größ­ter Erfolg der Bel­gier und wurde auch in spä­te­ren Jah­ren immer wie­der gere­mixt oder neu auf­ge­nom­men. Viele Ele­mente der Musik von Front 242 fin­det man auch heute noch in vie­len Pro­duk­tio­nen wie­der, des­halb klin­gen ein­zelne Sequen­zen ihrer Songs auch nach Lie­dern, die man irgend­wo­her kennt.

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XTC - Making Plans for Nigel

Noch lange bevor aus dem Namen eine Abkür­zung für eine syn­the­ti­sche Droge wurde, gab es eine bri­ti­sche Band mit die­sem Namen. Musik­rich­tung? Unklar, New Wave, Rock oder Synthie-Pop, ich bin mir äußerst unschlüs­sig wo ich Band ein­ord­nen soll. Muss man viel­leicht auch gar nicht, schließ­lich ist Schub­la­den­den­ken ja sowas von Out. Schon 1976 gegrün­det konnte die Band bis auf ihren Hit Making Plans for Nigel keine grö­ße­ren kom­mer­zi­el­len Erfolg für sich ver­bu­chen. Viel­leicht liegt das auch daran, das XTC seit 1982 nicht mehr Live auf­ge­tre­ten ist, denn Sän­ger Andy Part­ridge ver­wei­gert sich wegem chro­ni­schem Lam­pen­fie­ber und eini­gen Ner­ven­zu­sam­men­brü­chen, sehr kurios. Auf­ge­löst hat man sich auch nie, immer wie­der gibt es neue Ver­öf­fent­li­chun­gen und Neu­er­schei­nun­gen, denn neben sei­nen Pho­bien ist Part­ridge auch ein begab­ter und sehr geschäf­ti­ger Pro­du­zent und Song­wri­ter, der auch schon für Her­bert Grö­ne­meyer und Tho­mas Dolby gear­bei­tet hat. Wer übri­gens besag­ter Nigel ist, ver­mag ich auch nicht zu sagen, auf jeden Fall ist er glück­lich bei der Arbeit.

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Robert berichtet über alle Facetten der schwarzen Szene und ist aktiver Verfechter der deutschen Meckerbewegung. Überzeugter Gruftie mit einem Hang zum Vergangenem, der jedoch unverbesserlich optimistisch ist und stets positiv denkt. Du findest mich auch auf Facebook und Google+ oder auch bei Twitter.

Kategorie: Dunkle Klänge
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3 Kommentare

  1. Mal wie­der eine sehr schöne Zusam­men­stel­lung. »Fade To Grey« ist ja sowieso ein abso­lu­ter Klas­si­ker. »Making Plans For Nigel« ist mir erst durch die Cover­ver­sio­nen von Pri­mus und Pitchs­hif­ter bekannt gewor­den. Seit­dem bin ich aber auch ein gro­ßer Fan von XTC!

  2. »Fade To Grey” ist mein per­sön­li­cher Favorit…Einfach Klasse!

  3. @beetFreeQ: Mir ist die Cover­ver­sion nicht bekannt, so gibt es wie­der was neues zum YouTuben…Wieder zurück, lei­der sagen mir die Cover­ver­sio­nen nicht zu, aber danke für den Hinweis.

    @Andy: Auch einer mei­ner Favo­ri­ten, definitiv.

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